HeBIScocktail
Ausgabe: 2005-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
geht es Ihnen auch so? Bevor ein Jahr zu Ende geht, lässt man es noch einmal Revue passieren, ruft sich sowohl die positiven als auch die negativen Momente ins Gedächtnis. Und stellt vielleicht fest, dass es Jahre gibt, von denen man sich gerne verabschiedet. Mit Erleichterung und Neugier schaut man auf das neue Jahr, welches unberührt wie frisch gefallener Schnee vor einem liegt. Zwölf Monate, in denen Altvertrautes sich neu darstellen und Neues zum vertrauten werden kann, liegen vor einem - manche nennen es Hoffnung!
Gelassenheit und hoffungsfrohe Zeiten wünscht Ihnen

Gisela Bröckerhoff
HeBIS Verbundzentrale

Pica-System

Aktuelle Pica-Informationen

... gibt es wie üblich auf der Pica-Hompage.

Und auch einen aktuellen Newsletter gibt es zum Download.

(ana)

Neues von den Datenbanken

Geänderte Kategorien

Im Bereich der Nummern haben wir zwei kleinere Änderungen vorgenommen, um uns der DDB und ihrem Internformat anzugleichen.

So sind die Kategorien jetzt zu besetzen:

  • 2040 EAN (vorher: 2041)
  • 2041 UPC
  • 2070 LoC-Nummer (vorher: 2040)

Bitte beachten Sie diese Änderung, falls Sie die angegebenen Nummern in Ihren Titelaufnahmen verwenden.

(anh)
HeBIS-Portal - Bücher, Volltexte, Services:

Neuer Rundum-Service für Benutzer

Im HeBIScocktail 2/2004 berichteten wir unter der Ueberschrift HeBIS goes Elektra goes HeBIS erstmals über das Projekt HeBIS-Portal.

Ende November 2004 war es dann endlich so weit: Nach einer Phase intensiver Vorbereitungen in BDV und HeBIS-Verbundzentrale konnte der neue Benutzer-Service auf der Basis der Portal-Software SISIS-Elektra in Betrieb genommen werden. Der Zugang erfolgt über den Button "HeBIS-Portal" auf der neuen HeBIS-Katalogstartseite oder direkt unter http://www.portal.hebis.de.

Bibliotheksbenutzer sind heute mit einer verwirrenden Vielfalt von Datenbanken, Online-Katalogen und Bestelloptionen konfrontiert, in der sie sich nur mit Mühe zurechtfinden. Hier setzt das HeBIS-Portal an. Es soll dem Benutzer die Orientierung im Angebot an Recherche- und Bestellmöglichkeiten weitestgehend abnehmen, indem es ihm für seine Literatursuche eine einheitliche Plattform und Oberfläche mit folgenden Merkmalen bietet:

  • Metasuche in allen relevanten Datenbanken
  • einheitliche Präsentation der Rechercheergebnisse
  • automatische Ermittlung des schnellstmöglichen und einfachsten Bestellwegs

Das HeBIS-Portal umfasst entsprechend folgende Funktionalitäten:


Recherche und Titelanzeige

Bei der Recherche können mehrere Datenbanken simultan abgefragt werden. Folgende Datenbanken stehen dem Benutzer in der jetzigen ersten Ausbaustufe des Portals zur Auswahl:

  • HeBIS-Verbundkatalog mit und ohne Zeitschriftenaufsätze
  • HeBIS-Retro (in seiner Verbund-Variante)
  • die OPACs der HeBIS-Lokalsysteme
  • die OPACs der anderen Bibliotheksverbünde (BVB, GBV, HBZ, KOBV, SWB)
  • der OPAC der DDB

Für die Eingabe der Anfrage stehen zwei Suchmasken zur Verfügung. Die Einfache Suche ist Google-ähnlich angelegt. Sie bietet nur eine Zeile für die Eingabe der Suchbegriffe und wird als "Suche über alles" in den voreingestellten Datenbanken HeBIS-Verbundkatalog ohne Zeitschriftenaufsätze und HeBIS-Retro ausgeführt. Für geübtere Benutzer gibt es alternativ dazu die Erweiterte Suche. Diese bietet die üblichen differenzierten Suchmöglichkeiten mit Suchschlüssel- und Datenbankauswahl.

Die Titelpräsentation in den Trefferlisten und in der Einzeltrefferanzeige (Titelvollanzeige) erfolgt nach einem einheitlichen Schema, so dass sich der Benutzer nicht mit den Besonderheiten der Datenbank auseinandersetzen muss, in der der Titel gefunden wurde.


Verfügbarkeitsrecherche und Bestellung - Riesen-Komfortgewinn für den Benutzer

Die Verfügbarkeitsrecherche ist das Kernstück des HeBIS-Portals. Sie wird für den gewünschten Titel mit dem Button "Volltext?/Bestellung?" von der Trefferliste oder der Einzeltrefferanzeige aus aufgerufen und dient der Ermittlung des optimalen Bestellwegs. Letzteres setzt allerdings voraus, dass die "Heimatbibliothek" des Benutzers bekannt ist. Deshalb kann die Verfügbarkeitsrecherche nur in vollem Umfang genutzt werden, wenn man sich mit seiner lokalen Kennung und dem dazugehörigen Passwort im Portal angemeldet hat. Den Login-Bildschirm dafür erhält man mit dem Button "Anmeldung".

Bei der Verfügbarkeitsrecherche wird "im Hintergrund" nochmals eine automatische Recherche nach dem gewünschten Titel ausgeführt. Dabei werden alle in das Portal eingebundenen Datenbanken einschließlich der OPACs der HeBIS-Lokalsysteme berücksichtigt, so dass sogar Informationen über den lokalen Ausleihstatus abgerufen werden können. Als Ergebnis wird dem Benutzer - je nach Sachlage - angeboten:

  • Eine lokale Bestellung oder Vormerkung in seiner Heimatbibliothek
  • ein Link zum Nachweis und Bestandsinfo des gewünschten Titels im lokalen OPAC (wenn der Titel lokal vorhanden, aber nicht online bestellbar ist)
  • ein Button für die Fernleihbestellung
  • eine URL für den Volltextzugriff (bei Online-Ressourcen).

Damit bietet das HeBIS-Portal dem Benutzer gegenüber den bisherigen Recherche- und Bestellmöglichkeiten einen enormen Komfortgewinn: Der Benutzer muss sich keine Gedanken mehr machen, wo er recherchieren und in welcher Datenbank er seine Bestellung aufgeben muss. Lästige Datenbankwechsel (z.B. vom lokalen OPAC in den Verbund-OPAC oder umgekehrt) entfallen.

Weitere personalisierte Dienste für angemeldete Benutzer

Neben der Verfügbarkeitsrecherche stehen angemeldeten Benutzern im HeBIS-Portal noch weitere personalisierte Dienste zur Verfügung. Durch

  • Speicherung von Datenbankprofilen für die Metasuche
  • Speicherung von Merklisten (Titellisten)
  • Inanspruchnahme des Profildienstes

können sich angemeldete Nutzer eine ihren Bedürfnissen entsprechende persönliche Sicht auf das HeBIS-Portal zusammenstellen.

HeBIS-Portal als Basis für die verbundübergreifende Fernleihe

Durch Einbindung sämtlicher Verbund-OPACs in die Datenbankauswahl und die Verfügbarkeitsrecherche schafft das HeBIS-Portal die notwendige technische Basis für die automatisierte Fernleihbestellung in anderen Verbünden. Die verbundübergreifende Fernleihe konnte schon kurz nach Freigabe des HeBIS-Portals im Dezember 2004 in Produktion genommen werden, mit HBZ und BVB als ersten Partnern. Näheres dazu lesen Sie im Artikel Verbundübergreifende Fernleihe mit dem HBZ und dem BVB angelaufen.

Wie geht es weiter?

Im Vergleich zu den bisherigen Recherche- und Bestellmöglichkeiten ist das HeBIS-Portal für unsere Benutzer schon ein kleiner Quantensprung. Indem es die Metasuche in allen relevanten Katalogen ermöglicht und mit der lokalen und Fernleihbestellung unter einer Oberfläche integriert, erfüllt es die wesentlichen Wünsche und Forderungen, die sich bei der 2003 durchgeführten Online-Umfrage zur Nutzung der HeBIS-Verbundkataloge herauskristallisiert hatten (s. HeBIScocktail 2/2004, Ergebnis der Umfrage bei NutzerInnen der HeBIS-Verbundkataloge). Aber, wie wir ja alle wissen ...

Es gibt es nichts, was nicht noch besser werden könnte! Die Funktionalitäten des HeBIS-Portals müssen deshalb in nächster Zeit optimiert und sukzessive weiter ausgebaut werden.

Als vordringlichste Aufgabe sollen Anfang 2005 Arbeiten zur Verbesserung der Verfügbarkeitsrecherche in Angriff genommen werden. Insbesondere müssen die Suchkriterien erweitert werden, mit denen Besitznachweise für den gewünschten Titel ermittelt werden. Derzeit werden ausschließlich ISBN und ISSN verwendet (nur bei Titeln aus der Treffermenge von HeBIS kann ersatzweise die PPN genutzt werden). Daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Problemen, die nur teilweise durch Eigenprogrammierung behoben werden konnten. Entsprechende Anforderungen zur Weiterentwicklung und Erweiterung der Verfügbarkeitsrecherche wurden bereits zusammengestellt und an die Firma Sisis weitergegeben. Sie sollen mit den nächsten für Anfang 2005 angekündigten Elektra-Versionen sukzessive umgesetzt werden.

Im HeBIScocktail werden wir Sie über die weiteren Fortschritte unseres Portals auf dem Laufenden halten. In dieser Ausgabe bleibt uns nur noch, Sie unter http://www.portal.hebis.de zum Stöbern und Ausprobieren einzuladen. Da es den Rahmen eines Cocktail-Artikels sprengen würde, auf jedes Detail einzugehen, geht Probieren über Studieren. Sollten sich dabei Fragen ergeben, dürfen Sie diese gerne richten an: Heike Nienerza, HeBIS-Verbundzentrale, E-Mail: h.nienerza@ub.uni-frankfurt.de.

Heike Nienerza / Uwe Reh
HeBIS-Verbundzentrale / HRZ Frankfurt, Abt. BibliotheksDatenVerarbeitung
Verbundübergreifende Fernleihe mit dem HBZ und dem BVB angelaufen

Bereits im Juli 2004 startete die verbundübergreifende Fernleihe mit dem nordrhein-westfälischen Bibliotheksverbund. Derzeit werden monatlich rund 1.800 Online-Bestellungen aus NRW von HeBIS-Bibliotheken bearbeitet. Seit Dezember 2004 bestellt nun auch der bayrische Bibliotheksverbund (BVB) im Rahmen der verbundübergreifenden Fernleihe im Hessischen Bibliotheksverbund.

Mit der Einführung des HeBIS-Portals im November 2004 wurde schließlich die Voraussetzung dafür geschaffen, HeBIS-Benutzer unmittelbar an den Vorteilen der verbundübergreifenden Fernleihe teilnehmen zu lassen. Seit Dezember 2004 werden der nordrhein-westfälische ebenso wie der bayrische Bibliotheksverbund als mögliche Lieferanten einer Fernleihbestellung auf Monographien vom HeBIS-Portal berücksichtigt und automatisch in den Leitweg der Online-Fernleihe aufgenommen.


Dabei macht Fernleihe über das HeBIS-Portal die ausdrückliche Wahl eines Fernleihdienstes weitgehend überflüssig. Das System erkennt selbsttätig, welche Form der Fernleihe erforderlich ist. Wurde während der Verfügbarkeitsrecherche des HeBIS-Portals ausschließlich Bestand in HeBIS-Bibliotheken ermittelt, wird eine der gewohnten OPAC-Bestellung analoge Fernleihbestellung erzeugt. Wird (zusätzlich) Bestand in den Partnerverbünden (derzeit HBZ und BVB) gefunden, werden die entsprechenden Verbünde an den HeBIS-Leitweg angehängt. Konnte kein verfügbarer Bestand in HeBIS oder den Partnerverbünden ermittelt werden, wird der Bestellwunsch des Benutzers automatisch als "Freie Bestellung" ins HeBIS-Zentralsystem eingelastet.


Der Leitweg wird auch für die verbundübergreifende Fernleihe entsprechend des in HeBIS festgelegten Leitweg-Algorithmus vorgenommen: entscheidend für die Position der Bibliothek im Leitweg ist im Wesentlichen der Bibliothekstyp, durchschnittliche Berabeitungsdauer, durchschnittliche positive Erledigungsrate und die Tageskapazität der betroffenen Bibliothek. Natürlich wird dabei auch Sorge dafür getragen, dass Partnerverbünde zwar untereinander "mit gleicher Elle" gemessen werden, jedoch im Leitweg stets nach den HeBIS-Bibliotheken zu stehen kommen.


Die Weiterbearbeitung der verbundübergreifenden Bestellungen durch das Fachpersonal erfolgt in gleicher Weise wie bei den bisherigen Online-Fernleihen. Besondere Bearbeitungsschritte sind nicht notwendig, da Weiterleitung der jeweiligen Bestellungen an die Partnerverbünde ebenso wie der Empfang von Quittierungen vom Fernleihsystem selbst übernommen wird.


Zwei Arbeitserleichterungen sind dennoch für das erste Quartal 2005 vorgesehen. Vermittelt über WinIBW-Makros wird zum einen der Bestellverlauf in den Partnerverbünden einsehbar sein. Zum anderen wird über eine "Online-Signierhilfe" dem Fachpersonal die Möglichkeit geboten, auch nachträglich den Leitweg einer Online-Fernleihe durch Einfügen von besitzenden Partnerverbünden zu erweitern. Auch für den letztgenannten Dienst wird das HeBIS-Portal als Recherchebasis in Anspruch genommen.


Dr. Uwe Risch E-Mail an AutorIn
Hochschulrechenzentrum/Bibliotheksdatenverarbeitung

Mitteilungen der Verbundzentrale

Umstellung des HeBIS-Handbuchs

Das HeBIS-Handbuch wurde inzwischen fast vollständig in HTML-Seiten umgewandelt. Das hat vorrangig bearbeitungstechnische Gründe in der Verbundzentrale und hat für Sie wenige bis keine Auswirkungen.

Statt des Downloads einer PDF-Datei wird der Inhalt des Handbuchkapitels künftig direkt auf der aufgerufenen Seite erscheinen. Rechts vom Text finden Sie einen Link "Kapitel drucken". Sie erhalten die Anzeige des Textes in einer druckerfreundlichen Version, angelehnt an das bisherige Layout des HeBIS-Handbuchs. Zum Ausdruck betätigen Sie einfach die Druckfunktion Ihres Browsers, wobei Sie die Ihnen angenehme Schriftgröße unter "Druckvorschau" definieren können.

Damit verbunden ist die Einrichtung einer Suchfunktion über die Handbuchkapitel, so dass Sie mit einer einfachen Stichwortsuche die betreffenden Handbucheinträge schnell und einfach finden können. Die Suchfunktion ist wirklich sehr "einfach".

  • Geben Sie zwei Begriffe nebeneinander in die Suchfunktion ein, bewirkt das eine ODER-Suche.
  • Wenn Sie eine UND-Suche ausführen möchten, schreiben Sie bitte vor jeden Begriff ein "+" (also: +beschlüsse +katalogisierung)


Das Register zum HeBIS-Handbuch wird nicht mehr in Form einer Linkliste geführt. Es wird zwar wieder ein Register geben, dies ist jedoch lediglich für den Ausdruck bestimmt, was die Benutzung des ausgedruckten HeBIS-Handbuchs erleichtern soll.

Mit Hilfe dieser Maßnahme konnte auch die Verknüpfung der Handbuchkapitel untereinander verbessert werden. In den PDF-Dokumenten war es nicht möglich, auf gezielte Textpassagen in anderen Kapitel zu verweisen. Das geht aber mit HTML-Seiten.
(Anmerkung: Die Verlinkung auf bestimmte Stellen innerhalb eines Kapitels wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.)

(ana)

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Frankfurt - Universitätsbibliothek
Änderungen in der Universitätsbibliothek Frankfurt

In der Frankfurter Bibliothekswelt hat das neue Jahr eine gravierende Änderung gebracht: Durch den Kulturvertrag von 1999 ist die Stadt- und Universitätsbibliothek zum 1.1.2005 in die Trägerschaft des Landes Hessen übergegangen und wurde in die Johann-Wolfgang-Goethe-Universitaet eingegliedert. Gemeinsam mit der Senckenbergischen Bibliothek firmiert sie nun unter dem neuen Namen

Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UB (einschließlich HeBIS-Verbundzentrale) können ab sofort wie folgt erreicht werden:

  • per Telefon: 069/798 + Apparatnummer (in vielen Fällen mit den bisherigen Apparat-Nummern identisch; eine Ansprechpartnerliste finden Sie im UnivIS (Informationssystem der Uni Frankfurt)
  • per E-Mail: Alle E-Mail-Adressen wurden strukturell umgestellt und bestehen nun immer aus InitialeVorname.Nachname@ub.uni-frankfurt.de (also z.B. r.albrecht@ub.uni-frankfurt.de)
    Die Ihnen bekannten alten Adressen gelten aber noch für eine Übergangszeit weiter.

Auch der Internet-Auftritt der neuen UB wurde entsprechend angepasst. Die Adresse der Homepage lautet nun http://www.ub.uni-frankfurt.de.

In der HeBIS-Welt wird diese Änderung selbstverständlich auch nachvollzogen: Ab sofort verwendet die neue UB Frankfurt einheitlich den Abteilungscode 000 für ihre Katalogisate/Lokaldaten. Bezüglich der bereits vorhandenen Exemplardaten hat sich das Lokalsystem Frankfurt jedoch wegen der Unzuverlässigkeit des Pica-Update-Prozesses dazu entschieden, vorerst die schon vorhandenen Lokaldatensätze der beiden Bibliotheken unverändert in der HeBIS-Datenbank zu belassen.

Die Bibliotheksnormdatensätze der ehemaligen Bibliotheken StUB und SeB sind so korrigiert, daß beide die identischen Angaben für die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Adresse, Ansprechpartner, Öffnungszeiten, usw. enthalten.

Sollten Sie zu diesen Veränderungen noch Fragen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Rhein-Main-Gebiet
Virtuelle Auskunft "InfoPoint" gestartet

Unter dem Motto 

InfoPoint

ist im vergangenen Oktober ein virtueller Auskunftsdienst ans Netz gegangen. Die Deutsche Bibliothek, die Stadtbücherei Frankfurt am Main, die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main sowie die USA-Bibliothek der Universitätsbibliothek Mainz haben sich dazu zu einer Kooperative zusammen geschlossen. Außerdem ist der deutsche InfoPoint Mitglied eines weltweiten Auskunftsnetzes, an dem mehrere hundert Bibliotheken beteiligt sind.

Auskunftssuchende brauchen nur noch ein Webformular auszufüllen und dort möglichst exakt ihre Frage zu formulieren - der Rest wird von den Bibliothekaren in den beteiligten Bibliotheken erledigt. Garantiert wird in jedem Fall eine individuell recherchierte, fachlich fundierte und direkt weiter verwertbare Antwort von Informationsspaezialisten. Damit will der neue Auskunftsdienst sich bewusst von den Zufallsergebnissen bekannter Suchmaschinen abheben. Trotz des hohen Qualitätsanspruches sind Auskünfte im Rahmen von InfoPoint in der Regel kostenlos. Lediglich bei aufwendigen Recherchen oder beim Versand von Kopien zur Beantwortung einer Anfrage können geringe Gebühren anfallen, die aber vorher mit dem Rat suchenden Benutzer abgestimmt werden.

Die Stadtbücherei Frankfurt hält im Rahmen von InfoPoint ein spezielles Frageformular für Kinder bereit. Zudem ist man dort auf die speziellen Anforderungen der jugendlichen Benutzer eingestellt und kann den Kindern und Jugendlichen eine ihrem Alter angemessene Auskunft und Beratung garantieren.

Das InfoPoint-Konsortium möchte nach dem erfolgreichen Start seine Dienstleistung weiter optimieren und ausbauen. Im Laufe des Jahres 2005 soll eine Chatfunktion eingerichtet werden, bei der zu bestimmten Zeiten direkt via Internet mit einem fachkundigen Bibliothekar kommuniziert werden kann. Außerdem möchte man gerne weitere Bibliotheken aus der HeBIS-Region zur Mitarbeit im InfoPoint gewinnen, denn es werden unbedingt noch Spezialisten für bestimmte Themen und Fachgebiete gebraucht. Interessierte können über die HeBIS-Verbundzentrale Kontakt zum InfoPoint-Konsortium aufnehmen. Bereits begonnen wurde mit dem Aufbau einer gemeinschaftlichen Wissensdatenbank, in der Informationen dauerhaft gespeichert und wieder abrufbar gemacht werden.

Weitere Informationen

Homepage Der Deutschen Bibliothek:
Link außerhalb HeBIS http://www.ddb.de

Homepage der Stadtbücherei Frankfurt am Main
Link außerhalb HeBIS http://www.stadtbuecherei-frankfurt.de

  • Navigation zum Frageformular für Erwachsene:
    Service - InfoPoint: Sie fragen - Wir antworten - Weitere Informationen, Frageformular
  • Navigation zum Frageformular für Kinder:
    Service - InfoPoint für Kids: Fragt uns, was ihr wollt! - Weitere Informationen, Frageformular für Kids

Homepage der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Link außerhalb HeBIS http://www.stub.uni-frankfurt.de

Homepage der Universitätsbibliothek Mainz 
Link außerhalb HeBIS http://www.ub.uni-mainz.de

(ria)

Gremienberichte

Bericht von der 32. Sitzung der AGDBT 2004

Am 9. und 10. November fand in Berlin die 32. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer (AGDBT) statt.
Im Folgenden eine Übersicht der wichtigsten Diskussionsthemen, Informationen und Beschlüsse (das Protokoll der Sitzung wird in einigen Wochen auf der Homepage der ZDB unter http://www.zdb.spk-berlin.de/publikationen/agdbt.html zur Verfügung stehen)

Übernahme weiterer Fremddaten in die ZDB

  • Die auf der 31. Sitzung gewünschte "Einspielung der Verlegerdatei in die ZDB" sollte auf den vergangenen Sitzungen der AG Verbund beraten werden. Dies ist nicht geschehen.
  • Für den Dezember 2004 war ursprünglich die Integration der PND-Normdatei in die ZDB geplant. Die Übernahme gestaltet sich arbeitsaufwendiger als gedacht und wird auf das 1. Quartal 2005 verschoben. Wenn die Integration abgeschlossen ist, dürfen Titel nur noch mit der PND verknüpft, neue Personendaten müssen in der PND erfasst werden. Bei Schwierigkeiten mit der Individualisierung will die ZRT Hilfestellung leisten.

Neues aus den Verbünden / ZDB-Teilnehmern

  • Das OAI Harvesting kann im BVB erst mit der Einführung des Final Release einer neuen ALEPH-Version getestet werden. Der Einführungstermin 1.12.2004 ist daher nicht zu halten. Das Verfahren wird so konzipiert, dass damit auch andere Verbünde ihre Bestände in die ZDB einbringen könnten.
  • Die Planungen zu gemeinsamen Datenlieferungen von EZB und ZDB sind erst zu realisieren, wenn die DFG das Projekt "Kooperation EZB/ZDB" bewilligt hat (Umsetzung ca. 2006/07). 
  • Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt (November 2004) sind ca. 100.000 Zeitschriftenbestandsdaten der DDB in der ZDB eingebracht. Durch diverse Schwierigkeiten verzögert sich der ursprüngliche Zeitplan, sodass mit dem Start der Zeitschriftenkatalogisierung der DDB in der ZDB erst ab Frühjahr 2006 zu rechnen ist.
  • Der GBV will seine Bestandslieferungen an die ZDB zukünftig von einem monatlichen Rhythmus auf wöchentliche Lieferungen umstellen. Körperschaftsdaten wurden vor kurzem zu Testzwecken an die GKD geliefert (später sollen auch diese Daten wöchentlich geliefert werden).

Regelwerksfestlegungen (ZETA)

  • Die ZRT legte eine, um den Abschnitt "Digitalisierungen" erweiterte, Version des ZETA-Kapitels E 456 "Maschinenlesbare Ausgaben" vor. Neben einer Aufführung der Prüfkriterien zur Bestimmung einer layoutgetreuen Digitalisierung waren Festlegungen zu Katalogisierung der sogenannten "E-Papers" ( Online-Ausgaben der gängigen Tageszeitungen) enthalten. Danach sind E-Papers keine layout-getreuen Digitalisierungen (obwohl sie teilweise diese Kriterien durchaus erfüllen). Sie werden nach den allgemeinen Regeln für elektronische Ressourcen im Fernzugriff beschrieben und erhalten eine eigene Aufnahme. 
  • Zur Präzisierung des § RAK-NBM 109 durch EGOR und den Standardisierungsausschuss (" 109,3. Fortlaufende Sammelwerke, die in verschiedenen Ausgaben (z.B. Auflagen, Nachdrucken) und/oder verschiedenen physischen Formen (z.B. Mikroformen) erscheinen, erhalten eine einzige Einheitsaufnahme. Elektronische Ressourcen auf Datenträgern und elektronische Ressourcen im Fernzugriff erhalten jedoch jeweils eine eigene Einheitsaufnahme.  Liegen jedoch nur einzelne Teile einer Schriftenreihe als elektronische Ressource auf Datenträgern oder als elektronische Ressource im Fernzugriff vor, so wird für die Schriftenreihe nur eine Einheitsaufnahme gemacht.") stellte die ZDB fest: Die ZDB sieht sich angesichts der beschlossenen Neufassung des RAK-NBM Paragraphen 109,3 nicht in der Lage, über die Behandlung von Schriftenreihen zu entscheiden, die in einzelnen Teilen als elektronische Ressource auf Datenträgern bzw. im Fernzugriff erscheinen. Entsprechende Aufnahmen der Teilnehmer werden daher ohne formale Prüfung auf ihre Berechtigung zugelassen.
  • Zum Thema "Harmonisierung der Splitregeln: Angleichung der ZETA an die ISBD-CR" s. den "Bericht über die Sitzungen der AG ZETA/ISBD-CR".
  • Für die Behandlung von E-Mail-Newslettern wurde, einem BVB-Vorschlag folgend, festgelegt:
    • E-Mail-Newsletter mit Webarchiv (Dokumente im Volltext) Behandlung wie Online-Zeitschrift; Angabe der URL des Webarchivs; fakultative Fußnote "Auch per E-Mail-Subskription erhältlich"
    • E-Mail-Newsletter mit Website (nur Infos / Registrierung) Eintrag der Zugriffsmethode in 4085 $T (E-Mail); Angabe der URL der Website; Fußnote "Nur per E-Mail-Subskription erhältlich"; Keine Angabe der E-Mail-Subskriptionsadresse
    • E-Mail-Newsletter nur über Subskription Eintrag der Zugriffsmethode in 4085 $ T (E-Mail); Angabe der E-Mail-Subskriptionsadresse; Fußnote "Nur per E-Mail-Subskription erhältlich"
    • E-Mail-Newsletter auf Bibliotheksserver lokal zugänglich Wenn generell frei zugänglich, dann Behandlung wie "E-Mail-Newsletter mit Webarchiv", sonst Lokaldaten mit lokaler URL und Kommentar "Online nur in/für ... zugänglich" 
  • nach der bestehenden Regelung für die Besetzung des Feldes 4025 (Angaben von Titelkonkordanzen) sollen die Angaben zur Zählung der Bezugswerke möglichst vollständig erfolgen. Die Regelung zur ebenfalls möglichen Angabe in pauschaler bzw. vereinfachter Form ist in ZETA nicht eindeutig formuliert. Mailbox-Anträge auf vereinfachte Darstellung wurden in der Vergangenheit von der ZRT mit Hinweis auf die ZETA-Bestimmungen in der Regel abgewiesen.
    Einem HeBIS-Antrag auf Neufassung der ZETA-Vorschriften für das Feld folgend, werden diese Bestimmungen überarbeitet, Anträge auf vereinfachte Darstellung sollen zugelassen werden.

Felder und Codierungen in der ZDB

  • Auf Antrag des GBV sollen die in Feld 1101 (Materialspezifische Codes für Elektronische Ressourcen) möglichen Codierungen für die Beschreibung digitaler Master in EROMM durch die Einführung eines weiteren Subfelds ausgeweitet werden. In dem neuen Feld sollen codierte Angaben zu Farbe, Dimensionen, Ton, Bit-Tiefe der Bilddatei, Grad der Kompression, Qualität der Konversion usw. abgelegt werden können.
  • Einstimmig beschlossen wurde die generelle, wechselseitige Doppelverzeichnung von ISSNs in parallel erscheinenden Print- und Online-Ausgaben. Für die Eintragungen werden nicht die bestehenden Felder 2010/2019 benutzt sondern zusätzliche Felder eingerichtet.
  • Das Nationale ISSN-Zentrum für Deutschland ist bei der DDB in Frankfurt angesiedelt. Dem Antrag der DDB auf Einrichtung eines neuen Felds zur Verzeichnung der von ihr vergebenen "autorisierten ISSN" (die oftmals nicht mit der in der Vorlage eingedruckten ISSN identisch ist) und des damit zusammenhängenden "Key titles" wurde stattgegeben. Beide Informationen sollen mit einem neuen Schlüssel indexiert und in die ZDB-Datenlieferungen aufgenommen werden.
  • Zur Entlastung von Teilnehmern und ZR können bei bereits vorhandenen Titelaufnahmen die Felder 4243 (Verknüpfung zwischen Druck- und Internetausgaben) und 2199 (Sonstige Standardnummern) künftig neu erfasst bzw. wiederholt werden. 4243: Die Ansetzung der Internetausgabe muss dabei nicht der Ansetzung der Druckausgabe entsprechen. 2199: Der Vortext für die ID-Nummern muss bereits in ZETA erwähnt sein. 
  • Auf Antrag des HeBIS-Verbunds wird, im Interesse einer schnellen Voraborientierung der Benutzer, ein neues Feld eingerichtet, in dem Angaben zu den immer differenzierter werdenden Inhalten von elektronischen Ressourcen erfasst werden können. Die gegenwärtig für solche Eintragungen genutzten Felder (4701, im OPAC nicht sichtbar und 4226 "Hinweis auf unselbst. enth. Werke") sind nicht geeignet.
  • Die ZDB möchte im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den virtuellen Fachbibliotheken eine bessere inhaltliche Erschließung ihrer Titeldaten ermöglichen. Die bestehende Fachsystematik (Feld 580) kann dies nicht leisten Sie plant eine klassifizierende Inhaltserschließung durch die Bereitstellung eines neuen Felds für die Erfassung/Übernahme von Dewey-Dezimalklassifikationen und der Einrichtung eines neuen Felds "Notationen weiterer Klassifikationssysteme", das u.a. von den virtuellen Fachbibliotheken verwendet werden kann. Die gegenwärtige Fachsystematik wird fortgeführt.
    Bei der zur Zeit laufenden Integration der DDB-Zeitschriftendaten in die ZDB werden die Sacherschließungsdaten der DDB bereits mit übernommen (z.Zt. Sachgruppen der DNB und RSWK-Ketten ab 1986. Ab 2005 kommen DDC-Notationen hinzu). Es soll versucht werden, mit Hilfe einer Konkordanz die ZDB-Fachgruppen automatisch in DDC-Notationen umzusetzen. 

    Ausgehend von einem Antrag des GBV hatte in 2004 eine von der AGDBT eingesetzte AG mehrfach mit dem Ziel getagt, die Exemplarstruktur in der ZDB so zu ändern, dass mehr als die gegenwärtig möglichen 2 Signaturen zu einem Exemplar erfasst und recherchiert werden können. Dabei wurde ein Vorschlag zur Neustrukturierung der Bestandsdaten erarbeitet, der die Felder 7100 - 7109 in jeweils gleicher Syntax vorsieht:

    !!$f Standort!!$a Signatur_;_$g Sondersignatur_(($c Kommentar))_@_$d Indikator

    Zur maschinellen Interpretation der Angaben in den Kommentarfeldern würden die neuen Felder 7140 - 7149 analog zu 7120 eingerichtet. 8032 bzw. 7120 würden weiterhin den für das jeweilige Exemplar gültigen Gesamtbestand enthalten und zur Analyse für die Fernleihe herangezogen. Die Altdaten müssten durch einen maschinellen Lauf in die neue Struktur gebracht werden.
    In einer weiteren Sitzung sollen unklare Punkte wie benötigte MAB-Felder und Formulierungen im Subfield "Kommentar" geklärt werden.
  • Zur Abstimmung kam ein GBV-Antrag auf Einführung von Codes im Feld 0500 (Physikalische Form) bzw. 0600 (Code-Angaben der ZDB) für AV-Material, Karten, Noten und Tonträger. Die Abstimmung ergab, dass AV-Material in 0500, Noten und Tonträger in 0600 abgelegt werden sollen. Der Begriff "Karten" muss vor einer Entscheidung noch einmal näher untersucht werden, da einzelne Landkarten oder Atlanten unterschiedlich behandelt werden müssen.
  • Zum Thema "Splits bei elektronischen Zeitschriften" s. den "Bericht über die Sitzungen der AG ZETA/ISBD-CR".

Diverses

  • Der SWB äußerte den Wunsch, ein Skript bereitzustellen, dass das Feld 4024 (Normierter Erscheinungsverlauf) automatisch aus den Eintragungen im Feld 4025 erzeugen kann. Die Erfahrungen in HeBIS und der ZDB mit den Skripten für 7120 haben gezeigt, dass die Programmierung eines solchen Skripts aufgrund der Vielzahl der möglichen Heftzählungsvarianten praktisch nicht machbar ist. Die IT-Abteilung der DDB will daher lediglich prüfen, ob das vorhandene Skript zur Erzeugung von 7120 so modifiziert werden kann, dass es auch für 4024 angewendet werden kann (d.h. Heftzählungen würden nicht berücksichtigt und müssten weiterhin manuell eingetragen werden). 
  • Ebenfalls auf Wunsch des SWB soll geprüft werden, ob für die direkte Katalogisierung von Lokaldaten in der ZDB eine Validation eingebaut werden kann, die verhindert, dass Zeitschriftenexemplardaten geändert werden können, ohne dass 7120 entsprechend angepasst wird.
  • Im Zusammenhang mit der erfolgten Freigabe für Korrekturen im Unterfeld "x" von 4085 wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Freigabe an restriktiven Bedingungen für Änderungen gebunden ist, wie sie bei der Beschlussfassungen zu dem HeBIS-Antrag formuliert worden waren (Bibliothek muss Bestand haben, lizenziert sein und 4025 muss abgeglichen sein).
H. Adam
Bericht über die Sitzungen der AGDBT-Arbeitsgruppe „ZETA/ISBD-CR“

ISBD-CR: International standard bibliographic description for serials and other continuing resources

Auf der 31. Sitzung der AGDBT hatte die ZDB ihre Absicht verkündigt, "eine sanfte Internationalisierung der deutschen Regelwerke zur Katalogisierung fortlaufender Sammelwerke zu erreichen". Ausdrücklich unterstützt wird dieses Vorhaben von den beiden Gremien "AG Verbund" und "Arbeitsstelle für Standardisierung". Zur Umsetzung hatte die AGDBT eine "AG ZETA/ISBD (CR)" ins Leben gerufen, die in bisher 2 Sitzungen (11.05.04 und 08.11.04) die Splitregelungen der beiden Regelwerke detailliert verglichen und sich mit den Chancen für eine Übernahme der ISBD-CR beschäftigt hat. Erklärtes Ziel der Anpassung an die ISBD-CR-Splitregeln soll die "Schaffung international einheitlicher Titelentitäten als Voraussetzung für erfolgreiche Verfahren der maschinellen Dokumentenlieferung und die Übernahme von Fremdkatalogisaten" sowie die "Reduzierung von Titelsplits" sein. Als Vorarbeit zur 1. Sitzung hatte die ZDB eine statistische Untersuchung an insgesamt etwa repräsentativen 400 Titeldatensätzen durchgeführt und dabei bestehende Titelsplits mit der fiktiven Anwendung der ISBD-CR-Regelungen auf die identischen Titel verglichen. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass sich bei ca. 90% der Titel identische Titeländerungen bzw. Titelschwankungen ergeben würden.

In der 1. Sitzung hatte die AG dann detailliert die Regelungen der ISBD-CR zu "Major" und "Minor changes" mit den entsprechenden ZETA-Regelungen (wenn vorhanden) verglichen und auf eine mögliche Angleichung geprüft. Neben einigen ISBD-CR-Regeln, die eine Reduzierung der Katalogisierungsarbeit mit sich bringen würden, gab es durchaus Punkte, die einen erhöhten Arbeitsaufwand zu Folge hätten. Letzteres würde sich vor allem aus denjenigen Regelungen der ISBD-CR ergeben, die eine inhaltliche Prüfung und Beurteilung der Vorlage (besonders in "entlegenen Sprachen" ) bedingen.

Auf der 2. Sitzung wurden dann die noch nicht behandelten Bestimmungen zu Unterreihen und elektronischen Ressourcen diskutiert und auf ihre mögliche Übernahme geprüft. Als Vertreter des HeBIS-Verbunds, versuchte Herr Adam, die angestrebte Anpassung noch einmal grundsätzlich mit folgenden Argumenten in Frage zu stellen:

  • Die statistische Untersuchung der ZDB hat gezeigt, dass eine Umstellung auf ISBD-CR nicht nötig ist, da bereits jetzt eine Übereinstimmung von ca. 90% der Titeldaten erreicht ist. Das Ergebnis der Untersuchung müsste anhand einer größeren Datenbasis verifiziert werden.
  • Die Tatsache, dass die ca. 1,12 Millionen Altdaten nicht in die Regeländerung einbezogen werden sollten, entkräftet das Argument der "Schaffung gleicher Titelentitäten", da es sicherlich Jahrzehnte dauern wird, bis eine relevante Zahl von Titelaufnahmen nach den neuen Regelungen vorliegt.
  • Das Ziel der "Titelsplitreduzierung" wird nicht erreicht (je nach Betrachtungsweise überwiegt sogar die Mehrarbeit).
  • Die Mehrbelastung der Katalogisierer durch neue, umfangreiche Regelungen zusätzlich zu den bestehenden ZETA-Kapiteln (für die Altdaten) wird nicht berücksichtigt.

Dem wurde entgegengehalten:

  • 90% Übereinstimmung sind kein ausreichender Wert
  • Die Altdaten sind für Dokumentenlieferungen sowieso nicht interessant
  • Die ZDB hat Probleme mit der Übernahme der EBSCO-Titel (die nach den amerikanischen Regelungen geliefert werden)

Für Unterreihen-Aufnahmen sind die Unterschiede bei der Festlegung des Hauptsachtitels in den beiden Regelwerken relevant. Bei ISBD(CR) bilden Gesamttitel und Unterreihentitel zusammen den Hauptsachtitel und das Auszählen der splitrelevanten Ordnungswörter beginnt dementsprechend beim ersten Ordnungswort diese Hauptsachtitels. Nach ZETA bestehen Unterreihentitel aus mehreren Ordnungsgruppen und das Auszählen der splitrelevanten Ordnungswörter beginnt (wenn sich die vorangehenden Ordnungsgruppen nicht ändern) am Anfang der letzten Ordnungsgruppe.

Für die Behandlung von elektronischen Ressourcen auf Datenträgern wurde grundsätzlich die Anwendung der ISBD (CR) vereinbart. Zur Klärung der Frage, wie bei der Katalogisierung verschiedener, fester Datenträger mit gleichem Hauptsachtitel (Diskette, CD-ROM, DVD ...) verfahren werden soll, wird die Expertengruppe Online-Ressourcen (EGOR) angerufen. Nach ISBD (CR) werden für diese verschiedenen Materialarten jeweils eigene Einheitsaufnahmen angelegt, während RAK-WB nur eine Einheitsaufnahme zulässt.
Als unterstützendes Argument für die Anwendung der ISBD (CR) auch auf elektronische Ressourcen im Fernzugriff, hatte die ZRT zur Sitzung ein Papier präsentiert, nach dem die jetzige Splitregelung (Split nur in klar definierten Ausnahmefällen) sich nicht bewährt hätte, weil sie immer wieder zu Unsicherheiten unter den ZDB-Katalogisierern führen würde.
Eine Umfrage unter den Sitzungsteilnehmern ergab, dass die Katalogisierer in den Verbünden mehrheitlich die Anpassung an die ISBD-CR begrüßen und daher (mit Ausnahme des GBV und HeBIS) elektronische Ressourcen und Printausgaben gleichbehandelt wissen wollen, d.h. die Splitregeln der ISBD-CR auch auf elektronische Ressourcen anwenden wollen.
Die Sitzungsteilnehmer einigten sich darauf, die ISBD-Split-Regelungen weitestgehend zu übernehmen, und nicht nur einzelne Bestimmungen in die bestehenden ZETA-Regeln einzuarbeiten. Zum weiteren Vorgehen wurde beschlossen, vom Standardisierungsausschuss einen offiziellen Arbeitsauftrag (unter Einbeziehung von Experten aus dem Bereich der Monographienkatalogisierung) für die Arbeitsgruppe zu erbitten, verbindliche Splitregelungen für beide Bereiche zu erarbeiten. Erst nach einer Abstimmung mit den Anforderungen der Monographienkatalogisierern - und wenn zumindest eine Tendenz bekannt ist, wie ein zukünftiges Regelwerk Urheberschriften usw. behandeln wird - können endgültige Festlegungen getroffen werden.

Inzwischen (Anfang Dezember 2004) gibt es einen Beschluss des Standardisierungsausschusses: "Der Standardisierungsausschuss beauftragt die Arbeitsstelle für Standardisierung, mit Vertretern der Expertengruppe Formalerschließung die Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke mit dem Ziel der Übernahme an die ISBD(CR) anzugleichen und bittet um Vorlage eines entscheidungsreifen Entwurfs bis Spätsommer 2005. Dazu empfiehlt er, zusätzlich auch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Datenbankteilnehmer der Zeitschriftendatenbank einzubinden".

H. Adam
Standardisierungsausschuss
Entscheidungen des Standardisierungsausschusses bgzl. Regelwerk und Format

(Aus dem Bericht über die 9. Sitzung des Standardisierungsausschusses am 15. Dezember 2004 - M. Michel via INETBIB)

Weiteres Vorgehen nach Abschluss des DFG-Projekts Umstieg auf internationale Formate und Regelwerke (MARC21 und AACR2)

Einem Auftrag des Standardisierungsausschusses folgend hatten der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme und die Leiterin der Arbeitsstelle für Standardisierung Vorschläge aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft und des Standardisierungsausschusses zur weiteren Vorgehensweise nach Projektabschluss zusammengestellt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme hatte die Vorschläge in ihrer Sitzung Anfang November 2004 ausführlich diskutiert, modifiziert und abschließend einstimmig gebilligt.

Nach ausführlicher Diskussion hat der Standardisierungsausschuss Folgendes beschlossen:

MARC21 soll einheitlich als Austauschformat angewendet werden. Die Deutsche Bibliothek und die Expertengruppe Datenformate wurden gebeten, die obligatorische Verwendung von MARC21 als einheitlichem Austauschformat vorzubereiten und einen Projekt- und Zeitplan unter Einschluss der notwendigen Ressourcen sowie erste Ergebnisse bis zur nächsten Sitzung vorzulegen.

Die Arbeitsstelle für Standardisierung wurde mit der Weiterentwicklung des Regelwerks auf der Basis der operativen Ziele und Maßnahmen aus dem gemeinsamen Vorschlagspapier der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme und der Arbeitsstelle für Standardisierung beauftragt.

Diese umfassen u.a.: 

  • Anwendung von Deutsch als Ansetzungs- und Arbeitssprache 
  • Vereinheitlichung und Integration der Sonderregeln in einem Regelwerk 
  • keine Verabschiedung AACR widersprechender Regelungen 
  • Übereinstimmung der Entitäten bei Titeln, Personennamen und Körperschaftsnamen durch Einführung international üblicher Regelungen (auch im Hinblick auf internationale Normdateien) 
  • bei Verwendung einer Normdatei Individualisierung als obligatorische Bestimmung
  • Anpassung des Regelwerks an flachere Hierarchien 
  • Anpassung der Splitregeln bei fortlaufenden Sammelwerken an die ISBD(CR) 
  • Untersuchung zur Bedeutung und Ansetzung des Einheitssachtitels („Uniform title“) im FRBR-Kontext fuer „work“ und „expression“

Im Zusammenhang mit dem im Sommer 2004 durchgeführten Stellungnahmeverfahren zur Angleichung der Ansetzung von Personennamen standen zwei Entscheidungen des Standardisierungsausschusses aus.

Der Standardisierungsausschuss hat für Personennamen des Mittelalters die Anwendung des Grundprinzips, die im Deutschen gebräuchlichste Form als Ansetzungsform zu wählen, beschlossen. Außerdem hat er die Verwendung der vollständigen Namensform als identifizierendes Merkmal für die Individualisierung analog AACR2 beschlossen.

Die Arbeitsstelle für Standardisierung arbeitet gemäß dem vom Standardisierungsausschuss gebilligten Vorschlag einen gemeinsamen Regelwerkstext für die Ansetzungsregeln der Personennamen für die Formal- und Sacherschliessung [...] momentan an einer Vorlage für einen gemeinsamen Text, der sich an der Struktur der AACR2 orientiert und die von den Expertengruppen vereinbarten Inhalte respektiert.

Der Standardisierungsausschuss hat darüber hinaus die aktive Teilnahme am Geneseprozess der AACR3 beschlossen. Die Expertengruppen sind zur Mitwirkung aufgefordert.

Der Standardisierungsausschuss hat die Arbeitsstelle für Standardisierung beauftragt, eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Angleichung der Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke an die ISBD(CR) mit dem Ziel der Übernahme einzurichten und zügig einen entscheidungsreifen Entwurf bis Spätsommer 2005 vorzulegen. Der Arbeitsgruppe sollen neben Vertretern der ZDB Vertreter der AGDBT und der Expertengruppe Formalerschliessung angehören. Für die Arbeit soll ein von der AGDBT erarbeitetes Papier herangezogen werden.

Der Standardisierungsausschuss hat die Bedeutung eines einheitlichen Normdatenformats bestätigt und die Beteiligten um zügige Vorlage eines entscheidungsreifen Entwurfs gebeten.

(ana)

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Impressum

HeBIScocktail 1/2005 (14. Januar 2005)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main
Redaktion: Gisela Bröckerhoff (gib), Andrea Arndt (ana), Monika Denker (mod), Renate Koch-Krug (rek), Heike Nienerza (hen)
Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Angelika Hinrichs (anh), Elmar Reith (elr)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@ub.uni-frankfurt.de

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Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 2/2005 erscheint April 2005.

Redaktionsschluss: 18. März 2005

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