HeBIScocktail
Ausgabe: 2009-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


neue Portalsichten, Kataloganreicherung, BibDir ... im Jahr 2008 konnten wir etliche Projekte umsetzen oder voranbringen. Dies gelang nur durch Ihre Mithilfe und die gute Zusammenarbeit im HeBIS-Verbund - dafür bedanken wir uns herzlich und hoffen auf weiterhin gute Kooperation!


Wir von der Verbundzentrale erfuhren 2008 als Jahr des Umbruchs. Wir erlebten die Integration von "Bibliothekarische Dienste" und "HeBIS-IT" unter dem Dach der HeBIS-Verbundzentrale und den Leitungswechsel von Rolf-Dieter Saevecke zu Hanspeter Schneider, mit dem Angebot neuer Webseiten zeigten wir auch äußerlich eine Modernisierung.


Der Wandel wird uns weiterhin begleiten, das zeigt sich bereits in diesem Cocktail. So wurde im Dezember erstmals im Rahmen der PICA-Verbünde die aktive Katalogisierung in Originalschrift möglich. Weiterhin gibt es Neuigkeiten vom Entwicklungsprozess des neuen Regelwerkes RDA zu berichten, unsere Kollegen informieren Sie über die jüngste Sitzung.


Wir wünschen Ihnen bei diesen und anderen Themen angenehme Lektüre und freuen uns auf ein abwechslungsreiches neues Jahr im HeBIS-Verbund.

Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Katalogisierung in nichtlateinischer Originalschrift

In Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien der Universität Frankfurt (IZO), wurde erstmals im Rahmen der PICA-Verbünde die aktive Katalogisierung in Originalschrift möglich gemacht. Als Test- und Pilotanwender begleiteten die Bibliothekare des IZO die Verbundzentrale bei den ersten Anwendungsversuchen und unterstützten somit die Implementierung chinesischer und japanischer Schrift. Weitere Schriften werden ab 2009 sukzessive folgen.


Die Umstellung des zentralen Bibliothekssystems Pica-CBS auf den Unicode-Zeichensatz war der erste entscheidende Schritt auf dem Weg zur originalschriftlichen Katalogisierung. Vor einigen Monaten begann die HeBIS-Verbundzentrale mit den notwendigen Anpassungsarbeiten in Format und Indexierung und der Suche nach einer Übergangslösung für die Datenbanken der Lokalsysteme (LBS), die leider immer noch nicht Unicode basiert sind. Hierfür wurde ein Filter definiert, der beim Updateprozess ins LBS sämtliche nichtlateinischen Kategorien der Datensätze aussondert.


Zuletzt wurde im November ein konzertierter Test unter Realbedingungen durchgeführt, der die Tragfähigkeit unserer Lösung bestätigte. Mit der letzten Systemwartung am 8. Dezember 2008 wurde die originalschriftliche Katalogisierung schließlich in die Produktion übernommen.


Datensätze in japanischer und chinesischer Schrift sind in der Verbunddatenbank zum Beispiel über das HeBIS-Portal oder den HeBIS-Verbundkatalog recherchierbar.


NEU:
Die HeBIS-Verbundzentrale bietet unterstützende Arbeitsmaterialien an, die die Katalogisierer bei der Erfassung in nichtlateinischen Schriften unterstützen sollen. Dazu wurden eine neue HeBIS-Seite für die Katalogisierung in nichtlateinischer Schrift eingerichtet, die sowohl technische Hilfestellung als auch Unterstützung für die Erfassung bietet. Die Seite wird entsprechend nach Projektstand sukzessive ergänzt.


(ria)
Neu im Verbund-OPAC

Im Verbund-OPAC wurden einige Erweiterungen vorgenommen und Ende Dezember 2008 freigeschaltet.


Suchfilter "Sprache"
 

Im Verbundkatalog, im Katalog Online-Publikationen und in der Hessischen Bibliographie haben wir in der "Erweiterten Suche" den Suchfilter "Sprache" ergänzt (Bild 1). Der neue Suchfilter kann wie die Filter "Erscheinungsjahr" und "Materialart" in Kombination mit einem Suchbegriff verwendet werden und ermöglicht eine Einschränkung des Suchergebnisses auf eine bestimmte Sprache. Die Auswahl der Sprachen erfolgt über ein Pulldown-Menü, welches alle Sprachen umfasst, die in der Datenbank kodiert werden können. Da die Liste sehr lang ist, wurden die am häufigsten erfassten Sprachen als Vorauswahl an den Anfang des Pulldown-Menüs gestellt.




Bild 1



Unscharfe Suche

Eine andere Erweiterung ist die unscharfe Suche (Ähnlichkeitssuche). Sie ermöglicht eine fehlertolerante Suche und unterstützt den Benutzer bei der Recherche, wenn die genaue Schreibweise nicht bekannt oder ein Tippfehler unterlaufen ist. Die unscharfe Suche wurde sowohl bei der einfachen als auch der erweiterten Suche integriert (Bild 1, 2) und wird durch Setzen eines Häkchens in der Checkbox aktiviert.




Bild 2


Kataloge

Unser Verbundkatalog wurde überarbeitet und enthält ab sofort auch die Aufsätze, die im bisherigen "HeBIS-Aufsatzkatalog (freier Zugang)" zu finden waren. Der "HeBIS-Aufsatzkatalog (freier Zugang)" konnte dadurch entfallen. Für Benutzer wird die Suche dadurch etwas einfacher, weil ggf. ein Katalogwechsel weniger erfolderlich ist.


Rechtstrunkierung (PRS, PEF)

Bei den Suchschlüsseln Personen (PRS) und Gefeierte Personen (PEF) wurde eine automatische Rechtstrunkierung eingeschaltet. Es ist zu berücksichtigen, dass die Rechtstrunkierung nur in der Gruppe der Vornamen der gesuchten Person wirksam ist und nicht in der Gruppe der Nachnamen. In der Kontextsensitiven Hilfe für PRS und PEF sind veranschaulichende Beispiele enthalten.

Evgenia Heinz E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Rita Albrecht neue Vorsitzende des "Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen"

Der Beirat des Normenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) im DIN e.V. hat auf seiner Jahressitzung im November 2008 Rita Albrecht zu seiner neuen Vorsitzenden gewählt. Der NABD trägt verantwortlich die nationale Normung für die Erstellung, Publikation, Erschließung, Erhaltung, Vermittlung und Nutzung von Dokumenten und Daten im Bereich des Informationswesens, insbesondere im Archiv-, Bibliotheks-, Dokumentations-, Museums- und Verlagswesen. In den genannten Bereichen nimmt er auch die Mitarbeit bei der europäischen und internationalen Normung wahr. Schwerpunktmäßig werden national wie international Normen zu folgenden Bereichen erarbeitet: Datenelemente, Transliteration, Bibliotheksmanagement, Leistungsindikatoren für Bibliotheken, Nummerungssysteme, Codierungssysteme, Bestandserhaltung und Archiv- und Schriftgutverwaltung. Zu den bekanntesten Normen aus dem Arbeitsbereich des NABD zählen u.a. die Zitierregeln, die Ländercodes oder die Internationalen Standardnummern wie ISBN, ISSN oder ISMN. Mit neuen Normungsprojekten zu RFID-Chips oder der Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente werden aktuelle Entwicklungen zeitnah aufgegriffen.


Die Wahl von Frau Albrecht erfolgte einstimmig für die Dauer von 3 Jahren. Frau Albrecht engagiert sich seit 2002 in der Normungsarbeit und leitet als Obfrau seit 2003 den Arbeitsausschuss 1 "Transliteration und Transkription", der aktuell an insgesamt 6 Projekten zur Revision bestehender oder der Entwicklung neuer Umschriftvorgaben für nichtlateinische Alphabete und Zeichen arbeitet (Arabisch, Armenisch, Georgisch, Griechisch, Japanisch, Kyrillisch).


Hauptamtlich ist Frau Albrecht seit 30 Jahren an der Universitätsbibliothek Frankfurt tätig und hat dort Stationen im Benutzungsbereich und in der Erwerbung durchlaufen, ehe sie 1998 in die Abteilung Hessischer Zentralkatalog wechselte und die Leitung der bibliothekarischen Verbundzentrale übernahm. Mit der organisatorischen Vereinigung von technischer und bibliothekarischer Verbundzentrale im Juli 2008 wurde Frau Albrecht zur stellvertretenden Leiterin der neuen Abteilung bestellt; daneben trägt sie auch die bibliothekarische Gesamtverantwortung für die Verbundarbeit.


Nach ihrer Wahl sagte Frau Albrecht, dass sie die drei Jahre ihrer Amtszeit verstärkt dazu nutzen wolle, die Vorteile der Normung stärker ins Bewusstsein von Archivaren, Bibliothekaren und Dokumentaren, aber auch von Verlagen und anderen Fachkreisen zu rücken und dafür zu werben, in den Gremien der Normung mitzuarbeiten. "Es kann nicht angehen", so Frau Albrecht, "dass Normen im Berufsumfeld seit Jahrzehnten mit Selbstverständlichkeit angewandt werden, sich bei notwendigen Überarbeitungen und Aktualisierungen aber nur sehr wenige Freiwillige finden lassen, die bereit sind, solche Prozesse verantwortlich mitzugestalten und mitzutragen. Das muss sich ändern."


Kontakt: Rita Albrecht, HeBIS-Verbundzentrale, Bockenheimer Landstr. 134-138,
60325 Frankfurt am Main, Telefon 069/79839227, Email r.albrecht@ub.uni-frankfurt.de

(ria)

Themen

Fernleihe
Ein statistischer Rundumschlag auf das Fernleihjahr 2008

Im vergangenen Jahr konnte abermals eine Steigerung der Fernleihzahlen in der HeBIS Online-Fernleihe erzielt werden.

Die folgende Graphik zeigt, daß die Anzahl der Gesamtbestellungen von 2007 auf 2008 trotz der enormen Steigerungsraten in den Vorjahren nochmals um 3,8 % auf 228.765 gestiegen ist. Damit sind ca. 79 % der Bestellungen erfolgreich gewesen.




Bei den reinen Endbenutzerbestellungen über das HeBIS-Portal oder den lokalen Portalen zeigt sich: Die Benutzerbestellungen haben insgesamt zugenommen.

Der größte Anteil liegt bei den Leihbestellungen. Der Anteil der Kopienbestellungen liegt bei ca. 20 % und ist 2008 leicht rückgängig gegenüber 2007. Die Kopienbestellung, meistens auf Zeitschriftenaufsätze, wird nach wie vor stabil von den Benutzern in Anspruch genommen. 
Trotz der Zugangsmöglichkeiten vieler Benutzer auf e-journals und den Einschränkungen bei der Lieferung durch das Urheberrecht wird der Service Aufsatzkopien weiterhin benötigt und gehört zum festen Leistungsumfang im Rahmen der Fernleihe.



Für die von Benutzern aufgegebenen Kopienbestellungen gilt: Von 2007 auf 2008 wurden zwar weniger Bestellungen aufgegeben, jedoch ist die absolute Zahl der gelieferten Bestellungen 2008 etwas höher als 2007, nämlich: 


  • 2007:  27.798
  • 2008:  28.348 


Somit konnte eine Qualitätssteigerung erreicht werden.



Verbundübergreifende Fernleihe  


Bei der Online-Fernleihe mit den Partnerverbünden bekommen HeBIS-Bibliotheken traditionell mehr Lieferungen aus den anderen Bibliotheksverbünden, als sie selbst liefern.

Insgesamt bekommen HeBIS-Bibliotheken 80.830 (2007:69.775) Bestellungen und liefern im Gegenzug 38.072 (2007:36.966) Bestellungen an die Bibliotheksverbünde.

Auch in der VFL spielt die Monographienausleihe die größte Rolle.




Sowohl in der aktiven als auch der passiven verbundübergreifenden Fernleihe wickeln HeBIS  Bibliotheken am meisten mit den Bibliotheken aus dem BVB ab.  Bei den Kopienbestellungen wiederum ist der Lieferverkehr zwischen den Bibliotheken aus HeBIS und GBV am größten.


Gebende Fernleihe (Aktive Fernleihe)


Hessische Bibliotheken haben in diesem Jahr 100.181 (2007:99.308) Bestellungen im Rahmen der Online-Fernleihe geliefert. Davon sind 62.109 (=62%) an HeBIS-Bibliotheken geliefert worden und 38.072 (=38%) an Bibliotheken in den Partnerverbünden.


Bemerkenswert ist auch, daß die Zahl der Blankobestellungen (2008: 18.314, 2007:18064) und der Bestellungen, die nach negativem Umlauf in den Weiterbearbeitungsabteilungen der Bibliotheken landen  (2008: 11.981, 2007: 9859) nicht nennenswert gestiegen sind, trotz des erhöhten Bestellaufkommens.


Mit FILOU – automatisierter Quittierdienst in der HeBIS-Fernleihe - konnten 2008 wieder 33.593 Bestellungen automatisch negativ quittiert werden und dem Fernleihpersonal somit die Arbeit erleichtern.


Wer sich noch weiter mit Zahlen beschäftigen möchte, kann sich auf unseren Webseiten die Fernleih-Statistik, sowohl für die eigene Bibliothek als auch hessenweit, ansehen.


Mit Spannung gehen wir in das Fernleihjahr 2009 und hoffen weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit zwischen HeBIS-IT/VZ und dem Fernleihfachpersonal in den Bibliotheken.

G. Pietzonka E-Mail an AutorIn
Pressemitteilung DFG
Tempomacher auf dem Information Highway: DFG ermöglicht Zugang zu weiteren digitalen Forschungsquellen

Pressemitteilung der DFG vom 05.12.2008


Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können mit neuen Nationallizenzen kostenfrei Datenbanken und Zeitschriftenarchive nutzen


Ob ein wegweisender Beitrag aus dem Forschungsmagazin "Science" gesucht wird, eine Zeitschrift aus der British Library, ein Journal von Cambridge University Press oder der Kunstkatalog eines New Yorker Museums - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden künftig ein noch größeres und facettenreicheres digitales Informationsangebot online nutzen können. Ermöglicht wird der kostenfreie Zugang zu 20 weiteren großen Datenbanken und Zeitschriftenarchiven durch Nationallizenzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert den Ankauf der neuen Datenrechte mit 6,5 Millionen Euro; zusätzlich stellt sie 3,4 Millionen Euro im Sonderprogramm "Digitale Information" zur Verfügung. Dies beschloss nun der Hauptausschuss von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation. "Mit der Förderung weiterer Datenbanken und wichtiger Zeitschriftenarchive in Form von Nationallizenzen treibt die DFG ihre Bemühungen zum Ausbau einer digitalen Forschungsumgebung in Deutschland voran", unterstreicht Dr. Anne Lipp, die Leiterin der Gruppe Literaturversorgungs- und Informationssysteme in der DFG-Geschäftsstelle.


Unter den neuen Forschungsressourcen, die bis Mai 2009 frei geschaltet werden, sind international ausgerichtete Volltext-Datenbanken. Dazu zählt das "Science Classic Archiv", welches das berühmte Magazin der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vom ersten Jahrgang 1880 bis ins Jahr 1996 lückenlos dokumentiert. Künftig werden zurückliegende Jahrgänge schnell am Bildschirm recherchierbar sein - eine erstrangige Fundgrube für Forscherinnen und Forscher. Auf breites Interesse darf auch die elektronische Sammlung "Early American Newspapers" rechnen, die 2000 digitalisierte nordamerikanische Zeitungstitel für die Zeit von 1690 bis 1922 erschließt. Vergleichbares gilt für die Kollektion der "British Library Newspapers" (17. bis 19. Jahrhundert) mit ihren 3,2 Millionen Onlineseiten. Beide Zeitungsarchive eröffnen Studienmöglichkeiten, die nicht nur für geistes- und sozialwissenschaftliche Forscher aufschlussreich sind.


Einen besonderen Akzent erhält die diesjährige Nationallizenzen-Initiative durch die Sonderfördermaßnahme "Digitale Information". Sie unterstützt den Zugriff auf elektronische Zeitschriftenarchive und Datenbanken, die aus urheberrechtlichen Gründen bislang nicht national lizenziert werden konnten. Die hohe Nachfrage nach diesen Archiven in zahlreichen Scientific Communities hat die DFG zum Anlass genommen, diese Produkte im Rahmen einer Sonderfördermaßnahme zu fördern.


Ein Beispiel ist das Zeitschriftenarchiv JSTOR (Journal STORage, www.jstor.org) einer in New York ansässigen und gemeinnützigen Organisation gleichen Namens, die ein kostenpflichtiges Onlinearchiv mit Fachzeitschriften aus zahlreichen Disziplinen aufgebaut hat. Die über viele Jahre herangewachsene Forschungsdatenbank enthält mehr als 800 Zeitschriftentitel von insgesamt 563 Verlagen - ein Informationskosmos mit 25 Millionen Seiten. Von ähnlicher Güte ist das Onlinearchiv ARTstor (www.artstor.org). Es ebnet den Weg zu rund 700 000 Bildzeugnissen aus nordamerikanischen Museen und Kunstsammlungen und steht damit für eine Fotodatenbank, die weit über die Kunstwissenschaften hinaus von Interesse ist.


Langfristiges Ziel der DFG-Förderinitiative ist es, die überregionale Literatur- und Informationsversorgung unter digitalen Vorzeichen voranzutreiben. Im Jahr 2004 sind erstmals aus Mitteln der DFG Nationallizenzen für elektronische Datenbanken und Zeitschriftenarchive internationaler Wissenschaftsverlage mit Mitteln der DFG erworben worden. Die 1010 bislang durch Nationallizenzen freigeschalteten Datenbanken, großen Textsammlungen und Zeitschriftenarchive stammen aus allen Wissenschaftsbereichen und unterstützen Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen - im Interesse des Forschungsstandorts Deutschland und seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit.


Weiterführende Informationen

Eine vollständige Liste DFG-finanzierter Nationallizenzen sowie weiterführende Informationen sind abrufbar unter

(tak)
Regelwerk
Expertengruppenübergreifende Sitzung zum RDA-Gesamtentwurf

Am 16. Januar 2009 fand in der Deutschen Nationalbibliothek eine gemeinsame Sitzung der Expertengruppen Formal- und Sacherschliessung zum im November 2008 erschienenen RDA-Gesamtentwurf statt.


Entgegen der Ankündigung des Joint Steering Committee (JSC) liegt der Entwurf bis dato lediglich in einerca. 1000seitigen pdf-Version vor, die geplante Online-Fassung steht für Tests und Stellungnahmen noch nicht zur Verfügung. Dies erschwert die abschließende Beurteilung der Handhabbarkeit des neuen Regelwerks, sollen doch diverse Tools die Arbeit damit erleichtern.


Im Vorfeld der Sitzung hatte die DNB ein WIKI zum Thema eingerichtet, in dem die Verbünde bis 8.1.09 Stellungnahmen eintragen konnten. Der 120-seitige WIKI-Abzug wurde zur Sitzungsvorbereitung am 16.1.09 versandt mit der Bitte, Themenschwerpunkte vorzuschlagen, da im Rahmen der Sitzung nicht alle einzelnen Punkte besprochen werden könnten. Die dazu eingereichten Wünsche der Verbünde und der DNB wurden in einer Tischvorlage am Beginn der Sitzung verteilt und waren Grundlage der nachfolgenden Diskussion. So wurden z.B. Ergänzungswünsche für das Glossary gesammelt, die Einführung von kontrolliertem mehrsprachigen Vokabular und Codes für einige Sachverhalte wurde ebenso als Forderung formuliert wie die Aufnahme von Homepage und Normdateien als erste Quellen für die Ansetzung von Körperschaften. Die Ergebnisse der Diskussionen im Einzelnen und die darüber hinaus gehenden Anmerkungen können in Kürze der englischsprachigen deutschen Stellungnahme entnommen werden, die bis 2. Februar 2009 abzugeben ist.


Zum weiteren Zeitplan wurden folgende Eckdaten genannt:

  • April 2009: Die nach den internationalen Stellungnahmen redigierte RDA-Gesamtausgabe geht an den Verlag
  • 3. Quartal: 1. RDA-Release (wobei noch unklar ist, ob gedruckt und/oder online)
  • 2010: Erste Testanwendung in den anglo-amerikanischen Nationalbibliotheken

Zum nationalen Ausblick konnte die DNB folgendes sagen:

  • z.Zt. Übersetzung des Glossary
  • nach Veröffentlichung von RDA umgehende 1:1 Übersetzung durch die DNB (Lizenzfrage derzeit allerdings noch ungeklärt)
  • Interesse an einer deutschsprachigen Online-Version wurde beim JSC bereits bekundet, die endgültige Entscheidung wird erst nach Veröffentlichung der englischsprachigen Online-Ausgabe getroffen
  • Die abschließende Entscheidung über Anwendung von RDA wird vom Standardisierungsausschuss erst nach der Erstveröffentlichung und Sichtung getroffen werden.

Von den HeBIS-Vertretern in den Expertengruppen wurden bei der Sitzung nochmals große Bedenken zum immensen Schulungsbedarf und Mehraufwand bei der täglichen Katalogisierungsarbeit angemeldet mit der Bitte, diese dem Standardisierungsausschuss weiterzuleiten.

M. Schwingel-Bechtold, E. Reith
HeBIS-Verbundzentrale

Mitteilungen

Nationallizenzen
Metadaten-Einspielungen


Die Katalogisate zu mehreren Nationallizenzprodukten wurden eingespielt:

Mystik und Aszese des 16. Jahrhunderts

Sammlung von 949 Schriften von 414 Autoren des 12. bis 18. Jahrhunderts aus den Themenbereichen Mystik und Aszese aus der Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt, erschienen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Die einzelnen Werke sind digital faksimiliert und liegen im PDF-Format vor. Die meisten Schriften sind in deutscher Sprache abgefasst, nur 10% in Latein. Bei nahezu der Hälfte der Werke handelt es sich um Übersetzungen, was den hohen Grad des kulturellen Austausches zwischen Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal vor allem im 17. und 18. Jahrhundert widerspiegelt.

Infos unter:

http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2007-02-12.0064513893

Religion und Theologie des 16. – 19. Jahrhunderts

Sammlung von 937 Schriften von 430 Autoren zu den Themenbereichen Religion und Theologie aus der Bibliothek der Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt, erschienen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Die einzelnen Werke sind digital faksimiliert und liegen im PDF-Format vor. Es werden weitgehend alle Teildisziplinen der Theologie abgedeckt. Darunter findet sich auch eine Sammlung von 149 „Beschreibungen einzelner Heiliger“, in denen sich die klösterliche Praxis widerspiegelt, dogmatische und ethische Inhalte in narrativer Form zu vermitteln.

Infos unter:

http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2007-02-12.7872230086

Wales related fiction of the romantic period

Diese Sammlung enthält auf über 35.000 Seiten englischsprachige „Nationalliteratur“ aus 116 Büchern, die ursprünglich in der Zeitspanne 1789 – 1834 publiziert wurden. Unabhängig vom Geburtsort der jeweiligen Autorin bzw. Autor ist der „Wales“-bezogene Inhalt das entscheidende Auswahlkriterium der Werke in dieser Sammlung, welche in 86 ebooks die Texte von 43 Buch-Titeln / 116 Buechern von 19 Autorinen und von 13 Autoren enthält. Ferner sind in 15 ebooks die Texte von 8 Buchtiteln enthalten, welche seinerzeit anonym veröffentlicht wurden.

Infos unter:

http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2006-03-14.4579123427

Making of Modern Law: Legal Treatises 1800 - 1926

The Making of Modern Law (MOML 1) ermöglicht umfassend die Erforschung des modernen Rechtswesen und seiner Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. Mehr als 10 Millionen Seiten aus Werken amerikanischer und britischer Rechtsgeschichte, die zwischen 1800 und 1926 erschienen sind, können im Volltext recherchiert werden. Dabei werden nahezu alle Aspekte des amerikanischen und britischen Rechts abgedeckt, die über eine durchsuchbare Darstellung von 99 Rechtsgebieten erschlossen sind. Die über 21.000 Werke umfassen Fallsammlungen, Reden, Gerichtsbücher, aber auch Pamphlete, Reden und Briefe

Infos unter:

http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2006-03-13.0270131976

Hersteller der ersten drei Produkte ist der Verlag Belser, die Titel von MML kommen von Gale.  Zu finden sind die Daten im CBS über die WinIBW am besten nach dem Produktsigel mit "f nlz "zdb 1 xxx" (mya, rth,wfr,mml).

Im VerbundOPAC (Bestandssicht Online-Publikationen) mit dem Lizenzindikator lzi: vxxx (207,208,209,261).  c-Sätze finden Sie hiermit jedoch nicht, weil diese keine URL haben und Kategorie 4085 daher nicht besetzt wurde.

Die Personennamen wurden wie bei den vorangegangenen Produkten ohne Normdatenverknüpfung übernommen.

(tak)

Gremienberichte

ZDB
Bericht von der 36. Arbeitssitzung der AGDBT am 4./5. November 2008 in Berlin

Das offizielle Protokoll der Sitzung wird, wie üblich, in einigen Wochen auf der Homepage der ZDB unter

http://www.zdb.spk-berlin.de/publikationen/agdbt.html

zur Verfügung stehen.


Auswertung des Protokolls der 35. Sitzung

Die Auswertung zum Stand der Arbeitsaufträge, die sich aus den Beschlüssen der Vorjahres-Sitzung ergeben hatten, zeigte

als erledigt:

  • Anpassung des Feldes 4024 „Erscheinungsverlauf in maschinell interpretierbarer Form“ an die Struktur des Feldes 7120 „Bestandsangaben in maschinell interpretierbarer Form“
  • Überarbeitung des ZETA-Teils E 240  „Behandlung von Schriftenreihen in der ZDB“
  • Freigabe der Felder 5450 „Notationen eines Klassifikationssystems“ und 5410-5444  „Angaben zur 1. – 4. DDC-Notation“ zur Neueingabe und Korrektur auch in Titelaufnahmen mit v-Status
  • Einrichtung des neuen Felds 4715 „Elektronische Adresse für Dateien mit inhaltlichen Beschreibungen zum Dokument“ (z.B. gescannte Inhaltverzeichnisse) 
  • Einarbeitung der Regelung, dass fortlaufende Sammelwerke künftig nicht mehr als Medienkombination codiert werden in ZETA
  • Bereitstellen eines sogenannten „Bookmarklet“ zur Erleichterung der Suche auf den ZETA-Webseiten (Google-Suche in den Volltexten der ZETA-PDF-Dokumente)
  • Einführung eines Abrufzeichens „wl“ für Weblogs in 0600

als nicht umgesetzt bzw. noch in Bearbeitung:

  • OPAC-Präsentation der neuen, erweiterten Exemplarstruktur auf einem Testsystem. Eine Bereitstellung ist für Ende November angekündigt.
  • Freigabe der Felder 51XX „1. – 6. Kettenglied der 1. – 10. RSWK-Kette“
  • Einrichtung eines Unterfelds für die Herkunftszeichen „DNB“ bzw. „ZDB“ in den Feldern 51XX
  • Erstellen eines Mengengerüsts zur Frage, wie viele Ab-/Ad-Sätze in der ZDB eine Früher-/Später-Verknüpfung aufweisen und die stichprobenartige Untersuchung dieser Fälle auf fehlerhafte Codierung in 0500 (Bibliographische Erscheinungsform).
    Auf der Grundlage einer Liste von entsprechenden Fällen, die von der HeBIS-Verbundzentrale Zeitschriften bereitgestellt worden war, hatte die ZRT entschieden, dass der redaktionelle Arbeitsaufwand für die Überprüfung solcher Fälle zu groß sei und deshalb auf die Erstellung eines Mengengerüsts verzichtet.
  • der Aufbau einer erweiterten Übungsdatenbank befindet sich noch in Bearbeitung
  • die gewünschte Bereitstellung von diversen WinIBW-Skripten und Abfrage-Anleitungen (Statistik usw.) auf der ZDB-Homepage wurde mit Hinweis auf den nicht zu leistenden Support abgelehnt 
  • Register bzw. Schlagwortlisten zur Erleichterung der Arbeit mit den ZETA-Bestimmungen sind im Zusammenhang mit der Einführung eines WCMS angekündigt
           

Berichte zum Stand der Arbeiten / SBB-IIE

GKD
die Einführung des Online-Redaktionsverfahren (Online-Datenaustausch zwischen regionalen Normdateien und überregionaler Normdatei in einem System von hierarchisierten Katalogisierungsleveln) ist für die GKD auf das Frühjahr 2009 verschoben.

Zentralredaktion Zeitungen
Seit Juli dieses Jahres steht den ZDB-Teilnehmern das ZETA-Kapitel E 490 (inklusive einer Kurzfassung) zur Katalogisierung von Zeitungen und zeitungsähnlichen Periodika  zur Verfügung.

Sigelstelle / ISIL-Agentur
Am Umstieg von Sigel auf ISIL (International Standard Identifier for Libraries and Related Organizations) wird weiter gearbeitet. Die Verwendung von ISIL und Sigel wird bis auf weiteres parallel erfolgen, der Zeitpunkt für die endgültige Abschaffung der Sigel ist noch offen.


Einführung in die ISSN-Organisation und Werkstattbericht (auch ISSN-L)

Frau Solberg vom Nationalen ISSN-Zentrum (DNB) gab einen Überblick über Struktur und Arbeitsweise des weltweiten ISSN-Netzwerks. Im Zusammenhang mit der Arbeit in der ZDB erläuterte sie dabei insbesondere die Besetzung des Felds 2005 „Autorisierte ISSN des Nationalen ISSN-Zentrums für Deutschland“ mit ISSN, Keytitle und ggf. einem Qualifier.
Die Einführung einer weiteren ISSN, der sogenannten Linking ISSN oder ISSN-L, zeichnet sich ab. Sie soll die Suche nach allen Aufnahmen einer Publikation ermöglichen, die in verschiedenen Medienformen/Materialarten erscheint (Druckausg., digital. Ausg., Online-Ausg.). Die erste, für eine spezielle Medienform eines Titels, vergebene ISSN wird gleichzeitig als sogenannte ISSN-L definiert. Sie wird  zusätzlich zu den individuellen ISSNs der  verschiedenen Publikationsformen in jeder dieser Aufnahmen verankert.

Für die ZDB ergibt sich aus der Vervielfachung der gegenwärtigen ISSN-Felder die Notwendigkeit, ihr gegenwärtiges ISSN-Konzept zu überdenken und eine mögliche Reduzierung zu prüfen (2011=ISSN-L / 2013=ISSN paralleler Ausg.).  


MARC-21-Umstieg

Zur Sitzung legte die ZRT erste, vorläufige Dokumentationen ihrer geplanten Marc21-Lieferdienste „Titeldatei“ und „Lokaldatei“ vor. Eine Pica-Marc-Konkordanz  soll noch folgen.
Die DNB plant die MARC21-Schnittstelle als gemeinsame Schnittstelle für Monographien und fortlaufende Sammelwerke.
Die MAB-2-Lieferdienste werden parallel zu den Marc21-Lieferungen weitergeführt.
Insgesamt hat der MARC-Umstieg weit weniger Auswirkungen auf das Pica-Erfassungsformat als dies anfangs befürchtet wurde.
Eine eindeutige MARC-Abbildung konnte lediglich für einige Fußnotenfelder nicht erreicht werden.  Die Inhalte dieser Felder sollen jeweils in bestimmten MARC-Feldern zusammengeführt werden.
Schwierigkeiten bereitete dagegen die Abbildung der ZDB-Lokaldatenstrukturen.  Eine Lösung konnte nur durch Festlegungen in der MARC-21-Anwenderebene erreicht werden.


Projekt EZB/ZDB / Gemeinsamer Datenlieferdienst

Das Projekt der „funktionalen Integration der ZDB und EZB“ wurde im September 2008 abgeschlossen.
Die im Rahmen des Projekts entwickelte gemeinsame Verfügbarkeitsrecherche für ZDB und EZB ist realisiert. Damit sollte den Benutzern in beiden Systemen eine umfassende Information zu Beständen und Lizenzen einer gesuchten Publikation in ihrer Bibliothek zur Verfügung stehen.
Es hat sich allerdings gezeigt, dass die aus der ZDB in die EZB übernommenen Nachweisdaten (für Druckexemplare) nicht in allen Fällen vollständig sind. An einer Lösung wird gearbeitet. Als kurzfristige Lösung können betroffene Bibliotheken die Anzeige in der EZB so einstellen, dass ihre Druckexemplare nicht angezeigt werden.
Die fehlende Verlinkung aus der gegenwärtigen Druckexemplaranzeige der EZB in den OPAC der besitzenden Bibliothek wird als Sackgasse empfunden und sollte  baldmöglichst ergänzt werden.
Personell bedingt hat es Verzögerungen bei der Bereitstellung des integrierten Datendienstes, also der Lieferung von Lizenzinformationen aus der EZB an die ZDB, gegeben.
In den  nächsten Wochen sollen die Informationen, gestuft für einzelne Bibliotheken, und nach Absprache mit den Verbünden und Bibliotheken, geliefert werden.
Wie eine Umfrage ergab, ist die Beteiligung an den neuen Dienstleistungen in den Verbünden und Bibliothekssystemen (noch) nicht einheitlich.
Viele Bibliotheken wollen abwarten, welche Erfahrungen an anderer Stelle mit den Diensten gemacht werden und machen ihre Beteiligung von diesen Ergebnissen abhängig.
Zudem werden, aufgrund der diversen unterschiedlichen lokalen Voraussetzungen,  einige, zusätzliche Funktionalitäten gewünscht und Mängel artikuliert:

  • Aufnahme der „grünen“ Titel in den Datendienst (möglichst bibliotheks- und fächerdifferenziert)
  • Aufnahme von Langzeitarchivierungen (Digitalisaten) in den Datendienst
  • der SWB beklagt den Datenverlust durch das Überschreiben der z.T. ausführlicheren Lokaldatensätze (Statistik-/Erwerbungsdaten) durch die EZB-Sätze
  • nach Ansicht des KOBV wurde mit dem neuen Lieferdienst mehr versprochen als letztendlich gehalten worden ist.
  • für das Problem der unterschiedlichen Splitregeln in ZDB und EZB, und die daraus resultierenden unvollständigen Exemplarzuordnungen, hat die EZB ein Konzept erstellt.

Generell sollen die aufgeführten Kritikpunkte in die Planungen für das Nachfolgeprojekt „Zeitschriftenplattform“ aufgenommen werden.


Projekt Zeitschriftenplattform

Nach der Entwicklung einer gemeinsamen Verfügbarkeitsrecherche und eines integrierten Datenlieferdienstes soll als 3. Phase der Kooperation zwischen ZDB und EZB das Projekt „Zeitschriftenplattform“ folgen.
Ein entsprechender DFG-Antrag wird gegenwärtig erarbeitet.


Die Rahmenbedingungen für die geplante „Zeitschriftenplattform“ beinhalten:

  • ein gemeinsames Datenmodell und die „Webgängigkeit“ der Daten („next generation cataloguing“).
  • die Datenlieferung für Drittsysteme
  • die nutzerfreundliche Präsentation der fortlaufenden Sammelwerke

Es wird mit einer Projektlaufzeit von mehreren Jahren gerechnet.


Sacherschließung

In der Diskussion zu  diesem TOP wurde ein großes Interesse einzelner Verbünde an einer Schlagwort-Erfassung in der ZDB deutlich.
BVB, SWB und HBZ wären in der Lage, Sacherschließungsdaten  in größerem Umfang an die ZDB liefern.

Nach Aussage der DNB kann die Übernahme dieser Daten zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht erfolgen, da

  • die Einspielung der DNB-Sacherschließungsdaten wegen einer größeren Anzahl von maschinell nicht zuzuordnenden Titelaltdaten noch nicht abgeschlossen ist
  • noch kein Verfahren für einen Abgleich der  Daten aus den verschiedenen Verbünden existiert.


Beschlossen wurde ein Abgleich der Daten im Laufe des 1. Quartals 2009. Parallel dazu wurde die ZRT mit der Abfassung eines Verfahrensvorschlags für die laufende Erschließung beauftragt.


Sacherschließung / Ablösung der ZDB-Fachnotationen durch DDC-basierte Klassifikation

Der Entwurf für die seit längerer Zeit angestrebte Ablösung der ZDB-Fachnotationen durch eine DDC-basierte Grobklassifikation ist fertig gestellt. Allerdings besteht nach wie vor Abstimmungsbedarf mit der DNB, da es nicht möglich war, eine hundertprozentige Deckungsgleichheit der beiden Klassifikationen zu erreichen.


Korrekturberechtigung bei Alleinbesitz

Von der DNB wurde inzwischen der Wunsch zur erweiterten Korrekturberechtigung bei Alleinbesitz einer Bibliothek technisch realisiert.
(Titelaufnahme erhält „x“ an 3. Position in 0500).
Die Lösung der DNB beinhaltet, dass neu angelegte Titelaufnahmen unbegrenzt korrigiert werden können,  solange zu ihnen nur Bestand einer ILN vorhanden ist.
Sobald Exemplardaten einer weiteren ILN hinzukommen, wird für den betreffenden Titel über Nacht der v-Status vergeben.
Titel, die bereits den v-Status haben, behalten ihn, auch wenn im Lauf der Zeit Bestände gelöscht werden und dann nur noch Bestand einer ILN vorhanden sein sollte.
Für die rückwärtige „Bereinigung“ (maschinelles Setzen des X-Status) bereits bestehender Titelaufnahmen mit Bestand zu einer ILN oder ganz ohne Bestand müssen ca. 600.000 Datensätze korrigiert werden.
Eine Umfrage in der AGDBT-Mailingliste soll klären, ob die Möglichkeit zur Korrektur von Altaufnahmen ohne Bestand von allen ZDB-Teilnehmern gewünscht wird.


Freigabe von Feld 1800

Hintergrund dieser Anregung des OBV ist die Notwendigkeit, zuverlässig Anfragen zum Vorhandensein von Zeitschriften mit den Kriterien Erscheinungsort und Erscheinungsweise beantworten zu können.
Im Gegensatz zu den Angaben zur Erscheinungsweise bei Zeitungsaufnahmen, sind  viele Zeitschriften falsch oder unzulänglich kodiert.
Dem Antrag auf Freigabe von 1800 für Teilnehmerkorrekturen wurde entsprochen, gleichzeitig aber darum gebeten, vorhandene Codierungen nicht zu überschreiben (es sei denn sie sind zweifelsfrei für alle erschienenen Bände falsch), sondern weitere Codes zu ergänzen.


Ansetzung von Schriftenreihen und fortlaufenden Beilagen, die den Namen der Mutterzeitschrift enthalten.

In ZETA E 211 wird festgelegt, dass Veröffentlichungen, die im Titel den Namen der "Mutterzeitschrift" oder deren Initialen führen, in der Regel als Unterreihen angesetzt werden. Dies gilt sowohl für fortlaufende Beilage als auch für neben/gleich geordnete Schriftenreihen.
Diese Regelung hatte den Vorteil hatte, dass die BearbeiterInnen sich die Frage ersparen konnten, ob es sich in den genannten Fällen tatsächlich um eine Unterreihe handelte.

Der SWB stellte den Antrag, in dieser Frage zukünftig nach RAK-WB zu verfahren und daher:

  • neben oder gleich geordnete Schriftenreihen, in deren Titel der Name einer Mutterzeitschrift enthalten sein könnte, nicht mehr als Unterreihen, sondern selbständig anzusetzen
  • Veröffentlichungen, die den Namen der "Mutterzeitschrift" oder deren Initialen führen, nur noch in den nach RAK-WB vorgesehenen Fällen als Unterreihen anzusetzen (also echte Unterreihen)

Der Antrag wurde mit 7 zu 3 Stimmen und 8 Enthaltungen angenommen.

Beispiel (bisherige Regelung):

3220 Der @Personalrat / Schriftenreihe
4000 Der @Personalrat
4005 Schriftenreihe Der Personalrat

Beispiel (neue Regelung):

3260 Der @Personalrat / Schriftenreihe
4000 Schriftenreihe Der Personalrat

Aber:

3220 Editio / Beihefte
4000 Editio
4005 Beihefte zu Editio
 

Nachweis von Massendigitalisaten

Die Notwendigkeit für ein weitestgehend automatisiertes Verfahren zum Nachweis von Massendigitalisaten (Antrag des BVB) ergibt sich aus den geplanten (und von der DFG finanziell unterstützten) Digitalisierungen von Bibliotheksbeständen.
Von den ZDB-Teilnehmern werden zur Umsetzung dieses Bedarfs 2 verschiedene Instrumente gewünscht:

  • ein „Digitalisierungsknopf“ zur Duplizierung der Aufnahme einer Druckzeitschrift in der laufenden Katalogisierungsarbeit
  • ein Batchverfahren, um für große Mengen von Druckzeitschriften-Aufnahmen  zusätzlich Digitalisat-Aufnahmen zu erstellen

Die DNB gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass nach dem neuen Pflichtabgabegesetz auch Digitalisate an die DNB gemeldet werden müssen.
Wie die geplanten Zeitschriften-Massendigitalisierungen mit den entsprechenden Geschäftsgängen in der DNB koordiniert werden könnten, ist noch ungewiss.
Die zeitnahe Einrichtung entsprechender Batchläufe ist daher nicht zu erwarten.


Neue WinIBW-Version

Alle von der ZDB angebotenen Skripte wurden von Visual Basic (VBS) nach Java portiert, befinden sich aber noch im Teststatus.
Nach Abschluss der Tests wird eine neue WinIBW-Version Ende des Jahres zum Download bereitstehen. Alternativ zum kompletten Klient sollen auch die einzelnen Skripte bereitgestellt werden. Makros werden nicht angeboten.
Individuell konfigurierbare Datenmasken, wie sie der SWB als Makro-Ersatz in seinem Verbund  zur Verfügung stellt, befinden sich noch in Bearbeitung.

Kontakt: Herbert Adam, HeBIS-Verbundzentrale, Bockenheimer Landstr. 134-138, 60325 Frankfurt am Main, Telefon 069/79839252, Email h.adam@ub.uni-frankfurt.de

Herbert Adam

Impressum

HeBIScocktail 1/2009 (Januar 2009)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Heike Nienerza (hen)
Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Angelika Hinrichs (anh), Nadine Körfer (kör), Jule Mildner (miju), Günter Pietzonka (güp), Elmar Reith (elr)

E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@ub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 2/2009 erscheint April 2009.

Redaktionsschluss: März 2009.
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