HeBIScocktail
Ausgabe: 2008-1

Mitteilungen der Verbundzentrale

Neues aus der GKD

Kein Split bei Schriftänderung

auf der ZDB-Homepage unter: http://www.zeitschriftendatenbank.de/gkd/infos.html gibt es eine neue GKD-Information zum Thema "Schriftänderung ohne zeitgleiche Änderung der Sprache".

Fehler beim Kopieren

Bei einem Routinelauf zur Auffindung doppelter GKD-Nrn sind etliche Fälle mit gleicher GKDN im Feld 026 (alte umgelenkte GKDN) vorgekommen. Da dies inhaltlich falsch ist (eine Aufnahme kann nicht auf zwei unterschiedliche Körperschaftsansetzungen umgelenkt worden sein), wurde nach einem evt. maschinellen Fehler gesucht. Ergebnis: der Fehler kann nur beim manuellen Kopieren von Körperschaften passieren (Copy and Paste), da beim Abspeichern nicht geprüft wird, ob die in 026 vorhandene GKDN schon in der Datenbank ist.
Bei den Fällen handelt es sich fast ausschließlich um Kongresse, weil sich gerade bei derlei Neuansetzungen der Kopiervorgang lohnt  (es muss nur die Zählung ausgetauscht werden).

Daher die dringende Bitte:
Beim Kopieren von Körperschaften darauf achten, dass die 026 gelöscht wird!

Neue Ländercodes

Die DIN-Behörde meldet folgende Änderungen bei den Ländercodes nach DIN EN ISO 3166-1:
Neu: Saint Barthélemy <Kleine Antillen> XD-BL
        Saint-Martin <Guadeloupe>           XD-MF

Beide Inseln bekamen früher den Code für Guadeloupe (XD-GP). Dieser ist auch weiterhin gültig, jedoch nur noch für den Anwendungsbereich Guadeloupe, La Désirade, Marie-Galante, Iles des Saintes. Die wenigen vorhandenen Datensätze werden manuell von der Zentralredaktion auseinander gezogen.


(mod)

Aus den Bibliotheken und Lokalsystemen

Erschliessung
Der Geschichte unserer Bücher auf der Spur…

Bericht vom 1. Treffen der Adhoc-Arbeitsgruppe zur Provenienzerschließung


Bücher haben Ihre Geschichte, diesen Satz haben wir alle schon bis zum Überdruss gehört, doch für uns Bibliothekare hat er seit geraumer Zeit eine besondere Bedeutung gewonnen:
Er ist mit dem Stichwort der »Provenienzerschließung«verbunden. Dabei geht es grob gesagt um die Herkunft unserer jeweiligen Bibliotheks-Exemplare, die fast immer spezifische Merkmale tragen und damit über den reinen Inhalt eines Druckwerks hinaus wichtige (Meta-)Informationen transportieren.
Gefragt wird nach den Vorbesitzern der jeweiligen Exemplare - Einzelpersonen, Klosterbibliotheken und Institutionen - und danach, welche Spuren sie in diesen Büchern hinterlassen haben, wann und wo die Exemplare gekauft und gebunden wurden, wie sie von einem Vorbesitzer zum nächsten wanderten, welche Bedeutung ihnen in geistesgeschichtlichen Auseinandersetzungen oder in politisch brisanten Zeiten beigemessen wurde und wie man mit ihnen gearbeitet hat.

Das ist Provenienzerschließung, und sie ist nach allgemeiner Überzeugung längst nicht mehr beliebige Kür, sondern bibliothekarische Pflicht, sofern wir nicht wollen, dass unersetzliche Informationen über unsere Exemplare verloren gehen!
Obwohl wir das weithin wissen, haben wir alle unsere Probleme damit, dieser Pflicht im bibliothekarischen Alltags-Potpourri nachzukommen. Die Varianten reichen von der schlichten Kapitulation angesichts knapper Personalressourcen über handgeschriebene Zettelwirtschaft, die Anlage provisorischer Tabellen bis hin zu ersten zaghaften Versuchen, im Verbund Provenienzen zu erfassen.
 
Auch bei uns in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz ist die Situation so, wie oben angedeutet, aber immerhin haben wir in Absprache mit der Verbundzentrale mit der Erfassung ausgewählter Provenienzen in HeBIS begonnen. Die Benutzer unserer website (www.bibliothek.mainz.de) können über den Index PRO im OPAC inzwischen nach Provenienzen suchen vorausgesetzt, sie suchen so, wie wir die Institutionen oder Personen angesetzt haben... (z.B. Suche nach »Jesuiten Mainz«)

Die Titelaufnahme verwaltet die Ansetzungen noch in einer Excel-Datei, deren Nutzen und Verwaltbarkeit allerdings mit zunehmender Datenmenge fragwürdig wird. Für eine Verbesserung dieser Situation brauchen wir Strukturen für Normdatensätze im Hessischen Verbund, die aber bislang noch nicht existieren.

Es ist der Verbundzentrale, namentlich Frau Albrecht und Frau Denker, ausdrücklich dafür zu danken, dass sie unser Anliegen nach einem effizienteren Verfahren zur Recherche und Dokumentation von Provenienzen unterstützte!
Gemeinsam planten wir ein Treffen aller interessierten Verbundteilnehmer, bei dem Gelegenheit gegeben sein sollte, sich auszutauschen und die bibliothekarischen Anforderungen aus der Altbestandserschließung zu verdeutlichen. Angeschrieben wurden zunächst die großen Bibliotheken des hessischen Verbunds mit bedeutenden Altbeständen.

Was für den 13.11.2007 in Frankfurt als „Kick-off-Meeting“ von der HeBIS-Verbundzentrale angekündigt worden war, war zwar keine Sport-Veranstaltung, aber doch ein Treffen, bei dem die Teilnehmer erstmalig ihre Hüte in den Ring zur Provenienzerschließung werfen konnten…
Trotz vielseitig geäußerter Skepsis ist es bei diesem von Frau Albrecht moderierten Treffen gelungen, sich auf ein erstes Konzept zur Provenienzerschließung auf der Basis von Normdatensätzen zu verständigen!

Vertreten waren die UB Gießen, StB Worms, UB Marburg, Bibl. St. Georgen Frankfurt/M., UB Frankfurt/M. und die StB Mainz. Wir hätten uns gewünscht, dass noch einige andere Bibliotheken der Einladung gefolgt wären und möchten mit unserem Kurzbericht ausdrücklich dazu aufrufen, sich uns anzuschließen!

Wie bei der Vorstellungsrunde deutlich wurde, bilden die knappen Personalressourcen bei der Mehrzahl der Bibliotheken nach wie vor das Hauptproblem für die Provenienzerschließung. Ungeachtet dessen wurde ein klarer Bedarf für die Erfassung von exemplarspezifischen Merkmalen zu Bibliotheksbeständen gesehen, die im Rahmen der autoptischen Katalogisierung oder in Sonderprojekten angestrebt werden sollte.

Herr Dr. Jürgen Weber von der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar war als Gastreferent eingeladen worden, um über die Provenienzerschließung, die in Weimar auf hohem Niveau stattfindet, zu berichten.

http://www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/
herzogin-anna-amalia-bibliothek/projekte/provenienzportal.html


Die entsprechenden Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Alte Drucke im GBV (AAD) ermöglichen es den Nutzern, Tiefe und Breite der Erschließung sowohl auf die Art der Bestände abzustimmen als auch von den Personalkapazitäten abhängig zu machen.
Auch in Frankfurt wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, dass in der Frage nach Intensität der Erfassung exemplarspezifischer Merkmale jede Bibliothek freie Entscheidung haben muss.

Der in Weimar verwendete dreisprachige Thesaurus der Provenienzbegriffe lässt den Einsatz von Begriffen in Ketten, aber auch im Freitext zu. Vor- und Nachteile des Einsatzes eines Thesaurus und von Kettenbildung wurden in Frankfurt ansatzweise diskutiert. Weiterhin wurde z.B. über Fragen der Darstellung von Provenienzen im OPAC und in Portalen, die Indexierung lokaler Felder im CBS und das Verlinken von Images gesprochen.
Als erste Schritte zur Erarbeitung eines Konzepts für den HeBIS-Verbund wurde die Nutzung der jeweiligen Normdaten aus PND und GKD als Mindeststandard gewünscht. Zur verbalen Erschließung soll die Verwendung der 60 Deskriptoren des vorhandenen Weimarer Thesaurus möglich sein. Eine zusätzliche Kategorie als Freitextfeld soll zur Verfügung gestellt werden.
Die Bestandsaufnahme vorhandener Erschließungsdaten im Verbund (Altdaten und bislang verwendete Kategorien), Erfordernisse für neue Lokaldatenfelder, Fragen des Updates auf lokaler Ebene, der Abgleich von SWD- und Thesaurus-Begriffen dies sind nur einige der noch zu klärenden Punkte.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe findet am 12.2.2008 in der UB Frankfurt/M. statt. Es ist offen für alle, die ungeachtet knapper Personalkapazitäten ein grundsätzliches Interesse daran haben, über die Formalerschließung hinaus Exemplarspezifika an ihren (Alt-)Beständen zu erfassen.
Wir von der »Adhoc-Arbeitsgruppe« wünschen uns sehr, dass noch weitere Bibliotheken Vertreter aus den Bereichen Titelaufnahme und Wissenschaftlicher Dienst entsenden.
Die ersten Fäden sind gesponnen, aber für ein tragfähiges Netz können wir noch mehr interessierte Mitdenker und kompetente Mitarbeiter gebrauchen. Dass wir sogar in Erwägung gezogen haben, beim HeBIS-Verbundrat die Einrichtung einer »AG Alte Drucke« zu beantragen, dürfte besonders die Altbestandsbibliothekare interessieren!

Seien Sie also alle herzlich eingeladen zur Mitwirkung am»Provenienz-Netzwerk« im HeBIS-Verbund!

Kontakt: r.albrecht@ub.uni-frankfurt.de

 

Annelen Ottermann, M.A. E-Mail an AutorIn
Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz, Leiterin der Abteilung Handschriften, Rara, Alte Drucke
HLB Wiesbaden
WILMA: Die lokale Sicht des HEBIS-Portals für die Landesbibliothek Wiesbaden

Mit der lokalen Sicht und der Bibliotheks-Website verhält es sich ähnlich wie mit dem Ei und dem Huhn. Es ist schwer zu entscheiden, was zu erst benötigt wird, um das jeweils andere zu entwickeln. Für die Landesbibliothek war die Eröffnung einer Doppelbaustelle der nicht ganz einfache Ausweg aus dem Dilemma.

Die Ausgestaltung der lokalen Sicht hängt nicht nur vom Ort, sondern auch von den Bedürfnissen der Nutzergruppen ab und diese sind nicht immer gleich. Dies gilt im HEBIS-Verbund besonders für die Wiesbadener Landesbibliothek. Die zentrale Lage einerseits und das Fehlen eines Hochschulcampus andrerseits geben dem Laufpublikum einen höheren Stellenwert. Die Möglichkeit, ohne Anmeldung eine Recherche einschließlich Verfügbarkeitsrecherche durchführen zu können, ist daher für die Landesbibliothek neben der angepassten Katalogauswahl ein entscheidender Vorteil des eigenen Portals. Praxisnah ist bei der Verfügbarkeitsrecherche der Hinweis auf Treffer in der Region, denn die Erfahrung zeigt: Es hängt ganz vom Nutzer ab, ob Bestände aus Mainz als Fernleihe aufgegeben werden oder dort lokal ausgeliehen werden.

Der Wunsch nach einer möglichst aufgeräumten Suchmaske und die Erkenntnis, dass die ganz einfache Suche in den lokalen Katalogen à la Google für die meisten Nutzer das Wichtigste ist, sind die Gründe für das Weglassen verschiedener Knöpfe und das Konzentrieren auf die wesentlichen Informationen und Funktionen. Wertvoll sind dabei vor allem zusätzliche lokale Quellen wie die Wiesbadener Stadtbibliothek und die Bibliothek des Statistischen Bundesamts.

Den vielen Vorschlägen und dem unkomplizierten und tatkräftigen Vorgehen der beteiligten Kolleginnen und Kollegen – insbesondere natürlich Herrn Reh (HEBIS-IT) – ist es zu verdanken, dass WILMA (http://wilma.hlb-wiesbaden.de) gleichzeitig mit der neuen Website (http://www.hlb-wiesbaden.de) am 4.12.07 in Produktion gehen konnte. Die von Herrn Schneider ins Leben gerufene Arbeitsgruppe hat sich dabei als sehr hilfreich und produktiv erwiesen. Die Doppelbaustelle ist jetzt geschlossen, aber gemeinsam mit den weiteren Sichten wird auch an WILMA weitergebaut.

 

Marko Knepper E-Mail an AutorIn
Hessische Landesbibliothek Wiesbaden

Handbuch-Änderungen

Neue/aktualisierte Kapitel:

Keine Änderungen am HeBIS-Handbuch in dieser Ausgabe.

Protokolle

Keine neuen Protokolle vorhanden.

Impressum

HeBIScocktail 1/2008 (Januar 2008)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Heike Nienerza (hen), Herbert Adam (hea)
Weitere Autoren: Rita Albrecht (ria), Angelika Hinrichs (anh), Elmar Reith (elr), Günter Pietzonka (güp), Maren Schwingel-Bechtold (mas), Jule Mildner (miju)
Korrespondent: Hanspeter Schneider (BDV)
E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@ub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 2/2008 erscheint April 2008.

Redaktionsschluss: März 2008.