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Ausgabe: 1-2005

Bericht über die Sitzungen der AGDBT-Arbeitsgruppe „ZETA/ISBD-CR“

Gremienberichte

ISBD-CR: International standard bibliographic description for serials and other continuing resources

Auf der 31. Sitzung der AGDBT hatte die ZDB ihre Absicht verkündigt, "eine sanfte Internationalisierung der deutschen Regelwerke zur Katalogisierung fortlaufender Sammelwerke zu erreichen". Ausdrücklich unterstützt wird dieses Vorhaben von den beiden Gremien "AG Verbund" und "Arbeitsstelle für Standardisierung". Zur Umsetzung hatte die AGDBT eine "AG ZETA/ISBD (CR)" ins Leben gerufen, die in bisher 2 Sitzungen (11.05.04 und 08.11.04) die Splitregelungen der beiden Regelwerke detailliert verglichen und sich mit den Chancen für eine Übernahme der ISBD-CR beschäftigt hat. Erklärtes Ziel der Anpassung an die ISBD-CR-Splitregeln soll die "Schaffung international einheitlicher Titelentitäten als Voraussetzung für erfolgreiche Verfahren der maschinellen Dokumentenlieferung und die Übernahme von Fremdkatalogisaten" sowie die "Reduzierung von Titelsplits" sein. Als Vorarbeit zur 1. Sitzung hatte die ZDB eine statistische Untersuchung an insgesamt etwa repräsentativen 400 Titeldatensätzen durchgeführt und dabei bestehende Titelsplits mit der fiktiven Anwendung der ISBD-CR-Regelungen auf die identischen Titel verglichen. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass sich bei ca. 90% der Titel identische Titeländerungen bzw. Titelschwankungen ergeben würden.

In der 1. Sitzung hatte die AG dann detailliert die Regelungen der ISBD-CR zu "Major" und "Minor changes" mit den entsprechenden ZETA-Regelungen (wenn vorhanden) verglichen und auf eine mögliche Angleichung geprüft. Neben einigen ISBD-CR-Regeln, die eine Reduzierung der Katalogisierungsarbeit mit sich bringen würden, gab es durchaus Punkte, die einen erhöhten Arbeitsaufwand zu Folge hätten. Letzteres würde sich vor allem aus denjenigen Regelungen der ISBD-CR ergeben, die eine inhaltliche Prüfung und Beurteilung der Vorlage (besonders in "entlegenen Sprachen" ) bedingen.

Auf der 2. Sitzung wurden dann die noch nicht behandelten Bestimmungen zu Unterreihen und elektronischen Ressourcen diskutiert und auf ihre mögliche Übernahme geprüft. Als Vertreter des HeBIS-Verbunds, versuchte Herr Adam, die angestrebte Anpassung noch einmal grundsätzlich mit folgenden Argumenten in Frage zu stellen:

  • Die statistische Untersuchung der ZDB hat gezeigt, dass eine Umstellung auf ISBD-CR nicht nötig ist, da bereits jetzt eine Übereinstimmung von ca. 90% der Titeldaten erreicht ist. Das Ergebnis der Untersuchung müsste anhand einer größeren Datenbasis verifiziert werden.
  • Die Tatsache, dass die ca. 1,12 Millionen Altdaten nicht in die Regeländerung einbezogen werden sollten, entkräftet das Argument der "Schaffung gleicher Titelentitäten", da es sicherlich Jahrzehnte dauern wird, bis eine relevante Zahl von Titelaufnahmen nach den neuen Regelungen vorliegt.
  • Das Ziel der "Titelsplitreduzierung" wird nicht erreicht (je nach Betrachtungsweise überwiegt sogar die Mehrarbeit).
  • Die Mehrbelastung der Katalogisierer durch neue, umfangreiche Regelungen zusätzlich zu den bestehenden ZETA-Kapiteln (für die Altdaten) wird nicht berücksichtigt.

Dem wurde entgegengehalten:

  • 90% Übereinstimmung sind kein ausreichender Wert
  • Die Altdaten sind für Dokumentenlieferungen sowieso nicht interessant
  • Die ZDB hat Probleme mit der Übernahme der EBSCO-Titel (die nach den amerikanischen Regelungen geliefert werden)

Für Unterreihen-Aufnahmen sind die Unterschiede bei der Festlegung des Hauptsachtitels in den beiden Regelwerken relevant. Bei ISBD(CR) bilden Gesamttitel und Unterreihentitel zusammen den Hauptsachtitel und das Auszählen der splitrelevanten Ordnungswörter beginnt dementsprechend beim ersten Ordnungswort diese Hauptsachtitels. Nach ZETA bestehen Unterreihentitel aus mehreren Ordnungsgruppen und das Auszählen der splitrelevanten Ordnungswörter beginnt (wenn sich die vorangehenden Ordnungsgruppen nicht ändern) am Anfang der letzten Ordnungsgruppe.

Für die Behandlung von elektronischen Ressourcen auf Datenträgern wurde grundsätzlich die Anwendung der ISBD (CR) vereinbart. Zur Klärung der Frage, wie bei der Katalogisierung verschiedener, fester Datenträger mit gleichem Hauptsachtitel (Diskette, CD-ROM, DVD ...) verfahren werden soll, wird die Expertengruppe Online-Ressourcen (EGOR) angerufen. Nach ISBD (CR) werden für diese verschiedenen Materialarten jeweils eigene Einheitsaufnahmen angelegt, während RAK-WB nur eine Einheitsaufnahme zulässt.
Als unterstützendes Argument für die Anwendung der ISBD (CR) auch auf elektronische Ressourcen im Fernzugriff, hatte die ZRT zur Sitzung ein Papier präsentiert, nach dem die jetzige Splitregelung (Split nur in klar definierten Ausnahmefällen) sich nicht bewährt hätte, weil sie immer wieder zu Unsicherheiten unter den ZDB-Katalogisierern führen würde.
Eine Umfrage unter den Sitzungsteilnehmern ergab, dass die Katalogisierer in den Verbünden mehrheitlich die Anpassung an die ISBD-CR begrüßen und daher (mit Ausnahme des GBV und HeBIS) elektronische Ressourcen und Printausgaben gleichbehandelt wissen wollen, d.h. die Splitregeln der ISBD-CR auch auf elektronische Ressourcen anwenden wollen.
Die Sitzungsteilnehmer einigten sich darauf, die ISBD-Split-Regelungen weitestgehend zu übernehmen, und nicht nur einzelne Bestimmungen in die bestehenden ZETA-Regeln einzuarbeiten. Zum weiteren Vorgehen wurde beschlossen, vom Standardisierungsausschuss einen offiziellen Arbeitsauftrag (unter Einbeziehung von Experten aus dem Bereich der Monographienkatalogisierung) für die Arbeitsgruppe zu erbitten, verbindliche Splitregelungen für beide Bereiche zu erarbeiten. Erst nach einer Abstimmung mit den Anforderungen der Monographienkatalogisierern - und wenn zumindest eine Tendenz bekannt ist, wie ein zukünftiges Regelwerk Urheberschriften usw. behandeln wird - können endgültige Festlegungen getroffen werden.

Inzwischen (Anfang Dezember 2004) gibt es einen Beschluss des Standardisierungsausschusses: "Der Standardisierungsausschuss beauftragt die Arbeitsstelle für Standardisierung, mit Vertretern der Expertengruppe Formalerschließung die Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke mit dem Ziel der Übernahme an die ISBD(CR) anzugleichen und bittet um Vorlage eines entscheidungsreifen Entwurfs bis Spätsommer 2005. Dazu empfiehlt er, zusätzlich auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer der Zeitschriftendatenbank einzubinden".

H. Adam

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