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Ausgabe: 3-2016

Die Selfie-Generation :
7. OCLC EMEA Regional Council Meeting in Madrid

Themen

Die Selfie-Generation ... verdrängen Fotos und Videos sukzessive textliche Informationen?


Zur siebten Regionalversammlung der EMEA-Region hatte OCLC Anfang März 2016 nach Madrid eingeladen. Die Versammlung stand unter dem Motto "The Selfie Generation. Their digital lives, social spaces and education needs" und rückte damit erstmals potentielle Bibliotheksbenutzer, aber auch das sich verändernde gesellschaftliche Umfeld in den Fokus des Programms.

Der Thematik ganz praktisch nähern konnte man sich gleich im Veranstaltungsfoyer, wo drei verschiedene Kulissen und Sticks für Selfies der Teilnehmer bereitgehalten wurden. Viele Tagungsteilnehmer – überwiegend altersmäßig nicht unbedingt der "Generation Selfie" zuzurechnen, machten von dem Angebot Gebrauch und viele sicherlich das erste Selfie ihres Lebens …



Selfie – ein Selbstversuch der „Non-Selfie-Generation“, Foto: R. Albrecht


In Vorträgen im Plenum, aber auch in kleineren praxis-orientierten Sessions, den "Breakout Talks", wurden zahlreiche Aspekte und Fakten beleuchtet, die die heutige Selfie-Generation kennzeichnen, und auch das Spannungsfeld, das Bibliotheken überwinden müssen, wenn sie auf diese Generation von Lernenden und Studierenden zugehen und ihr maßgeschneiderte Angebote machen wollen.

Was also macht die aktuelle Selfie-Generation (16- bis 25jährige) aus? Was wir bereits wussten: Sie sind überwiegend auf sozialen Netzwerken unterwegs. Allerdings gelten Twitter und Facebook bereits als überholt ("das ist für alte Leute wie meine Eltern"), favorisiert werden eher WhatsApp, Instagram und Snapchat. So ist z.B. die Hälfte aller Nutzer von Instagram unter 25 Jahren alt. Bei der Kommunikation in den sozialen Netzen spielen Textinformationen eine zunehmend geringere Rolle, gepostet werden von der Selfie-Generation heute hauptsächlich Fotos und Videos. Instagram verzeichnet beispielsweise einen täglichen (!) Zuwachs von 80 Millionen Bildern.

Für Bibliotheken – öffentliche wie wissenschaftliche – bedeutet das, bei der Entwicklung von Servicediensten, die "Content" zu den Nutzern transportieren, über aktuelle Trends stets Bescheid wissen und ihnen folgen zu müssen. Zudem muss bedacht werden, dass die Entwicklungen der kommenden Jahre nur ganz schwer kalkulierbar sind. Ein ständiges genaues Beobachten des Verhaltens von Bibliotheksbenutzern ist deshalb essentielle Voraussetzung für Dienstleistungen, die auch wirklich bei den Nutzern ankommen. Thorsten Meyer von der ZBW in Kiel postulierte in diesem Zusammenhang "explorative services", bei denen man immer wieder Neues ausprobiert, aber auch akzeptieren muss, dass bestimmte Dienste nicht angenommen werden: Die von der ZBW entwickelte App „EconBiz“ wurde wegen mangelnden Erfolges wieder eingestellt.

Klar wurde auch in mehreren Praxisberichten herausgearbeitet, dass ein Engagement von Bibliotheken in den sozialen Netzwerken kein Selbstläufer ist, sondern eine sorgfältige Planung, eine klare Strukturierung und vor allem auch regelmäßiger Personalressourcen bedarf. Houeida Kammourie-Charara von der Lebanese University in Beirut wies außerdem eindringlich darauf hin, dass ein amateuerhafter Auftritt unbedingt zu vermeiden sei; das Personal für das "Social Media Work" müsse deshalb entsprechend trainiert werden und lernen, eine einfache Sprache zu benutzen.

"Business as usual" stand neben dem spannenden Leitthema auch auf dem Programm der Tagung, darunter die Vorstellung der Kandidaten für die Wahlen zum Global Council, dem obersten Mitgliedergremium von OCLC. Aktuelle Entwicklungen bezüglich der Produkte von OCLC und deren Einsatz in den EMEA-Bibliotheken beleuchtete Eric van Lubeek, OCLC-Vizepräsident und Geschäftsführer für den europäischen und pazifischen Raum.

Erstmals bot OCLC im Anschluss an die Regionalversammlung allen Interessierten an, sich im Rahmen eines "Product Day" über die neuesten Entwicklungen  rund um die verschiedenen Module der WorldShare-Plattform zu informieren. Über hundert Bibliothekarinnen und Bibliothekare nutzten dieses Angebot. Für die deutschsprachigen Teilnehmer stellte die Integration der Gemeinsamen Normdatei (GND) in den WorldCat, die vorgestellt wurde, eine der wichtigsten Neuerungen dar.  Innerhalb der GND kann mit Hilfe von 19 Indices recherchiert werden; Verlinkungen zwischen einzelnen Normsätzen wurden abgebildet. Noch ausstehend hingegen war zum Zeitpunkt der Veranstaltung die Verlinkung zwischen bibliographischen Datensätzen und Normsätzen, wurde aber von OCLC für die nahe Zukunft angekündigt.

Wer sich für Details der EMEA Regionalversammlung interessiert, der sei auf die folgenden Ressourcen hingewiesen:

Außerdem berichten die beiden folgenden Aufsätze über die Tagung:

  • Barbian, Jan-Pieter: Bibliotheken als Inkubatoren des Geistes, der Innovation und der Kreativität. Die 7. OCLC EMEA Regionalkonferenz in Madrid beschäftigt sich mit der "Selfie Generation".
    In: BuB 68.2016, Heft &, S. 348 - 351

  • Dugall, Bernd: The Selfie Generation. 7th OCLC EMEA Regional Council Meeting, 1. und 2. März 2016.
    In: ABI-Technik, 36.2016, Heft 2, S. 114 – 119.
    Auch online verfügbar (lizenzpflichtig): DOI 10.1515/abitech-2016-0018

 

 

Rita Albrecht
HeBIS-Verbundzentrale

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