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Ausgabe: 2-2001

Von der Flüchtigkeit elektronischer Adressen

Meet the challenge

Die Erfahrungen hat wohl jeder schon einmal gemacht: Erwartungsvoll gibt man eine URL in seinen Web-Browser ein und bekommt als Ergebnis lediglich die Fehlermeldung "URL not found" zu sehen. Seiten, die man seit langem in seinem Bookmark- oder Favoriten-Verzeichnis gespeichert und immer wieder besucht hat, sind plötzlich in den Weiten des Netzes verschwunden. Zitate von Online-Publikationen in wissenschaftlichen Arbeiten sind unauffindbar.

Die Ursachen für diese und andere Phänomene sind vielschichtig: Web-Server werden entrümpelt, reorganisiert oder sogar abgeschaltet. Autoren ziehen ihre Arbeiten aus dem Internet zurück, weil sie lukrativere Absatzmöglichkeiten gefunden haben. Verlage legen "Schnupperangebote" ins Netz, die sie nach einer bestimmten Frist wieder aus dem Angebot nehmen und anderweitig vermarkten.

All dies hat auch für Bibliotheken fatale Folgen. Da wir unsere Erschließungsaktivitäten auch immer mehr auf Online-Publikationen ausdehnen und die Angabe der elektronischen Adresse ein wichtiges Element der bibliographischen Beschreibung einer Netzpublikation darstellt (s. RAK NBM § 161), entsteht in unseren Katalogen ein zunehmendes Potential an "Datenmüll", mit dem niemand etwas anfangen kann. Selbst honorige Institutionen wie Die Deutsche Bibliothek sind davor nicht gefeit: etliche der Originaladressen von im Rahmen des Projektes "Dissertationen online" erschlossenen Publikationen führen ins Leere, weil die Server der betroffenen Hochschulen inzwischen wohl gründlichen Revisionen unterzogen wurden.

Eine Besserung der Situation wird sich erst mit der Einführung von sogenannten "Persistent Identifiern" ergeben, mit denen die Identifikation eines Netzdokumentes langfristig gesichert werden kann. Hierfür sind Modelle in Arbeit. Bis dahin können wir uns nur damit behelfen, URLs mit entsprechenden Programmen regelmäßig auf ihre Gültigkeit hin zu überprüfen.

Mit Beginn dieses Jahres haben wir deshalb einen URL-Check aller im Bereich der Titeldaten erfassten elektronischen Adressen eingeführt. Der zuletzt Anfang März durchgeführte Lauf brachte folgendes Ergebnis:

  • Von insgesamt 16.675 URLs wurden 453 als ungültig erkannt, das sind 3,68 %.
  • Von den 453 ungültigen URLs
    • hatten 15 eine falsche Struktur (= 3,3 %)
    • betrafen 88 lizenzfreie Publikationen (= 19,42 %)
    • betrafen 5 Titel aus Konsortialverträgen (= 1,1 %)
    • betrafen 24 Titel mit lokalen Lizenzierungen (= 5,29 %)
    • betrafen 336 lizenzpflichtige Publikationen ohne hessische Lizenzen (= 74,17 %)

Die ungültigen URLs werden in Listen ausgegeben und zur Zeit von der Verbundzentrale gesichtet und soweit möglich auch korrigiert. Für die aus der ZDB stammenden Online-Zeitschriften ohne hessische Lizenzen wurde mit der Zentralredaktion eine enge Kooperation vereinbart: die ZDB erhält als Serviceleistung aus dem HeBIS-Verbund für alle als nicht mehr gültig erkannten URLs Meldungen, die in den meisten Fällen auch schon die von uns ermittelte korrekte URL enthalten.

Mit Umstellung des Erschließungsverfahrens für elektronische Zeitschriften (s. Artikel Online-Zeitschriften: vom OPAC in die EZB in dieser Ausgabe) wird der URL-Check auch auf die in den Lokaldatensätzen erfassten URLs ausgedehnt werden, damit auch lokale Lizenzen immer auf einem aktuellen Stand bezüglich der elektronischen Adresse bleiben. Die einzelnen HeBIS-Bibliotheken erhalten dann regelmäßig Listen mit ungültigen URLs zur Prüfung und Aufarbeitung.

Rita Albrecht
HeBIS-Verbundzentrale

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