HeBIScocktail
Ausgabe: 2002-3
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wenn Sie bei den Begriffen "ERL" und "TEL" an eine Rapversion des "Erlkönigs" bzw. an die Abkürzung für "Telefon" denken, dann haben Sie den neuesten HeBIScocktail noch nicht gelesen! Das sollten Sie umgehend nachholen, denn wo sonst erfahren Sie, wie das Programm der diesjährigen HeBIS-Roadshow aussieht? Ob rosa Fernleihscheine auch nach der Schließung des Hessischen Zentralkatalogs am 31. August eine Zukunft haben? Wie die Regeln der RAK-Ergänzungslieferung im Hessischen Verbund anzuwenden sind? Aber lesen Sie selbst, was es an Neuigkeiten im und um den Verbund herum gibt!

Viel Spaß dabei und einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Gisela Bröckerhoff
HeBIScocktail-Redaktion

Entwicklungen und Planungen im Verbund

Hessischer Zentralkatalog stellt Leihverkehrssteuerung ein: (fast) alle Nachweise der Region online verfügbar!

(Vorbemerkung: Dieser Beitrag wendet sich insbesondere auch an Kolleginnen und Kollegen, die nicht im HeBIS-Verbund arbeiten......bitte weitersagen !!)

Der Hessische Zentralkatalog (HZK) bei der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main wird zum 31. August 2002 die Steuerung des konventionellen Fernleihverkehrs (rote Leihscheine) einstellen.

Bitte berücksichtigen Sie dies künftig bei Ihrer Leitweg-Festlegung auf dem roten Fernleihschein!

Für eine kurze Übergangszeit werden rote Leihscheine, die sich zu dem genannten Zeitpunkt bereits im Umlauf befinden, noch bearbeitet, so dass keine dieser Bestellungen ins Leere läuft. Danach werden rote Leihscheine, die an den HZK geschickt werden, mit Hinweis auf die nachfolgend dargelegte Online-Nachweissituation im Hessischen BibliotheksInformationsSystem HeBIS unbearbeitet zurückgeschickt.

Die sonstigen organisatorischen Aufgaben des HZK als Leihverkehrszentrale für die Region (u.a. Neu-Zulassungen zum LV) bleiben hiervon unberührt

Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass mit Abschluss des HeBIS-Retro-Projekts in diesem Sommer der ganz überwiegende Teil der im konventionellen hessischen Zentralkatalog (Zettelkatalog) nachgewiesenen Titel/Bestände nunmehr online nachgewiesen und bestellbar ist. Damit erreicht der Fernleih-Service der gesamten Region eine nachhaltige Qualitätsverbesserung, die letztendlich allen Nutzern des deutschen Leihverkehrs in allen Regionen zugute kommt.

Es handelt sich dabei um über 8 Mio. Titelnachweise (mit Erscheinungsjahren vor 1987) aller großen leihverkehrsrelevanten Hochschul- und Landesbibliotheken in Hessen (LV-Sigel: 4, 17, 26, 30, F1, 34, 43, 66).

Im Rahmen des HeBIS-Retro-Projekts wurden die einschlägigen alphabetischen Zettelkataloge der genannten Bibliotheken gescannt (mit Signatur !) und über einen automatisch erzeugten OCR-Index (hilfsweise auch über einen manuell erstellten Leitkarten-Index) erschlossen. (s. a. Berndt Dugall: Automatisierte Katalogkonversion einer Leihverkehrsregion, in: ABI-Technik 21, H. 2/2001, S. 112-124).

Die HeBIS-Retro-Datenbank ist frei zugänglich unter der URL http://retro.hebis.de/.

Sie komplettiert damit die HeBIS-Verbunddatenbank (URL http://hebis.rz.uni-frankfurt.de/), in der seit 1987 alle Neuzugänge im Verbund sowie in geringer Auswahl auch Retro-Katalogisate mit früheren Erscheinungsjahren nachgewiesen sind.

Noch ein Hinweis zur Nutzung der HeBIS Online-Fernleihe:

Sowohl die HeBIS-Verbunddatenbank als auch die HeBIS-Retro-Datenbank können nicht nur zur Online-Recherche, sondern auch zur Online-Fernleihe genutzt werden. Diese Möglichkeit steht allen Bibliotheken in Deutschland offen, die offiziell zum Überregionalen Leihverkehr gem. LVO zugelassen sind. Voraussetzung ist ferner, dass bei diesen Online-Fernleihbestellungen die Bestimmungen der LVO eingehalten werden, insbesondere § 9 (Regionalprinzip).

Bibliotheken, die diesen Service nutzen möchten, wenden sich bitte an die

HeBIS-Verbundzentrale
Bereich Fernleihmodul
c/o Stadt- und Universitätsbibliothek
Bockenheimer Landstr. 134-138
60325 Frankfurt am Main

E-Mail: hebisfernleihe@stub.uni-frankfurt.de
Tel. 069/212-39762

Nähere Informationen zur HeBIS Online-Fernleihe für HeBIS-externe Bibliotheken finden Sie unter http://www.hebis.de/ (Bereich "Fernleihe - Online-Fernleihe für Bibliotheken").

 

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Pica-System

OCLC|Pica: Neue Webseiten

Nach der Vereinigung von Pica und OCLC zu OCLC|Pica (wir berichteten in Ausgabe 1/2002) gibt es nun für die neue Organisation auch eine neue Web-Präsenz unter http://www.oclcpica.org/. Dort finden sich in mehreren Sprachen Informationen zum Zusammenschluss, zum Organisationsplan sowie zu Produkten und Dienstleistungen. Einige Seiten befinden sich noch im Aufbau. Die bisher bekannte Pica-URL http://www.pica.nl/ funktioniert (vorerst?) ebenfalls weiter.

(ria)
Rein van Charldorp Nachfolger von Look Costers

Kürzlich wurde der langjährige Direktor von Pica, Look Costers, in den Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolger wurde zum 16. April 2002 Rein van Charldorp eingeführt. Der 49jährige, in Indonesien geborene Holländer studierte in Holland und den USA und war bislang im Konzern Reed Elsevier in verschiedenen Positionen und Ländern tätig. Rein van Charldorp sieht seine neue Aufgabe als große Herausforderung an, gelte es doch, die bestehenden Dienste von OCLC|Pica in bewährter Weise fortzusetzen, aber auch zu verbessern und auszuweiten und diese in den Gesamtkontext von OCLC Inc. einzubinden.

(ria)

Verbundprojekte

Treffen der HeDoc AG am 3. Juli 2002 in Frankfurt am Main

Nach zahlreichen Verbesserungsarbeiten lieferte die Firma Imageware Anfang Juni 2002 eine überarbeitete Version der HeDoc-Software aus. Diese wurde im Anschluss von der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main gemeinsam mit der HeBIS-Verbundzentrale intensiv getestet.

Mit Abschluss dieser Tests und weiteren Nachbesserungen durch Imageware sollte die aktuelle Version der HeDoc-Software der HeDoc AG zur Begutachtung vorgestellt werden.

Zu diesem Zweck kam am 3. Juli 2002 die HeDoc AG in Frankfurt am Main zusammen.

Bei diesem Treffen wurden zunächst die verschiedenen Funktionalitäten der HeDoc-Software vorgeführt. Obwohl die Teilnehmer verschiedene Verbesserungswünsche zusammenstellten, konnte insgesamt festgestellt werden, dass sich die HeDoc-Software nun in weiten Teilen in einem funktionsfähigen Zustand befindet. Die von der Firma Imageware noch zu bearbeitenden Punkte sind meist kleinerer Natur, lediglich Verbesserungen an der Statistik dürften aufwändiger sein.

Zusammenfassend einigte man sich abschließend darauf, dass nach Abarbeiten der wichtigsten Verbesserungswünsche das System vorläufig abgenommen und bei den Bibliotheken installiert und genutzt werden kann.

Jennifer Adler
HeBIS-Verbundzentrale, Online-Fernleihe

Neues von den Datenbanken

Neue Kataloge in HeBIS-Retro: Marburg

In HeBIS-Retro sind im April vier weitere Kataloge der Uni Marburg mit ca. 1,3 Mio. Katalogkarten eingespeichert worden. Folgende Kataloge stehen nun für Recherche sowie Fernleih- und lokale Bestellungen zur Verfügung:

  • Gesamtkatalog der Universität Marburg bis 1929
  • Dissertationenkatalog der UB bis 1986
  • Universitätsschriftenkatalog der UB bis 1986
  • Schulschriftenkatalog der UB (Schwerpunkt 1870-1930)

Es handelt sich bei diesen Katalogen um sogenannte "Leitkarten-Kataloge", die nicht wie gewohnt im Suchmenü recherchiert werden können. Sie werden auch nicht in der üblichen Weise in der Katalogauswahl angezeigt, sondern es muss über den Link "Weitere Uni Marburg" (unterhalb des Kataloges der Uni Marburg 1930-73) eine zusätzliche Katalogübersicht mit den genannten Katalogen der Uni Marburg aufgerufen werden. Der Grund für die besondere Behandlung liegt darin, dass die Kataloge einen hohen Anteil an handschriftlichen Katalogkarten aufweisen, die nicht über das OCR-Erkennungsprogramm retrievalfähig gemacht werden konnten. Daher wurde lediglich von jeder fünfzigsten Karte der Kartenkopf indexiert, und nur diese Karten sind als "virtuelle Leitkarten" im Index verzeichnet. Zu den dazwischenliegenden Karten gelangt man, indem man von der Leitkarte aus vor- bzw. zurückblättert.

Die Suche in den Leitkarten-Katalogen (im Gegensatz zum "normalen" HeBIS-Retro immer nur in einem der Kataloge möglich) geschieht mit Hilfe des Indexes und durch Blättern in den Katalogkarten. Der Index mit den virtuellen Leitkarten wird im linken Fenster angezeigt. Sie können eine gewünschte Leitkarte aufrufen, indem Sie auf den entsprechenden Eintrag im Index klicken, oder Sie können einen Suchbegriff im Feld "Leitkarte" eingeben. Bitte beachten Sie dabei, dass in diesem einzigen Suchfeld lediglich nach Indexbegriffen aus den Haupteintragungen der Leitkarten, d. h. nach Verfassernamen bzw. in selteneren Fällen nach Sachtiteln gesucht werden kann. Und bitte beachten Sie auch, dass die Eintragungen im Index nur in der Reihenfolge der Ordnungswörter zu finden sind und daher immer zuerst das erste OW als Suchbegriff eingegeben werden muss. Wenn Ihr Suchbegriff im Index verzeichnet ist, erscheint die zugehörige Katalogkarte. Ist er nicht im Index enthalten, wird die dem Suchbegriff vorangehende bzw. nachfolgende Leitkarte angezeigt. (Die vorangehende Karte erscheint bei Suchbegriffen, deren Buchstabenfolge nicht in einem Indexbegriff enthalten ist. Die nachfolgende Karte wird dagegen in den Fällen aufgerufen, in denen die Buchstabenfolge Teil eines Indexbegriffes ist. Der Grund liegt darin, dass die Suche automatisch rechts-trunkiert durchgeführt wird). Von der gefundenen Leitkarte aus können Sie den gewünschten Titel dann durch Blättern mit Hilfe der Sprungmarken suchen.

Beispiel: Sie suchen im Gesamtkatalog der Universität Marburg bis 1929 den Verfasser Franz Werfel. Ihr eingetragener Suchbegriff ist "Werfel", auf der Leitkarte erscheint aber "Werdum, Alexander v.". Das bedeutet nun nicht unbedingt, dass keine Werke von Werfel verzeichnet sind, sondern nur, dass zu "Werfel" keine virtuelle Leitkarte existiert und somit kein Eintrag im Index zu finden ist. Sie müssen daher von der Leitkarte mit dem Eintrag "Werdum, Alexander v." weiterblättern, um den Suchbegriff "Werfel" zu finden.

Wenn Sie Ihren Titel gefunden haben und eine Bestellung aufgeben möchten, klicken Sie wie gewohnt den Button "Bestellen" an, und ab hier läuft alles wieder in den üblichen Bahnen.

"Lokale Sicht"

Mittlerweile ist das Programm für "lokale Sichten" auf HeBIS-Retro realisiert worden. Damit können die Lokalsysteme nun festlegen, dass dem Benutzer beim Zugang über den lokalen OPAC in HeBIS-Retro nur die Kataloge der eigenen Bibliothek bzw. des eigenen Lokalsystems angeboten werden. Es gibt zwei Varianten:

  1. Im Suchmenü sind ausschließlich die lokalen Kataloge zu sehen, ohne Möglichkeit einer Katalogauswahl. Diese lokale Sicht ist im Lokalsystem Frankfurt installiert.
  2. Es werden alle Kataloge angeboten, aber der/die lokale/n Katalog/e sind mit einem Häkchen markiert. Für diese Variante hat sich z.Zt. das Lokalsystem Gießen/Fulda entschieden.

Nächster Projektschritt

Als nächstes wird der Alphabetische Katalog der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden in HeBIS-Retro eingespeichert. Zur Zeit werden die Tests vorgenommen, ab August steht er dann für Recherchen und Bestellungen zur Verfügung.

(elr)
Änderungen am Kategorienschema

Im Zuge der Umstellung auf CBS4 hatte die HeBIS-Verbundzentrale vor einiger Zeit einige kleine Änderungen am Kategorienschema angekündigt und mit den LBS abgestimmt. Zur Umsetzung in der HeBIS-Datenbank wurde am Pfingstwochenende ein entsprechender Bereinigungslauf durchgeführt.

Die angekündigten Änderungen wurden mit einer Ausnahme akzeptiert: Die Kategorie 4400 (PI-Köpfe) wird noch weiterhin benötigt, bleibt also erhalten.

Änderungen bei der Katalogisierung gibt es bei folgenden Kategorien:

  • 1700: 2. und weiteres Erscheinungsland werden mit "/1" eingeleitet. Z.B.: 1700 /1us/1gb
  • 4200: neu, ersetzt 3220 $b (zusätzliche Indexeinträge)

Folgende Kategorien werden gelöscht und in Zukunft nicht mehr verwendet:

  • 2080: alte Werksatznummer aus HEBIS-KAT
  • 4201, Subfeld $b: kurzzeitig von der ZDB für die Lizenzangabe bei Online-Publikationen benutzt
  • 43XX: zusammenfassende Bestandsangaben zu Registern und Beilagen
  • 4801, Subfeld $b: kurzzeitig von der ZDB für die Lizenzangabe bei Online-Publikationen benutzt
  • 7100, Subfelder $b, $j: IBL-Code
  • 73XX: Signaturen von Registern und Beilagen
  • 9999: BIK aus ISBN-Register
(anh)

Mitteilungen der Verbundzentrale

4. RAK-Ergänzungslieferung

Die Arbeitsstelle für Standardisierung und die Abteilung Zentrale bibliographische Dienstleistungen Der Deutschen Bibliothek haben zur Veröffentlichung der 4. RAK-Ergänzungslieferung Folgendes bekanntgegeben:

Die Veröffentlichung der 4. RAK-WB-Ergänzungslieferung ist vom Standardisierungsausschuss genehmigt worden. Die Ergänzungslieferung wird Neuregelungen zur Ansetzung von Präfixen und Verwandtschaftsbezeichnungen enthalten.

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, die den Vertrieb des Grundwerks RAK-WB und der bisherigen drei erschienenen Ergänzungslieferungen vom eDBI übernommen hat, wird nicht wie ursprünglich beabsichtigt auch den Vertrieb der 4. RAK-WB-Ergänzungslieferung durchführen können.

Die Adressdatei der RAK-WB-Abonnenten steht Der Deutschen Bibliothek leider nicht zur Verfügung, sodass wir uns auf verschiedenen Informationskanälen an alle Interessenten und die früheren Abonnenten der RAK-WB wenden möchten.

Erscheinungstermin

Die Deutsche Bibliothek wird Ende Mai/Anfang Juni 2002 die 4. RAK-WB-Ergänzungslieferung veröffentlichen. Wir informieren, sobald die Veröffentlichung vorliegt.

Erscheinungsform

A) online

Sie können den Text kostenlos ueber den FTP-Server Der Deutschen Bibliothek <ftp://ftp.ddb.de/pub/standardisierung/regelwerke> abrufen. Wenn Sie keinen einseitigen Ausdruck wünschen, könnten Sie sich ggf. selbst zweiseitig bedruckte Ergänzungsseiten herstellen.

B) Druck

Sie können alternativ zum Preis von 10.00 € (inkl. Versandkostenpauschale) eine zweiseitig bedruckte Ergänzungslieferung beziehen über: Die Deutsche Bibliothek, Zentrale bibliographische Dienstleistungen, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt, Fax: 069/1525-1636, E-Mail: junker@dbf.ddb.de



Inzwischen steht der Text unter der Adresse ftp://ftp.ddb.de/pub/standardisierung/regelwerke/rak-wb/RAK_WB_ErgLfg4.pdf tatsächlich zur Verfügung. Damit sind die betreffenden Regelwerksänderungen in Kraft gesetzt (zur Anwendung im HeBIS-Verbund siehe Beitrag in dieser Ausgabe).

Die nationalen Normdateien (GKD, PND, SWD) haben die Anwendung der neuen Regeln verbindlich für Neuaufnahmen bzw. Neuansetzungen bekanntgegeben. Bis Ende dieses Jahres sollen in aufwendigen maschinellen Läufen auch die Altdaten soweit möglich bereinigt und allen Anwendern zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. HeBIS wird zu gegebener Zeit über die Umsetzungsaktivitäten berichten.

Eine Vorlage zur entsprechenden Anpassung der Präfix-Regelungen in den RSWK (§ 202a) befindet sich zur Zeit zwar noch in der Abstimmungsphase, ist aber wegen der gewünschten Konsistenz der beiden Regelwerke bereits vorab veröffentlicht worden ftp://ftp.ddb.de/pub/standardisierung/regelwerke/rswk und wird zur Anwendung empfohlen.

(ria)
4. RAK-Ergänzungslieferung - Anwendung im hessischen Verbund

Die 4. Ergänzungslieferung der RAK-WB ist erschienen und wie immer sollen die Regelungen ab dem Zeitpunkt des Erscheinens im hessischen Verbund angewendet werden.

Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Behandlung von Präfixen (Präpositionen, Artikel und Verschmelzungen von Artikel und Präpositionen), Verwandtschaftsbezeichnungen und des Attributs "Sankt".

In Personennamen und Sachtiteln sollen sie im Allgemeinen vorlagegemäß, bei Körperschaften entsprechend dem offiziellen Namen angesetzt werden.

Maschinelle Korrekturläufe bei den Altdaten:

Systematische Korrekturen in den Normdateien (GKD, PND) werden voraussichtlich erst ab September 2002 erfolgen können, nach dem Abschluss des Projektes GUM-DDB (Migration des Pica-Zentralsystems von Tandem-Guardian nach SUN-Unix).

Die Korrekturlieferungen der GKD werden dann in die HeBIS-Verbunddatenbank eingespielt werden.

Da aber HeBIS keine Personennamendatei besitzt, können von der PND auch keine Korrekturen übernommen werden.

Inwieweit eine maschinelle Umsetzung der Personennamen im Verbund möglich ist, wird von VZ und BDV geprüft. Dies gilt auch für den Bereich Sachtitel.

Für die Katalogisierung im Verbund bedeutet dies:

Beim Erstellen einer neuen Einheitsaufnahme werden die neuen Regeln angewendet.

Um für den Zeitraum bis zur maschinellen Umsetzung die Suchbarkeit von alter und neuer Form zu gewährleisten, muss von der alten Ansetzungsform verwiesen werden.

Personennamen

werden nach den neuen Regeln angesetzt. Die alte Ansetzungsform wird als Verweisungsform erfasst. Eine rückwirkende Korrektur ist fakultativ.

Beispiele:

Neue AF: Verweisung von der alten AF:
La Fontaine, Jean de LaFontaine, Jean de
Von der Heydt, Vera VonDerHeydt, Vera
Fitz Gerald, Thomas FitzGerald, Thomas
M'Arthur, James MacArthur, James
Abu Jaber, Hassan AbuJaber, Hassan
St. Goar, Ludolph Sankt Goar, Ludolph



Körperschaften

werden nach den neuen Regeln angesetzt. Die alte Ansetzungsform wird als Verweisungsform erfasst. Die Korrekturen bei den Altdaten werden von der GKD geliefert.

Beispiele:

Neue AF: Verweisung von der alten AF:
Los Angeles <Calif.> / Department of Airports LosAngeles <Calif.> / Department of Airports
Diocèse <Le Havre> Diocèse <LeHavre>



Sachtitel

werden nach den neuen Regeln angesetzt. Ist die neue Auflage eines Werkes unter der neuen Form anzusetzen, wird empfohlen, rückwirkend auch die früheren Auflagen unter der neuen Form anzusetzen, um dadurch dem Benutzer eine möglichst erfolgreiche Recherche zu bieten.

Beispiele:

Neue AF: Verweisung von der alten AF:
Vom Rio Grande zum La Plata Vom Rio Grande zum LaPlata
Von Nürnberg nach Den Haag Von Nürnberg nach DenHaag
(rek)
Gelöschter Teilnehmer: Bibliothek der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung in Wiesbaden (Wi 24, ELN 3043)

Die Bestandsdaten der Bibliothek der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung in Wiesbaden wurden gelöscht. Die Bibliothek nahm schon seit einigen Jahren nicht mehr aktiv am hessischen Verbund teil, sie existiert aber weiterhin.

(caw)
LoC-Authorities jetzt auch aktuell via World Wide Web

Die Library of Congress hat zum 1. Juli 2002 einen neuen Dienst eingerichtet, mit dem direkt via WWW in ihren Authority-Einträgen gesucht werden kann. Damit wird insbesondere die Ansetzung von Personennamen erleichtert, für die eine Recherche in den LoC-Authority-Files gemäß RAK-WB vorgeschrieben ist. Neben den Normdaten für Personennamen stehen auch die Subjects-, Title- und Name-/Title-Headings zur Verfügung.

Die Datenbank ist zu erreichen unter der Adresse http://authorities.loc.gov/. Die Recherche erfolgt komfortabel über eine Suchmaske, zu der es eine umfangreiche Hilfestellung gibt. Aus der Headings List heraus lässt sich gezielt der gesuchte Eintrag anwählen und der Normdatensatz in Vollanzeige (d.h. mit allen Verweisungsformen) darstellen. Zur Illustrierung hier der Eintrag für Johann Wolfgang von Goethe als Screenshot (Ausschnitt):

LOC Authority Files

(ria)
Neue DDC-Sachgruppen im Wöchentlichen Verzeichnis der Deutschen Nationalbibliographie geplant

Die Deutsche Bibliothek beteiligt sich seit zwei Jahren maßgeblich an der Einführung der Dewey Decimal Classification (DDC) im deutschsprachigen Raum. Als erster konkreter Schritt ist ab 2003 die Umstellung der bisherigen Sachgruppen des Wöchentlichen Verzeichnisses auf eine an DDC orientierte Gliederung beabsichtigt. DDB wird diesen Schritt aber in enger Abstimmung mit den Nutzern ihrer zentralen bibliographischen Dienstleistungen tun und hat deshalb eine Umfrage unter allen Beziehern gestartet, mit der eine Bewertung des Gliederungsentwurfes erfolgen soll.

Nähere Informationen hierzu erteilt die

Abteilung Zentrale bibliographische Dienstleistungen Der Deutschen Bibliothek
Frau Claudia Werner
Telefon 069/1525-1630
E-Mail: werner@dbf.ddb.de

(ria)
Umsetzung der neuen Ansetzungsregeln für Präfixe und Verwandtschaftsbezeichnungen in der SWD

Die Veröffentlichung der 4. RAK-WB-Ergänzungslieferung sowie die entsprechende Anpassung der RSWK haben auch in der SWD Auswirkungen auf die Behandlung von Präfixen und Verwandtschaftsbezeichnungen. Die SWD hat daher folgende Vorgehensweise beschlossen:

Neuansetzungen

  • Für alle Neuansetzungen in allen Schlagwortkategorien gelten die neuen Regelungen uneingeschränkt.
  • Neuansetzungen von Geographika: Es wird immer eine Verweisung von der alten Ansetzungsform gemacht.
  • Neuansetzungen von Körperschaften: Es wird immer dann eine Verweisung von der alten Ansetzungsform gemacht, wenn zwischen der Neuansetzung und bereits vorhandenen Ansetzungen eine Beziehung besteht (z.B. bei Neuansetzungen von untergeordneten Körperschaften).
  • Neuansetzungen von Personen: nach den neuen Regeln
  • Neuansetzungen von Werktiteln: nach den neuen Regeln. Wenn die Neuansetzung eines Werktitels unter einer zu korrigierenden Form eines Personennamens erfolgt, wird vorher dieser Satz korrigiert.

 

Korrekturen

  • Bis auf die Personennamen, die automatisch umgesetzt werden sollen, werden alle Schlagwortsätze manuell von der Deutschen Bibliothek korrigiert.
  • Die korrigierten Datensätze werden über den normalen Änderungsdienst ausgeliefert und stehen damit auch in HeBIS zur Verfügung.
  • Die Korrekturen beginnen bereits diese Woche. Die Schlagwortkategorien werden in folgender Reihenfolge bearbeitet:
    1. Geographika (Juli / August)
    2. Körperschaften (September)
    3. Personen und Werktitel (Oktober, sofern die automatische Umsetzung der PND Ende September erfolgt ist)
  • Korrekturen von Geographika: Die alte Ansetzungsform wird zur Verweisungsform.
  • Korrekturen von Körperschaften: Die alte Ansetzungsform wird zur Verweisungsform.
(caw)
VLB-Meldung wird ab Januar 2003 gleichzeitig CIP-Meldung

"Neuerscheinungsdienst" ersetzt Reihe N der Deutschen Nationalbibliographie

Ab Januar 2003 ist jede VLB-Meldung eines Verlages gleichzeitig auch die Meldung an die Deutsche Bibliothek; eine gesonderte CIP-Meldung entfällt. Die Deutsche Bibliothek übernimmt die Daten der Meldung in eine zentrale Datenbank, aus der ein "Neuerscheinungsdienst" generiert wird, der die bisherige Reihe N der Deutschen Nationalbibliographie ablöst. Eine bibliothekarische Einheitsaufnahme für neue Titel wird erst nach Ablieferung an DDB erstellt. Diese wird dann auch dem VLB zur Verfügung gestellt, um dort die Qualität der Daten weiter zu verbessern. Mehr zu dem neuen Verfahren und seine Hintergründe können Sie auf den WWW-Seiten Der Deutschen Bibliothek nachlesen (http://www.ddb.de/news/pressemitt_vlb_cip.htm).

(ria)
Fernleihe
HeBIS Online-Fernleihe - Neue Entwicklungen bei der Direktzustellung von Kopien

Alle zur HeBIS Online-Fernleihe angemeldeten Benutzer haben seit März 2002 die Möglichkeit, sich Kopien aus Zeitschriften direkt zustellen zu lassen. Der Benutzer konnte dabei bislang zwischen den Versandarten Post, Fax oder E-Mail auswählen.

Dieser Service wurde nun weiterentwickelt - neben einer Ausweitung der Bestellmöglichkeiten steht dem Benutzer auch eine zusätzliche Versandart zur Verfügung.

1. Ausweitung der Bestellmöglichkeiten

Seit Mitte Juni 2002 können Benutzer eine Direktzustellung nicht mehr nur von einer Zeitschriftenaufnahme aus starten, sondern nun kann der Benutzer die Direktzustellung von Kopien auch von einer Monographienaufnahme oder von einem Aufsatzdatensatz aus nutzen.

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise zu diesen neuen Bestellmöglichkeiten:

a) Aufsatzdaten (HeBIS-Verbundkatalog mit Zeitschriftenaufsätzen)

Der Benutzer hat jetzt im Bestellformular die Möglichkeit, zwischen Normaldienst oder Direktzustellung auszuwählen.

Voreingestellt ist der Normaldienst und die Lieferantenliste am Ende des Bestellformulars entspricht zunächst dieser Einstellung.

Ändert der Benutzer den Lieferdienst in Direktzustellung um, wird nach Abschicken seines Passwortes die Liste der Lieferbibliotheken an diesen Dienst angepasst.

Indem der Benutzer ein zweites Mal sein Passwort einträgt, gibt er die Bestellung auf.

b) Monographien

  • Keine der besitzenden Bibliotheken bietet Direktzustellung an

    Der Benutzer bekommt im Bestellformular nur den Normaldienst angeboten.
  • Mindestens eine der besitzenden Bibliotheken bietet Direktzustellung an

    Der Benutzer kann zwischen Normaldienst und Direktzustellung auswählen. Voreingestellt ist der Normaldienst. Am Ende des Bestellformulars bekommt der Benutzer eine Liste der *möglichen* Lieferbibliotheken angezeigt (in dieser Liste sind alle Bibliotheken aufgeführt, die den Normaldienst anbieten).

    Stellt der Benutzer den gewünschten Lieferdienst in Direktzustellung um, kann die Liste der Lieferbibliotheken aus technischen Gründen nicht entsprechend angepasst werden (keine Validation möglich!) - die Liste der *möglichen Lieferbibliotheken* bleibt bestehen. Intern wird diese Bestellung aber nur an die Bibliotheken der Lieferantenliste weitergeleitet, die den Direktzustelldienst im Angebot haben!

2. Neue Versandart

Dem Benutzer wird zukünftig zusätzlich zu den Versandarten Post, Fax und E-Mail auch noch die Versandart Download angeboten. Damit steht dem Benutzer neben der E-Mail-Lieferung noch eine zweite Form der elektronischen Zustellung zur Verfügung.

Bei der Versandart "E-Mail" bekommt der Benutzer seine Bestellung als Attachment (Anhang) an eine E-Mail angehängt. Durch dieses Verfahren werden die verschickten Mails schnell sehr groß. Dies kann teilweise zu Problemen führen, da bei vielen E-Mail-Accounts die Größe von empfangbaren E-Mails limitiert ist!

Hier bietet die Versandart "Download" Vorteile. Bei dieser Versandart erhält der Benutzer zwar auch eine E-Mail, anstatt des Attachments wird ihm aber in der E-Mail ein Link angeboten. Durch einfaches Anklicken dieses Links lädt sich der Benutzer seine Bestellung von einem fremden Server auf seinen eigenen PC herunter.

Bei beide Versandarten (E-Mail oder Download) benötigt der Benutzer zum Lesen der gelieferten Daten den "Adobe Acrobat Reader"®. Die für sein Betriebssystem passende Version kann sich der Benutzer von der Adobe-Homepage unter http://www.adobe.de/ kostenlos herunterladen.

(jea)
Monographien
Neues Handbuch-Kapitel "Schriftenreihen"

Mit dem Kapitel "Schriftenreihen" konnte eines der letzten noch ausstehenden Kapitel des Katalogisierungshandbuchs fertiggestellt werden (siehe Handbuch-Änderungen, Neue Kapitel).

Das Kapitel wurde völlig neu konzipiert und umfasst die ehemaligen HELP-Themenbereiche:

  • Nr. 70, Bände ohne Stücktitel bei Schriftenreihen,
  • Nr. 71, Zur Aufnahme von Zeitschriftenbänden, die in Schriftenreihen erscheinen,
  • Nr. 72, Erfassungsanweisungen für Spezialfälle bei Schriftenreihenaufnahmen,
  • Nr. 73, Laufend erscheinende Register zu einer Schriftenreihe,
  • Nr. 75, Katalogisierung von Schriftenreihenbänden, die nachgedruckt oder kommerziell auf Mikroform reproduziert wurden,
  • Nr. 80, Zur Aufnahmen von fortlaufenden Sammelwerken mit Titelschwankungen,
  • Nr. 81, Regelung für Titelschwankungen bei Paralleltiteln.

Außerdem wurden Verbundfestlegungen zu den RAK-Paragraphen aufgenommen, die sich auf den Bereich Schriftenreihen/Schriftenreihenbände beziehen, z.B. Gesamttitelangabe, Bandzählung u.ä.

Einen gesonderten Beispielteil gibt es nicht, statt dessen wurden die Beispiele direkt bei den entsprechenden Textstellen eingefügt.

Da das Kapitel ziemlich umfangreich geworden ist, wurde ihm ein Inhaltsverzeichnis vorangestellt. Es ist aber auch über zahlreiche Indexeinträge im Handbuch-Register erschlossen.

(rek)

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Fulda - Hochschul- und Landesbibliothek
Sanierung des Standorts Heinrich-von-Bibra-Platz

Der Standort Heinrich-von-Bibra-Platz der HLB Fulda (ehemals Landesbibliothek) bedarf einer grundlegenden Sanierung. Wir geben hier vorab einige - vorläufige - Informationen:

Die HLB Fulda wird am Heinrich-von-Bibra-Platz ab 1.8.2002 bis voraussichtlich Ende 2003 geschlossen.

Interimsarbeitsplätze werden auf dem Campus der FH in ehemaligen BGS-Gebäuden eingerichtet.

Im Bereich der Innenstadt (Kanzlerpalais) ist ab Ende September 2002 mit dem Freihandbestand und mit einer Auswahl des Lesesaalbestandes ein provisorischer Benutzerbetrieb vorgesehen.

Die Fernleihe wird ab 5.8.2002 vorübergehend am Standort Marquardstraße (FH-Campus) eingerichtet. Ab Ende September ist sie dann ebenfalls im Kanzlerpalais zu finden.

Alle übrigen Bestände sind während der gesamten Schließzeit ausgelagert und somit nicht zugänglich.

Genoveva Raatz
Hochschul- und Landesbibliothek Fulda
Gießen - Universitätsbibliothek
Seit einen Jahr erfolgreich für Hessen im Einsatz: ERL-Server in Gießen

Der Netzwerkzugriff via Gießener ERL-Server

Bibliographische Datenbanken der Firma Ovid-Technologies (früher SilverPlatter) stehen Literatursuchenden aus Hessen seit einem Jahr über den sogenannten Gießener ERL-Server zur Verfügung. Die Netzwerk-Software ERL (Electronic Reference Library) durchsucht die Datenbanken entsprechend der eingehenden Anfragen. Die Treffer werden dann mittels der Oberfläche WebSPIRS im Webbrowser präsentiert. Die Software ermöglicht aber nicht nur die Suche nach Buch- und Aufsatztiteln: ERL integriert unter einer Oberfläche Links zu Bestandsnachweisen und Zugriff auf den elektronischen Volltext über SilverLinker. Ebenfalls ist die Anbindung des Literaturverwaltungsprogramms EndNote möglich.

Die ERL-Software und die in Hessen konsortial erworbenen Datenbanken von Ovid-Technologies wurden zentral auf einem Server des Bibliothekssystems der Justus-Liebig-Universität in Gießen installiert. Die Zugriffskontrolle auf die lizenzierten Datenbanken erfolgt über IP-Checking. Dieser Service besteht erfolgreich seit Januar 2001.

SilverLinker - Links zum Volltext

Die UB verfügt mittlerweile über ca. 4500 gemeinsam mit anderen hessischen Bibliotheken und den Verlagen ausgehandelte Zeitschriftenlizenzen, die auf digitalem Wege entweder recherchierbar oder gar im Volltext lesbar sind. Vorausgesetzt, die Bibliothek verfügt über eine Zeitschriftenlizenz, navigiert SilverLinker Literatursuchende von bibliographischen Einträgen direkt zum elektronischen Volltext der zitierten Zeitschriften, die die Verlage oder Zeitschriftenagenturen auf ihren Servern bereitstellen.

WebSPIRS

Nun noch ein paar Worte zur Browseroberfläche WebSPIRS. Sie bietet:

  • Zugriff über die Browser-Oberfläche (also: es ist keine zusätzliche Software notwendig)
  • Standardsuchen für verschiedene Nutzerlevels von Anfänger bis Experten:
    Einfache Suche, Komplexe Suche, Thesaurus und Index
  • Speicherung von Suchstrategien
  • Link zu Bestandsinformationen im HeBIS-OPAC
  • Zugriff auf Volltexte über SilverLinker
  • Versenden der Recherche-Ergebnisse per E-Mail möglich

SDI: Per E-Mail auf dem Laufenden bleiben (Geplant)

Möchten Sie per E-Mail benachrichtigt werden, wenn in einer der hier angebotenen Fachdatenbanken neue Dokumente Ihres Interessensgebiets erscheinen? Künftig müssen Sie dem System lediglich das gewünschte Thema und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen. Dieser Service wird in Kürze freigegeben.

Selbstverständlich sind diese Serviceleistungen nicht nur in den Räumen der Bibliothek zu nutzen, sondern auch per Internet im Institut oder am häuslichen PC (bei Einwahl über die Hochschule).

Anm. d. Red.: Weitere Infos zum ERL-Server finden Sie auf den Internetseiten der UB Gießen unter http://dbs.ub.uni-giessen.de/dbs/faq_lang.php?id=18.

Susanne Ramsbrock
Universitätsbibliothek Gießen, Stellv. Leiterin Abt. Informationsmanagement

Aus den Verbundgremien

Das HeBIS-Konsortium: Aktueller Stand der Aktivitäten

Geschäftsstelle/Organisation

Das Konsortium existiert inzwischen zweieinhalb Jahre. Am 1. Juli 2001 hat die Geschäftsstelle eigene Räume bezogen und ist seitdem hauptamtlich mit zwei Mitarbeitern besetzt. Zu den im Artikel 2.2.3 der Verbundordnung verankerten Hauptaufgaben:

  • Vorbereitung der Sitzungen,
  • Umsetzung der Beschlüsse,
  • Vertragsverhandlungen mit Anbietern und Verlegern,
  • Vertretung der AG HeBIS-Konsortium in überregionalen Gremien

kommen zahlreiche Tätigkeiten hinzu, die nicht alle vorhersehbar waren:

  • Pflege der Kontakte zu Anbietern, Teilnehmern und Gremien,
  • Ermittlung der Interessen der einzelnen Standorte,
  • Ausloten gemeinsamer Handlungsmöglichkeiten der beteiligten Bibliotheken,
  • Koordination überregionaler Konsortiallizenzen,
  • Markterkundung,
  • Besuche von Messen und Kongressen,
  • zentrale Aufbereitung und Verwaltung der Nutzungsstatistiken,
  • Erarbeitung von Markt- und Nutzungsanalysen,
  • Aufbereitung von Angeboten,
  • Prüfung der Lizenzbedingungen,
  • Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen für die AG HeBIS-Konsortium,
  • zentrale Finanzplanung und Mittelverwaltung,
  • Rechnungsstellung einschließlich Mahnverfahren,
  • Terminverwaltung,
  • zentrale Freischaltung und Pflege der IP-Adressen,
  • zentrale Organisation und Durchführung von Testläufen,
  • zentrale Reklamation fehlender Daten,
  • Unterstützung der zentralen Katalogisierung durch Pflege von Titellisten,
  • Informationsveranstaltungen, Schulungen,
  • Projektdokumentation durch Pflege der Homepage, interne Berichte, Vorträge, Veröffentlichungen.

Zur Zeit sind wir dabei, die internen Abläufe zu normieren und zu straffen und neue Geschäftsgänge zu etablieren, um über der Detailarbeit die Kernaufgaben nicht zu vernachlässigen. Wir werden auch die Form der Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbibliotheken, dem Rechenzentrum, der Verbundzentrale und der koordinierten EZB-Verzeichnung in unsere Überlegungen einbeziehen.

Hohe Priorität haben Markt- und Nutzungsanalysen. Es ist zwar davon auszugehen, dass auch im nächsten Jahr wieder zentrale Mittel zur Verfügung stehen werden. Wir sind jedoch an eine Grenze gelangt, die das Konsortium zunehmend vor die Entscheidung stellt, entweder das Angebot einzufrieren, oder die Eigenbeteiligung zu erhöhen. Wir brauchen, wie das NRW-Konsortium, Kostenmodelle, die uns in die Lage versetzen, auch bei geringerer oder eventuell ausbleibender Förderung das Programm fortzuführen. Dafür müssen Daten erhoben und ausgewertet, es müssen Pläne entwickelt und diskutiert werden. Hierzu ein Beispiel:

Im Jahre 2001 wurden vom Frankfurter ScienceDirect-Server rund 300.000 Aufsätze im Volltext aus rund 600 Elsevier-Zeitschriften herunter geladen. Legt man die Gesamtkosten für alle Print-Abonnements im Konsortium zuzüglich der Lizenzkosten für den Cross Access einschließlich USt zugrunde, hat ein Download im Durchschnitt 6,34 € gekostet. Anders als beim Subito-Lieferdienst, der in jedem Fall ein Abonnement vor Ort voraussetzt, erhält der Nutzer seinen Aufsatz ohne Kostenbeteiligung und ohne Zeitverzögerung direkt am Arbeitsplatz oder nachts zu Hause auf den Bildschirm und den Drucker. In der Bibliothek entsteht kein Personalaufwand.

Untersuchungen dieser Art müssen auch für die anderen Zeitschriftenpakete durchgeführt werden. Sie sind eines von mehreren Argumenten für oder gegen die Weiterführung von Verträgen. Im Falle Elsevier wird die elektronische Nutzung in 2002, das lässt sich bereits nach den ersten Monaten feststellen, beachtlich steigen, weil an den Zentralbibliotheken keine Printexemplare mehr vorhanden sind.

Profundes Datenmaterial zum Nutzungsverhalten oder zu Preisentwicklungen stärkt auch die Verhandlungsposition gegenüber den Geschäftspartnern.

Wir erhalten Nutzungsstatistiken von Verlagen und anderen Anbietern in verschiedenen Intervallen und Formaten, auf der Basis unterschiedlicher Parameter. Allmählich setzt sich bei den Nutzungsstatistiken für Zeitschriften ein Standard durch, der von der ICOLC (International Coalition of Library Consortia) erarbeitet und veröffentlicht wurde. Zur Zeit bereitet Herr Rauch die eintreffenden Daten auf und verschickt sie per Mail-Attachment an die Teilnehmer. Wir wollen dieses Verfahren vereinfachen und für alle Beteiligten transparenter und komfortabler gestalten. Es ist geplant, alle Nutzungsstatistiken auf einen zentralen Server zu legen, auf den die Teilnehmer über ein Passwort zugreifen können. Ein Auswertungsprogramm wurde bereits im Rahmen des von der StUB Frankfurt a.M. und der UB Potsdam durchgeführten Projekts "Perspektiven für den Bezug elektronischer Informationsressourcen" entwickelt. Es muss aber noch eine Schnittstelle programmiert werden, die den Import der unterschiedlichen Formate und deren Weiterverarbeitung ermöglicht. Wir hoffen, bis zum Jahresende in diesem Bereich ein gutes Stück voran zu kommen.

Bis dahin werden wir auch den Ablauf der Reklamationen von fehlenden Daten so weit normiert haben, dass vermisste Bände und Hefte schneller zur Verfügung stehen und weder in der Geschäftsstelle noch vor Ort unnötige Doppelarbeit entsteht. Während Reklamationsverfahren im Printbereich auf allen Seiten voll automatisierte Routine sind, befinden sich Anwender und Anbieter bei der Verwaltung von E-Journals noch in der Lernphase.

Soweit ein Schnappschuss von der augenblicklichen Arbeitssituation und den Schwerpunkten in der Geschäftsstelle.

Finanzen

Für den Neuerwerb und die Weiterführung von Lizenzen stellt das HMWK auch in 2002 wieder 1.000.000 € zur Verfügung. Hinzu kommen 100.000 € für Personalkosten in der Geschäftsstelle und für Kosten, die im Rahmen der zentralen Server entstehen.

Angebot

Es laufen Lizenzen für 34 Datenbanken, davon allein 10 im Bereich Naturwissenschaften und Medizin. Bei 19 Datenbanken handelt es sich um Web-Versionen. Hinzu kommen rund 50 Produkte, die online über das Fachinformationszentrum Karlsruhe genutzt werden können und 10 Datenbanken, auf die im Rahmen eines Vertrages mit dem Fachinformationszentrum Technik zugegriffen werden kann. Diese Option wird in erster Linie von der TU Darmstadt wahrgenommen. Darüber hinaus besteht eine Lizenz für die Jahrgänge 1998 – 2002 der Aufsatzdatenbank SwetScan, die in den Verbundkatalog integriert ist. (Herr Dr. Rauch hat dieses Angebot in Frankfurt, Darmstadt, Kassel und Marburg vorgestellt.)

Das Angebot an E-Journals umfasst 2.920 Titel aus 12 Verlagen. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf den STM-Fächern. Hinzu kommen mehr als 1.000 Zeitschriften, die für die vier Lizenznehmer der Datenbank Business Source Elite im Volltext zur Verfügung stehen. Da sich das Titelspektrum mit dem Angebot der Verlage überschneidet, können wir im Augenblick den genauen Umfang der Titelerweiterung durch BSE nicht angeben.

10 Produkte wurden im Rahmen überregionaler Konsortien lizenziert. Das HeBIS-Konsortium hat die Federführung beim Projekt Muse und der Digital Library der Association of Computing Machinery, für die wir inzwischen 27 Lizenznehmer (davon einen in Italien) notiert haben.

Details finden Sie unter http://www.hebis.de/hebis-konsortium/index.html

Neu im 2. Halbjahr 2002

  • Annual Reviews: 29 Jahrbücher aus den Bereichen Biomedizin, Physik und Sozialwissenschaften. Lizenznehmer sind die StUB Ffm und die UBs Kassel und Giessen. Die Printversionen können abbestellt werden.
  • Oxford Reference Online: 100 Nachschlagewerke von Oxford University Press. Lizenznehmer sind die UBs Darmstadt, Giessen, Frankfurt, Kassel, Marburg und Mainz.

Laufende Verhandlungen

  • ACS Journal Archives: Die American Chemical Society bietet ein elektronisches Archiv ihres gesamten Zeitschriftenbestandes rückwirkend bis 1879 an. Es steht noch bis Ende Juni für den Testzugriff zur Verfügung.
  • Oxford Journals: Ca. 130 Titel quer durch alle Wissensgebiete. Der Vertrag steht kurz vor dem Abschluss. Lizenznehmer werden die UBs Giessen, Marburg und Mainz sein.
  • PsycArticles von OVID/Silverplatter oder EBSCO: 42 Zeitschriften der American Psychological Association. Lizenzbeginn soll der 01.01.03 sein. Wegen der extrem hohen Kosten für eine Campuslizenz kommt nur die eingeschränkte Nutzung für die psychologischen Fachbereiche in Frage. Der Versuch, ein größeres Konsortium auf die Beine zu stellen, um höhere Rabatte zu erzielen, ist gescheitert. Wir hoffen, dass sich wenigstens fünf Interessenten zusammen finden. In Hessen sind nur die UBs Giessen und Frankfurt bereit, an einer Lizenz teilzunehmen.
  • LWW von OVID/Silverplatter: 211 medizinische Zeitschriften von Lippincott. Es bestehen keine großen Chancen, dass wir für dieses Produkt zu einem Abschluss kommen.
  • RILM Abstracts of Music Literature: Voraussichtliche Lizenznehmer werden die UBs Darmstadt, Giessen, Frankfurt und Marburg und die Hochschule für Musik in Frankfurt sein.
  • E-Journals der Royal Society of Chemistry: Die UBs Darmstadt und Kassel und die SeB Frankfurt werden sich voraussichtlich ab 01.01.03 an einer Lizenz des NRW-Konsortiums beteiligen.
  • Wiley: Wir bemühen uns sehr, in den Vertrag mit dem Bayern-Konsortium einsteigen zu können. Die Verhandlungen gestalten sich aber extrem schwierig, weil der Umsatz mit Wiley in Hessen von 2001 auf 2002 um rund 17% reduziert wurde.
  • BiomedCentral: Die Geschäftsstelle hat sich bereit erklärt, ein bundesweites Konsortium für dieses Paket an biomedizinischen Zeitschriften und Datenbanken zu koordinieren. Es haben sich 20 Interessenten gemeldet, davon einer aus Holland. Am 01. September wird ein zweimonatiger Testlauf beginnen.
  • Elsevier/Academic Press: Nach der Fusion der beiden Verlage werden die Nutzer spätestens ab 2003 auch auf die Zeitschriften von Academic Press über den Science Direct-Server in Frankfurt zugreifen können. Da der Dreijahresvertrag mit Elsevier zum Jahresende ausläuft, haben wir schon sehr frühzeitig im Jahr mit Verhandlungen über das Gesamtpaket begonnen. Die Lizenz soll nach dem einhelligen Votum aller Mitglieder des Konsortiums trotz der weitgehenden Umsatzgarantie ab 2003 fortgesetzt werden.

Als erfolglos abgelegt

Auf jeden erfolgreichen Abschluss kommen zahlreiche Produkte, die vorgeschlagen und verhandelt werden, die aber aus mangelndem Interesse oder wegen der nicht akzeptablen Konditionen nicht mit einem Vertrag enden. In den Jahren 2001/2002 waren es bis zum heutigen Tage 25 Projekte, die als erfolglos abgelegt wurden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Aktivitäten des HeBIS-Konsortiums wurden bei folgenden Anlässen vorgestellt:

  • 2. wissenschaftliches Symposium des IBLC auf der Frankfurter Buchmesse am 13.u. 14.10.01: Competition and Cooperation (Vortrag M. Wiesner: Information Cost Sharing and Consortia Structures)
  • Bibliotheksversammlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M. am 30.10.01 (Präsentation M. Wiesner: HeBIS-Konsortium - Was nützt es der JWGU?)
  • Referentensitzung der StUB Ffm am 19.02.02 (Präsentation M.Wiesner: HeBIS-Konsortium, StUB/SeB und dezentrale Bibliotheken)
  • Bibliotheksversammlung der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M. am 07.03.02 (Präsentation M. Wiesner: HeBIS-Konsortium - Stand im März 2002)
  • Informationsveranstaltung für die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche der JWGU am 04.04.02 (Präsentation M. Wiesner: Das HeBIS-Konsortium und die elektronische Informationsversorgung der hessischen Hochschulen)
  • Hessischer Bibliothekstag am 03.05.02 in Frankfurt a.M. (Vortrag M. Wiesner: Das HeBIS-Konsortium - Was nützt es den hessischen Bibliotheken?)
  • Frühjahrssitzung der Sektion IV des DBV am 23.05.05 in Greifswald. Die Zeitschriften-Krise (Vortrag M. Wiesner: E-Journals im HeBIS-Konsortium)
  • Unterricht für den gehobenen und den höheren Dienst an der Frankfurter Bibliotheksschule im Mai 2002
  • Information im Newsletter "Uni-Klinik aktuell" des Frankfurter Klinikums im Juni 2002
  • "Margot Wiesner und Berndt Dugall: Lizenzierung elektronischer Informationsquellen im Konsortium: Kosten und Nutzen am Beispiel des HeBIS-Konsortiums". In: ABI-Technik, 22.2002, S. 12-24.

Margot Wiesner
Geschäftsstelle HeBIS-Konsortium
HeBIS-Verbundordnung: AG Medien aufgelöst

Der HeBIS-Verbundrat hat auf seiner Sitzung am 24.4.2002 beschlossen, die AG Medien aufzulösen und gleichzeitig die bisherigen UAG's der AG Medien in AG's umzuwandeln.

Zum Hintergrund:

Die AG Medien war insbesondere konzipiert als übergreifend-fachliches Koordinierungsgremium von einzelnen Weiterentwicklungen des Verbundes sowie von übergreifenden Entwicklungen im Pica-Partner-Verbund. Der Kreis der Mitglieder war entsprechend weit gezogen: Vertreten waren sowohl die einzelnen Fach-UAG's als auch die lokalen AG's und lokalen Pica-Betreiber sowie HZK/HeBIS-Verbundzentrale und HRZ/BDV Frankfurt; die Zahl der Mitglieder betrug zuletzt 26 (einschließlich Bibliotheksschule als Gast).

Die Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass infolge der sehr heterogenen Struktur der Mitglieder eine inhaltliche Diskussion von Sachentscheidungen nur stark eingeschränkt möglich war und daher nicht befriedigen konnte. Schwerpunkt der Sitzungen war daher der Informationsaustausch über die Arbeit der einzelnen Fach-UAG's, aus den einzelnen Lokalsystemen und über Entwicklungen im Pica-Partner-Verbund.

Dieser reine Informationsaustausch kann für die einzelnen Mitglieder als durchaus positiv gewertet werden; für das Gremium als Gesamtheit ergab sich dadurch jedoch kaum ein Mehrwert. Hinzu kommt, dass sich die Informationsmöglichkeiten im Verbund insbesondere durch die inzwischen gut ausgebauten WWW-, FTP- und Mail-Angebote erheblich verbessert haben (so sind z.B. alle Protokolle der Verbundgremien allgemein online zugänglich, und mit dem HeBIScocktail steht ein attraktives zusätzliches Online-Informationsangebot zur Verfügung).

Für die Koordination und Weiterentwicklung auf fachlicher Ebene sind nach Ansicht des HeBIS-Verbundrats die bisherigen UAG's der AG Medien besser geeignet und effektiver. Die relativ hohe Spezialisierung der einzelnen UAG's bietet die Gewähr der Fachkompetenz und daraus resultierend die Erzielung effizienter Ergebnisse für den Gesamt-Verbund.

Im HeBIS-Verbundrat bestand allerdings auch Einvernehmen darüber, dass generell die Struktur der Arbeitsgruppen in entsprechenden Zeiträumen geprüft und den laufenden Entwicklungen angepasst werden muss.

Die Verbundleitung hat inzwischen einen entsprechenden Änderungs-Entwurf der HeBIS-Verbundordnung mit Stand 24.4.2002 dem HMWK mit der Bitte um Inkraftsetzung zugeleitet; bis dahin ruht die AG Medien.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Gremienberichte

Expertengruppe RSWK-SWD

3. Sitzung in Frankfurt/Main am 13.Juni 2002
Kurzbericht

Herr Dr. Maaßen begrüßte als neuer Leiter der Abteilung Sacherschließung von DDB die Mitglieder der EG.

RSWK 3. Aufl., 2. Ergänzungslieferung

Die Ergebnisse des öffentlichen Stellungnahmeverfahrens zur 2. Ergänzungslieferung der RSWK wurden diskutiert und abgestimmt.

Es handelt sich dabei um die Paragraphen

  • 106 Homonyme Personennamen
  • 209 Ansetzung von Ortsteilen
  • 302 Rechtschreibung
  • 705 Motive
  • 718-722 Schriftdenkmäler
  • 736,1 Sammlungen.

Zu diesem Punkt wird sehr kurzfristig vorab ein Protokoll erstellt, um die Lieferung noch im Herbst herausbringen zu können. (Sowohl die EG als auch der Standardisierungsausschuss haben noch bestimmte Einspruchsfristen).

Praxisregeln

Zwei Praxisregeln zur Homonymie (§ 10), eine Praxisregel zu "von Individualnamen abgeleitete oder damit zusammengesetzte Bezeichnungen für Lehnwörter bzw. Spracheigentümlichkeiten, Wissenschaftsfächer, Wissenschaftler und Werke" (§ 304,2-4) und eine Praxisregel zu Verkehrsmitteln (§ 306a) wurden diskutiert und abgestimmt; eine Praxisregel zu geographischen Namen (§ 202,1) wurde mehrheitlich abgelehnt.

Weitere Praxisregeln sollen ggf. über die Mailingliste oder in der nächsten Sitzung besprochen werden.

Verschiedenes

Die bereits gestellte Forderung an die IT-Abteilung der DDB, auch Datensätze für Zeit- und Formschlagwörter anlegen zu können, wurde bekräftigt. Es wurde darum gebeten, die technische Realisation an die Verbünde weiterzugeben, damit dort die notwendigen Voraussetzungen für eine Übernahme solcher Datensätze getroffen werden können.

Die weiteren Punkte, die unter Verschiedenes angesprochen werden sollten, konnten aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden.

Christa Wittrock
UAG Sacherschließung
Katalogisierungsempfehlungen für fortlaufende, integrierende Online-Ressourcen

Mit dem Siegeszug des World Wide Web und der zunehmenden Zahl an Dokumenten, die online über das WWW zur Verfügung gestellt werden, wurden Bibliothekare bei der Erschließung dieser Ressourcen vor neue Herausforderungen gestellt. Denn: Diese Dokumente stellten einen Publikationstyp dar, der sich mit allen gängigen Definitionen und Erschließungsregeln nur schwer in Einklang bringen lässt. Allein für Online-Zeitschriften gelang es noch verhältnismäßig schnell, Regeln für die Formalerschließung zu entwickeln, was dem Vorhandensein einer zentralen Datenbank (ZDB) und einer speziellen Regelwerksanwendung für diese Datenbank (ZETA) zu verdanken war. Auch für nachträglich vorgenommene, layoutgetreue Digitalisierungen wurden vor dem Hintergrund der bestehenden Regeln für Sekundärformen in RAK-WB zügig Lösungen gefunden.

Unklar blieb, wie sogenannte "dynamische" Ressourcen, also zum Beispiel Datenbanken oder Web-Präsenzen katalogisiert werden sollten. Hilfe kam aus den USA, wo man bereits an einem neuen AACR-Modell der Publikationsformen gearbeitet und eine neue Kategorie "continuing integrating resources" eingeführt hatte. Auf der Basis dieses Modells und der im Rahmen von AACR2-Revisionen geplanten Grundsatzregel des "Latest-Entry"-Prinzips hat eine vom Standardisierungsausschuss eingesetzte zeitweilige Expertengruppe nunmehr auch Empfehlungen zur Katalogisierung solcher Ressourcen für die deutsche Bibliothekswelt vorgelegt.

Die Empfehlungen geben ablauf- und praxisorientiert zunächst einmal Kriterien zur Abgrenzung dieser Publikationsform. Im nächsten Schritt wird das Prinzip der Katalogisierung unter Zugrundelegung der neuesten vorliegenden Fassung beschrieben. Den Abschluss des Praxisteils bilden Empfehlungen zur Erschließungstiefe, wenn die zu katalogisierende Online-Ressource (Produkt) untergeordnete Ebenen (Teilprodukte) enthält. Damit wird ein einheitlicher Mindeststandard geschaffen, der den Datentausch erleichtert und den Benutzern verlässliche Einstiegspunkte für ihre Recherchen bietet.

Abgerundet wird das Empfehlungspapier mit der Wiedergabe des AACR-Modells (inklusive einer deutschen Arbeitsübersetzung) und wichtigen Begriffsdefinitionen. Zur Veranschaulichung ist eine Beispielsammlung angefügt.

Der Standardisierungsausschuss hat in seiner Sitzung am 5. Juni 2002 die Empfehlungen mit kleinen Modifikationen verabschiedet. Die Arbeitsstelle für Standardisierung wird die gewünschten Modifikationen in das Papier einarbeiten, das dann auf dem Server der Deutschen Bibliothek zum Herunterladen bereitgestellt werden wird (wir werden Sie darüber informieren). In absehbarer Zeit erwartet werden können Ausführungsbestimmungen der ZDB auf der Basis dieser Empfehlungen, sodass alle HeBIS-Bibliotheken, die in die ZDB katalogisieren, über eindeutige Vorgaben für die Erschließung von fortlaufenden, integrierenden Ressourcen verfügen werden.

(ria)

Meet the challenge

Nachrichten aus der Verbundsacherschließung

Umarbeitung der lokalen Schlagwörter:

Bis zur Einführung der Verbundsacherschließung im Jahr 2000 wurde z. T. bereits seit einigen Jahren (StUB seit 1995, in Kassel und Marburg schon früher) auf lokaler Ebene (Level 1) nach RSWK ohne Normdatenverknüpfung beschlagwortet. Die Beschlagwortung ohne SWD-Verknüpfung hat den Nachteil, dass nur das recherchiert werden kann, "was da steht", die alternativen Benennungen, Oberbegriffe, verwandte Begriffe usw. aus dem SWD-Datensatz aber nicht suchfähig sind. Für die Arbeit der SWD-Redaktion hatten wir im vorigen Jahr ein Umarbeitungsprogramm entwickelt, das z. B. bei Schlagwortlöschungen die noch bestehenden Titelverknüpfungen entfernen und durch alternative Verbundschlagwörter ersetzen kann. Nach einer Anpassung des Programms kann dieser Altbestand an lokalen Schlagwörtern zu SWD-verknüpften Verbundschlagwörtern umgearbeitet werden. Herr Schneider (BDV) hat uns dankenswerterweise die Listen mit den PPNs der betroffenen Titel erstellt. In Frankfurt und Kassel wurde mit der Umarbeitung begonnen, in Darmstadt ist sie beabsichtigt. Bei der Umarbeitung fallen Fehlerprotokolle an, wenn z. B. ein lokales Schlagwort (so) nicht in der SWD gefunden wurde.

Beschlagwortungsstatistik:

Das Beschlagwortungsprogramm hat eine Statistik-Komponente bekommen. Ob sie genutzt wird, entscheidet die einzelne Verbundbibliothek. Die Statistik wird auf einem Netzlaufwerk für alle Sacherschließer/innen gemeinsam geführt, der Anteil eines einzelnen Bearbeiters kann (und soll) deshalb nicht ermittelt werden. Neben der Zahl der pro Jahr bearbeiteten Titel wird erfasst, in welchem Umfang Fremdleistungen aus dem KVK (mit)verwendet wurden. In der StUB liegt der Anteil bei ca. 14 %. Auch die Bearbeitung von Fehlerprotokollen (s.o.) wird gemessen. Es werden auch StUB-spezifische Angaben gezählt: Lokale Klassifikationen (Eppelsheimer: SSG Afrika und Judaika) und Neuerwerbungsschlagwörter. Eine Fächerstatistik (SWD-Systematik) der benutzten Schlagwörter ergibt einen Überblick über die Erschließungsschwerpunkte der Bibliothek.

Nach der Freigabe der neuen WinIBW2 durch die BDV wurde mit der Anpassung der Sacherschließungsprogramme begonnen.

Lothar Wallstädt
Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main

Bibliothekswelt aktuell

The European Library (TEL)

Kurzbericht über die Milestone Conference, 29./30. April 2002, Frankfurt

Ende April trafen sich 130 Bibliothekare aus 24 Ländern in Der Deutschen Bibliothek Frankfurt, um sich zur Halbzeit über das Projekt "The European Library" zu informieren.

Mit TEL wird - gefördert durch die Europäische Kommission - eine virtuelle europäische Bibliothek aufgebaut. In einem kooperativen Rahmen wollen die Projektpartner (Biblioteca Nacional, Portugal (BN), Biblioteca Nazionale Centrale Firenze, Italy (BNCF), Conference of European National Librarians (CENL), Die Deutsche Bibliothek, Germany (DDB), Helsingin Yliopiston Kirjasto, Finland (HUL), Istituto Centrale per il Catalogo Unico, Italy (ICCU), Koninklijke Bibliotheek, The Netherlands (KB), Narodna in Universzitetna Knjiznica v Ljubljani, Slovenia (NUK), Swiss National Library, Switzerland (SNL)) ein System schaffen, mit dem der Zugriff auf die wichtigsten nationalen Archivbestände ermöglicht werden soll. Dabei sollen digitale und gedruckte Quellen gleichberechtigt berücksichtigt werden.

Auf der Milestone Conference wurden erste Zwischenergebnisse der TEL-Arbeitspakete (WP1 - WP4) präsentiert. WP1 beschäftigt sich mit den Beziehungen der Bibliotheken zu den Verlagen und den Anforderungen beider Partner an die Pflichtablieferung und Nutzbarmachung elektronischer Dokumente. Dazu wurden Umfragen unter Bibliotheken und Verlagen gemacht, deren Ergebnisse auf der Konferenz vorgestellt wurden. Danach zeichnet sich eine gemeinsame Basis durch das Statement on codes of practice for the voluntary deposit ab, das zwischen der Federation of European Publishers und der Conference of European National Libraries geschlossen wurde. Ein weiterer intensiver Dialog und Austausch ist jedoch erforderlich.

WP2 untersucht die möglichen Aufgaben und Tätigkeitsfelder einer europäischen digitalen Bibliothek. Hier spielen Auswahlkriterien genau so eine Rolle wie die angebotenen Dienstleistungen und die Anforderungen der Benutzer. Da viele Bibliotheken bezüglich digitaler Quellen noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, gestaltet sich die Positionsfindung diffizil. Ziel des WP2 ist die Entwicklung einer einheitlichen Stategie und von Visionen für die Zukunft.

WP3 untersucht die Erschließung von Dokumenten. In einer Umfrage wurde ermittelt, dass es bisher kein einheitliches Datenmodell und kein einheitliches Format für digitale Dokumente gibt. Deshalb wurde zunächst ein gemeinsamer Standard (XML, Dublin Core) vereinbart. Konversionen aus anderen Formaten müssen für die Zukunft fest eingeplant werden.

In WP4 werden ab Mai 2002 zwei Testumgebungen eingerichtet, eine basierend auf dem Z39.50-Protokoll, eine zweite auf Basis von XML. Damit wird den unterschiedlichen technischen Möglichkeiten der beteiligten Partner Rechnung getragen. Die beiden Testinstallationen sollen unter einer gemeinsamen Portaloberfläche für Recherche und Zugriff zur Verfügung gestellt werden.

Zur Abrundung der Konferenz wurden abschließend weitere europäische Projekte vorgestellt: MACS (Multilingual Access to Subjects), RENARDUS (Academic Subject Gateway Service Europe) sowie LEAF (Linking and Exploring Authority Files).

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter:

http://www.europeanlibrary.org/ (TEL)
http://infolab.kub.nl/prj/macs/ (MACS)
http://www.renardus.org/ (RENARDUS)
http://www.leaf-eu.org/ (LEAF)

(ria)

Fortbildung und Veranstaltungen

2. HeBIS-Roadshow: "Online-Ressourcen"

Nach dem großen Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr wird es auch im Sommer 2002 eine HeBIS-Roadshow geben. Sie wird im September die HeBIS-Dienstleistungen im Bereich von Online-Ressourcen sowie aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen vorstellen. Damit sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen der HeBIS-Bibliothekssysteme die Gelegenheit erhalten, sich über die immer komplexer werdenden Zusammenhänge zu informieren. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen in der HeBIS-Verbundzentrale, der HeBIS-Konsortialgeschäftsstelle sowie in den zur Teilnahme eingeladenen HeBIS-Lokalsystemen.

Als Programm ist vorgesehen:

10.00 - 11.00 Uhr Das HeBIS-Konsortium : Organisation und Arbeitsschwerpunkte

11.00 - 11.15 Uhr Kaffeepause

11.15 - 12.15 Uhr Die zentrale Erschließung von Online-Ressourcen im HeBIS-Verbund

12.15 - 13.15 Uhr Mittagspause

13.15 - 13.45 Uhr Online-Ressourcen im WebOPAC4

13.45 - 14.00 Uhr Kaffeepause

14.00 - 14.30 Uhr Der HeBIS-Elsevier-Server

14.30 - 14.45 Uhr Kaffeepause

14.45 - 15.30 Uhr Aktuelle Entwicklungen: DC, DOI, URN und andere "unbekannte Größen"

15.30 - 16.00 Uhr Abschlussgespräch, Feedback

Ob, wann und wo Ihr Lokalsystem Station der HeBIS-Roadshow 2002 wird, können Sie bei Ihren Lokalsystembetreuern erfragen.

(ria)
Bibliotheksschule Frankfurt

Das aktuelle Fortbildungsprogramm der Bibliotheksschule Frankfurt finden Sie unter http://www.fhsbib.uni-frankfurt.de/

Einladung zu den HeBIS-Nutzerversammlungen 2002

Die im Einvernehmen mit HMWK und HPR festgelegten Nutzerversammlungen finden statt am

  • Dienstag, 13.08.2002, 10 - 13 Uhr
    in der Fachhochschule Fulda
    Gebäude E, Raum 109
    Marquardstr. 35
  • Donnerstag, 15.08.2002, 10 - 13. Uhr
    in der Universität Marburg
    Landgrafenhaus (FB Rechtswiss.) / H 103
    Universitätsstr. 7
  • Dienstag, 20.08.2002, 10 - 13 Uhr
    in der Universität Mainz
    Philsophicum / Hörsaal P 10
    Jakob-Welder-Weg 18 (Campus Saarstraße)

Als Tagesordnung für alle drei Veranstaltungen ist vorgesehen:

  1. Feststellung der Tagesordnung
  2. Sachstandsbericht HeBIS (mit anschließender Aussprache)
  3. Werkstattbericht zur CBS-Migration
  4. Verschiedenes

Im Anschluss an die Veranstaltung stehen Ihnen Kolleginnen und Kollegen aus BDV und HeBIS-Verbundzentrale für Einzelgespräche zur Verfügung.

Berndt Dugall
HeBIS-Verbundleitung

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Der Aperitif

Ein cooler Drink für heiße Sommertage: Tequila caliente

Für 2 Personen

8 cl. Tequila
2 cl Crème de Cassis
Saft von 2 Limetten
Bitter Lemon

Den Tequila mit der Crème de Cassis und dem Limettensaft verrühren und auf Eiswürfel in ein Glas gießen. Mit Bitter Lemon auffüllen und nach Belieben mit Limettenschale garnieren. Einfach, oder?

Impressum

HeBIScocktail 3/2002, 8. Juli 2002)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext und PDF (zum Download) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff (gib), Andrea Arndt (ana), Monika Denker (mod), Renate Koch-Krug (rek), Heike Nienerza (hen)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@stub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 4/2002 erscheint Anfang Oktober 2002.

Redaktionsschluss: 13. September 2002

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