HeBIScocktail
Ausgabe: 2002-2
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

"überall regt sich Bildung und Streben" - Goethe hat, als er diese Zeilen schrieb, zweifellos an den Bibliothekartag gedacht, der in diesem Jahr unter dem Motto "Die Bibliothek zwischen Autor und Leser" in Augsburg statt findet. Vom 9. bis 12. April treffen sich zum 92. Mal viele Kolleginnen und Kollegen zum regen Erfahrungsaustausch und auch HeBIS wird wieder mit einem Informationsstand vertreten sein (Halle 7, E7). Schau'n Sie doch 'mal vorbei - das HeBIS-Team bietet während der gesamten Tagung Informationen und Vorführungen zu Online-Ressourcen, HeBIS-Retro, OPC4 und natürlich Fernleihe.

Sie können nicht zum Bibliothekartag fahren? Kein Problem: Damit auch die "daheim gebliebenen" nicht zu kurz kommen, werden wir in unserer nächsten Ausgabe sozusagen hautnah vom Bibliothekartag berichten. Und bis dahin können Sie sich die Zeit mit dieser Ausgabe des HeBIScocktail vertreiben. Oder einen Osterspaziergang machen!

Wir wünschen Ihnen jedenfalls schöne Ostern!

Gisela Bröckerhoff
HeBIScocktail-Redaktion

Entwicklungen und Planungen im Verbund

Verbundübergreifende Fernleihe

Am 20. März 2002 fand in der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main ein Treffen der AG Verbundübergreifende Fernleihe der AG Verbundsysteme statt. Ziel dieser AG ist eine verbundüber-greifende Fernleihe auf der Basis von Standardschnittstellen (Z39.50 und ISO-ILL-Format).

Zusammenarbeit HBZ und GBV

Hauptthema dieses Treffens war die Vorstellung der neuesten Entwicklungen zur verbundüber-greifende Fernleihe zwischen dem Hochschulbibliothekszentrum Nordrhein-Westfalen (HBZ) und der Verbundzentrale des GBV (VZG).

Zunächst kurz zu den technischen Gegebenheiten in diesen Verbünden: Der GBV arbeitet mit dem Pica-Fernleihmodul, das auch im HeBIS-Verbund eingesetzt wird. Das HBZ betreibt einen Zentralen Fernleihserver (ZFL-Server) für Monographienbestellungen mit Anbindung der Lokalsysteme zur Überprüfung der lokalen Verfügbarkeit. Basis der Kommunikation ist das SLNP-Protokoll der Firma Sisis. Lokalsysteme, die nicht über ein Sisis-Lokalsystem verfügen, kommunizieren per E-Mail über einen SLNP-Mail-Konverter mit dem ZFL-Server. Bestellungen auf Zeitschriften werden über das System JASON/MEDEA abgewickelt.

Die verbundübergreifende Fernleihe zwischen diesen beiden Verbünden läuft ab Mitte Februar 2002 in einem Probebetrieb: Bestellungen auf Monographien werden von Bibliotheksmitarbeitern an den jeweils anderen Verbund weitergereicht. Jeweils 4 Bibliotheken jedes Verbundes sind an diesem Probebetrieb nehmend, alle Bibliotheken der Verbünde aber gebend beteiligt.

Technische Bestandteile dieser Zusammenarbeit sind eine Z39.50-Schnittstelle für die Recherche im jeweils anderen Verbund sowie strukturierte Mails (ILL-Mails) zum Austausch und Quittierung der Fernleihbestellungen. Eine Bestellung wird zunächst im eigenen Verbund angelegt und per ILL-Mail an den anderen Verbund übermittelt. Der Zielverbund ermittelt einen verbundinternen Leitweg und arbeitet die Bestellung ab. Als Abschluss der Bestellung erfolgt eine Quittierung an den Ausgangsverbund, die über das Resultat (positiv oder negativ erledigt) des Bestellversuchs informiert.

Zur Verdeutlichung werden im Folgenden die Bearbeitungsschritte einer verbundübergreifenden Bestellung des GBV im HBZ kurz skizziert:

  • Der Bibliothekar meldet sich in der WinIBW 2000 über zwei Zugänge im fremden und im eigenen Verbund an. Über die Pica-Oberfläche wird im fremden Verbund recherchiert.
  • Ist die gewünschte Monographie im HBZ nachgewiesen, lässt sich der Bibliothekar parallele Fenster für Titel (HBZ) und Bestellmaske (GBV) anzeigen. Die bibliographischen Daten werden zusammen mit der HBZ-Identifikationsnummer des Titels per Knopfdruck in eine freie Bestellung in der GBV-Datenbank übertragen und der HBZ wird als Lieferant in die Kandidatenliste eingefügt. Für diese Funktionen wurde die WinIBW2000 modifiziert.
  • Die Bestellung wird per ILL-Mail im Partner-System abgesetzt. Der HBZ ermittelt einen verbundinternen Leitweg und arbeitet diese Bestellung ab.
  • Der Bibliothekar im GBV hat die Möglichkeit sich über den Stand seiner Bestellung im HBZ zu informieren, indem er sich dort anmeldet und sein Bibliothekskonto abruft.
  • Nach der Bearbeitung im HBZ wird die Quittierung der Bestellung (erledigt / nicht erledigt) an den GBV gemeldet.

Um diesen Service auf Kopienbestellungen aus Zeitschriften ausdehnen zu können, sind weitere Entwicklungsschritte notwendig. Geplant ist mit einer neuen Version des Liefersystems MEDEA zu arbeiten. Man hofft, mit ersten Tests in der zweiten Jahreshälfte 2002 beginnen zu können.

Zusammenarbeit HeBIS und GBV

Eine Kopplung der Fernleihen von GBV und HeBIS (beide Verbünde arbeiten mit dem Pica-System) hat bislang keine großen Fortschritte verzeichnen können, da die Verbünde mit Priorität an verschiedenen anderen Projekten arbeiteten.

Geplant ist nun bis zum Ende dieses Jahres eine Kopplung der beiden OPACs zu erreichen, um gegenseitige Fernleihbestellungen zu ermöglichen. Ein solches System böte dem zur HeBIS Online-Fernleihe angemeldeten Benutzer die Möglichkeit, Monographien und auch Aufsätze direkt im GBV zu bestellen.

Das Protokoll der Sitzung wird nachgereicht.

Jennifer Adler
HeBIS-Verbundzentrale, Online-Fernleihe

Pica-System

Aktuelle Pica-Informationen

Auf der Pica-Homepage unter http://www.oclcpica.org/ können Sie jederzeit aktuelle Informationen über Pica abrufen.

Verbundprojekte

Verbund-OPAC4: Aktueller Projektstand

Im März konnten im Verbund-OPAC4 wesentliche Verbesserungen in Produktion genommen werden: 

Update

Ab sofort gibt es ein regelmäßiges tägliches Update der Titel- und Bestandsdaten.

Bestandsanzeige

Die Bestandsanzeige wurde grundlegend überarbeitet und ist insbesondere bei Zeitschriften viel ausführlicher geworden. Auch Bestandslücken, Kommentare und Angaben zur Aufstellung werden jetzt mit angezeigt. Darüber hinaus wurden verschiedene Fehler bereinigt, die die Anzeige der Bibliotheksnamen und die Umsetzung der Ausleihcodes betrafen.

Kontextsensitive Hilfe

Im Suchmenü wird jetzt eine kontextsensitive Hilfe zu den einzelnen Suchschlüsseln angeboten. 

Präsentation von Online-Ressourcen

  • Die Anzeige der Online-Ressourcen wurde verbessert. Dazu gehört u.a. die farbige Darstellung der URLs im Titeldatenbereich (rot oder grün) zur Kennzeichnung lizenzfreier und lizenzpflichtiger Ressourcen.
    In der Bestandsinformation zu Online-Ressourcen wird von mehreren vorhandenen URLs nur die von der jeweiligen Bibliothek bevorzugte URL angezeigt (z.B. die EZB-URL).
  • Ab sofort ist es möglich, Online-Zeitschriften nach Fachgebieten zu recherchieren (Aufruf des entsprechenden Suchbildschirms mit dem Button "Online-Zeitschr. (Fachgebiete)" links im Rahmen). Die fachbezogene Suche der Online-Zeitschriften basiert auf den ZDB-Sachnotationen. Diese werden dem Benutzer in einer sachlich oder alphabetisch sortierten Liste angeboten. Durch Anklicken der gewünschten Notation wird automatisch eine Suche nach den Zeitschriften des jeweiligen Fachgebiets ausgelöst.

Ausführliche Informationen zur Präsentation von Online-Ressourcen in Verbund-OPAC4 finden Sie auch im Beitrag "Endlich auch im HeBIS-OPAC: Elektronische Zeitschriften mit Fächerzugriff" in der Rubrik "Neues von den Datenbanken".

Beachten Sie bitte, dass die genannten Verbesserungen nur für Verbund-OPAC4 realisiert wurden, so dass dieser dem alten Verbund-OPAC (WebOPAC) jetzt um Einiges voraus ist. Wir werden deshalb in Kürze den Testbetrieb von OPAC4 beenden und bei dieser Gelegenheit auch gleich die Eingangsseite mit der Datenbankauswahl des Hessischen Verbundkatalogs grundlegend überarbeiten.

Der alte Verbund-OPAC muss vorläufig noch parallel zu Verbund-OPAC4 weiterbetrieben werden. Das liegt daran, dass Verbund-OPAC4 bislang über kein eigenes Fernleihmodul verfügt und bei Fernleihbestellungen zum alten OPAC verbunden werden muss. Der alte OPAC wird aber nicht weiter gepflegt, d.h. verbesserte und neue Funktionalitäten werden nur noch für Verbund-OPAC4 entwickelt.

Zum Schluss noch eine nicht ganz so erfreuliche Nachricht: Leider muss Verbund-OPAC4 vorläufig auf dem jetzigen Stand "eingefroren" werden. Wie Sie alle wissen, stehen in BDV und VZ umfangreiche Arbeiten im Rahmen der UNIX-Migration des CBS an. Die Arbeiten an Verbund-OPAC4 müssen deshalb aus Kapazitätsgründen vorübergehend eingestellt werden. Wir bitten um ihr Verständnis.

Heike Nienerza E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale, Monographien

Neues von den Datenbanken

Bibliotheksnormdatensätze verknüpft

Der automatische Verknüpfungslauf, der die bereits in der Datenbank vorhandenen Exemplardatensätze mit den Bibliotheksnormdatensätzen verknüpft, ist beendet. Ab jetzt sind alle in der Datenbank vorhandenen Exemplardatensätze über die neue Level-2-Kategorie 4800 mit den entsprechenden Bibliotheksnormdatensätzen verknüpft.

Achtung: Dummysätze und Lizenzexemplare werden nicht mit den Normdatensätzen verknüpft, da diese künstlich erzeugten Exemplardatensätze keine Kategorie 7100 haben, über die die Verknüpfung zum Bibliotheksnormdatensatz generiert wird.

(caw)
Dublettencheck für die Titelsätze der Fachhochschulbibliotheken

Sie erinnern sich? 1999 wurden die BIBDIA-Daten der Fachhochschulbibliotheken Frankfurt und Wiesbaden in die HeBIS-Datenbank eingespielt, 2001 folgten die BIBDIA-Daten der Fachhochschulbibliothek Darmstadt. Da zum Zeitpunkt der Datenmigration kein geeigneter Dublettencheck zur Verfügung stand, wurden die BIBDIA-Daten ungeprüft übernommen und mit einem sog. ILL-Flag versehen, damit sie nur für die Fachhochschulbibliotheken sichtbar sind.

Ein großer Teil der BIBDIA-Daten wurde inzwischen von den FHBs manuell nachbearbeitet und auf diese Weise allen Verbundteilnehmern zugänglich gemacht. Das gilt insbesondere für die mehrbändigen Werke, die aufgrund ihrer Datenstruktur und der ursprünglichen Aufnahmepraxis in den FHBs keine Aussicht auf eine erfolgreiche maschinelle Dublettenprüfung hatten.

Der restliche noch mit Flag versehene BIBDIA-Bestand wurde Anfang dieses Jahres einem maschinellen Dublettencheck unterzogen. Für diesen Zweck wurde das HeBIS-eigene Prüfprogramm verwendet, das ursprünglich für die Einspeicherung der DDB-Altdaten 1972 – 1984 entwickelt wurde. Das Programm wurde geringfügig an die Besonderheiten der BIBDIA-Daten angepasst und mit großem Erfolg eingesetzt. Die folgenden Zahlen mögen das belegen: Von den noch verbliebenen Sätzen mit ILL-Flag konnten bei der FHB Frankfurt 39.273 = 60%, bei der FHB Wiesbaden 38.485 = 39% und bei der FHB Darmstadt 46.852 = 47% als Dubletten erkannt werden.

Die Lokaldaten der dubletten BIBDIA-Sätze wurden maschinell an die gültige Titelaufnahme umgehängt, außerdem wurde die BIBDIA-Nummer in die gültige Titelaufnahme übertragen. Anschließend wurden die dubletten BIBDIA-Sätze gelöscht (zur Sicherheit vorläufig nur logisch – Achtung: die Aufnahmen sind deshalb noch mit der PPN zu finden!). Die nicht dubletten BIBDIA-Aufnahmen behalten auch weiterhin ihr Flag.

Als Nächstes soll der HeBIS-eigene Dublettencheck auch für folgende Daten bzw. Importe nutzbar gemacht werden:

  • die nach HeBIS migrierten Allegro-Daten der Institutsbibliotheken der TH Darmstadt
  • die wöchentlichen Titel-Lieferungen der DDB

Die benötigten Programm-Anpassungen sind in Vorbereitung, zur Zeit laufen die ersten Tests.

(hen)
Endlich auch im HeBIS-OPAC: Elektronische Zeitschriften mit Fächerzugriff

Mit Einführung der "Elektronischen Zeitschriftenbibliothek" durch die UB Regensburg sind für die Präsentation von Online-Zeitschriften Standards gesetzt worden, unter anderem der von fachbezogenen Titellisten. Benutzer wie Bibliothekare profitieren von dieser komfortablen Zugriffsmöglichkeit auf virtuelle Bestände und schätzen sie sehr.

HeBIS hat bereits im Jahr 2000 einen Fachzugriff auf die im Verbundkatalog verzeichneten Online-Zeitschriften als wichtiges Desiderat definiert und dabei auf die Möglichkeiten der neuen OPAC-Oberfläche gesetzt. Leider erwiesen sich die Umsetzungsarbeiten langwieriger und schwieriger als angenommen, sodass erst jetzt - rund eineinhalb Jahre später - das Ergebnis präsentiert werden kann.

Unter der Adresse http://hebis.rz.uni-frankfurt.de/ wird der HeBIS-Verbund-OPAC erreicht; auf dem Übersichtsbildschirm muss dann die Katalogvariante mit dem Zusatz "neue Oberfläche" ausgewählt werden. In der Menüleiste links findet sich nun neu das Angebot "Online-Zeitschr. [Fachgebiete]". Die Anwahl präsentiert anschließend einen Übersichtsbildschirm über die Fachgebiete, die aus den ZDB-Fachgruppen generiert werden. Je nach Vorwissen kann die Liste geordnet nach den Notationen oder eine alphabetische Übersicht als Grundlage für die weitere Recherche gewählt werden:

 Suche nach Fachgebieten

 

Beispiel für eine frei zugängliche Zeitschrift; Zugang in grün

 

Beispiel für eine lizenzpflichtige Zeitschrift; Zugang in rot (trotzdem sind oft Inhaltsverzeichnisse und Abstracts einsehbar)

 

In den Lokaldaten (Registertab "Bestandsinfo") werden nun auch die in der jeweiligen Bibliothek bevorzugten URLs angezeigt. Wo gewünscht, erfolgt dabei eine direkte Verlinkung zur Frontdoor der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek, in der man dann auch Zugriff auf detaillierte Lizenzinformationen für den jeweiligen Titel erhält.

(Anm. d. Red.: Die neue Oberfläche des Verbund-OPAC ist auch direkt über die Adresse http://hebisopc.rz.uni-frankfurt.de zu erreichen.)

(ria)
HeBIS-Retro - Gesamtkatalog der Uni Marburg eingespielt

In HeBIS-Retro ist nun der Gesamtkatalog der Universität Marburg für den Zeitraum 1930-1973 eingespeichert worden. Damit stehen ca. 480.000 weitere Katalogkarten für die Recherche und Bestellungen zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle in HeBIS-Retro verzeichneten Marburger Bestände ausleihbar sind. Nicht ausleihen können Sie:

  • Freihandbestände (Signaturen: LS, KAT, ZM, SLS)
  • Zeitungen, großformatige Werke, Loseblattausgaben etc.
  • Handschriften, Archivalien und Autographen
  • alle Institutsbestände

Der Zentrale AK der Uni Marburg mit Beständen vor 1930 sowie der Dissertationenkatalog der UB bis 1986 befinden sich zurzeit in Bearbeitung und werden in Kürze in HeBIS-Retro verfügbar sein.

(elr)
Neuer Service - Z39.50-Schnittstelle zur HeBIS-Verbunddatenbank

Seit Januar 2002 ist es möglich, in der Verbunddatenbank des HeBIS-Verbundes nicht nur mit dem OPAC, sondern auch über ein Z39.50-Gateway zu recherchieren. Dies ist für die Benutzer von Bibliographierprogramme mit integriertem Z39.50-Client (EndNote, ProCite und Reference Manager) sehr interessant, da sie jetzt mit ihrem Programm in der Verbunddatenbank, recherchieren und die gefundenen Titeldaten direkt übernehmen können, ohne die Angaben abtippen zu müssen.

Es werden zwei unterschiedliche Zugänge angeboten: ein freier Zugang, welcher über 12 Mio. Titeldaten enthält, und ein aus lizenzrechtlichen Gründen auf Angehörige der am HeBIS-Verbund beteiligten Institutionen beschränkter Zugang, der zusätzlich zu den 12 Mio. Titeldaten die bibliographischen Informationen zu über 5 Mio. Aufsätzen aus 14.000 laufenden Zeitschriften aller Wissenschaftsbereiche ab 1998 enthält. Um diesen Katalog auch von zu Hause nutzen zu können, ist es nötig, sich über die eigene Institution ins Internet einzuwählen.

Bibliographierprogramme, auch ohne Z39.50-Client, gehören für Wissenschaftler, die viel publizieren, zu den kleinen Dingen, die das Leben erleichtern, da sie bei der Erstellung der Bibliographie in End- oder Fußnoten das fehlerträchtige Abtippen und Umformatieren überflüssig machen. Allen Programmen gemeinsam ist, dass die bibliographischen Angaben zu jedem Titel einmal in das Programm eingetragen werden müssen, wo sie in einer kleinen Datenbank gespeichert werden. Wird nun beim Verfassen eines Aufsatzes (einer Hausarbeit, der Habilitationsschrift) auf ein vorher eingetragenes Werk verwiesen, müssen dessen Angaben nicht mehr gemäß den Vorgaben der Zeitschrift (des Professors) in den Aufsatz eingetippt werden. Vielmehr ruft man aus dem Textverarbeitungsprogramm heraus das Bibliographierprogramm auf und selektiert einfach den gewünschten Datensatz. Im Text wird daraufhin ein Verweis auf den Datensatz eingefügt. Das Format, in dem die Einträge aus dem Datensatz dargestellt werden sollen, wird in einem "Style" festgelegt, welcher dem Dokument zugeordnet wird. Nachträgliche Umformatierungen der Bibliographie sind dadurch ein Kinderspiel. "Styles" existieren bereits für eine große Anzahl von Zeitschriften, können aber auch einfach selbst erstellt werden. Zu jedem Datensatz können zusätzlich eigene Stichworte oder Schlagworte als Suchbegriffe aufgenommen werden. Damit lassen sich schnell Listen mit Titeln ausdrucken, z.B. für ein Seminar, oder sogar direkt in der Sprechstunde.

Die Bibliographierprogramme mit integriertem Z39.50-Client bieten noch mehr Komfort: hier entfällt sogar das einmalige Abtippen, wenn man den gewünschten Titel in einer Online-Datenbank findet. Gesucht wird über eine intuitive Suchmaske, hier am Beispiel von EndNote Version 5.

 

Die Treffer werden in einem eigenen Fenster angezeigt. Die geeigneten Titel können selektiert und direkt in die eigene Datenbank übernommen werden.

 

Weitere Informationen zu diesem neuen Service finden Sie unter http://www.hebis.de/kataloge/z3950.html.

Für weitere Informationen zu den oben genannten Programmen wenden Sie sich bitte per E-Mail an hilt@rz.uni-frankfurt.de.

Anm.: Z39.50 ist ein insbesondere im angelsächsischen Raum weit verbreitetes Standard-Protokoll zum Datenaustausch von Bibliotheksdaten.

Patrick Hilt
Hochschulrechenzentrum Frankfurt, Abteilung BibliotheksDatenVerarbeitung
Fernleihe
Direktzustellung von Kopien - neuer Benutzerservice der HeBIS Online-Fernleihe

Am 25. März 2002 starteten die Hessische Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt und die Universitätsbibliothek Marburg als Pilotbibliotheken mit der 3. Stufe der HeBIS Online-Fernleihe, der Direktzustellung.

Jedem zur HeBIS Online-Fernleihe angemeldetem Benutzer können nun Kopien aus Zeitschriften, die in diesen Pilotbibliotheken vorhanden sind, direkt zugestellt werden! Der Benutzer kann zwischen den Versandarten Postzustellung, Fax- oder E-Mail-Versand auswählen.

Die Direktzustellung wird über die HeBIS Online-Fernleihe abgewickelt. Im Fernleihbestellformular entscheidet sich der Benutzer, ob er eine Fernleihe im Normaldienst oder eine Fernleihe als Direktzustellung wünscht.

Je nach Bestellwunsch des Benutzers erzeugt das HeBIS-Fernleihmodul eine entsprechende Kandidatenliste, auf die der Benutzer keinen Einfluss hat. Das Fernleihmodul berechnet mit Hilfe eines festgelegten Algorithmus eine Rangliste der potentiellen Lieferbibliotheken.

Charakterisierung der möglichen Lieferdienste

Bestellung im Normaldienst

Wie gehabt! Die Fernleihbestellung wird an die Bibliothek geliefert, bei der der Benutzer angemeldet ist. Es können Bücher, Zeitschriftenbände und Kopien bestellt werden. Berechnet wird eine Fernleihgebühr in Höhe von 1,50 Euro, die in Form von Verrechnungseinheiten vom Fernleihkonto des Benutzers abgezogen wird. Kann eine Bestellung nicht erfolgreich erledigt werden, wird sie in den überregionalen Leihverkehr weitergeleitet.

Direktzustellung

Die Zustellung der Bestellung erfolgt direkt an die Anschrift des Benutzers. Er kann zwischen den Versandarten Postzustellung, Fax- oder E-Mail-Versand wählen.

Bitte beachten Sie: Zukünftig ist es notwendig, die E-Mail- und ggf. auch Fax-Adressen der Benutzer bei der Anmeldung zur Online-Fernleihe zu erfassen. Eine Auslieferung ist nämlich nur an die Post-, Fax- oder E-Mail-Adressen möglich, die in den Benutzerdaten eingetragen sind.

Die Direktzustellung ist bislang nur bei Bestellungen von Kopien aus Zeitschriften möglich. Insgesamt werden für eine Direktzustellung 4,00 Euro berechnet (1,50 Euro Fernleihgebühr und 2,50 Euro Versandkostenpauschale), die in Form von Verrechnungseinheiten vom Fernleihkonto des Benutzers abgezogen werden. Nach einem statistischen Verfahren werden die Einnahmen aus Direktzustellungen den liefernden Bibliotheken zugute kommen. Abrechnungen darüber sollen in festgelegten Zeiträumen erfolgen.

Kann eine Direktauslieferung im HeBIS-Verbund nicht erledigt werden, bekommt der Benutzer die Fernleihgebühr und die Versandkostenpauschale auf sein Fernleihkonto zurückgebucht. Er kann sich über den negativen Ausgang seiner Bestellung per E-Mail benachrichtigen lassen und erhält über einen Link die Möglichkeit, die Bestellung neu im Normaldienst aufzugeben (größere Auswahl an Lieferbibliotheken).

Ausbauplanungen

Weitere Bibliotheken des HeBIS-Verbundes werden voraussichtlich im Mai 2002 mit der Fernleihdirektzustellung von Kopien aus Zeitschriften starten. Um neben der direkten Postzustellung auch E-Mail- oder Fax-Versand anbieten zu können, müssen in den Bibliotheken die technischen Voraussetzungen eingerichtet werden.

Für die weitere Zukunft ist geplant, dem Benutzer auch rückgabepflichtige Materialien per Postversand direkt zuzustellen.

(jea)
Zeitschriften
Integration der Aggregator-Datenbank-Lieferungen der ZDB in das HeBIS-Konzept für elektronische Ressourcen

Seit Anfang März sind die Arbeiten zur Integration der Aggregator-Datenbank-Lieferungen der ZDB in das bestehende HeBIS-Konzept für elektronische Ressourcen abgeschlossen.

Mit dem erweiterten Programm konnten für die am HeBIS-Konsortialvertrag zur EBSCO-Datenbank "Business Source Elite" beteiligten Bibliotheken (Frankfurt, Gießen, Kassel, Marburg) automatisch Bestandsdaten nach dem Muster der bisherigen Lizenzexemplare erzeugt werden.

Das EBSCO-Produkt "Business Source Elite" bietet Volltext-Informationen zu ca. 1.050 Online-Zeitschriften, sowie Abstracts und Inhaltsverzeichnisse zu ca. 1.600 Online-Zeitschriften.

Die automatisierte Verarbeitung der ZDB-Lieferungen zu Aggregator-Datenbanken umfasst generell folgende Punkte:

  • Ersetzen der (von der ZDB gelieferten) allgemeinen Anbieter-URL durch die jeweilige, titelspezifische URL auf Level 0 (Titeldaten) inklusive LZI und Herkunftscodierung.
  • Erstellen von Lizenzexemplardaten für die am jeweiligen Vertrag beteiligten Bibliotheken zu sämtlichen im Produkt ausgewerteten Zeitschriften auf Level 2 (Lokaldaten). Dabei werden, wie bei "normalen" Ejournals, die bestehenden Bibliotheksprofile für die bevorzugten URL-Angaben in 7135 berücksichtigt.
  • Erstellen von WWW3-Exemplaren zum Nachweis des Bestandes in der ZDB.

Dem bisherigen Konzept folgend wird für die beteiligten Bibliotheken pro Titel nur ein Exemplardatensatz erstellt.

Da sich ZDB und EZB zu einer unterschiedlichen Katalogisierung der Aggregatortitel entschieden haben, kann es gegenwärtig für die an einem Vertrag beteiligten Bibliotheken zu dem Problem kommen, dass in ihren Lizenzexemplarsätzen zu Aggregatortiteln eine EZB-URL eingetragen ist, die lediglich auf die Webseite des "normalen" Ejournals führt (betrifft alle Bibliotheken, die sich für das Profil "1" oder "3" entschieden haben).

Ursächlich dafür ist die Tatsache, dass die ZDB für die zusätzliche Aggregator-Auswertung einer Online-Zeitschrift keine eigene Titelaufnahme erstellt, sondern beide Ausgaben unter der Aufnahme des "normalen" Ejournals vereint. Die in dieser Aufnahme dann vorhandene EZB-Frontdoor-URL führt gegenwärtig aber lediglich zur "normalen" Ejournal-Ausgabe, da die EZB sich (im Gegensatz zur ZDB) für die getrennte Verzeichnung solcher Ausgaben entschieden hat, die URL ihrer eigenständigen Aggregator-Aufnahme aber nicht an die ZDB liefert.

Die EZB hat dieses Manko erkannt und plant in absehbarer Zeit, den Zugang zu "normalen" Ejournals und deren Aggregatorauswertung zukünftig intern zusammen zu führen, so dass dem Benutzer unter der gewohnten Frontdoor-URL in der EZB beide Ausgaben zur Wahl gestellt werden können.

Die HeBIS-UAG "Elektronische Medien" hat sich dafür entschieden, vorerst die unvollständige Verzeichnung in den geschilderten Fällen in Kauf zu nehmen, und die Umsetzung des EZB-Vorhabens abzuwarten.

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, weist die EZB in ihren Aggregator-Aufnahmen EBSCO-URLs nach, die einen geringfügig anderen Einstieg in die jeweiligen Daten bieten, als die URLs, die HeBIS von der ZDB geliefert bekommt und eingestellt hat.

Während die HeBIS-EBSCO-URL auf die komplette, chronologisch geordnete Übersicht aller Aufsätze zu einem bestimmten Aggregatortitel führt, verlinkt die EZB-EBSCO-URL auf eine Band-/Jahrgangs-Übersicht der betreffenden Ressource (wie wir sie von "normalen" Ejournals gewohnt sind). Welcher dieser Einstiege für die Benutzer sinnvoller ist, kann sicherlich nicht pauschal entschieden werden.

Beide Einstiege können als Ausgangspunkt für Recherchen über die gesamte Datenbank wie auch für ein gezieltes Aufrufen einzelner Hefte des jeweiligen Titels dienen.

Die abweichenden URL-Angaben haben sich aus dem unterschiedlichen Übernahme-Zeitpunkt der EBSCO-Fremddaten durch ZDB und EZB ergeben.

Leider sieht sich die DDB nicht in der Lage, diesen Zustand durch eine erneute Gesamt-Übernahme der aktuellen EBSCO-Daten zu bereinigen. Es besteht lediglich die Zusage, die EBSCO-Datenlieferungen in die normalen Updatedienste der ZDB aufzunehmen. Dadurch würden bei auftretenden Titeländerungen jeweils die aktuelle EBSCO-URL nach HeBIS gelangen.

(hea)

Mitteilungen der Verbundzentrale

E-Mail-Adressbücher für Pegasus und Eudora bleiben erhalten

Die Ankündigung, dass es nach Einführung der Bibliotheksnormdaten keine E-Mail-Adressbücher mehr für die verbundweit verbreiteten E-Mail-Programme Pegasus Mail und Eudora geben sollte, wurde überall mit großem Bedauern aufgenommen. Auf Anregung der UAG Alphabetische Katalogisierung haben wir nun dank BDV eine Möglichkeit gefunden, die E-Mail-Adressbücher weiter zu führen. Herr Schneider wird quartalsweise die Felder für die Ansprechpartner für Monographien- und Zeitschriftenkatalogisierer in den Bibliotheksnormdaten auswerten und das Ergebnis der Verbundzentrale zur Verfügung stellen. Wir erstellen dann auf dieser Grundlage die E-Mail-Adressbücher und legen sie zum Download auf die HeBIS-Internetseiten. Sie werden wie gewohnt über Pica-List informiert, sobald neue Ausgaben erscheinen.

(ana)
Hinweis zur Katalogisierung von Körperschaften

Bei der Ansetzung von Kongress-Körperschaften dürfen keine Ländercodes in Feld 007 vergeben werden. In den Ausführungsbestimmungen zur Vergabe von Ländercodes (ZETA) werden Kongresse, Ausstellungen, Messen, Festwochen und dgl. ausdrücklich als Ausnahme von der Regel genannt, die ansonsten eine obligatorische Besetzung des Feldes vorschreibt.

(mod)
Neue Lieferanten für die HeBIS Online-Fernleihe

Die Umstrukturierungen an der Universität Mainz haben größere bibliothekarische Organisationseinheiten hervor gebracht, die nun auch teilweise für Fernleihbestellungen angegangen werden können. Bestellungen über HeBIS Online-Fernleihe können nun auch an die

  • Bereichsbibliothek Physik, Mathematik, Chemie (77/PMC, Abteilungskode 006) und die
  • Fachbibliothek Medizin (77/FBM, Abteilungskode 005)

gerichtet werden.

Beide Bibliotheken fertigen Kopien für die Fernleihe an. Bücher werden zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Fernleihe gegeben.

Die UB Mainz übernimmt die Bearbeitung der für diese Bibliotheken bestimmten Bestellungen. Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich bitte an

Dorothe Kugler
Telefon: 06131/39-20880
E-Mail: kugler@ub.uni-mainz.de

(ana)
WinIBW 2.3

Seit Ende März steht die neue Version 2.3 der WinIBW allen Lokalsystemen zur Verfügung. Die wichtigsten Neuerungen dieser Version betreffen die Online-Hilfe und die Verwendung von Visual Basic scripts an Stelle der bisherigen Standardmacros, gegenüber denen sie wesentlich erweiterte Funktionalitäten bieten.

Zu beachten ist, dass die Funktionsfähigkeit der "Online-Hilfe" und des neuen "EZB-Knopfes" (s.u.) nur unter Verwendung von Internet Explorer (mind. Vers. 5.0) als Standard-Browser gewährleistet ist.

Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen im Einzelnen:

Online-Hilfe

  • Die Online-Hilfe wird mit der Funktionstaste F1 oder durch Anklicken des Menüs "Hilfe - Handbuch" aufgerufen. Dabei wird der Standard-Browser (Internet Explorer) gestartet und eine Übersichtsseite des HeBIS-Handbuchs aufgerufen, über die alle Teile des Handbuchs direkt eingesehen werden können.
  • Darüber hinaus kann aus einem Datensatz im Editiermodus heraus gezielt eine kontextsensitive Hilfe angesteuert werden. Dazu muss der Cursor in die Kategorie, zu der Auskunft gewünscht wird, gesetzt und F1 betätigt werden. Daraufhin wird die entsprechende Feldbeschreibung aus den Listen des HeBIS-Handbuches angezeigt.
    Für die Bearbeitung von Zeitschriften in der ZDB steht bisher keine Online-Hilfe (ZETA-Feldbeschreibungen) zur Verfügung.


Funktionen statt Standard-Macros

In dem neuen Menü "Funktionen" werden Standard-Arbeitsabläufe angeboten, wie sie früher unter dem Menü "Macro" zu finden waren. Der automatische Aufruf einer Folge von Befehlen bzw. vorgesteuerten Texten basiert auf sog. WinIBW scripts, die in VisualBasic erstellt wurden.

Verbundweit zu nutzende Macros werden nur noch für das Verknüpfen von URLs mit LOK-Sätzen angeboten. Alle anderen früher als Macros angebotenen Arbeitsabläufe stehen jetzt als "Funktionen" zur Verfügung.

Die wichtigsten Neuerungen bzw. Änderungen gegenüber WinIBW 1.3:

  • Die früheren Verbundmacros "Stück zur Schriftenreihe" und "Stück zu mehrbändigem Werk" sind durch eine einzige Funktion "Stück zur Gesamtheit" ersetzt worden.
  • Die Titel- und Körperschaftssuche zum automatischen Verknüpfen wird jetzt mit der gleichen Funktion durchgeführt. Der Suchbegriff wird nicht mehr wie bisher in der Kommandozeile, sondern in der Aufnahme direkt hinter der Kategoriennummer eingetragen und daraus die Funktion aufgerufen. Neu ist außerdem, dass für trunkierte Suche und exakte Suche jeweils eigene Funktionen angeboten werden.
  • Die Funktion "Reziproke Verknüpfung (Zs/SR)" ermöglicht die automatische Ergänzung der "Gegenseite" bei der Verknüpfung zwischen Zeitschriften und Schriftenreihen.

ZDB-Funktionen

Im Menü "ZDB-Funktionen" werden jetzt - neben den früher als Macros bekannten Funktionen für die Neuerfassung oder Mails an die Zentralredaktionen - spezielle Hilfen für die Arbeitsabläufe bei Zeitschriftenkatalogisierung in der ZDB angeboten.

  • Mit der Funktion "EZB" (Elektronische Zeitschriftenbibliothek, Regensburg) wird eine direkte Verbindung (über Internet Explorer) zwischen ZDB und EZB zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieses VBscripts können Datenfelder aus einer ZDB-Neuaufnahme in ein Erfassungsformular der EZB übertragen werden, gleichzeitig wird die neu erzeugte Frontdoor-Url der EZB in die ZDB eingetragen.
  • Die Funktion "Reziproke Verknüpfung (GKD)" ermöglicht die automatische Korrektur der "Gegenseite" im Falle reziproker Früher-Später-Verknüpfungen von Körperschaften in der ZDB.
  • Außerdem werden in dem Menü die Eingabemaske für Titelaufnahmen in der ZDB sowie die ZDB-Mailbox-Funktion angeboten.


Selektieren und Kopieren

Im Menü "Bearbeiten" gibt es den neuen Befehl "Selektieren und Kopieren". Dieser ermöglicht es, Datensätze im Anzeigestatus vollständig oder zeilenweise zu markieren und kopieren, ohne den Satz vorher zur Korrektur aufrufen zu müssen. Damit gibt es wieder so etwas wie die von der DOS-IBW her bekannte "Notizblockfunktion".


Anzeige aller Exemplardaten

Es werden jetzt alle Exemplardaten zu einem Titelsatz angezeigt. Bisher war die Anzeige auf ca. 30 Exemplare beschränkt.

PDF-Datei zur Anleitung für die WinIBW Version 2.3 (PDF)

(elr, mod)
Fernleihe
Online-Fernleihe für Benutzer der HLB Fulda

Ab dem 1. April 2002 können die Benutzerinnen und Benutzer der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda selbst Online-Fernleihbestellungen aufgeben. Fernleihzentrale ist der Standort Heinrich-von-Bibra-Platz, d. h. alle Interessenten benötigen einen Leserausweis der ehemaligen Landesbibliothek. Fernleihkennungen und -konten werden dort eingerichtet.

(ana)
Fernleihe
Wechsel der Ansprechpartnerin HeBIS Online-Fernleihe in der Verbundzentrale

Aufgrund der Aufstockung der Arbeitszeit der VZ-Mitarbeiterin Jennifer Adler ab dem 1. April 2002 ist die Verantwortlichkeit im Aufgabengebiet Online-Fernleihe innerhalb der Verbundzentrale neu verteilt worden.
Wir möchten Sie bitten, sich zukünftig bei allen Fragen und Wünschen zur HeBIS Online-Fernleihe an Frau Adler zu wenden.
Sie können sie Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 Uhr in der HeBIS-Verbundzentrale unter folgender Telefonnummer und E-Mail-Adresse erreichen:

Tel.: 069 / 212-39 583 (Achtung! Geänderte Telefonnummer!)
E-Mail: j.adler@stub.uni-frankfurt.de

Im Vertretungsfall wenden Sie sich bitte an Frau Arndt (Tel.: 069 / 212-39 667 / E-Mail: a.arndt@stub.uni-frankfurt.de).

(ana)
Monographien
Hinweis zur Katalogisierung von Schriftenreihen

In letzter Zeit gab es einige Fragen und Unklarheiten zur Neuaufnahme von Schriftenreihen mit Hilfe der Funktion "Titelkopie" zu einer bereits vorhandenen Zeitschriftenaufnahme.
Sicherlich verstärkt dadurch, dass diese Funktion nun häufiger angewendet wird, weil die Bibliotheken die Verzeichnungsart für ein fortlaufendes Sammelwerk (Zeitschrift oder Schriftenreihe) frei wählen können und somit die dublette Verzeichnung fast zum Regelfall geworden ist.

Da im Katalogisierungshandbuch das Kapitel "Schriftenreihen" noch nicht erschienen ist, hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was bei der Schriftenreihenaufnahme zu beachten ist:

  • der ZDB-Nummer in Kategorie 2110 muss ein "m" nachgestellt werden (Bsp.: 449927-xm)
  • die Swets-Nummer in Kategorie 2185 muss gelöscht werden
  • die mitkopierten Fußnotenverknüpfungen (Kategorien 4241-4245) zu anderen Zeitschriftentiteln müssen je nach Sachverhalt
    • gelöscht (z.B. Titelkonkordanzen in 4245 oder Hinweis auf die Internetausgabe der Zeitschrift in 4243)
      oder
    • durch Fußnotenverknüpfungen zu den entsprechenden Schriftenreihenaufnahmen ersetzt (z.B. bei Titelsplits)
      oder
    • falls es die entsprechenden Schriftenreihenaufnahmen nicht gibt, in textliche Fußnoten geändert werden.
Generell gilt die Regel:
Zeitschriftenaufnahmen dürfen nur mit Zeitschriftenaufnahmen und Schriftenreihenaufnahmen nur mit Schriftenreihenaufnahmen verknüpft werden.


Einzige Ausnahme ist die Kategorie 4260.

Begründung:
Das ZDB-Update-Programm berücksichtigt nur Zeitschriftensätze (0500, Pos. 2: b). Gibt es nun Umlenkungen und Löschungen zu Zeitschriftentiteln, die mit Schriftenreihen verknüpft sind, so werden diese Korrekturen nicht nachvollzogen.

(rek)

Mitteilungen der HeBIS-Informationstechnologie

Wer macht was in der BibliotheksDatenVerarbeitung? - Letzte Folge: Markus Michalek

Es begann vor fast genau fünf Jahren, als ich die heile Welt der Unix- und Netzwerkadministration verließ und den Bereich Datenim- und -export der BDV betrat. Nachdem mein Vorgänger mich in den GKD-Import eingewiesen hatte, sollte ich - als erstes Schnupperprojekt - ein Verfahren zum Einspielen der DNB-Daten entwickeln. Eigentlich recht einfach, wären da nicht MAB, Pica3, Pica+, TACL, Match&Merge ... und warum reden Bibliothekare nicht die gleiche Sprache wie die Informatiker? Ende 1997 war es dann soweit: Die Reihe N der DNB wurde regelmäßig in den Hauptbestand eingespielt, die Reihen A, B und H folgten kurze Zeit später. Daraufhin ergab sich in meinem Arbeitsgebiet stets ein Mix an Projekten, so dass die Länge der Bearbeitungszeit nicht unbedingt mit dem Schwierigkeitsgrad korreliert.

Nachdem durch einen CBS-Wechsel die ursprüngliche GKD-Einspielung nicht mehr funktionierte, musste ein neues Verfahren her. Das nahm ich gleich zum Anlass, vom alten MAB auf MAB2 umzusteigen. Und da ich mich gerade mit den Körperschaften auseinandergesetzt hatte, bot es sich an, auch ein Verfahren zum Export von Körperschaften zu entwickeln. Beides erlangte im Sommer 1998 Produktionsreife.

Danach begannen die Vorbereitungen und Tests für die Konversion und Einspielung der Daten der FHB Frankfurt, die der Pilot für die BIBDIA-Konversion war. Nachdem im Februar 1999 die Daten eingespielt worden waren, stand schon die FHB Wiesbaden vor der Tür. Gut im Training, wurden deren Daten im September 1999 nach HeBIS übernommen. Parallel dazu wurden die DNB-Daten der Jahrgänge 1972 bis 1984 konvertiert und fanden den Weg in unser System. Hierbei kam eine Eigenentwicklung zum Einsatz, unser neuer Dublettencheck.

Anfang des darauffolgenden Jahres wurde das Verfahren zur Einspielung des Blackwell NTAS entwickelt und der Server für elektronische Zeitschriften des Verlags Elsevier in Betrieb genommen. Danach wurde die Einspielung des Grundbestandes der Schlagwortnormdatei sowie die Übernahme der Daten der Fachbereichsbibliothek Chemie der TU Darmstadt vorbereitet. Beide Projekte wurden Anfang 2001 abgeschlossen; einige Monate später erfolgte die Einspielung der "Bibliothek der deutschen Literatur" und die regelmäßigen Updates der SWD. Währenddessen fand auch das Long-term-project "Migration der Daten der FHB Darmstadt" seinen Abschluss.

Seit Mitte 2001 begann ich, den Dublettencheck technisch und mein Arbeitsgebiet inhaltlich zu konsolidieren, d.h. der Dublettencheck wird schneller, und zu Gunsten der UNIX-Systemadministration trennte ich mich vom Gebiet Im- und Export. ... und da bin ich wieder in meiner heilen Welt ...

Markus Michalek E-Mail an AutorIn
Hochschulrechenzentrum Frankfurt, Abteilung BibliotheksDatenVerarbeitung

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Neues Unterfeld für Musikalien in Kategorie 3211

Bei unterschiedlichen Fassungen von einzelnen Teilen eines musikalischen Werks wird nach RAK-Musik § 511,2 dem Einheitssachtitel nach ",_" ein unterscheidender Zusatz angefügt.

Beispiel:
Le roi d'Ys <Ouvertüre>, 1886

Dieser Fall war bislang in HeBIS so nicht zu erfassen, weil ein Unterfeld für diesen Zusatz fehlte. Da ein Komma als Trennzeichen für dieses Unterfeld nicht spezifisch genug ist, wird statt dessen "*" verwendet. In der ISBD-Anzeige erscheint natürlich wieder ein Komma.

Erfassung:
3211 Le roi d'Ys <Ouvertüre>*1886

 

(anh)
Frankfurt - Stadt- und Universitätsbibliothek
Aktion Notbuch

Die Stadt- und Universitätsbibliothek und die Senckenbergische Bibliothek möchten auf die gemeinsame Ausstellung "Aktion Not-Buch: Gerettete Bücher stellen sich vor" hinweisen. Die Veranstaltung geht aus der gemeinsamen, im Jahre 2000 gestarteten Buchpatenschaftsinitiative hervor und möchte die bisher restaurierten Bücher der Öffentlichkeit vorstellen. Eine sorgfältige fotografische Dokumentation veranschaulicht die einzelnen restauratorischen Eingriffe, die an besonders markanten Objekten exemplarisch dargestellt werden. Die häufigsten Schäden an Büchern und moderne Interventionstechniken werden darüber hinaus anhand ausgesuchter Originale der beiden Bibliotheken dokumentiert. Eine Einführung in die Möglichkeiten der Mikroverfilmung und Digitalisierung sowie der laufenden Bestandserhaltungsprojekte der Bibliotheken runden die dargebotenen Materialien ab. Die Ausstellung wurde anlässlich des Hessischen Bibliothekstages 2002 organisiert und läuft vom 3. bis zum 16. Mai 2002. Die offizielle Eröffnung wird am 4. Mai im Rahmen des Bibliothekstages stattfinden. Eine erste Führung für die Teilnehmer der Fachtagung ist bereits am Freitag, dem 3. Mai, um 12.15 Uhr geplant.

Für weitere Informationen:
http://www.stub.uni-frankfurt.de/buchpatenschaften/ausstellung.htm
http://www.stub.uni-frankfurt.de/notbuch.htm

Führungen:
Freitag 12.15 Uhr und Mittwoch 16.15 Uhr
sowie nach Vereinbarung.
Anmeldungen unter: 069 / 212-39-205

Mainz - Stadtbibliothek
Retrokonversionsprojekt Stadtbibliothek Mainz

Die Stadtbibliothek Mainz lässt ihre Katalogdaten durch eine Fremdfirma online in die Verbunddatenbank konvertieren (vgl. Bericht HeBIScocktail 1/2002, Rubrik "Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen").

Nachdem in einer Probekonversion die richtige Umsetzung der Erfassungsanweisung kooperativ von der Firma und der Stadtbibliothek erarbeitet wurde, begann am 07.01.2002 die Routineerfassung.

Das Verfahren sieht folgende Schritte vor:

  • Neuaufnahme einbändiger Monographien und Ansigeln von Lokaldaten an vorhandene Aufnahmen durch die Erfassungskräfte der Firma anhand der Katalogzettel
  • Korrekturlesen aller Aufnahmen durch besonders qualifizierte Mitarbeiter der Firma
  • Rückversand der Zettel in kleinen Einheiten (3000 Zettel)
  • Qualitätskontrolle durch die Katalogisierungskräfte der Stadtbibliothek
  • Abarbeiten der von der Firma in Zweifelsfällen gesetzten remarks in Kategorie 4703 und 4803 und Neuaufnahme der im Projekt nicht bearbeiteten mehrbändigen Werke.

Anhand der bisher bearbeiteten Zettel lässt sich folgende Aussage treffen:
Die Erfassungsanweisung wird weitgehend korrekt umgesetzt.
Die Fehlerquote wird durch die Entnahme von Stichproben ermittelt. Ein Datensatz wird als fehlerhaft bewertet, wenn Folgendes vorliegt:

  • falsche Schreibweise eines Wortes bezogen auf den gesamten Datensatz (Übertragungsfehler)
  • Abweichungen von der Erfassungsanweisung, wie z.B. falsche Ansetzung eines Namens, fehlende Verweisung zu einem Namen oder einer Namensform der Vorlage, falsche Satzart etc.

Die Fehlerquote liegt z.Zt. bei 4% - 6%. Neben den Übertragungsfehlern ist wie erwartet die Personennamenansetzung eine schwierige Frage. Dagegen kommen Dubletten oder die falsche Zuordnung von Lokaldaten nur sehr selten vor.

Der 1. Projektabschnitt soll mit der Erfassung von ca. 32.000 Katalogisaten Ende März 2002 beendet sein.

Angelika Stresing E-Mail an AutorIn
Stadtbibliothek Mainz, Katalogisierungsabteilung

Aus den Verbundgremien

16. Sitzung der UAG Alphabetische Katalogisierung

Die UAG hat auf dieser Sitzung die Diskussion über die Verbundfestlegung zur "Abgrenzung zwischen Zeitschriften, Schriftenreihen und begrenzten Werken" zu einem Abschluss gebracht (siehe auch HeBIScoktail 4/2001).

Ergebnis sind die neuen Handbuch-Kapitel "Abgrenzungen" und "Zeitschriftenbände mit Stücktiteln" (siehe Handbuch-Änderungen, Neue Kapitel) sowie Ergänzungen zum Kapitel "Fortlaufende Beilagen" (siehe Handbuch-Änderungen, Aktualisierte Kapitel).

Publishing on demand

Hier hat die UAG ebenfalls ein neues Handbuchkapitel erarbeitet, wobei die Arbeitshilfe der DDB weitgehend übernommen wurde (siehe Handbuch-Änderungen, Neue Kapitel).

Katalogisierung von Aufsätzen

Durch die doppelte Verzeichnung von fortlaufenden Sammelwerken (einmal als Schriftenreihe und einmal als Zeitschrift) kann bei der Aufsatzkatalogisierung der Fall eintreten, dass ein Aufsatz mit zwei übergeordneten Werken verknüpft werden muss. Nämlich einmal mit der Zeitschriftenaufnahme und einmal mit der Stücktitelaufnahme des Schriftenreihenbandes, je nachdem für welche Verzeichnungsart sich eine Bibliothek entschieden hat.

Dies wiederum führt in der ISBD-Anzeige des Aufsatzes zu einer unverständlichen Angaben, da die Quelle (Band/Heft, Jahrgang, Seitenzahl) vom Programm nicht richtig zugeordnet werden kann.

Das Problem wurde diskutiert und eine Lösungsmöglichkeit gefunden, die im Kapitel "Unselbständige Werke" ergänzt wurde (siehe Handbuch-Änderungen, Aktualisierte Kapitel).

Renate Koch-Krug
UAG Alphabetische Katalogisierung
Bericht aus der 3. Sitzung der UAG Fernleihe am 14. Februar 2002 in Marburg

Die UAG Fernleihe traf sich zu ihrer 3. Sitzung zum ersten Mal in Marburg, bei viel Sonne und Lahn-Hochwasser. Folgende Themen wurden besprochen:

Online-Fernleihe / Sachstandsberichte

  • Die HLB Fulda kann zum April 2002 die Online-Fernleihe für ihre Benutzer anbieten.
  • Die UB Mainz arbeitet an einem Verfahren, die BIBDIA-Nutzerdaten vorrangig ins Pica-OUS zu überführen, um via Transferprogramm Nutzerdaten ins CBS transportieren zu können und damit eine wichtige Voraussetzung für den Dienst "Online-Fernleihe für Benutzer" zu schaffen.
  • Ein Teilkatalog der Universität Marburg (Gesamtkatalog 1930 - 1973) ist neu in HeBIS-Retro recherchierbar und für Fernleihbestellungen nutzbar.


Online-Fernleihe / Ausbauplanungen

  • Direktauslieferung an den Benutzer
    Nach reiflicher Diskussion aller Vor- und Nachteile haben sich die Teilnehmer auf folgendes Verfahren bei Negativumlauf in HeBIS geeinigt: Alle Gebühren werden dem Benutzer erstattet und er wird per E-Mail oder CBS-Nutzerdaten darauf aufmerksam gemacht, dass er die Bestellung erneut im Normaldienst versuchen kann. Eine Weiterbearbeitung der negativ verlaufenen Bestellungen zur Direktauslieferung mit Überleitung in den deutschen Leihverkehr erschien nicht praktikabel. Mit diesen neuen Voraussetzungen wird weiter getestet, außerdem sind Anpassungen am Online-Bestellformular, an der Mail-Benachrichtigung sowie an den Druckprogrammen notwendig. Danach soll die Pilotphase beginnen.
  • Blankobestellung
    Erste Testberichte liegen vor, aufgrund der geringen Personalkapazität ist eine priorisierte Bearbeitung dieses Komplexes nicht möglich. Geplant ist ein punktueller Einsatz dieser Funktion in einigen fachlich geleiteten Institutsbibliotheken der TU Darmstadt. Sollte sich das Bestellverfahren dann als stabil erweisen, können weitere Bibliotheken hinzu kommen.
  • Die Oberfläche des Hedoc-Systems wurde entsprechend der Anforderungen an ein Redesign inzwischen komplett überarbeitet und von den Projektbibliotheken getestet. Diese Oberfläche wird Bestandteil einer neuen Version der Auftragsverwaltung sein, die im März zur Auslieferung erwartet wird. Die Abnahme des Systems kann erst erfolgen, wenn die neue Version getestet und für gut befunden wurde.

Verbundübergreifende Fernleihe


An der bereits vorgestellten Interimslösung einer verbundübergreifenden Fernleihe zwischen HeBIS und GBV wird zur Zeit wieder intensiv gearbeitet. Geplant ist die Vorstellung der gegenseitigen Bestellfunktion im Rahmen des Bibliothekartags.

Verschiedenes

  • Zukunft des Hessischen Zentralkatalogs
    Ende September 2002 werden alle noch verbliebenen Mitarbeiterinnen des Hessischen Zentralkatalogs ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten haben. Das bedeutet, dass nach diesem Zeitpunkt keine Signier- und Auskunftsarbeiten mehr im Hessischen Zentralkatalog geleistet werden. Die ELN des HZK wird danach nicht mehr als weiterer Kandidat in Online-Bestellungen auftauchen, die sich auf Titel vor 1960 beziehen. Das Abrufen der Online-Fernleihbestellungen, die für indirekt teilnehmende Bibliotheken bestimmt sind, übernimmt dann der Signierdienst von StUB/SeB Frankfurt.
    Andere Aufgabenbereiche wie der Betrieb der Online-Fernleihe, die Zulassung und Abmeldung zum Überregionalen Leihverkehr, die Organisation des Erfahrungsaustauchs Leihverkehr sowie die Gremien- und Informationsarbeiten im Bereich Fernleihe werden wie gewohnt weiter geführt.

 

Andrea Arndt E-Mail an AutorIn
UAG Fernleihe, Vorsitzende
UAG Elektronische Medien - Bericht über die 4. Sitzung am 20.2.2002

Im Mittelpunkt der Sitzung standen verschiedene Aspekte der Erschließung von Online-Ressourcen. Zunächst beschäftigte sich die Expertenrunde mit einem Vorschlag der Verbundzentrale, der darauf abzielte, auch bei monographischen Online-Ressourcen (überwiegend Dissertationen) - analog zur inzwischen eingeführten Praxis bei den Zeitschriften - eindeutige elektronische Adressen in die Lizenzexemplare (= automatisch erzeugte, vereinfachte Lokaldatensätze) zu übernehmen und dabei im Rahmen bestimmter Alternativen die Wünsche der Bibliotheken zu berücksichtigen.

Da vorerst nur wenige Bibliotheken am URN-Projekt für Dissertationen an Der Deutschen Bibliothek teilnehmen (siehe auch HeBIScocktail 1/2002, Rubrik "Neues von den Datenbanken"), einigte man sich darauf, der lokalen Frontpage einen hohen Stellenwert einzuräumen und diese bei der Erfassung künftig zu kennzeichnen. Damit besteht dann die Möglichkeit, gezielt diese URL in Lizenzexemplare zu übernehmen und im OPAC als eindeutigen Zugriff auf die Ressource für die Benutzer zu präsentieren.

Die UAG beschäftigte sich außerdem mit dem von der Verbundzentrale entwickelten Modell zur Verzeichnung von Zeitschriftentiteln aus Aggregator-Datenbanken (siehe auch Artikel in dieser Ausgabe). Dabei entsteht den Bibliotheken, die aus dem HeBIS-OPAC heraus auf die EZB verlinken insofern ein kleiner Nachteil, als in der EZB die Zeitschriftentitel aus Aggregatorbeständen nicht mit den "normalen" (z. B. durch den Verlag direkt vermarkteten) zusammengeführt werden. Über die angewählte EZB-Frontdoor wird vorerst nur die Nicht-Aggragator-Version aufgefunden. Dies wollten die UAG-Mitglieder jedoch in Kauf nehmen, zumal die EZB an einer Veränderung in diesem Bereich bereits arbeitet.

Frau Albrecht (HeBIS-Verbundzentrale) gab dann noch einen Bericht über die aktuellen Aktivitäten verschiedener Standardisierungsgremien, in denen sie für den HeBIS-Verbund Mitglied ist (s. auch Bericht in dieser Ausgabe). Außerdem berichtete sie über eine von Pica einberufene Workgroup, die zur Zeit Vorgaben für die Nutzung von Metadaten erarbeitet, die dann von Pica in Programmfunktionen umgesetzt werden sollen. Vorgesehen sind dabei weitgehend automatisierte Routinen für den Import und den Export von Metadaten.

Die UAG trifft sich am 26.3.2002 zu einer Sitzung außerhalb ihres üblichen Turnus. Inhalt dieser Sitzung wird ausschließlich der aktuelle Stand der Online-Dissertationen-Projekte an den einzelnen Hochschulstandorten des HeBIS-Verbundes sein. Ziel der Veranstaltung ist die gegenseitige Information und ein Austausch von Ideen. Zu der Sitzung werden auch MitarbeiterInnen der verschiedenen Projekte erwartet.

(ria)

Gremienberichte

Expertengruppe DDC Deutsch

Für das Projekt "DDC Deutsch" (Übersetzung der Dewey-Dezimalklassifikation) hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft den vom Konsortium DDC Deutsch gestellten Antrag weitgehend bewilligt (6 Personalstellen, Reisekosten und Sachmittel).
Die Übersetzung kann dann nach der Besetzung der Stellen in diesem Jahr beginnen.

Christa Wittrock
Universitätsbibliothek Kassel
Expertengruppe GKD

Bericht von den Sitzungen am 20.11.2001 und 20.03.2002 in der DDB, Frankfurt / M

Bei der konstituierenden Sitzung der Expertengruppe GKD im vergangenen November standen so viele Punkte auf der Tagesordnung, dass eine Folgesitzung im März 2002 nötig wurde. Gleichzeitig nahm eine ausführliche Diskussion zur Weiterentwicklung der GKD, die durch die bevorstehende Entscheidung zum Regelwerksumstieg ausgelöst wurde, mehr Zeit als geplant in Anspruch. Im folgenden werden nur kurz die wichtigsten Ergebnisse wiedergegeben:

  • Neue Vorsitzende der Expertengruppe: Frau Hengel (DDB, Arbeitsstelle Normdateien), Stellvertreterin: Frau Putjenter (SBB)
  • Es wird eine neue Mailingliste für die GKD-Experten bereitgestellt.
  • Für die Umsetzung der Präfix-Korrekturen (nach RAK-Änderung) wird die IT-Abteilung der DDB voraussichtlich im 3.Quartal 2002 einen maschinellen Lauf durchführen. Alle systematischen Korrekturen von Ansetzungskomplexen durch die GKD-Redaktionen werden so lange zurück gestellt. Die Verbünde werden gebeten, zunächst von entsprechenden Meldungen abzusehen. Die durchgeführten Korrekturen werden dann voraussichtlich in einer Lieferung an die Verbünde exportiert.
  • Eine neu erstellte Liste von Nachschlagewerken für Geographica (inkl. der Internetressourcen zuverlässiger Anbieter) wird demnächst von DDB online publiziert.
  • Einige RAK-Anlagen sollen aktualisiert werden (z.B. Städteliste) und im Rahmen der GKD-Informationen veröffentlicht werden.
  • Zu der strittigen Ansetzung von mehrsprachigen Schweizer Ortschaften und Kantonen wird folgendes beschlossen: bei nachgewiesener Zweisprachigkeit gilt in jedem Fall die Sprachenreihenfolge nach RAK, d.h. Deutsch vor Französisch. Deshalb wird Fribourg umgearbeitet zu Freiburg <Schweiz>.
  • Die nur in Österreich bekannten sog. Katastralgemeinden gelten nicht als Körperschaften und werden deshalb nicht angesetzt. Für Eintragungen werden die gleichlautenden Ortsteilansetzungen genutzt. In den wenigen Fällen, bei denen kein solcher Ortsteil existiert (z.B. bei Schönbrunn), wird ein Satz als Nicht-Körperschaft angelegt, der auf den entsprechenden Sachverhalt hinweist.
  • Körperschaften, deren offizieller Name aus einer Url besteht, werden unter dieser Form angesetzt. Dies bedeutet, dass ggf. die volle www-Adresse mit Schrägstrichen und Kleinschreibung, sowie - falls zu ermitteln - der Ortssitz anzugeben sind. (Beispiele: http://www.matrjoschka-online.de oder Artprice.com <Saint-Romain-au-Mont-d'Or>)
  • Weißrussland wird für die Zeit, in der Weißrussisch einzige Amtssprache war (von März 1994 bis Nov. 1996) nicht gesplittet.
  • Ende des Jahres wird DDB eine Differenzierung der unterschiedlichen Lieferanten und Redaktionen durch ihre Urheberkennungen vornehmen. Es soll dann besser möglich sein, die Urheberschaft einzelner Bibliotheksverbünde bzw. deren Zentralredaktionen zu erkennen. Die vorhandenen Datensätze sollen automatisch auf die neue Kennung umgestellt werden.
(mod)
Nach dem Umstiegsbeschluss vom 6. Dezember 2001: Wie geht es weiter mit RAK und AACR2?

Der Grundsatzbeschluss des Standardisierungsausschusses, auf AACR2 als Regelwerk und MARC21 als Datenformat umzusteigen (wir berichteten), hat heftige Diskussionen auf einschlägigen Fachlisten ausgelöst (RAK-List, INETBIB), an der sich auch amerikanische und andere AACR2 anwendende Kolleginnen und Kollegen eifrig beteiligt haben. Häufig diskutiert: die Ansetzung von Personennamen und die dazu gehörenden Normdateien sowie die Erschließung und Darstellung mehrbändiger Werke, bei denen die AACR2-Praxis stark von der der RAK abweicht.

Noch gibt es hierzu aber keinerlei konkrete Beschlüsse oder Vorgaben des Standardisierungsausschusses. Vielmehr ist die Untersuchung unter anderem dieser Punkte ein wichtiger Bestandteil der vom Ausschuss ebenfalls beschlossenen Studie des Umstiegs. Dazu hat Die Deutsche Bibliothek einen Förderantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gestellt, dem der DFG-Bibliotheksausschuss in seiner Sitzung am 7.3.2002 im Wesentlichen zugestimmt hat. Die Dauer der Studie ist auf 18 Monate angelegt und soll mit dem endgültigen Auslaufen aller Arbeiten an RAK zum Ende des Jahres 2003 beendet sein. Anschließend wird der Standardisierungsausschuss wohl über die endgültigen Rahmenbedingungen des Umstiegs und die Tragfähigkeit der entstehenden Gesamtkosten zu entscheiden haben.

Für alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen, gibt es inzwischen einige hilfreiche Angebote zur Information:

Es gibt neben den Umstiegsfragen aber auch konkrete Regelwerks-Aufgaben, die in allernächster Zukunft bewältigt werden müssen. Dort, wo es nötig und unabdingbar ist, können nämlich die RAK noch bis Ende 2003 weiter fortgeschrieben und überarbeitet werden, allerdings unter der Prämisse, dass die Regeln den AACR2 nicht zuwider laufen. Diesen Gesichtspunkt erfüllt die Neuregelung zu den Präfixen, die demnächst als 4. Ergänzungslieferung zu den RAK-WB veröffentlicht werden wird.

Als ebenfalls unaufschiebbar wird eine abermalige Revision der RAK-Musik angesehen, da diese in der Fassung von 1997 umstritten waren und von bedeutenden Musikbibliotheken (u.a. auch dem Deutschen Musikarchiv) nicht angewendet wurden. Eine Arbeitsgruppe von erfahrenen Musikbibliothekaren hat bereits einen ersten Neuentwurf vorgelegt, der jetzt noch einmal überarbeitet und dabei an AACR2 sowie an RAK-NBM angeglichen werden soll.

Ebenfalls bereits in Arbeit ist eine Empfehlung zur Katalogisierung von fortlaufenden, integrierenden Online-Ressourcen, die von einer zeitweiligen Expertengruppe erarbeitet wurde. Eine Veröffentlichung könnte im Laufe des 2. Quartals erfolgen.

Über weitere Arbeitspakete für die Weiterentwicklung der RAK wird der Standardisierungsausschuss in seiner nächsten Sitzung am 5.6.02 zu entscheiden haben. Hierzu haben HeBIS und die STUB Frankfurt Anträge gestellt, die in die gleiche Richtung zielen: eine Überarbeitung der seit Jahren äußerst dürftigen und brachliegenden Anlagen 5 und 20 der RAK-WB, die die Transliteration nichtlateinischer Schriften und die Ansetzung von Personennamen aus nichteuropäischen Ländern regeln (sollen). Wir haben deutlich gemacht, dass es untragbar ist, dass einem Bibliothekar durch das Regelwerk keinerlei Hilfestellung z.B. für die Transliteration und Ansetzung von afrikanischen oder indischen Namen an die Hand gegeben wird. Da "exotische" Literatur aufgrund global agierender Märkte heute nicht mehr ausschließlich von Sondersammelgebietsbibliotheken gekauft wird, ist bereits eine Tendenz feststellbar, dass die Ansetzungen von Personennamen in den Verbünden stark auseinanderlaufen.

Zu all dem kommt, dass die wenigen Vorgaben, die die RAK machen, leider oftmals nicht mehr dem aktuellen Stand der Usancen entsprechen. Dies wird vor allem für die hebräische Transliteration und Personennamenansetzung von der STUB Frankfurt als SSG-Bibliothek bemängelt, aber es gibt auch dringend auszumerzende Defizite bei der chinesischen und japanischen Transliteration. Die Expertengruppe Formalerschließung hat in ihrer Sitzung am 6.3.02 die Vorschläge aus dem HeBIS-Verbund sehr begrüßt und empfiehlt dem Standardisierungsausschuss die Aufnahme eines entsprechenden Paketes in den Arbeitsplan.

Es wird also im Bereich der Standardisierungsarbeit keinen Stillstand geben, sondern eine eingeschränkte, aber äußerst praxisorientierte und pragmatische Weitergestaltung unserer Regelwerke und Formate.

(ria)

Fortbildung und Veranstaltungen

Bibliotheksschule Frankfurt

Das aktuelle Fortbildungsprogramm der Bibliotheksschule Frankfurt finden Sie unter http://www.fhsbib.uni-frankfurt.de/

HeBIS auf dem 92. Deutschen Bibliothekartag in Augsburg, 09. - 12. April 2002
HeBIS wird auch dieses Jahr wieder auf dem Deutschen Bibliothekartag vertreten sein. Sie finden uns am Pica-Partner-Stand auf der Firmenausstellung in der Messe Augsburg, Halle 7, Stand E7. Zu folgenden Zeiten stehen wir Ihnen für alle Fragen und Informationen über HeBIS zur Verfügung:

Dienstag, 9. April 2002 15.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch - Donnerstag, 10. - 11. April 2002 09.00 - 18.00 Uhr
Freitag, 12. April 2002 09.00 - 14.00 Uhr

Zu allen wichtigen Neu- und Weiterentwicklungen in den Bereichen Fernleihe, Online-Ressourcen, HeBIS-Retro und OPC4 bieten wir außerdem feste Vorführtermine an. Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserem Programm unter http://www.hebis.de/neues/news/bibtag2002.html.

Besonders hinweisen möchten wir Sie auf den Vortrag von Herrn Dugall, "HeBIS-Retro: Von Zettelkatalogen zur Online-Datenbank über Scannen und OCR-Indexierung". Der Vortrag findet am Freitag, 12. April 2002, 9.00 - 9.30 Uhr im Tagungscenter, TC 1.13 statt. Im Anschluss an den Vortrag besteht am HeBIS-Stand die Möglichkeit zur Beantwortung von Fragen sowie zu einer vertiefenden Vorführung der Retro-Datenbank.

Jennifer Adler, Heike Nienerza, Anja Tröger
HeBIS-Bibliothekartagsteam
Workshop zur Internationalität in der Sacherschließung

Am 22.11.2001 fand in der Deutschen Bibliothek in Frankfurt unter dem Titel "Internationalität in der Sacherschließung - MACS und DDC" ein Workshop zur Sacherschließung statt, an dem etliche hessische Kollegen/innen teilnahmen. Berichte über den Workshop werden im "Dialog" und im "Bibliotheksdienst" erscheinen. Über MACS kann man sich unter der URL http://infolab.kub.nl/prj/macs/macsd.html schlau machen.

Christa Wittrock
UAG Sacherschließung

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Der Aperitif

Virtuelle Ostereier

Ostereier ganz anderer Art finden Sie unter http://www.mogelpower.de/easter/.

Viel Spass beim Ausprobieren !!

Impressum

HeBIScocktail 2/2002 2. April 2002)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext und PDF (zum Download) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff (gib), Andrea Arndt (ana), Monika Denker (mod), Renate Koch-Krug (rek), Heike Nienerza (hen)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@stub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 3/2002 erscheint Anfang Juli 2002.

Redaktionsschluss: 14. Juni 2002