HeBIScocktail
Ausgabe: 2003-4
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vielleicht gibt es unter Ihnen jemanden, der (die) sich noch an eine Krimi-Hörspielreihe des HR erinnert, die da anfing: "Wer war's? Wie geschah’s? Was war los?" Nun ist der HeBIScocktail sicherlich nicht dem Krimigenre zuzuordnen, aber in dieser vierten und damit für dieses Jahr letzten Ausgabe finden Sie nicht nur einen Augenzeugenbericht zu einem Fall aus der jüngsten Vergangenheit (IFLA) sondern auch eine Kronzeugenaussage zur neuen LVO. Letztere soll ab 1.1.2004 in Kraft treten und wird in so mancher Bibliothek die "Kassen klingeln" lassen. Dafür wird das neue Verrechnungsmodell sorgen. Darüber hinaus gibt's natürlich wieder Berichte zu "kleineren Fällen" - aber lesen Sie selbst.

Einen schönen Herbst wünscht Ihnen

Gisela Bröckerhoff
HeBIScocktail-Redaktion

Pica-System

Aktuelle Pica-Informationen

Auf der Pica-Homepage unter http://www.oclcpica.org/ können Sie jederzeit aktuelle Informationen über Pica abrufen.

Neues von den Datenbanken

Neu: DDB-Änderungsdienst für Online-Hochschulschriften

Vor etwa zwei Jahren wurde im Rahmen des Projekts CARMEN AP 4 die Vergabe und Verwaltung von URNs für Online-Dissertationen eingeführt (s.a. HeBIScocktail 2002/1 unter Meet the challenge: Herausforderung elektronische Ressourcen). Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Bibliotheken nahm an dem Projekt teil und ist seitdem an der URN-Vergabe beteiligt. Inzwischen gibt es ein Anschlussprojekt namens EPICUR, in dem die URN-Vergabe auf Verlagspublikationen ausgedehnt und die URN-Verwaltung weiter ausgebaut und verfeinert werden soll. Das Verfahren hat sich aber schon so weit etabliert, dass sich nach und nach immer mehr Bibliotheken anschließen. Inzwischen ist der Kreis der Institutionen, die aktiv URNs vergeben, auf 35 angewachsen. Im hessischen Verbund gehören die StUB Frankfurt, die UB Gießen, die UB Kassel sowie Kassel University Press dazu.

Natürlich gibt es auch eine Menge Online-Dissertationen, die schon vor Beginn des Projekts CARMEN AP 4 erfasst und an die DDB gemeldet wurden. Soweit dies von den URN-vergebenden Institutionen erwünscht war, wurden den älteren Titeln nachträglich URNs zugewiesen und in den betreffenden Titelaufnahmen in ILTIS nacherfasst. In der Regel waren diese Titel im Rahmen der wöchentlichen Lieferungen schon einmal an die Verbünde ausgeliefert worden, so dass die neu vergebenen URNs in den Verbunddatenbanken fehlten und an die DDB der Wunsch nach einem Update herangetragen wurde.

Die DDB ist diesem Wunsch inzwischen nachgekommen und bietet den Verbünden spezielle Update-Lieferungen für Online-Hochschulschriften an. Die erste dieser Lieferungen wurde am 30. Juli 2003 in die HeBIS-Datenbank eingespielt. In die in HeBIS vorhandenen Aufnahmen wurden dabei der neue URN sowie der URL des DDB-Depositservers übernommen, soweit im Datensatz noch nicht vorhanden. Somit sind alle in unserer Datenbank enthaltenen Titelaufnahmen für Online-Dissertationen jetzt auf dem aktuellen Stand.

Weitere Informationen zum Thema Persistent Identifier und zum oben erwähnten Projekt EPICUR finden Sie unter http://www.persistent-identifier.de/.

(hen)
Fernleihe
Niemand muss mehr rot sehen - Richtigstellung

Im Artikel "Niemand muss mehr rot sehen", den wir in der letzten Ausgabe des HeBIScocktail veröffentlicht haben, hat es eine Fehlinformation gegeben. Wir hatten berichtet, dass der HeBIS-Verbund als einziger eine Blankobestellung auf Verbundebene anbietet. Das stimmte so nicht. Wir haben den Passus aus dem Artikel herausgenommen. 

Richtig ist, "dass die Online-Fernleihe innerhalb des Bibliotheksverbundes Bayern schon seit ihrer Einführung Ende 2001 die Möglichkeit der Blankobestellung beinhaltete. Findet der Kunde im BVB den gewünschten Titel nicht, so kann er unter drei Blankoeingabemasken wählen ("Fernleihbestellung Buch", Fernleihbestellung Kopie aus Buch" und "Fernleihbestellung Kopie aus Zeitschrift")".

Wir danken den Kollegen aus Bayern für diese Information.

(ana)

Mitteilungen der Verbundzentrale

Kodierung der physischen Form in Kategorie 0500 präzisiert

Die AG Alphabetische Katalogisierung hat die Kodierungen an Position 1 in der Kategorie 0500 präzisiert. 

Ziel dieser Präzisierungen ist es, die Kodierung der Materialart rein an der physischen Erscheinungsform der Vorlage festzumachen. Da bei machen Kodierungen (vor allem bei Briefen, Karten, Illustrationen) oft auch inhaltliche Aspekte bestehen, gab es viele Unsicherheiten, welche Kodierung verwendet werden sollte. Auch bei Digitalisaten bestanden diese Unsicherheiten. 

Die Liste 0500 - Physische Form, bibliographische Gattung und Status ist jetzt neu mit Beispielen versehen, welche Materialarten mit welchem Buchstaben kodiert werden. Dazu finden Sie in der rechten Spalte das für die jeweilige Materialart gültige Regelwerk (RAK-WB, -NBM, -Musik oder -Karten).

Dem "Aufräumen" ist der Code "D" für Briefe zum Opfer gefallen. Handschriftliche Briefe und Autographen sollen künftig mit dem Code "H" (neu definiert als "Handschriftliches Material") versehen werden.

Die Liste soll weiter fortgeschrieben werden. Sollte Ihnen zu der einen oder anderen Kodierung noch eine Materialart einfallen, dann schicken Sie uns bitte eine E-Mail.

(ana)
WinIBW Version 2.4

Seit Anfang August steht die neue Version 2.4 der WinIBW allen Lokalsystemen zur Verfügung.
Die Neuerungen dieser Version, wie sie von der DDB bereitgestellt wurde, bestehen im Wesentlichen aus Detailverbesserungen und Fehlerkorrekturen. Einzelheiten dazu können Sie auf den DDB-Support-Seiten nachlesen:

http://support.ddb.de/iltis/neuesWinIBW.htm#_Was_ist_neu_3

Von Seiten der BDV wurden in die neue Version u.a. noch folgende Verbesserungen eingearbeitet:

  • die Makros zum automatischen Anlegen von Bestandsdatensätzen mit gewünschtem URL wurden in das Menü "Funktionen" integriert, sodass das umständliche Laden und Anpassen dieser Makros entfällt.

  • und als besonderes Highlight für die ZeitschriftenkatalogisiererInnen:
    die Online-Hilfefunktion wurde mit dem ZETA-Handbuch verlinkt. Durch einfache Vorselektion können jetzt wahlweise die Felderbeschreibungen und Konventionen des HeBIS-Handbuchs oder der ZETA zu Rate gezogen werden.

Bitte beachten Sie dabei: Die korrekte Funktion der "Online-Hilfe" und des "EZB-Knopfs" sind nur bei Vorhandensein des Internet Explorers ab Version 5.X gewährleistet.

Leider ist bei der neuen Version die Möglichkeit weggefallen, Diakritika per "Alt-X-Methode" über die Tastatur einzugeben. Der menügesteuerte Ausdruck von Kurzanzeige-Listen wird (wie in der Vorgängerversion 2.3) nicht mehr angeboten.


Über die konkrete Arbeit mit der WinIBW-Version 2.4 informiert Sie das neue Kapitel "WinIBW-Anleitung 2.4" des HeBIS-Handbuchs.

(elr)
Fernleihe
Neue LVO in den Startlöchern

Auf ihrer Sitzung am 18./19. September 2003 hat die Amtschefkonferenz der Kultusministerkonferenz (KMK) folgenden Beschluss gefasst:

  1. Der Neufassung der Leihverkehrsordnung wird zugestimmt.
  2. Die Länder werden die Leihverkehrsordnung am 1.1.2004 in Kraft setzen.

Der KMK-Beschluss tritt nach Ablauf der internen Einspruchsfrist von 4 Wochen formal in Kraft.

Mit diesem Konsens-Beschluss finden die langjährigen Bemühungen um eine aktuelle, den heutigen Notwendigkeiten angepasste Regelung des deutschen Leihverkehrs ihren wichtigsten formalen Abschluss. Es ist nun Aufgabe der Länder, diese KMK-Empfehlung durch förmlichen Rechtsakt zum 1.1.2004 in Kraft zu setzen. Und den Bibliotheken und Verbundsystemen verbleibt die dankbare Aufgabe, die neue LVO mit Leben zu füllen und zu einem attraktiven Dienstleistungsangebot auszugestalten.
Die neue LVO hat den Verbundsystemen eine Steilvorlage in Sachen verbund-übergreifende Fernleihe und Verrechnungsmodell (§ 19 + Anlage 5) gegeben. Hier liegt die größte Herausforderung für die Verbundsysteme, schnell zu einsatzfähigen Verfahren zu kommen.

Den Text der neuen LVO, Entwurf Stand: 19.9.2003 (mit 5 Anlagen und Anmerkungen) haben wir zur Information auf unseren HeBIS-Server gelegt unter der Adresse http://www.hebis.de/fernleihe/arbeitshilfen/NeueLVO.pdf.

Über die Vor-Geschichte der neuen LVO hatte ich bereits im HeBIScocktail 1/2003 berichtet. Im weiteren Verlauf hat die von der KMK-AG Bibliotheken eingesetzte Expertengruppe unter Leitung von Herrn Dugall einen abgestimmten Entwurf erarbeitet (beteiligt waren: der Deutsche Bibliotheksverband - Herr Bilo/UB Essen; Herr Dr. Heischmann/UB München, Herr Moeske/StLB Dortmund; die AG der Verbundsysteme - Herr Hoffmann/HBZ Köln, Herr Diedrichs/GBV Göttingen; die Konferenz der Zentralkataloge - Frau Dr. Brazda/HBZ Köln, Herr Saevecke/HZK Frankfurt).
Dieser Entwurf wurde im März 2003 der KMK vorgelegt, wo der Entwurf seitdem den vorgeschriebenen Instanzenweg durchlief und dabei nur geringfügige Änderungen erfuhr.
April 2003: Beratung und Verabschiedung durch die KMK/AG Bibliotheken; Juli 2003: Beratung und Verabschiedung durch den KMK/Hochschulausschuss; September 2003: Beratung und Verabschiedung als Empfehlung durch die KMK/Amtschefkonferenz.

Es steht noch aus die Verabschiedung und formale Inkraftsetzung durch die einzelnen Länder.


Nachfolgend sollen die wichtigsten Regelungen der neuen LVO in einem kurzen Überblick dargestellt werden.


Grundlagen:

Geregelt wird der Leihverkehr zwischen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland. (Präambel)

Direktlieferdienste von Bibliotheken an Endnutzer unterliegen nicht der LVO. (Präambel)

Ebenso sind weiterhin nicht Gegenstand der LVO alle regionalen bzw. fach-spezifischen Vermittlungsdienste (Regionaler LV, Kirchlicher LV, Bundeswehr-LV etc.).

Alle Medien sind einbezogen, unabhängig von der physischen Form. (§ 1)
Das gilt auch für elektronische Volltexte, allerdings nur, soweit lizenzrechtlich bzw. vertraglich zulässig. (Präambel)

Es gilt weiterhin das Prinzip der Gegenseitigkeit: Die Bibliotheken verpflichten sich, nicht nur nehmend, sondern auch gebend am Leihverkehr teilzunehmen. (Präambel)

Die Einteilung in Leihverkehrsregionen mit entsprechenden Leihverkehrszentralen wurde beibehalten, allerdings modifiziert unter Angleichung an die bestehenden Verbundregionen. (§ 4 + Anlage 2 "Übersicht Leihverkehrsregionen - Leihverkehrszentralen - Regionale Verbundsysteme")

Auch das Regionalprinzip gilt weiter. Es werden jedoch Ausnahmen zugelassen für "Grenz-Bibliotheken": Räumlich nahe beieinander liegende Bibliotheken, die unterschiedlichen LV-Regionen angehören, können im gegenseitigen Einvernehmen abweichende Regelungen treffen. (§ 5)

Die LV-Zentralen bleiben zuständig für die Organisation des LV in ihrer Region. (§ 4 + Anlage)


Teilnahme am Leihverkehr/Zulassung:

Geregelt wird dieser Komplex in § 2 + Anlage 1 "Kriterienkatalog für die Prüfung von Zulassungsanträgen zur Teilnahme am Deutschen Leihverkehr".

Die Zulassung erfolgt wie bisher über die zuständigen regionalen LV-Zentralen, die auch für die weiteren organisatorischen Belange zuständig sind (u.a. Führung der amtlichen LV-Listen).

Zugelassen werden allgemein zugängliche Wissenschaftliche und Öffentliche Bibliotheken, wenn sie durch den Einsatz von fachlich qualifiziertem Personal eine ordnungsgemäße Abwicklung des LV sicherstellen und über die notwendigen elektronischen Kommunikations- und Recherchemöglichkeiten verfügen.
Bei der Gesamtbewertung eines Zulassungsantrags können auch besondere Umstände des Einzelfalls und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden, wenn nur so eine hinreichende lokale bzw. regionale Literaturversorgung sichergestellt werden kann.

Sonstige Bibliotheken können sich zum LV zugelassenen Bibliotheken anschließen. Die betreuende Bibliothek übernimmt damit die Funktion einer bisherigen Leitbibliothek.


Bestellungen:

Besteller sind immer die Bibliotheken. Das gilt auch dann, wenn der technische Vorgang der Bestellaufgabe durch den Benutzer erledigt wird. (§ 10)

Vorrangiges Bestellprinzip ist die Online-Bestellung auf Basis von Datenbanken mit Bestandsnachweis und Verfügbarkeitskontrolle. (§§ 6, 7, 10)

Die notwendigen Bestellangaben für Online-Bestellungen und für konventionelle Bestellungen sind aufgelistet. (§ 10 + Anlage 4 "Standard-Angaben für Bestellungen")

Sofern Online-Bestellungen nicht möglich sind, können Bestellungen auch konventionell erfolgen, z.B. über Datenbankausdrucke oder das Leihscheinformular der LVO 1993 (der "rote Leihschein" bleibt in der vorliegenden Fassung weiterhin gültig).

Klargestellt wurde, dass im Regelfall für jede physische Medieneinheit künftig eine eigene Bestellung erforderlich ist. (§ 10) Auf dieser Basis erfolgt auch die Kostenberechnung. (s. § 19)

Für Medien ohne Bestandsnachweis gibt es weiterhin die klassischen Leitweg-Empfehlungen. Es sollen nicht mehr als 3 Stationen angegeben werden; danach wird davon ausgegangen, dass die gesuchte Publikation im Leihverkehr nicht verfügbar ist. (§§ 8, 9)

LV-Zentralen als konventionelle regionale ZK können nur noch dann angegangen werden, wenn auch ein Nachweis erwartet werden kann. Dies ist inzwischen nur noch eingeschränkt der Fall; eine aktuelle Auflistung dieser Fälle wird in der Anlage zu § 9 gegeben. (§§ 8, 9 + Anlage 3 "Übersicht zur Nachweissituation bei den Leihverkehrszentralen/Regionalen Zentralkatalogen)


Lieferungen:

Lieferungen erfolgen grundsätzlich an die bestellende Bibliothek. Das gilt auch dann, wenn der technische Vorgang der Bestellaufgabe durch den Benutzer erledigt wurde. (§ 13)

Bei nicht rückgabepflichtigen Medien ist die elektronische Lieferung zu bevorzugen. (§ 13)

Klargestellt wurde, dass Kopien von bis zu 20 Vorlagenseiten ohne zusätzliche Berechnung geliefert werden. (§ 15)


Kosten:

Geregelt wird dieser Komplex in § 19 + Anlage 5 "Kosten im Deutschen Leihverkehr".

Auf der Grundlage des Strategiepapiers (s.o.) wurde die Kostenregelung völlig neu gefasst.
Leitziel ist, die Einnahmen durch die Auslagenpauschale, die der Benutzer bei der nehmenden Bibliothek einzahlt, möglichst gerecht zwischen den beteiligten Institutionen (Nehmende Bibliothek - Gebende Bibliothek - Verbundsysteme) aufzuteilen. Mit diesen Einnahmen sollen die dort notwendigen Infrastrukturen gefördert werden, insbesondere bei den gebenden Bibliotheken und den Verbundsystemen, wo die Kosten überwiegend entstehen. Aus pragmatischen Gründen wurde die Kostenverrechnung jedoch begrenzt auf positiv erledigte Online-Bestellungen über die Verbundsysteme; bei konventionellen Bestellungen sowie bei erfolglosen Online-Bestellungen erfolgt keine Verrechnung, d.h. die vereinnahmte Auslagenpauschale verbleibt bei der nehmenden Bibliothek.

Grundsätzlich werden folgende zwei Bereiche unterschieden:

a) Verhältnis Benutzer - nehmende Bibliothek:

Der Benutzer zahlt bei Bestellaufgabe (elektronisch und konventionell) und unabhängig vom Erfolg der Bestellung eine Auslagenpauschale pro physischer Medieneinheit an die nehmende Bibliothek. Bei erfolgreicher Bestellung kann diese ihre Porto- bzw. Lieferkosten zusätzlich dem Benutzer in Rechnung stellen. Die Höhe der Auslagenpauschale wird vom jeweiligen Unterhaltsträger festgelegt; dabei soll eine bundesweit einheitliche Regelung angestrebt werden.


b. Verhältnis gebende Bibliothek - nehmende Bibliothek - Verbundzentralen:

Hier findet die o.g. Kostenverrechnung statt, sofern zwei Bedingungen erfüllt sind:
Es muss sich um eine Online-Bestellung handeln, die über die Verbundsysteme gelaufen ist und die außerdem zu einer Lieferung durch eine gebende Bibliothek geführt hat ("Erfolgsprämie").

Wegen der länderübergreifenden Verrechnung hat die KMK in der Anlage 5 den Rahmen für ein Kostenmodell festgelegt mit folgenden Eckpunkten:

Nehmende Bibliothek:
Zahlt pro empfangener physischer Medieneinheit = 1,50 EURO/Verrechnungseinheit;

Gebende Bibliothek:
Erhält pro ausgelieferter physischer Medieneinheit = 1,20 EURO/Verrechnungseinheit.

Beteiligte Verbundsysteme:
- verbund-interne Fernleihe = das Verbundsystem erhält 0,30 EURO
- verbund-übergreifende Fernleihe = jedes der beiden beteiligten Verbundsysteme erhält 0,15 EURO.

Die Einzelheiten des Verfahrens (verbund-übergreifende Fernleihe einschließlich Zahlungs- und Verrechnungs-Zeiträume) sollen durch die Verbundzentralen nach Absprache verbindlich festgelegt werden, insbesondere die Verrechnung zwischen einzelnen Verbundzentralen, wenn gebende und nehmende Bibliothek unterschiedlichen Verbundsystemen angehören.

Rolf-Dieter Saevecke E-Mail an AutorIn
HeBIS Verbundleitung

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Frankfurt - Fachhochschulbibliothek
Neuerwerbungsliste der Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt University of Applied Sciences

Es ist soweit!
Ab dem neuen Semester (WS 2003/2004) bietet die Bibliothek der FH FFM eine Neuerwerbungsliste an, deren Link Sie auf unserer Homepage (http://www.fh-frankfurt.de/wwwbibl/) finden. Dort können Sie - nach Fachbereichen zusammengestellt - die zugehörigen Neuerwerbungen anschauen.

Basierend auf einem Script von Stefan Grund (BZG), das dieser uns dankenswerterweise zur Verfügung stellte, und mittels Daten, die bereits laufend für den automatisierten Signaturetikettendruck (eigene Entwicklung) vorselektiert werden, hat die BDV-Gruppe der FH-Bibliothek ein Verfahren entwickelt, das unaufwaendig die Erstellung monatlicher Listen ermöglicht.

Die Listen, die aus der LBS-Datenbank selektiert werden, berücksichtigen sowohl Bücher wie auch Zeitschriftentitel, CDs, Videos und andere sogenannte Nonbooks.

Das nächste Etappenziel ist, alle Titel direkt mit unserem elektronischen Katalog (OPAC = "Online Public Access Catalog") zu verlinken um die Recherche bzw. Vormerkung noch wesentlich zu vereinfachen.

Stellvertretend für die AG Bibliotheksdatenverarbeitung (BDV) der FHB Frankfurt

Martina Moos E-Mail an AutorIn
FH Frankfurt/AG Bibliotheksdatenverarbeitung
Fulda - Hochschul- und Landesbibliothek
Wiedereröffnung des Standortes Heinrich-von-Bibra-Platz

Nach fast einjähriger Bauzeit bereitet sich die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (HLB) darauf vor, das sanierte Gebäude am Heinrich-von-Bibra-Platz wieder in Betrieb zu nehmen. Am 26. September schließt im Kanzlerpalais Unterm Hl. Kreuz der Interimsstandort, an dem den Nutzern der Bibliothek die Ausleihe, die Fernleihe und ein kleiner Teil des Lesesaalbestandes ein Jahr lang zur Verfügung standen.

Nach Abschluss aller Umzüge, zu denen vor allem die Rückführung der ca. 300.000 ausgelagerten Bände in den von Grund auf sanierten Magazinturm zählt, wird die HLB am 13. Oktober den Benutzungsbetrieb am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz wieder aufnehmen.

In der Zeit vom 29.09.-10.10. steht den Nutzern der Standort Marquardstraße für die Rückgabe von Büchern und die Fernleihe zur Verfügung.

Ein Jahr Sanierung – was hat sich geändert? Augenfällig ist vor allem die zentrale Informations- und Ausleihtheke, auf die man unmittelbar nach dem Betreten der Bibliothek stößt. Neben einer vollständigen technischen Modernisierung des Gebäudes gab es die grundlegendsten Veränderungen im Eingangsbereich mit dem Einbau einer Buchsicherungsanlage und im Tiefgeschoss mit dem stark erweiterten Ausbau der Werkstätten für den Buchbinder und den Restaurator.

Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und vor dem Hintergrund des immensen Spardrucks präsentiert sich die Bibliothek, die nun auch barrierefrei zugänglich ist, offen, hell und klar strukturiert. Neben den sichtbaren Veränderungen am Gebäude hat die HLB gleichzeitig "hinter den Kulissen" an einer Erweiterung der Dienstleistungen für die Nutzer gearbeitet, zu denen öffentlich zugängliche Internet-Arbeitsplätze sowie ein verbesserter Zugriff auf die elektronischen Bestände der HLB mittels eines neu angeschafften CD-ROM-Servers zählen.

Auch die "Erreichbarkeit" der Bibliothek hat sich verbessert: Mit einheitlichen Telefonnummern für die gesamte HLB innerhalb des Telefonnetzes der FH Fulda sowie einem erheblich erweiterten Öffnungszeitenkonzept für den Standort Heinrich-von-Bibra-Platz will sich die ehemalige Landesbibliothek Fulda mit ihren wertvollen Beständen wieder attraktiver präsentieren.

In einer für Ende des Jahres vorgesehenen feierlichen Wiedereröffnung wird dann die Bibliothek am Heinrich-von-Bibra-Platz von offizieller Seite eingeweiht und mit einer Ausstellung zum 225-jährigen Bestehen der HLB das Jubiläum begangen.

(Pressemitteilung)

Giessen - Universitätsbibliothek
Bibliothekssystem der Justus-Liebig Universität

Umzüge im Bibliothekssystem

In der Zeit vom 8. bis 16. September sind ca. 9 km Bücher im Bibliothekssystem der Justus-Liebig-Universität umgeräumt worden. Die Freihandbestände und die Lehrbuchsammlungen zur Pädagogik und zur Religionswissenschaft aus der Universitätsbibliothek wurden in die Zweigbibliothek im Philosophikum II (ehemals Bereichsbibliothek im Philosophikum II) umgestellt, um sie in räumlicher Nähe zu den jeweiligen Fächern unterzubringen. Die dezentralen Bibliotheken Sportwissenschaften (26/051), Psychologie (26/060), Didaktik Geschichte und Fachjournalismus (26/088), Orientalistik (26/114) und Philosophie (26/300) wurden in die UB umgezogen. Dort stehen sie in dem neu für die Benutzerinnen und Benutzer geöffneten Freihandmagazin im zweiten Stock. Nach den Änderungen an den Signaturen und der Änderung des Abteilungscodes in den der Universitätsbibliothek werden sie auch für die Fernleihe bereitstehen. Der Platz wurde geschaffen, indem die Zeitschriftensignaturen von 1949-1964 aus der Universitätsbibliothek in den Altbau der Universitätsbibliothek umgestellt wurden. Die Umzüge der dezentralen Bibliotheken in die Universitätsbibliothek haben insbesondere für die studentischen Nutzer erhebliche Vorteile, da die Zugänglichkeit wegen der deutlich längeren Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek (Montag bis Sonntag von 8.30 - 21.00 Uhr) nun wesentlich besser ist.

Anette Müller, Leiterin der Benutzungsabteilung E-Mail an AutorIn
UB Gießen
Mainz - Universitätsbibliothek
Zwei Jahre Retrokonversionsprojekt Philosophicum

Die Leistung kann sich sehen lassen: In nur zwei Jahren Laufzeit haben die MitarbeiterInnen des Retrokonversionsprojekts im Mainzer Philosophicum bereits sechs der 17 Projektbibliotheken vollständig bearbeitet. Auch die bloßen Zahlen sind beeindruckend. So waren Ende August bereits mehr als 260.000 Datensätze erzeugt. Der Fremddatenanteil ist mit gut 75 % erfreulich hoch.

Wer sich an der Universität Mainz mit Geschichte, Alter Geschichte, Byzantinistik, Buch-, Theater- oder Filmwissenschaft beschäftigt, profitiert schon heute von dem Projekt. Der gesamte Bestand dieser Bibliotheken ist im Online-Katalog der Universität nachgewiesen und kann damit unter einer einheitlichen und dabei äußerst komfortablen Oberfläche recherchiert werden.

Auch sonst geht die Projektarbeit zügig voran: In neun weiteren Bibliotheken wird mit großem Einsatz aller ProjektmitarbeiterInnen an der Erfassung der Bestände gearbeitet. Ein erfreulicher Nebeneffekt der Projektarbeit ist die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern gerade auch der Fächer, deren Bibliotheken im Alltagsgeschäft nicht von einer bibliothekarischen Fachkraft betreut werden.

Dr. Martina Jantz E-Mail an AutorIn
UB Mainz
Worms - Stadtbibliothek
Neu: Online-Fernleihe für Benutzer

Seit Ende September 2003 können nun auch die BenutzerInnen der Stadtbibliothek Worms den Service der HeBIS Online-Fernleihe nutzen.

(ana)

Gremienberichte

Bericht von der 31. Sitzung der AGDBT 16./17.09.2003

Dieser Bericht beschränkt sich auf die Wiedergabe der Ergebnisse zu den auf der Sitzung von HeBIS eingebrachten Tagesordnungspunkten. Ein vollständiger Bericht wird dem Protokoll der nächsten Sitzung der AG Zeitschriften zu entnehmen sein.

TOP 10 Revision der AGDBT-Geschäftsordnung

Auf der letztjährigen (30.) Sitzung der AGDBT war ein HeBIS-Antrag auf Freigabe des Unterfelds "x" im Feld 4085 "Elektronische Adresse der Online-Ressource" aufgrund der etwas unklaren Abstimmungsmodalitäten gescheitert. Dies hatte die Verbundzentrale (auch im Auftrag der AG Elektronische Medien) zum Anlass genommen, eine grundsätzliche Revision der AGDBT-Geschäftsordnung auf die Tagesordnung der diesjährigen Sitzung zu setzen.

Wichtigstes Ergebnis der Diskussion war eine Neufassung bzw. Ergänzung der Paragraphen:

  • zur Präambel (Die AGDBT dient der Interessenabstimmung unter den einzelnen Mitgliedern und vertritt diese Interessen gegenüber den Betreibern und weiteren Gremien der Zeitschriftendatenbank)
  • zur Mitgliedschaft (Die AGDBT setzt sich aus Vertretern aus den beteiligten Bibliotheksverbünden und Vertretern der DDB zusammen. Die jeweils gültige Zahl der Vertreter richtet sich nach der Größe des jeweiligen Verbundes und ist der Anlage zur Geschäftsordnung zu entnehmen).
  • zu den Sitzungen (Sitzungen finden mindestens 1x jährlich statt)
  • zur Tagesordnung (Vorschläge zur Tagesordnung müssen mindestens 6 Wochen vor der Sitzung schriftlich dem/der Vorsitzenden vorliegen / Antragsentwürfe, schriftliche Erläuterungen, Diskussionspapiere und Stellungnahmen müssen spätestens 3 Wochen vor der Sitzung schriftlich dem/der Vorsitzenden vorliegen / Tischvorlagen sind nicht erwünscht, sollten sie dennoch vorliegen, ist zu ihrer Behandlung die Zustimmung aller anwesenden Mitglieder notwendig. Die Papiere müssen einen gewissen formalen Standard erfüllen.
  • zu den Abstimmungen (die in der AGBDT abzugebenden Stimmen sind immer einem Verbund zugeordnet und nicht personengebunden. Beschlüsse werden mit 2/3-Mehrheit der anwesenden, stimmberechtigten Teilnehmer gefasst. Enthaltungen werden dabei nicht mitgezählt. Sofern sich mehr als die Hälfte der Anwesenden der Stimme enthält, kann die Debatte neu eröffnet und es muss noch einmal neu abgestimmt werden.

Die revidierte Geschäftsordnung wurde in dieser Form einstimmig angenommen.

TOP 11.6 Elektronische Ressourcen / Feld 4085, Unterfeld x

Dem erneut eingebrachten HeBIS-Antrag auf Freigabe von Unterfeld "x" von 4085 wurde stattgegeben. Zum Schutz der im selben Feld vorhandenen weiteren wichtigen Informationen war die Freigabe im Antrag an folgende Bedingungen geknüpft worden:

  • Teilnehmer muss für die in Frage kommende Publikation lizenziert sein
  • Gültigkeitsangabe muss mit 4025 abgeglichen werden
  • Gültigkeits- und Umfangsangaben dürfen nur korrigiert werden, wenn sie über die bestehenden Angaben zeitlich und umfangsmäßig hinausgehen.

Ausschlaggebend für die Zustimmung der Teilnehmer war sowohl der Hinweis auf den im Antrag festgeschriebenen Testzeitraum als auch der Hinweis auf die von HeBIS erbrachte Leistung des URL-Checks für den Aktualitätsstand der elektronischen Ressourcen in der ZDB.

Ebenfalls unter TOP 11.6 wurde der HeBIS-Wunsch nach Aufnahme des Unterfelds "x" von 4085 in die Online-Validation behandelt. Sowohl in HeBIS wie auch in der ZDB selber wird dieses Feld dazu genutzt, standardisierte Texte für den jeweiligen OPAC zu erzeugen, die den Benutzern unterschiedliche Zugänge für die elektronischen Ressourcen aufzeigen. Im Ergebnis wurde festgehalten, dass HeBIS in Zusammenarbeit mit DDB und ZDB eine Vorgabe für die benötigte Validation erstellt.

Zum TOP gab es des weiteren eine Vorlage der SBB/IIe zur Darstellung von "moving walls" im Feld "x" von 4085. Dieses Problem war in den letzten Monaten verstärkt aufgetreten, so hat z.B. JSTOR mit verschiedenen Verlagen Vereinbarungen getroffen, die von den Verlagen publizierten Zeitschriften jeweils erst nach Ablauf eines zu bestimmenden Zeitraums seinen Kunden online zur Verfügung zu stellen. Da sich der Zeitpunkt der Freigabe naturgemäß mit jedem Jahr ändert, wäre nach dem gegenwärtigen System jährlich eine aufwaendige Korrektur der Inhalts- und Umfangsangaben im Unterfeld notwendig geworden. Durch die Angabe des jeweiligen Moving-Wall-Zeitraums (z.B. "moving wall 5 Jahre") wird dieses Problem umgangen. Es bestehen noch Bedenken, ob der Begriff "moving wall" für die Benutzer verständlich ist.

TOP 15.1 Feld 0500/Besetzung von Position 4

Gegenwärtig ist es möglich in der ZDB Titelaufnahmen zu erstellen, ohne die Position 4 in 0500 (mit "z") zu besetzen. Entsprechende Aufnahmen wurden auch mit den Datendiensten ausgeliefert und führen in HeBIS zu Problemen. Obwohl mit diesem Eintrag die Validierungstabellen in der ZDB gesteuert werden, wäre eine Online-Validation (wie von HeBIS beantragt) nach Aussage der DDB-IT-Abteilung nicht oder nur sehr schwierig zu bewerkstelligen.

TOP 16.6 EZB-URL in Titeln, für die keine gültige URL zu ermitteln ist

Die bisher geübte Praxis, in Titelaufnahmen für elektronische Ressourcen, für die keine gültige URL mehr zu ermitteln ist, weiterhin die Frontdoor-URL der EZB mitzuführen, wird auf Antrag von HeBIS revidiert. In entsprechenden Fällen wird jetzt auch die EZB-Frontdoor-URL gelöscht.

Die folgenden HeBIS-Anträge konnten aus Zeitmangel nicht mehr behandelt werden:

  • TOP 16.3 Verschiedenes/ZDB-OPAC: Wiedergabe von "@" im Hauptsachtitel. In der OPAC-Anzeige der Picasysteme kann das "@"-Zeichen nicht dargestellt werden, zudem hat es in Pica die Bedeutung eines Steuerzeichens. DDB und ZDB liefern das Zeichen daher in ihren Datendiensten in Form eines Protyps. HeBIS hatte einen Antrag gestellt, das Zeichen im Interesse des Benutzers (analog zur Regelung im HeBIS-Katalogisierungshandbuch), schon bei der Katalogisierung durch das jeweils zugrunde liegende Textzeichen zu ersetzen.
  • TOP 16.4 Verschiedenes/Bereinigungslauf für Titel-Altdaten in der ZDB, die nur das Feld 4045 aber kein Feld 4030 aufweisen. Nach RAK-WB § 144,1 bzw. 145,3 werden für den Fall, dass kein Verlagsort bzw. Verlag genannt oder zu ermitteln ist, ein vorhandener Druckort als Erscheinungsort sowie eine vorhandene Druckerei anstelle des Verlags angegeben. Auf hessischen Wunsch wurde die Online-Validation der ZDB vor einiger Zeit an diese Regelung angepasst, sodass derzeit keine Titelneuaufnahmen zugelassen sind, die zwar das Feld 4045, aber nicht 4030 aufweisen.
    Versäumt wurde aber, die in der ZDB-Datenbank vorhandenen Altfälle per Datenbanklauf zu korrigieren, und damit die früher ausgelieferten - nicht korrekten - Titeldaten bei den ZDB-Teilnehmern per Update zu bereinigen.
(hea)

Bibliothekswelt aktuell

Auf dem Weg zu einem internationalen Katalogisierungsstandard?

IFLA IME ICC

Vom 28. bis 30. Juli 2003 trafen sich in der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main Katalogisierungsexperten aus 28 europäischen Ländern und machten damit den Auftakt zu einer über mehrere Jahre angelegten, weltweiten Veranstaltungsreihe. Initiator des ehrgeizigen Projektes zur Entwicklung eines "International Cataloguing Code" (1) ist die IFLA Section on Cataloguing (2). Deren Vorsitzende, die US-Amerikanerin Dr. Barbara Tillett, formulierte zu Beginn der Konferenz das Ziel des Gesamtprojektes wie folgt:

"To increase the ability to share cataloguing information worldwide by promoting standards for the content of bibliographic and authority records used in library catalogues."

Bereits im Vorfeld der Konferenz waren in einer Fragebogenaktion die wichtigsten Katalogisierungsbestimmungen europaweit abgefragt worden; 32 Länder haben auf die Umfrage reagiert und Ihre Stellungnahmen abgegeben. Die Ergebnisse zeigen in vielen Bereichen eine große Heterogenität; selbst dort, wo ein identisches Regelwerk (z.B. AACR2) zu Grunde gelegt wird, zeigen sich zum Teil erhebliche Abweichungen in den jeweiligen Landesfassungen. In den Diskussionen im Plenum der Konferenz wurde deutlich, dass Auslegung und praktische Anwendung die Divergenzen noch weiter verstärken.

In fünf Arbeitsgruppen diskutierten die Konferenzteilnehmer Detailfragen aus den Themenkomplexen

  • Personal Names
  • Corporate Names
  • Seriality
  • Multipart Structures
  • Uniform Titles / General Material Designation.

Dabei sollten Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten der verschiedenen europäischen Regelwerke beleuchtet und herausgearbeitet werden.

Bereits international vereinbarte Standards wie IFLA's Names of Persons, FRANAR, ISBD, ISSN und besonders auch die "Functional Requirements for Bibliographic Records"  (FRBR) wurden bei allen Beratungen berücksichtigt. Die allgemeine, stillschweigende Anerkennung des in den FRBR entwickelten Modells "Work - Expression - Manifestation - Item" (3) unter den europäischen Katalogisierern kann als ein Erfolg der Konferenz gewertet werden; darüber hinaus gibt es auch aus den einzelnen Arbeitsgruppen bereits Empfehlungen für bestimmte grundsätzliche Vereinbarungen, auf denen nun die weitere Diskussion und Arbeit aufgebaut werden kann.

Teilnehmer
Die Teilnehmer des Expertentreffens in einer Beratungspause. Im Vordergrund: Barbara Tillett
Foto: Susanne Oehlschläger, Die Deutsche Bibliothek
(Bitte klicken Sie die Graphik an, um das Teilnehmerfoto zu sehen.)

Zur Konferenz hatten Monika Münnich (UB Heidelberg) und Hans Popst (Bayerische Beamtenfachhochschule) einen Entwurf für "Principles for Library Catalogues and other Bibliographic Files" vorgelegt, die die mehr als vierzig Jahre alten "Paris Principles" (4) ersetzen sollen. Die neuen Grundprinzipien der Katalogisierung orientieren sich an modernen Rahmenbedingungen und Entwicklungen wie Online-Umgebungen und Normdaten sowie an bereits vorhandenen internationalen Standards wie den ISBDs. Als oberstes Ziel der Katalogisierung wird festgeschrieben:

"The highest principle in cataloguing codes is the convenience of the user of the catalogue."

Da der Entwurf der neuen "Principles" aus zeitlichen Gründen nicht abschließend diskutiert werden konnte, vereinbarten die Konferenzteilnehmer eine Weiterbearbeitung bis Ende September via Email. Danach soll die endgültige Entwurfsfassung der Fachöffentlichkeit präsentiert werden, die gleichzeitig zur Diskussion und Kommentierung aufgefordert sein wird.

Sämtliche Konferenzpapiere - die einzelnen Antworten der Regelwerksumfrage, Präsentationen, Stellungnahmen, die Ergebnispapiere der einzelnen Arbeitsgruppen und mehr - sind auf den eigens eingerichteten WWW-Seiten der Konferenz zu finden und nachzulesen (5). Ein gedruckter Konferenzreport wird sich demnächst in der IFLA-Zeitschrift "International Cataloguing and Bibliographic Control - ICBC" finden.

Die Konferenz in Frankfurt war der Auftakt von einer Serie von regionalen Meetings. Weitere werden jeweils im Vorfeld der jeweiligen IFLA-Generalversammlungen in Buenos Aires (2004, für Zentral- und Südamerika) und Seoul (2006, für Asien) stattfinden, eine weitere ist für 2005 für den Nahen Osten geplant. 2007 soll dann in Durban, Südafrika mit dem regionalen Schwerpunkt Afrika zugleich der Schlusspunkt des Projektes gesetzt werden - hoffentlich mit der Verabschiedung eines weltweiten Katalogisierungsstandards, der Katalogisierung und Datentausch effizienter und ökonomischer werden lässt. Und davon dürften nicht zuletzt auch die Bibliotheksbenutzer weltweit profitieren, die mit solchen Standards bei ihren Recherchen zuverlässig und einheitlich bedient werden können, gleichgültig, in welcher Katalogumgebung sie sich gerade befinden.


(1) Einige wichtige Begriffe und Formulierungen werden in der Konferenzsprache (Englisch) wiedergegeben, um sprachliche Missverständnisse oder Ungenauigkeiten einer deutschen Übersetzung zu vermeiden.
(2) http://www.ifla.org/VII/s13/sc.htm
(3) http://www.ifla.org/VII/s13/frbr/frbr.pdf
(4) International Conference on cataloguing principles, Paris, 9th - 18th October, 1961 : Report / International Federation of Library Associations. [Ed. by A. H. Chaplin...] - London, 1963.
(5) http://www.ddb.de/news/ifla_conf_papers.htm

(ria)
Der Kongress tanzt im Palais am Funkturm

Ganz persönliche Eindrücke von der IFLA-Generalkonferenz in Berlin

gesammelt von Rita Albrecht

Nach genau 20 Jahren fand im Jahr 2003 die IFLA-Generalversammlung wieder in Deutschland statt: Vom 1. bis 9. August trafen sich die Bibliothekare der Welt in der bundesdeutschen Hauptstadt Berlin unter dem Motto "Bibliothek als Portal: Medien - Information - Kultur" und absolvierten ein thematisch breit gefächertes Konferenzprogramm, bei dem aber auch Kultur, Geselligkeit und Möglichkeiten zum persönlichen Kontakt und Gespräch nicht zu kurz kamen.

Ich verdankte meine Teilnahme an der Konferenz dem Umstand, dass sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme während der dreitägigen, parallel stattfindenden Fachausstellung mit einem eigenen Stand präsentierte. Die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Verbünde stellten gemeinsam das Standpersonal, und da sich so die Verantwortung auf viele Schultern verteilen ließ, war es mir möglich, auch schon an den Ausstellungstagen wie auch an den Tagen danach viele Veranstaltungen zu besuchen.

Ich fand es ganz besonders spannend, den eigenen Fokus über Deutschland hinaus zu richten, aktuelle Themen in einen internationalen Kontext zu stellen und sich auch einmal mit den (bibliothekarischen) Problemen der Dritten Welt zu beschäftigen.

Die Entwicklungsländer haben bei der Ausgestaltung einer modernen Informationsgesellschaft einen immensen Nachholbedarf. In diesem Zusammenhang wird heute gern vom "Digital Divide" gesprochen, der Kluft, die sich im Zeitalter der elektronischen Information zwischen den "reichen" Ländern und den Ländern der 3. Welt auftut, einer wie es ein Redner etwas ketzerisch formulierte - "neuen Form des kulturellen Imperialismus". Kgomotso H. Moahi von der University of Botswana, Gaborone, beklagte die insbesondere in ländlichen Gegenden Afrikas immer noch fehlende Infrastruktur zur Nutzung moderner Kommunikationssysteme einerseits, andererseits aber auch, dass kaum relevante Inhalte aus den Ländern der Dritten Welt selbst über das Internet verbreitet würden. Die Bewahrung des in Afrika traditionell weitestgehend in mündlicher Form weitergegebenen Wissens bezeichnete sie als großes, bisher ungelöstes Problem, zu dessen Lösung aber Bibliotheken mit der Übernahme von Verantwortung in diesem Bereich wesentlich beitragen könnten. Sie forderte die Bibliotheken ihres Kontinents zu einem Umdenken und zu einer neuen Definition ihrer Rolle auf (1).

Politische Themen spielten auf der IFLA-Konferenz eine größere Rolle als man vielleicht denkt. Ausführlich wurde in Berlin die Situation der Bibliotheken im Irak erörtert (2) und eine Resolution (3) verabschiedet, in der unter anderem zum Schutz nationaler Kulturgüter aufgerufen wird. In einer anderen Resolution (4) verurteilt das Council der IFLA den sogenannten "PATRIOT Act" der USA und ähnliche Gesetze als Verletzung der Grundrechte auf ungehinderten Zugang zu Information und auf Schutz der Privatsphäre.

Das Spektrum der in den Vortragsveranstaltungen und Workshops behandelten Themen war außerordentlich breit gefächert. Es bot einerseits die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen auf den eigenen Tätigkeitsfeldern zu informieren, andererseits aber auch die einmalige Chance, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und sich dadurch neue Anregungen zu holen. Beide Möglichkeiten habe ich wahrgenommen.

Tätigkeitsbedingt interessierten mich die Veranstaltungen zur Erschließung von Bibliotheksmaterialien ganz besonders: So informierte die Vorsitzende der IFLA Section on Cataloguing, Barbara Tillett, über die Ergebnisse des ersten Expertentreffens zur Entwicklung eines internationalen Katalogisierungsregelwerkes (5). Regina Reynolds (Library of Congress, Washington) plädierte in ihrem Vortrag "CONSER, ISSN and Cataloging Convergences in a Digital World" auch für den Bereich der Zeitschriften für mehr Annäherung und weltweite Kooperationen; ihr Appell an die Zuhörer lautete "Cooperation instead of duplication of work" (6). Für den Bereich der Sacherschließung wurde die neueste Ausgabe der Dewey Decimal Classification (DDC 22) der interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt. In ihr wurden inhaltliche Ergänzungen und Verschiebungen sowie terminologische Anpassungen vorgenommen, wobei erstmals auch europäische Akzente gesetzt wurden, z.B. mit dem Beginn einer noch nicht abgeschlossenen Reorganisation des Rechts ("Law") oder mit der Einführung einer neuen Expansion für "Holocaust" (7). Magda Heiner-Freiling (Die Deutsche Bibliothek, Frankfurt) berichtete, dass diese neue Ausgabe der Dewey-Dezimalklassifikation auch die Basis der deutschen Übersetzung bilden wird. Diese wird in einem DFG-geförderten Projekt EDV-gestützt erstellt; die Projektdauer ist bis Anfang 2005 vorgesehen (8).

Den Blick über den Tellerrand gönnte ich mir am "Tag der Workshops". Endlich einmal hieß es nicht nur Zuhören, sondern aktiv mitdiskutieren oder sogar mitgestalten. Letzteres galt insbesondere für den Workshop der IFLA Audiovisual and Multimedia Section, in dessen Verlauf ein vorab veröffentlichter Entwurf für "Guidelines for Audiovisual and Multimedia Materials in Libraries" (9) vorgestellt und in Kleingruppen diskutiert wurde. Dabei wurden noch etliche Verbesserungs- und Änderungswünsche eingebracht. Lebhaft diskutiert wurde auch im Workshop "Electronic journals: how they are changing our lives", in dem Spezialisten aus Mexiko, Spanien, Deutschland und den USA ihre Erfahrungen in Fragen der Lizenzierung, der Erschließung und des Geschäftsganges mit dem Publikum austauschten.

Die Veranstaltungswoche wurde eingerahmt von der "Opening" und der "Closing Session", bei denen sich (fast) alle Kongressteilnehmer zusammen fanden. Die Eröffnung des Kongresses wurde von dem bekannten TV-Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar souverän in drei Sprachen moderiert. Spontanen Applaus erntete er für eine kleine biographische Notiz am Rande seiner Moderationen, in der er erwähnte, ein Enkel des berühmten Bibliothekars Ranganathan zu sein. Grußworten von Seiten der Politik (Kulturstaatsministerin Christina Weiss und Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit) schlossen sich der Rechenschaftsbericht der IFLA-Präsidentin und dann die Festrede durch Klaus G. Saur an, der zum Thema "Bibliothek und Verlage - eine Partnerschaft?" sprach und dabei auch Seitenhiebe auf das bei Verlegern ungeliebte neue deutsche Urheberrecht nicht aussparte.

In der "Closing Session" wurde es dann schon fast olympisch, ging es doch um die Bekanntgabe des Austragungsortes der IFLA-Generalkonferenz 2008. Zwei Bewerberstädte Rom und Quebec waren übrig geblieben, die sich den Wahl-Verantwortlichen noch einmal ausführlich präsentiert hatten. "And the winner is: Quebec verkündete Derek Law, Vorsitzender des Planungskomitees, worauf die anwesenden kanadischen Delegierten in wahre Freudentaumel ausbrachen und mit vorbereiteten Transparenten und Eishockeyschlägern (als kanadischem Sportgerät Nummer 1) die Bühne stürmten. Danach warb Buenos Aires als Ausrichter der IFLA-Konferenz im kommenden Jahr mit einer feurigen Tangoshow für sich. Zum Abschluss übergab Christine Deschamps (Frankreich), die scheidende Präsidentin der IFLA, die Amtsgeschäfte ihrer Nachfolgerin, Kay Rasoroka (Botswana).

Und dann gab es noch die Feste: die Eröffnungsparty im Palais am Funkturm und ein Kulturfest in der Staatsbibliothek. Bei beiden zeigte sich (wieder einmal), dass das Klischee vom steifen, ernsten Bibliothekar überholt ist. Im Palais am Funkturm und in den Gartenanlagen herrschte bei der Eröffnungsparty heitere Ausgelassenheit, und die Tanzfläche war bereits bei den ersten Titeln, die der DJ auflegte, gut gefüllt und blieb es bis zum Schluss der Veranstaltung. In der Staatsbibliothek gelang es der (deutschen) Gruppe Bloco Calango, mit lateinamerikanischen Sambarhythmen die Bibliothekare erst zu vorsichtigem Kopf- und Hüftwackeln und später sogar zum Mittanzen zu verleiten. Natürlich war auch für Essen und Trinken gesorgt, und bei einem Glas Wein oder einem kühlen Bier hatte man auch endlich einmal die Muße, mit anderen Teilnehmern ein paar Worte zu wechseln. Warum auch immer: Eine finnische Kollegin war ganz aus dem Häuschen darüber, in mir endlich eine deutsche Bibliothekarin gefunden zu haben, mit der sie sich unterhalten konnte, und nach der Konferenz sind wir in lockerem Kontakt via Email verblieben. Allein schon für diese menschliche Ebene hat sich die Teilnahme an der Konferenz gelohnt, und ich hoffe, das irgendwann wiederholen zu können. Durban 2007 lockt ...

(1) Der komplette Vortrag ist online abrufbar unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/097e-Moahi.pdf
(2) Bericht unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/180e-Arnoult.pdf
(3) Wortlaut unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/resolutions.htm#9
(4) Wortlaut unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/resolutions.htm#5
(5) siehe Bericht in dieser Ausgabe
(6) der Vortrag ist bisher online nicht zugänglich
(7) Der komplette Vortrag mit allen Änderungen in deutscher Übersetzung ist online abrufbar unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/121g_trans-Mitchell.pdf
(8) Der komplette Vortrag ist in deutscher Sprache online abrufbar unter http://www.ifla.org/IV/ifla69/papers/137g-Heiner-Freiling.pdf
(9) Hintergrundinformationen und der Entwurfstext unter http://www.ifla.org/VII/s35/pubs/avmgl03.htm

(ria)
Let's Do Dewey - Die Neugliederung der Deutschen Nationalbibliografie ab 2004

Nach der Einstellung der Reihe N (und deren Ersatz durch den Neuerscheinungsdienst) steht bei der Deutschen Nationalbibliografie eine weitere, einschneidende Änderung an: Ab dem Bibliografie-Jahrgang 2004 wird die Gliederung der gedruckten Hefte nicht mehr den bekannten Sachgruppen folgen, sondern sich an der Dewey Decimal Classification orientieren.

Mit dieser Entwicklung wird ein wichtiger Schritt zur Vereinheitlichung der Nationalbibliografien des deutschsprachigen Raumes getan. Nachdem das Schweizer Buch bereits ab 2001 auf DDC umgestellt und in Österreich ähnliche Pläne entwickelt wurden, lag es nahe, in Deutschland ebenso zu verfahren und damit gleichzeitig Anschluss an internationale Entwicklungen zu halten (in über 60 Ländern ist die Gliederung der jeweiligen Nationalbibliografie an DDC angelehnt).

In einer bereits im Sommer 2002 durchgeführten Umfrage haben die Kunden der bibliografischen Dienste Der Deutschen Bibliothek den Plänen zur Neugliederung der DNB mit breiter Mehrheit zugestimmt. Die Umfrageergebnisse machten aber auch deutlich, dass die bisher in eigenen Sachgruppen zusammengefassten Schulbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie die Belletristik in geeigneter Form weiterhin separat angezeigt werden sollten.

Die neue Gliederung der DNB für die Reihen A, B, G, H sowie den Neuerscheinungsdienst entspricht ab 2004 mit wenigen Ausnahmen den beiden obersten Ebenen der DDC, den so genannten "Hundred Divisions". In den Reihen M (Musikalien) und T (Tonträger) werden tiefere Ebenen mit bis zu sechs Stellen berücksichtigt, um eine der bisherigen musikspezifischen Gliederung entsprechende Recherche zu ermöglichen. Pro Titel können bis zu 3 DDC-Sachgruppen vergeben werden, wobei die erstgenannte wie bisher die Hauptsachgruppe ist.

Schulbücher und Kinder- und Jugendliteratur sind von der DDC-Gliederung ausgenommen, da sie sonst über zahlreiche Sachgruppen verstreut wären. Ebenfalls getrennt angezeigt werden Berichtigungen und Werke, deren Erscheinen eingestellt wurde. Die Belletristik ist getrennt recherchierbar und in den Sachgruppen 800 - 890, in die sie DDC-gemäß eingegliedert wurde, jeweils getrennt auffindbar.

Beim Datenimport in die HeBIS-Datenbank werden die neuen DDC-Sachgruppen selbstverständlich ebenso übernommen werden wie schon die alten Sachgruppen; sie werden auch suchbar sein. Über die konkrete Ausgestaltung (verwendete Kategorien, Indexierung etc.) wird die Verbundzentrale Sie rechtzeitig vor der ersten Dateneinspielung informieren.

Zur weiteren, ausführlichen Information empfehlen wir folgende Dokumente:

... und mit einem Augenzwinkern:

Let's do Dewey: http://www.mtsu.edu/~vvesper/dewey.htm

Tick Trick Track
(ria)

Fortbildung und Veranstaltungen

Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung hat ihre Arbeit aufgenommen

Gemäß Erlass des HMWK vom 3.6.2002 (StAnz. 25/2002, S. 2233) wurde dem HZK u.a. auch die Aufgabe einer Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung der hessischen Bibliotheken übertragen. Praktisch relevant wird dies nunmehr zum 1.10.2003, nachdem die Bibliotheksschule ihren Betrieb eingestellt hat. Personell besetzt ist die Geschäftsstelle mit Frau Rützel-Banz (Tel.: 069/212-39204 / E-Mail: ruetzel-banz@stub.uni-frankfurt.de / Montag bis Donnerstag).

Die Arbeit der Geschäftsstelle wird sich auf rein organisatorische Aufgaben beschränken, was in enger Abstimmung mit den Bibliotheken des hessischen Ausbildungsverbundes erfolgen wird.

Im Bereich "Ausbildung" geht es dabei insbesondere um die Koordination von Ausbildungsaktivitäten für den Höheren Dienst. Die Ausbildung wurde zum 1.10.2003 neu konzipiert (s. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken im Lande Hessen / APOhDwB vom 27.8.2003; StAnz. 38/2003, S. 3787). Die gesamte Ausbildung dauert zwei Jahre. Praktische und theoretische Ausbildung werden über die gesamte Ausbildungsdauer miteinander verzahnt. Die theoretische Ausbildung findet auf Basis eines Verwaltungsabkommens zwischen dem Land Hessen und der Humboldt-Universität zu Berlin in Form eines postgradualen Fernstudiums "Bibliothekswissenschaft" am Institut für Bibliothekswissenschaft der Philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Zum 1.10.2003 wurden in Hessen 5 Referendare eingestellt.

Im Bereich "Fortbildung" geht es darum, bedarfsorientiert und praxisbezogen Fortbildungsveranstaltungen für hessische Bibliotheken zu planen und zu organisieren und damit an die jahrzehntelange Praxis der Bibliotheksschule anzuknüpfen. Das Programm für 2004 wird z.Zt. in Zusammenarbeit mit den lokalen Fortbildungsbeauftragten konzipiert.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK/HeBIS-Verbundleitung

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Impressum

HeBIScocktail 4/2003 (10. Oktober 2003)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://smirnoff.rz.uni-frankfurt.de:8080/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff (gib), Andrea Arndt (ana), Monika Denker (mod), Renate Koch-Krug (rek), Heike Nienerza (hen)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@stub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 1/2004 erscheint Anfang Januar 2004.

Redaktionsschluss: 12. Dezember 2003

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