HeBIScocktail
Ausgabe: 2003-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eigentlich wollte ich an dieser Stelle einige Beiträge dieser ersten HeBIScocktail-Ausgabe des neuen Jahres nennen, sozusagen als "amuse geule". Allerdings habe ich dies bei Durchsicht des Heftes schnell wieder aufgegeben, denn: Wo anfangen, wo aufhören? Zu groß ist die Qual der Wahl, zu interessant die Beiträge als dass ich nur einige wenige nennen könnte! Eines kann ich Ihnen allerdings verraten: Die bei jeder neuen Ausgabe auftauchende Befürchtung des Redaktionsteams, das nächste Heft könne mangels Beiträgen zu "dünn" werden, hat sich noch nie bewahrheitet! Ein großes und herzliches Dankeschön deswegen an alle Autorinnen und Autoren, die mit dazu beigetragen haben, dass jeder Cocktail eine umfangreiche und interessante Lektüre wird.

Ein Dankeschön auch an die Kolleginnen und Kollegen aus BDV und VZ, die den Umstieg auf CBS4 pünktlich zum 1.1.2003 realisieren konnten. Nicht alles lief reibungslos, aber auch hier straft das Ergebnis die anfänglichen Befürchtungen Lügen.

Ein schönes, ein erfolgreiches, an positiven Überraschungen reiches Jahr wünscht Ihnen

Gisela Bröckerhoff
HeBIScocktail-Redaktion

Entwicklungen und Planungen im Verbund

Neue HeBIS-Verbundordnung jetzt auch offiziell in Kraft gesetzt

Die vom HeBIS-Verbundrat auf seiner Sitzung am 24.4.2002 beschlossene Änderung der HeBIS-Verbundordnung (vom 5.12.2000 in der Fassung vom 25.11.2002) wurde inzwischen vom HMWK per Erlass vom 26.11.2002 (AZ: F II 3 - 980/33160) in Kraft gesetzt.

Geändert hat sich die Gremienstruktur (AG Medien wurde aufgelöst; ihre UAGs werden dadurch zu AGs) und die Sitzungsfrequenz der AG's wurde offener formuliert (neu: "Die Arbeitsgruppen tagen nach Erfordernis, i.d.R. zweimal pro Kalenderjahr"; bisher: "... nach Erfordernis, mindestens jedoch zweimal im Kalenderjahr").

Nach Ziffer 2.1.4 der Verbundordnung werden die Vertreter aus den einzelnen Lokalsystemen jeweils für die Dauer von zwei Jahren delegiert. Nach Bestätigung durch die vertretene Stelle können Delegationen auch verlängert werden. Die konstituierenden Sitzungen der HeBIS-AGs haben ganz überwiegend in der Zeit von Mitte April bis Mitte Mai 2001 stattgefunden. Mit Einverständnis des HeBIS-Verbundrats wurde beschlossen, die demnächst anstehende 2. Wahlperiode einheitlich auf den Zeitraum 1.5.2003 bis 30.4.2005 festzulegen. Das Leitungsteam wird im März 2003 die zuständigen Lokalsystem-Vertreter im HeBIS-Verbundrat anschreiben zwecks Nominierung ihrer Vertreter für die genannte Periode.

  • Zur aktuelle Fassung der HeBIS-Verbundordnung

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Pica-System

Aktuelle Pica-Informationen

Auf der Pica-Homepage unter http://www.oclcpica.org/ können Sie jederzeit aktuelle Informationen über Pica abrufen.

Verbundprojekte

CBS4 - der Umstieg in der Retrospektive

Nachdem nun alle Benutzer schon eine Zeit lang mit dem neuen CBS gearbeitet und sich hoffentlich auch damit angefreundet haben, möchte ich einen kleinen Einblick in den Ablauf der eigentlichen Migration geben.

Der Start lässt sich gar nicht mehr genau angeben, er muss irgendwo um den 9. Dezember gelegen haben. Da startete noch ein Programm auf dem alten Rechner, das Kategorien löschte, die uns unter dem neuen CBS Probleme bereitet hätten. Am Wochenende vor der offiziellen Migration wurde die CBS- und Datenbank-Software auf unserer neuen Produktionsmaschine installiert, um am 16. Dezember mit "echten" (d.h. vielen) Daten eine Produktionsübernahme zu testen. Am 18. erfolgten die HeBIS-Änderungen an der Pica-Software, und später wurden die Datenbanken für die "richtige" Migration wieder gelöscht.

Am Freitag, den 20.12., war es dann so weit: um 13:00 Uhr stoppten wir das alte CBS, und der Transfer der Titel-, Lokal-, Exemplardaten begann. Parallel dazu wurde der Inhalt der SQL-Tabellen übertragen. Nach etwa vier Stunden war der Transfer beendet, und alle Daten wurden in die neue Datenbank eingespielt, was sich bis etwa 20:00 Uhr erstreckte. Danach folgte ein Abgleich mit dem alten CBS und eine Auswertung der Protokolle, damit uns keine Daten verloren gingen. Anschließend wurden die Templates für Syntax, Format und Index eingespielt, und die Datenbank ein erstes Mal gesichert. Darauf (22:15 Uhr) wurde die Indexierung gestartet und unser Feierabend begann.

Samstag morgens nach Beendigung der Indexierung wurde diese überprüft, und die Automatisierung der Teilindexierung und -sicherung vorgenommen. Zudem wurden die restlichen Problemkategorien gelöscht, die das alte System nicht mehr geschafft hatte. Ab Montag (23.12.) erfolgte ein Bereinigungslauf im Lokaldatenbereich mit ca. 615.000 Updates, gefolgt von weiteren im Titelbereich mit ca. 6.000 Updates am Freitag. Parallel dazu wurden auf dem alten System die letzten Programme (Statistik, ZDB-Export, Abzüge ...) für den Dezember gestartet, und unsere gewohnten nächtlichen Updateprogramme wurden auf dem neuen System installiert.

Seit 2. Januar dieses Jahres sind wir nun in Produktion, und fleißig mit den kleinen Details beschäftigt, die in der Testphase nicht beseitigt werden konnten. Aber das kennen wir ja von jedem Versionswechsel. Probleme und Fehler, die Ihnen bei Ihrer Arbeit auffallen und mit dem Umstieg zusammenhängen könnten, melden Sie bitte den Kollegen in der HeBIS-Verbundzentrale, möglichst per Mail an vz@stub.uni-frankfurt.de. VZ und BDV werden sich dann um eine baldmögliche Bereinigung kümmern.

Markus Michalek
Hochschulrechenzentrum der Universität Frankfurt, Abteilung BibliotheksDatenVerarbeitung

HeDOC-Stationen verbundweit im Einsatz

Bekanntlich umfasst die HeBIS Online-Fernleihe systemseitig inzwischen alle Lieferformen einschließlich Online-Direktlieferung von Zeitschriftenkopien per FTP-Download, Mail-Attachment sowie Fax. Es fehlte bislang allerdings ein verbundweit von den großen Leihverkehrsbibliotheken hierfür einsetzbares Scan- und Versandsystem.
Das zu diesem Zweck in Zusammenarbeit mit der Fa. Imageware durchgeführte HeDOC-Projekt (Hessisches Dokumentliefersystem) musste einige Rückschläge einstecken, konnte nunmehr aber zu einem produktionsreifen Abschluss gebracht werden. Nachdem bereits seit Mitte 2002 eine HeDOC-Vorab-Version bei StUB/SeB im Einsatz ist, wurden von der Fa. Imageware im Oktober/November die restlichen Mängel beseitigt und danach im Dezember auch die lokalen Installationen in der UB Kassel, UB Marburg, UB Giessen, LHB Darmstadt und HLB Wiesbaden vorgenommen; der FTP-Server der StUB Frankfurt steht dabei auch den übrigen Verbundbibliotheken für Abspeicherung und Download zur Verfügung. Damit konnte das Projekt nach zweijähriger Dauer abgeschlossen und in den Routinebetrieb übernommen werden. Es wird jetzt darauf ankommen, diesen Service des Verbundes dem Benutzer vor Ort präsent zu machen und bedarfsgerecht auszubauen.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Neues von den Datenbanken

HeBIS-Retro
Neuer Katalog in HeBIS-Retro

Ende Oktober ist in HeBIS-Retro (http://retro.hebis.de/) der sogenannte "Schleiermacher-Katalog" der HLHB Darmstadt eingespeichert worden. Dieser Katalog, der auf den Darmstädter Bibliothekar Andreas August Ernst Schleiermacher (1787 - 1858) zurückgeht, umfasst ca. 189.000 Titelkarten und enthält Literatur der Erscheinungsjahre von 1500 bis 1900. Er ergänzt damit den Darmstädter Alphabetischen Katalog (bis 1986), der ebenfalls Literatur ab 1500 verzeichnet, hauptsächlich aber den Zeitraum von 1900 bis 1986 abdeckt.

Die Titelkarten des "Schleiermacher" sind zu einem großen Anteil handgeschrieben, lediglich die Kopfzeilen sind immer maschinenschriftlich erfasst und konnten dementsprechend als einziger Teil über das OCR-Erkennungsprogramm retrievalfähig gemacht werden. Die Suchbegriffe aus den Kopfzeilen können Sie über die Suchfelder "Volltext", "Name" und "Titel" recherchieren. Allerdings sind in allen Indices die gleichen Einträge enthalten, so dass eine differenzierte Suche in verschiedenen Feldern keine Vorteile bringt.

Der Bestand des "Schleiermacher" steht sowohl für Fernleih- als auch lokale Bestellungen zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass die Bücher nur im Lesesaal benutzt werden dürfen und besonders wertvolle Bestände von der Fernleihe ausgenommen sind.

(elr)
Hessische Bibliographie
Aktuelles von der Hessischen Bibliographie und Hessendata

Die Datenbank Hessendata http://www.hessendata.stub.uni-frankfurt.de enthält jetzt den kompletten Datenbestand der Hessischen Bibliographie, d.h. die vollständigen Daten der Bände 1/1977 - 24/2000; Berichtsjahre 2001 und 2002 soweit erfasst. Die Datenbank umfasst damit momentan exakt 134.202 Titel, wobei der Anteil der neu eingespeicherten Altdaten (= Daten der Berichtsjahre 1/1977 - 15/1991) 78.548 Titel beträgt.
Die Altdaten haben zwei größere Formatänderungen hinter sich, was leider nicht an allen Datensätzen spurlos vorübergegangen ist. Wenn Ihnen bei Ihren Recherchen in den älteren Daten also das eine oder andere an Merkwürdigkeiten auffällt, haben Sie bitte etwas Nachsicht mit uns - wir bemühen uns, "aufzuräumen", so weit uns das möglich ist. Viel Spass und Erfolg beim Recherchieren wünscht die Zentralredaktion.

Brigitte Störch E-Mail an AutorIn
Zentralredaktion Hessische Bibliographie
Monographien
Neuerscheinungsdienst

Die DNB, Reihe N Vorankündigungen Monographien und Periodika (CIP) wurde mit Lieferung 51 des Jahrgangs 2002 zum Jahresende eingestellt. An ihre Stelle tritt der Neuerscheinungsdienst, dessen erste Lieferung (1/2003) Dezember 2002 erschienen ist. Er wird von der DDB ausgeliefert, ist aber nicht mehr Bestandteil der Deutschen Nationalbibliografie sondern wird anhand von Verlegermeldungen, die über ein Online-Formular des VLB erfolgen, ohne redaktionelle Bearbeitung durch die DDB erstellt.

Umfang

Der Neuerscheinungsdienst soll den doppelten Umfang der Reihe N haben (ca. 80.000 Titel pro Jahr), darunter solche, die mit "NSG" gekennzeichnet sind. "NSG" heißt "nicht Sammelgebiet Der Deutschen Bibliothek" und bedeutet, dass für diese Titel kein autopsierter Datensatz über eine DNB-Reihe folgen wird.

Den NSG-Vermerk erhalten u.a. folgende Veröffentlichungen: Bücher mit unbedruckten Seiten, Rechenstäbe, Werke mit einer Auflage unter 10 Exemplaren, Gebrauchsanweisungen, Bedienungs- und Betriebsanleitungen, technische oder vorläufige Lieferbedingungen, Einzelmerkblätter, Einzelfahrpläne, Zugbildungspläne, Fluglinienkarten, Rätselhefte, Wandkalender, Poesiealben.

Aber auch ausländische fremdsprachige Veröffentlichungen, gleiche Veröffentlichungen in mehreren Einbandarten bzw. in mehreren Buchblock-Ausstattungen, gleiche Veröffentlichungen in mehreren physischen Formen und unveränderte Neuauflagen erhalten den NSG-Vermerk, so dass man diese Titel nicht von der Einspeicherung ausschließen kann.

Datenqualität

Alle Katalogisate sind unverknüpft, d.h. es gibt weder Verknüpfungen zu den Normdateien (PND, GKD) noch untereinander (Band mit Schriftenreihe, Band mit Gesamtaufnahme des mehrbändigen Werkes).

Alle Katalogisate werden als einbändige Monographie kodiert ausgeliefert, egal ob es sich um Teile mehrbändiger Werke, Gesamtaufnahmen mehrbändiger Werke, Jahrbücher, Zeitschriften oder Lieferungen zu Loseblattausgaben handelt.

Alle Katalogisate sind mit der Materialart "Druckschrift" kodiert, auch Tonträgern, CD-ROMs oder Plüschtiere.

Keine Einspeicherung des Neuerscheinungsdienstes

Auf Grund dieser Defizite und da auch beim Datenimport wegen fehlender Selektionskriterien keine strukturellen Korrekturen vorgenommen oder bestimmte Publikationen rausgefiltert werden können, wurde beschlossen, den Neuerscheinungsdienst vorerst nicht in die HeBIS-Verbunddatenbank einzuspielen.

Den HeBIS-Bibliotheken wird außerdem empfohlen, vorläufig und soweit dies möglich ist, auch auf den gedruckten Neuerscheinungsdienst als Bestellunterlage zu verzichten. Das nämlich würde unweigerlich dazu führen, dass quasi durch die Hintertür doch Unmengen an strukturell falschen Titelaufnahmen mit erheblichem Nachbearbeitungsbedarf (und Dublettenpotential) in die HeBIS-Datenbank gelangen würden.

Schreiben an Die Deutsche Bibliothek

Die Verbundleitung wird ein Schreiben an Die Deutsche Bibliothek richten, in dem sie klarstellt, dass der Neuerscheinungsdienst in der jetzt vorliegenden Form für HeBIS kein effektiv einsetzbarer Datenpool ist und dass zumindest Verbesserungen bei den Punkten Datenstruktur und Materialarten erwartet werden.

Bis zur Klärung dieser Problempunkte wird der Neuerscheinungsdienst nicht einspielt werden und die Verbundleitung behält sich vor, dass Datendienst-Abonnement (Kosten = 4.604,- EUR / Jahr) ggf. wieder zu kündigen.

(rek)

Mitteilungen der Verbundzentrale

Revision von Transliterationsvorgaben angestrebt: DIN-Arbeitsausschuss formiert sich neu

Für Bibliothekare gehört es zum Alltagsgeschäft, bei der Katalogisierung Titel aus nichtlateinischen Alphabeten in transliterierter Form anzugeben. Dabei werden gemäß RAK bestimmte Normen oder RAK-eigene Transliterationstabellen angewandt. Daneben ist in den letzten Jahren - insbesondere in Spezialbibliotheken - der Anspruch gewachsen, solche Titel auch in ihrer originalsprachlichen Form in Bibliothekssystemen erfassen zu können. Dies wird durch die Einführung von Unicode als Standard-Zeichensatz zukünftig möglich sein. Pica wird 2003 die Unicode-Umsetzung, die insgesamt sehr aufwändig ist und nur in mehreren Teilschritten erfolgen kann, vorantreiben.

Trotz dieser Entwicklung wird auch die Transliteration ihre Bedeutung behalten, aber vielleicht zunehmend in das Ermessen der einzelnen Bibliothek, die wiederum nach ihren Benutzerinteressen und -anforderungen entscheiden muss, gestellt werden. Denkbar sind hier auch maschinengestützte Verfahren, die z.B. den in Originalschrift eingegebenen Titel mittels einer im System hinterlegten Transliterationstabelle automatisch transliterieren und die zusätzlichen Indexeinträge erzeugen. Pica zumindest hat bereits intensiv über eine solche Variante nachgedacht. Im kommenden Jahr wird dazu eine Arbeitsgruppe installiert werden, die die Entwicklungen bei Pica begleiten und die Anforderungen der Partner benennen soll.

Umso wichtiger ist es, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal intensiv über unsere Transliterationsregeln und die ihnen zugrunde liegenden Normen nachdenken und diese verbessern. Dabei ist es ein besonders glücklicher Umstand, dass inzwischen an zwei verschiedenen, einander ergänzenden Stellen an der Problematik gearbeitet wird:

1. In der bibliothekarischen Standardisierungsarbeit

Die Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt und die HeBIS-Verbundzentrale haben im Frühjahr 2002 über die Expertengruppe Formalerschließung Anträge für die Weiterentwicklung der RAK gestellt, die eine Überprüfung der vorhandenen Transliterationsvorgaben und die Einbindung weiterer Vorgaben für bisher nicht berücksichtigte Sprachen vorschlugen. Die Expertengruppe wie auch der Standardisierungsausschuss haben diese Anregung aufgegriffen und ein entsprechendes Arbeitspaket in den Projektplan der Arbeitsstelle für Standardisierung aufgenommen. Inzwischen wurde innerhalb dieses Arbeitspaketes die Überprüfung der Transliteration des Hebräischen (bisher basierend auf DIN 31636) als vordringlich eingestuft; erste Arbeitsschritte wurden von der Arbeitsstelle für Standardisierung eingeleitet.

2. In der Standardisierungsarbeit des Deutschen Instituts für Normung

Das DIN überprüft in regelmäßigen Abständen (5 Jahre), ob bestehende Normen noch zeitgemäß sind oder einer Überarbeitung bedürfen. Ein solche Überprüfung hat der Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) gerade für 4 Transliterationsnormen vorgenommen. Eine dazu gemachte Umfrage unter Spezialisten ergab einen Revisionsbedarf für die Transliterationen des Arabischen, des Griechischen und des Hebräischen (DIN 31634 - DIN 31636). Dieser Aufgabe wird sich nun in den kommenden Jahren der Arbeitsausschuss Transliteration und Transkription des NABD widmen und dabei auch die Einbindung in den Kontext internationaler Normen entsprechend zu berücksichtigen haben.

Alle Sprachspezialisten im HeBIS-Verbund sind herzlich dazu einladen, sich an den Revisionsprozessen zu beteiligen und ihre Kenntnisse einzubringen. Die Verbundzentrale wird dabei als Kommunikator fungieren und nach Bedarf Fragen weitergeben, zu Stellungnahmen auffordern und natürlich auch immer wieder über den aktuellen Sachstand berichten. Ansprechpartnerin ist Frau Albrecht (E-Mail: r.albrecht@stub.uni-frankfurt.de) die auf beiden Schienen aktiv an den Revisionsverfahren mitarbeiten wird.

(ria)
Umsetzung der 4. RAK-Ergänzungslieferung

Seit einigen Monaten ist die 4. RAK-Ergänzungslieferung in Kraft, die wesentliche Veränderungen bei der Ansetzung von Präfixen und Verwandtschaftsbezeichnungen beinhaltet. Sie wird in der täglichen Katalogisierungspraxis des HeBIS-Verbundes inzwischen auch angewandt.

Offen geblieben ist seitdem die Frage, wie die Altdaten an die neuen (und benutzerfreundlicheren) Vorgaben angepasst werden könnten. Bei Körperschafts- und Sacherschließungsdaten, in denen die Neuregelungen relevant wurden, konnten wir dabei auf die Dienstleistungen der Normdateien GKD und SWD zurückgreifen und haben diesen Teil der Altdatenumsetzung erledigt.

Als wesentlich schwieriger zu realisieren erwies sich nach einer sofortigen Prüfung im vergangenen Spätsommer die Anpassung der Personennamen. Eine titelbezogene maschinelle Umsetzung ist praktisch undurchführbar. Deshalb hatten wir unter anderem die Einführung von Personennormdaten im HeBIS-Verbund unter gleichzeitiger Nutzung der überregionalen PND vorgeschlagen. Leider konnte der Verbundrat in seiner November-Sitzung diesem Vorschlag nicht folgen. Damit stehen wir nun bezüglich der maschinellen Aufarbeitung der nicht mehr gültigen Personennamenansetzungen vor einem absolut unlösbaren Problem.

Wir müssen Ihnen deshalb mitteilen, dass wir deshalb eine systematische, maschinelle Anpassung der Personennamenansetzungen an die neuen Regelungen für Präfixe und Verwandtschaftsbezeichnungen nicht vornehmen werden.

Für die Katalogisierung gilt:

  • Neuaufnahmen werden nach den neuen Regeln gemacht, d.h. die Personennamen nach den neuen Vorgaben angesetzt.
  • Soweit zu einem Namen auch Einträge unter der bis 2002 gültigen Form vorliegen, ist eine nachträgliche Vereinigung unter der Ansetzungsform nach den neuen Regeln nicht vorgeschrieben, sondern in das Ermessen des einzelnen Bearbeiters bzw. der einzelnen HeBIS-Bibliothek gestellt.


Wegen der dadurch unweigerlich ansteigenden Inhomogenität im Bereich der Personennamen macht es außerdem keinen Sinn mehr, dass die Verbundzentrale hierfür als Clearingstelle fungiert und über einheitliche Ansetzungen entscheidet. Künftig sind für die Ansetzung von Personennamen und das Heranziehen entsprechender Nachschlagewerke als Hilfen ausschließlich die von RAK vorgegebenen Regelungen zu berücksichtigen und damit vor Ort durch den einzelnen Katalogisierer zu lösen. Wo nötig, wird selbstverständlich weiterhin eine Beratung durch die Verbundzentrale angeboten. Damit entfallen auch die bisher von der Verbundzentrale nach Anfragen auf Personennamenansetzungen durchgeführten Bereinigungen und Vereinigungen unter einer Namensform.

In den nächsten Wochen werden wir alle diesbezüglichen Arbeitshilfen (Handbuchkapitel) durchsehen und an die neuen Gegebenheiten anpassen. Sobald die überarbeiteten Versionen vorliegen, werden wir Sie informieren.

Sollten Sie hierzu noch Fragen oder weitere Anregungen haben, können Sie sich gerne jederzeit telefonisch (069/212-39227) oder per E-Mail (r.albrecht@stub.uni-frankfurt.de) an mich wenden (vom 14. bis 22. 1.2003 bin ich in Urlaub).

(ria)

Mitteilungen der HeBIS-Informationstechnologie

Personalia

Herr Anton Malina, der für HeBIS-Retro und die serverseitige Betreuung der Z39.50-Schnittstelle zuständig war, hat die Abteilung BibliotheksDatenVerarbeitung zum 31.12.2002 verlassen. Seine Aufgabenbereiche werden zukünftig von Herrn Michalek (HeBIS-Retro) und Herrn Schneider (Z39.50) betreut.

(hen)

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Gießen - Universitätsbibliothek
Mit dem ERL-Server vom Nachweis zum Bestand - ERL-Workshop in Giessen

Am Donnerstag, den 26. September 2002, fand im Computer-Lesesaal der Universitätsbibliothek Giessen ein Workshop für Bibliothekare und EDV-Spezialisten zum Thema "ERL-Server in Giessen: Stand und neueste Entwicklungen" statt.

Über den sogenannten Giessener ERL-Server stehen Literatursuchenden aus Hessen bibliographische Datenbanken der Firma Ovid-Technologies (früher SilverPlatter) zur Verfügung. Die Netzwerk-Software ERL (Electronic Reference Library) durchsucht die Datenbanken entsprechend den eingehenden Anfragen. Die Treffer werden dann mittels der Oberfläche WebSPIRS im Webbrowser präsentiert. Die Software ermöglicht aber nicht nur die Suche nach Buch- und Aufsatztiteln: ERL integriert unter einer Oberfläche Links zu Bestandsnachweisen und ermöglicht, vorausgesetzt die Bibliothek verfügt über eine Zeitschriftenlizenz, Zugriff auf den elektronischen Volltext über SilverLinker. Ebenfalls ist die Anbindung des Literaturverwaltungsprogramms EndNote möglich. Im HeBIS-Cocktail 3/2002 (Juli 2002) wurde der Server bereits vorgestellt.

Themen des Workshops waren:

  • ERL-Statistiken - Wie aussagefähig sind sie?
    Um Statistiken zu interpretieren, sind Kenntnisse über die Art, wie die Zugriffe gezählt werden, notwendig. Bei der Zählung kann es in bestimmten Situationen zu erklärungsbedürftigen hohen Zugriffszahlen kommen.
  • SilverLinker - Links zum Volltext
    Die hessischen Bibliotheken verfügen neben bibliotheksspezifisch lizenzierten Zeitschriften mittlerweile über ca. 4500 gemeinsame Lizenzen für Zeitschriften. Bei diesen navigiert SilverLinker Literatursuchende vom bibliographischen Eintrag direkt zum elektronischen Volltext der zitierten Zeitschriften, der auf dem Server des Verlages oder der Zeitschriftenagentur bereit steht.

    Damit der Link tatsächlich zum Volltext führt, sind umfangreiche Konfigurationen notwendig. Hier ist die Zusammenarbeit mit den anderen hessischen Bibliotheken notwendig, um die Qualität des SilverLinkers zu gewährleisten. So sind nicht nur die Verlage und Provider auszuwählen, sondern die Zeitschriften selbst dem Server mitzuteilen. Andernfalls würden die Nutzer Links zu angeblich vorhandenen Volltexten sehen, die meistens ins Leere führen. Frustriert gäben sie es schließlich auf, den an sich sehr wertvollen SilverLinker zu nutzen.
  • SDI - Per E-Mail auf dem Laufenden bleiben
    Möchten Ihre Nutzer per E-Mail benachrichtigt werden, wenn in einer der hier angebotenen Fachdatenbanken neue Dokumente ihres Interessensgebietes erscheinen? Künftig müssen Interessierte dem System lediglich die gewünschte Suchstrategie und ihre E-Mail-Adresse mitteilen und sie werden bei Updates automatisch über Neuzugänge benachrichtigt.
  • Die neue Recherche-Oberfläche - Webspirs 5
    Die neue Recherche-Oberfläche Webspirs 5 wurde vorgestellt. Sie unterscheidet sich deutlich im Aufbau und in der Farbgestaltung von der Vorgängerversion. Voraussetzung für den Zugang ist ein javafähiger WebBrowser.

    Bereits jetzt können mit einem einzigen Klick alle Zeiträume einer Datenbank für eine Recherche markiert werden. Es ist nicht notwendig, alle Segmente einzeln anzuklicken. Dies ist insbesondere für Datenbanken mit wöchentlichen Updates interessant, da sie aus bis zu 16 Segmenten bestehen können. Dieser Service besteht beim künftigen Online-Zugang zu den Datenbanken leider nicht.

Darüber hinaus bot der Workshop allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, weitere Fragen und Anregungen zu thematisieren und sich endlich kennenzulernen.

Weitere Infos zum ERL-Server finden Sie auf den Internetseiten der UB Giessen unter http://dbs.ub.uni-giessen.de/dbs/faq_lang.php?id=18.

Susanne Ramsbrock E-Mail an AutorIn
Universitätsbibliothek Gießen, Stellv. Leiterin Abt. Informationsmanagement
Kassel - Universitätsbibliothek
Teaching library in der Praxis - Bedingungen und Chancen

suchen wissen

ich was suchen
ich nicht wissen was suchen
ich nicht wissen wie wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen

ich wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen
ich wissen ich suchen wie wissen was suchen
ich was wissen

Ernst Jandl, 1978

"Die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation kann (...) angesichts der Vielfalt und Dynamik nicht allein von den Fachwissenschaftlern geleistet werden. Der Verbesserung der Nutzerkompetenz (information literacy) muss die Bibliothek in Kooperation mit anderen Einrichtungen der Hochschule durch das aktive Angebot geeigneter Benutzerschulungen verstärkt Rechnung tragen."

Diese Aufforderung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2001 kann für die UB/LMB Kassel als Ermutigung ihrer Arbeiten im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz gelesen werden. Seit geraumer Zeit sind dort personelle und institutionelle Bedingungen geschaffen worden, damit die Bibliothek "in Kooperation mit anderen Einrichtungen der Hochschule" den Studierenden ein "aktives Angebot geeigneter Benutzerschulungen" bieten kann.

Wie diese Bedingungen in der bibliothekarischen Praxis aussehen, soll nun dargestellt werden.

Ein Arbeitsgespräch, das zwischen Hochschuldozenten und Bibliothekarinnen zum Thema "teaching library" in Kassel stattgefunden hat, verdeutlicht, warum die Vermittlung von Informationskompetenz tatsächlich dringend benötigt wird, und welche Chancen sich damit für Bibliotheken eröffnen.

Bei diesem Gespräch ging es um die Frage, ob wir Bibliothekarinnen im Rahmen der Hochschulseminare "teaching library"-Kurse abhalten sollen. Dazu illustrierten wir die Recherche-Schwierigkeiten der Erstsemester anhand des Beispiels, dass im OPAC nur mit aufgelösten Umlauten erfolgreich gesucht werden kann.

Einer der Dozenten, unseren Plänen gegenüber im übrigen mehr als wohlgesonnen, war skeptisch, ob wir nicht zu "tief" ansetzten. Er jedenfalls wäre als Student beleidigt gewesen, wenn ihm jemand hätte zeigen wollen, wie man eine formale OPAC-Suche macht. Nach dem eigentlichen Arbeitsgespräch bat uns der Dozent, ihm bei der Suche nach zwei Monographien behilflich zu sein, von denen er genau wusste, dass sie in der UB/LMB Kassel vorhanden sein müssten, er habe sie aber nicht gefunden. Wir baten den Dozenten, seine Titel im OPAC selbst zu suchen. Die Pointe der Geschichte ist leicht zu erraten: seine Eingabe schlug fehl, er hatte die Umlaute nicht aufgelöst!

I. Problemstellung konkret:

a) In UB/LMB Kassel wurden, wie wohl in vielen anderen Universitätsbibliotheken auch, schon immer Nutzerschulungen durchgeführt. Oft genug litten sie an einem allgemein bekannten Problem: Einem inhaltlich guten und wichtigen Angebot engagierter Bibliothekare stand ein geringes bis nicht vorhandenes Interesse der Studierenden gegenüber, d.h. wir hielten Kurse mit zwei oder drei Studierenden ab.

Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass ein Problembewusstsein über die Notwendigkeit von Informationskompetenz (für das gesamte Berufsleben) sowohl bei den Studierenden als auch bei den Lehrenden fehlt. Das führt zu einer sehr wichtigen Marketing-Analyse: Woran liegt es, dass so wenig Studierende kommen, wenn wir z.B. OPAC-Einführungen anbieten?

Es gibt viele Verhinderungsgründe, die wir erkennen und lösen müssen, um unser Publikum, die Studierenden zu erreichen:

  • Das Wissen wächst schnell und verändert permanent seine Zugangstechniken, ohne dass die Studierenden dies registrieren. Die Schere zwischen dem, was es zu beherrschen gilt und der Kompetenz der Studierenden öffnet sich zunehmend.
  • Die Studierenden gerade der Anfangssemester sind mit der Quantität von Informationen aller Art stark gefordert.
  • Die Studierenden resignieren von vorne herein vor dem schwer zu überblickenden Berg der Informationskompetenz.
  • Die Studierenden erkennen nicht die Relevanz der Informationskompetenz für das gesamtes Berufsleben - wir versuchen, das Motto "ich lerne für mein Leben gerne" in zweifacher Weise zu vermitteln: "ich lerne sehr gern", aber auch: "ich lerne gerne für mein ganzes Leben"!
  • Die Studierenden haben den Eindruck, mit der neuen Technik per Mausklick sich "schon irgendwie durchmogeln" zu können.
  • Die Studierenden erleben die Bibliothek (noch) nicht als den Ort, an dem Wissen und Informationen aus aller Welt gefunden werden können.
  • Die Studierenden erleben die Bibliothek (noch) nicht als den Ort, an dem die Fachleute für Vermittlung von Informationskompetenz für sie erreichbar sind.

b) Bibliothekarinnen und Bibliothekaren fehlt das Wissen über die Recherchekompetenzen der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer; so lässt sich kein effektives und angemessenes Ziel für die jeweiligen Kurse festsetzen.

c) Bibliothekarinnen und Bibliothekaren fehlen methodisch-didaktische Kenntnisse zur effektiven Vermittlung. Didaktik spielt in der Ausbildung auch heute noch keine Rolle, und Bibliotheksführungen werden immer noch meist in Monologform abgehalten. Problematisch dabei ist u.a., dass die reine Verbalisierung von Problemlösungen nicht zur Erkenntnis führt: Obwohl im Arbeitsgespräch davon die Rede war, dass Umlaute aufgelöst werden müssen, suchte der Dozent anschließend unter dem Stichwort "Müller". Fazit: Probleme theoretisch anzusprechen genügt nicht, man muss sie "erfahren".

d) Der Dozent illustrierte sehr gut ein weiteres Problem: Seine Vorstellung, "schon Bescheid" zu wissen, verhinderte die Bereitschaft, etwas Neues aufzunehmen. Zu den wichtigsten Aufgaben einer teaching library gehört, Problembewusstsein über Kenntnislücken zu schaffen.

Dies Phänomen gilt natürlich für Lehrende ebenso wie für Studierende.

II. Praktische Lösungen - die Umsetzung des Konzeptes auf der Basis der Problemanalyse

Eine wichtige Voraussetzung für die Vermittlung von Informationskompetenz ist die Anwesenheit! Zu dem Arbeitsgespräch war der Dozent schon in der Bibliothek - eine Voraussetzung, die wir bei den Studierenden erst schaffen müssen. Um die Studierenden zu erreichen - gehen wir zu ihnen! Dieser "einfache Schritt auf die Studierenden " durch die Einbettung der teaching library-Kurse in Universitätsseminare hat mehrere Vorteile:

a) Die Lehrenden haben ein Interesse daran, dass ihre Studierenden Informationskompetenz besitzen oder sie sich verschaffen - und verschaffen uns deshalb Raum und Zeit in ihren Seminaren. Dies ist ein erster Synergieeffekt!

b) Jedes Seminar hat ein Thema, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbindet. Übungsbeispiele aus dem gemeinsamen Themenbereich des jeweiligen Seminars vermitteln den Studierenden eine hohe Relevanz der Recherchen.

c) Die Studierenden sind motiviert, das Lernziel Informationskompetenz als ihr eigenes zu begreifen, da es in einem von ihnen gewählten Rahmen stattfindet: "Wenn diese Recherchen Teil meines Seminares sind, dann muss es mein Professor ja für wichtig erachten" - d.h. wir nutzen die Autorität, die Dozentinnen und Dozenten bei Studierenden genießen. (Nicht ganz nebenbei nutzen wir wiederum die Chance, die Informationskompetenz der Dozentinnen und Dozenten zu verbessern.)

d) Um die jeweilige Veranstaltung zielgenau planen zu können, benötigen wir Informationen über den Wissensstand der Studierenden in folgenden Bereichen: Studienstufe, Schwerpunkte im Seminar, Erfahrungen im Recherchieren, Arbeitsgewohnheiten in den jeweiligen Fächern: Bücher, Skripte, digitale Medien o.ä.. Auch hier müssen wir die Studierenden dort abholen, wo sie sind, aber auch dort hinbringen, was bezogen auf ihr Fach sinnvoll ist. Dazu führen wir Evaluationen vor der Kursplanung durch: Seit einer fehlgeschlagenen Evaluation der Studierenden (der Dozent hatte uns eine homogene Zweitsemestergruppe angekündigt, in der sich dann aber tatsächlich zahlreiche höhere Semester befanden) wurde eine neue Stufe der Evaluation von uns eingeführt: Befragung der Studierenden vor Kursbeginn mit Hilfe eines Fragebogens, der genauer Auskunft geben kann über den Wissensstand der Studierenden und einen präzisen Kurszuschnitt erlaubt. Dieser Fragebogen wird den Studierenden in einer ihrer Seminarsitzungen ausgeteilt, seine Ergebnisse fließen in unseren jeweiligen Kursablaufplan ein.

III. Zur Methodik der Vermittlung - Lehrende sind Lernende

Elementares Prinzip unserer Kurse ist das sogenannte "Sandwichprinzip": jeder Lernschritt wird durch die Kursleiterin oder den Kursleiter zunächst verbal und visuell (mittels Beamer) vorgeführt, danach testen die Studierenden selbst anhand eines gleich gelagerten Beispiels; sodann führt einer der Studierenden sein Rechercheergebnis für alle (an dem Rechner, an dem der Beamer angeschlossen ist) vor. Fehler werden dabei konstruktiv genutzt: die gemeinsam mit den Studierenden vorgenommene Analyse nützt allen - und wir lernen oft die Denkweisen der Studierenden auf diese Weise erst kennen. Die Lehrenden lernen - fürs Lehren. Auf jeden Fehlversuch kommt ein Erfolgserlebnis, und andererseits ergibt sich für uns die Chance, unsere Kurse zu verbessern. Durch das Vorführen durch einen Studierenden wird ein Lernender ein Lehrender - die Aktivität der Studierenden wird gesteigert und damit der Lerneffekt.

IV. Kontinuierliche Beobachtung und Verbesserung unserer Kursangebote

Mit den Studierenden, den Dozenten und den Bibliothekarinnen findet nach jedem Kurs eine "Schlussevaluation" statt. Die Studierenden bitten wir im unmittelbaren Anschluss an einen Kurs, einen Fragebogen auszufüllen, der einerseits differenziert nach der Zufriedenheit mit den Lerninhalten und Methoden des jeweiligen Kurses fragt. Andererseits wiederum sorgt er für Problembewusstsein, indem wir fragen, welche der von uns angebotenen Aufbaukurse besonders gewünscht sind. Damit wird den Studierenden zusätzlich zu dem "Ausblick", mit dem wir jede Veranstaltung beenden, klar, dass und welche Themen in einem höheren Semester relevant für Informationskompetenz sind.

Mit den Dozenten ergeben sich fast zwangsläufig Arbeitsgespräche, in denen wir von den jeweiligen Kursen und den Fragebogenauswertungen berichten und eine Einschätzung zu notwendigen Folgeveranstaltungen geben. Oft entstehen daraus schon feste Termine und Inhaltsabsprachen.

Im Kollegenkreis besprechen wir, je nach Bedarf, den Verlauf des Kurses und unterstützen uns gegenseitig, indem wir uns unsere Beobachtungen aus dem Kurs mitteilen.

V. Die Bedeutung des Konzeptes innerhalb der Bibliothek

Bibliothekskurse dieser Art erfordern ein weit höheres Maß an Zeit als Kurse herkömmlicher Art und binden damit mehr personelle Ressourcen. Damit dies in Zeiten der Personalknappheit auch mit Perspektive geplant und durchgeführt werden kann, ist entscheidend, die Idee der teaching library von der Bibliotheksleitung mit Priorität zu versehen und dementsprechend zu unterstützen. So ist es wichtig, dass mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Entwicklung und Erprobung des Konzeptes zuständig sind.

An der Universitätsbibliothek Kassel unterstützt der Leitende Direktor, Herr Dr. Axel Halle, das Konzept in einem wichtigen Punkt, nämlich der Publikmachung innerhalb der Hochschule. Inzwischen haben alle Fachbereiche von unserem Konzept, seinen Zielen und den konkreten Erfahrungen damit gehört. Tritt nun die Bibliothek in Kontakt mit einem Dozenten, stoßen wir oft genug auf gut vorbereitete Ohren. Die Lehrenden haben die Bedeutung des Konzeptes als wesentlichen Teil des Gesamtzieles der Universitätsbibliothek von der Position des leitenden Direktors aus erfahren.

VI. Chancen des Konzeptes "teaching library" für das Bibliothekswesen in der universitären Landschaft

Kurse nach dem dargestellten Muster lösen innerhalb der Hochschullandschaft eine Dynamik aus, die für die Bibliothek als Institution die Chance bietet, durch die verstärkte Vernetzung zwischen Lehrenden, Studierenden und dem Personal der Bibliothek die Bedeutung und die Rolle der Institution qualitativ zu verbessern.

Dies liegt unter anderem daran, dass dem veränderten Stellenwert der Informationsbeschaffung und -kompetenz durch die Kurse angemessen Rechnung getragen wird, vor allem jedoch daran, dass im Konzept ein ständiges gegenseitiges Lernen impliziert ist: Zunächst spielen die Studierenden eine Rolle, indem sie ihre Anforderungen über Lerninhalte an Lehrende und den Lernort Bibliothek stellen. Letzteres entsteht erst mit dem neuen Kurskonzept.

Die Lehrenden tragen traditionell ihre Anforderungen an die Studierenden heran und fordern andererseits Unterstützung durch die Bibliothek, seit Existenz des neuen Kurskonzeptes verstärkt nicht mehr nur durch Literaturbeschaffung, sondern durch konkrete Wünsche an das Personal der Bibliothek, Informationskompetenz an ihre Studierenden zu vermitteln. Darüber stehen die Lehrenden aus den oben ausgeführten Gründen in engem Kontakt zum Bibliothekspersonal. So sind die Lehrenden auch Lernende.

Damit sind wir bei der Rolle der Bibliothek. Durch unsere Vorevaluation und spezifischen Kursvorbereitungen nehmen wir Impulse von Studierenden und Lehrenden auf. Diese Impulse wiederum beeinflussen die Kurse und ihre jeweilige Zielsetzung. Durch diesen Prozess sind wir Bibliothekarinnen und Bibliothekare ständig Lernende.

Effekt ist eine Spirale, die alle Beteiligten erfasst, nämlich Studierende, Lehrende und die an der teaching library beteiligten Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Elementar neu daran ist die aktive, Impulse aufnehmende und weitergebende Rolle, die die Bibliothek in der Hochschule für Lehrende und Studierende spielt.

VII. Ausblick - Eine bibliothekarische Lern- und Lehrkultur

Wir können es uns beim heutigen Stand der Dinge und der Wissensentwicklung nicht erlauben, ineffiziente Informationsvermittlung zu betreiben. Konzepte wie die der teaching library sind (zeit-)aufwändiger als unsere herkömmlichen Kursmethoden, aber wesentlich effizienter.

Kann bei herkömmlichen Bibliothekskursen noch von geringem Aufwand ausgegangen werden, so zeigen die Erfahrungen unzähliger Schulungen auch, dass diese Kurse auf wenig Resonanz stoßen.

Neu etablierte teaching library-Kurse erfordern einen viel größeren Aufwand, allerdings ergeben die regelmäßig durchgeführten Evaluationen auch einen wesentlich höheren Nutzenwert.

Zuletzt ist davon auszugehen, dass nach und nach Routine den Aufwand schrumpfen lässt - allerdings nie auf das Niveau herkömmlicher Kurse. Andererseits aber wird der Nutzen steigen, wenn wir ständig Erkenntnisse aus den Evaluationen in unsere Kurse einfließen lassen.

Das neue Kurskonzept der Universitätsbibliothek Kassel trägt zu einer Lernkultur bei, in der bei allen Nutzergruppen im Bereich der Informationskompetenz die Selbständigkeit wächst.

Weitere Informationen zum Angebot der UB/LMB Kassel:
http://www.uni-kassel.de/bib/ - "Führungen / Schulungen"

Susanne Rockenbach M.A. E-Mail an AutorIn
Universitätsbibliothek, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Mainz - Stadtbibliothek Mainz
Personalia

Herr Reinhard Altenhöner, Direktor der Stadtbibliothek Mainz von 1999 bis November 2002, wechselte zum 1. Dezember 2002 als Leiter der DV-Abteilung an Die Deutsche Bibliothek.

Wiesbaden - Hessische Landesbibliothek
Personalia

Frau Dr. Marianne Dörr, bisher tätig an der Bayerischen Staatsbibliothek München unter anderem in Projekten wie "VD17" oder "Langzeitarchivierung", wird Nachfolgerin von Herrn Dr. Dieter Wolf als Direktor der Hessischen Landesbibliothek Wiesbaden. Dr. Wolf wurde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Aus den Verbundgremien

AG Alphabetische Katalogisierung: 17. Sitzung am 13.11.2002

Auf der 17. Sitzung der AG Alphabetische Katalogisierung, die am 13.11.2002 stattgefunden hat, wurden u.a. folgende Themen behandelt:

Einführung von Personennormdaten im Hessischen Verbund

Grundlage der Diskussion in der AG war das Papier “Einführung von Personennormdaten“, das die Verbundzentrale für die 15. Sitzung des HeBIS-Verbundrates am 28.11.02 erstellt hatte und das auch über die kat-list verschickt worden war.

In diesem Papier wurden die Pro- und Contra-Argumente aufgelistet und ein Szenarium zur Einführung beschrieben sowie ein Kooperationsmodell HeBIS – PND.

Auf der Basis dieses Papiers wird von den AG-Mitgliedern eine Personennormdatei für den Hessischen Verbund einstimmig befürwortet.

Die für den Bereich Katalogisierung wichtigsten Argumente für die Einführung einer Verbund-Personennormdatei waren:

  • HeBIS kann bei den Personennamenansetzungen und –verweisungen auf keine Fremdleistungen, wie sie die Datenlieferungen der PND darstellen, zurückgreifen. Korrekturen in der überregionalen PND müssen in der HeBIS-Verbunddatenbank weitestgehend manuell nachvollzogen werden. Dies macht insbesondere das Umsetzen umfangreicher Ansetzungsänderungen, wie sie die 4. RAK-Ergänzungslieferung mit sich gebracht hat, sehr aufwendig bis unmöglich.
  • Die Personennormdatensätze in der PND werden sowohl für die Formalkatalogisierung als auch für die Sacherschließung genutzt. Für Verbünde wie HeBIS, die keine eigene Personennormdatei haben und die Personenschlagwortsätze über die SWD-Lieferungen beziehen, muss Die Deutsche Bibliothek erst eine Umsetzung ins SWD-Format vornehmen. Es ist fraglich, wie lange die DDB diesen zusätzlichen Umsetzungsaufwand noch leisten wird.
  • Verweisungsformen zu Verfassernamen und zu den Namen sonstiger beteiligter Personen müssen jeweils in jeden zugehörigen Titelsatz eingetragen werden. Diese redundante Erfassung entfällt bei Personennormdatensätzen.
  • Auch der Nutzen von Projekten wie einer virtuellen internationalen Normdatei (VIAF), die langfristig betrachtet auch zur größerer Effektivität beitragen können, ist nur möglich, wenn HeBIS über eine eigene Personennormdatei verfügt.

Katalogisierung nachgedruckter mehrbändiger Werke

Ausgelöst durch die uneinheitliche Verzeichnung in der Verbunddatenbank war in der kat-list die Katalogisierung nachgedruckter mehrbändiger Werke diskutiert worden und zwar unter den Aspekten RAK-gerechte Aufnahme und Benutzerfreundlichkeit:

  • Nach den RAK muss für die Originalausgabe und für jeden Nachdruck jeweils eine eigene Einheitsaufnahme (c-Sätze) erstellt werden.
  • Für die Mehrzahl der Benutzer wird hingegen der Nachweis aller Bände (Original und Nachdruck bzw. Nachdrucke) an einer einzigen Einheitsaufnahme als Recherche-freundlicher eingeschätzt.

In der AG wurde die Problematik sachlich, ausführlich und unter Abwägung der Vor- und Nachteile für die 3 betroffenen Bereiche (ACQ-Bestellung, Katalogisierung im Verbund und Recherche) erörtert.

Die anschließende Abstimmung ergab eine Mehrheit für die RAK-gerechte Aufnahme.

Bestehende Aufnahmen in der Verbunddatenbank, bei denen Original- und Nachdruckbände an einer Einheitsaufnahme nachgewiesen sind, müssen nicht verpflichtend korrigiert werden.

Außerdem wurde beschlossen, in der Einheitsaufnahme (c-Satz) des Nachdrucks eine Ausgabebezeichnung anzugeben und hierfür die Regelung der Deutschen Bibliothek zu übernehmen:

"Ausgabebezeichnungen für Nachdrucke werden als zum Gesamtwerk gehörend betrachtet, sofern sie als zusammenfassende Angabe für alle Bände vorliegen. Unterscheiden sich die Angaben in den einzelnen Bänden, so wird in den Angaben zum Gesamtwerk lediglich ein Vermerk wie z.B. "Nachdr." oder eine entsprechende Formulierung angegeben. Der ausführliche Nachdruckvermerk erfolgt in den Aufnahmen für die Bände (F-/f-Sätze)."

(siehe Rubrik: Handbuch-Änderungen, Aktualisierte Kapitel, Mehrbändige Werke)

Hinweis auf die Sekundärausgabe in Kategorie 4236

Laut Katalogisierungshandbuch, Kapitel "Sekundärausgaben" kann bei der Primärausgabe in der Titelsatzkategorie 4236 fakultativ ein Hinweis auf die Sekundärausgabe gemacht werden, z.B. "Auch als Mikroform vorhanden".

In der AG wurde diskutiert, ob dieser Hinweis anstatt auf der Titelsatzebene nicht besser in den Lokaldaten erfolgen sollte. Denn die Formulierung "Auch als ... vorhanden" kann irreführend sein, da sie vom Benutzer meist so verstanden wird, dass die Sekundärausgabe ebenfalls in der eigenen Bibliothek bzw. dem eigenen LBS vorhanden ist. Andererseits bietet die Verankerung auf Titelsatzebene Vorteile für Auskunfts- und Fernleihzwecke.

Es wurde beschlossen, den fakultativen Hinweis auf die Sekundärausgabe in Kategorie 4236 beizubehalten, aber die allgemeiner gehaltenen Formulierungen:

  • Auch als Blindenbuch
  • Auch als Elektronische Ressource
  • Auch als Mikroform

zu verwenden.

(siehe Rubrik: Handbuch-Änderungen, Aktualisierte Kapitel, Sekundärausgaben)

Renate Koch-Krug
AG Alphabetische Katalogisierung, Vorsitzende
Einführung von Personennormdaten fand keine Mehrheit im Verbundrat

In seiner Sitzung am 28. November 2002 hat sich der HeBIS-Verbundrat ausführlich mit der Einführung von Personennormdaten beschäftigt. Diese war von der Verbundzentrale vorgeschlagen worden, nachdem entsprechende Forderungen wiederholt von Katalogisierern, aber auch von Benutzungsbibliothekaren geäußert worden waren, zuletzt auf der diesjährigen HeBIS-Nutzerversammlung in Mainz. Die Verbundzentrale hatte dazu ausführliche Unterlagen erarbeitet, in denen Vor- und Nachteile von Personennormdaten sowie die Praxis in anderen Verbünden zusammengetragen worden waren. Auch erste Umsetzungsszenarien sowie ein Vorschlag zur Kooperation mit der überregionalen Personennamendatei waren den Verbundratmitgliedern vorgelegt worden.

Leider konnte sich die überwiegende Mehrheit der Verbundratmitglieder nicht für die Einführung von Personennormdaten entscheiden. Als Gründe für die ablehnende Haltung wurde vor allem die Befürchtung einer Mehrbelastung der Katalogisierung angegeben, die nur schwer gegenüber dem Unterhaltsträger zu vertreten sei. Einige Lokalsysteme benannten andere strategische Ziele, die ihnen besonders wichtig seien, vor allem die Vereinfachung der Fremddatenübernahme aus anderen Verbünden, an der nun verstärkt gearbeitet werden soll.

HeBIS bleibt somit der einzige Verbund ohne Personennormdaten. Die (eingeschränkte) Mitarbeit an der überregionalen Personennamendatei erfolgt aber weiterhin bezogen auf die beiden Sondersammelgebiete "Judentum" und "Afrika südlich der Sahara", für die die Stadt- und Universitätsbibliothek eine Clearing-Funktion übernommen hat.

(ria)

Gremienberichte

Fernleihe
Wieder Bewegung in der LVO-Debatte

Gültige Rechtsgrundlage für die Abwicklung des Überregionalen Leihverkehrs in Deutschland ist nach wie vor die Leihverkehrsordnung (LVO) von 1993.

Seit 1996 gibt es allerdings Bestrebungen in der KMK (AG Wiss. Bibliotheken), die LVO im Hinblick auf die veränderte Nachweissituation (allgemein zugängliche Datenbanken) und unter Berücksichtigung von kostenpflichtigen Direktlieferdiensten (u.a. SUBITO) von Grund auf zu überarbeiten.

1999 legte eine vom damaligen DBI betreute Expertengruppe der KMK einen Entwurf für eine neue LVO vor, der jedoch abgelehnt und nicht veröffentlicht wurde. Bemängelt wurde, dass der Entwurf nur die "klassische" Fernleihe und nicht die entgeltpflichtigen Dokumentlieferdienste einschloss.

Daraufhin bat die KMK/AG Bibliotheken die DFG, eine neue Arbeitsgruppe mit dem Auftrag einzuberufen, ein Strategiepapier zur "Weiterentwicklung des Leihverkehrs und endnutzer-orientierter Dokumentlieferdienste" in Deutschland zu erarbeiten.

Der daraus entstandene Entwurf eines Strategiepapiers wurde im Mai 2000 der KMK/AG Bibliotheken zur Beratung vorgelegt. In der sich anschließenden öffentlichen Diskussion zeigte sich, dass dieser Entwurf nicht konsensfähig war, weil in ihm zu wenig Rücksicht auf den traditionellen Leihverkehr als Basisdienstleistung zur überregionalen Literaturversorgung genommen wurde.

Daraufhin wurde von der KMK/AG Bibliotheken eine neue AG (Vorsitz: Herr Dugall) eingesetzt mit dem Auftrag, das Strategiepapier dahingehend zu überarbeiten, dass alle Formen der Dokumentlieferung gleichermaßen berücksichtigt werden.

Die daraufhin überarbeitete Fassung des Strategiepapiers wurde der KMK/AG Bibliotheken im Juli 2001 zugeleitet. Es stellt Richtlinien auf für die drei angebotenen Dienste a.) konventionelle Fernleihe, b.) automatisierte Fernleihe (Online-Fernleihe) und c.) Direktlieferung von Bibliotheken an Kunden.

Dieses Strategiepapier II wurde von DFG und KMK inhaltlich befürwortet. Es enthält folgende Empfehlungen:

Zur Verwirklichung der hier dargestellten Konzeption gilt es, bestehende Fernleih- und Dokumentlieferdienste zu optimieren. Sie sind auf der Zugangsebene zu einem transparenten Angebot zu verknüpfen.

Da Kernbestandteile solcher Dienstleistungen die bisherigen Komponenten Leihverkehr, überregionale Direktlieferdienste sowie verbund- und fachbezogene Angebote (Stichwort: verbundübergreifende Fernleihe) sein sollen, muss eine koordinierte Entwicklungsplanung vorgenommen werden. Hierzu zählt insbesondere:

Gemeinsames Portal für Leihverkehr und Direktlieferdienste:

Neben der Fernleihe zwischen den Bibliotheken bilden die Direktlieferdienste die zweite Säule der Dokumentlieferung. Beide Bereiche sind zumindest auf der Zugangsebene für die Nutzer zu einem transparenten Angebot zu verknüpfen. Hierzu sind ein gemeinsames Portal zu entwickeln und entsprechende Hilfefunktionen einzubauen.

Da die Fernleihe insbesondere in automatisierter Form noch auf absehbare Zeit eine tragende Rolle in der Dokumentlieferung spielen wird, sind die notwendigen Richtlinien hierfür zu überarbeiten und an dem Strategie-Konzept auszurichten. Ein wesentliches Ziel muss es dabei sein, die Fernleihe organisatorisch und technisch den neuen Gegebenheiten anzupassen. Hierzu zählen u.a.:

  • Verknüpfung der Verbundsysteme:
    Bei den einzelnen Verbundsystemen sind Verfahren zu entwickeln, die Bestellungen von einem System in ein anderes ermöglichen. Hierfür sind auch Prinzipien für automatische Auswahl und Weiterleitung an Lieferbibliotheken festzulegen. Beim Leihverkehr tritt anstelle des bisherigen Regionalprinzips (Leihverkehrsregionen) das Verbundprinzip.
  • Entgelt- und Gebührenregelung, Abrechnungsverfahren:
    Im Bereich der Entgelte bzw. Gebühren sind vorrangig Nutzergruppen und Preisstaffelungen festzulegen. Entsprechend müssen Nutzergruppen und Preisstaffelung definiert werden. Dabei ist auch zu überprüfen, wie wirtschaftliche Abrechnungsverfahren einzusetzen sind, so dass den Lieferbibliotheken die Erzielung von Einnahmen ermöglicht wird. Der rechtliche Rahmen ist so zu gestalten, dass die Liefer-Bibliotheken über diese Einnahmen in vollem Umfang verfügen können.

Für die im Strategiepapier genannten Bereiche der konventionellen Fernleihe und der automatisierten Fernleihe/Online-Fernleihe (ohne die privatrechtlich geregelten Direktlieferdienste) hat die KMK/AG Bibliotheken 2002 Herrn Dugall beauftragt, einen Diskussions-Entwurf einer neuen LVO vorzulegen.

Das ist inzwischen erfolgt. Der Entwurf wird z.Z. in der KMK-AG Bibliotheken intern beraten. In einem nächsten Schritt soll der von der KMK-AG geprüfte Entwurf im Januar 2003 in einer Arbeitsgruppe von Vertretern des DBV und der AG Verbundsysteme diskutiert werden. Die HeBIS-Verbundleitung ist an dem Verfahren beteiligt und wird über den Fortgang berichten und die notwendigen Schritte der Einsatzplanung im HeBIS-Verbund koordinieren.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung
Gemeinsame Körperschaftsdatei
Expertengruppe GKD, 3. Sitzung am 4.12.2002 in Frankfurt

Definition für historischen Ländercode von Österreich

Der Code AA wird für Körperschaften vergeben, die von den Anfängen bis 1918 auf dem österreichischen Staatsgebiet in seinen jeweiligen Erstreckungen existierten, einschließlich der Zeit, als Österreich Bestandteil des Deutschen Reiches war, und der Zeit von Österreich-Ungarn in seinen jeweiligen Erstreckungen einschließlich aller dazugehörenden Gebiete.

Ordnungshilfe bei der Ansetzung gleichnamiger Staaten oder Gliedstaaten

Bei der Ansetzung gleichnamiger Staaten oder Gliedstaaten soll die Ordnungshilfe des gleichnamigen Ortes unberücksichtigt bleiben, demgegenüber soll bei Landkreisen und vergleichbaren Verwaltungsbezirken wie bisher die Ordnungshilfe des gleichnamigen Ortes in der Ordnungshilfe des Verwaltungsbezirks übernommen werden.

Aktualisierung der RAK-Anlagen

Die von der Arbeitsstelle Normdateien überarbeiteten RAK-Anlagen 9 und 15 werden auf dem Server Der Deutschen Bibliothek bereit gestellt. Die Pflege der Städte-Liste (RAK-Anlage 16) soll in Zukunft direkt in der GKD vorgenommen werden und in gewissen Zeitabständen für eine Neuausgabe als Word-Dokument aktualisiert werden, die dann – wie ursprünglich geplant - in ZETA sowie auf dem FTP-Server Der Deutschen Bibliothek bereitgestellt wird.

Präfix-Korrekturen

Die Arbeitsstelle Normdateien hat nach Sichtung der Listen mit den betroffenen Körperschaften beschlossen, keine maschinellen Korrekturen innerhalb der GKD durchzuführen. Der Hauptgrund für diese Entscheidung war, dass diese Listen zahlreiche Namen mit Kunstwörtern enthalten, die bei einer automatischen Korrektur nicht hätten herausgefiltert werden können und Nachbesserungsarbeiten zur Folge gehabt hätten.

Die manuellen Korrekturen sind - bis auf Ausnahmen (Präfixe bei Personennamen in Körperschaftsnamen, z. B. in Namen von Ausstellungen) – ausgeführt.

Mit den Präfixkorrekturen von Namen mit Verwandtschaftsbezeichnungen wurde noch nicht begonnen.

Liegen in der GKD sowohl eine Ansetzungsform mit "Mac" als auch eine Verweisungsform mit Mc" vor, so wird davon ausgegangen, dass der offizielle Name mit "Mc" anzusetzen und die Namensform mit "Mac" als Verweisungsform anzugeben ist.

Die Arbeitsstelle Normdateien wird die Liste der Verwandtschaftsbezeichnungen anhand der LoC durchgehen und ggf. die Ansetzungen, deren Behandlung danach noch Unklarheiten aufwirft, an die Verbünde verteilen.

Bei Kongressansetzungen, die sich nicht verifizieren lassen, soll ein Blank zwischen Präfix und darauf folgendem Namensbestandteil gesetzt und damit eine Schreibweise vorgegeben werden.

Einheitliche Regelung für die Ansetzung von Landesverbänden

Landesorganisationen u.ä., die in ihrem offiziellen Namen Städte führen, die mit Stadtstaaten (Berlin, Hamburg, Bremen, Wien etc.) identisch oder gleichnamig sind, sollen in der GKD generell durchgeschrieben werden, d.h. sie sind ohne Ordnungshilfe anzusetzen. Gegenteilige Ansetzungen werden korrigiert und Titelsplitts (Berlin / Berlin, West / Berlin, Ost) zu einem Datensatz vereinigt.

Beispiele:

Allgemeiner Sportverband Österreichs / Landesverband Wien

1) Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft / Landesgruppe <Hamburg>

Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft / Landesgruppe Hamburg

Monika Denker
GKD-Expertengruppe
Sacherschließung
Expertengruppe RSWK-SWD, 4. Sitzung am 6. Dezember in Frankfurt

Projekt "Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke (MARC21, AACR2)"

Frau Gömpel erläutert den geplanten Projekt-Verlauf, über den auch über die Homepage von DDB informiert wird. Frau Hoffmann, die Projektbearbeiterin wird Fragebogen an Verbünde, Experten- u.a. Gruppen senden, die ebenfalls übers Netz zugänglich sein werden. Das Projekt wird NICHT die Qualität der Formate und Regelwerke untersuchen, sondern die bibliothekarischen, organisatorischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Aspekte eines oder keines Umstiegs.

Praxisregeln

Die nächste Lieferung wird im Herbst 2003 erscheinen.

Auf der nächsten Sitzung soll vor dem Hintergrund verschärfter Begründungszwänge im Rahmen des Controlling bei DDB über die Grundsätze für Praxisregeln diskutiert werden.

Die Änderungen im § 3 (Zu erschließende Dokumente in der DNB) werden akzeptiert. Sie resultieren aus der Zusammenarbeit von DDB und MVB (Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels), die die bisherige Unterscheidung in Eilt-Bücher und andere überflüssig macht, weil alle MVB-Titel schnell und ohne Rückstände bearbeitet werden sollen.

Die Neuformulierung von § 17,2,a wird mit kleineren Änderungen akzeptiert

Die auf dem SWD-Redaktionstreffen Körperschaftsschlagwörter am 26.9.2001 abgesprochenen Regelungen zu mehrgliedrigen Oberbegriffen (§ 602,9), Fusionen (611,2), Klöstern und Stiften (§618) sowie Ausstellungsobjekten in Freilichtmuseen (§730) werden genehmigt.

Der Text zu einer neuen Praxisregel zu pleonastischen Sprachbezeichnungen

(§ 703,4) von Herrn Wessel wird mit kleinen Änderungen verabschiedet.

Die Ergänzungen zu § 705,1 (Motive: Illustration, Vedute) des GBV werden akzeptiert.

Die Praxisregel zur Ansetzung von Bauwerken (§ 730,1,b) von Herrn Wessel wird nicht verabschiedet. Auf einer nächsten Sitzung soll aber grundsätzlich darüber befunden werden, was als Individualname angesehen wird. In diesem Zusammenhang weist Herr Kunz daraufhin, dass in der Definition keine Geschichte des Bauwerkes ausgebreitet werden soll.

Die Neufassung zu § 733,1 (Dokumente zu einem Film) von Herrn Wessel wird mit Korrekturen genehmigt.

Für den Entwurf einer PR für das Formschlagwort "Aufsatzsammlung" von Herrn Stumpf wird noch nach anderen aussagekräftigen "aber"-Beispielen gesucht.

Problemkreis Geographika

Oberbegriffe, mehrgliedrige Oberbegriffe und Systematiknummern werden bei Geographika vorerst nur im bis jetzt vorgesehenen Umfang angegeben.

Bei Ansetzungen von Ortsteilen, die im Ortsmüller 2 Ansetzungen haben, wird die ausführlichere Eintragung bevorzugt, im Zweifel wird unselbständig angesetzt.

Auf Verweisungen, die sich lediglich durch diakritische Zeichen unterscheiden, soll verzichtet werden.

Bei Aufgreifen veralteter Ansetzungen nach Geo-Duden soll auf die Form der neuesten Enzyklopädie (z.Z. B 1996) geändert werden.

Die Rechtschreibreform in Rumänien soll für die Begriffe aufgrund von B 1996 erst dann SWD-relevant werden, wenn auch die Enzyklopädie ändert. Die neue Form soll bei Aufgreifen als Verweisung erfasst werden.

Die für die GKD neu eingeführten historischen Ländercodes nach ISO 3166.3 werden in der SWD nicht angewendet werden.

Problemkreis Personennamen und Werktitel

Auch in der Expertengruppe weist Frau Hengel auf die Arbeitsgruppe hin, die sie zur Abstimmung zwischen den beteiligten Partnern hinsichtlich des Auslieferungsformates von Personennamen-Datensätzen, die auch für die SWD relevant sind, einberufen wird.

Ordnungshilfen bzw. Homonymenzusätze bei Personennamen und Werktiteln sollen innerhalb der PND in ein eigenes Unterfeld in SWD-gerechter Ansetzung abgelegt und in der Anzeige dann expandiert werden. Es muss noch der Einfluss einer solchen Änderung auf andere SWD-Ansetzungen untersucht werden.

Die RAK ISL (Regeln für die Ansetzung von Personennamen in Staaten mit arabischer, persischer und türkischer Sprache, Anl. 20.1 RAK-WB) wird für zu transliterierende Namen vorerst so beibehalten. Für europäisierte Namen gilt Teil 2 der PND-Redaktionsanleitung.

Auch in der Expertengruppe gibt Frau Hengel einen (verkürzten) Bericht über den Stand de Projektes VIAF (Virtual International Authority File).Unter http://www.ddb.de/news/metadaten_workshop.htm kann im Themenblock III eine Powerpoint-Präsentation zu dieser Thematik eingesehen werden.

Verschiedenes

Zukunft der Beispielsammlung: Durch die Abwicklung von DBI und Nachfolgeinstitutionen ist es notwendig die gegenwärtige Rechtslage zu klären; danach sollte sie mit einem verteilten Autorenteam dem gegenwärtigen Regelwerksstand angepasst werden.

Die Regelungen für die Ansetzung von historischen Einzelereignissen von Orten werden als ausreichend angesehen.

Für ein neues Formschlagwort Digitale Bibliothek o.ä. besteht kein Bedarf.

Der Komplex Mundarten wird erst behandelt, wenn die Hinweissätze (EVKs) abgearbeitet sind und die Fragen der Relationierung innerhalb von Schlagwortdatensätzen näher geklärt sind.

Für die nächste Sitzung wird eine Praxisregel zur Vergabe des Zeitcodes (§ 418,3) bei Werken vorbereitet.

Die nächste Sitzung wird - wieder im Anschluss an das SWD-Partnertreffen - in der zweiten Mai-Woche (5. - 9.) stattfinden.

Zukünftige Aufgaben

Auf den Sitzungen des Standardisierungsausschusses am 5. Juni und 27. Nov. 2002 wurde die Angleichung von RAK-WB und RSWK bei den Ansetzungsformen von Personen und Körperschaften als Desiderat betrachtet. Zur Vorbereitung dieses Arbeitspaketes findet am 9. Dez. 2002 ein Vorgespräch mit den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Expertengruppen RSWK/SWD, PND, GKD und Formalerschließung bei der Arbeitsstelle für Standardisierung statt. Die weitere Diskussion und Abstimmung wird in den Expertengruppen stattfinden.

Christa Wittrock
Universitätsbibliothek Kassel
Sacherschließung
SWD-Redaktionstreffen, 5. Dezember 2002 in Frankfurt, Bericht aus der EG RSWK, Stand der Regelwerksarbeit

Die letzte Ergänzungslieferung erschien im Herbst. Eine aktuelle Online-Version der RSWK steht nicht zur Verfügung.

Veränderungen bei DDB

In DDB wird zur Zeit ein Controlling durchgeführt, das sich auf den Personaleinsatz der Abteilungen von DDB auswirken wird; u.a. sollen in Zukunft auch die Regelwerksergänzungen auf ihre Notwendigkeit und Relevanz hin - gemessen am dafür erbrachten Aufwand - betrachtet werden.

Um die Umstellung der Reihe N auf den Dienst des 'Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels' (MVB) [= macht vieles besser] zum Januar 2003 ohne Rückstände beginnen zu können, werden ca. 200 Dissertationen aus dem Bereich Wirtschaft und ca.700 aus dem Bereich Biochemie aus den Jahren 2001 und 2002 ohne Beschlagwortung in die Reihe H gelangen.

IT-Entwicklungen

Grundsätzlich wurde von DDB festgestellt, dass technische Entwicklungen von DDB erst dann umgesetzt werden, wenn die Verbünde diese auch umsetzen können.

Die von DDB vorgestellte Relationierung innerhalb der SWD wurde von allen Verbünden kritisch gesehen. Die IT von DDB wird für das nächste Treffen ein neues Papier erstellen, in dem Alternativen (Hyperlink-Verknüpfungen für die Suche und Skripte für die SWD-Datenpflege) erstellt und geprüft werden.

Für Hinweissätze (EVKs) wird das vorgelegte Modell (analog zu Pauschal-verweisungen) mit einigen Erweiterungen (fakultative Felder für Quelle, Bemerkungen, Systematiknummer/n und Ländercode/s) akzeptiert.

Die eigene Satzart für Form- und Zeitschlagwörter wird ebenfalls akzeptiert. Die Akzeptanz von NRW hängt an der Zusage, dass es für die Titeldatendienste von DDB deshalb keine Änderungen geben wird.

Es wird eine Adhoc-AG von DDB (Frau Hengel) einberufen werden, in der sich die Verbünde und DDB über die Entwicklung der Datenformate von PND und SWD absprechen sollen; dahinter steht der von DDB gesehene Zwang, endlich das Interim der doppelten Auslieferung von Personennamen-Datensätzen im PND- sowie im SWD-Format zu beenden.

Projekte

Carmen: seitens DDB ist das Projekt beendet; da es sich dabei um ein nicht netzfähiges System handelt, ist der Projektertrag für DDB negativ.

MACS: hier handelt es sich um ein netzfähiges Verfahren (über Z 39.50), das überwiegend Sachschlagwörter verschiedener Normdateien enthält, weiter ausgebaut und ab einem bestimmten Ausbaustand angeboten werden wird.

Museen innerhalb des SWB: das Projekt zwischen SWB, DDB, drei Museen und einem Archiv läuft vielversprechend.

Zusammenarbeit mit dem Institut für Museumskunde: StaBi Berlin, die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und DDB streben eine vergleichbare Zusammenarbeit wie im SWB an.

VIAF (Virtual International Authority File): Frau Hengel berichtet von dem Projekt, dem es jetzt gelungen ist, den Nachweis zu führen, dass internationale Normdateien möglich sind. Das Pilot-Projekt hat eine über Titeldaten generierte gemeinsame Personen-Normdatei von LoC und DDB nach den Grundsätzen der IFLA-Arbeitsgruppe FRANAR erstellt.

Renardus: Seit Juni ist das Projekt beendet; im Internet ist es weiterhin präsent; eine Weiterentwicklung ist unwahrscheinlich aufgrund fehlender (Projekt-)Mittel.

Einzelprobleme

Die Korrekturen aufgrund der neuen Präfix-Regelung (RAK-Änderung) sind fertig.

Die Korrekturen aufgrund der RSWK-Änderungen in §§ 718-720 (Schriftdenkmäler) sollen nach dem Verursacherprinzip durchgeführt werden.

Es wurden 244 chinesische Geographika von DDB auf ihre ggf. neue Schreibweise im B 1996 hin überprüft und korrigiert.

Aufgrund der Bedürfnisse des MVB (Marketing- und Vertriebsservice des Buchhandels, Anm. d. Red.) und der Umstellung auf DDC werden für die Bereiche Belletristik und Kinder- und Jugendbücher jeweils ca. 10 Genrebezeichnungen innerhalb der SWD festgelegt werden.

Verschiedenes

Eine Ausweitung des Änderungsdienstes auf beschlagwortete Titel hat die AG Verbundsysteme leider abgelehnt.

Der gedruckte Informationsdienst für die SWD wird eingestellt; er liegt auf dem FTP-Server von DDB.

Die Struktur des Datums innerhalb des Mailbox-Verkehrs wird ab Januar 2003 in Jahr-Monat-Tag geändert.

Der Termin für die SWD-Partnertreffen wird prinzipiell auf das Frühjahr verlegt, um den Kollegen aller Verbünde die Teilnahme zu ermöglichen.

Christa Wittrock
Universitätsbibliothek Kassel
Standardisierungsausschuss
Angleichung RAK - RSWK

Unterschiedliche Ansetzungen für Personen oder Gebietskörperschaften in den RAK und den RSWK sind schon lange ein Ärgernis und lassen sich zudem unseren Bibliotheksbenutzern nur schwer vermitteln. Nunmehr hat sich der Standardisierungsausschuss dieses Themas angenommen und möchte zu einer Angleichung zwischen den beiden Regelwerken kommen. Der Ausschuss hat bereits in seiner Sitzung am 5. Juni 2002 ein entsprechendes Arbeitspaket beschlossen. Dies wurde in der Sitzung am 27. November 2002 noch einmal bekräftigt.
Da von möglichen Änderungen insbesondere die Normdateien betroffen sein werden, braucht dieses Thema viel Fingerspitzengefühl. Die Leiterin der Arbeitsstelle für Standardisierung, Frau Renate Gömpel, hat deshalb für Anfang Dezember Experten aller relevanten Bereiche (PND, GKD, SWD, Formalerschließung) zu einem ersten Sondierungsgespräch eingeladen, bei dem eine "Bestandsaufnahme des bereits Erreichten und eine Bewertung früherer Argumente gegen eine weitere Vereinheitlichung aus aktueller Sicht" vorgenommen werden soll. Aus dem Gespräch resultierende Ergebnisse und Vorschläge sollen dann in den entsprechenden Expertengruppen ausführlich erörtert werden.

(ria)
Standardisierungsausschuss
Expertengruppe DDC deutsch, 5. Sitzung am 17/18.10.2002 in Frankfurt

Bericht über den Start des DFG-Projekts DDC Deutsch:

Am 1. Oktober startete das Projekt fristgerecht mit Einstellung von Frau Dr. Alex (Referendariat in Hessen), die Projektmitarbeiterin in DDB ist, und Herrn Preuss, der das Übersetzerteam in Köln koordiniert. Ab 1. November beginnen die Übersetzer mit der Arbeit; ihre Auswahl ist bereits erfolgt. Das Editionssystem (von Pansoft, Karlsruhe) - Basis für die Übersetzung, die Druckausgabe und die Datenhaltung bei DDB - steht in einer ersten arbeitsfähigen Version zur Verfügung. Offen ist noch die Besetzung der entsprechenden Stelle für die IT-Abteilung von DDB.

Aktuelle Entwicklungen in den Verhandlungen mit OCLC und LoC, Planungen für DDC 22 (Editorial Policy Statement), Research Agreement

Der Vertrag über die Übersetzung der 22. Edition der Standard Edition, die im Sommer 2003 erscheinen wird, ist abgeschlossen. Die abschließende Diskussion über die letzten Änderungen wurde vom Editorial Board zeitgleich zu dieser Sitzung durchgeführt. Erste inhaltliche Ergänzungen, die durch die Übersetzung ins Deutsche veranlaßt sind, werden ihren Niederschlag finden. Gewöhnungsbedürftig für die Einführung neuer Notationen ist die einseitige Ausrichtung am Literaturaufkommen im World-Cat.

Für ein weitgehendes (die ersten Tausend Gruppen sind weltweit frei recherchierbar) Research Agreement gibt es immer noch kein schriftliches Angebot, jedoch bestehen in Norwegen (die Übersetzung steht kurz vor dem Abschluss) und Kanada ähnliche Überlegungen zu einer WEB-basierten Nutzerschnittstelle, so dass für eine entsprechende Vereinbarung Hoffnung besteht.

WEBDewey Deutsch

Zu diesem Punkt ist Frau Hengel anwesend. Es geht um die Überlegungen, die von Herrn Gödert und Herrn Müller-Dreier zur Datenhaltung einer deutschen DDC-Ausgabe angestellt wurden, um die Modelle Normdatei oder Such-Interface für WEB-OPACs.

Frau Hengel skizziert die Zwänge von DDB bei solchen Überlegungen: die weltweite Diskussion über die Datenhaltung der DDC, die Möglichkeiten der IT-Abteilung von DDB, die Möglichkeiten der Kunden von DDB. Sie schlägt eine Diskussion in kleinerem Kreise zu diesem Thema vor; das Ergebnis wird der EG vorgetragen werden.

DDC in der Nationalbibliographie

Die Umfrage betreffend der Neugliederung der DNB nach DDC hat ein überwiegend positives Echo gefunden. Detaillierte Berichte dazu werden im Bibliotheksdienst (Nov.) und Dialog erscheinen.

Daneben stehen ab 2004 weitere Neuerungen an. Durch die Kooperation mit dem VLB und die Entscheidung, die Reihe N und das VLB zusammenzulegen, wird die erste inhaltliche Erschließung zukünftig nicht mehr von den Kollegen der Abteilung Sacherschließung, sondern von der Abteilung Formalerschließung geleistet werden müssen. Die endgültige Zuweisung zu den Sachgruppen erfolgt erst mit der Ausgabe der Reihe A.

Der Umstieg der Österreichischen Bibliographie auf DDC wird ebenfalls erst im Jahr 2004 erfolgen.

Öffentlichkeitsarbeit, IFLA-Workshop

Während der IFLA-Tagung 2003 in Berlin werden am 7. August auch Workshops zur DDC stattfinden. Am 2. August wird ein Meeting der Übersetzer in der StaBi stattfinden.

In der nächsten Ausgabe der NfD wird ein Aufsatz von Herrn Gödert erscheinen: "Die Welt ist groß - Wir bringen Ordnung in diese Welt": Das DFG-Projekt DDC-Deutsch.

Weiterarbeit an Glossary und Meinungsbildung zu Canned Phrases auf Deutsch

Der größere Anteil der Sitzung war wiederum der Diskussion und Entscheidungsfindung einer deutschen Klassifikations- bzw. einer deutschen DDC-Terminologie vorbehalten. Aufgrund der guten Vorbereitung durch Frau Braune-Egloff, die das Glossary zu einem Begriffscluster zusammengestellt hatte, konnten nahezu alle Begriffe behandelt werden. Ein kleinerer Rest wird über Mail abgestimmt werden.

Bei den Canned phrases soll versucht werden, einen autoritären Stil, bei dem der Nutzer geduzt wird, zu vermeiden, z.B.: Infinitiv "Klassifizieren in..." statt Imperativ Singular "Klassifiziere in...".

Verschiedenes

Die nächste Sitzung wird am 20. März 2003 in Köln stattfinden.

Christa Wittrock
Universitätsbibliothek Kassel
Standardisierungsausschuss
Neue Expertengruppe Online-Ressourcen bei der Arbeitsstelle für Standardisierung

Auf Antrag von HeBIS wurde in der Sitzung des Standardisierungsausschusses am 27. November 2002 mit großer Mehrheit eine neue Expertengruppe "Online-Ressourcen" bei der Arbeitsstelle für Standardisierung eingerichtet. Aufgabe dieser Expertengruppe wird es sein, die technischen Entwicklungen im Bereich von Online-Ressourcen zu begleiten und notwendige Praxis-Absprachen über Verbundgrenzen hinweg zu treffen, damit den Benutzern eine größtmögliche Datenhomogenität (zumindest innerhalb Deutschlands) garantiert werden kann. Gleichzeitig kann damit flexibel auf Neuerungen reagiert werden, ohne dass dadurch in jedem Fall Regelwerksänderungen erforderlich werden. HeBIS führte in seinem Antragstext für den Standardisierungsausschuss aus, dass das Regelwerk für Online-Ressourcen ohnehin nur noch einen Rahmen bilden könne, der von jedem einzelnen Katalogisierer individuell und pragmatisch ausgefüllt werden muss. Regelwerksanpassungen könnten mit der rasanten Entwicklung in diesem Bereich keinesfalls mehr Schritt halten. Dieser Auffassung haben sich die Mitglieder des Ausschusses angeschlossen.

(ria)
Standardisierungsausschuss
Projekt "Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke"

Projektbearbeiterin beginnt Tätigkeit

Die Deutsche Bibliothek hat bekannt gegeben, dass Frau Luise Hoffmann die Projektbearbeiterin des Projekts "Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke (MARC21, AACR2)" ist. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet Regelwerke und Formate und ist vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen für 18 Monate freigestellt worden. Im November hat sie ihre neue Tätigkeit aufgenommen und in einem ersten Arbeitsschritt die für das Projekt relevanten Arbeitspakete definiert und dem Standardisierungsausschuss vorgestellt. Bei der Deutschen Bibliothek wurde inzwischen auch eine WWW-Seite eingerichtet, über die laufend über den aktuellen Stand des Projektes informiert werden wird (http://www.ddb.de/professionell/afs_projekt.htm).

Standardisierungsausschuss modifiziert Beschluss

Der Standardisierungsausschuss hat aufgrund der eingetretenen Verzögerungen beim Beginn des Projektes "Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke" und als Reaktion auf mehrere externe Änderungsanträge seinen Beschluss vom 6. Dezember 2001 in der Sitzung am 27.11.2002 modifiziert. Der Beschluss lautet nun wie folgt:

"Der Standardisierungsausschuss strebt grundsätzlich einen Umstieg von den deutschen auf internationale Regelwerke und Formate (AACR und MARC) an. Dazu sind in einer Studie die Rahmenbedingungen, Konsequenzen und der Zeitablauf insbesondere unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu erarbeiten. Die Weiterentwicklung der RAK soll unverzüglich wieder aufgenommen und bis zum Abschluss der Studie in Angleichung an internationale Regelwerke fortgesetzt werden. Die dabei erzielten Ergebnisse sind bei der endgültigen Entscheidung über das weitere Vorgehen zu berücksichtigen."

(ria)
Zeitschriften
Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer (AGDBT), 30. Sitzung am 26./27.11.2002 in Berlin

Am 26. und 27. November fand in Berlin die 30. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Datenbank-Teilnehmer (AGDBT) statt. Im Folgenden eine Übersicht der wichtigsten Diskussionsthemen, Informationen und Beschlüsse (das Protokoll der Sitzung wird in einigen Wochen auf der Homepage der ZDB unter http://www.zdb.spk-berlin.de/publikationen/agdbt.html zur Verfügung stehen).

Die DDB als neuer Teilnehmer in der ZDB / AGDBT

Die DDB plant, ihre Zeitschriftendaten in die ZDB zu integrieren und dort auch fortlaufend zu katalogisieren. Zur Vorbereitung dieses Schritts fanden seit Mai 2002 Verhandlungen zwischen der ZDB und der DDB statt. Ziel dieser Gespräche war eine Bestandsaufnahme der Probleme, die sich aus der abweichenden Katalogisierungspraxis der beiden Institutionen ergeben, und die Erarbeitung von möglichen Vereinheitlichungen und Anpassungen. Einem Antrag der DDB auf Mitgliedschaft in der AGDBT wurde einstimmig stattgegeben. Während zu bereits vorhandenen Titeln DDB-Bestände im Laufe der Jahre 2002 - 2003 in die ZDB erfasst werden sollen, ist mit dem Beginn der Onlinekatalogisierung von neuen Zeitschriftendaten der DDB in der ZDB nicht vor 2004 zu rechnen.

Umstieg von CBS3 auf CBS4 in der DDB/ZDB

Die IT-Abteilung der DDB teilte mit, dass die Migration des Onlinesystems von CBS3 auf CBS4 im Grunde abgeschlossen ist. Große Probleme gibt es allerdings noch mit den Offline-Programmen. Konkret bedeutet dies für die ZDB-Teilnehmer:

Der Datenexport aus der ZDB/GKD in die Verbünde läuft "halbwegs", der Datenimport aus den Verbünden in die ZDB/GKD läuft überhaupt noch nicht. Die DDB sieht sich gegenwärtig nicht in der Lage, einen Termin für die Behebung dieses Problems zu benennen.

Daraus ergibt sich, dass die hessischen Daten seit der Verarbeitung der letzten Lieferung vor dem Umstiegszeitpunkt (30.September 2002) in ZDB und GKD nicht mehr aktualisiert werden konnten.

Durch den Einsatz eines neuen Programmteils kam es zu Indexierungsfehlern (auf der Eingangsseite der ZDB beschrieben) bei Neuerfassung und Korrektur von Datensätzen. Nach Umstellung auf das alte Programm sollte der Fehler behoben sein. Entstandene Dubletten werden bereinigt. Die ZDB-Teilnehmer werden dringend aufgefordert, beim erneuten Auftreten dieses Problems, auf keinen Fall erneut die Enter-Taste zu drücken, um den vermeintlich nicht angenommenen Satz in die Datenbank einzubringen! Falls ein solcher Fall auftreten sollte, ist stattdessen die ZRT per Mailbox zu benachrichtigen.

Die IT-Abteilung wies daraufhin, dass der ZDB-OPAC mit Stand vom 24.11.02 neu aufgebaut und dann wieder tagesaktuell zur Verfügung stehen wird.

ZDB als Zeitschriftenportal

Der Web-OPAC der ZDB soll zukünftig Fernleihbestellungen sowie Recherchen nach Zeitschrifteninhalten ermöglichen:

  • Um dem Benutzer eine Aussage über die Verfügbarkeit eines Bestands machen zu können, möchte die ZDB ein Verfahren zur Auswertung der Bestandsangaben in 8032 einsetzen. In den vergangenen 1 ½ Jahren wurden daher die existierenden Programme von HeBIS und dem GBV getestet. Während die DDB den Pflegeaufwand für das weitgehend automatisiert arbeitende HeBIS-Programm ablehnt, sprachen sich die AGDBT-Teilnehmer in der Mehrzahl für das HeBIS-Programm und gegen eine Übernahme des GBV-Programms aus, das in vielen Fällen eine manuelle Doppelerfassung nötig machen würde.
    Eine endgültige Entscheidung soll jetzt in einer neu eingesetzten Arbeitsgruppe getroffen werden.
  • Für eine Bestellmöglichkeit aus dem ZDB-OPAC heraus werden in Kürze Bestellbuttons eingerichtet, die den Benutzer zu einer Bestellung im GBV und in SUBITO durchreichen können. Das Konzept soll künftig auf Bestände des HBZ ausgeweitet werden und kann bei Bedarf auch weitere Verbünde umfassen.
  • Zur Anbindung von Artikeldatenbanken sind Kontakte mit Geschichtsinstituten aufgenommen worden. Dies deshalb, weil Geschichtsdatenbanken in der Regel nicht kommerziell betrieben werden. Erste Zusagen zur Mitarbeit liegen vor. Recherchierte Aufsätze könnten zukünftig über die ZDB-Nummer einer Titelaufnahme zugeordnet werden und dann, wenn vorhanden, aus dem OPAC heraus im heimatlichen Verbund bestellt oder kostenpflichtig bei SUBITO geordert werden.

Übernahme der Gesamt-PND in die ZDB

Im Zusammenhang mit dem Beginn der DDB-Zeitschriftenkatalogisierung in der ZDB (ca. 2004) ist an den Ersatz der Personennamendatei der ZDB durch eine Übernahme der Gesamt-PND gedacht.

Elektronische Ressourcen mit integrierender Erscheinungsweise

Eine Umfrage unter den ZDB-Teilnehmern ergab, dass die "Empfehlungen zur Katalogisierung elektronischer Ressourcen mit integrierender Erscheinungsweise" zur Zeit nur von HeBIS und dem GBV umgesetzt werden. Auf die Tatsache, dass für alle fortlaufenden elektronischen Online-Publikationen ein Sichtungsdatum in 4213 einzutragen ist, wurde noch einmal besonders hingewiesen.

HeBIS-Anträge zur Sitzung

Antrag auf Freigabe des Subfelds $x im Feld 4085:

In diesem Subfeld können, neben codierten Angaben zur näheren Beschreibung der URL, auch normierte Angaben zur zeitlichen Gültigkeit und zum Inhaltsumfang gemacht werden. Aus technischen Gründen ist allerdings eine gezielte Freigabe des Subfelds nicht zu realisieren - stattdessen muss ggf. das komplette Feld 4085 freigegeben werden. Ein entsprechender Bedarf hatte sich aus der manchmal zeitraubenden und frustrierenden Meldepraxis per Mailbox an die ZRT ergeben. Die Praxis hat in einigen Fällen gezeigt, dass letztendlich nur die jeweilige lizenzierte Bibliothek verlässliche Angaben zur zeitlichen Gültigkeit und zum Inhaltsumfang einer Publikation machen kann. Die Umsetzung dieser Angaben durch die ZRT war, aufgrund der nicht immer identischen Sichtweise auf die jeweilige Publikation, nicht immer reibungslos vonstatten gegangen.

In der Abstimmung über den Antrag sprachen sich 7 Mitglieder für den Antrag aus, 10 Mitglieder enthielten sich der Stimme - damit war der Antrag nach der Geschäftsordnung der AGDBT abgelehnt. In der Diskussion zum TOP wurden die Bedenken einiger AGDBT-Mitglieder deutlich, dass eine Freigabe des Feldes zu Änderungen an der jeweiligen URL genutzt werden könnte. Diese Bedenken konnten auch nicht dadurch ausgeräumt werden, dass im Antrag schon Rahmenbedingungen vorgegeben waren, die genau diese Befürchtungen zerstreuen sollten:

  • Korrektur nur durch lizenzierte Teilnehmer
  • Notwendigkeit des Abgleichs mit 4025
  • Begrenzung der Freigabe auf ein halbes Jahr mit anschließender Auswertung

Antrag auf Durchführung des ursprünglich zugesagten monatlichen Bestands-Updateverfahrens:

Die Firma EBSCO hat bisher noch kein Update-Verfahren entwickelt und bietet ersatzweise 4x jährlich einen Komplettaustausch ihrer Datensätze an. Zur längst fälligen Aktualisierung der EBSCO-Daten soll daher Anfang 2003 eine neue Komplettlieferung der Daten in die ZDB übernommen werden. Auch die DDB besteht darauf, das ursprünglich vereinbarte Updateverfahren von EBSCO einzufordern.

Antrag auf Update der EBSCO-Daten mit den neuen URL-Angaben, wie sie auch die EZB verwendet:

ZDB und EZB hatten die EBSCO-Daten zu unterschiedlichen Zeitpunkten übernommen. HeBIS hatte deshalb noch URL-Angaben erhalten, die lediglich auf eine chronologisch geordnete Liste aller Aufsätze zu einer Publikation führen (unübersichtlich). Die EZB-URLs führen dagegen schon auf die gewohnten Übersichtsseiten mit einer Aufführung von Jahrgängen und Heften zur jeweiligen Publikation. Die o.a. Übernahme der EBSCO-Komplettlieferung mit neuem Stand wird auch für HeBIS die gewünschten URLs verfügbar machen.

Antrag auf Einführung einer Kennzeichnung in den EBSCO-Lieferungen an die Verbünde, die eine Selektion nach Zugriffsart (Volltexte oder nur Abstracts / Inhaltsverzeichnisse) ermöglichen:

Entgegen den Erwartungen und Ansprüchen, die an eine Aggregator-Datenbank in der Regel gestellt werden, hatte sich herausgestellt, dass die EBSCO-Daten, wie sie die ZDB liefert, zu einem großen Teil keinen Zugang zu Volltexten sondern lediglich zu Abstracts / Inhaltsverzeichnissen ermöglichen. Da die EZB dagegen nur die EBSCO-Daten übernommen hat, die einen Volltextzugang gewährleisten, hatten sich durch die HeBIS-Programme zur automatisierten Erzeugung von Bestandsdaten für elektronische Ressourcen in einigen Fällen verwirrende Angaben für die Benutzer ergeben.

Die ZDB/DDB sieht sich zur Zeit technisch nicht in der Lage, die EBSCO-Daten für interessierte Verbünde entsprechend zu selektieren bzw. zu kennzeichnen. Die Problematik wird vorerst dadurch entschärft, dass die o.a. EBSCO-Komplettlieferung nur Publikationen mit Volltextzugang umfassen wird.

Wie die Diskussion zum TOP zeigte, sind die Interessen der ZDB-Teilnehmer in dieser Frage nicht einheitlich. Eine Beschränkung auf die Übernahme von Publikationen mit Volltextzugang wird nicht akzeptiert und widerspricht auch den sonstigen ZDB-Gepflogenheiten. Die Möglichkeit einer zukünftigen Differenzierung der Lieferungen wird als Merkposten aufgenommen.

Antrag auf Löschung der EBSCO-Produkt-Bibliotheken (WWW 4/...) aus der Anzeige "Besitznachweise" des ZDB-OPACs:

Da die meisten EBSCO-Titel in mehreren EBSCO-Produkten ausgewertet werden, führt diese Anzeige dazu, dass unter den jeweiligen Titeln ggf. eine Vielzahl von WWW-4-Bibliotheken als "Besitznachweis" aufgeführt werden, die von den Benutzern keiner Bibliothek zugeordnet werden können, überwiegend nicht zum gewünschten Ziel führen und vom funktionierenden Link ablenken.

Der Antrag scheiterte am Widerspruch des SWB und anderer Teilnehmer, die die EBSCO-Daten zwar beziehen, aber dafür noch keine Bestandsangaben in ihren regionalen OPACs realisieren konnten. Für sie stellen die WWW-4-Angaben die einzigen Nachweise dar.

Es wurde deutlich, dass HeBIS (außer 2 Berliner Bibliotheken) bisher der einzige Verbund mit einer funktionierenden EBSCO-Umsetzung ist. SWB und GBV bereiten eine Umsetzung vor, der BVB nutzt die EBSCO-Daten über die EZB.

Antrag auf Einführung einer zusätzlichen Herkunftskennung "N" für URLs auf Servern von Nationalbibliotheken (wie sie gegenwärtig in HeBIS schon für elektronische Dissertationen der DDB verwendet wird):

Der Antrag führte in der Diskussion zur Überlegung, dass eine entsprechende Kennung nicht auf URLs von Nationalbibliotheken beschränkt bleiben, sondern generell für Langzeitarchivierung von Online-Ressourcen zur Anwendung kommen sollte. Zusätzlich soll in diesen Fällen eine noch festzulegende Codierung in 0600 erfasst werden. Die ZRT wird sich eingehender mit dem Antrag beschäftigen und einen Vorschlag erarbeiten.

Verlegerdatei

Der anlässlich der 29. Sitzung gefasste Beschluss, zur Verbesserung der Retrievalmöglichkeiten mit dem Suchschlüssel "ver", Kurzformen körperschaftlicher Urheber im Feld 4030 (Verlagsangaben) nicht mehr zuzulassen und stattdessen die jeweilige aufgelöste Form zu erfassen, wurde wieder aufgehoben. Wie die ZRT bei ihren Korrekturarbeiten erfahren musste, konnte in vielen Fällen eine aufgelöste Form nicht durch einfaches Kopieren der Angaben aus anderen Feldern der Titelaufnahme übernommen werden, vielmehr war in vielen derartigen Fällen erheblicher zusätzlicher Ermittlungsaufwand nötig. Damit steht nach Auffassung der ZRT der Aufwand zum Nutzen nicht mehr in einem vertretbaren Verhältnis.

In diesem Zusammenhang berichtete die DDB vom Projekt einer DDB-Verlegerdatei. Sie soll sich aus den Verlegerdaten speisen, die die DDB im Rahmen der Neuerscheinungsdienste vom VLB erhält. Die geplante Datei soll auf keinen Fall den Charakter einer kooperativen Normdatei annehmen. An eine Einführung ist nicht vor Mitte 2003 zu denken. Das Projekt stieß bei den AGDBT-Teilnehmern auf großes Interesse. Über die AG Verbundsysteme soll versucht werden, die DDB zu einer Öffnung der geplanten Datei für weitere Teilnehmer zu bewegen.

Einführung des 3-stelligen ISO-Sprachencodes

Die auf der 28. Sitzung der AGDBT beschlossene Einführung des dreistelligen Sprachencodes nach DIN 639-2 wird ausgesetzt. Ein Abgleich der ISO-Norm und des DIN-Entwurfs mit den diversen in den Verbünden benutzen Listen hat erhebliche Abweichungen ergeben. Eine endgültige Entscheidung soll der Expertengruppe Formalerschließung überlassen werden.

Verschiedenes

Der DBI-Link wird Ende 2002 endgültig abgeschaltet.

Herbert Adam
AG Zeitschriften und HeBIS-Vertreter in der AGDBT

Meet the challenge

Langzeitverfügbarkeit digitaler Dokumente - gemeinsam gegen Informationsverluste

Bericht über eine Informationsveranstaltung in Der Deutschen Bibliothek

Digitale Objekte gewinnen zunehmend Bedeutung für die Wissenschaft. Damit stellt sich aber zugleich die Frage nach einer dauerhaften Sicherung solcher Objekte, damit nicht das gleiche passiert wie mit den Daten der ersten Mondlandung 1969: hier musste die NASA vor einigen Jahren feststellen, dass diese unlesbar geworden und damit für die wissenschaftliche Auswertung verloren waren.

Im Kontext rasanter technischer Entwicklungen, urheberrechtlicher Fragen, der bereits eingetretenen Veränderungen in der Wertschöpfungskette zwischen Verlag und Endabnehmer und einer veränderten Publikationssituation kommen mit der langfristigen Archivierung und Verfügbarmachung digitaler Objekte neue, komplexe Aufgaben auf Bibliotheken, aber möglicherweise auch auf andere Institutionen zu.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich im Rahmen seines Förderschwerpunktes "Kompetenznetzwerk Neue Dienste, Standardisierung, Metadaten" der Problematik angenommen und Finanzmittel für die Durchführung eines Workshops Ende Oktober 2002 zum Thema bereitgestellt, mit dem man sich eine Initialzündung für eine kooperative Lösung erhoffte. An Vorbereitung und Durchführung des Workshops waren Die Deutsche Bibliothek, die Humboldt-Universität Berlin, die SUB Göttingen und die Bayerische Staatsbibliothek München beteiligt. Ziel des Workshops war es, die Handlungsfelder im Hinblick auf eine kooperative Vorgehensweise zur Sicherung der Langzeitverfügbarkeit digitaler Quellen in Deutschland zu definieren.

Diese Handlungsfelder wurden am 14. November 2002 in einer öffentlichen Informationsveranstaltung einem breiteren Fachpublikum vorgestellt:

  • Übergreifende Fragestellungen wie Selektionskriterien, Kriterien für die Glaubwürdigkeit digitaler Archive und mögliche Kooperationsmodelle
  • Entstehungsprozesse digitaler Objekte und daraus resultierend z.B. Festlegung von Standarddokumentenmodellen für die Langzeitarchivierung
  • Transfer digitaler Objekte unter Berücksichtigung der Metadaten, der Transferprotokolle und der Interoperabilität
  • Langzeitarchivierung digitaler Objekte mit der Entwicklung von entsprechenden Depotsystemen und der Sicherung der Authentizität der Objekte
  • Bereitstellung digitaler Objekte unter Berücksichtigung der Rechteverwaltung, Entwicklung von Benutzerschnittstellen der Depotsysteme

Die einzelnen Felder wurden in lebhaften Diskussionen erörtert und teilweise in Details ergänzt. Zudem war man sich einig, dass begleitend ein "Kompetenznetzwerk" aufgebaut werden müsse. Dazu sollen in nächster Zukunft in einem Projekt eine Kooperationsplattform und eine Kommunikationsstruktur entwickelt werden. Ein Beirat, der aus Mitgliedern über die Bibliothekswelt hinaus bestehen soll (z.B. unter Beteiligung von Museen, Archiven, Verlagen) soll das Projekt begleiten.

Darüber hinaus sollen für die genannten Handlungsfelder oder Teilaspekte daraus weitere Projektvorschläge entwickelt und umgesetzt werden. Bei der Informationsveranstaltung wurde deshalb dafür geworben, dass einzelne Bibliotheken, Verbünde oder Institutionen sich solcher Projekte annehmen.

Zum Weiterlesen und für Detailinformationen:

Information vernetzen - Wissen aktivieren : strategisches Positionspapier des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Zukunft der wissenschaftlichen Information in Deutschland. Berlin: September 2002
http://www.dl-forum.de/Foren/Strategiekonzept/strategischespositionspapier.pdf

Workshop "Langzeitverfügbarkeit digitaler Dokumente - Erarbeitung eines ersten kooperativen Konzepts für Deutschland" : Arbeitspapier, Stand 14.10.2002
http://www.dl-forum.de/Foren/Langzeitverfuegbarkeit/Arbeitspapier2.pdf

Vorträge des Workshops zur Langzeitverfügbarkeit am 29./30. Oktober 2002
http://www.dl-forum.de/Foren/Langzeitverfuegbarkeit/Powerpointpraesentationen/index.asp

Abschlusserklärung des Workshops am 29./30. Oktober 2002
http://www.dl-forum.de/Foren/Langzeitverfuegbarkeit/Abschlusserkl.html

(ria)
OPUS - das Volltext-Publikationsportal für elektronische Dokumente: Demnächst auch in HeBIS-Bibliotheken

Was ist OPUS?

OPUS, eigentlich Online Publikationsverbund der Region Stuttgart, ist eine Software bzw. ein Portal für die Aufnahme und dauerhafte Archivierung von elektronischen Dokumenten aller Art im Volltext. Die Universität Stuttgart pflegt und finanziert die Weiterentwicklung von OPUS und stellt die Versionen jeweils kostenlos anderen interessierten Bibliotheken, auch außerhalb des SWB, zur Verfügung.

Allgemeine Informationen über OPUS: http://elib.uni-stuttgart.de/opus/

Dokumente der Universitätsangehörigen können, vom Arbeitsplatz aus, per File-Upload über ein HTML-Formular auf einen Volltext-Server eingebracht werden. Hier kann das Biblikothekspersonal entlastet werden, denn das muss nicht unbedingt die Bibliothek übernehmen. Universitätsangehörige können ein Zugriffsrecht mit Passwort und Nutzerkennung bekommen und legen die Dokumente in einem temporären Bereich von OPUS ab, aus dem die Mitarbeiter der Bibliothek die Dokumente weiter verarbeiten. Als vielseitiges und plattformunabhängiges Format, in dem die eingebrachten Texte einschließlich aller Grafiken abrufbar sind, ist PDF (Portable Document Format) vorgesehen. Zum Wiederauffinden relevante Angaben (sog. Metadaten) - angefangen beim Namen des Verfassers bis hin zu Abstracts - können vom Verfasser über ein Formular erfasst werden, das im WWW aufgerufen werden kann. Prinzipiell stellen Metadaten daher eine Beschreibung von Dokumenten, Objekten oder Diensten dar und enthalten Informationen zu deren Inhalt, Struktur oder Form. Etwas abstrakter formuliert sind Metadaten Beschreibungen von Daten bzw. "Daten über Daten". Bibliographische Datensätze und Katalogeinträge in Bibliotheken können als eine Form von Metadaten gesehen werden. Als Grundlage für die Metadaten in OPUS dient das aus fünfzehn Basiselementen bestehende Dublin Core Metadata Element Set (kurz Dublin Core bzw. DC). Dublin Core ist das Ergebnis internationaler Bemühungen, einen gemeinsamen Konsens bei der Beschreibung elektronischer Objekte (im weitesten Sinne) zu finden. (Nähere Informationen dazu unter http://dublincore.org/.)

Als "Einbringer" der Daten benötigt man lediglich einen Zugang zum WWW und einen gängigen Browser, der die Eingabemaske darstellen kann, und entsprechende Tools zur Konvertierung von Daten und Dokumenten in das PDF-Format.

Als Betrachter der Dokumente im PDF-Format braucht man den mittlerweile weit verbreiteten Acrobat-Reader.

Motto: Die Dokumente sind für die Bibliothek genauso komfortabel verwaltbar wie für den Benutzer darstell- und herunterladbar.

1. OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken in Marburg

Die Stadt- und Universitätsbibliothek / Senckenbergische Bibliothek Frankfurt am Main sowie weitere Bibliotheken des HeBIS-Verbunds haben sich zur Einführung von OPUS für die Verwaltung ihrer elektronischen Dokumente, zunächst der elektronischen Dissertationen, entschieden. Später sollen elektronische Dokumente aller Art, die an den Hochschulen publiziert werden, verwaltet und bereit gestellt werden, z.B. Reader, bestimmte Reihen, Vorträge u.ä.

Am 06.11.2002 fand in der UB Marburg ein erstes OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken statt. Hier ergab sich ein ganz unterschiedlicher Sachstand der einzelnen Standorte in der OPUS-Anwendung:

UB Marburg:
Testinstallation unter LINUX SuSE 8.1; Produktionsbeginn für Januar 2003 geplant.

UB Kassel:
Testinstallation OPUS 2.0 beta seit Sommer 2002 unter UNIX; Produktionsbeginn für Anfang 2003 geplant; pauschale Bearbeitungsgebühr von 40,- EUR je Dissertation.

FH Gießen-Friedberg:
Testinstallation unter UNIX seit Sommer 2002; Produktionsbeginn ab März 2003 geplant.

UB Gießen:
Testinstallation unter LINUX SuSE 8.1; größter Erfahrungsstand, da schon die OPUS-Vorgängerversion installiert war; sieht ein Problem in der Übernahme der ca. 600 Dissertationen im Altbestand, denn die Automatisierung der Übernahme in OPUS bereitet Probleme (OPUS generiert automatisch für jedes neu aufgenommene Dokument eine neue URL; die Altbestände haben jedoch schon eine URL vom bisherigen Dissertationenserver).

LHB Darmstadt:
Prüft, ob OPUS eingeführt oder das vorhandene System beibehalten wird.

UB Mainz:
Prüft, ob OPUS eingeführt oder das vorhandene System beibehalten wird.

StUB Frankfurt am Main:
Bisher läuft eine Testinstallation, von Stuttgart zusammen mit einer Dokumentation und Installationsanleitung geliefert, auf einer LINUX SuSE 8.1-Plattform. Die Installationsanleitung muss in einzelnen Punkten an Frankfurt-Gegebenheiten angepasst werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2003 können zunächst Online-Dissertationen, später auch andere Hochschulpublikationen im OPUS-Produktionsbetrieb eingestellt werden. Die bereits auf dem Dissertationenserver http://dbib.uni-frankfurt.de/diss vorhandenen Dissertationen werden dabei zunächst als "Altdaten" in OPUS eingebracht.

Darüber kamen beim OPUS-Anwendertreffen folgende Themen zur Sprache:

Allgemeines:

  • Um Detailprobleme gemeinsam HeBIS-weit lösen zu können, wurde von der UB Gießen eine Mailingliste für OPUS-User ins Leben gerufen. Viele Lösungen lassen sich von anderen Bibliotheken übernehmen, sodass dort kein eigener Entwicklungsaufwand entsteht.

  • Die UB Marburg stellt eine Webseite ins WWW, die Installationsprobleme und andere Besonderheiten rund um den OPUS-Betrieb thematisiert und Lösungen bzw. Lösungsansätze bereit stellt. Die URL wird noch bekannt gegeben.

  • Eine zentrale OPUS-Lösung für ganz HeBIS ist gemäß Hessischer Direktoren-Konferenz (HDK) mangels Personal vom Tisch, diskutiert wird jedoch die Herstellung einer Referenzinstallation als gemeinsamer Nenner und die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die evtl. Änderungswünsche an die OPUS-Betreuung bei der UB Stuttgart richtet. Welcher HeBIS-Teilnehmer dies übernehmen soll, steht noch nicht fest. Darüber hinaus zeichnet sich die Verwendung von lokal angepassten OPUS-Versionen je Bibliothek ab.

OPUS-Standards:

  • Die Verwendung von URNs, die auf die Frontdoor eines Dokuments verweisen sollen, wird von allen Verbundteilnehmern gewünscht; OPUS kann die URNs problemlos vergeben und verwalten.

  • Ein wichtiges Desiderat ist die Übernahmemöglichkeit von bereits erfassten Metadaten ins PICA-CBS in Form einer vorläufigen Titelaufnahme. Dies würde für den OPUS-Bibliothekar eine Vereinfachung bedeuten, da er die automatisch erzeugte Titelaufnahme nur noch in geringem Umfang manuell korrigieren müsste anstatt sie neu aufzunehmen. Pica selbst plant, in nächster Zeit Tools und Funktionalitäten für das Harvesting und die Übernahme von Metadaten zu entwickeln, die dann ggf. auch für die Metadaten aus OPUS genutzt werden können.

  • OPUS bietet "serienmäßig" die Klassifikationen CCS (Computing Classification System), MSC (Mathematics Subject Classification), PACS (Physics and Astronomy Classification Scheme) und den NASA-Thesaurus. Es gibt Überlegungen, die Regensburger Verbundklassifikation und die Dewey Dezimalklassifikation dort mit aufzunehmen. Darüber hinaus existiert ein Link auf eine Version der Personennamendatei, PND, die beim Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, BSZ, gepflegt wird. Es handelt sich hier sozusagen um eine "Benutzer oder -Autorenversion" der regulären PND, die bei Der Deutschen Bibliothek angesiedelt ist.

  • In Bezug auf die Verwendung von Lebensläufen und Danksagungen sowie die Nennung von Gutachtern in elektronischen Dokumenten bestehen innerhalb des Verbundes verschiedenartige Auffassungen was die Datenschutzbestimmungen bei deren Speicherung anbetrifft. Hier herrscht Klärungsbedarf bevor HeBIS-weite Regelungen beschlossen werden sollen.

  • Die StUB Frankfurt am Main ist die einzige Teilnehmerbibliothek am METAPERS-Projekt für elektronische Dokumente (siehe auch "Projekt META-LIB, Teilprojekt METAPERS" in HeBIS-Cocktail 1/2002). Promovenden stellen hierbei freiwillig weitere personenbezogene Daten zur Einspielung in die PND bereit. Ziel ist es, die nicht-individualisierten Personennamensätze zu minimieren. Darüber hinaus wird für jeden freiwilligen Ablieferer der Personendaten von DDB eine "Personen-Webseite" ins WWW gestellt.

Schulung von PromovendInnen bzgl. elektronischer Publikationen:

  • Die UB Kassel bietet sehr umfangreiches Schulungsmaterial, das auch im WWW abrufbar ist

  • Es herrscht jedoch auch teilweise die Meinung, dass es weniger Aufwand bedeutet, PromovendInnen mit technischen Problemen einzeln in elektronischer Publikation zu betreuen als feste wiederkehrende Schulungen durchzuführen. Heutzutage kämen nahezu alle Hochschulangehörigen ohne Hilfestellungen zurecht.

Das nächste OPUS-Anwendertreffen der HeBIS-Bibliotheken ist im April 2003 geplant. Dort kann man sicher die ersten Erfahrungen aus ersten Produktionsbetrieben bekannt geben bzw. weitere bis dahin aufgetretene Installationsschwierigkeiten beheben.

Stefan Zell
Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt, Abt. Medienbearbeitung und Abt. Elektronische Dienste

Bibliothekswelt aktuell

Kompetenznetzwerk für Bibliotheken in der Planung

Nach dem Scheitern der Pläne für ein von den Bundesländern gemeinsam finanziertes Innovationszentrum für Bibliotheken bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat die AG Bibliotheken der Kultusministerkonferenz die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme, den Deutschen Bibliotheksverband (DBV), die Bayerische Staatsbibliothek, die Staatsbibliothek zu Berlin und Die Deutsche Bibliothek, die Fachstellen sowie die ekz am 29.Juli 2002 zu einem Runden Tisch nach Berlin eingeladen, mit dem Ziel, eine arbeitsteilige Lösung für die Übernahme von Aufgaben des ehemaligen Deutschen Bibliotheksinstituts (das zum 31.12.2002 endgültig den Betrieb eingestellt hat) zu finden. Ergebnis des Runden Tisches war die Aufforderung an die AG Verbund und den DBV ein gemeinsames Konzept vorzulegen, das

  • die zur Rede stehenden Aufgaben kritisch sichtet,
  • diese Aufgaben auf ihren innovativen Charakter hin bewertet,
  • potentielle Kooperationspartner berücksichtigt,
  • ein arbeitsteiliges Organisationsmodell entwickelt und
  • die zu erwartenden Synergieeffekte darstellt.

Das geplante Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (KNB) soll einerseits die Kompetenz der Einrichtungen, die schon bisher länderübergreifende und nationale Aufgaben im Bibliothekswesen wahrgenommen haben, bündeln und andererseits neue bzw. früher beim DBI angesiedelte Aufgaben übernehmen. Beteiligt sind eine Reihe von nationalen und regionalen Einrichtungen -u.a. auch Verbundsysteme-, die ihr Know-how in die Arbeit einbringen sollen sowie der DBV als Organisation, in der wichtige Akteure des Netzwerks und die nutzenden Bibliotheken aller Sparten vertreten sind.

Ein abgestimmter Konzeptionsentwurf für ein "Kompetenznetzwerk Bibliotheken (KNB)" wurde Ende Oktober der KMK-AG Bibliotheken zur weiteren Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

Die Realisierung wird entscheidend davon abhängen, auf welches Finanzierungsmodell sich KMK und die Länder-Finanzminister verständigen können.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Fortbildung und Veranstaltungen

Bibliotheksschule Frankfurt

Das aktuelle Fortbildungsprogramm der Bibliotheksschule Frankfurt finden Sie unter http://www.fhsbib.uni-frankfurt.de/

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Der Aperitif

CBS, das unbekannte Wesen

Eigentlich können wir es ja kaum noch hören, dennoch haben wir uns mal auf die Such(maschin)e gemacht und nachgesehen, was es unter der Abkürzung "CBS" noch alles so gibt.

Hier ein paar herausragende Auflösungsvorschläge:

Impressum

HeBIScocktail 1/2003 (Januar 2003)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext und PDF zum Download unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: HeBIS-Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff, Andrea Arndt, Monika Denker, Renate Koch-Krug, Heike Nienerza
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@stub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen.

HeBIScocktail 2/2003 erscheint Anfang April 2003.
Redaktionsschluss: 14. März 2003

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