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Ausgabe: 2-2007

Neue Kooperationsmodelle in der Katalogisierung

Entwicklungen und Planungen im Verbund

In den letzten Jahren ist seitens der Unterhaltsträger starker Druck auf Bibliotheken dahingehend ausgeübt worden, das Personal teilweise drastisch zu reduzieren. Seitdem muss vielerorts um die Wiederbesetzung jeder frei gewordenen Stelle gerungen werden; viele Stellen sind bereits weggefallen. Die verbleibenden Personalkapazitäten müssen demzufolge umso wirtschaftlicher eingesetzt werden.
Diese Situation hat im deutschsprachigen Raum zu einem grundsätzlichen Überdenken der Ökonomie und Effizienz der Katalogisierung geführt. Einspareffekte können sich erfahrungsgemäß hauptsächlich dann erzielen lassen, wenn bereits vorhandene Titelaufnahmen nachgenutzt werden können. Dies macht bereits heute einen wesentlichen Synergieeffekt innerhalb der Bibliotheksverbünde aus. Noch mehr Synergien können erreicht werden, wenn Katalogisate auch über Verbundgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden. HeBIS hat hier mit seinen Kopierskripten für GBV, SWB, DNB und ZDB bereits eine gute Grundlage geschaffen. Ein komfortabel nutzbarer Zugriff auch auf die Aleph-Verbünde (BVB, HBZ, KOBV, OeVB) konnte wegen technischer Hindernisse bisher nicht zufriedenstellen realisert werden.

Seit einigen Monaten arbeitet die Arbeitsgruppe Kooperative Neukatalogisierung im Auftrag der Arbeitgemeinschaft der Verbundsysteme an den Grundlagen fuer einen kontinuierlichen Datenaustausch zwischen den Verbünden (einschliesslich OeVB, DNB und ZDB). Ziel ist es, sich in regelmäßigen Datenlieferungen sämtliche Neukatalogisate gegenseitig zur Verfügung zu stellen. Aber auch Änderungen und Anreicherungen (Sacherschließung, Inhaltsverzeichnisse, Abstracts etc.) für bereits existierende Katalogisate sollen regelmäßig zwischen den Verbundpartnern ausgetauscht werden.

Ein intensiverer Datenaustausch fordert gleichzeitig aber auch die Verbesserung der Kriterien zum Dublettenabgleich. Deshalb wurde eine neue "Erstkatalogisierer-Identifikationsnummer" eingeführt. Diese Nummer wird bei Erstellung eines Katalogisates im betreffenden Verbundsystem erzeugt und besteht aus einem dreibuchstabigen Kennzeichen fuer den Verbund und der ID-Nummer im Verbundsystem; sie wird in der HeBIS-Datenbank in Kategorie 2240 gefuehrt. Beispiele:

2240 (HEB)185323227
2240 (GBV)123456789
2240 (SWB)341278560


Die HeBIS-Erstkat-ID entsteht zur Zeit (noch) in einem nächtlichen Programm, das die gesamte Tagesproduktion in der HeBIS-Verbunddatenbank bearbeitet und nachträglich mit der Erstkat-ID versieht. Ab der nächsten CBS-Version wird die Erzeugung der Nummer ein fester Bestandteil des Abspeicherungsvorganges der Pica-Software sein.

Mit dieser ID-Nummer ist es ab sofort möglich, ein bestimmtes Katalogisat in jedem Verbundsystem eindeutig und zweifelsfrei zu identifizieren und so z.B. Updates auf dieses Katalogisat problemlos zuzuordnen. Wird in einem Verbund ein Schreibfehler entdeckt und korrigiert, steht die Korrektur nur wenig später allen anderen Verbünden in Form einer Updatelieferung zur Verfügung und kann mit Hilfe der Erstkat-ID in den betreffenden Datensatz übernommen werden. Bei jeder Form von Datentausch - offline wie online, als Batchlieferung oder Einzelkopie - muss deshalb strikt darauf geachtet werden, Datensätze immer komplett, also mit einer möglicherweise vohandenen Erstkat-ID zu liefern bzw. nachzunutzen. Ein manuelles Erfassen, die Veränderung oder gar die Löschung von Erstkat-IDs verbietet sich fast von selbst.

Wird allerdings die Kopie eines Titeldatensatzes erstellt (z.B. als Grundlage für die Erfassung einer anderen Auflage/Ausgabe) darf die alte Erstkat-ID auf keinen Fall erhalten bleiben, sondern muss durch eine neue ersetzt werden!  Hier ist übergangsweise ein manueller Eingriff (Löschen des Inhaltes von 2240) erforderlich; demnächst wird aber das Skript "Titelkopie" entsprechend geändert werden. Ebenfalls modifiziert werden dann die Uebernahmeskripte fuer DNB, GBV und SWB, um sicherzustellen, dass dort bereits vorhandene Erstkat-IDs übernommen und in unserem Datenbestand mitgefuehrt werden. Bis dahin werden die Skripte benutzt wie bisher; ein manuelles Eintragen der Nummer entfällt.

Wenn Sie noch mehr über die Arbeit der AG Kooperative Neukatalogisierung wissen möchten (Erstkatalogisierer-ID und gegenseitige Datenlieferungen sind nur ein Arbeitsfeld unter mehreren), lohnt die Lektüre des in Heft 2/2007 des Bibliotheksdienstes erschienenen Aufsatzes "Katalogisierung kooperativ gemacht" von Barbara Block, Josef Labner und Beate Rusch.


R. Albrecht
HeBIS-Verbundzentrale

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