HeBIScocktail
Ausgabe: 1/2003

OPUS - das Volltext-Publikationsportal für elektronische Dokumente: Demnächst auch in HeBIS-Bibliotheken

Meet the challenge

Was ist OPUS?

OPUS, eigentlich Online Publikationsverbund der Region Stuttgart, ist eine Software bzw. ein Portal für die Aufnahme und dauerhafte Archivierung von elektronischen Dokumenten aller Art im Volltext. Die Universität Stuttgart pflegt und finanziert die Weiterentwicklung von OPUS und stellt die Versionen jeweils kostenlos anderen interessierten Bibliotheken, auch außerhalb des SWB, zur Verfügung.

Allgemeine Informationen über OPUS: http://elib.uni-stuttgart.de/opus/

Dokumente der Universitätsangehörigen können, vom Arbeitsplatz aus, per File-Upload über ein HTML-Formular auf einen Volltext-Server eingebracht werden. Hier kann das Biblikothekspersonal entlastet werden, denn das muss nicht unbedingt die Bibliothek übernehmen. Universitätsangehörige können ein Zugriffsrecht mit Passwort und Nutzerkennung bekommen und legen die Dokumente in einem temporären Bereich von OPUS ab, aus dem die Mitarbeiter der Bibliothek die Dokumente weiter verarbeiten. Als vielseitiges und plattformunabhängiges Format, in dem die eingebrachten Texte einschließlich aller Grafiken abrufbar sind, ist PDF (Portable Document Format) vorgesehen. Zum Wiederauffinden relevante Angaben (sog. Metadaten) - angefangen beim Namen des Verfassers bis hin zu Abstracts - können vom Verfasser über ein Formular erfasst werden, das im WWW aufgerufen werden kann. Prinzipiell stellen Metadaten daher eine Beschreibung von Dokumenten, Objekten oder Diensten dar und enthalten Informationen zu deren Inhalt, Struktur oder Form. Etwas abstrakter formuliert sind Metadaten Beschreibungen von Daten bzw. "Daten über Daten". Bibliographische Datensätze und Katalogeinträge in Bibliotheken können als eine Form von Metadaten gesehen werden. Als Grundlage für die Metadaten in OPUS dient das aus fünfzehn Basiselementen bestehende Dublin Core Metadata Element Set (kurz Dublin Core bzw. DC). Dublin Core ist das Ergebnis internationaler Bemühungen, einen gemeinsamen Konsens bei der Beschreibung elektronischer Objekte (im weitesten Sinne) zu finden. (Nähere Informationen dazu unter http://dublincore.org/.)

Als "Einbringer" der Daten benötigt man lediglich einen Zugang zum WWW und einen gängigen Browser, der die Eingabemaske darstellen kann, und entsprechende Tools zur Konvertierung von Daten und Dokumenten in das PDF-Format.

Als Betrachter der Dokumente im PDF-Format braucht man den mittlerweile weit verbreiteten Acrobat-Reader.

Motto: Die Dokumente sind für die Bibliothek genauso komfortabel verwaltbar wie für den Benutzer darstell- und herunterladbar.

1. OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken in Marburg

Die Stadt- und Universitätsbibliothek / Senckenbergische Bibliothek Frankfurt am Main sowie weitere Bibliotheken des HeBIS-Verbunds haben sich zur Einführung von OPUS für die Verwaltung ihrer elektronischen Dokumente, zunächst der elektronischen Dissertationen, entschieden. Später sollen elektronische Dokumente aller Art, die an den Hochschulen publiziert werden, verwaltet und bereit gestellt werden, z.B. Reader, bestimmte Reihen, Vorträge u.ä.

Am 06.11.2002 fand in der UB Marburg ein erstes OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken statt. Hier ergab sich ein ganz unterschiedlicher Sachstand der einzelnen Standorte in der OPUS-Anwendung:

UB Marburg:
Testinstallation unter LINUX SuSE 8.1; Produktionsbeginn für Januar 2003 geplant.

UB Kassel:
Testinstallation OPUS 2.0 beta seit Sommer 2002 unter UNIX; Produktionsbeginn für Anfang 2003 geplant; pauschale Bearbeitungsgebühr von 40,- EUR je Dissertation.

FH Gießen-Friedberg:
Testinstallation unter UNIX seit Sommer 2002; Produktionsbeginn ab März 2003 geplant.

UB Gießen:
Testinstallation unter LINUX SuSE 8.1; größter Erfahrungsstand, da schon die OPUS-Vorgängerversion installiert war; sieht ein Problem in der Übernahme der ca. 600 Dissertationen im Altbestand, denn die Automatisierung der Übernahme in OPUS bereitet Probleme (OPUS generiert automatisch für jedes neu aufgenommene Dokument eine neue URL; die Altbestände haben jedoch schon eine URL vom bisherigen Dissertationenserver).

LHB Darmstadt:
Prüft, ob OPUS eingeführt oder das vorhandene System beibehalten wird.

UB Mainz:
Prüft, ob OPUS eingeführt oder das vorhandene System beibehalten wird.

StUB Frankfurt am Main:
Bisher läuft eine Testinstallation, von Stuttgart zusammen mit einer Dokumentation und Installationsanleitung geliefert, auf einer LINUX SuSE 8.1-Plattform. Die Installationsanleitung muss in einzelnen Punkten an Frankfurt-Gegebenheiten angepasst werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2003 können zunächst Online-Dissertationen, später auch andere Hochschulpublikationen im OPUS-Produktionsbetrieb eingestellt werden. Die bereits auf dem Dissertationenserver http://dbib.uni-frankfurt.de/diss vorhandenen Dissertationen werden dabei zunächst als "Altdaten" in OPUS eingebracht.

Darüber kamen beim OPUS-Anwendertreffen folgende Themen zur Sprache:

Allgemeines:

OPUS-Standards:

Schulung von PromovendInnen bzgl. elektronischer Publikationen:

Das nächste OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken ist im April 2003 geplant. Dort kann man sicher die ersten Erfahrungen aus ersten Produktionsbetrieben bekannt geben bzw. weitere bis dahin aufgetretene Installationsschwierigkeiten beheben.

Stefan Zell
Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt, Abt. Medienbearbeitung und Abt. Elektronische Dienste
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