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Ausgabe: 1-2007

Bericht von der 34. Sitzung der AGDBT 2006

Gremienberichte

Am 15. und 16. November fand in Berlin die 34. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer (AGDBT) statt. Im Folgenden werden die wichtigsten Diskussionsthemen, Informationen und Beschlüsse dargestellt (das Protokoll der Sitzung wird nach seiner Genehmigung auf der Homepage der ZDB unter http://www.zdb.spk-berlin.de/publikationen/agdbt.html
zur Verfügung stehen).

Projekt „Integration der Zeitschriftendaten der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in die Zeitschriftendatenbank (ZDB)“

Die Deutsche Nationalbibliothek beginnt am 1. März 2007 mit der Katalogisierung in der ZDB. Schwerpunkte der vorbereitenden Arbeiten waren:
- die Vereinbarung eines Geschäftsganges zwischen ZRT und DNB 
- die Entwicklung eines gemeinsamen Datenformats
- die Klärung der Auswirkung des geänderten Datenformates auf die Deutsche Nationalbibliographie und weitere Datendienste der DNB. Gegenwärtige Schwerpunkte sind:
- die Vorbereitung für einen maschinellen Abgleich der in der DNB vorhandenen Zeitschriften- und Schriftenreihendaten an der ZDB. Testläufe haben ergeben, dass die Match-Komponente (d.h. maschinelles Erkennen von dubletten Titeln) des Pica- Match-&-Merge-Programms genutzt werden kann. Die Merge-Komponente (maschinelles Zusammenführen der erkannten Treffer) ist nicht geeignet, hier wird die DNB eine Eigenprogrammierung einsetzen.
- die Klärung von Fragen bzgl. der Integration bereits vorhandener und neuer Schriftenreihen der Deutschen Nationalbibliothek in die ZDB. Die ZRT wird dazu einen neuen ZETA-Teil zu Schriftenreihen erarbeiten.
- die Anpassung bestehender und Entwicklung neuer Geschäftsgänge für die Zeitschriften- und Schriftenreihen-Katalogisierung.
- die Entwicklung eines Schulungskonzeptes für die DNB-Mitarbeiter in Leipzig und Frankfurt.

Anpassung des ZETA-Datenformats
Die DNB hat sich entschieden, das ZETA-Datenformat möglichst vollständig zu übernehmen. Da bestimmte unverzichtbare, mit der Anzeige in der Deutschen Nationalbibliografie zusammenhängende, Arbeitsschritte über bestimmte Felder in der jeweiligen Titelaufnahme gesteuert werden müssen, war es nötig, einige Anpassungen am ZETA-Datenformat vorzunehmen.
In ZETA sind daher einige komplett neue Felder eingerichtet, sowie weitere Unterfelder zu bereits bestehenden Feldern ergänzt worden. Zum Teil werden die neu eingerichteten Felder ausschließlich von den MitarbeiterInnen der DNB besetzt und sind auch nur für einen bestimmten Personenkreis sichtbar. Zum Teil werden sie nur temporär vorhanden sein und nicht über MAB an die Verbünde geliefert. In einigen der vorhandenen ZETA-Felder machen die gesetzlichen Aufgaben der DNB umfassendere Angaben zur Titelbeschreibung nötig. Für die anderen ZDB-Teilnehmer bleiben diese zusätzlichen Angaben zumeist fakultativ.

Künftige Struktur von Feld PICA 4005
Die Auswertung des Feldes für die Deutsche Nationalbibliografie macht es notwendig, das Feld in strukturierter Form zu erfassen, d.h. dass auch die AMB (Allgemeine Materialbenennung) zukünftig bei Unterreihentiteln in 4005 erfasst wird.

Auswirkungen auf die ZDB-Geschäftsgänge
Für den Start der Katalogisierung der DNB in der ZDB wurde ein spezieller Geschäftsgang zwischen den beiden Institutionen vereinbart. Die Produktion der Deutschen Nationalbibliografie macht Korrekturbefugnisse an den von der DNB eingebrachten und genutzten Titelaufnahmen nötig, die über die normalen Erstkorrekturmöglichkeiten hinausgehenden. Entsprechende Korrekturen werden direkt von den DNB-Kolleginnen mit Hilfe einer speziellen Änderungskennung ausgeführt. Davon ausgenommen sind gravierende Korrekturen, Umlenkungen und Löschungen, die weiterhin ausschließlich von der Zentralredaktion Titel bearbeitet werden

Projekt „Funktionale Integration von ZDB und EZB zur Entwicklung gemeinsamer endnutzerorientierter Dienstleistungen“

Dieses DFG-Projekt wurde zum 01.08.2006 begonnen und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Ziel des Projektes ist die funktionale Integration der Katalogisierungs- und Recherchesysteme von ZDB und EZB durch die Entwicklung und Implementierung gemeinsamer Dienstleistungen für die Benutzer.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer gemeinsamen Verfügbarkeitsrecherche, die Nutzern von fachbezogenen und fachübergreifenden Portalen eine umfassende Information zu Zeitschriftenbeständen und Lizenzen liefert. Dazu ist die Nutzung von Daten aus dem jeweils anderen System in den Zugangsystemen von ZDB und EZB notwendig.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines integrierten Datenlieferdienstes auf der Grundlage eines gemeinsamen Datenmodells. Regionale und lokale Bibliothekssysteme werden dadurch in die Lage versetzt, ihren Nutzern vollständige Verfügbarkeitsinformationen im Bereich Zeitschriften anzubieten.
Bisher wurde der Entwurf eines Lizenzdatenformats für die ZDB erarbeitet sowie ein Abgleich der Bibliotheksentitäten und ein erster Abgleich der Titelentitäten von ZDB und EZB durchgeführt. Für die „Integrierte Verfügbarkeitsrecherche“, mit deren Hilfe zukünftig Bestands- und Lizenzinformationen von ZDB und EZB gemeinsam über eine zentrale Schnittstelle ermittelt werden können, wurde ein Konzept erstellt.

Nationallizenzen

Die Zeitschriftendatenbank hat den zentralen Nachweis aller geförderten Datenbankprodukte und der in den Zeitschriftenpakten enthaltenen Einzeltitel übernommen. Bisher wurden dafür ca. 2.500 Titel korrigiert bzw. neu katalogisiert. Die Titel und zugehörigen virtuellen Exemplare werden über den Datendienst der ZDB an alle regionalen Verbundsysteme weitergeleitet. Für alle derzeit 48 Produkte mit Nationallizenz wurden in der Bibliotheksdatei der ZDB Produktsätze unter einem virtuellen Sigel (WWW 49/...) eingerichtet. Sofern Zeitschriftentitel in den Produkten enthalten sind, können diese über einen direkten Link im OPAC aufgerufen werden. Die Bestandssätze zu den enthaltenen Titeln werden als erster "Besitznachweis" in der virtuellen Leihverkehrsregion "ANL" angezeigt. Außerdem werden alle Titel auch in einer besonderen Sicht "Nationallizenzen" im OPAC der ZDB angezeigt, so dass sich jeder Bibliotheksbenutzer orientieren kann, welche Zeitschriften in seinem Fachgebiet als deutschlandweite Nationallizenz zur Verfügung stehen.

Die ZDB hat im Rahmen ihrer Aktion – entgegen den auf der 33. Sitzung gefassten Beschlüssen zur Verzeichnung von monographischen Publikationen in der ZDB - auch Datenbankprodukte mit eindeutig monographischem Charakter verzeichnet. Proteste gegen diese Praxis wurden mit Hinweis auf die Vorgaben der DFG beantwortet. Für HeBIS wurden entsprechende Titel aus den Datenlieferungen der ZDB nicht übernommen (Selektion anhand der Kennung „mw“ in MAB 076c) und stattdessen monographische Aufnahmen angelegt.

OAI – Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH)

Im Juni 2006 wurden die Verbünde auf einem Workshop über den aktuellen Stand der OAI-Schnittstelle der ZDB und weitere Entwicklungen und Planungen unterrichtet. Die Erwartungen und Anforderungen der Verbünde an die OAI-Schnittstelle wurden diskutiert. Der einjährige Testbetrieb mit dem Bibliotheksverbund Bayern hat gezeigt, dass über die ZDB-OAI-Schnittstelle zeitnahe Updates möglich sind.
(Funktion: Datensätze werden in der ZDB/GKD angelegt und in vorher festgelegten Zeitabständen von einem so genannten Harvester in den jeweiligen Verbund übernommen).
Von Seiten der Verbünde wurden einige weitere Anforderungen an die OAI-Schnittstelle gestellt (Ausweitung des OAI-Verfahrens auf weitere Normdaten, Bereitstellung verbundspezifischer Sets und Sets für elektronische Zeitschriften - EBSCO, Nationallizenzen). Bis zum 4.Quartal 2006 sollen Performance-Verbesserungen umgesetzt und auch Tests mit weiteren, interessierten Verbünden durchgeführt werden. Zum Ende des Jahres 2006 ist die Ausweitung des Verfahrens auf die PND-Daten vorgesehen. Nach einer erfolgreichen Testphase sollen dann im Laufe des Jahres 2007 alle Verbünde an dem Verfahren teilnehmen können.

Nachweis von Sondersammelgebietszeitschriften in der ZDB

Derzeit ist in rund 75.000 Zeitschriftentitel mindestens eine SSG-Notation eingetragen. Die Sondersammelgebietszeitschriften sind sowohl im OPAC der ZDB, als auch im internen Katalogisierungssystem über die SSG-Notation bzw. die Sondersammelgebietsangabe (nur im OPAC) recherchierbar. Schätzungsweise 40.000 weitere SSG-Notationen sollen eingearbeitet werden , sobald der SBB die betreffenden Daten vorliegen.

Neue Lieferschnittstellen

Zum 1.12.2006 legt die ZDB neue Titel- und Bestandslieferschnittstellen vor. Die Änderungen ergeben sich weitgehend aus den Anforderungen der DNB.
Im Lokaldatenbereich wurden MAB-Felder für zusätzliche Signaturfelder und Verfügbarkeits-informationen innerhalb eines Bestandsverlaufes ergänzt. Damit können dann, wie geplant, dynamische Bestandsverlagerungen zwischen verschiedenen Standorten einer Zeitschrift abgebildet und maschinell interpretierbar gemacht werden.
Die Erweiterung der Bestandsstruktur durch zusätzliche Signatur- und Verfügbarkeitsfelder ist ein seit langem bestehender Wunsch der HeBIS-ZeitschriftenkatalogisiererInnen. Eine Umsetzung setzt allerdings noch diverse Arbeiten an der HeBIS-Lokaldaten-Feldstruktur und den damit verbundenen OPAC-Anzeigen voraus.

Aggregatordaten von EBSCO

Da sich die URL der EBSCO-Domain von „search.epnet.com“ in „web.ebscohost.com“ ändert, müssen alle mit EBSCO-Titel in der ZDB verbundenen Exemplardaten ausgetauscht werden. EBSCO hat dazu im Oktober 2006 eine Komplettlieferung der Bestandssätze geschickt, die im Oktober/November in die ZDB eingespielt werden soll. Im Rahmen dieser Aktion entstehen etwa 38.000 Löschsätze und 36.000 neue Sätze, die auch in die Datendienste weitergegeben werden. Die Korrektur der zugehörigen Titel wird anschließend per Programm von der ZDB selbst erledigt.
Für HeBIS ist die Umsetzung der Domain-Änderung und der daraus resultierenden Lizenzexemplare für EBSCO-Produkte sichergestellt.

Angleichung der ZDB-Splitregeln an ISBD(CR)

Wie allgemein bekannt, haben Standardisierungsausschuss und die Verbünde die Einführung der ISBD(CR)-Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke (also Zeitschriften und Schriftenreihen) beschlossen und für eine baldige Anwendung plädiert.
Der Einsatz der Regeln wurde daher in Abstimmung mit den AGDBT-Mitgliedern auf den 1.1.2007 festgelegt.
Auf der ZDB-Homepage wurde eine Vielzahl von Unterlagen zu den neuen Splitregeln (und weiteren, davon abhängigen Änderungen) unter „ZDB Aktuell“ vorab zur Verfügung gestellt.
http://www.zeitschriftendatenbank.de/zdb_aktuell/index.html

Darüber hinaus hat die ZRT im Oktober Informationsveranstaltungen zu den neuen ZDB-Splitregeln in Berlin, Göttingen und Frankfurt durchgeführt.

Behandlung der Altdaten und zum Verfahren für nachträgliche Splits
Verbindlich für die Behandlung von Titeländerungen bei Altdaten ist die Geschäftsgangsregelung der ZDB „Behandlung der Altdaten nach Einführung der neuen Splitregeln“ auf der ZDB-Webseite: http://www.zeitschriftendatenbank.de/katalogisierung/geschaeftsgangsregelungen.html

Verfahren für nachträgliche Splits nach Einführung der neuen Splitregeln (ZETA E 221,5)
In ZETA 221,5. f sind Regelungen für nachträgliche Splits nach Einführung der neuen Splitregeln formuliert.
Danach werden die Splitregeln bei Veröffentlichungen, die ab 2007 neu erfasst werden, auch bei nachträglich bekannt werdenden gravierenden Titeländerungen konsequent angewendet. Dies gilt auch für Veröffentlichungen, die bereits vor Einführung der neuen Splitregeln erfasst wurden, über 2006 hinaus unter einem gleich bleibenden Hauptsachtitel laufend erscheinen (Altdaten mit offenem Erscheinungsverlauf) und die abweichenden gravierenden Titelfassungen ab 2007 auftreten.
Nachträglich bekannt werdende gravierende Titeländerungen, die bis 2006 auftreten, werden als geringfügige Änderungen behandelt und in Feld 4213 verankert.

Korrekturbearbeitung in der ZDB

Die Belastung der Zentralredaktion Titel durch ihre Mitarbeit in den diversen Gremien zur nationalen und internationalen Regelwerksarbeit hat in der ZDB zu einem Rückstand von ca. 4300 nicht bearbeiteten Mailboxen-Vorgängen geführt. Die ZRT hat sich daher dazu entschlossen, alle Korrekturanträge, die Haupteintragungen und Verknüpfungen betreffen, vorrangig vor anderen Anträgen zu bearbeiten.
Die AGDBT-Teilnehmer erklärten, dass sie die langsame Mailbox-Bearbeitung in Kauf nehmen wollen, da nicht auf die regulierende Funktion der ZRT verzichtet werden kann. Ein Vorschlag, den v-Status einer Titelaufnahme solange auszusetzen, bis mindestens 2 Exemplarsätze mit der Titelaufnahme verknüpft sind, soll auf seine Realisierbarkeit überprüft werden. Damit hätten Bibliotheken mit Alleinbesitz längere bzw. dauerhafte Korrektur-möglichkeiten.

Ablösung der ZDB-Systematik durch eine DDC-basierte Systematik

Die DDC-Sachgruppen sind grundsätzlich als Ersatz für die ZDB-Systematik geeignet, sofern sie in einigen Bereichen um weitere Klassen ergänzt werden.
Beim Einsatz einer neuen Systematik für die ZDB sollten die an Titel vorhandenen Notationen der jetzigen ZDB-Systematik erhalten bleiben und nicht durch erzeugte Notationen ersetzt werden, die über eine Konkordanz erzeugt werden. Damit sind immer Informationsverluste und Unschärfen verbunden. Über eine Konkordanz erzeugte Notationen können jedoch zusätzlich zu den alten Notationen in die Titel eingetragen werden, um eine einigermaßen einheitliche sachliche Suche über den ZDB-Gesamtbestand zu ermöglichen.
Es soll so schnell wie möglich eine DDC-Sachgruppen-basierte ZDB-Systematik erstellt werden. Wenn sie vorliegt ist geplant, dass die Eingabe von 5050 das Feld 5080 erzeugt und umgekehrt. 5080 wird also zusätzlich zu 5050 weiterbestehen.

WinIBW und Skripte

Ursprünglich war die Fertigstellung der ZDB-Skripte in Java für die neue WinIBW 3.1 zum Ende des Jahres vorgesehen. Neuer Termin ist das Ende des 1. Quartals 2007.

Feld PICA 4024

Die von den ZDB-Teilnehmern gewünschte Entwicklung eines Skripts zur automatischen Generierung des Felds 4024 aus 4025 ist nicht gelungen. Als Alternativlösung soll das bestehende, für die Erzeugung von Feld 7120 verwendete, Skript auch für die Erzeugung des Feldes 4024 genutzt und die bei einem Split mitten im laufenden Jahrgang erforderlichen Heftangaben manuell ergänzt werden. Die erforderliche Anpassung der Syntax von 4024 an die Syntax von 7120 wird demnächst durch die Aktualisierung der ZETA-Seite B 4024 erfolgen.

H. Adam

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