HeBIScocktail
Ausgabe: 2006-4
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Cocktail erfahren Sie wieder die Neuigkeiten aus dem HeBIS-Verbund, diesmal unter der Überschrift "Rückblick und Ausblick".

  • Die diesjährigen Nutzerversammlungen gaben Gelegenheit, die Entwicklungen des vergangenen Jahres zu betrachten und sich über Neuerungen zu informieren.
  • Der HeBIS-Verbund-OPAC zeigt sich in neuem Gewand, wir berichten über Veränderungen und Verbesserungen.
  • Mit der Einführung und dem Ausbau des Nationallizenzen-Programmes ist es der DFG gelungen, die Versorgung mit elektronischer Fachinformation an deutschen Hochschulen, Fachhochschulen und wissenschaftlichen Bibliotheken nachhaltig zu verbessern. Lesen Sie dazu einen Bericht von einer Podiumsdiskussion auf der Buchmesse.
  • Es gibt wieder interessante Beiträge aus den Lokalsystemen, diesmal aus der UB Giessen und der PTH St. Georgen in Frankfurt.

Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre.

Ihr HeBIScocktail-Team

Entwicklungen und Planungen im Verbund

Nutzerversammlungen 2006

Die HeBIS-Nutzerversammlungen 2006 sind abgeschlossen und wir können auf drei erfolgreiche und interessante Veranstaltungen in Fulda, Marburg und Darmstadt zurückblicken.

Zunächst gab es einen Überblick über das Erreichte des vergangenen Jahres und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Verbund durch Herrn Dugall (Verbundleitung).

Ein besonderer Schwerpunkt wurde in diesem Jahr dem Electronic Resource Management (ERM) gewidmt. Die HeBIS-Konsortialgeschäftsstelle wird demnächst dafür ein noch relativ junges Produkt einsetzen, nämlich "Verde" der Firma Exlibris. Einen Überblick ueber dessen Leistungsfähigkeit, seine Funktionalitäten und die Einsatzgebiete lieferte Frau Wiesner von der Konsortialgeschäftsstelle.

Dr. Uwe Risch (Bibliotheksdatenverarbeitung, BDV) stellte mit FILOU ("Fernleihe im lokalen OUS") eine Neuentwicklung im Bereich der Fernleihe vor, die die FL-Bearbeitungszeit an den Bibliotheken deutlich verringern kann.

Im Anschluß an die Vorträge nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit für Fragen, Anregungen und zum Ideen-Austausch.

Die Präsentationen zu den einzelnen Vorträgen finden Sie hier:




T. Kindt E-Mail an AutorIn
Verbundzentrale

Neues von den Datenbanken

HeBIS-Datenbank: Blackwell's New Titles Announcement Service abbestellt

Seit Juni 2000 wurde der Datendienst "New Titles Announcement Service" des amerikanischen Library Suppliers Blackwell bezogen und als Fremddatendienst in die HeBIS-Datenbank importiert. Die Finanzierung hatte das HeBIS-Konsortium mit seinen zentralen Mitteln übernommen. Der Dienst erreichte nie besonders hohe Nachnutzungsquoten; diese schwankten meist zwischen 10 und 15 Prozent.

In den letzten Monaten häuften sich zudem die Klagen von Erwerbungsbibliothekaren und Katalogisierern darüber, dass sie immer seltener "ihre" zu bearbeitenden Titel als Fremddaten von Blackwell vorfinden und stattdessen eigene Aufnahmen erstellen müssen. Da insgesamt Kosten und Nutzen nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zueinander standen, hat das HeBIS-Konsortium nunmehr eine Kündigung des Datendienstes ab dem 1. Januar 2007 beschlossen.

Damit stehen ab dem kommenden Jahr vorerst keine aktuellen Fremddaten für englische und amerikanische Titel mehr zur Verfügung.

(ria)
Verbund-OPAC mit neuer Katalogauswahl und neuer Oberfläche

Seit 1. Oktober 2006 wird der HeBIS-Verbund-OPAC unter einer aktuelleren Recherche- und Bestelloberfläche und mit einer erweiterten Katalogauswahl angeboten.

Katalogauswahl

Der Wunsch nach einer Überarbeitung der bisherigen Katalogaufteilung besteht schon seit längerer Zeit und ergab sich vor allem aus den Nachteilen, die aus der Zugriffsbeschränkung des HeBIS-Verbundkatalogs mit Zeitschriftenaufsätzen resultierten. Ein großer Teil der in der HeBIS-Datenbank nachgewiesenen Aufsatzkatalogisate stammt aus dem Online-Contents-Dienst SwetScan. Da die SwetScan-Katalogisate lizenzpflichtig sind, durfte der Zugriff auf den Verbundkatalog mit Zeitschriftenaufsätzen nur Benutzern von Bibliotheken mit entsprechendem Lizenzvertrag erlaubt werden. Leider waren dadurch aber auch alle von HeBIS-Bibliotheken katalogisierten Aufsätze von einem freien Recherchezugang ausgeschlossen. Da inzwischen immer mehr eigene Aufsatzkatalogisate erstellt werden und mehrere Bibliographie-Projekte an HeBIS-Pica teilnehmen, die zahlreiche Aufsätze zum HeBIS-Datenbestand beisteuern, ist die Anzahl der Aufsätze aus Eigenkatalogisierung aktuell auf fast 700.000 Titel angestiegen. Die undifferenzierte Zugriffsbeschränkung für den Aufsatzbestand musste deshalb dringend aufgehoben werden. 

Der Lösungsbedarf für den Aufsatzbestand war der Anlass, eine grundsätzliche Überarbeitung der bisherigen Katalogaufteilung vorzunehmen. Als Ergbebnis stehen ab sofort folgende Teilkataloge zur Auswahl:

Verbundkatalog (ohne Aufsätze)
Enthält wie bisher Medien aller Materialarten und Erscheinungsformen, ausgenommen Aufsätze.

Aufsatzkatalog
Enthält nur Aufsätze aus HeBIS-Eigenkatalogisierung. Dazu gehören auch SwetScan-Katalogisate, die von HeBIS-Bibliotheken durch Anhängen von Lokaldaten nachgenutzt wurden. Freier Zugang für alle Benutzer.

Aufsatzkatalog Online Contents
Enthält nur SwetScan-Katalogisate, die noch nicht nachgenutzt wurden. Der Katalog ist nur für Benutzer von HeBIS-Bibliotheken zugänglich, die einen SwetScan-Vertrag haben.

Verbundkatalog für Online-Publikationen
Enthält nur Online-Zeitschriften, -Aufsätze und –Monographien. Der Katalog ist ein Auszug aus dem Verbundkatalog (ohne Aufsätze) und dem frei zugänglichen Aufsatzkatalog und als Spezialkatalog für Benutzer gedacht, die vorrangig an Volltexten interessiert sind.

Hessische Bibliographie
Es ändert sich nur die OPAC-Oberfläche, inhaltlich bleibt alles beim Alten.

HeBIS-Retro
Es ändert sich nichts.

Die neue Katalogaufteilung berücksichtigt auch die speziellen Recherchemöglichkeiten im HeBIS-Portal. Zwar gibt es jetzt für die im Pica-System erfassten Titel keinen Gesamtkatalog mehr, im Portal können die einzelnen Teilkataloge aber durch eine übergreifende Suche zu einem virtuellen HeBIS-Gesamtkatalog zusammengefasst werden. Durch Auswahl des Verbundkatalogs (ohne Aufsätze), der beiden Aufsatzkataloge und HeBIS-Retro durchsucht man im Portal automatisch den HeBIS-Gesamtbestand.


Neue Recherche- und Bestelloberfläche

Mit der Umstellung am 1. Oktober war auch der Umstieg auf eine aktuellere Version der OPAC-Software von Pica verbunden. Als wichtigste Neuerungen sind zu nennen:

  • Das Layout hat sich geändert. Beachten Sie bitte, dass sich dadurch auch die Positionierung gewohnter Buttons auf dem Bildschirm geändert hat. Z.B. werden die Buttons für die Fernleihbestellung jetzt nicht mehr unterhalb des gewünschten Titels angezeigt, sondern in der Navigationsleiste am linken Bildschirmrand.
  • Neben der bekannten einfachen Suchmaske gibt es jetzt auch eine Erweiterte Suche mit mehreren Eingabefeldern und der Möglichkeit, verschiedene Suchschlüssel zu kombinieren. Die Erweiterte Suche enthält auch die Suchfilter für die Einschränkung auf bestimmte Materialarten (Bücher, Zeitschriften, Online-Ressourcen usw.).
  • Im Bestandsinfo wird keine Detailsicht mehr angeboten. Diese war eine Eigenlösung, die nicht weitergepflegt wird.


Fernleihe

Auch im Bereich der Fernleihbestellung gibt es einige wichtige Änderungen und Erweiterungen:

Direktbestellung

Die Möglichkeit der Direktbestellung von Kopien wird wegen geringer Nachfrage (verbundweit 2 bis 4 Bestellungen pro Monat) und aus urheberrechtlichen Gründen eingestellt.

Freie Bestellung

Die Freie Bestellung wird nur noch im HeBIS-Portal angeboten. Das hat folgenden Grund: Das HeBIS-Portal erlaubt auch die Suche und Online-Bestellung von Titeln, die in den anderen Bibliotheksverbünden nachgewiesen sind. Die Nachweise der anderen Verbünde werden in den Fernleihleitweg integriert und die Bestellung wird automatisch an die Partnerverbünde weitergeleitet, wenn der Titel im HeBIS-Verbund nicht lieferbar oder nicht vorhanden ist. Eine manuelle Bearbeitung der Bestellungen durch bibliothekarisches Fachpersonal kann dadurch in den meisten Fällen entfallen. Das erspart den Bibliotheken Arbeitsaufwand und hat für den Benutzer den Vorteil kürzerer Lieferzeiten. Entsprechend soll die Freie Bestellung zukünftig möglichst auf Fälle beschränkt bleiben, in denen der gewünschte Titel auch bei Verbund-übergreifender Suche im Portal nicht gefunden werden kann.

Um den Benutzern vom Verbund-OPAC aus einen komfortablen Zugang zur Freien Bestellung im Portal zu ermöglichen, wird in allen Bildschirmen des Bereichs "Suchergebnis" in der linken Navigationsleiste der Button "Nichts gefunden?"angezeigt. Mit diesem gelangt man über eine Webseite mit einem Hilfetext zu den weiteren Suchschritten in die Erweiterte Suche des Portals.

Bestell-Links insPortal

Für die folgenden Fälle, in denen das Pica-Fernleihsystem eine Fernleihbestellung abweist, wurden Bestell-Links ins Portal eingerichtet:

  • Aufsätze aus Zeitschriften, für die es in Hessen keinen Bestand gibt (die entsprechenden Aufsatznachweise stammen meist aus den SwetScan-Lieferungen, zum Teil aber auch aus den Bibliographie-Projekten). Der Link wird unterhalb der Titelbeschreibung des Aufsatzes angezeigt.
  • Titel, die innerhalb des HeBIS-Verbundes nicht lieferbar sind (z.B. weil die besitzende Bibliothek eine Institutsbibliothek ist, die nicht an der Fernleihe teilnimmt). Hier wird der Portal-Link dem Benutzer im Fernleihbestellschirm angeboten.

Der Portal-Link öffnet ein zweites Browserfenster und bewirkt eine PPN-Suche des gewünschten Titels im Portal, wo die Fernleihbestellung problemlos aufgegeben werden kann.

 

Verbund-OPAC oder HeBIS-Portal?

Als Haupteinstieg in die verbundweite Suche und Bestellung wird den Benutzern dasHeBIS-Portal empfohlen. Neben der Möglichkeit der übergreifenden Suche in allen HeBIS-Teilkatalogen und den Katalogen der deutschen Partnerverbünde bietet das Portal vor allem Vorteile bei der Literaturbestellung:

  • Bei lokalem Nachweis können Benutzer eine Bestellung in ihrer Bibliothek aufgeben, ohne in den lokalen OPAC wechseln zu müssen.
  • Bei Fernleihbestellungen werden auch die Nachweise in den Partnerverbünden berücksichtigt, und die Bestellungen können je nach Nachweissituation und Lieferbarkeit im HeBIS-Verbund automatisch in die anderen Verbünde weitergeleitet werden (s.a. den Abschnitt "Fernleihe").

Beides ist bei Bestellung im Verbund-OPAC nicht möglich.

Die direkte Nutzung der HeBIS-Teilkataloge im Verbund-OPAC ist dagegen weiterhin sinnvoll für Benutzer mit speziellen  Recherche-Bedürfnissen, die das HeBIS-Portal als Universalportal nicht abdecken kann. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hessische Bibliographie mit ihren speziellen Suchfunktionen auf Basis der Bibliographie-eigenen Sacherschließung.



Noch Fragen?

Die Informationen zum neuen Verbund-OPAC und der neuen Katalogauswahl stehen auch zum Download auf den HeBIS-Webseiten bereit:

Bereich Arbeitshilfen & Dokus > VerbundOPAC, Portal

oder direkt hier.


Oder wenden Sie sich bei Fragen an unsere Ansprechpartner in der HeBIS-Verbundzentrale:

Neue Katalogauswahl und OPAC-Oberfläche
Heike Nienerza, Tel. 069 / 798 39 763 E-Mail schreiben

Bestandsinformation und Fernleihe:
Günter Pietzonka, Tel.: 069 / 798 39 667 E-Mail schreiben

Heike Nienerza / Patrick Hilt
HeBIS-Verbundzentrale / HRZ Frankfurt, Abt. BibliotheksDatenVerarbeitung

Mitteilungen der Verbundzentrale

Aktualisierung der Sprachcodes nach ISO 639-2

Die internationale Norm ISO 639-2 wird laufend überarbeitet und ergänzt (s. auch http://www.loc.gov/standards/iso639-2/). Deshalb muessen auch die von uns bereitgestellten Übersichtslisten fuer die in HeBIS-Kategorie 1500 zu verwendenden Sprachcodes regelmässig aktualisiert und an die Entwicklungen der Original-Norm angepasst werden.

Eine solche Anpassung haben wir nun auf dem Stand September 2006 der Norm vorgenommen. Dabei ergab sich:

  • Es sind etliche neue Sprachcodes dazugekommen.
  • Es sind keine Codes weggefallen.
  • Es hat sich eine inhaltliche Verschiebung fuer den Code "scr" ergeben (kroatisch statt bisher serbokroatisch).
  • Die Kodierung fuer Friesisch wurde aufgesplittet in jeweils eigene Codes fuer West-, Nord- und Ostfriesisch. Dadurch ergibt sich eine inhaltliche Verschiebung des bereits vorhandenen Codes "fry" von "Friesisch" in "Westfriesich".
  • Es wurde ein neuer Code "zxx" mit dem Inhalt "No linguistic content" eingefuehrt. Wir empfehlen Ihnen ab sofort die Verwendung dieses Codes fuer saemtliche Materialien ohne Text wie z.B. Notendrucke fuer Instrumentalmusik, textlose Bilderbuecher, Buecher mit Abbildungen ohne Text oder Fotos.


Die Änderungen wurden in die Übersicht fuer Kategorie 1500 sowie in die Validation eingearbeitet. Zusaetzlich stellen wir Ihnen neu weitere Arbeitshilfen zur Verfügung:

  • Liste der Sprachcodes geordnet nach den ISO-Codes von A - Z
  • Liste der Sprachcodes geordnet nach den deutschen Sprachbezeichnungen von A - Z
  • Liste der Sprachcodes geordnet nach den englischen Sprachbezeichnungen von A - Z


Diese Listen liegen als PDF-Dokumente zum Herunterladen und Ausdrucken bereit in unserem Web-Angebot unter http://smirnoff.rz.uni-frankfurt.de/bib/arbeitshilfen/bereich_arbeitshilfen.php?we_objectID=6538 Sollten Sie Fragen zum Komplex "Sprachcodes" haben, können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.

(ria)
Einführung der ISBD(CR)-Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke ab 1.1.2007


Nach dem Beschluß des Standardisierungsausschusses über die Einführung der ISBD(CR)-Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke hat die ZDB die Anwendung der Splitregeln zum 01.01.2007 angekündigt.

Wichtige Informationen zum Thema finden Sie hier:

  • Informationen zur Einführung der ISBD-CR-Splitregeln für fortlaufende Sammelwerke Aufzählungszeichen blauer Pfeil
  • ZDB-Splitregeln ab 1.1.2007 Aufzählungszeichen blauer Pfeil


(hea)
Neue elektronische Ressourcen für den Forschungsstandort Deutschland

Nationallizenzen ermöglichen den kostenfreien Zugang zu Datenbanken, digitalen Textsammlungen und Zeitschriftenarchiven namhafter Wissenschaftsverlage

Ob den Forscher eine renommierte Fachzeitschrift interessiert oder ein Klassiker der chinesischen Buchliteratur gefragt ist, ob Quellen zur Reformationsgeschichte oder Dokumente zum Holocaust im Blickpunkt stehen - auf vielfältige digitale Medien können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Computernetze an Hochschulen und Forschungseinrichtungen jetzt zugreifen. Deutschlandweit sind ab sofort 30 große Datenbanken, elektronische Textsammlungen und Zeitschriften kostenfrei zugänglich. Ermöglicht wird dieses neue elektronische Informationsangebot durch Nationallizenzen. Die Text- und Werkausgaben namhafter internationaler Wissenschaftsverlage, die etwa 210 Millionen Onlineseiten umfassen, konnten jetzt freigeschaltet werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Ankauf der Datenrechte mit 21,5 Millionen Euro finanziert. Damit wird die wissenschaftliche Literaturversorgung am Forschungsstandort Deutschland nachhaltig verbessert.

Zu den neuen Forschungsressourcen zählen beispielsweise elektronische Zeitschriftenarchive des weltgrößten Wissenschaftsverlags Oxford University Press, der Verlagshäuser Elsevier, Springer oder Wiley-VCH. Allein das "Springer Online Journal Archive" umfasst mehr als 800 Zeitschriftentitel, die zwischen 1860 und 2000 erschienen sind. Ein weiterer Schwerpunkt der international ausgerichteten Förderinitiative liegt bei chemischen Fachzeitschriften. Dazu gehören die berühmten Fachorgane der American Chemical Society für die Jahrgänge 1879 bis 1995 oder die der Royal Society of Chemistry, erschienen zwischen 1841 und 2004.

Die Nationallizenzen-Initiative setzt darüber hinaus einen Akzent auf Informationen sowohl zum klassischen als auch zum modernen China. Die digitale Büchersammlung "Chinese Classic Ancient Books" umfasst mehr als 10 000 klassische Werke in chinesischer Sprache. Die Datenbank "China Academic Journals" bietet mit ihren mehr als 18 Millionen Fachaufsätzen eine umfassende Fundgrube für die Forschung vieler Disziplinen in China.

An allen Universitäten und Forschungseinrichtungen können nun auch die "Testaments to the Holocaust" online studiert werden. Die Dokumentensammlung enthält handschriftliche Aufzeichnungen und selten gedrucktes Material aus der Wiener Library in London, dem ältesten Holocaust-Museum der Welt. So werden persönliche Zeugnisse und Bilder zum jüdischen Leben in Deutschland unter dem NS-Regime, in den Konzentrationslagern, im Untergrund und Exil in neuer Weise zugänglich.

Das Ziel der Förderinitiative der DFG ist, die überregionale Literatur- und Informationsversorgung mit digitalen Medien weiter voranzutreiben. In strukturbildender Absicht fördert die DFG seit langem über Hochschulbibliotheken mit Sondersammelgebieten die Bereitstellung spezieller Literatur für Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen dieser Sondersammelgebiete konnten elektronische Publikationen bislang kaum berücksichtigt werden, da für diese Nationallizenzen angekauft werden müssen. Die Kosten solcher Lizenzen waren in der normalen Förderung der Sondersammelgebiete und der dabei von den Sondersammelbibliotheken selbst zu erbringenden Eigenleistung nicht abzudecken. Vor diesem Hintergrund hat die DFG erstmals im Jahr 2004 den Ankauf von nationalen Datenrechten für elektronische Publikationen gefördert. Damit sollen gezielt Schritte in Richtung auf eine Digitalisierung der DFG-Sondersammelgebiete unterstützt werden, um in Deutschland eine einheitliche und effektive Informationsversorgung auf hohem Niveau sicherzustellen.

Folgende sieben Informationseinrichtungen haben für die Sondersammelgebiete die Lizenzen erworben und die Freischaltung der digitalen Medien organisiert: Staatsbibliothek zu Berlin, GESIS / Informationszentrum Sozialwissenschaften Bonn, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt/Main, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Technische Informationsbibliothek Hannover, Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Bayerische Staatsbibliothek München.

Eine vollständige Liste DFG-finanzierter Nationallizenzen sowie weiterführende Informationen sind abrufbar unter www.dfg.de/lis/nationallizenzen sowie unter http://www.nationallizenzen.de/

(DFG, Pressemitteilung Nr. 42 vom 15.8.2006)

(ria)
Neue PND-Individualisierungsrichtlinie + neue WinIBW

Seit Anfang September ist die neue Individualisierungsrichtlinie für die PND veröffentlicht (http://www.d-nb.de/standardisierung/pdf/pnd_3.pdf) und in Kraft getreten. Mit der gemeinsamen Anwendungsrichtlinie für alle PND-Anwender können nun die Praxisregeln zu § RAK-WB 311 und § RSWK 106 "Individualisierung von Personennamen beim Katalogisieren mit der Personennamendatei (PND)" in der Überregionalen PND angewendet werden.

Folgende Änderungen haben sich im PND-Format ergeben:

  • Neu sind die Felder 300 |d| und 300 |e| für die exakte Angabe von Lebens- und Wirkungsdaten. Ungefähre Zeitangaben werden nun ebenfalls in Feld 300 (Indikator |c| ) erfasst.
  • Feld 305 (Lebens- und Wirkungsdaten der Person in nicht normierter Form) wird nicht mehr besetzt. Die Feldinhalte sollen maschinell analysiert und nach Feld 300 transportiert werden.
  • Für die Angabe von Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen steht nun Feld 315 zur Verfügung.
  • Die Felder 310 |i| und 310 |j| (Angabe Beruf und Funktion) sollen ab sofort nicht mehr besetzt werden. Die Feldinhalte sollen maschinell nach Feld 315 bzw. 310 |u| transportiert werden.
  • In Feld 310 können nun mit den Indikatoren |c|, |d| und |e| auch Geburts-, Sterbe- und Wirkungsorte eingetragen werden. Der Ort kann sowohl als Verknüpfung zum entsprechenden SWD-Satz als auch als Volltext erfasst werden.

Die Überregionale PND liefert die neuen Felder seit dem 6. September 2006 aus.

Scripte für die Vergabe von Berufsbezeichnungen:

Die Vergabe der Berufsbezeichnungen in den neu eingerichteten Feldern 315 |a| und 315 |b| soll vorrangig über Verknüpfungen zu den entsprechenden Sätzen aus der SWD erfolgen. Um den BearbeiterInnen das Verknüpfen möglichst zu erleichtern, wurde das Script “Verknüpfen Berufsbezeichnung (315)“ für die Arbeit in der WinIBW entwickelt. Dieses funktioniert folgendermaßen: Man trägt in Feld 315 den Beruf einer Person, aber keinen Indikator ein, und ruft das Script auf. Im Hintergrund läuft dann eine Suchfrage in der SWD, die entsprechend des Suchergebnisses die IDN des SWD-Satzes in Feld 315 einträgt und den Indikator automatisch ergänzt (bei einer "weiten Berufsbezeichnung" Indikator a, bei einer "engen Berufsbezeichnung" Indikator b). Ist der Begriff nicht in der SWD zu finden, wird der Text als Volltexteintrag mit dem Indikator c eingetragen.

Außerdem wurde auch das "Rückholskript" für die Kopie von Tp-Sätzen aus ILTIS nach HeBIS überarbeitet, da es demnächst aufgrund der neuen Individualisierungsrichtlinien wesentlich mehr Verknüpfungen in Tp-Sätzen geben wird. Bei der Übernahme des Tp-Satzes nach HeBIS wird der verknüpfte Normdatensatz nun automatisch in HeBIS gesucht (über die SWD- bzw. GKD-Nr.) und die entsprechende HeBIS-PPN in die Verknüpfungskategorie übernommen.

In der Erfassungsmaske für Tp-Sätze wurde Feld 310 durch 315 ersetzt.

Neue WinIBW:

Seit Anfang September steht eine neue WinIBW-Version 2.4.1 mit den neuen bzw. geänderten Skripten auf dem HeBIS-FTP-Server zur Verfügung.

Als weitere Neuerung bietet diese Version eine Funktion zum Kopieren von Titelsätzen aus dem SWB nach HeBIS, die ähnlich der Funktion "GBV-Titelkopie” zu benutzen ist:

  • Mit “SWB Fenster aktivieren“ wechseln Sie aus einem HeBIS-Bildschirm direkt in die SWB-Datenbank.
  • Mit “SWB Titel kopieren“ können Sie Titel aus dem SWB nach HeBIS kopieren. Dabei werden die wichtigsten Kategorien ins HeBIS-Format umgewandelt, sofern es im SWB Abweichungen gibt, und Kodierungen verändert, wo es erforderlich ist.
    Im Gegensatz zu “GBV Titel kopieren“ kann für Personenamen leider keine HeBIS-PPN übertragen werden, da in den verknüpften SWB-Personensätzen keine Normdatennummer eingetragen ist. In diesen Fällen (sowie wenn zu einer Körperschaft kein Normdatensatz gefunden werden kann) wird der Name als Text übernommen, so dass direkt eine Suche über “Funktionen – Verknüpfung suchen“ gestartet werden kann.


Eine ausführliche Beschreibung der neuen WinIBW-Funktionen finden Sie im überarbeiteten Kapitel "WinIBW-Anleitung 2.4.1" des HeBIS-Systemhandbuchs.

(elr)
Rohstoff digitale Information: Was dient dem Forschungsstandort Deutschland?

Eindrücke von einer Podiumsdiskussion der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf der Frankfurter Buchmesse


Der Ort war treffend gewählt: Ins "Forum Innovation" der Buchmesse hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zu ihrer Podiumsdiskussion rund um digitale Information und deren Verfügbarmachung eingeladen. Schließlich verfolgt die DFG seit 2004 den wahrlich innovativen Gedanken, jeder wissenschaftlich interessierten Person in Deutschland einen Zugang zu digitalen Informationen zur Verfügung zu stellen und hat dafür bereits Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe getätigt.

Dr. Beate Konze-Thomas (DFG) beschrieb in ihem Einführungsvortrag eingehend diese Intention der DFG und deren praktische Umsetzung. Sie hob besonders auch das Engagement der 7 Bibliotheken hervor, die die Verhandlungen mit den Anbietern geführt und entsprechende Förderanträge an die DFG gestellt hätten (Anm. der Verfasserin: Zu diesen 7 Bibliotheken gehörte auch die UB Frankfurt). Dadurch konnten 30 digitale Produkte lizenziert werden, wofür insgesamt über 27 Millionen Euro aufgewendet wurden. Den Begutachtungsprozess für die eingereichten Produktvorschläge und die für die Begutachtung maßgeblichen Kriterien erörterte der Vorsitzende des DFG-Ausschusses für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme, Dr. Heiner Schnelling.

Dr. Jürgen Bunzel, der die gesamte Veranstaltung moderierte, sagte eine Fortführung des Nationallizenzen-Programmes seitens der DFG zu. Entsprechende Mittel seien auch 2006 bereitgestellt, und die Bibliotheken hätten wiederum in erheblichem Umfang Vorschläge eingereicht, die inzwischen alle begutachtet worden seien. Die letzte Entscheidung über die Förderung fällt im Dezember 2006 der Hauptausschuss der DFG. Bunzel führte aus, nach der Bereitstellung großer Backfile-Archive für Online-Zeitschriften sei es ein wichtiges Desiderat, auch aktuelle Zeitschriftenjahrgänge elektronisch verfügbar zu machen. Dazu seien aber völlig neue Kostenmodelle mit den Verlagen auszuhandeln. Erste Überlegungen dazu seien bereits angestellt worden. Derk Haank, CEO von Springer Science, zeigt sich von Verlagsseite offen, einen solchen neuen Weg mitzugehen, solange für den Verlag die wirtschaftliche Basis gewahrt bliebe.

Der spannendste und interessanteste Teil der Veranstaltung waren die Berichte von zwei Wissenschaftlern über deren Nutzung von Produkten aus Nationallizenzen in ihrem universitären Lehr- und Forschungsalltag. Beide zeigten sich von der Idee der Nationallizenzen grundsätzlich überzeugt und äußerten sich begeistert über die Vorteile des direkten elektronischen Zugriffs.

Prof. Dr. Gudrun Gersmann, Historikerin an der Universität Köln, beschrieb aus Sicht einer Geisteswissenschaftlerin zunächst, wie mühselig es früher gewesen sei, an Quellenmaterial heranzukommen. Dazu seien oft aufwendige Reisen und der Besuch einiger Bibliotheken notwendig gewesen, die zudem nicht in allen Fällen von Erfolg gekrönt gewesen seien. Sie führte beispielhaft vor, wie leicht es hingegen für sie heute sei, direkt von ihrem Schreibtisch aus auf Quellenmaterial und Informationen zu Denis Diderot, dem französischen Enzyklopädisten zuzugreifen, indem sie gezielt Produkte wie "Early English Books Online", "Periodicals Archive Online" oder "World Biographical Information System Online" recherchiert und dort direkt auf die Volltexte der Quellen zugreifen kann.

Seine bisherige Arbeitsweise beim Einsammeln und Abspeichern von relevanten Informationen für sein Fachgebiet zeigte Prof. Michael Göbel vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie der Universität Frankfurt auf. Diese mündete zwangsweise, obwohl es eigentlich "nur" zwei zentrale Fachorgane gibt, in Unmengen von Aktenordnern und handschriftlich geführten Notizbüchern. Diese Informationen seien für die anfallenden Laborarbeiten unerlässlich und müssten dazu direkt zur Verfügung stehen. Deshalb sei für ihn die nationale Lizenzierung der gesamten elektronischen Backfiles von "Liebigs Annalen" und des "Journal of the American Chemical Society" ein erheblicher Gewinn. Zusammen mit den lokal lizenzierten aktuellen Jahrgängen stehe ein unverzichtbarer Wissensspeicher zur Verfügung, aus dem per Knopfdruck ohne langes Suchen sofort und jederzeit eine gewünschte Information abgerufen werden könne.

Prof. Gersmann hatte in ihrem Beitrag darauf hingewiesen, dass die Produkte aus Nationallizenzen vielen ihrer Studenten noch unbekannt seien und eine bessere Erschließung und Vermarktung angemahnt. Für das wissenschaftliche Suchportal "vascoda" gab Barbara Schneider-Kempf (Staatsbibliothek zu Berlin) denn auch freimütig zu, dass man das Optimum noch nicht erreicht habe. "vascoda" sei aber auch noch ein junges Produkt, dem man gewisse Anfangsdefizite nachsehen müsse. Die Integration in "vascoda" sei aber nur ein Schritt von vielen möglichen. Sie appelierte ausdrücklich an die beiden Wissenschaftler, zur Vermarktung der Produkte auch durch entsprechende Hinweise in den Lehrveranstaltungen beizutragen. Vom Podium kam außerdem der Vorschlag, auch über Wege der Sichtbarmachung der Produkte in Internet-Suchmaschinen nachzudenken.

Fazit: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Bibliothekare haben bezüglich der Nationallizenzen bisher alles richtig gemacht. Der Ansatz der nationalen Verfügbarmachung von elektronischen Fachinformationen kommt Wissenschaftlern in Lehre und Forschung entgegen und schafft bei ihnen erhebliche Arbeitserleichterungen. Für die zahlreichen anwesenden Bibliothekarinnen und Bibliothekare war das überaus positive Feedback für ihre Arbeit aus dem Munde von Nutzern eine Ermunterung, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen. Mit diesem positiven Grundgefühl konnte man sich bei dem anschließenden kleinen Sektempfang in die Gespräche mit den Podiumsteilnehmern und Kollegen vertiefen.

R. Albrecht E-Mail an AutorIn
Verbundzentrale

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Bibliothekssystem Uni Giessen: Bestandsveränderungen

Slavistik (1)

Die Bibliothek des Instituts für Slavistik der Universität Gießen wurde im Juli diesen Jahres in die UB umgestellt. Er steht dort auch für die Fernleihe zur Verfügung.

Slavistik (2)

Der Bibliotheksbestand des Marburger Instituts für Slawische Philologie (ca. 50.000 Bände) wurde im September diesen Jahres in das Magazin der Universitätsbibliothek Gießen umgestellt. Die Bände können ab sofort bestellt und ausgeliehen werden und stehen auch für die Fernleihe zur Verfügung. Bis Mitte Oktober sind die in den letzten Jahren gekauften Bücher noch im Marburger Online-Katalog (OPAC) nachgewiesen. Danach werden die Daten in den Gießener Online-Katalog übertragen. Alle Bücher, die nicht im Online-Katalog nachgewiesen sind, finden sich im Retro-Katalog (Scan-Katalog) des Marburger Bibliothekssystems und im alphabetischen Zettelkatalog, der sich im Freihandbereich der UB Gießen im 2. Stock nahe der Auskunftstheke befindet. Dort wurde auch der systematische Zettelkatalog der Marburger Slavistik-Bände aufgestellt, der eine sachliche Recherche ermöglicht.

Orientalistik

Die Bestände des Instituts für Orientalistik der Universität Gießen wurden mit Ausnahme der Turkologie und einiger kleinerer Bestände nach Marburg in das Centrum für Nah- und Mittelost-Studien umgestellt. Die Änderung in HeBIS erfolgt Mitte Oktober, der Altbestand ist zum Teil noch im Gießener Retro-Katalog nachgewiesen.

Die Turkologie bleibt in Gießen, da sie einen Teil des "Gießener Zentrums Östliches Europa (GiZo)" bildet.

Lothar Kalok E-Mail an AutorIn
UB Giessen
Bibliothekssystem Uni Giessen: Elektronischer Leihschein

Seit März ist der "Elektronische Leihschein" aktiv. Er ermöglicht es, Zeitschriftenbände aus dem Magazin zu bestellen, die (noch) nicht mit dem Exemplardatensatz verknüpft sind. Die Gießener Lösung hat folgende Merkmale:

  • Übernahme von Titel, Signatur und Standort aus dem OPAC, es gibt keine freie Eingabe. 
  • Übernahme der Nutzerdaten aus dem Ausleihsystem über Leseausweisnummer + Passwort. 
  •  Es müssen nur die üblichen Felder angegeben werden (Band, Jahrgang, Heft / Seitenzahl / Datum).

Durch dieses Verfahren sind Fehleingaben minimiert - nicht zu verhindern ist, dass Zeitschriftenbände bestellt werden, die nicht vorhanden sind. Bei der Übernahme der Nutzerdaten wird für die universitätsinterne Belieferung das Postfach ausgedruckt. Die Bestelloberfläche des elektronischen Leihscheins und des Leihscheins für die Retro-Bestellung wurden im Layout angeglichen, bei beiden erfolgt ein Hinweis, dass es keine Vorverbuchung gibt.
Dies ist eine weitere lokale Ergänzungen zur PICA-Software. Bisher wurden unter anderem realisiert:

  • Leseausweis-Antrag per Web-Formular
  • Änderung der Email-Adresse per Web-Formular
  • Email-Service: Rückgabeerinnerung, Eintreffen von Fernleihbestellungen, Ablauf der Mitgliedschaft
  • Standort-Anzeige "Magazin" für alle Magazin-Bestände: die Nutzer und Mitarbeiter müssen nicht mehr wissen oder nachschlagen, welche Signaturen wo stehen
  • Semesterapparate mit OUS-Ausleihverbuchung erstellen / anzeigen /auflösen (ohne Änderung des Exemplardatensatzes)
  • Anzeige von Text zu numerisch erfassten Handapparaten
Lothar Kalok E-Mail an AutorIn
UB Giessen
Bibliothekssystem Uni Giessen: Giessener Elektronische Bibliothek

Die Gießener elektronische Bibliothek (GEB) wurde um digitalisierte Drucke erweitert. Dabei handelt es sich um Scans gedruckter Materialien, während der "normale" Bestand in der Regel Materialien umfasst, die digital erstellt worden sind. Die digitalisierten Drucke werden in der gleichen Datenbank wie die aktuellen Publikationen angeboten. Die ersten digitalisierten Drucke, die eingestellt wurden, waren die Festschriften zu den Universitätsjubiläen 1907 und 1957, Bibliographien zur Universitätsgeschichte und Vorlesungsverzeichnisse. Äußerer Anlass hierfür ist das Universitätsjubiläum 2007.

Des weiteren werden Scans von Büchern, die im Rahmen der Fernleihe bereitgestellt werden, in die Giessener Elektronische Bibliothek eingestellt. Die Digitalisate werden in "Sammlungen" zusammengefasst, so zum Beispiel die Schulprogramm-Sammlung, da die UB Gießen über eine der größten Sammlungen dieser historischen Materialien in Deutschland verfügt.

Die digitalisierten Drucke werden analog zu den aktuellen Online-Dokumenten zusätzlich auch in HeBIS erfasst, so dass sie auch überregional, etwa über den KVK, gefunden werden können.

Zugang: 
http://geb.uni-giessen.de/geb/browsen_portale.php
http://geb.uni-giessen.de/geb/abfrage_collections.php

Lothar Kalok E-Mail an AutorIn
UB Giessen
Lokalsystem Gießen-Fulda: Suche im Titelstring-Index verbessert

Beim Index Titelstring war es bisher notwendig, einen am Anfang stehenden Artikel (der, die, das, ein, ...) wegzulassen. Da die Nutzer oft den Artikel mit eingeben "The Lancet", "Die Zeit", wie sie es von Suchmaschinen gewohnt sind, wurde die Indexierung geändert:

Der Titelstring kann jetzt mit und ohne den Artikel am Anfang gesucht werden.

Lothar Kalok E-Mail an AutorIn
UB Giessen
PTH St. Georgen, Frankfurt: Erschliessung Spezialbestand Jesuitica

DFG-Projekt zur Erschließung des Spezialbestandes Jesuitica der Bibliothek des ehemaligen Ignatiuskollegs Valkenburg/Niederlande in der Bibliothek der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen

Inhalt und Bedeutung der Sammlung

Die Jesuitica-Sammlung der Bibliothek des ehemaligen Ignatiuskollegs Valkenburg umfasst die Signaturengruppen 1. Jesuitenbiographien (Vbg Chi) und 2. Jesuitengeschichte (Vbg Ci) mit den Untergruppen Jesuitengeschichte allgemein (Vbg Cii), Konstitutionen und Recht der Gesellschaft Jesu (Vbg Cic), Deutsche Jesuitengeschichte (Vbg Cid), Jesuitenmission (Vbg Cim) sowie Polemik für und gegen die Gesellschaft Jesu (Vbg Cip). Der Bestand umfasst Werke vom 16. bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; dabei überwiegen Titel aus dem 19. Jahrhundert. Die Valkenburger Jesuitica dokumentieren in besonderer Weise die Geschichte des Jesuitenordens zur Zeit des Kulturkampfs sowie des Ordensverbots im Deutschen Reich durch das Jesuitengesetz aus dem Jahr 1872. Sie ergänzen damit in idealer Weise die umfangreiche Sammlung von Literatur über den Jesuitenorden in der Bibliothek Sankt Georgen.

Das Projekt

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts zur Erschließung von Spezialbeständen wird die ca. 2.400 Bände umfassende Jesuitica-Sammlung der Bibliothek des ehemaligen Ignatiuskollegs Valkenburg im Verbundkatalog des Hessischen Bibliotheksinformationssystems (HeBIS) erschlossen und damit der Forschung zugänglich gemacht.

Die DFG-Förderung bezieht sich auf die Formalerschließung. Die Sacherschließung erfolgt als Eigenleistung. Da zahlreiche Titel bisher in deutschen Onlinekatalogen nicht nachgewiesen sind, nimmt insbesondere die Neuansetzung von Personen- und Schlagwortnormdatensätzen einen nicht geringen Anteil der Arbeit ein. Unser Dank gebührt Herrn Wallstädt und seinen Kolleginnen von der SWD-Zentralredaktion für die freundliche Hilfestellung.

Als weitere Eigenleistung wird die Bibliothek Sankt Georgen Ihren Bestand an Provinzkatalogen des Jesuitenordens in HeBIS katalogisieren. Auch dabei werden zahlreiche Neuaufnahmen in der ZDB samt dazugehöriger Neuansetzungen in der GKD anfallen.

Marcus Stark, Peter Schönhofen E-Mail an AutorIn
Bibliothek der Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt
UB Mainz: Retrokonversionsprojekt war ein Riesen-Erfolg

Ende Juni war es so weit: die MitarbeiterInnen des ehrgeizigen Retrokonversionsprojekts hatten 678.872 Datensätze erzeugt. Das Projekt der UB wurde im Juli 2001 mit dem Ziel begonnen, den gesamten Bestand aller 17 Bibliotheken des Gebäudekomplexes Philosophicum und den Bestand der Bibliothek des Instituts für Vor- und Frühgeschichte in den Online-Katalog der Universitätsbibliothek einzubringen.

Dieses Ziel wurde schneller erreicht als geplant; das Projekt konnte deshalb nach dreieinhalb Jahren auf die Bereichsbibliothek SB II und die Bereichsbibliothek Theologie ausgedehnt werden. In der Restlaufzeit des Projekts wurde ein großer Teil der Bestandsnachweise dieser Bibliotheken ebenfalls modernisiert: mittlerweile sind alle Bestände der Bibliotheken des Philosophicums, der Bibliothek der Vor- und Frühgeschichte und der Filmwissenschaft sowie zweier Bibliotheken des SB II (Pädagogik und Publizistik) vollständig über eine Oberfläche online recherchierbar.

Ein wichtiger Aspekt der Projektorganisation war die Mitarbeit der Stammkräfte der einzelnen Projektbibliotheken. Darüber hinaus wurden zusätzliche Projektkräfte eingestellt. Dabei handelte es sich zum größeren Teil um studentische MitarbeiterInnen, die mit einer mehr als dreiwöchigen Schulung auf ihre hauptsächliche Arbeit, das Anlegen von Lokaldatensätzen, vorbereitet wurden. Zum kleineren Teil handelte es sich um bibliothekarische Fachkräfte, die die schwierigeren Arbeiten wie das Anlegen neuer Datensätze und das Bearbeiten komplexer Datenstrukturen erledigten.

Eine technische Besonderheit stellte die Nutzung der Funktechnik dar: die Projektmitarbeiter wurden mit Notebooks mit Funkkarte ausgestattet und konnten somit flexibel die Projektarbeit am Bestand entlang organisieren.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Retrokonversionsprojekts sind die 15 Bibliotheken des Philosophicums an 18 Standorten in einer guten Ausgangsposition für die im Jahr 2007 anstehende Zusammenführung zu einer Bereichsbibliothek.

Dr. Martina Jantz E-Mail an AutorIn
UB Mainz

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Impressum

HeBIScocktail 4/2006 (Oktober 2006)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Heike Nienerza (hen), Herbert Adam (hea)
Weitere Autoren: Rita Albrecht (ria), Angelika Hinrichs (anh), Elmar Reith (elr)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@ub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 1/2007 erscheint Januar 2007.

Redaktionsschluss: Dezember 2006.