HeBIScocktail
Ausgabe: 2009-2
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wir hoffen, Sie hatten schöne Osterfeiertage und konnten die ersten Frühlingstage genießen!


Dieser HeBIScocktail zeigt, dass auch im HeBIS-Land der Winterschlaf vorbei ist und an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet wird. Wir stellen u.a. den neuen Profildienst "MyCurrent Contents Linguistics" vor, der den Nutzern die Zusammenstellung eines ganz individuellen Zeitschriftenportfolios erlaubt. Nicht ganz neu, sondern sogar mittlerweile schon 10 Jahre im Dienst ist das sog. Lizenzexemplarprogramm, das dank stetiger Verbesserungen und Anpassungen mittlerweile in der Katalogisierungspraxis für Online-Ressourcen nicht mehr wegzudenken ist. Wollten Sie schon immer mal wissen, was die Aufgaben des Hessischen Hauptstaatsarchivs in Wiesbaden sind? Dr. Peter Sandner berichtet von den vielfältigen Tätigkeiten unseres Verbund-Partners.

Bei all den Aktivitäten passt es ganz gut, dass in Erfurt auch "Ein neuer Blick auf Bibliotheken" gefordert wird.
Unter diesem Motto findet vom 02.-05. Juni der Deutsche Bibliothekartag statt. Auch HeBIS wird wieder mit einem Stand vertreten sein. Vielleicht finden Sie Gelegenheit für einen persönlichen Austausch oder möchten sich vor Ort über unsere neuen Projekte informieren.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Neue Metadaten-Einspielung: Early American Imprints

Ein "gewesen(er) Hesse" ruft im 18. Jahrhunderts seine Landsleute auf, in "Sud-Carolina" zu siedeln. Sie sollen sich aus der in deutschen Regionen herrschenden "sehr harten Sclaverey" befreien!

Nachzulesen in "Wahrheit und guter Rath, an die Einwohner Deutschlands, besonders in Hessen". Einem von 36.305 Titeln aus der Sammlung Early American Imprints, Series 1, die Anfang April ins CBS eingespielt wurden.


Mit der Suchanfrage "f lzi V263" finden Sie die Metadaten zu EAI I in der Verbunddatenbank.


Weitere Informationen zur Nationallizenz unter:

http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2006-03-14.3838869390



Ansprechpartnerin in der HeBIS-Verbundzentrale:
Michaela Konrad, Tel.: 069 - 798 39 658

(mik)
Online-Übernahme von PND- und GKD-Datensätzen

Seit Mitte März ist der Bezug von Fremddaten aus der PND und GKD von der bisher üblichen, wöchentlichen Offline-Verarbeitung auf ein Online-Verfahren (OAI) umgestellt worden. Mit Hilfe dieses Verfahrens übernehmen wir PND-Sätze der Überregionalen Personennamendatei und Körperschaftsdaten aus der GKD „just in time“ in die HeBIS-Produktionsdatenbank. Alle in ILTIS vorgenommenen Neuerfassungen und Änderungen werden jeweils aktuell innerhalb von 1-2 Minuten nach HeBIS übernommen. Umlenkungen und Löschungen werden dagegen weiterhin nur einmal wöchentlich für das HeBIS-CBS nachvollzogen.

Für die Neuaufnahme von Personensätzen gilt nun: Wenn Sie einen Tp-Satz in ILTIS erfassen, können Sie nach dem Abspeichern entweder kurze Zeit abwarten, bis er online automatisch nach HeBIS übernommen worden ist, um ihn dann für Verknüpfungen zu nutzen (Sie müssen allerdings noch einmal die Suche nach der Person starten), oder Sie können auch bei der bisherigen Vorgehensweise – Erstellen des Tp-Satzes in ILTIS und anschließende Übernahme mit der WinIBW-Funktion "Übernahme Tp-Satz" – bleiben (dann ersparen Sie sich eine erneute Personensuche). Falls OAI schneller als das Skript sein sollte und der Satz schon in HeBIS vorhanden ist, wird die Übernahme über die Validation abgewiesen. In diesem Fall erscheinen in einem PopUp-Fenster die Fehlermeldung "Fehler beim Speichern des Normdatensatzes ..." und nach dem Bestätigen mit "OK" die Meldungen "Möglicherweise dublett, PND wird auch von PPN .... generiert" und "Satz abgewiesen". Damit sind Dubletten durch Mehrfachübernahme ausgeschlossen.

Da die PND- bzw. GKD-Sätze nicht mehr wie bisher im MAB-Zeichensatz, sondern im utf8-Zeichensatz (Unicode) geliefert werden, führt dies leider dazu, dass eine Anzahl von Sonderzeichen (z.B. im Hebräischen oder Arabischen) in der WinIBW2 in ziemlich kryptischer Form erscheinen. Wenn Ihnen in einem PND- oder GKD-Satz solche falsch dargestellten Zeichen auffallen, melden Sie diesen bitte an die PND-Redaktion in der VZ (hebis-pnd@ub.uni-frankfurt.de). Wir werden versuchen, die betreffenden Zeichen nachzukorrigieren. In der WinIBW3 und im OPAC erfolgt dagegen in allen Fällen eine korrekte Anzeige.


Ansprechpartner in der Verbundzentrale:
Elmar Reith, Tel.: 069 - 798 39 356

(elr, hea)
Dateneinspielung
Vorhang auf und Licht an! Online Contents Film und Theater

Und zwar für den neuen Online-Contents-Dienst für das Fach Film und Theater bei den Katalogangeboten von HeBIS.

Hier finden Sie Inhaltsverzeichnisse von rund 200 deutschen und fremdsprachigen Zeitschriften zu den Themen Film, Theater, Ballett, Oper, Medien und Bühnentechnik.

Wie bei den bereits vorhandenen OLC-Diensten zu den Themen „Biologie“ und „Linguistik“ können Sie selbstverständlich auch hier Ihre Trefferlisten als Download sichern und die gewünschten Zeitschriften direkt über das HeBIS-Portal oder Subito bestellen.

Wenn vorhanden, finden Sie einen Link zur EZB und damit einen direkten Zugriff zum Volltext des gesuchten Artikels.

Der Bestand setzt sich zusammen aus dem fachlichen Ausschnitt des Datenlieferdienstes „SwetsScan“ sowie den in der UB Frankfurt erstellten Scans der Inhaltsverzeichnisse der dort vorhandenen Zeitschriften zum Thema.

Im Moment sind in diesem Katalog ca. 100.000 Aufsatzdatensätze ab dem Erscheinungsjahr 1993 nachgewiesen, die täglich ergänzt werden durch die Lieferungen von Swets sowie den Eigenscans der UB Frankfurt.

Der Zugriff ist für den Benutzer kostenlos und weltweit ohne vorherige Registrierung möglich.



Tatjana Rabeneck E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ

Themen

Das Lizenzexemplarprogramm - ein erfolgreicher Dauerbrenner im Dienst der HeBIS-Bibliotheken

Unlängst war es soweit: Beim nächtlichen Lauf des Lizenzexemplarprogrammes wurde der fünftmillionste Exemplarsatz erzeugt. Über fünf Millionen Mal wurde somit seit Einführung des Programmes vor 10 Jahren ein(e) HeBIS-Bibliothekar(in) von der manuellen Erfassung von Lokaldaten entlastet – und das ohne jeden Informations- und Qualitätsverlust für die Benutzer der HeBIS-OPACs! Das Lizenzexemplarprogramm ist die Erfolgsgeschichte eines perfekten Service, der aus zentralen Dienstleistungen der Verbundzentrale entsteht, angefangen von der zentralen Titelerschließung von Online-Ressourcen bis hin zur Entwicklung und sukzessiven Verfeinerung der automatischen Programmläufe zur Lokaldatenerzeugung. Hier ein Rückblick auf diese Erfolgsgeschichte: Seit mehr als zehn Jahren sind Online-Ressourcen neben den konventionellen Materialien aus Bibliotheken nicht mehr wegzudenken.

Schon im März 1999 fand im HeBIS-Verbund der „Workshop Elektronische Dissertationen“ statt, bei dem die noch heute gültigen Grundsatzentscheidungen getroffen wurden:

  • Alle Ressourcen sollen unter einem Dach in der HeBIS-Datenbank nachgewiesen werden
  • Es muss ein Mechanismus entwickelt werden, der frei zugängliche Online-Ressourcen als Update in alle Lokalsysteme garantiert, ohne dass dafür Lokaldatensätze angelegt werden müssen.

Daraus entwickelte die HeBIS-Verbundzentrale das „Lizenzdummyprogramm“, das für das Update in die Lokalsysteme Dummy-Sätze für kostenlose Online-Ressourcen (Online-Dissertationen und E-journals) erzeugte. Dummy-Sätze sind automatisch für verschiedene Zwecke erzeugte Pseudo-Exemplare, die dazu dienen die Titel in die Lokalsysteme zu liefern.

Schnell wurde klar, dass dies nicht ausreicht. Neben kostenlosen Ressourcen kamen lizenzpflichtige Produkte auf den Markt, die im HeBIS-Verbund durch die neu eingerichtete Konsortialgeschäftsstelle und mit zentralen Finanzmitteln ausgestattet koordiniert erworben werden.

Eine differenzierte Verwaltung der Konsortialverträge wurde nötig und die Möglichkeit, kostenlose Online-Ressourcen nach Fächern für den lokalen OPAC auswählen zu können, wurde eine weitere Anforderung. Für die Konsortialpakete übernahm die Verbundzentrale die zentrale Katalogisierung als neues Aufgabengebiet.

Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurde das „Lizenzdummyprogramm“ zum „Lizenzexemplarprogramm“ weiterentwickelt.

Zu diesem Zweck
  • wurden die Dummies zu Exemplaren aufgewertet und führen die im Titel mit einem Lizenzindikator gekennzeichnete URL im Exemplar mit
  • wurde die Auswahl nach Fächern bei kostenlosen Online-Ressourcen, sowohl bei Dissertationen wie auch bei E-journals, eingerichtet

Durch die Vielzahl der URLs wurde die Programmierung eines URL-Checks notwendig, um deren Aktualität bzw. Gültigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls nachbessern zu können.

Daneben hat der HeBIS-Verbund aktiv und maßgeblich in den überregionalen Gremien an den Präzisierungen der RAK-NBM und den weiteren notwendigen Regelungen mitgearbeitet, die in die Katalogisierungsbestimmungen für HeBIS eingeflossen sind. Parallel dazu vereinbarten die Verbünde einen Kanon von Herkunftskodierungen, die die Art einer URL bestimmen; beispielsweise einer Produkt-URL oder der EZB-URL.

Die Herkunftskodierungen als Selektionskriterium für HeBIS ermöglichten im Frühjahr 2001 eine wesentliche Neuerung des Lizenzexemplarprogramms: anhand eines ausgewählten Adress-Profils (getrennt für Monographien und Zeitschriften) konnte von nun an die URL bestimmt werden, die in das Lizenzexemplar geliefert werden sollte. Dabei wurde dem Wunsch vieler HeBIS-Teilnehmer entsprochen, bei E-journals die EZB-URL als bevorzugte Adresse in den lokalen OPACs anzuzeigen. Zu einem späteren Zeitpunkt konnte durch das automatisierte Anhängen eines Bibliothekskürzels an die EZB-URL eine bibliothekspezifische Sicht realisiert werden.

2004 wurde Lizenzexemplarprogramm für Monographien um die Möglichkeit erweitert, dort die URN als bevorzugte Adresse im lokalen OPAC anzeigen zu können. Durch die Programmierung eines zusätzlichen Programmteils konnte die automatisierte Übernahme und Umsetzung mit dem Lizenzexemplarprogramm für Aggregatordatenbanken von EBSCO mit Lieferungen aus der ZDB realisiert werden.

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass mit dem Lizenzexemplarprogramm ein sehr effektives und flexibles Programm als zentrale Dienstleistung zur Verfügung steht. So sind in den letzten Jahren die im Rahmen der Nationallizenzen erworbenen Zeitschriftenpakete auch automatisiert durch Lieferungen aus der ZDB umgesetzt worden. Genauso werden die Metadaten für die Nationallizenzen mit dem Lizenzexemplarprogramm in die lokalen OPACs geliefert. Gemeinsame und/oder parallele Erwerbungen der HeBIS-Teilnehmer wie die Springer-E-Book-Collection werden ebenfalls nach Metadaten-Lieferungen von Springer zentral mit dem Lizenzexemplarprogramm für die lokalen OPACs umgesetzt.



Entwicklung der Lizenzexemplarsätze für Online-Ressourcen in der HeBIS-Datenbank


JahrAnzahl der Lizenzexemplarsätze in HeBIS
1999 ca. 25.000 
2001 ca. 220.000
2005 über 1 Million
2007 ca. 2,7 Millonen
 2008 über 5 Millionen

Die Anzahl der Lizenzexemplarsätze in der HeBIS-Datenbank nimmt seit 1999 kontinuierlich zu und steigerte sich durch mehrere Metadaten-Einspielungen von Nationallizenz-Produkten bis Ende 2008 auf 5.685.761. Das sind 26% aller Exemplare in der Datenbank, ein hoher Anteil, der die Bedeutung der Online-Ressourcen und des Lizenzexemplarprogramms für die automatisierte Erzeugung von Exemplaren widerspiegelt. Im Einzelnen stellt sich der Nutzen der Lizenzexemplare für die HeBIS-Bibliotheken durch die Auswahlmöglichkeiten bei kostenlosen Online-Ressourcen und/oder Teilnahme am Konsortium sowie Nutzung des Nationallizenzangebotes sehr unterschiedlich dar. Der Anteil von Lizenzexemplaren in den einzelnen lokalen OPACs hat eine Spannbreite zwischen 3 und 65%.


Das Lizenzexemplarprogramm wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil zur automatisierten Belieferung der lokalen OPACs mit Exemplaren im Bereich der Online-Ressourcen bleiben. Um diese Bedingungen zu erfüllen, muss es auch weiterhin an die noch kommenden Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden. Die Zahlen sprechen für sich: Das Lizenzexemplarprogramm ist ein erfolgreicher Dauerbrenner, auch nach 10 Jahren!


Anja Tröger E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ
HeBIS-Partner
Das Hessische Hauptstaatsarchiv

Seit der frühen Neuzeit werden in Archiven Dokumente aufbewahrt, die Rechtsansprüche sichern und Verwaltungshandeln nachvollziehbar machen. Das Hessische Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden ist zuständig für Unterlagen der hessischen Ministerien und der zentralen staatlichen Einrichtungen des Landes sowie der nachgeordneten Dienststellen im ehemaligen Regierungsbezirk Wiesbaden. Zudem bewahrt es als historisches Archiv die Überlieferung des früheren Herzogtums Nassau und von dessen Vorgängergebieten auf. Insgesamt umfasst das Archiv Regale mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern, von denen derzeit 50 Kilometer belegt sind. Zu den Unterlagen des Archivs zählen auch rund 65.000 Pergament- oder Papierurkunden, darunter zahlreiche Königs- und Papsturkunden. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 910.


Den größten Anteil am Archivgut aber bilden nicht die Urkunden, sondern die Akten mit 37 Regalkilometern. Alle Behörden im Zuständigkeitsbereich des Archiv bieten nach festgelegten Fristen alle Akten, die sie für ihre Verwaltungstätigkeit nicht mehr benötigen, dem Hauptstaatsarchiv an. Das Archiv bewertet diese und entscheidet, ob die Unterlagen archivwürdig sind, ob sie also aus historischen oder rechtlichen Gründen dauerhaft aufzubewahren sind. Die archivwürdigen Archivalien werden anschließend geordnet, erschlossen und sicher aufbewahrt. In der Datenbank HADIS  kann ein Großteil der Unterlagen online recherchiert werden. Die Akten können nach den Bestimmungen des Hessischen Archivgesetzes dann im Lesesaal des Hauptstaatsarchivs eingesehen werden. Weitere Informationen finden sich unter http://www.hauptstaatsarchiv.hessen.de.


Zusätzlich zu den Archivbeständen steht den Benutzern auch die Dienstbibliothek des Hauptstaatsarchivs zur Verfügung. Diese Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek mit einem Bestand von ca. 90.000 Bänden und ca. 250 laufend gehaltenen Zeitschriften. Ausleihen außer Haus und Fernleihen sind nicht möglich. Der Altbestand vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis 1900 umfasst ungefähr 4.500 Einheiten. Spezialsammelgebiete der Bibliothek sind Archivwissenschaft, historische Hilfswissenschaften, deutsche Territorialgeschichte, hessische Geschichte und Landeskunde (insbesondere Geschichte und Landeskunde der ehemals nassauischen Gebiete), jüdische Geschichte und NS-Geschichte.


Sonderbestände sind unter anderem:

  • Deduktionen
    Einen umfangreichen Bestand bilden die gedruckten Deduktionen. Die Sammlung geht in ihrer Anlage bereits auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Es handelt sich um rund 5.000 Stück, vor allem Anlagen zu Prozessen, meist vor dem Reichskammergericht. Darunter befinden sich darüber hinaus 600 bis 700 Leichenpredigten und 300 juristische Dissertationen des 18. Jahrhunderts.

  • Amtsdruckschriften
    Die Amtsdruckschriften werden als ein Sonderbestand der Bibliothek geführt und kartenmäßig verzeichnet. Der Bestand umfasst derzeit rund 10.000 Titel. Mit 15% bis 20% ist ihr Anteil an den jährlichen Neuzugängen der Bibliothek beträchtlich.


Derzeit sind rund 27.000 Titel der Dienstbibliothek in einer hausintern verfügbaren Datenbank erschlossen; für die übrigen älteren Titel existiert eine Erschließung mit Zettelkatalog. Kurzfristig sollen nun die bereits mit IT erfassten Titelaufnahmen migriert und in das HeBIS-Verbundsystem eingespeist werden. Anschließend ist die sukzessive Aufnahme der übrigen Titel vorgesehen. Von den 27.000 Titeln ist nur etwa ein Viertel mit einer ISBN versehen; die übrigen Titel sind entweder "graue Literatur" oder aber Titel aus der Zeit vor Einführung der ISBN (1960er Jahre und älter). Durch die Beteiligung der Bibliothek des Hessischen Hauptstaatsarchivs am HeBIS-Verbund erhalten Interessenten Informationen über interessantes Bibliotheksgut, das möglicherweise in anderen Bibliotheken nicht vorhanden ist.


Dr. Peter Sandner E-Mail an AutorIn
Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Internationale Zusammenarbeit
IFLA veröffentlicht Prinzipien für Katalogisierungsregelwerke

Während sich die bibliothekarische Fachwelt die Köpfe über den Gesamtentwurf des neuen Regelwerkes "Resource Description and Access" (RDA) heiß redete, hat die IFLA fast schon unbemerkt ein Projekt abgeschlossen, das seinen Anfang im Jahr 2003 in Frankfurt nahm. Damals trafen sich Katalogisierungsexperten aus ganz Europa, um über neue Prinzipien für die Abfassung von Regelwerken zur Erschließung zu beraten. Auf Basis eines Regelwerkvergleichs in verschiedenen zentralen Fragen (z.B. Haupteintragung, Ansetzung von Personen und Körperschaften, Mehrbändige Werke) wurde ein erster Entwurf des "Statement of International Cataloguing Principles" erarbeitet und später veröffentlicht. Weitere vier im Jahresabstand durchgeführte Regionalkonferenzen in Buenos Aires, Kairo, Seoul und Pretoria setzen die Diskussion auf dem ersten Entwurf aufbauend fort.


Bereits das Frankfurter Expertenmeeting bekannte sich zum konzeptionellen Modell der "Functional Requirements for Bibliographic Records" (FRBR) und übernahm deren Struktur und Terminologie als Basis für die Regelwerksprinzipien. Folgerichtig wurden als die wichtigsten Aufgaben für einen Katalog die FRBR-Begriffe "finden", "identifizieren", "auswählen", "erwerben oder erhalten" und "navigieren" auch in das Prinzipienpapier aufgenommen. Als oberstes Ziel von Katalogisierungsregelwerken wird in der abschließenden Textfassung der Benutzerkomfort genannt – diese Aussage findet sich im ersten Entwurf noch nicht, sondern hat sich durch die verschiedenen regionalen Expertendiskussionen erst entwickelt. Festgeschrieben wird aber auch der Aspekt der Ökonomie – wenn man Alternativen hat, soll man die kostengünstigste Art der Erschließung wählen. Ein Wort wie "Qualität" vermisst man in diesem Zusammenhang. Stattdessen wird sogar postuliert, dass nur unbedingt notwendige Datenelemente bei der Abfassung von Katalogisierungsregelwerken berücksichtigt werden sollen.


Das Papier befasst sich ausführlich mit Sucheinstiegen, die normiert erfasst werden sollen. Ausdrücklich empfohlen wird in diesem Zusammenhang die Verwendung von Normdatensätzen. Für die Bildung der Ansetzungsformen für die Sucheinstiege werden je nach Sachverhalt unterschiedliche Vorgehensweisen favorisiert: bei Personen und Familien nach dem Sprachgebrauch der Länder, aus denen sie stammen, bei Körperschaften danach, wie sie sich in ihren Publikationen nennen. Erstmals werden hier auch Ansetzungsformen für Werke und Expressionen (gemäß FRBR-Modell) eingeführt. Dafür wird entweder der Titel alleine oder in Verbindung mit dem geistigen Schöpfer des Werkes herangezogen.


Abgerundet wird das Prinzipienpapier durch ein umfangreiches Glossar. Wer sich noch nicht mit FRBR und seiner speziellen Terminologie beschäftigt hat, erhält mit dem Glossar einen guten Einstieg in die Materie.


Das neue Regelwerk RDA wird vermutlich weltweit das erste Regelwerk sein, das sich die neuen IFLA-Katalogisierungsprinzipien zu eigen macht oder zumindest den Anspruch erhebt, es getan zu haben. Ob die Einhaltung der Prinzipien hundertprozentig geglückt ist, mag jeder selbst beurteilen …


Der englische Originaltext "Statement of International Cataloguing Principles" ist online abrufbar unter http://www.ifla.org/VII/s13/icp/ICP-2009_en.pdf. Die Deutsche Nationalbibliothek hat inzwischen auch eine deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt: http://www.ifla.org/VII/s13/icp/ICP-2009_de.pdf.

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS Verbundzentrale
Neuer Profildienst
My Current Contents Linguistics (myCCL)

My Current Contents Linguistics (myCCL) ist der erste in HeBIS eingerichtete, elektronische Profildienst für Online Contents Kataloge. Ziel eines solchen Dienstes ist es, Benutzer über neu eingespielte Hefte zu individuell ausgewählten Zeitschriften eines Kataloges per E-Mail zu informieren.

Der erste Katalog, für den dieser Dienst eingerichtet wurde, ist „Online Contents Linguistik“. MyCCL besteht u.a. aus einem Frontend in Form einer Web-Schnittstelle und ist unter der Adresse

http://mycc.hebis.de/mycc/myCCL/mycc-start.html

zu erreichen.





Die Authentifizierung erfolgt über eine E-Mail-Adresse. Beim ersten Besuch muss man sich für myCCL registrieren, indem man eine E-Mail-Adresse und ein frei gewähltes Passwort eingibt.




Das System verschickt dann eine E-Mail mit einem Aktivierungslink an die eingegebene E-Mail-Adresse. Diese Routine dient der Absicherung. So wird sichergestellt, dass eine E-Mail-Adresse nicht von anderen missbraucht wird, dass sie korrekt eingegeben wird und dass die später verschickten Inhaltsverzeichnisse auch wirklich den Nutzer erreichen. Erst wenn der Aktivierungslink angeklickt wurde, ist die Registierung erfolgreich abgeschlossen. Nicht abgeschlossene Registrierungen werden nach 14 Tagen wieder gelöscht. Damit wird vermieden, dass Nutzer sich mit falschen oder nicht erreichbaren E-Mail-Adressen registrieren.


Das System begrüßt den Nutzer mit einer Willkommensmeldung und fordert ihn auf, aus der alphabetischen Liste aller Zeitschriften des Online Contents Linguistik Bestandes des HeBIS-Verbundes die gewünschten Zeitschriften durch Anklicken auszuwählen und zu speichern.




Nach der Auswahl werden die Zeitschriften in einem Profil für den Nutzer gespeichert. Diese Liste wird dann bei jedem weiteren Login angezeigt. Sie lässt sich jederzeit erweitern oder einschränken.




Sollten bei den täglichen Einspielungen neuer Swets-Daten1 Aufsätze aus einer dieser Zeitschriften dabei sein, so wird der Nutzer umgehend darüber per E-Mail informiert.

Ferner gibt es einige benutzerspezifische Funktionen, die über die Navigation von myCCL erreichbar sind:


  • Es ist z.B. möglich, seine E-Mail-Adresse zu ändern. Die Änderung wird erst aktiv, wenn der Nutzer den Empfang einer E-Mail an die neue Adresse bestätigt hat, indem er dort wieder einen Aktivierungslink klickt. Damit wird sichergestellt, dass die neue Adresse auch erreichbar ist.

  • Auch das Passwort ist jederzeit änderbar. Das ist angebracht, falls ein Nutzer sein Passwort vergessen hat und sich vom System ein neues hat erstellen lassen. Mit der Passwort-Änderungsroutine kann er das systemgenerierte Passwort, das aus einer kryptischen Zeichenfolge besteht, wieder in ein von ihm gewähltes ändern.

  • Außerdem kann der Nutzer myCCL auch wieder abbestellen. Dann werden seine Nutzerdaten, wie E-Mail-Adresse und Passwort, aber auch das Profil der ausgewählten Zeitschriften gelöscht. myCCL ist dann erst wieder nach einer erneuten Registrierung benutzbar.

  • Die Benutzeroberfläche ist durchgängig zweisprachig gehalten, da ein Großteil der potentiellen Nutzer aus dem nicht-deutschsprachigen Raum kommen wird.


Im Hintergrund läuft einmal am Tag ein Programm, welches das Index-Fileset des Linguistik-Kataloges durchsucht und die PPN aller Zeitschriften herausschreibt. Zu diesen PPN werden der Zeitschriftentitel, die Swets-Nummer und die ISSN bestimmt und in eine Liste geschrieben.


Anschließend wird anhand der täglichen Swets-Einspielungen bestimmt, welche Hefte neu in den Linguistik-Katalog aufgenommen worden sind. Zu diesen Heften wird auch gleich die PPN der Zeitschrift, in der das Heft erschienen ist, bestimmt.


Dann werden die Profile der Nutzer durchsucht. Hat ein Nutzer im Frontend eine Zeitschrift ausgewählt, zu der ein neues Heft in den HeBIS-Katalog eingespielt worden ist, so wird eine E-Mail generiert, die ihn über dieses neue Heft informiert. Diese E-Mail enthält u.a. einen Link in den HeBIS-Katalog „Online Contents Linguistik“. Zusätzlich wird auch gleich das Inhaltsverzeichnis dieses Heftes mitgeschickt. Es wird im RIS-Format2 an die Mail angefügt und enthält zu jedem Aufsatz Titel, Autor, Bandangabe, Erscheinungsjahr, Heftnummer, Seitenzahl der ersten und letzten Seite sowie Titel und ISSN der Zeitschrift. Ein Beispiel einer solchen E-Mail finden Sie weiter unten. Der E-Mail-Anhang kann direkt in Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi importiert werden.


Bilanz:

Nach knapp einem Monat seit Einführung von myCCL haben sich insgesamt über 120 Nutzer erfolgreich registriert – unsere zahlreichen Testanmeldungen und vereinzelte Vertipper sind hierbei nicht mitgerechnet. Davon sind momentan 94 Nutzer aktiv, d.h. sie haben ein Profil angelegt und mindestens eine Zeitschrift ausgewählt, zu der sie Inhaltsverzeichnisse zugeschickt bekommen, sobald neue Aufsätze ins CBS eingespielt worden sind. Im Durchschnitt hat ein Nutzer 28 Zeitschriften ausgewählt. Das System hat seit Einführung über 400 E-Mails mit Inhaltsverzeichnissen zu 108 verschiedenen Zeitschriftentiteln verschickt.


Ausblick:

Der Current-Contents-Dienst kann natürlich für weitere Kataloge angeboten werden.

Es ist auch denkbar, den Anhang nicht nur in RIS, sondern auch in anderen Formaten (XML o.ä.) zu verschicken. Der Nutzer könnte dann z.B. im Frontend selbst auswählen, in welchem Format ihm der Anhang geschickt werden soll.




1Mit Swets-Daten sind die Zeitschriftenaufsatz-Titeldaten der Firma Swets Information Services gemeint.
2RIS steht für Research Information System. Dieses Format wird für den Im- und Export von Daten in der Literaturverwaltung verwendet. Die Spezifikation für das RIS-Format finden Sie unter http://refdb.sourceforge.net/manual-0.9.4/c2166.html





Beispiel für eine durch myCCL verschickte E-Mail:


Sehr geehrte Nutzerin, sehr geehrter Nutzer,

zu der Zeitschrift

Intercultural pragmatics

ist ein neues Heft erschienen. Ueber den folgenden Link gelangen Sie direkt zum Inhaltsverzeichnis:
http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=3.3/CNL?PPN=123006481

Mit freundlichen Gruessen
HeBIS

Anhang: Inhaltsverzeichnis im RIS-Format (UTF-8).
Der Anhang kann in Literaturverwaltungsprogramme importiert werden.

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Dear User,

a new issue of the journal

Intercultural pragmatics

has been published. You will find the table of contents at:
http://orsprod.rz.uni-frankfurt.de/DB=3.3/CNL?PPN=123006481

With kind regards
HeBIS

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Attachment: The table of contents is attached in RIS format (UTF-8).
Thus it can be imported into a reference management software.

TY - JOUR
T1 - Face and self-presentation in spoken L2 discourse: Renewing the research agenda in interlanguage pragmatics
AU - Dippold, Doris
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 1
EP - 28
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -

TY - JOUR
T1 - Not taking yourself too seriously in Australian English: Semantic explications, cultural scripts, corpus evidence
AU - Goddard, Cliff
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 29
EP - 54
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -

TY - JOUR
T1 - Are explicatures cancellable? Toward a theory of the speaker's intentionality
AU - Capone, Alessandro
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 55
EP - 84
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -

TY - JOUR
T1 - Language socialization: The naming of non-kin adults by African children and preadolescents in intercultural encounters
AU - Kasanga, Luanga A
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 85
EP - 114
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -

TY - JOUR
T1 - On speakers and audiences, feminism and the lying/misleading distinction
AU - Saul, Jennifer
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 115
EP - 126
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -

TY - JOUR
T1 - Book reviews
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 127
EP - 138
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER -
TY - JOUR
T1 - Contributors to this issue
VL - 6
PY - 2009
IS - 1
SP - 139
JF - Intercultural pragmatics
SN - 1612-295x
ER

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Martina Sinkovic E-Mail an AutorIn
HeBIS Verbundzentrale

Mitteilungen

Originalschriftliche Katalogisierung

Anfang März wurden über 13.000 Titelaufnahmen der UB Marburg mit Daten aus dem japanischen Nacsis-Verbund angereichert.

Anhand eines maschinellen Abgleichs konnten japanische Titel und Autorennamen, Erscheinungsorte und –verlage sowie Angaben zu Auflage oder Schriftenreihe ergänzt werden. Damit wurde die Recherche, aber auch Identifikation bestimmter Titel für die Nutzer dieser Bestände vereinfacht, da die Transliteration in vielen Fällen für diese Titel nicht ganz ausreichend ist.

(ahi)
Originalschriftliche Katalogisierung : Informationsmaterial

Im Dezember 2008 wurde die Katalogisierung in chinesischer und japanischer Schrift freigegeben. Weitere nichtlateinische Schriften werden nach ausführlichen Pilottests sukzessive für die Erfassung freigegeben. Für 2009 ist die originalschriftliche Katalogisierung in kyrillischem und hebräischem Alphabet geplant.

Ergänzend hat die Verbundzentrale Informationsmaterial und eine Praxisanleitung zusammengestellt. Die Materialien begleiten jeweils Pilotphase und Einführung. Alle Papiere werden nach Test- und Praxiserfahrungen stetig fortgeschrieben. Nach Erreichen eines zuverlässigen und umfassenden Standes werden sie in den regulären Rahmen des HeBIS-Handbuches überführt werden.

Die Materialien finden Sie auf unseren Webseiten unter:
http://www.hebis.de/de/1publikationen/arbeitsmaterialien/formalerschliessung/kat_orig.php

(ria)
Personalia

Personelle Veränderungen in der Verbundzentrale:

Zum Jahresbeginn wechselte Maren Schwingel-Bechtold von der Verbundzentrale in das Info-Team der UB Frankfurt. Die Verbundzentrale erhält dafür ab Februar Unterstützung im Bereich Elektronische Medien durch Michaela Konrad.

Kontakt: m.konrad@ub.uni-frankfurt.de, Tel.: 069-798 39 658.


Herr Dr. Thomas Striffler ist seit 01.03. im Team der HeBIS IT für den Aufbau eines zentralen Dokumentenservers, auf dem die Scans von
Inhaltsverzeichnissen zur Anreicherung des HeBIS-Katalogs hinterlegt werden
sollen, tätig. Weiterhin soll von ihm die Möglichkeit einer Volltextrecherche
innerhalb dieser Inhaltsverzeichnisse realisiert werden.

Kontakt: striffler@hebis.uni-frankfurt.de, Tel.: 069-798 28984


(tak)

Impressum

HeBIScocktail 2/2009 (April 2009)

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/

Neue Ausgaben werden über Pica-List angekündigt.

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Heike Nienerza (hen)
Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Evgenia Heinz (hei), Angelika Hinrichs (anh), Nadine Körfer (kör), Michaela Konrad (mik),  Jule Mildner (miju), Günter Pietzonka (güp), Elmar Reith (elr)

E-Mail-Adresse der Redaktion: hebiscocktail@ub.uni-frankfurt.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Hinweise für Autoren

HeBIScocktail 3/2009 erscheint Juli 2009.

Redaktionsschluss: Juni 2009.
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