HeBIScocktail
Ausgabe: 2004-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

scheint Ihnen dieser Januar auch der längste Monat des Jahres zu sein? Die Feiertage vorbei, 42-Stunden Woche, Ebbe im Portemonnaie und das Wetter - naja, reden wir nicht darüber!

Nun können wir weder am Wetter noch an Ihren Finanzen etwas ändern, aber der HeBIScocktail kann Ihnen vielleicht die jetzt mehr zu arbeitenden Stunden etwas verkürzen.

Zum Beispiel mit einem Reisebericht! Falls Sie schon immer mal New Yorker Bibliotheken besuchen wollten, ist dieser Artikel in der Rubrik "Jenseits von HeBIS" ein Muss!
Und wenn Sie bei Ihren Reisen auf der Datenautobahn interessante URLs finden, schicken Sie Ihre "Reise"tipps doch einfach an das neu eingerichtete HeBlog. Das ist nicht etwa ein Ork-ähnliches Monster aus dem Herrn der Ringe sondern ein Art Netz-Logbuch.

Aber schau'n Sie selbst was dieser HeBIScocktail bietet. Und denken Sie dran: Alles wird gut!
Ein fröhliches und erfolgreiches 2004 wünscht Ihnen 

Gisela Bröckerhoff
HeBIScocktail Redaktion

Entwicklungen und Planungen im Verbund

Vereinfachung der Katalogisierung im HeBIS-Verbund

Die Katalogisierungsabteilungen in den Bibliotheken des Verbundes geraten zunehmend unter Druck. Immer mehr Personal wird abgezogen, Stellen werden nicht wiederbesetzt, der Stellenwert der erschließenden Arbeit in den Bibliotheken nimmt ab. Die gleiche Arbeit muss mit immer weniger Menschen realisiert werden. Vereinfachungen erscheinen notwendig.

Im Auftrag des HeBIS-Verbundrats und einer Arbeitsgruppe der Hessischen Direktorenkonferenz (HDK) erarbeitet die AG Alphabetische Katalogisierung zur Zeit Vorschläge, wie die Erfassungsarbeit einfacher zu gestalten sei. Die HDK-Arbeitsgruppe hat hierfür die Richtung vorgegeben: 

  • Umfassender Einsatz von Fremddaten (Einspeicherung weiterer Datendienste, Übernahme von Titeldaten per Z39.50-Import aus anderen Datenbanken bei Bedarf)
  • Vereinfachung bei Katalogisierung und Erfassung (Minimierung des Bearbeitungsaufwandes unter Vermeidung von Einschränkungen für den Benutzer und unter Beachtung des nationalen Regelwerksrahmens)
  • Flankierende Maßnahmen zur Unterstützung der KatalogisiererInnen (mehr automatisierte Arbeitsabläufe, Optimierung der Arbeitsmittel, zentrale Schulungsmaßnahmen, verbundübergreifende Absprachen)

Fremddaten

Zur Zeit wird die Einspielung folgender Fremddatenpakete vorbereitet:

  • DNB, alle anderen Reihen, soweit sie nicht bereits bezogen werden
  • DNB mehrbändige Werke
    Um diese Fremddaten sinnvoll, d. h. ohne großen Umarbeitungsaufwand, nutzen zu können, musste die AG Alphabetische Katalogisierung die Regelung zurücknehmen, prinzipiell Stücktitel bei Bänden mehrbändiger Werke anzulegen. Statt dessen gelten ab 1. Januar 2004 wieder die Vorschriften des § 110,2 RAK-WB zur Beurteilung, wann Stücktitel anzufertigen sind und wann Bandaufführungen genügen. (vgl. hierzu den Bericht aus den Verbundgremien - AG Alphabetische Katalogisierung)

Geprüft wird außerdem die Einspeicherung folgender Fremddatenpakete:

  • DNB, Reihe M
  • DNB, Neuerscheinungsdienst
  • DBI-Retro-VK

Außerdem sammeln die Vertreterinnen der AG Alphabetische Katalogisierung weitere Vorschläge in ihren Lokalsystemen.

Parallel zur Offline-Einspeicherung ganzer Datenpakete in die HeBIS-Verbunddatenbank wird weiter an der Entwicklung der Z39.50-Import-Schnittstelle gearbeitet. Damit kann der/die KatalogisiererIn einzelne Datensätze gezielt aus anderen Datenbanken (z. B. Verbunddatenbanken wie SWB, BVB, HBZ etc.) ins Zentralsystem kopieren.


Vereinfachung bei Katalogisierung und Erfassung

Der Bearbeitungsaufwand soll so weit es geht minimiert werden. Das heißt, dass die AG Alphabetische Katalogisierung alle Verbundregeln, die von den RAK abweichen, genau unter die Lupe nehmen wird.
Alle neu zu treffenden oder zurückzunehmenden Regelungen werden von der AG Alphabetische Katalogisierung auf diese Zielsetzungen hin überprüft:

  • Der Informationsgehalt für den Benutzer wird nicht gravierend eingeschränkt.
  • Die Vereinfachungen dürfen keinen Mehraufwand an anderer Stelle nach sich ziehen (z. B. im Benutzungsbereich).
  • Die Vereinfachungen dürfen den nationalen Datentausch (z. B. mit ZDB, GKD, SWD) nicht negativ beeinflussen.

Die Vorsitzende der AG Benutzung wird deshalb in die Beratungen über die einzelnen Maßnahmen einbezogen.


Flankierende Maßnahmen

Einen großen Effekt für die Verbesserung der Erfassungstätigkeiten könnten die Maßnahmen haben, die die Einspielung weiterer Fremddaten bzw. die Vereinfachung der Regeln ergänzen sollen.
Zur Zeit werden daher folgende Maßnahmen geprüft bzw. sind bereits im Stadium der Umsetzung:

  • Automatisierte Dublettenbereinigung
    Statt eines aufwändigen Benachrichtigungsverfahrens können alle BearbeiterInnen künftig Dubletten als solche markieren. Eine Offline-Routine, die dauernd im Hintergrund auf dem Zentralsystem läuft, sorgt für die augenblickliche Bereinigung der als dublett markierten Titelsätze durch Mergen der fehlenden Kategorien und Umhängen der Lokaldaten.
    Mit der Einführung dieser Funktion ist innerhalb des 1. Quartals 2004 zu rechnen.

  • Optimierung der WinIBW
    Durch Verbesserung von Funktionen und die Entwicklung neuer Skripte bzw. Makros soll die Arbeit mit der WinIBW erleichtert werden. Dazu wird jedoch auch die Hilfe der Lokalsysteme benötigt, die für die Bereitstellung der neuesten Versionen in den Katalogabteilungen sorgen müssen.
    Die Erweiterungen und Funktionsverbesserungen an der WinIBW werden laufend weitergeführt.
    Zur Mitarbeit daran ist jeder aufgerufen, der Ideen hat und Vorschläge machen kann. Als Austauschplattform hierzu dient das Diskussionsforum auf den HeBIS-Internetseiten.

  • Zentrale Schulungsmaßnahmen zur Katalogisierung spezieller Materialien
    Die HeBIS-Verbundzentrale hat über die Vertreterinnen der Lokalsysteme in der AG Alphabetische Katalogisierung den Bedarf an Schulungen im Bereich Nichtbuchmaterialien, Online-Ressourcen, Mikroformen, Tonträgern, Karten etc. erhoben. In weiterer Absprache mit der AG sollen entsprechend der Prioritäten in den Lokalsystemen zwei Schulungen pro Jahr angeboten werden.

Es sind also schon eine ganze Menge Maßnahmen, die zur Zeit anlaufen. Alle zusammen können dazu beitragen, dass die Katalogisierungs- bzw. Medienabteilungen in den Bibliotheken des HeBIS-Verbundes in den nächsten Monaten und Jahren nicht noch mehr unter Druck geraten. Denn wie man allerorten hört, ist die personelle Ausdünnung der Medienabteilungen lange noch nicht zu Ende.

Andrea Arndt E-Mail an AutorIn
AG Alphabetische Katalogisierung, Vorsitzende

Pica-System

Aktuelle Pica-Informationen

Auf der Pica-Homepage unter http://www.oclcpica.org/ können Sie jederzeit aktuelle Informationen über Pica abrufen.

Neuer Informationsdienst von OCLC|Pica

Anfang Dezember 2003 hat OCLC|Pica einen Newsletter in deutscher Sprache vorgestellt. Darin soll künftig laufend über Neuerungen innerhalb der Firma informiert und über die Weiterentwicklungen von Produkten sowie neue Dienstleistungen berichtet werden. Die erste Ausgabe des Info-Dienstes ist auch direkt im Internet abrufbar unter http://www.oclcpica.org/content/1362/pdf/nachrichten_01.pdf.

Für die „OCLC|Pica Nachrichten“ zeichnet das Team der regionalen Manager „Germany+“ verantwortlich: Henk Nobbe, Inge Plugge und Evelin Schaper. Fragen, Anregungen und Subskriptionswünsche können an folgende Email-Adresse gerichtet werden: infodeutsch@oclcpica.org.

(ria)

Neues von den Datenbanken

Bibliothek der deutschen Literatur (BDL) - Löschung der Sacherschliessungsdaten

(rek) Am 18.12.2003 wurden bei den Titeldaten für die Mikrofichesammlung "Bibliothek der deutschen Literatur" (Titelaufnahmen vom K.G. Saur Verlag) die Sacherschliessungsdaten gelöscht und zwar sowohl die Schlagwörter (Kategorie 5530) als auch die Sachgruppen (Kategorie 5050).

Der Grund hierfür war, dass die Sacherschliessungsdaten sich nicht auf den vorliegenden Titel sondern auf den Verfasser beziehen (vgl. "Die Bibliothek der Deutschen Literatur (BDL) nun durch Einzeltitelnachweise erschlossen" , HeBIScocktail 2/2001).

Eine sachliche Recherche führte daher oft zu unsinnigen und unverständlichen Treffern.

Beispiel (PPN 097838357):
Titel: Vierter und Sechster Gesang der Ilias
Autor: Johann Jakob Bodmer
Erschienen: Zürich : [s.n.], 1760
Schlagwörter: Aufklärung ; Deutschsprachige Schweiz ; Elsaß ; Lothringen

DDC-Sachgruppen in DNB-Titeldaten

(rek) Die Deutsche Nationalbibliografie gliedert sich ab Bibliografie-Jahrgang  2004 nicht mehr 

in die bekannten DNB-Sachgruppen, sondern nach DDC-Sachgruppen (siehe auch: "Let's Do Dewey - Die Neugliederung der Deutschen Nationalbibliografie ab 2004" , HeBIS-Cocktail 4/2003).

Demnach wird ab 2004 auch bei den Titeldatenlieferungen der DNB  in Kategorie 5050 eine oder mehrere DDC-Sachgruppen stehen, jeweils eingeleitet durch "|"

Beispiel:
Pica3: 5050 |610|570
Pica+: 045E $c610$c570

Die DDC-Sachgruppen sind mit dem Suchschlüssel "SGT" indexiert, mit dem auch die bisherigen DNB-Sachgruppen indexiert sind.

Neues beim Korrigieren langer Datensätze: "k l" und "k m"

Bei der Bearbeitung von langen Datensätzen gab es bislang immer Probleme, wenn man Korrekturen an Level 0 oder 1 anbringen wollte.
Wenn der Grund dafür in der großen Anzahl von Exemplardaten der eigenen Bibliothek liegt, kann man sich nun behelfen. Das lästige Umhängen der Exemplare an Dummy-Sätze entfällt:

Bearbeitung von Level 0

Mit dem Kommando "k m" (korrigiere main title (?)) bekommt man im Edit-Bildschirm anschließend nur die Daten auf  Level 0 angezeigt.
Man sollte bei der Verwendung dieser Möglichkeit aber beachten, dass evtl. Probleme beim Update ins Lokalsystem auftreten können, d.h., dass die Änderungen u.U. erst dann im LBS auftauchen, wenn auch Änderungen auf Level 2 gemacht werden.

Bearbeitung von Level 1

Das Entsprechende gilt für Level 1, wenn man das Kommando "k l" (korrigiere local data) verwendet.

(anh)
HeBIS-Retro
HeBIS-Retro-Projekt erfolgreich abgeschlossen

Als letzter Katalog im HeBIS-Retro-Projekt wurde im Dezember der Alphabetische Zettelkatalog der alten Murhardschen Bibliothek (UB/LMB Kassel) ins Netz gestellt.

Die HeBIS-Retro-Datenbank enthält damit insgesamt 17 Kataloge aus 7 Bibliotheken mit zusammen 9.152.000 Titelkarten (mit Signaturnachweis); nachgewiesen sind ausschließlich Publikationen mit Erscheinungsjahr vor 1986 (= Beginn der HeBIS-Online-Katalogisierung im Verbund).

Damit konnte das Projekt nach insgesamt 4,5 Jahren erfolgreich abgeschlossen werden.

Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt bekanntlich die Fa. SRZ/Satz-Rechen-Zentrum Berlin im Juni 1999 den Zuschlag, die alphabetischen Zettelkataloge der sieben hessischen Universitäts- und Landesbibliotheken (in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel, Marburg und Wiesbaden) zu scannen, durch ein neuartiges automatisiertes OCR-Indexierungsverfahren zu erschließen und über eine Retrievaldatenbank (Verity) im Web suchbar zu machen; die Suchkomponente wurde ferner durch Anbindung an die HeBIS-Ausleihfunktionalität um eine Online-Bestellmöglichkeit erweitert.

Da einige Kataloge wegen ihres schlecht lesbaren Schriftbildes für das OCR-Verfahren kritisch waren, wurden zwei Alt-Kataloge zusätzlich zum OCR-Index mit einem manuell erfassten Leitkarten-Index (jede 50. Karte) versehen, bei weiteren fünf Alt-Katalogen wurde ausschließlich über Leitkarten indexiert.

Mit diesem (fast) voll-automatisierten Verfahren, das von SRZ kompetent und konsequent im Laufe des Projekts immer weiter verbessert wurde, ist es dank engagierter Mitarbeit aller im Verbund Beteiligten gelungen, in kurzer Zeit mit geringem personellem und finanziellem Aufwand ein Maximum an Benutzungsservice und Information zu erzielen. Das belegt eindrucksvoll ein kleines Zahlenspielchen:

Wenn man die Projektkosten für SRZ-Dienstleistungen, Software-Lizenzen und Hardware auf den einzelnen Titelnachweis umlegt, entfallen auf jede Titelkarte gerade mal 13 Cent!

Und wenn mit den Projektmitteln die Erfassung manuell erfolgt wäre (auf Basis BAT VIb), hätten für jede TK nur knapp 20 Sekunden Arbeitszeit zur Verfügung gestanden. Ein Traumwert!

Auch wenn man mit dem Projektergebnis sehr zufrieden sein kann, bedeutet das nicht, dass es nicht noch Optimierungsmöglichkeiten geben würde. So soll insbesondere die Performance, aber auch die Funktionalität (u.a. Löschfunktion/Index) verbessert werden; hierzu wird die jetzige Retro-Datenbank demnächst in der BDV auf eine neue Datenbank-Plattform mit erweiterter Funktionalität umgestellt.

Rolf-Dieter Saevecke E-Mail an AutorIn
HeBIS Verbundleitung
HeBIS-Retro
Neuer Katalog in HeBIS-Retro

Im Dezember ist in HeBIS-Retro als letzter Katalog der Alphabetische Katalog der Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek Kassel bis 1975 eingespeichert worden. Damit sind zum Abschluss des Projektes noch einmal 344.030 Katalogkarten für Recherche und Bestellungen hinzugekommen.
Die Titel aus diesem Katalog können sowohl über das gewohnte Suchmenü als auch mit einem Leitkartenindex recherchiert werden, der über den Link "Zusätzlicher Leitkartenindex" (im Suchmenü in der Zeile unterhalb des Eintrags "LMB Kassel bis 1975") aufgerufen wird. Diese zusätzliche Erschließung wurde gewählt, da der Katalog einen größeren Anteil an handschriftlichen Katalogkarten bzw. an Katalogkarten mit handschriftlichen Bestandteilen aufweist, die über das OCR-Erkennungsprogramm nicht bzw. nicht ausreichend suchbar gemacht werden konnten. Wie bei den anderen Leitkarten-Katalogen ist nur jede fünfzigste Karte als "virtuelle Leitkarte" im Index verzeichnet, während man zu den dazwischenliegenden Karten durch Vor- bzw. Zurückblättern gelangt.

(elr)
Hessische Bibliographie
Einbindung der Hessischen Bibliographie in das HeBIS-Verbundsystem

Die Hessische Bibliographie wurde seit Bd. 16 /1992 von der Erfassung bis zum Satz des Druckmanuskripts mit Hilfe des PC-Systems "ABACUS" erstellt. Seit 2001 wurden die Titel in einer eigenen Recherche-Datenbank "HESSENDATA" nachgewiesen (Offline-Einspeicherung aus ABACUS).
Mit Einstellung der Druckausgabe (Bd. 24 /2000) entfiel die zwingende Notwendigkeit, das PC-System ABACUS einsetzen zu müssen. Damit ergab sich die Möglichkeit, die bisherigen System-Komponenten ABACUS und HESSENDATA durch das HeBIS-Verbundsystem abzulösen. Die generellen Vorteile liegen dabei in der Nutzung von Synergieeffekten (Datenerfassung, Systempflege und -wartung) sowie aus Benutzersicht darin, dass - soweit Bestand in Hessen vorhanden - die Titelanzeige die entsprechende Bestandsinformation einschließt, so dass der Benutzer vom bibliographischen Nachweis aus auch gleich die Funktionalitäten der Online-Fernleihe nutzen kann.
Ein Umstieg nach HeBIS sollte auch die Übernahme der Altdaten in die HeBIS-Datenbank beinhalten.

Nachdem der Verbundrat auf seiner Mai-Sitzung der Migration zugestimmt hatte, konnten im Juni die konkreten Arbeiten in enger Kooperation mit der BDV anlaufen.

Da die Bibliographie-eigene verbale und klassifikatorische Sacherschließung beibehalten werden sollte, mussten neben den Titeldaten auch Normdaten - Klassifikationssätze und Schlagwortsätze - umgesetzt werden. Vor allem die Konvertierung der Titeldaten erforderte eine aufwändige Programmierung, da die Satzstrukturen teilweise erheblich von HeBIS abwichen. Frau Serbetcioglu von der BDV hat diese Programmierarbeiten mit großem Engagement betrieben und immer wieder Lösungen für die auftauchenden Probleme gefunden, so dass besonders ihr zu danken ist, dass die Migration erfolgreich vorangekommen ist.

Seit Mitte Dezember werden die Daten der Hessischen Bibliographie nun in die Verbunddatenbank eingespielt. Die Normdaten sind bereits komplett übernommen (ca. 20.000), dabei handelt es sich zum einen um Klassifikationssätze (zu erkennen an "Thv" in Kat. 005) zum anderen um Schlagwortsätze (zu erkennen an "Tfx" in Kat 005). Von den Titeldaten sind zur Zeit ca. 124.000 einbändige Monographien und Aufsätze aus Zeitschriften in HeBIS eingespielt, die restlichen Daten (ca. 31.000) - Aufsätze aus Monographien sowie mehrbändige Werke - folgen im Lauf des Januars.

Da noch kein Dublettencheck durchgeführt wurde, sind mit der Einspielung vorübergehend etliche dublette Aufnahmen in HeBIS hinzugekommen. Der Dublettencheck gegen die Verbunddatenbank wird voraussichtlich im Januar laufen und dabei hoffentlich ein Großteil der Dubletten ermittelt werden können. Ein gewisser Anteil wird aber aufgrund unterschiedlicher Satzstrukturen nur über manuelle Nachbearbeitung und damit erst im Lauf der Zeit bereinigt werden können.

Für die Titeldaten wurden folgende Kategorien für die Hessische Bibliographie eingeführt:

  • 2223: ID-Nummer (diese Kategorie ist auch in Zeitschriftenaufnahmen zu finden, die von der Hessischen Bibliographie genutzt werden)
  • 5350: Klassifikation der Hess. Bibliographie
  • 5580: Schlagworte der Hess. Bibliographie
    hierbei handelt es sich um Verknüpfungskategorien zu den Normdatensätzen. Im Falle der Kategorie 5580 (Schlagworte) ist z.T. auch Text eingetragen, da nicht immer Normdatensätze angelegt wurden.
  • 4704 + Indikator h: Anmerkungen
    In diesem Feld wurden alle Arten von Titelanmerkungen übernommen, sowohl bibliographische Angaben als auch (z.T. ausgiebige) Angaben zum Inhalt sowie Hinweise, die nur für den gedruckten Band von Bedeutung waren. Da eine Zuordnung zu den entsprechenden Pica-Feldern maschinell nicht möglich war, konnte leider nicht zwischen immer noch hilfreichen "nützlichen" Angaben und inzwischen "wertlosen" Angaben differenziert werden.

Bei der Altdatenumsetzung war die Generierung von Pica-Satzstrukturen nicht für alle Aufnahmen befriedigend zu lösen. Zum einen unterschieden sich vor allem bei mehrbändigen Werken die Datenstrukturen erheblich von Pica (keine mehrstufigen Aufnahmen mit hierarchischen Verknüpfungen). Zum anderen haben die älteren Daten zwei größere Formatänderungen hinter sich, was leider nicht an allen Datensätzen spurlos vorübergegangen ist. So weit das möglich ist, werden solche Aufnahmen nachbearbeitet.

Für die Hessische Bibliographie wurden einige spezielle Suchschlüssel eingerichtet, mit denen sowohl nach Einträgen in Normdaten als auch Titeldaten recherchiert werden kann:

  • HBN: Hess. Bib. Notation numerisch
  • HBK: Hess. Bib. Klassifikation verbal (Stichwörter)
  • HBW: Hess. Bib. Schlagwörter (Stichwörter)
  • HBS: Hess. Bib. sachliche Suche, umfasst verbale Klassifikation und Schlagwörter (Stichwörter)
  • HBP: Hess. Bib. Phrase, umfasst verbale Klassifikation und Schlagwörter
  • HBX: Notation in einem Schlagwort-Satz
  • HBY: ID-Nummer der Hess. Bibliographie

Im Laufe des nächsten Quartals soll die Hessische Bibliographie als gesonderter Bestand des HeBIS-Verbund-OPACs angeboten werden. Die Bestandsselektion wird dabei über einen sogen. "Regional-ADI" gewährleistet, der über die ILN der Bibliographie (61) definiert wird. Soweit Bestand in Hessen vorhanden (z.T. sind auch Titelaufnahmen aus der DDB enthalten) schließt die Titelanzeige dann die entsprechende Bestandsinformation ein, so dass der Benutzer vom bibliographischen Nachweis aus auch gleich die Funktionalitäten der Online-Fernleihe nutzen kann. Ein vollständiger Nachweis des hessischen Bestandes wird bei den Altdaten allerdings nicht möglich sein, da zum einen die Erscheinungsjahre eines beträchtlichen Teiles der in der Hessischen Bibliographie verzeichneten Titel vor Beginn der Verbundkatalogisierung 1986 liegen und diese somit in HeBIS nur unvollständig nachgewiesen sind, zum anderen beim Abgleich zwischen den Daten der Hessischen Bibliographie und den Verbundaufnahmen aufgrund unterschiedlicher Datenstrukturen nicht alle Titel eindeutig zugeordnet werden können (diese Fälle werden, soweit möglich, im Lauf der Zeit bereinigt).

(elr)

Mitteilungen der Verbundzentrale

Neue GKD-Informationen

Auf ihrer Homepage hat die ZDB neue und geänderte GKD-Informationen zur Verfügung gestellt: http://www.zeitschriftendatenbank.de/gkd/infos.html
Hier sind auch aktualisierte RAK-Anlagen, die sich auf Körperschaften beziehen, veröffentlicht.

(mod)
Neues aus dem HeBIS-Internetangebot I - HeBlog

Sie kennen Inetbib? Sie kennen auch netbib? Diejenigen unter Ihnen, die Mitte November auf der Inetbib-Tagung in Frankfurt waren, konnten sich jedenfalls in einem Vortrag von E. Stabenau aus Hamburg-Harburg über dieses "bibliothekarische Weblog" informieren. Was ein Weblog jetzt im Einzelnen ist, möchte ich hier nicht ausführlich erläutern. Nur so viel: Es handelt sich um eine Art Netz-Tagebuch oder auch Netz-Logbuch - es listet also auf, was einem beim Weg durch's Netz auf der Suche nach Informationen so alles an Interessantem und Wissenswertem begegnet. Wer mehr über die Charakteristika von Weblogs wissen möchte, dem sei die Beschreibung des Vortragenden unter http://www.netbib.de/art/netbib.htm empfohlen (mit weiteren Links).

Wir in der VZ fanden es jedenfalls zu schade, uns nur gegenseitig Tipps und interessante Seiten per E-Mail hin und her zu schicken. Nur das eine oder andere landete mal als Leseempfehlung auf einer internen oder gar öffentlichen Mailingliste oder war einen Artikel im HeBIScocktail wert. Ein Weblog bietet für so was den idealen Platz. Deshalb haben wir kurzerhand eines eingerichtet. Es hört auf den schönen Namen "HeBlog" und ist zu finden unter http://smirnoff.rz.uni-frankfurt.de:8080/blog/index.php - oder über die linke Navigation im bibliothekarischen Angebot, Menüpunkt "HeBlog".

Lesen Sie doch einfach hin und wieder mal vorbei. Sie können einzelne Themen herausfiltern, für die Sie sich besonders interessieren (über die Kategorien in der rechten Spalte). Und auch Ihr RSS-Reader wird HeBlog interessant finden! RSS-Reader? Schon wieder was Neues? Nun ja. Solche Blogs haben die Eigenheit, alle Postings auch als XML-Datei anzubieten. Das ermöglicht die einfache Verarbeitung der Inhalte - auf Webseiten, mit solchen RSS-Readern etc. Syndication heißt das Spiel auf neudeutsch. Vielleicht kann man's mit "Teilen" der Informationen beschreiben. Auch darüber können Sie ausführlich auf netbib.de weiterlesen - unter http://www.netbib.de/inf/rsswas.php.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viele interessante Begegnungen! Und wer gerne mit"bloggen" möchte, der schicke mir bitte eine kurze E-Mail!

Ganz vergaß ich zu erwähnen, dass wir mit unserem "HeBlog" natürlich den bereits auf dem Internetmarkt befindlichen bibliothekarischen Blogs wie netbib.de keinerlei Konkurrenz machen wollen.

Wir möchten uns auf solche Log-Einträge beschränken, die einen Bezug zur Verbundregion haben oder aber unmittelbar mit unserer Arbeit zusammenhängen. Sie können also durchaus auch Blogs finden, die sich mit der Regelwerksarbeit, mit Portalen und Ähnlichem beschäftigen. Das ganze Feld der bibliothekarischen Arbeit werden wir damit nicht abdecken können.

Wir nehmen jedoch sehr gern auch Vorschläge von Ihnen entgegen, was man eintragen könnte - sollten Sie auf Ihrer Reise auf der Datenautobahn interessante Raststätten finden :-)

(ana)
Neues aus dem HeBIS-Internetangebot II - HeBIS-Forum

Sparen heißt es allerorten. Effizienz ist das hohe Ziel unseres bibliothekarischen Lebens. Wie schade deshalb, dass wir keine Plattform haben, auf der wir andere an den kleinen Tricks und Kniffen, die wir alltäglich so herausfinden, teilhaben lassen können. Für eine Mail an kat-list oder pica-list ist sowas nicht wirklich interessant - denkt sich manch einer und hat damit womöglich recht. Eine Frage nach dem Wie-was-machen-in-der-WinIBW mag man in kat-list auch nicht stellen.

Dadurch geht uns viel Information verloren. Das im Verbund vorhandene Potential, das Wissen um unsere Arbeitsmittel (vorrangig WinIBW und die damit verbundenen Kenntnisse in VB-Skripting) scheint nicht optimal genutzt. Viele bosseln vor sich hin, finden geniale Lösungen - doch diese finden nie den Weg in andere Bibliotheken, wo sie genauso sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Deshalb haben wir den Vorschlag von Herrn Schönhofen (Bibliothek der Philosphisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt), über die Bibliotheksgrenzen hinaus z. B. neue Skripte und Entwicklungen zu erörtern und Ideen zu sammeln, dankbar aufgegriffen und möchten Ihnen mit dem neu eingerichteten Forum http://smirnoff.rz.uni-frankfurt.de:8080/forum/ einen Ort für Diskussionen und Fragen anbieten. Wir haben zunächst die Themen WinIBW (in den verschiedenen Versionen) und VB-Skripting herausgepickt und dafür Foren eingerichtet. Außerdem gibt es eine Spielwiese und ein Forum für Kritik und Anregungen. Sie finden das Forum natürlich auch über die Navigation im bibliothekarischen Webangebot http://www.hebis.de/bib/ - unter dem Menüpunkt "Forum".

Das Forum ist ausdrücklich nicht nur für die Technik-Cracks eingerichtet worden, sondern für alle, die sich einen schnellen Tipp zur Lösung eines bestimmten Problems erhoffen. Dazu soll auch das Forum "Tipp der Woche" beitragen, in dem künftig in regelmäßigen Abständen  nützliche Hinweise zur Arbeit mit der WinIBW gepostet werden sollen. Der "Tipp der Woche" wird auch über die WinIBW, genauer gesagt den Begrüßungsbildschirm im CBS, anzusteuern sein.

Mancher von Ihnen mag mit solchen Diskussionsforen im Netz vielleicht vertraut sein. Anderen möchte ich kurz erklären, worum's hier geht. Ein Forum ist ein Platz im Netz, in dem man Antworten auf seine Fragen findet. Ein Forum besteht aus vielen "Threads", das sind die Fragen bzw. Vorschläge, die "gepostet" werden, mitsamt ihrer Antworten. Man hat also den Lösungsweg immer übersichtlich untereinander. Man kann darin suchen. Wurde mein Thema vielleicht schon mal behandelt? Kann ich womöglich gleich nachlesen, was ich wissen will? Wenn nicht, dann stelle ich einfach meine Frage! Um was hineinschreiben zu können, müssen Sie sich freilich anmelden. Das kann allerdings vollkommen anonym erfolgen. Sie brauchen also überhaupt keine Scheu zu haben.

Wir halten es für einen Versuch wert. Ich selbst habe solche Foren immer als sehr wertvolle Informationsquelle für meine Arbeit, z. B. mit dem Content Management System, empfunden. Ohne Forum hätte ich das eine oder andere Mal furchtbar auf dem Schlauch gestanden. Es ist eine sehr einfache, unbürokratische und schnelle Möglichkeit, einander im Kollegenkreis bei den täglichen Widrigkeiten zu helfen. Vielleicht lernen auch Sie bald die Vorteile eines solchen Forums schätzen! Neue Themenbereiche lassen sich übrigens sehr leicht hinzufügen.

Also, versuchen Sie's einfach! Wir können gemeinsam dafür sorgen, dass das HeBIS-Forum für uns alle zu einer reichhaltigen Informationsquelle wird.

(ana)
Fernleihe
Gesamtvertrag Kopienversand

Der DBV teilt mit:
Der Vertrag zur Abgeltung urheberrechtlicher Ansprüche für den Direktversand von Kopien durch der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen ("Gesamtvertrag Kopiendirektversand") wurde am 3.12.2003 unterschrieben.
Da der Gesamtvertrag in Kürze rückwirkend zum 1.1.2003 in Kraft treten wird, können die bei den Bibliotheken gebildeten Verwahrkonten aufgelöst und an die Verwertungsgesellschaft Wort gezahlt werden. Zur Rechnungslegung durch die VG Wort bedarf es einer statistischen Mitteilung über das Kopieraufkommen.

Der Wortlaut des Vertrages ist auf den WWW-Seiten des DBV nachzulesen.

(ana)

Mitteilungen der HeBIS-Informationstechnologie

Big Brother

Big Brother wird in der BDV als Überwachungstool der verschiedenen Rechner eingesetzt. Im folgenden Text wird beschrieben, wie Big Brother für uns arbeitet.


Was ist Big Brother?

Je mehr Server einem Netzwerkpool angehören, um so schwieriger wird es, sie regelmäßig zu kontrollieren. Um Probleme eines Servers frühzeitig zu erkennen und dadurch bedingte kostspielige Ausfälle zu vermeiden, hilft eine Überwachungssoftware, die diese laufende Kontrolle automatisiert.

Auf dem Markt gibt es eine Reihe von solchen Tools. Ein Beispiel ist die bereits erwähnte Big Brother-Software, die in der BDV eingesetzt wird.

Big Brother ist eine Software zur Überwachung von Rechnern und Netzwerkdiensten. Diese Software beobachtet ausgewählte Rechner und Dienste und gibt in regelmäßigen Abständen deren Status aus.
Wenn  ein Dienst  die sogenannten Schwellenwerte erreicht hat, meldet Big Brother den dadurch geänderten Status sofort per e-mail oder sms. Die Schwellenwerte sind Toleranzgrenzen, die nach Bedarf definiert werden können.

Big Brother ist jederzeit erweiterbar und in einem Netzwerk unbegrenzt einsetzbar. Jeder gewünschte Dienst kann implementiert werden. Außerdem lassen sich beliebig viele Rechner in das System einbinden.

Der Administrator kann z.B. das Wachsen einer Datenbank vom System automatisch beobachten lassen. Er definiert dafür Schwellenwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Wenn der Speicherplatz der Datenbank bedrohlich knapp wird bzw. den vorher definierten Schwellenwert erreicht, benachrichtigt Big Brother den Administrator. Jetzt kann der Administrator rechtzeitig reagieren, ehe es zu bösen Folgen kommt. Er vergrößert den Datenbank-Platz und sorgt damit für ein reibungsloses Arbeiten.
 
Die beobachteten Rechner und Dienste sind übersichtlich auf einer Webseite dargestellt und damit jederzeit über einen Webbrowser abrufbar. Ein Blick auf diese Seite genügt um zu sehen, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Während man sich also auf andere Tätigkeiten konzentrieren kann, beobachtet Big Brother ohne jegliche Pause unentwegt die Rechner. Ein 24-Stunden-Arbeiter also.

Zu jedem Kontroll-Dienst auf dieser Webseite wird eine Statusmeldung angezeigt. Status "ok" wird durch einen grünen Punkt dargestellt: Es ist alles in Ordnung. Ein gelber Punkt steht für den Status "attention": Der Dienst befindet sich in einem kritischen Zustand. Es können noch alle Arbeiten reibungslos erledigt werden. Beim Status "trouble" ist es zu spät, der rote Punkt bedeutet, dass der Dienst ausgefallen bzw. der Schwellenwert überschritten ist.

Panagiotis Kitmeridis E-Mail an AutorIn
Hochschulrechenzentrum Frankfurt, Abteilung BibliotheksDatenVerarbeitung

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Fulda – Hochschul- und Landesbibliothek, Standort Heinrich-von-Bibra-Platz
Abschluss der Sanierungsmaßnahmen in der HLB Fulda

Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen am Gebäude Heinrich-von-Bibra-Platz und zum 225-jährigen Bestehen der ehemaligen Landesbibliothek fanden in der ersten Dezemberwoche drei Veranstaltungen statt, über die wir hier kurz berichten möchten.

Das 225-jährige Jubiläum der Bibliothek und die offizielle Übergabe des sanierten Gebäudes durch den zuständigen Staatssekretär im HMWK, Herrn Prof. Dr. J.-F. Leonhard, fanden am 2.12.03 im Rahmen eines Festaktes statt, dessen Besuch fast den räumlichen Rahmen des neugestalteten Lesesaales sprengte. Nach zahlreichen Grußworten hielt B. Dugall den Festvortrag zum Thema „Bibliothek, Kultur, Information“, in dem er vor allem auf die rapiden Veränderungen der Kulturlandschaft einging. Der anschließende Empfang bot eine gute Gelegenheit, in zwangloser Atmosphäre den einen oder anderen Gedanken auszutauschen.

Die Entwicklung des Bibliotheksgebäudes seit seinem Bau im Jahre 1930 ist in einer Ausstellung dokumentiert, die am 4.12. eröffnet wurde. Dr. Eva Krause hat die Ausstellung konzipiert und skizzierte in einem Vortrag die Geschichte des Gebäudes. Herr Fred Vey als verantwortlicher Architekt ging in seinem Beitrag zur Ausstellungseröffnung den Sanierungsmaßnahmen nach und erklärte das ursprüngliche Bestreben, in einem denkmalgerechten Gestaltungskonzept eine Verbindung zwischen Altem und Neuem zu schaffen. Die Ausstellung ist noch bis Ende Januar 2004 in den Räumen der Bibliothek zu sehen.

Einen wahren Ansturm – im positiven Sinne – erlebte die Bibliothek am Samstag, den 6.12.03. Es waren alle Räume zu einem Tag der offenen Tür geöffnet. Fast 450 Besucher kamen in der Zeit von 9.30 Uhr – 16 Uhr in die Bibliothek. Damit hat sich die neue Offenheit und Zugänglichkeit des Gebäudes im wahrsten Sinne des Wortes bewährt. Das Programm von unterschiedlichen Führungen, die neben allgemeinen Bibliotheksführungen zu den Themen „Geschäftsgang“, „Bestandsrecherche“ bis hin zu einem Einblick in die Werkstätten stattfanden, bot offensichtlich Vielfalt genug – es nahmen mehr als 300 Besucher an den über den Tag verteilten Terminen teil. Von besonderem Interesse und besonderer Faszination waren hierbei die Buchbinderei und die Restauratorenwerkstatt. Auch die Schausammlung, die nach über einem Jahr Schließzeit wieder eröffnete, war sehr gefragt.

Wenn wir Bilanz ziehen wollen, kann diese nur positiv ausfallen. Wer – wie eine ganze Reihe von MitarbeiterInnen – die Höhen und Tiefen der Bibliothek und seines Gebäudes über einen langen Zeitraum miterleben durfte, kann nur sagen: alle Kraftanstrengungen auf diesem teils wirklich beschwerlichen Weg haben sich letztendlich gelohnt. Das Ergebnis soll Ansporn sein, den Weg gemeinsam weiterzugehen.
Das Ziel ist schon gesteckt: ein gemeinsamer Bibliotheksneubau für die vereinte HLB auf dem Campus der Fachhochschule.

Genoveva Raatz
HLB Fulda
Mainz - Universitätsbibliothek
Retrokonversion in der UB Mainz

Weitere Bestände der Zentralbibliothek jetzt im Online-Katalog

Die wichtigste Etappe ist geschafft! Alle Bestände des Freihandbereichs (inkl. Lehrbuchsammlung und Frankreichforschung) sowie der Lesesäle der Zentralbibliothek sind jetzt unabhängig vom Erscheinungsjahr im Online-Katalog nachgewiesen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind ca. 84.000 Titel rückwirkend erfasst worden. Im November 2003 konnten wir die erfreuliche Nachricht unseren Benutzern über die Homepage mitteilen.

Warum sind wir stolz auf uns? Die großen hessischen Bibliotheken werden in Anbetracht des Erreichten vielleicht nur schmunzeln, denn ihre Bestände sind bereits im gescannten HeBIS-Retro-Katalog recherchierbar. In der Universitätsbibliothek Mainz haben wir uns jedoch für einen anderen Weg entschieden. Uns ist es wichtig, für alle elektronisch erfassten Bestände der Universität ein Nachweisinstrument vorweisen zu können, um nicht auf Dauer mit Brüchen und Schnittstellen operieren zu müssen.

Dieses Ziel hat auch seinen Preis! Es ist langfristig angelegt und bindet eine Menge Personal. Um in Zeiten der Personalverknappung kostenneutral zu unserem gesteckten Ziel zu kommen, wurden die Stammkräfte der Katalogabteilung für diese Aufgabe gewonnen – eine zusätzliche Tätigkeit, die in das Alltagsgeschäft eingebunden wurde. Im September 1999 haben wir mit der Erfassung aller für das Publikum frei zugänglichen Bestände begonnen. Da die Retrokonversion eben nur nebenbei erledigt wurde, zögerten wir, konkrete Zeitvorgaben festzulegen. Im April 2001 steckten wir uns allerdings das Ziel, die Freihand-Retrokonversion innerhalb der nächsten 3 Jahre zu schaffen. Nun haben wir es bereits nach 2 ½ Jahren erreicht – immerhin in Eigeninitiative! Leider muss man hinzufügen, dass die leeren Kassen auch dazu beigetragen haben, dass es so zügig voran ging. Die nächste Etappe ist bereits in Planung. Darüber mehr beim nächsten Mal.

Irmtraud Mann
UB Mainz
Marburg - Universität Marburg
Einspielung Altdaten der Marburger Bibliographie in HeBIS

Aufgrund der neugeschaffenen Möglichkeit, im CBS auch unselbständiges Schrifttum aufzunehmen, hatte die Universität Marburg ihre bis dahin mit dem Erfassungssystem HIDA erstellte Hochschulbibliographie auf PICA umgestellt. Immerhin sind etwa 70 % der erfassten Schriften von Marburger Hochschulangehörigen Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden. Die Publikationen ab dem Erscheinungsjahr 2002 ff. werden direkt im CBS katalogisiert. Dabei haben sich die eingespielten SwetScan-Daten als sehr gut zu nutzende Fremddaten erwiesen. Den Nutzern wird die Marburger Bibliographie mit der gängigen PICA-OPAC-Oberfläche angeboten.


Unser Wunsch, auch die ‚alten’ Daten in das CBS einzuspielen, um alle relevanten Daten unter einer Oberfläche als MB-Online anzubieten, wurde jetzt erfüllt. Die Marburger EDV hat die Altdaten in das PICA-Format konvertiert und für die Lieferung vorbereitet und die Frankfurter Kollegen der BDV haben die ca. 65.000 Datensätze aus der Zeit von 1984-2001 im CBS integriert.

Naturgemäß sind mit der Datenumsetzung auch einige Probleme aufgetaucht, an deren Lösung wir in enger Zusammenarbeit mit der Verbundzentrale arbeiten. So wurden z.B. alle Aufsätze in der Kategorie 0500 an der zweiten Stelle mit der Kennung ‚a’ versehen, erscheinen also als ‚Monographien’ im CBS. Hier wird von der Verbundzentrale und BDV an einem Korrekturlauf gearbeitet. Ebenso sind alle Monographien, Dissertationen u.ä.m., die in der MB erfasst wurden, nun auf einmal als Dubletten im CBS vertreten. Hier werden demnächst Dublettenchecks hoffentlich für Ordnung sorgen, eine ganze Reihe von Titeln muss manuell bearbeitet werden.


Die Redaktion der MB-Online bittet daher die Kolleginnen und Kollegen im HeBIS-Verbund: Sollten sie auf Datensätze der Marburger Bibliographie stoßen (Titel aus der MB sind am sichersten an der Kennung ‚MB51’ in der Kategorie 8005 wahrzunehmen!) sich nicht darüber zu ärgern, nichts an diese Datensätze anzuhängen, sondern uns die Daumen zu drücken, dass wir diese unerwünschten Nebenwirkungen so schnell wie möglich beseitigen können.

Ansprechpartner in Marburg: Heino Krüger.

Renate Stegerhoff
UB Marburg

Aus den Verbundgremien

Beschlüsse der 20. AG Alphabetische Katalogisierung

Die 20. Sitzung der AG Alphabetische Katalogisierung hat erste konkrete Schritte in Richtung der Vereinfachung der verbundinternen Katalogisierungsregeln gebracht.

Hier ist ein kurzer Überblick über die ab 1. Januar 2004 geltenden Regeln:

  • Wegfall der Verbundregelung zu § 110,2 RAK-WB
    Das bedeutet, dass wieder die RAK-Regelungen gelten, wann Stücktitelaufnahmen anzufertigen sind und wann Bandaufführungen genügen.
    Lösung des "Schiller-Räuber-Problems" durch fakultative Personeneinträge in f-Sätzen

  • Verringerung der Einträge unter Körperschaften
    Neuaufnahmen in der GKD nur, wenn die Körperschaft die Haupteintragung erhält
    Aufführung der Körperschaft in der bibliographischen Beschreibung, wenn sie nach RAK eine Nebeneintragung erhielte, diese NE wird aber nicht gemacht.
    Ausnahme: Kongresskörperschaften werden weiterhin angesetzt und Haupt- bzw. Nebeneintragungen gemacht, wenn der Kongress auf der Haupttitelseite genannt ist

  • Wegfall der runden Klammer um das Erscheinungsjahr in f-Sätzen, wenn direkt auf die Bandzählung folgend

  • Wegfall der "Pünktchenlösung" bei Verknüpfungen zu Schriftenreihen in f-Sätzen

  • Verzicht auf die Kategorie 1109 in P-o-d-Mikroformen bei Hochschulschriften


Sicher wird Ihnen das kurzfristig erscheinen. Diese Sofortmassnahmen sind jedoch notwendig, da bereits zeitig zu Jahresbeginn mit der Einspielung der DNB-Mehrbänder begonnen werden soll.


Alle neuen Regelungen im Detail

Sie finden ausführliche Erläuterungen zu den neuen Regelungen in einem ergänzenden Papier zum Katalogisierungshandbuch.

  • Download (PDF-Format)

Die betroffenen Kapitel des HeBIS-Handbuchs können erst zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden. Zuerst sollen die weiteren Entscheidungen über Vereinfachungen im Bereich der Verbundkatalogisierung abgewartet werden. Die AG Alphabetische Katalogisierung trifft sich das nächste Mal am 21. Januar 2004.

Andrea Arndt
AG Alphabetische Katalogisierung, Vorsitzende
Verbundrat gibt grünes Licht für HeBIS-Portal

Auf seiner Herbstsitzung am 27. November 2003 hat der HeBIS-Verbundrat dem Erwerb der Portalsoftware ELEKTRA der Firma SISIS zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für die Einrichtung eines zentralen Verbundportals. Nun sollen in enger Kooperation zwischen dem Hersteller und der Abteilung Bibliotheksdatenverabeitung zügig die erforderlichen Schnittstellen definiert und die Software installiert werden; danach hat die Entwicklung einer verbundübergreifenden Fernleihe auf der Basis des neuen Portals absolute Priorität. Nach Abschluss dieser Arbeiten können einzelne Bibliotheken oder Lokalsysteme weitere lokal wichtige Datenbanken einbinden und eigene Portalsichten einrichten lassen.

Der Verbundrat hat sich vor dem Hintergrund des allgemeinen Rückgangs von Personalressourcen einmütig dafür ausgesprochen, Formal- und Sacherschließung zu verschlanken und effizienter zu gestalten (s. auch gesonderten Bericht in dieser Ausgabe). Eine Maßnahme hierzu ist der Ausbau von Fremdleistungen. In diesem Zusammenhang beschloss der Verbundrat endgültig die Beibehaltung des Datendienstes Blackwell’s New Titles Announcement Service und die Übernahme mehrbändiger Werke aus der Deutschen Nationalbibliographie, die in zwei Stufen erfolgen soll: Zunächst werden nur die als „neu" gekennzeichneten Werke und Bände übernommen, in einem späteren Schnitt sollen Vorkehrungen getroffen werden, die eine generelle Übernahme aller mehrbändigen Werke erlaubt. Empfohlen wurde in den Debatten des Verbundrates auch die Übernahme aller Reihen der Deutschen Nationalbibliographie. Die Verbundzentrale wird dies sukzessive in 2004 realisieren.

(ria)

Gremienberichte

Bericht über die 7. Sitzung des Standardisierungsausschusses am 3. Dezember 2003

Bericht der Arbeitsstelle für Standardisierung:

RAK-Musik

Nach dem öffentlichen Stellungnahmeverfahren hat der Standardisierungsausschuss im Umlaufverfahren einer  Veröffentlichung der überarbeiteten RAK-Musik zugestimmt. Nach der Schlussredaktion soll die Veröffentlichung Anfang 2004 in elektronischer Form erfolgen. Eine print on demand-Version soll für ca. 20 EUR erhältlich sein.

IFLA Meeting of Experts on an International Cataloguing Code

Die Sektion Katalogisierung der IFLA hat unmittelbar vor der IFLA-Konferenz 2003 in Berlin vom 28. bis 30. Juli 2003 das "1st IFLA Meeting of Experts on an International Cataloguing Code" in der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main veranstaltet. Die Arbeitsstelle für Standardisierung (AfS) war inhaltlich und als Organisatorin vor Ort in die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz eingebunden.
Ergebnis des Frankfurter Expertentreffens ist ein erster abgestimmter Entwurf von neuen Katalogisierungsprinzipien, der nach abschließender Diskussion unter den Konferenzteilnehmern in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt und auf den Folgekonferenzen in Buenos Aires 2004 und Seoul 2006 thematisiert werden soll.

IFLA

Die Arbeitsstelle für Standardisierung war bei der 69. General Conference der IFLA vom 1. - 8. August 2003 in Berlin vertreten. Die Arbeit der Division Bibliographic Control mit ihren Sektionen Bibliography, Cataloguing, Classification and Indexing stellt einen der Schwerpunkte der IFLA-Arbeit dar. Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltungen der Division Bibliographic Control ist in der Zeitschrift "Bibliotheksdienst" 37.2003,10 erschienen.

IFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS)

Während der IFLA-Generalkonferenz in Berlin wurde mit der IFLA-CDNL Alliance for Bibliographic Standards (ICABS) ein neues strategisches Vorhaben für bibliografische Standards ins Leben gerufen. Die Unterzeichnung fand am 7. August 2003 statt.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ddb.de/professionell/icabs.htm.

Transliteration und Transkription

Die Arbeitsstelle für Standardisierung war als Gast bei einer Sitzung des DIN NABD AA 1 "Transliteration und Transkription" in Frankfurt am Main vertreten. Nachdem das DIN im Jahre 2002 eine Umfrage zum Überarbeitungsbedarf der Normen zur Umschrift des hebräischen, griechischen, arabischen Alphabets und zur Transliteration kyrillischer Zeichen durchgeführt hatte, wurden Fachleute für eine Beteiligung angesprochen. Die Vorlage eines Ergebnis- und Statusberichtes ist für März 2004 vereinbart worden.
Im Projektplan "Weiterentwicklung der RAK" ist ein Arbeitspaket zur Transliteration verankert worden. Die Arbeitsstelle für Standardisierung steht in Kontakt zum DIN NABD AA1 und wird über die erzielten Ergebnisse informiert. Die AfS befürwortet eine Umsetzung überarbeiteter und verabschiedeter Normen zur Transliteration im Regelwerksbereich.

Projekt DDC deutsch

Das Projekt DDC deutsch verfügt seit Juli 2003 über eine eigene Domain www.ddc-deutsch.de und zeigt dort nicht nur Informationen zum Projekt und Links zu anderen mit der Dewey Decimal Classification (DDC) in Verbindung stehenden Institutionen und Aktivitäten, sondern auch die drei obersten Ebenen der DDC 22 auf Deutsch. Sie sind zur allgemeinen Nutzung von OCLC frei gegeben worden und stehen auch in einer Druckausgabe zur Verfügung.

Bibliothekskongress 2004 in Leipzig

Die Arbeitsstelle für Standardisierung hat bei der Programmkommission für den 2. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek "INFORMATION MACHT BILDUNG" in Abstimmung  mit dem Vorsitzenden, Herrn Dugall, eine Veranstaltung des Standardisierungsausschusses eingereicht. Diese Veranstaltung findet am 24. März 2004 von 14:00 bis 17:00 Uhr statt.


Angleichung von RAK-WB und RSWK

Auf der gemeinsamen Sitzung der Expertengruppen Formalerschließung, PND und RSWK/SWD am 5. November 2003 zu Möglichkeiten der Angleichung der Ansetzungsregeln für Personennamen nach RAK und RSWK wurden - basierend auf den Arbeitsergebnissen der vorangegangenen Arbeitsgruppentreffen sowie auf aus der Expertengruppe Formalerschließung vorgelegten Entwürfen - für die gravierendsten Unterschiede in den Ansetzungsregeln nach RAK-WB und RSWK Lösungswege diskutiert und beschlossen. Es gibt Festlegungen in der Sache, auf deren Grundlage ein kleines Redaktionsteam die Regelfassungen zur Abstimmung durch die Expertengruppen am 12. Mai 2004 vorbereiten wird.
Der Standardisierungsausschuss hat die Vorgehensweise zustimmend zur Kenntnis genommen.


DFG-Projekt Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke (MARC21, AACR2)

Teilprojekt Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Vertreter der Firma Kienbaum haben in der Sitzung des Standardisierungsausschusses das Rechenmodell für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im Rahmen des Projektes Umstieg vorgestellt, die Bestandteil des Antrages an die DFG war. Unter Einbeziehung der Ergebnisse eines Workshops zum Thema Prozesse mit Vertretern der Sektionen des DBV, der Verbünde und der nicht im DBV organisierten Spezialbibliotheken, von Interviews mit 15 repräsentativen Vertretern der einzelnen Bibliothekstypen und der Verbünde sowie umfangreichem statistischem Material (DBS, Jahresberichte der Verbünde etc.) hat Kienbaum die Kosten für die verschiedenen Migrationmodelle errechnet. In einem zweiten Workshop mit demselben Teilnehmerkreis wurde der qualitative Nutzen eines Umstiegs ermittelt. In der Gesamtsicht ist festzustellen, dass die Kosten der Beibehaltung des Status quo über den angenommenen Zeitraum eines Umstiegs innerhalb von 15 Jahren unwesentlich niedriger sind als die für einen Umstieg auf AACR2 und MARC21.  Dabei sind die Kosten für eine bei einem Nichtumstieg dringend notwendige Überarbeitung der RAK unberücksichtigt geblieben.

Benutzerbefragung

Eine hohe Priorität im Gesamtprojekt hat die Untersuchung der Auswirkungen eines Umstiegs auf den OPAC und den Benutzer. Zur Ermittlung der Suchstrategie wurde ein Fragebogen entworfen und zunaechst in DBF getestet. Da die Literaturrecherche im Internet möglicherweise das Suchverhalten in einem Bibliothekskatalog beeinflusst, wird zusätzlich die Suchstrategie im Internet erfragt. Nach mehreren Testläufen sind Kritik und Anmerkungen der Benutzer eingebracht worden. Im letzten Durchgang konnte der Fragebogen ohne Verständnisschwierigkeiten von den Benutzern alleine ausgefüllt werden. Vorschläge und Anregungen aus der letzten Beiratssitzung sind übernommen worden. Die Fragebögen sind Anfang November 2003 verschickt worden und sollten bis Ende des Monats ausgefüllt werden. Anfang Dezember wurde mit der Auswertung begonnen.

Zukunftsfähigkeit der Zielsysteme

Im DFG-Antrag ist vorgesehen, die Zukunftsfähigkeit und Stabilität der Zielsysteme mithilfe eines amerikanischen Library Consultants untersuchen zu lassen. Zusammen mit der Firma Stillwater wurde ein Fragenkatalog entwickelt, der mit amerikanischen Experten in Form von Interviews bearbeitet werden soll. Die Projektbearbeiterin, Luise Hoffmann, berichtet über einige Ergebnisse ihrer Besuche bei der Library of Congress und OCLC sowie zwei öffentlichen Bibliotheken. Für Ende Januar 2004 ist die Fortsetzung der Befragung bei wissenschaftlichen Bibliotheken in den USA geplant.


Virtual International Authority File

Am Rande der IFLA-Konferenz haben die Library of Congress, OCLC und Die Deutsche Bibliothek die Kooperationsvereinbarung für ein gemeinsames Projekt zum Aufbau eines "Virtuellen Internationalen Authority File" (VIAF) unterzeichnet. In dem Projekt sollen die Personennamen des Library of Congress Name Authority File (LCNAF) sowie der deutschen Personennamendatei (PND) anhand der damit jeweils verbundenen Titeldaten der Library of Congress, Der Deutschen Bibliothek und des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB) abgeglichen und in einem Virtuellen Internationalen Authority File dauerhaft miteinander verbunden werden. Hierbei soll nicht auf gemeinsame Ansetzungsformen hingearbeitet werden, sondern - unabhängig von der für Katalogisierung oder Recherche gewählten Namensform - über eine Zusammenführung der unterschiedlichen Ansetzungsformen sowie der jeweiligen Normdatennummern in einer gemeinsamen Datei ein "Crosswalk"  zwischen den Normdateien hergestellt und eine gemeinsame Nutzung ermöglicht werden.
In der Sitzung wurde das Projekt vorgestellt.

Termin der nächsten Sitzung
Die 8. Sitzung des Standardisierungsausschusses findet am 26. Mai 2004 statt.

Gudrun Henze
Arbeitsstelle für Standardisierung
Expertengruppe DDC Deutsch

Sitzung am 6.11.2003 in DDB Frankfurt, 10.30 - 17.15 Uhr

DDC-Veranstaltungen

Der Zwischenbericht an die DFG wurde positiv aufgenommen.
Aus den DDC Workshops während der IFLA in Berlin wird berichtet, dass zur Zeit auch eine Übersetzung ins Vietnamesische erfolgt; dort ist man sehr am deutschen Editionssystem interessiert. In den Workshops war spürbar, dass OCLC mehr an bilateralen Verbindungen interessiert ist; ein Austausch zwischen den einzelnen (übersetzenden) Institutionen erfolgte lediglich auf einer informellen Ebene.
Der Vertrag zwischen Saur und OCLC ist jetzt endlich geschlossen.
In Köln fand ein Gespräch über die Druckausgabe (Layout, etc.) statt; die deutsche Ausgabe wird wahrscheinlich entgegen den Erwartungen nicht wesentlich umfangreicher als die englische werden.
Die 22. Edition, die eigentlich zur IFLA vorliegen sollte, ist immer noch nicht erschienen (LOC arbeitet aber seit Juli diesen Jahres danach).

Rückmeldungen aus USA zu Glossar und Einleitung

OCLC war im Großen und Ganzen mit der Übersetzung von Glossar und Einleitung einverstanden. Es wurde aber auf eine Reihe von Fehlern hinsichtlich Konsistenz und Kohärenz hingewiesen.
Glossar und Einleitung werden - in einem vorläufigen Stand - demnächst auf den DDB-Server gelegt und sind dann für alle einsehbar.

Stand der Übersetzungsarbeiten

Hilfstafel 1 und ungefähr 17 Tsd Klassen (35%) sind bereits übersetzt und werden demnächst an die fachlichen Experten in den Bibliotheken weitergeleitet.
Das Register macht wesentlich mehr Arbeit als gedacht. In den Daten-Lieferungen von OCLC sind die Register-Eintragungen für die Print-Edition und für WEB-Dewey (wesentlich umfangreicher) nicht unterschieden. Die Experten bekommen vorher einen Zwischenbescheid, der unter anderem auch auf die notwendige Beachtung von Klassifikationsregeln und Klassenkomposition hinweist. Hinweise zu den Übersetzungen bzw. Anpassung oder Neukomposition von Beispielen sind von jedem erwünscht.

Kurzbericht zur Machbarkeitsstudie

Momentan werden folgende Gebiete bearbeitet:
- Wirtschaftlichkeit: ein Unternehmen wurde beauftragt, eine
   Kostenermittlung durchzuführen; diese beruht auf Schätzungen, die an
   repräsentativ ausgewählten Bibliotheken verifiziert werden;
- Zukunftsfähigkeit: durch einen amerikanischen Library Consultant (drei
  Bewerber) und Gespräche bei LOC und OCLC soll der Nutzen eines
  Umstiegs ermittelt werden;
- Auswirkungen auf OPAC und Endnutzer: Über einen Fragebogen, der in
  vier Testläufen in DDB entwickelt wurde, werden im November in 10
  ausgewählten Bibliotheken (u.a. StUB Frankfurt) maximal je 100 Nutzer zu
  ihren Recherchegewohnheiten und -bedürfnissen befragt.

WEB-Service-Konzept DDC Deutsch

Die Grundstrukturen sollen WEB-Dewey ähnlich sein. Komponenten für den Endnutzer und den Katalogisierer sind zu trennen. Ein Prototyp für eine Suche im OPAC wird in der 46. KW fertiggestellt sein. Für die Verbünde, die WEB-Dewey lizenzieren, werden zwei Wege getestet, die DDC als Recherche-Tool zur Verfügung zu stellen. Einmal wird bei DDB ein Applicationsserver für die Suche in der DDC eingerichtet, der mit einem OPAC einer beliebigen Bibliothek verknüpft werden kann. Der SWB wird eine andere Variante testen, bei der die DDC im Verbund vorgehalten wird. Es ist seitens DDB allerdings kein Änderungsdienst für die DDC geplant.

DDC-Praxis bei LOC und BL

Beide Nationalbibliotheken wenden Dewey seit langem an; die Erfahrungen eines österreichischen Kollegen in der LOC und von Frau Heiner-Freiling in Boston Spa sind dennoch sehr gegensätzlich.
In LOC wird von den dortigen Kollegen nur klassifiziert und von einer Person auch nur in bestimmten Fachgebieten.
Bei BL gibt es ein Großraumbüro mit vorwiegend Berufsanfängern (wg. der schlechten Bezahlung), die Titelaufnahme, Sacherschließung (LCSH) und Klassifikation für alle Fachgebiete, die in Boston Spa bearbeitet werden, unter einem hohen Zeitdruck gemeinsam erstellen.
In beiden Institutionen wird vorwiegend mit der Printausgabe gearbeitet; WEB-Dewey ist wenig verbreitet.
In LOC befinden sich die "Gralshüter" der DDC; in BL wird bemängelt, dass seitens LOC die europäischen Belange oft vernachlässigt werden und man hofft, dass durch eine weitere Nationalbibliographie, die die DDC anwendet, sich dieses bessert.

Öffentlichkeitsarbeit etc.

Im letzten "Dialog" sind zwei Aufsätze zur DDC erschienen.
Auf dem Bibliothekskongress im März wird Herr Dr. Svensson (Projektmitarbeiter im Bereich IT) einen Vortrag halten.
Die sachliche Suche im gemeinsamen Portal der Virtuellen Fachbibliotheken soll über DDC-Notationen laufen.
Auch im KOBV soll die übergreifende sachliche Suche in einem gemeinsamen Portal über die ersten drei Ebenen der DDC gehen. (Diese sind lizenzfrei.)
Ab dem 19.11. stellt DDB auf die neuen (DDC-)Sachgruppen in den Reihen A, B, G und H sowie im Neuerscheinungsdienst um. (Die Reihen M und T werden als Druckversion eingestellt.)
Der Leitfaden für die Sachgruppenvergabe wird überarbeitet und wahrscheinlich im nächsten Sommer erscheinen.
Die ÖB wird in der gleichen Weise gegliedert wie die DNB, jedoch nur noch online erscheinen.

Christa Wittrock
UB Kassel
Expertengruppe GKD

Sitzung am 6.11.2003 in DDB Frankfurt, 10.30 - 17.00 Uhr

Angleichung der Ansetzungsregeln RAK/RSWK

Ein Meinungsbild unter den Mitgliedern ergibt: Keine konkreten Schritte beschliessen, sondern Regelwerksarbeit der PND-EG abwarten. Ausserdem wird  bis dahin auch die "Umstiegsstudie" vorliegen.

Nachschlagewerke Geografika

Mehrheitlicher Beschluss: Bei den Nachschlagewerken zur Ansetzung von Gebietskörperschaften soll künftig Columbia-Lippincott vor Geo-Duden rangieren (Angleichung an SWD).

Ländercodes (Struktur und Hierarchisierung)

  • DDB liefert demnächst die Ländercodes mit vorangestellten Erdteilkennzeichen (hierarchisiert) und im Falle von Ansetzungsänderungen vierstellig aus altem und neuem Code (historisiert).
    Beispiel:
    früher: Obervolta (HV) -> XC-HVBF,
    heute: Burkina Faso (BF) -> XC-BF

  • alle veralteten Ländercodes werden von DDB in die neue vierstellige Form gebracht. Es wurde gefordert, den daraus resultierenden Änderungsdienst separat von anderen DDB-GKD-Lieferungen zu halten, damit die Verbünde entscheiden können, ob sie diese Korrekturen überhaupt übernehmen wollen.

  • Das Voranstellen der Erdteile wird für die Online-Eingabe (GKD/ZDB) automatisiert. Eine Validation soll die Codes überprüfen und sicherstellen, dass alle Körperschaftssätze (ausgenommen Kongressnahmen) einen Ländercode erhalten. Es wird gefordert, dass DDB für die offline-Schnittstelle ein enstprechendes Programm bereitstellt. Die Verbünde sehen sich nicht in der Lage, alle einzeln den neuen hierarchisierten Code zu erzeugen.

  • Da der bisherige Code IK für Internationale Körperschaften voraussichtlich bald von der ISO anderweitig besetzt werden wird, soll auf den Code XP umgestellt werden. Nach der automatischen Umsetzung (im 1. bzw. 2.Quartal 2004) gilt dann nur noch XP.

Neues Iltis-Bestandskonzept

Mit einem komplexen Verfahren wird DDB bis Juli 2004 ihre bisher in 3 unterschiedlichen (Pica-)Beständen gehaltenen Daten von PND, ZDB/GKD, SWD, DMA usw. in einen Hauptbestand zusammenfassen. Damit entfällt dann der aufwendige Datentausch zwischen den Beständen (Master-GKD -> DDB-GKD).

Web-Eingabemöglichkeit in die GKD

Mittelfristig strebt DDB die Nutzung von OAI zum Datentausch an. Ein Web-Formular zur Erfassung von neuen Körperschaften könnte den Datenimport  insbesondere von kleineren Bibliotheken erleichtern.
   

(mod)
Expertengruppe RSWK / SWD

6. Sitzung am 5.11.2003 in Der Deutschen Bibliothek in Frankfurt, 10.00 - 17.30 Uhr

Ansetzungsregeln für Personennamen und Körperschaftsnamen nach RAK und RSWK

Dieser Punkt wurde zusammen mit der Expertengruppe PND (Personennamendatei) und der Expertengruppe FE (Formalerschließung) unter Leitung von Frau Hengel diskutiert. Es wurden vorwiegend Meinungsbilder zu Vorgehensweisen erhoben; es fand noch keine Detaildiskussion statt.
Die Meinungsbilder ergaben - überwiegend mit großer Mehrheit - ein positives Votum zu folgenden Fragestellungen:

  • Es wird eine Vereinheitlichung von RAK und RSWK im Bereich der Personennamen angestrebt;
  • Gleichnamige Personen werden durch Individualisierung unterschieden;
  • Die Individualisierung soll über die PND erfolgen und ist dort wenn immer möglich verpflichtend;
  • Für unterscheidende Zusätze soll eine normierte Abfolge empfohlen werden;
  • Beinamen werden als Namensbestandteil betrachtet ebenso die Ansetzung der regierenden Fürsten und geistlichen Würdenträger in der von Herrn Popst vorgeschlagenen Form (Name, Territorium, Titel, Zählung) 
  • Gattungsnamen sollen im Umlaufverfahren entschieden werden
  • die Sprachform von Namen des Mittelalters soll sich nach den RSWK richten (vorher sind aber noch die Handschriftenbibliothekare zu befragen).

Bis zum Frühjahr werden von einer Redaktionsgruppe Vorschläge für die Formulierung einzelner Paragraphen der Regelwerke erarbeitet und auf einer nächsten gemeinsamen Sitzung im Mai nächsten Jahres beraten.

Praxisregeln

  • Eine ganze Reihe von Praxisregeln, die seit längerer Zeit in der Diskussion sind, wurden abschließend entschieden. Sie werden zum nächsten Bibliothekartag publiziert.

  • Zusätzlich wurden im Rahmen der Diskussion zu den Hinweissätzen (die sog. EVKs) Regelwerksänderungen abgesprochen:
    • Mundarten und Naturparks werden zukünftig mehrgliedrig angesetzt;
    • EVKs bei Bauwerken sind nur zulässig, wenn sie eine Verweisung transportieren;
    • Oberbegriffe und verwandte Begriffe werden aufgrund der stärkeren Berücksichtigung von Thesaurusstrukturen in Hinweissätzen (EVKs) nicht verwendet.
      Die Regelwerksänderungen werden ggf. vorab im entsprechenden SWD-Datensatz als Verwendungshinweis verankert und sind dann auch ohne veröffentlichte Regelwerks-grundlage für Neuansetzungen zu beachten.
    • Pauschalverweisungen werden abgeschafft zugunsten von Verwendungshinweisen, Oberbegriffen oder Hinweissätzen (EVKs) und nach und nach von DDB abgearbeitet.

Schlagwortnormdatei

Ergebnisse aus der AG SWD

  • Es wurden Kurzansetzungen vorgeschlagen für ggf. wenig gebrauchte oder nur lokal oder regional bedeutsame Schlagwörter; der Rechercheaufwand nach Quellen, Verweisungen u.a. Verknüpfungen soll so gering wie möglich gehalten werden.
  • Fehlende Hierarchisierung und Synonymie soll beginnend bei den Sachschlagwörtern aufgearbeitet werden.

Neue Rechtschreibung

Es bleibt vorerst dabei, dass nur die Schlagwörter korrigiert werden, deren Schreibweise nach der neuen Rechtschreibung nicht mehr zulässig ist.

Verschiedenes

  • Die neuen vierstelligen Ländercodes nach ISO-Norm werden im ersten Quartal 2004 von DDB eingespielt werden und daraus folgende Korrekturen über den Änderungsdienst an die Verbünde weitergeleitet werden.
  • Für die Ermittlung von geographischen Namen aus fremdsprachigen Ländern wird nach der GKD der neue Columbia-Lippincott als nächstes heranzuziehendes Nachschlagewerk bestimmt. Dies ist eine Übereinkunft im Hinblick auf die Angleichung der Ansetzungen in SWD und GKD.
  • Da die UB Kaiserslautern den SWB verlässt (und zum HBZ wechselt) wird demnächst eine neue Schlagwort-Redaktionsadresse für den Südwestverbund mitgeteilt werden.
  • Die Online-Publikation von RSWK und Praxisregeln wird angestrebt; sie ist kurzfristig aus Personalgründen nicht machbar.
Christa Wittrock
UB Kassel

Bibliothekswelt aktuell

New York ist eine Reise wert!

Dass dies nicht nur für die üblichen Touristenattraktionen sondern durchaus auch für die vielfältige Bibliothekslandschaft New Yorks gilt, davon konnten sich 10 hessische BibliothekarInnen im Oktober 2003 mit eigenen Augen überzeugen.

Eine Woche lang, vom 18. - 24.10., hieß die Devise: "Two libraries a day keep librians happy and gay!"
Die Idee zu dieser Reise entstand anlässlich eines Buchmesse-Symposiums 2001, bei dem sich Kontakte zu einer Kollegin der New Public Library und zu einem Kollegen aus der Sterling Memorial Library der Yale University ergaben. Denise Hibay, NYPL und Dale Askey, Yale, waren es dann auch, die die Idee eines Erfahrungsaustauschs hessischer und amerikanischer Bibliothekare tatkräftig unterstützten und einen großen Teil der Organisation vor Ort übernahmen. Wie sich im Laufe der zweijährigen Vorbereitungen herausstellte, ein nicht hoch genug zu schätzender Vorteil, galt es doch alleine in New York City fünf Bibliotheksbesuche zu koordinieren.
Ziel der Reise war es, anhand ausgewählter Bibliotheken konkrete Einblicke zu vorher verabredeten Schwerpunkten der Bibliotheksarbeit in den USA zu gewinnen.
Um dies an möglichst unterschiedlichen Bibliotheken zu beobachten, wurden folgende Bibliotheken ausgewählt:
Bobst Library der New York University, Butler Library der Columbia University, The New York Public Library (Humanities and Social Sciences Library), Science, Industry and Business Library (SIBL) und das Metropolitan New York Library Council (METRO), alle New York City. Sozusagen als Kontrast"programm" zu diesen Bibliotheken und kleines(?) zusätzliches Highlight verbrachte die Gruppe einen Tag in Yale.
Finanziell unterstützt wurde die Reise von Bibliothek & Information International, das Goethe Institut Inter Nationes, New York sponsorte einen Empfang.
Die während dieser Reise gesammelten Erfahrungen werden in loser Folge im HeBIScocktail veröffentlicht. Den Anfang machen die Berichte über die New York Public Library und den Besuch in Yale.


 

(gib)
The New York Public Library/Humanities and Social Science Library

Zwei eindrucksvolle Löwen flankieren die Freitreppe des Beaux-Arts Gebäudes der New York Public Library http://www2.nypl.org/home an der 5th Avenue und 42nd Straße in Manhattan. Sie wurden von Edward Clark Potter aus Marmor geschaffen und sind seit 1911, dem Eröffnungsjahr des Bibliotheksgebäudes, auf ihrem Platz. Ihre Spitznamen lauteten zunächst Leo Astor und Leo Lenox, nach den Gründern der New York Public Library John Jacob Astor und Leo Lenox. Doch während der 30er Jahre wurden sie von Bürgermeister Fiorello LaGuardia in 'Patience' (Geduld) und 'Fortitude' (Mut), den Eigenschaften umbenannt, die LaGuardia den New Yorkern nahelegte, um die Zeiten der ökonomischen Depression zu überstehen. Diese Namen tragen die beiden Löwen, die inzwischen die offiziellen Maskottchen der Bibliothek sind, noch heute.


Der zweite Programmtag unserer Studienreise führte uns mit dem Ziel "The New York Public Library" (NYPL) in eine der größten Bibliotheken der Welt. Sie ist die einzige Institution ihrer Art, die sowohl erstklassige Forschungsbestände als auch Ausleihbestände für alle Interessenten kostenfrei zugänglich macht. Zu ihr gehören vier große Forschungsbibliotheken und 85 Zweigbibliotheken, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Damit ist die NYPL sowohl öffentliche Bibliothek als auch Forschungszentrum für die Einwohner vor Ort und weit darüber hinaus national und international.


Zu unserer Begrüßung hatten sich einige Kolleginnen und Kollegen im Celeste Bartos Education Center eingefunden. Neben Denise Hibay, der wir nicht nur die Organisation des Tages in der NYPL, sondern einen Großteil der organisatorischen Vorbereitung unseres Tourprogramms insgesamt verdanken, waren anwesend: George Fletcher (Direktor der Humanities & Social Sciences Library und verantwortlich für die Special Collections), der uns im Namen des Präsidenten der NYPL begrüßte; Gary A. Wasdin (Training Coordinator), Philip Yockey (Assistant Chief Librarian für Staff Training and Development), Stewart Bodner (Associate Chief Librarian, General Research Division) und Martha Howard (Coordinator of Adult Services).


Das erst im Jahr 2002 im South Court, einem Innenhof des Gebäudes, eröffnete Celeste Bartos Education Center bot schon auf Grund seiner Anlage und Ausstattung einen eindrucksvollen Einblick in die hier möglichen Schulungs- und Veranstaltungsangebote der NYPL. Neben den beiden Schulungsräumen, die mit PCs ausgerüstet sind, bietet ein auf gleicher Ebene befindlicher kleiner Kinosaal die Möglichkeit, Filme vorzuführen. Alle 30 Minuten läuft hier ein 12-minütiger Film über Geschichte, Sammlungen und Dienstleistungen der Bibliothek. Im Untergeschoss befindet sich als großer Vortragssaal das Auditorium.

Durch die geschickte Verbindung des in den Innenhof eingebauten Neubaus mit dem umgebenden alten Gebäude, seiner Außenfront und seinen Fenstern, ergeben sich interessante Einblicke in das Innere des Gebäudes, nicht zuletzt in die wohlbestückten Magazine, so dass die Bücher auch immer in Sichtweite sind.


Den Themenschwerpunkten unserer vorab verabredeten Hauptinteressen folgend begann nun für uns die Präsentation durch die jeweiligen amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. Den Anfang machte Gary Wasdin, der uns mit dem Programm der Schulungen und Internen Fortbildung der NYPL bekannt machte. Ursprünglich als Koordinator für die Schulungen und Kurse für die Benutzer in diesem Gebäude eingestellt, haben sich Wasdins Aufgaben inzwischen wesentlich erweitert. Das durch Zuschüsse ermöglichte Institute for Staff Development, dessen Aufgabe in der Organisation und Durchführung von interner Fortbildung für die MitarbeiterInnen der NYPL bestand und mit zwei MitarbeiterInnen sehr erfolgreich die bibliothekarische Weiterbildung absicherte, wurde auf Grund fehlender Finanzen wieder geschlossen. Nun koordiniert Gary Wasdin neben dem Kursangebot für die Benutzer auch die Fortbildungsangebote für die MitarbeiterInnen. Allerdings ist dies nicht in gleichem Umfang möglich wie zuvor.


Voraussetzung für ein qualitätvolles und umfangreiches Kursprogramm war die Errichtung des Celeste Bartos Education Centers. Der Neubau selbst, der zu einer Zeit geplant worden war, als noch mehr Geld vorhanden war, wurde von der Stadt New York bezahlt. Die Einrichtung und auch die Finanzierung der Stelle des Kurskoordinators stammen aus privater Quelle.

Seit der Eröffnung des Education Centers finden täglich mehrere Kurse statt, die für jeden kostenlos zugänglich sind. Trainiert werden dabei vor allem Suchstrategien am elektronischen Katalog, in Datenbanken und Webseiten. Themenbezogene Kursangebote orientieren die zu vermittelnden Recherchetechniken an diesen Inhalten. Unter der Überschrift 'Art and Architecture Research at The New York Public Library' finden sich beispielsweise Kurse wie 'Researching an Artist'. Unter Einbeziehung unterschiedlicher Quellen (Bücher, Zeitschriftenartikel, biographisches Material, Auktionskataloge) können die Teilnehmer lernen, wie sie sich bspw. einen Künstler und sein Werk forschend erschließen können. Ähnlich angelegt sind die Kurse 'Researching an Architectural Structure', 'Picture Research at The New York Public Library' aber auch allgemeinere Kursinhalte wie 'Using the Liberary's Online Catalog'. Die Kurse dauern in der Regel 60 bis 90 Minuten. Für jeden Teilnehmer steht ein PC zur Verfügung. Angestrebt werden kleine Gruppen mit ca. 7 Personen. Auf Wunsch werden auch Kurse für geschlossene Gruppen (z.B. Schulklassen, College Gruppen usw.) durchgeführt. Die größte Kursfrequenz ist im Herbst. Für die Bibliothek bedeutet dieses umfangreiche Kursangebot neben der Möglichkeit, die Nutzer für die selbständige Recherche fit zu machen auch immer die wichtige Gelegenheit, die Bibliothek insgesamt zu präsentieren und Kontakt mit den Lehrkräften unterschiedlicher Bildungsträger aufzunehmen.


Für die interne Fortbildung der MitarbeiterInnen steht kein reguläres Budget zur Verfügung. So muss immer wieder versucht werden, Mittel einzuwerben, um etwa externe Trainer für spezielle Kurse einsetzen zu können. Zunehmend werden nun auch die eigenen MitarbeiterInnen als Trainer herangezogen, was Wasdin als positiven Nebeneffekt betrachtet. Viele MitarbeiterInnen verfügen über gute Fähigkeiten, ihr Wissen an ihre KollegInnen weiterzugeben.

Neben den Kenntnissen, die zur unmittelbaren Ausübung der Arbeitsaufgaben notwendig sind, geht es auch darum, auf welche Weise es gelingen kann, das Wissen über die Sammlungen und Geschichte der Bibliothek weiterzugeben. Gerade in einer Zeit, da viele MitarbeiterInnen gleichzeitig in den Ruhestand gehen, ist das ein wichtiges Anliegen. Hier gibt es Bestrebungen, die Pensionäre als Trainer bzw. in Mentoring-Programmen einzusetzen.

Durch zunehmende Konzentration auf die eigene abgegrenzte Arbeitsaufgabe wird es außerdem immer wichtiger, Wege zu finden mit MitarbeiterInnen aus anderen Abteilungen in Austausch zu treten. Die so genannten Brown Bag Lunches sind eine gute Gelegenheit für informelle Gespräche und kurze Präsentationen zu einzelnen Fragestellungen.

Die interne Fortbildung findet während der Arbeitszeit statt. Es wird jedoch verstärkt darauf geachtet, dass nur diejenigen teilnehmen, für die der Kursinhalt auch relevant ist. Die Registrierung erfolgt mit Online-Anmeldeformularen. Die jeweiligen Vorgesetzten werden über die Teilnahmewünsche informiert. Den verringerten Ressourcen wird ebenfalls dadurch Rechnung getragen, dass Kurse, die früher etwa einen halben Tag dauerten nun auf ca. 90 Minuten verringert wurden, da die MitarbeiterInnen in der Regel nicht mehr so lange an ihrem Arbeitsplatz fehlen können.

Verstärkte Aufmerksamkeit wird der Vorbereitung von Online-Tutorials gewidmet. Diese können dann wahrgenommen werden, wann immer es zeitlich passt. Die Vorschläge für die Schulungsthemen kommen in der Regel von den MitarbeiterInnen. Zur vorausschauenden Themen- und Ideenentwicklung wurde eine Task Force gebildet.


Martha Howard stellte uns als Koordinatorin für die Schulungen für Erwachsene in den Zweigbibliotheken die Ansätze dieses Tätigkeitsbereichs vor. Genau wie in den Forschungsbibliotheken der NYPL werden auch in den Zweigbibliotheken umfangreiche Schulungsprogramme durchgeführt, die sich einer starken Teilnehmerresonanz erfreuen.Ihr inhaltlicher Zuschnitt ist jedoch eher allgemein und beginnt bei der Vermittlung von Basiswissen, z. B. wie man mit der Maus umgeht, und setzt sich bis zu anspruchsvolleren Themen fort. Auch diese Kurse werden kostenlos angeboten.


Die interne Fortbildung für die MitarbeiterInnen der Zweigbibliotheken wird ebenfalls von Howard koordiniert. Mit dem Ziel der Kostenreduzierung wurden 5-teilige Seminareinheiten zu 4-teiligen Seminaren verkürzt. Immer wieder muss versucht werden, den nötigen Bedarf an Weiterbildung mit der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit in Balance zu halten. Gerade die Qualifikationen für den Kontakt mit dem Publikum sind äußerst wichtig, kommen jedoch in Studium und Ausbildung so gut wie nicht vor. So werden z. B. Fähigkeiten, wie das Erzählen von Geschichten oder auch das laute Vorlesen von Geschichten, in der internen Fortbildung für bestimmte MitarbeiterInnenkreise angeboten, um diese notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Angesichts der drastischen finanziellen Einschnitte des vorigen Jahres, die das gesamte System der NYPL betreffen, wurde die Zahl der Fortbildungen reduziert, benachbarte Themenbereiche werden verstärkt zusammengefasst und man konzentriert sich auf bereits laufende Fortbildungseinheiten. Um MitarbeiterInnen als Trainer für interne Fortbildungen zu gewinnen und sie auf diese Arbeit vorzubereiten, werden 'Train the Trainer'-Seminare durchgeführt.


Phil Yockey berichtete über die Reorganisation des Auskunftsdienstes. Angesichts starker personeller Einbußen erfolgte hier ein Prozess der verstärkten Konzentration auf diese Aufgabenstellung. Yockey beschrieb dies als einen Prozess der Stärkung der Abteilung, da das Aufgabenprofil untersucht und präzisiert wurde. Die elektronische Auskunftstätigkeit wird von den Benutzern besonders in Anspruch genommen. Die telefonische Auskunftstätigkeit ist dagegen stark zurückgegangen. Der neu eingeführte Service der Auskunfts- bzw. Rechercheberatung findet sehr gute Resonanz. Benutzer, die ihre Recherchestrategien optimieren wollen oder Recherchefragestellungen zu bestimmten Themenbereichen haben, können sich zu einer solchen Konsultation gezielt mit den AuskunftsbibliothekarInnen verabreden. Diese Gespräche werden auch genutzt, um neben der gezielten Fragestellung einzelner Benutzer zu ihren Forschungsthemen auch immer wieder die Komplexität dieser Bibliothek und ihre Möglichkeiten vorzustellen.

Yockey ist außerdem für die Fortbildung der MitarbeiterInnen seiner Abteilung zuständig. Nachholbedarf sieht er vor allem im Bereich der Kundenorientierung, des Kundenservice, den er bei Fast food Lokalen als wesentlich besser einschätzt als im Bibliotheksbereich.


Zum Abschluss der Präsentationen beantwortete Stewart Bodner unsere Fragen zur Mitwirkung der NYPL am virtuellen Auskunftsdienst Question Point. Dieser web-basierte und in Kooperation zwischen der Library of Congress und OCLC betriebene Auskunftsdienst leitet die Anfragen entsprechend der zu Grunde gelegten Profile (Auskunftsfähigkeit zu bestimmten Fächern, Antwortfähigkeit in bestimmten Zeitfenstern, Kapazitäten, Formate usw.) an die richtige Stelle weiter. Die erteilten Antworten werden in einer Knowledge-Datenbank abgelegt, katalogisiert und können wieder verwendet werden. Als unverzichtbar beschrieb Bodner die Notwendigkeit eines Question point Koordinators pro Institution für alle Fragen der lokalen und koordinierenden Administration. Sinnvoll ist die Integration von elektronischem und konventionellem Auskunftsdienst, da auch bei reduzierten Öffnungszeiten der elektronische Auskunftsdienst ansprechbar ist. Für die am elektronischen Auskunftsdienst beteiligten MitarbeiterInnen sind entsprechende Fortbildungen notwendig. Dabei geht es auch um das Formulieren und Editieren der Antworten, um sie in der Knowledge-Datenbank ablegen und wiederfinden zu können, genauso wie um das richtige Zitieren von Webseiten. Darüber hinaus betonte Bodner die Notwendigkeit, die Serviceleistungen des elektronischen Auskunftsdienstes durch geeignete Werbe- und Marketingmaßnahmen an die Nutzer zu vermitteln sowie Qualitätsuntersuchungen und Nutzerbefragungen zur Qualitätssicherung durchzuführen. Es bleibt weiterhin Raum für Auskunftsdienste vor Ort. Die neuen elektronischen, virtuellen Auskunftdienste werden aber zunehmend derart an Bedeutung gewinnen, dass sich Bibliotheken der Notwendigkeit dieser Dienstleistung werden nicht entziehen können.


Nach diesem Exkurs in die virtuelle Welt der Informationsvermittlung begaben wir uns nun ganz real auf einen Rundgang durch das eindrucksvolle und repräsentative Gebäude. Es beherbergt die den Geistes- und Sozialwissenschaften gewidmete Forschungsbibliothek der NYPL (Humanities & Social Sciences Library) mitsamt der zu ihnen gehörenden Special Collections. Diese Bestände sind nicht ausleihbar.

Für die einzelnen Sammlungsbereiche und Abteilungen gibt es spezielle Leseräume (Slavic and Baltic Division, Rare Books and Manuscripts, Map Division, Division of Art, Prints and Photographs). Außerdem existieren verschiedene Funktionsräume wie z. B. das Center for Scholars and Writers, Wertheim Study, Microform Reading Room.

Der gerade und erstmalig seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1911 renovierte und in seiner Funktionalität modernisierte Lesesaal (Rose Main Reading Room) bietet allein schon eine Handbibliothek von 25.000 Bänden, die frei zugänglich aufgestellt sind. Nach der Modernisierung gibt es in der South Hall des Lesesaals 47 PC und 4 Multimedia-Arbeitsplätze, die Zugang zum Internet und einer Vielzahl elektronischer Ressourcen bieten. Darüber hinaus können an den meisten Plätzen Laptops angeschlossen werden. In einem gesonderten Bereich besteht auch für diese die Möglichkeit der Verbindung mit dem Internet.

Die im Magazin befindliche Literatur muss mit konventionellen Bestellscheinen bestellt werden. Die Bestellscheine werden dann per Rohrpost ins Magazin geschickt. Das mutet zunächst etwas antiquiert an, doch angesichts der Tatsache, dass die gewünschte Literatur innerhalb von 20-30 Minuten ausgehändigt wird, erscheint ein Innovationsschub in Richtung online-Bestellung nicht prioritär. Die Umstellung auf Online-Bestellung ist gleichwohl in Vorbereitung. Mit seinen 636 Benutzerarbeitsplätzen kommt der Lesesaal der NYPL an Samstagen auf Benutzerzahlen von ca. 2.000 Benutzern.

Unser Rundgang endete im Erdgeschoss, wo sich neben dem Library Shop auch eine Ausstellungsfläche befindet, in der wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.


Einen Service besonderer Art stellt die Einrichtung der technischen Voraussetzungen für drahtlose Internetverbindung im der Bibliothek benachbarten Bryant Park dar. Auf diese Weise erweitert sich das Raum- und Serviceangebot der Bibliothek auch ins Freie.

Die Vereinigung 'Young Lions‘ ist ein spezielles Mitgliederprogramm für New Yorker zwischen dem 21. und 39. Lebensjahr, die stärker in das Bibliotheksleben der NYPL einbezogen sein wollen (und sollen). Mit gezielten Angeboten für diese Altersgruppe wird Vorsorge dafür getroffen, dass die 'alten Löwen' - und damit die Hauptsponsoren der Bibliothek - auch keinesfalls aussterben.

Die beiden Löwen am Eingang der New York Public Library stehen für Geduld und Mut - beides ist hilfreich, begibt man sich auf das Abenteuer des Entdeckens, Erforschens und Lernens. Die NYPL bietet die denkbar besten Bedingungen für die faszinierende Reise in die Welt des Wissens. Und sie bietet diese Möglichkeit für jeden, der die New York Public Library nutzen will.

Christiane Schaper E-Mail an AutorIn
Kunst- und Musikbibliothek Frankfurt
The New York Public Library/Science, Industry and Business Library (SIBL)

Nach unserem informativen und beeindruckenden Besuch in dem Hauptgebäude der New York Public Library stand eine weitere Einrichtung der NYPL auf unserem Programm: Die "Science, Industry and Business Library" http://www.nypl.org/research/sibl, kurz SIBL genannt.

Diese Bibliothek ist innerhalb des Organisationssystems der NYPL, das aus 89 Zweigbibliotheken und 4 Forschungsbibliotheken besteht, die zweitgrößte Forschungsbibliothek und innerhalb der USA gilt sie als die größte öffentliche Spezialbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik.


Die Gründung der SIBL erfolgte 1996 durch den Zusammenschluss von 2 Forschungsbibliotheken und einer Zweigbibliothek mit den Sammelschwerpunkten Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik. Die Bibliothek befindet sich nur wenige Blocks vom Hauptgebäude der NYPL entfernt in der 188 Madison Avenue und ist in einem ehemaligen Kaufhaus untergebracht. Die Umwandlung eines solchen Gebäudes in eine Bibliothek ist sehr gut gelungen. Große Glasflächen, die einen direkten Blick auf die Bücher gewähren und eine großzügige, helle Innengestaltung sollen laut Kristin McDonough, der Direktorin, wie ein Magnet wirken, um neue Benutzergruppen in die Bibliothek zu locken. Für die Umgestaltung erhielt die Bibliothek 1996 den "American Institute of Architects/American Library Association Buildings Award".


Der Zugang zu und die Nutzung dieser Bibliothek ist frei für jedermann, dem "Mission Statement" entsprechend: "The Science, Industry and Business Library commits its exceptional resources and expertise to providing open access to information in support of education, research and entrepreneurial initiatives."

Die SIBL wird wegen ihrer herausragenden Bestände als Forschungsbibliothek der City University of New York (CUNY) genutzt, die selbst unter großen Budgeteinsparungen zu leiden hat.


Einige Daten zur Finanzierung, Benutzung und den Beständen:

  • Gesamtetat 2003: 11.000.000 USD
    • davon staatliche Mittel: 2.700.000 USD
    • davon Spenden u. Stiftungen: 8.300.000 USD
  • Erwerbungsetat: 4.000.000 USD
  • Personal: 64,5 Mitarbeiter, davon haben 27,5 Mitarbeiter den „Master of Library Science“
  • Benutzer pro Tag: ca. 1700
  • 1.300.000 Bände
  • 9000 laufende Zeitschriften und Serien
  • 120 Datenbanken
  • 1.000.000 Mikroformen
  • Patentsammlung, Publikationen der Regierung, der UN, der EU ...


Einer der Hauptgründe für die Auswahl dieser Bibliothek anlässlich unserer Reise waren die zahlreichen Aktivitäten der SIBL im Bereich Benutzerschulungen. Wir hatten bei der Planung darum gebeten, einen solchen Workshop beobachten zu können.

Es werden täglich durchschnittlich etwa 4 Workshops von Mitarbeitern abgehalten, die in der Regel 1 Stunde bis zu 1,5 Stunden dauern. Auf der Homepage findet man den aktuellen Stundenplan mit Informationen zu den einzelnen Themen. Inzwischen wurde auch der erste Online-Workshop entwickelt und es besteht die Absicht, dieses Angebot auszubauen. Außerdem hat der Benutzer die Möglichkeit, sich für ein halbstündiges Beratungsgespräch bei einem Auskunftsbibliothekar anzumelden.


Die in den Workshops behandelten Themen sind sehr praxis- und nutzerorientiert, wie "Companies & Contacts: Creating customized lists", "Introduction to patents" oder "Finding statistics you need".

Dieses Angebot ist selbstverständlich kostenlos und die Kurse finden überwiegend im Schulungsraum des "Harrison S. Kravis Electronic Training Centers" statt, der 13 PC-Arbeitsplätze und alle notwendigen technischen Möglichkeiten bietet.


Nach der Begrüßung durch Madeleine Cohen, Assistant Director und zuständig für Elektronische Medien, konnten wir unsere Beobachtungsplätze im Hintergrund einnehmen. Die komplett ausgebuchte Veranstaltung zu dem Thema "Market Research Infomation Sources" war an Studenten gerichtet. Nach der Verteilung von Handouts und einem kurzen allgemeinen Überblick über die Homepage der Bibliothek und den Nutzungsmodalitäten, wurde der Rechercheeinstieg für die Suche nach den gedruckten Nachschlagewerken der SIBL (Market Research Guides), dem Online-Katalog der Research Libraries (CATNYP) und dem Elektronischen Angebot vorgestellt.

Zu verschiedenen Fragestellungen wie "What do consumers read, watch and listen to?" oder "What do people spend their money on?" wurden zuerst in der SIBL vorhandene gedruckte Quellen empfohlen und beschrieben.

Die Einführung in die Datenbankrecherche begann mit allgemeinen Hinweisen zur Stich- und Schlagwortsuche, dem Einsatz von Boole‘schen Operatoren, Wildcards und Trunkierung und deren Tücken. Auch auf die Formate und die Bedingungen, unter denen Volltexte angeboten werden, wurde eingegangen. Beispielhaft wurden dann in speziellen Datenbanken Recherchen durchgeführt, die von den Studenten am PC nachvollzogen werden konnten.

Zu Fragestellungen wie "Identifying your competitors" wurden abschließend allgemeine Hinweise zu Suchstrategien im Internet gegeben


Falls der Besucher der Fülle an Informationen, die während dieser Stunde behandelt wurden, nicht folgen konnte, bieten das Handout und die zahlreich ausliegenden themenbezogenen Informationsblätter dem Nutzer Hilfestellung bei seinen Recherchen.


Nach diesem Workshop hatten wir die Gelegenheit, bei einer Bibliotheksführung die weiteren Einrichtungen der Bibliothek kennen zu lernen. Dazu begrüßte uns Kristin McDonough, die 2003 in Berlin den "John Jacob Astor Awards in Library and Information Science" erhalten hat. Mit diesem von der "Checkpoint Charlie Stiftung" und der "Initiative Fortbildung für wissenschaftliche Spezialbibliotheken und verwandte Einrichtungen e.V." vergebenen Preis werden deutsche oder amerikanische Persönlichkeiten, die in herausragender Weise zum transatlantischen Wissenstransfer beitragen, geehrt.


Auf jedem Stockwerk und auch im "Elizabeth and Felix Rohatyn Electronic Information Center" befinden sich sehr einladende und ansprechend gestaltete Auskunftsplätze. An jeder dieser Stellen muss immer mindestens ein Mitarbeiter mit "Master of Library Science" für Auskünfte zur Verfügung stehen. Um diesen Service anbieten zu können, muss jeder ausgebildete Mitarbeiter 15 Stunden Auskunftstätigkeit wöchentlich absolvieren, das heißt 3 Stunden täglich. Der Anspruch an die Mitarbeiter, stets fachlich fundierte Hilfestellungen zu geben, setzt die Bereitschaft zur Weiterbildung und Fexibilität voraus. Die vielfältigen Aufgaben umfassen auch die Repräsentation der Bibliothek auf fachbezogenen Messen und regelmäßige Vorträge z.B. vor Rechtsanwälten.
Da auch die SIBL wegen Einsparungen im letzten Jahr vakante Stellen nicht mehr besetzen konnte, mussten die Öffnungszeiten reduziert werden; so ist z.B. montags ganz geschlossen - dabei werden einige Angebote durch den Einsatz von Freiwilligen aufrecht erhalten.
Die Bibliothek ist jetzt Dienstag bis Samstag von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet.


Im Erdgeschoss befinden sich in Freihandaufstellung die sogenannte "Circulation Collection" von 50.000 Titeln, darunter auch audio-visuelle Materialien, und ein Lesesaal. Diese Bücher sind nach DDK aufgestellt und können mit dem NYPL-Benutzerausweis ausgeliehen werden. Außerdem werden 175 populäre Zeitschriften als Verbauchsexemplare für die Benutzung in der Bibliothek bereit gehalten.
Auf der zweiten Ebene sind die "Reference Collection" mit ca. 60.000 Bänden Präsenzbestand, das "Microform Center" und ein Lesesaal untergebracht.
Hier können auch mit einem Bestellzettel die Bestände aus dem Magazin bestellt werden.

Während man auf seine Bücher wartet, wird man durch ein elektronisches Laufband über der Theke über die aktuellen Börsendaten informiert.
Im "Electronic Information Center" stehen 70 Computerarbeitsplätze zur Verfügung, zu deren Nutzung man sich anmelden muss.


Eine weitere interessante Einrichtung im Gebäude der Bibliothek ist das "New York Small Business Resource Center", eine städtische Beratungsstelle für Existenzgründer. Dieses Angebot wird sehr gut durch die Bestände und Fortbildungsangebote der SIBL, die sich zum Teil direkt an diese Klientel richten, ergänzt.


Als willkommene Einnahmequelle dienen die Mieteinnahmen für die "Healy Hall", die sich über die 2 Ebenen erstreckt und das sich daran anschließende Konferenzzentrum. Es besteht aus 3 Räumen deren Größe sich verändern lässt, mit zusammen 125 Sitzplätzen und ist mit allen notwendigen technischen Einrichtungen ausgestattet. Es finden darin jährlich über 120 Veranstaltungen und Events von Firmen, Vereinen und Privatpersonen statt.


Für Behinderte werden in einem gesonderten Raum zahlreiche technische Einrichtungen angeboten, damit auch sie alle Quellen der Bibliothek optimal nutzen können. So wird z. B. für Sehbehinderte mit Scannern der Firma Kurzweil das geschriebene Wort in Sprache umgesetzt.


An der Wand des "Cullman Rooms" findet man Zitate zu "Science, Industry and Business", darunter ein Zitat von John D. Rockefeller:

"Next to knowing all about your own business, the best thing to know, is all about the other fellow’s business."

Wir deutschen Bibliothekare können (und wollen?) uns sicher nicht mit Rockefeller vergleichen, aber durch den Einblick in das vielfältige, sehr benutzerorientierte Angebot der SIBL, haben wir Anregungen und Ideen bekommen, einiges durchaus Machbare auch bei uns umzusetzen und auch die Kontakte zu den amerikanischen Kollegen weiterhin zu pflegen.

Renate Wahlig E-Mail an AutorIn
Senckenbergische Bibliothek Frankfurt
The Yale University Library/The Sterling Memorial Library

Am 22. Oktober 2003 besuchten wir im Rahmen unserer Studienreise die Sterling Memorial Library http://www.library.yale.edu, die größte Bibliothek auf dem Campus der Yale University.


Die Yale University befindet sich im historischen Teil von New Haven (Connecticut), einer Hafenstadt mit 125 000 Einwohnern, ungefähr 2 Stunden Bahnfahrt von New York entfernt.

Diese private Universität wurde 1701 gegründet und besteht aus mittlerweile 12 Fakultäten, wie z. B. der School of Medicine, Divinity School und Law School.
Die Architektur mit ihren Kreuzgängen und ihrer teilweise viktorianischen Gotik erinnert stark an englische Universitäten wie Oxford und Cambridge.
Yale ist eine der größten und bedeutendsten Universitäten der Welt und deckt das gesamte Wissenschaftsspektrum von den Geistes- und Sozialwissenschaften bis hin zu den Naturwissenschaften ab.

In der majestätisch gotischen Sterling Memorial Library wurden wir von Alice Prochaska, seit 2 Jahren Bibliothekarin der Universität, empfangen. Sie gab uns eine kurze Einführung über das Bibliothekssystem der Universität.
Es besteht aus 22 Bibliotheken in über 40 Gebäuden auf dem Campus verteilt und umfasst ca. 11 Millionen Bände, die zentral katalogisiert und nachgewiesen werden.

Der Medienbestand umfasst neben Büchern, Tonaufnahmen, Landkarten, elektronischen Medien auch über 800.000 Handschriften, Drucke und Dokumente, die in der modernen Beinecke Rare Book and Manuscripts Library untergebracht sind. Die Bibliotheken sind für jedermann zugänglich, allerdings ist die Nutzung und die Ausleihe der Bestände nur für die Studenten und Mitarbeiter der Yale University kostenlos. Für andere Nutzergruppen gibt es ein preislich gestaffeltes System, wobei man sich zwischen der reinen Nutzung der Lesesaalbestände, der Nutzung der Magazinbestände und der Möglichkeit der Ausleihe der Magazinbestände entscheiden kann.

Die größte Bibliothek, die allein die Hälfte des Gesamtbestandes beherbergt, ist die Sterling Memorial Library.
Der Gesamtetat der Yale University Library beträgt trotz erheblicher Budgetkürzungen 700-800 Mio. Dollar, davon entfallen 40% auf Personalkosten. Der Stellenplan umfasst ca. 800 volle Stellen, wobei 200 Stellen mit studentischen Hilfskräften besetzt sind. Damit steht die Bibliothek an zweiter Stelle der American Research Libraries (ARL).


Die stellvertretende Leiterin der Yale University Library, Ann Okerson, berichtete über die finanzielle Situation der Bibliothek und die Aspekte des Bestandsaufbaus. Der Etat besteht zu 20% aus staatlichen Mitteln, zu 30% (>15 Mio. Dollar) Gelder aus Zuschüssen (auch staatlicher Art) und zu einem Drittel aus Schenkungen und Stiftungen. Der Etat wird streng nach Mitteln für den Bestandsaufbau und Personalmitteln getrennt. Die Ausgabe der Mittel wird von dem "Investment Department of University" überwacht. Die Mittel aus Zuschüssen sind in das nächste fiskalische Jahr übertragbar. Um die Mittelvergabe innerhalb der Universität abzusichern, ist die "Collection Budget Formula" eingeführt worden. Sie garantiert immer ein Minimum an Wachstum und berücksichtigt Faktoren wie z. B. dem ULPI (University Library Price Index for Acquisition) und die Inflationsrate. Auf Grund der Veränderung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation sollte diese Formel alle 5 Jahre den Gegebenheiten angepasst werden.
Den Etat verwalten 50 - 60 fachlich ausgebildete Bibliothekare in enger Kooperation mit den Fakultäten und Studenten der Universität. Fast ¾ aller Käufe werden im nicht-amerikanischen Bereich getätigt. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 200.000 Bände (inkl. gebundene Zeitschriften) angeschafft werden, daneben noch eine große Anzahl von sonstigen Medien (Mikroformen, Videos usw.) Der Anteil der elektronischen Medien beträgt 20%, was einem Etat von 3 Mio. Dollar entspricht. Damit stiegen die Kosten für diesen Bereich in den letzten 7 Jahren um das Zehnfache. Es konnten allerdings keine Einsparungen in anderen Bereichen erzielt werden, da durch die Kurzlebigkeit der elektronischen Medien bis jetzt keine Abbestellung der entsprechenden Printmedien vollzogen wurde. Im Verhältnis Anschaffung von Monographien und Zeitschriften/Serien konnte in den letzten 10 Jahren ein Wechsel beobachtet werden. Nahmen zu Beginn der 90er Jahre die Monographien noch mehr als die Hälfte der Erwerbungen ein, so hat sich diese Verhältnis in den letzten 5 Jahren zu Gunsten der Zeitschriften und Serien verschoben.
Die Leiterin der Elektronische Medienbearbeitung ist Kimberly Parker. Sie ging in ihrem Vortrag speziell auf das Thema "Lizenzierung und Präsentation von elektronischen Medien" ein, wobei der Schwerpunkt im Bereich der elektronischen Zeitschriften und Datenbanken lag.

Die Yale University Library besitzt ca. 5-6.000 Datenbanken und 30.000 Online-Zeitschriften mit einem Etat von 2,5 - 3 Millionen Dollar.

In den verschiedenen Bibliotheken der Universität befassen sich dezentral 50 Mitarbeiter mit dieser Aufgabe. Um trotzdem eine einheitliche Präsentation der elektronischen Medien zu gewährleisten, gibt es eine besondere Webseite, die neben einer Arbeitsanleitung auch noch weitere unterstützende Informationen beinhaltet. Zur Kontrolle werden alle Lizenzen am Ende zentral abgezeichnet.

Der gesamte Bestand ist durch den OPAC "Orbis" erschlossen. Zusätzlich werden die Datenbanken und Zeitschriften getrennt über alphabetische und sachliche Listen erschlossen. In diesem Datenpool sind auch kostenfreie E-Medien verzeichnet. Für den Katalog gibt es einen Link-Check-Programm. Remote-Access wird über zwei Proxy-Server im Universitätsbereich gewährleistet.
Für die Fernleihe stehen auch die elektronische Zeitschriften zur Verfügung, wobei der gewünschte Artikel als Print-Version oder pdf-File verschickt wird.
Die Nutzungsstatistik von E-Medien sah Kimberly Parker ebenfalls kritisch, da man lediglich auf Quellen des jeweiligen Anbieters angewiesen ist.
Der Bekanntheitsgrad der E-Medien ist auch hier sehr unterschiedlich und man versucht über Werbung und Information die Nutzung zu erhöhen.


Als Koordinatorin der Weiterbildung für den Bereich "Humanities" informierte Emily Horning über ihre Arbeit. Die Schulung und Weiterbildung liegt in der Verantwortung der einzelnen Campus-Bibliotheken und ist nicht zentralisiert. 11 Mitarbeiter sind in der Sterling Memorial Library für dieses Gebiet verantwortlich, wobei die Aufgaben nach fachlichen Gesichtspunkten verteilt sind.
Der Bereich der Benutzerschulung umfasst folgende Angebote: Führungen, Schulungen und webbasierte Tutorials.
Die Schulungen und Führungen für Studenten sind je nach Stand der Ausbildung gestaffelt, stellen aber keine Pflichtveranstaltung dar.
Daneben orientieren sich die Tutorials eng am Stoff der jeweiligen Vorlesung. Sie geben den Studenten dieses Seminars erste Anleitung und Hilfestellung zur fachspezifischen Recherche und Nutzung der Bestände der Bibliothek.
Für Schulungen stehen zwei Räume mit jeweils 16 PC-Plätzen zur Verfügung. Neben der allgemein üblichen Werbung (Plakate, Zeitungsanzeigen...) ist besonders zu erwähnen, dass zu Beginn eines Semester jeder neue Student über seinen Universitäts-Account per E-Mail auf die Erstsemester-Führungen aufmerksam gemacht wird.
Ganz wichtig ist auch das Feedback auf die angebotenen Veranstaltungen, das im Rahmen von Fragebögen und Rücksprache mit den Fakultät ermittelt wird.
Wie häufig in deutschen Bibliotheken, so ist es auch in Yale der Fall, dass das Prinzip "Learning by doing" vorherrscht. Um diese Situation zu verbessern, will man die Mitarbeiterschulung optimieren.
Als ein Baustein wurde das Konzept "Staff Training and Organizational Development Resources" entwickelt. Ein wichtiger Aspekt hierbei stellt das Umdenken der Bibliotheksleitung und der Mitarbeiter hinsichtlich des Stellenwerts der Fortbildung dar, die in den Grundsätzen ausdrücklich als Bestandteil der täglichen Arbeit anerkannt wird. Die Vorschläge zu Kursinhalten kommen größtenteils aus dem Kreis der Kollegen. Die Teilnahme an den Kursen ist freiwillig und die Kursdauer beträgt im Durchschnitt ca. eine Stunde.
Eine dazugehörige Arbeitsgruppe betreut die Schulungen hinsichtlich der Erarbeitung und Evaluierung des Programms. Besonders hervorzuheben ist der Bestandaufbau der "Staff Resource Library", die die entsprechende Literatur für Themen der Weiterbildung beinhaltet.

Ein zweiter Baustein ist die pädagogische Fortbildung der Mitarbeiter der "Research Instruction Group (RIG)".
Den dritten Baustein bildet der "Learning Plan", der die Möglichkeit der Weiterbildung für Mitarbeiter außerhalb der Bibliothek eröffnet. Jedem Mitarbeiter der Yale University Library steht ein Betrag von $125 jährlich zur Verfügung. Damit hat er die Möglichkeit an kostenpflichtigen Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Mit diesem Betrag können ebenso die kostenpflichtigen Fortbildungsveranstaltungen der Yale University finanziert werden.


In seinem Vortrag erläutert Dale Askey (Fachreferent für Germanistik) die Homepage der Yale University Library, die seit 2 Jahren in Betrieb ist. Im Oktober 2000 gründete sich eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung dieser Homepage beschäftigte. Das Layout konnte nicht im Sinne von Corporate Design an allen Campus-Bibliotheken umgesetzt werden.

Der OPAC wird mit Hilfe der Software "Endeavour" erstellt, dadurch war man bei der Gestaltung der Suchoberfläche und der Titeldarstellung im Suchergebnis durch die Software festgelegt.

Die Auskunftstätigkeit in der Yale University Library erstreckt sich vom herkömmlichen Bereich der Informationstheke bis hin zum virtuellen Bereich. Wie Suzanne Lorimer, die Koordinatorin des Auskunftsbereichs, ausführt, ist die Sterling Memorial Library an 88,5 Stunden der Woche geöffnet, wobei qualifizierte Auskünfte an 62,5 Stunden zu erhalten sind. Die Mitarbeiter werden im Rotationsprinzip für die Tätigkeit im Auskunftsbereich eingeteilt, sodass jeder Mitarbeiter mehr oder weniger die gleiche Anzahl an Stunden in der Auskunft leistet. Im Rahmen dieser Tätigkeit werden auch die Anfragen per E-mail beantwortet, die auch eine Form der virtuellen Auskunft darstellen.
Unter dem markanten Stichwort "Ask!a librarian" wird auf das Beratungsangebot ausgehend von der Frontdoor-Seite an verschiedenen Stellen der Homepage hingewiesen. Der typische Schriftzug gewährleistet den Wiedererkennungseffekt in allen Bereichen der Bibliothekshomepage. Unter "Ask!a librarian" werden die unterschiedliche Formen der Kontaktaufnahme dem Benutzer offeriert:

  • Ask!live : Chat mit einem Mitarbeiter
  • Ask!e-mail : Anfrage per E-Mail
  • Ask!phone : telefonische Auskunft
  • Ask!in person : Hinweis auf die Auskunftsbereiche in den Bibliotheken
  • Ask!by appointment : Kontaktaufnahme mit einem Fachreferenten


Besonders erwähnenswert ist das Angebot "Ask! a live librarian", das im Rahmen eines Projekts ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe der Software "24/7 Reference" tritt der Benutzer per Chat mit dem Mitarbeiter in Kontakt. Die gestellten Fragen werden während des Chats abgespeichert, alle Links auf die verwiesen wird, werden angezeigt. Diese Informationen bekommt der Benutzer dann im Anschluss an seine E-Mail-Adresse geschickt und hat so die Möglichkeit jederzeit auf die Informationen zurückzugreifen. Dieser Dienst wird auf freiwilliger Basis von den Mitarbeitern des Bibliothekssystems übernommen und zur Zeit montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr, außerdem montags und mittwochs von 17 bis 20 Uhr angeboten. Leider konnte die Dienstleistung, auch in den Abendstunden bis 23 Uhr zur Verfügung zu stehen, nicht gehalten werden. Ein Vorteil besteht darin, dass der diensthabende Mitarbeiter sich nicht in den Räumen der Bibliothek befinden muss. Daneben bewegen sich die Lizenzkosten für die nötige Software im Rahmen des Machbaren.

Der Abschlussbericht des Projekts zeigt, dass dieser Dienst von den Benutzern durchweg positiv angenommen wurde. Im Zeitraum November bis Juni wurden über diesen Chat 580 Anfragen gestellt. Damit das Auskunftsangebot nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ gesichert ist, wird auch hier auf Schulungen der Mitarbeiter besonderen Wert gelegt. Für neue Mitarbeiter wird eine Eingangsschulung von sechs Wochen durchgeführt, in der die verschiedenen Bereiche der Campus-Bibliotheken einbezogen werden. Des weiteren werden die Mitarbeiter z.B. von Datenbank-Anbietern direkt geschult oder sie können ihre Kenntnisse in nicht so häufig genutzten Datenbanken während der etwas ruhigeren Sommermonate auffrischen.


Auszug aus der "Philosophy of Staff Training and Organizational Development":
"We envision a workplace where learning is not just a formal event but on-going and an integral part of our daily work lives".
In unseren Augen ist genau dieser Aspekt der ausschlaggebende Faktor. Fortbildung bzw. Weiterbildung ist im bibliothekarischen Arbeitsalltag immer noch eine besondere Veranstaltung, die sporadisch angeboten bzw. in Anspruch genommen wird, von einem Mitarbeiter mal mehr, vom anderen mal weniger. Um eine stabile Basis für eine auch qualitativ gute Dienstleistung zu haben, muss die Weiterbildung für Mitarbeiter erheblich intensiviert werden. Dies stellt aber den Kollegen wiederum in vielen Fällen vor das Problem, dass die "normale" Tätigkeit nebenbei auch noch erledigt werden muss. Ob in Zeiten von Personaleinsparungsmaßnahmen dieses Dilemma befriedigend zu lösen ist? Eine gewisse Skepsis ist wohl berechtigt!

Christiane Brand/Claudia Schmidt E-Mail an AutorIn
HLUB Darmstadt

Fortbildung und Veranstaltungen

Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung hat ihre Arbeit aufgenommen

Gem. Erlass des HMWK vom 3.6.2002 (StAnz. 25/2002, S. 2233) wurde dem HZK u.a. auch die Aufgabe einer Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung der hessischen Bibliotheken übertragen. Praktisch relevant wird dies nunmehr zum 1.10.2003, nachdem die Bibliotheksschule ihren Betrieb eingestellt hat. Personell besetzt ist die Geschäftsstelle mit Frau Rützel-Banz (Tel.: 069/212-39204 / E-Mail: ruetzel-banz@stub.uni-frankfurt.de Montag bis Donnerstag).

Die Arbeit der Geschäftsstelle wird sich auf rein organisatorische Aufgaben beschränken, was in enger Abstimmung mit den Bibliotheken des hessischen Ausbildungsverbundes erfolgen wird.

Im Bereich "Ausbildung" geht es dabei insbesondere um die Koordination von Ausbildungsaktivitäten für den Höheren Dienst. Die Ausbildung wurde zum 1.10.2003 neu konzipiert (s. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken im Lande Hessen / APOhDwB vom 27.8.2003; StAnz. 38/2003, S. 3787). Die gesamte Ausbildung dauert zwei Jahre. Praktische und theoretische Ausbildung werden über die gesamte Ausbildungsdauer miteinander verzahnt. Die theoretische Ausbildung findet auf Basis eines Verwaltungsabkommens zwischen dem Land Hessen und der Humboldt-Universität zu Berlin in Form eines postgradualen Fernstudiums "Bibliothekswissenschaft" am Institut für Bibliothekswissenschaft der Philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin statt.
Zum 1.10.2003 wurden in Hessen 5 Referendare eingestellt.

Im Bereich "Fortbildung" geht es darum, bedarfsorientiert und praxisbezogen Fortbildungsveranstaltungen für hessische Bibliotheken zu planen und zu organisieren und damit an die jahrzehntelange Praxis der Bibliotheksschule anzuknüpfen. Das Programm für 2004 wird z.Zt. in Zusammenarbeit mit den lokalen Fortbildungsbeauftragten konzipiert.

Rolf-Dieter Saevecke
HZK

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Impressum

HeBIScocktail 1/2004 (5. Januar 2004)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://smirnoff.rz.uni-frankfurt.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff (gib), Andrea Arndt (ana), Monika Denker (mod), Renate Koch-Krug (rek), Heike Nienerza (hen)
Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Angelika Hinrichs (anh), Elmar Reith (elr)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@stub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 2/2004 erscheint April 2004.

Redaktionsschluss: 8. April 2004

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