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Ausgabe: 2-2007

Neues Verfahren zur Fremddatenübernahme von Schriftenreihen ab dem 1. März 2007 und Auswirkungen auf die Katalogisierung in HeBIS

Neues von den Datenbanken

Seit dem 1. März 2007 ist die Deutsche Nationalbibliothek offiziell Teilnehmer der Zeitschriftendatenbank und katalogisiert ihre fortlaufenden Veröffentlichungen (Zeitschriften, zeitschriftenartige Reihen, Zeitungen und Schriftenreihen) in der ZDB. Diese Verfahrensänderung hat zur Folge, dass in den Datenlieferungen der ZDB zukünftig auch die entsprechenden Titeldaten der DNB enthalten sein werden. In den aktuellen Lieferungen werden auch noch einmal sämtliche, bereits in der Vergangenheit durch die DNB ausgelieferte, Zeitschriften und Schriftenreihen (ca. 400.000 Titeldaten) enthalten sein.

Die Verbundzentrale hat sich daher entschieden, in Zukunft auf die Übernahme der Schriftenreihen aus den Datenlieferungen der DNB zu verzichten, und diese stattdessen aus der ZDB zu übernehmen. Bislang hat der HeBIS-Verbund einerseits Schriftenreihen aus der DNB und andererseits Zeitschriften und Schriftenreihen aus der ZDB bezogen. Die Lieferungen aus der ZDB, inklusive der Schriftenreihen, wurden dabei pauschal als Zeitschriften übernommen.

Zukünftig werden die Schriftenreihen der ZDB als Schriftenreihen und nicht mehr als Zeitschriften eingestellt. Auf die Dauer macht es wenig Sinn, dass die Anzahl der „falschen“ Zeitschriftenaufnahmen ständig weiter zunimmt (von denen sowieso nur ein Bruchteil für zusammenfassende Bestandsverzeichnung genutzt wird). Ein weiterer Nachteil des bisherigen Verfahrens war auch, dass sich Schriftenreihen- und Zeitschriftenaufnahme ein- und derselben Publikation ggf. immer weiter auseinander entwickelten, da die Zeitschriftenaufnahme ja automatisch aktualisiert wurde, die Schriftenreihenaufnahme dagegen auf dem Stand ihrer Einspielung blieb (im Gegensatz zur ZDB lieferte die DNB keine Updates).

Für die Verbundzentrale bringt die Änderung den Vorteil mit sich, dass nicht mehr 2 verschiedene Schnittstellen-Dokumentationen und -Programme für fortlaufende Sammelwerke gepflegt werden müssen. Die Schriftenreihen-KatalogisiererInnen profitieren von der korrekten Einspielung ebenfalls. Sie können zukünftig eine vorhandene Schriftenreihenaufnahme direkt nutzen und müssen nicht erst eine Datensatzkopie erstellen. Für den Fall, dass eine Bibliothek von der, in HeBIS ausdrücklich vorgesehenen, Möglichkeit Gebrauch machen will, ihren Schriftenreihenbestand in zusammengefasster Form zu erfassen, kann sie mit Hilfe der WinIBW-Funktion „Datensatzkopie“ eine zusätzliche Zeitschriftenaufnahme erstellen. An diese dublizierte Aufnahme können dann zusammengefasste Bestandsdaten angehängt werden, die, wie alle anderen Zeitschriften-Bestandsdaten, automatisch an die ZDB geliefert werden.

Um die, in den vergangenen Jahren von HeBIS-Teilnehmern vorgenommenen, Korrekturen an Schriftenreihen-Aufnahmen zu schützen, und die Zuordnung der verknüpften Titelsätze zu gewährleisten, ist - in Abstimmung mit der AG Katalogisierung - ein zeitlicher Schnitt für die Verarbeitung der Updatelieferungen (Korrekturen) zu Schriftenreihen festgelegt worden.


Ab April 2007 werden:

  • alte Schriftenreihen-Aufnahmen (mit einer „ZDBN-m“ oder „DNB-ID-Nr.“) nicht aktualisiert (überschrieben)
  • neue Schriftenreihen-Aufnahmen (mit einer „ZDBN-s“) aktualisiert
  • Zeitschriftenaufnahmen (die eigentlich ja Schriftenreihen sind, aber in der Vergangenheit pauschal als Zeitschriften eingestellt wurden) aktualisiert, sofern sie mit Exemplardaten verknüpft sind
  • Zeitschriftenaufnahmen (eigentlich Schriftenreihen), die nicht mit Exemplardaten verknüpft sind, automatisch in Schriftenreihen umgewandelt (sofern diese noch nicht vorhanden sind). Sollten die Schriftenreihen bereits vorhanden sein, werden die „falschen“ Zeitschriftenaufnahmen automatisch gelöscht.
  • hebisspezifische Felder in allen Aufnahmen per Programm vor dem Überschreiben geschützt.


Für die Katalogisierung von Schriftenreihen in HeBIS bedeutet das neue Update-Verfahren:

  • bisher mussten Schriftenreihen-KatalogisiererInnen sich ggf. eine Zeitschriften-Aufnahme innerhalb der HeBIS-Datenbank dublizieren, um Stücktitel zu verknüpfen. Nach dem neuen Verfahren werden sich ZeitschriftenkatalogisiererInnen eine Schriftenreihen-Aufnahme kopieren müssen, wenn sie zusammengefassten Bestand zu einer Schriftenreihe nachweisen wollen
  • Korrekturen an Schriftenreihen (Neuaufnahmen ab April 2007 mit einer ZDBN-s) können nicht mehr ausschließlich in HeBIS vorgenommen werden, da sie ggf. durch Updates aus der ZDB überschrieben würden. Um die Korrekturen dauerhaft zu gestalten, müssen sie per Mailbox-Verfahren an die ZDB gemeldet werden. Dies kann am besten durch eine(n) Zeitschriften-Kollegen/Kollegin geschehen, die das Verfahren ja aus ihrer täglichen Arbeit kennen.


Die langen Bearbeitungszeiten des Mailbox-Korrektur-Verfahrens der ZDB haben in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zu Kritik gegeben und zu Überlegungen geführt, mehr Titelaufnahmefelder für die Korrektur durch Teilnehmer dauerhaft freizugeben.
Letztendlich hat sich bei Abstimmungen aber gezeigt, dass die Verbünde gegen eine weitere Korrekturfreigabe sind, weil sie die hohe bibliographische Qualität und den normierenden Charakter der ZDB nicht gefährden wollen.

Die ZRT hat auf der letzten AGDBT-Sitzung Abhilfe versprochen und zugesagt

  • dass alle Korrekturanforderungen zu Haupteintragungsänderungen, besonders für das Feld 4000, und alle Korrekturanforderungen im Zusammenhang mit Titelsplits heraussortiert und vorrangig bearbeitet werden sollen, weil diese Datenänderungen wegen ihrer Auswirkungen auf die Titelangaben in den Erwerbungssystemen besonders zügig bearbeitet werden müssen.
  • einen Vorschlag zu prüfen, nachdem eine ZRT-Mailbox-Adresse eingerichtet werden sollte, an die besonders eilige Korrekturen gemeldet werden können.


H. Adam
Verbundzentrale

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