HeBIShandbuch
FAQfernleihe
HeBIScocktail
HessFort
HeBIScocktail
Ausgabe: 1-2006

RDA – Resource Description and Access

Gremienberichte

Auf dem Weg zu einem neuen Regelwerk


Es sollte der große Wurf werden: die lange geplante Revision der Anglo-American Cataloguing Rules (AACR) von ihrer zweiten hin zu einer neuen, dritten Version. Das für die Revision der Katalogisierungsregeln zuständige "Joint Steering Committee" (JSC) hatte dazu einen ambitionierten Strategie- und Zeitplan vorgelegt und einen hauptamtlichen Herausgeber eingestellt. Doch die zu einem ersten Teilentwurf eingegangenen Stellungnahmen und Kommentare veranlassten das JSC dazu, das Ruder komplett herumzureißen und die Entwicklung von AACR3 zugunsten eines völlig neu konzipierten Regelwerkes einzustellen. Kritik war unter anderem darüber laut geworden, dass die AACR3 die Einbettung in eine digitale Welt nicht ausreichend berücksichtigten, ausschließlich für die Anwendung in Bibliotheken konzipiert und wenig anwenderfreundlich seien.

Mit der Entwicklung von "RDA – Resource Description and Access" geht das JSC nun völlig neue Wege. Für RDA wurde festgelegt, dass das neue Regelwerk so gestaltet sein müsse, dass es auch für Anwenderkreise abseits von Bibliotheken Akzeptanz finden könne. Ausdrücklich genannt werden Archive und Museen, es ist aber auch eine Annäherung an Metadatenstandards von Verlagen ausdrücklich erwünscht. Dazu soll das Regelwerk auch sprachlich "entrümpelt" und deutlich anwenderfreundlicher gestaltet werden.

Was sich bereits in der Namenswahl ausdrückt, ist ebenfalls Konzept: RDA soll kein anglo-amerikanisches Regelwerk mehr sein, sondern international ausgerichtet werden. Das noch in der Diskussion befindliche, auf internationaler Ebene entstehende "Statement of International Cataloguing Principles" wird dort ebenso berücksichtigt werden wie die in einer IFLA-Studie erarbeiteten "Funktional Requirements for Bibliographic Records" (FRBR)". Das entscheidende Element der internationalen Ausrichtung aber ist die Öffnung des gesamten Entwicklungsprozesses für alle interessierten Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Sämtliche Textentwürfe werden über das Internet der interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt und können von dieser kommentiert werden.

Dies eröffnet nunmehr auch den deutschen Bibliothekaren, sich in diesen Prozess einzubringen und damit einen Arbeitsauftrag des Standardisierungsausschusses zu erfüllen. Diese ambitionierte Aufgabe, an deren Ende im Jahr 2008 ein auch für die deutschen Anwender akzeptables neues Regelwerk stehen soll, wird gemeinsam von der Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) und den ihr zugeordneten Expertengruppen wahrgenommen. Anfang Dezember 2005 wurde der erste Teilentwurf der RDA vorgelegt. Er umfasst eine allgemeine Einführung, Richtlinien für die formale Beschreibung von Resourcen, Vorgaben für die inhaltliche Beschreibung, Angaben zu Bezugsbedingungen, Informationen zum vorliegenden Exemplar sowie einen Anhang mit Vorgaben zur Titelpräsentation. Die Abkehr von bibliothekarischer Insider-Terminologie und die Berücksichtigung der Belange anderer Anwenderkreise wird in diesem ersten Entwurf bereits deutlich spürbar. Sie finden ihn zusammen mit weiteren Papieren (Überblick, Strategiepapier, Hinweise zum Stellungnahmeverfahren, Zeitplan etc.) unter http://www.collectionscanada.ca/jsc/rda.html.

Im Februar werden die Expertengruppen über den Entwurf beraten und zusammen mit der AfS eine deutsche Stellungnahme vorbereiten. Mit dieser Vorgehensweise soll der deutschen Stimme ein besonderes Gewicht verliehen werden. Sie bedeutet aber keinesfalls, dass nicht auch über die Expertengruppen hinaus die Regelwerksentwürfe diskutiert und kommentiert werden sollten. Die entsprechenden Fach-Arbeitsgruppen im HeBIS-Verbund wurden bereits entsprechend informiert und zur Mitarbeit am Stellungnahmeprozess eingeladen; ihre Kommentare und Anmerkungen werden von den HeBIS-Vertreterinnen in den Expertengruppen in das deutsche Stellungnahmeverfahren eingebracht. Auch Einzelpersonen können ihre Kommentare und Anmerkungen direkt an die HeBIS-Vertreterin in der Expertengruppe Formalerschließung (Rita Albrecht, HeBIS-Verbundzentrale, Email: r.albrecht@ub.uni-frankfurt.de) richten.

R. Albrecht

HeBIS-Portal

News

23.05.2018
Protokoll AG Sacherschließung & Recherche

Protokoll der Sitzung vom 31.01.2018

16.05.2018
Protokoll UAG Fernleihe

Protokoll der Sitzung der UAG Fernleihe vom 23.11.2017

Termine