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Ausgabe: 3-2016

Hessischer Bibliothekstag am 9. Mai in Wiesbaden: Bericht

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Im modernen Ambiente des Wiesbadener Kulturforums und den neu gestalteten Räumlichkeiten der Mauritus-Mediathek richtete der Berufsverband (Landesverband Hessen im Deutschen Bibliohteksverband) am 9.Mai den 'Hessischen Bibliothekstag' aus. Die Veranstaltung findet als Austausch- und Fortbildungsveranstaltung für Mitglieder und Interessierte jährlich in jeweils wechselnden hessischen Städten statt. Gleichzeitig wird mit der Verleihung des Hessischen Bibliothekspreises in einem öffentlichen Forum herausragende bibliothekarische Arbeit gewürdigt.

Unter dem Motto "Lernen von 0 bis unendlich" lieferte das Programm einen Querschnitt an Ideen und Maßnahmen, wie sich heute im Bibliotheksbetrieb Anforderungen für moderne Lernumgebungen umsetzen lassen.

In den Begrüßungsworten von

 
  Arno Großmann      Rose-Lore Scholz
Fotos: HeBIS
  • Christian Engelhardt, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband, Landrat des Kreises Bergstraße,
  • Arno Goßmann, Bürgermeister und Sozialdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden
  • Rose-Lore Scholz, Dezernentin für Schule, Kultur und Integration der Landeshauptstadt Wiesbaden und
  • Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

 

zeigte sich bei allen Rednern enge Verbindung zu den Wiesbadener Bibliotheks-Einrichtungen. Mehrfach wurde über Erinnerungen an eigene Studienzeiten mit vielen Stunden im historischen Lesesaal der Landesbibliothek Wiesbaden berichtet.

Es folgte die offizielle Verleihung des 19. Hessischen Bibliothekspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband durch Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der SparkassenKulturstiftung.

 

Preisverleihung 'Hessischer Bibliothekspreis 2016', Foto: HeBIS


Stolz nahm die Delegation der Stadtbücherei Lauterbach (Vogelsbergkreis) mit  Bücherei-Leiterin Petra Scheuer den mit 10.000 € Preisgeld dotierten "Hessischen Bibliothekspreis 2016" entgegen. Laudator Dr. Thomas Wurzel lobte insbesondere die Bedeutung der Stadtbücherei als Kulturträger im ländlich geprägten regionalen Umfeld, der es gelungen ist, die eigene Arbeit effektiv mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen zu vernetzen.

Durch räumliche Verbesserungen konnte die Bücherei die Anbindung an andere kulturelle Einrichtunge wie die Volkshochschule und Musikschule herstellen. Schon früh hatte das Bücherei-Team an die Einrichtung einer kostenlosen Willkommensbibliothek für Flüchtlinge gedacht. Ein differenziertes Leseförderkonzept und weitere Kultur-und Bildungsangebote sprechen Schulen, Kindergärten und Seniorenheime an. So gelingt es, auf breiter Ebene verschiedene Zielgruppe anzusprechen, was gute Nutzungszahlen im übrigen belegen.

Mit dem Thema "Bildung im Kontext lebenslangen Lernens. Zur Aufgabe von Bibliotheken in der Wissensgesellschaft" setzte sich Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, im darauf folgenden Festvortrag auseinander. Er zeigte die Potenziale und Herausforderungen beim Lehren und Lernen mit digitalen Medien auf und nahm Bezug auf die Rolle der Bibliotheken als innovativem Lernort.

Nach der Mittagspause und den Mitgliederversammlungen der Berufsverbände ging das Programm an zwei Veranstaltungsorten parallel jeweils im 'Forum für Öffentliche Bibliotheken' und 'Forum für Wissenschaftliche Bibliotheken, von dem hier im folgenden berichtet wird, weiter.

Ingrid Sand, Leiterin der Hochschulbibliothek, Technische Hochschule Mittelhessen Gießen-Friedberg, schildert in ihrem Vortrag

» Super schön und hoch effizient «,
der Servicebereich der Hochschulbibliothek der THM

die Erfahrungen der Hochschulbibliothek der THM nach der Umstellung der Ausleihbereiche auf Servicebereiche mit Ausleih-, Rückgabe- und Bezahlautomaten im Oktober 2014.

   
  Ingrid Sand
Foto: HeBIS

Nach einem Jahr im Echtbetrieb ist bewiesen, dass der neue Servicebereich trotz anfänglicher Skepsis gut etabliert ist und dass die Anforderungen an moderne Informationsversorgung erfüllt werden.
Aspekte wie Ticketsystem für Nutzeranfragen, Abschaffung der Garderobenpflicht, bargeldloser Zahlungsverkehr führten z.T. zu überraschenden Effekten in der Benutzung, z.B. die Erkenntnis, dass »Automaten nicht über Mahngebühren diskutieren«, gleichwohl schaffte die entstandene Personalentlastung Raum für neue Service-Elemente, z.B. Verlängerung der Öffnungszeiten und Schreibberatung für Studenten.


Die Herausforderungen von Organisationsentwicklung und Sanierung im laufenden Betrieb thematisierte Dr. Axel Halle, Direktor der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel in seinem Beitrag:

'UB/LMB Kassel: Wandel zum Lernort unter erschwerten Bedingungen'.

Zur Zeit erfolgt die Sanierung der beiden größten Standorte der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek - bei laufendem Benutzungsbetrieb. Insbesondere die räumliche Kleinteiligkeit des fast 30 Jahre alten Gebäudes am Holländischen Platz lässt sich nicht mehr mit den Bedürfnissen moderner bibliothekarischer Betriebsorganisation vereinbaren. Um heutigen Lernortanforderungen gerecht zu werden, bekommt das Gebäude u.a. einen großzügigeren Eingangsbereich, neue Fahrstühle, eine Erweiterung des Treppenhauses und zusätzliche Flächen in angeschlossenen Gebäudeteilen, z.B. für flexibel nutzbare Gruppenräume. Bis Ende 2018 sollen die Bauarbeiten noch gehen: Eine Herausforderung, bei der man versucht, die Einschränkungen für Personal und Nutzer möglichst gering zu halten.

Welche Möglichkeiten sich bieten, wenn man sich beim Bibliotheksbau gar nicht mehr an alten Strukturen orientieren muss, sondern ein ganz neues und eigenes Konzept umsetzen kann, berichtete Dr. Ilona Rohde, Abteilungsleiterin Benutzung und Projektleiterin Neubau der Universitätsbibliothek Marburg, im letzten Vortrag dieses Tages:

"Lernraum UB Marburg – Konzeption und Gestaltung von Nutzerbereichen im Neubau der Universitätsbibliothek"


Im Schatten der Elisabethkirche entsteht derzeit in Marburg der Neubau der Universitätsbibliothek, der mit seiner modernen und innovativen Konzeption die Bibliothek zu einem attraktiven Lern- und Studienort machen soll.

 

© Sinning Architekten, Darmstadt (http://www.sinning-architekten.de/)

Das bisherige Serviceangebot soll ausgebaut und erweitert werden: Verlängerte Öffnungszeiten vereinfacht die Nutzung als Lernort abends und am Wochenende. Ein großer Freihandbereich ermöglicht direkten Zugang zu den der Beständen.

© Sinning Architekten, Darmstadt (http://www.sinning-architekten.de/)

 

Das Gebäude ist stadtplanerisch eingebettet zwischen historischer Altstadt mit Elisabethkirche und dem denkmalgeschützten Alten Botanischen Garten und soll in dieser Eigenschaft noch weitere Funktionen übernehmen:

Eine Ausstellungsfläche und ein großer Vortragssraum für Veranstaltungen sollen die Bibliothek zum Ort der Begegnung und des Austausches, nicht nur für Bibliotheksbenutzer, machen. Das großzügige Atrium mit Cafeteria und Anbindung an den Botanischen Garten bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten.

Der Baufortschritt des Gebäudes lässt sich auch via Webcam verfolgen.

 

 

Weitere Informationen zum Hessischen Bibliothekstag:

 

Tanja Kindt
HeBIS-Verbundzentrale

HeBIS-Portal

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