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Ausgabe: 4-2007

"Für jede Lösung ein Problem …

Fortbildung und Veranstaltungen

Die HeBIS-Nutzerversammlungen 2007 im Rückblick

Verbundleiter Bernd Dugall konnte im Rahmen der diesjährigen Nutzerversammlungen in seinem traditionellen Sachstandsbericht auf ein höchst erfolgreiches Jahr zurückblicken[1]. Zum Jahresbeginn 2007 wurde der Umstieg auf eine neue CBS-Version realisiert, mit der die Voraussetzungen für eine originalschriftliche Katalogisierung geschaffen wurden. Das neue CBS benutzt den umfassenden Unicode[2] als Zeichensatz; mit ihm ist nicht nur die Darstellung von nichtlateinischen Schriften, sondern auch die Darstellung weitaus komplexerer Zeichen wie die der ostasiatischen Silbenschriften möglich. Trotzdem werden Bibliotheken, die an der Katalogisierung ihrer Neuzugänge in Originalschrift interessiert sind, weiter herkömmlich transliteriert katalogisieren müssen: Eine ebenfalls Unicode-fähige LBS-Version ist erst für Anfang 2009 von OCLC Pica angekündigt. Diese wird dann bereits eine überarbeitete Variante des neuen LBS-Sunrise sein, mit dem im Herbst 2008 die beiden lokale Geschäftsgänge unterstützenden Software-Systeme Pica-LBS und Sisis-Sunrise vereinigt werden sollen.

Ein wichtiger Schwerpunkt der HeBIS-Arbeit war in den letzten Monaten das Feld Kataloganreicherung. Herr Dugall demonstrierte am Beispiel des Titels "Für jede Lösung ein Problem" in der Amazon.de-Datenbank, welche Bedeutung zusätzliche Informationen zu einem Titel haben, die helfen, ihn inhaltlich (besser) einzuordnen. Klappentexte und Inhaltsverzeichnisse sind aber nicht nur wichtig für die Kaufentscheidung beim Internet-Buchhändler, sie tragen auch in Bibliotheken ganz entscheidend dazu bei, lokale oder Fernleihbestellungen "auf Verdacht" zu vermeiden und entlasten so das Bibliothekspersonal. Im HeBIS-Portal wurden sämtliche zur Verfügung stehenden Anreicherungselemente nun anwenderfreundlich aufbereitet[3]. Dafür werden Daten, die die Deutsche Nationalbibliothek in ihren Datendiensten zur Verfügung stellt, in HeBIS-Bibliotheken gescannte Inhaltsverzeichnisse sowie neuerdings die Informationen, die ein kommerzieller Dienstleister (SyndeticSolutions) für englischsprachige Bücher zur Verfügung gestellt, genutzt.

Ausführlich ging Herr Dugall auch auf die zahlreichen Aktivitäten ein, mit denen HeBIS sich an bilateralen und nationalen Kooperationen der Bibliotheksverbünde beteiligt. Bereits nach kurzer Zeit hat sich die Zusammenarbeit mit dem Südwestdeutschen Bibliotheksverbund und dessen Servicezentrum BSZ bewährt, mit dem regelmäßig ein Austausch an Information, Arbeitsergebnissen und Programmen erfolgt. Die Empfehlungen und Beschlüsse der von der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme eingesetzten AG Kooperative Neukatalogisierung wurden erfolgreich umgesetzt: die Z39.50-Schnittstelle für den Datentausch wurde angepasst und ein täglicher Datendienst mit Neukatalogisaten zur Verfügung gestellt. Auf einen Massenimport von Neukatalogisaten aus anderen Verbünden wird HeBIS bewusst verzichten, aber diese Datenlieferungen künftig gezielt für die Anreicherung eigener Katalogisate mit Sacherschließungsdaten nutzen.

Einen Meilenstein in der Verbundgeschichte stellt die Integration der HeBIS-Katalogisate in OCLC's WorldCat[4] dar, denn damit werden die Bestände der HeBIS-Bibliotheken erstmals in einem internationalen Kontext sicht- und nutzbar. Insbesondere Spezialbestände und hessische Pflichtstücke erreichen so ein breites Publikum. Die Herstellung der Datenabzüge stellte für Verbundzentrale und Bibliotheksdatenverarbeitung eine besondere Herausforderung dar, denn erstmals musste dafür eine Ausgabeschnittstelle im MARC21-Format programmiert werden.

Mit dem Aufbau eines Statistikservers für die in Nationallizenzen zur Verfügung gestellten Online-Produkte übernahm HeBIS erstmals eine zentrale Aufgabe für deutsche Bibliotheken. Dabei werden pro Bibliothek die Nutzungsfälle aller Produkte protokolliert, ausgewertet und für die Bildschirmpräsentation aufbereitet[5]. Im Juli 2007 konnte zum Ende der ersten Arbeitsphase die Statistik für Datenbanken freigegeben werden, Ende 2007 wird die für Zeitschriften folgen.

Im Mai 2007 wurde mit einer Ausstellung und deren festlicher Eröffnung 30 Jahre Hessische Bibliographie gewürdigt und gefeiert. Wie der Katalogisierungsverbund ist auch die Erstellung der Hessischen Bibliographie eine Gemeinschaftsaufgabe, die von 6 hessischen Bibliotheken getragen wird. Die auf 175.000 Titel angewachsenen Nachweise wurden in insgesamt 24 Jahresbänden präsentiert, ehe die Umstellung auf eine reine Datenbankpräsentation im Internet, die frei für jedermann nutzbar ist, erfolgte. Seit 2004 sind die Datenbestände der Hessischen Bibliographie voll in die HeBIS-Verbunddatenbank integriert, können aber in einer eigenen, auf die speziellen Recherchebedürfnisse ausgerichteten OPAC-Sicht[6] genutzt werden.

Hanspeter Schneider gewährte den Teilnehmern der Nutzerversammlungen anschließend erste Einblicke in die aktuelle Entwicklerversion der WinIBW3. Er berichtete, dass er zunächst mit großer Skepsis an das Produkt herangegangen sei, inzwischen aber sein großes Potenzial kennen und schätzen gelernt habe. Die neue Version der WinIBW wurde komplett neu programmiert und erlaubt dadurch auch bisher unbekannte Darstellungsformen. Sämtliche aus den Vorgängerversionen bekannte Features und Funktionen werden in die WinIBW3 portiert und bleiben erhalten, wobei alle Skripte auf Javascript umgestellt werden. Für die wegfallenden anwenderspezifischen Makros deuten sich Ersatzlösungen an: So können für die Erfassung eigene Datenmasken erstellt oder vorhandene modifiziert werden. Für komplexere Aufgaben steht auch weiterhin ein Aufzeichnungsmodus zur Verfügung, der in der Entwicklerversion aber noch unzureichende Ergebnisse liefert.

Im Zusammenspiel von WinIBW 3 und der Ende 2007 einsatzbereiten neuen CBS-Version 3.2plus wird künftig die titelbezogene Einzelübernahme von Daten aus anderen Verbünden neu und komfortabler gestaltet. Die neue "Broadcast Search"[7] erlaubt eine Metasuche in mehreren, vom Benutzer auswählbaren Datenbanken und liefert die Ergebnisse im Pica-Format zurück. Ist der gewünschte Datensatz in der Treffermenge, kann dieser direkt als neuer HeBIS-Satz abgespeichert werden. In die Metasuche der "Broadcast Search" eingebunden werden alle deutschen Verbunddatenbanken, die Datenbank des Österreichischen Bibliothekenverbundes, die umfassende Datenbank des WorldCat sowie Spezialverzeichnisse wie VD16 und VD17. Damit wird die Katalogisierung ab Ende des Jahres deutlich effizienter werden.

Zum Abschluss der Nutzerversammlungen gaben Heike Nienerza und Uwe Reh einen Überblick über die Neuerungen der aktuellen Version des HeBIS-Portals[8] und einen Ausblick auf die weitere Entwicklungsarbeit. Bis Ende des Jahres ist der Fokus des Entwicklerteams auf die Realisierung von acht weiteren lokalen Sichten gerichtet, die parallel erfolgt[9]. Trotz der bei diesem Verfahren notwendigen grundsätzlichen Übereinstimmungen in der Ausgestaltung wird jede lokale Sicht optisch und inhaltlich auf die Bedürfnisse der jeweiligen Benutzer vor Ort zugeschnitten sein.

Das HeBIS-Portal wird künftig als exklusives Instrument zur Abwicklung aller Fernleihbestellungen eingesetzt werden. Nur das Portal kann die Möglichkeiten der verbundübergreifenden Fernleihe ausschöpfen und damit eine zügige Erledigung sämtlicher Fernleihwünsche garantieren. Die kommende Version des VerbundOPAC wird deshalb zwar immer noch die Möglichkeit zum Auslösen eines Bestellvorgangs enthalten, die Daten aber unmittelbar an das Portal übergeben, wo sie dann zu einer Fernleihbestellung weiterverarbeitet werden.



[1] Die Vortragsfolien sind online verfügbar unter http://www.hebis.de/bib/veranstaltungen/Nutzerversammlung2007-1.pdf

[3] S. auch den Beitrag "Neu im HeBIS-Portal: Kataloganreicherung" in dieser Ausgabe

http://www.hebis.de/de/1cocktail/cocktail_detail.php?we_editObject_ID=6971

[5] Der Zugriff auf den Server erfolgt passwortgeschützt pro Bibliothek, wobei jeweils nur die eigenen Nutzungsdaten der eigenen Bibliothek sichtbar sind.

[6] Adresse des OPAC der Hessischen Bibliographie: http://cbsopac.rz.uni-frankfurt.de/LNG=DU/CHARSET=UTF-8/DB=2.4/

[7] Eine deutschsprachige Entsprechung wird noch gesucht. Vorschläge dazu sind willkommen!

[9] S. hierzu auch den Bericht von H. Schneider in Ausgabe 3-2007

http://www.hebis.de/de/1cocktail/cocktail_detail.php?we_editObject_ID=6968

 

Rita Albrecht
HeBIS-VZ

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