HeBIScocktail
Ausgabe: 2010-4
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die diesjährige Buchmesse liegt hinter uns. Hatten Sie die Gelegenheit für einen persönlichen Besuch? Falls nicht, können Sie vielleicht in den jetzt anstehenden Herbsttagen ein wenig freie Zeit für Ihre Lieblings-Lektüre erübrigen. Sollte Ihnen noch Lesestoff fehlen, halten wir in diesem HeBIScocktail eine kleine Literaturempfehlung für Sie bereit.

Doch vor allem beschäftigen wir uns natürlich mit den Weiterentwicklungen der Bibliothekswelt und des HeBIS-Verbundes.

Wir berichten u.a. über:


Im September hat das Land Hessen (als mittlerweile drittes Bundesland) ein eigenes Bibliotheksgesetz verabschiedet. Dieser Schritt wird von der Fachwelt einhellig begrüsst, gilt dies doch als wichtiges Signal, um die Bedeutung von Bibliotheken als Bildungseinrichtungen zu etablieren. Mehr darüber erfahren Sie in diesem HeBIScocktail.

Im Bereich "Kataloganreicherung" wurde das HeBIS-Portal um ein zusätzliches Element ergänzt. Wir stellen Ihnen die Funktionalität der Wikipedia-Links zu Personen-Artikeln vor.

Die Berichte aus der Praxis kommen ebenfalls nicht zu kurz. Zwei unserer Kolleginnen berichten von der Tagung "Concepts in Context" über aktuelle Entwicklungen in der Sacherschließung. Weiterhin stellen zwei Bibliothekarinnen Verbesserungen in der Katalogsierungspraxis mit Kurzkatalogisaten für Retro-Bestände vor.



Wir wünschen angenehme Lektüre!


Ihr HeBIScocktail-Team

Themen

Bibliothek und Recht
Bibliotheksgesetz jetzt auch in Hessen

Der hessische Landtag hat auf seiner 54. Sitzung am 9. September 2010 in zweiter Lesung mit den Stimmen der Regierungskoalition das Hessische Bibliotheksgesetz (HessBiblG) verabschiedet. Damit ist Hessen nach Thüringen und Sachsen-Anhalt das dritte Bundesland, das öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken rechtlich absichert und deren Aufgaben als Bildungs- und Kultureinrichtungen verbindlich definiert.

Dem Beschluss vorangegangen war ein schriftliches und mündliches Anhörungsverfahren im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst. Deren Ergebnisse führten zu einer Reihe von Änderungen und Ergänzungen des ursprünglich eingebrachten Gesetzentwurfes. So wurde für die wissenschaftlichen Bibliotheken der Auftrag zur Vermittlung von Medienkompetenz und zur Implementierung von elektronischen Publikationsplattformen zusätzlich formuliert (§ 3, 2) sowie die Aufgaben von Behördenbibliotheken neu aufgenommen (§ 3, 4). Im ebenfalls neu eingefügten § 7 wird ausführlich auf die Überlieferung des kulturellen Erbes und die dafür notwendige schrittweise Digitalisierung ausgewählter Bibliotheksbestände und deren frei zugänglicher Präsentation im Internet eingegangen.

Im Gesetz festgeschrieben ist die Definition der landesbibliothekarischen Aufgaben (§ 4, 2) und die Zuweisung dieser Aufgaben an fünf Hochschul- und Landesbibliotheken. Für diese Aufgaben verpflichtet sich das Land Hessen während der Laufzeit des Gesetzes (bis 31.12.2014) zur Zahlung eines Zuschussbetrages an die betreffenden Bibliotheken (§ 4, 1). Ansonsten bleiben finanzielle Zusagen seitens des Landes für die Bibliotheken und deren Träger außen vor. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage in den Kommunen hatte die Grundsatzforderung des Deutschen Bibliotheksverbandes, öffentliche Bibliotheken zu einer Pflichtaufgabe von Städten und Gemeinden zu erklären, keine Chance zur Aufnahme in das Hessische Bibliotheksgesetz.

Ebenfalls im Gesetz vermissen muss man eine Neuregelung der Pflichtexemplarabgabe für Publikationen aus hessischen Verlagen. Diese soll auch zukünftig über das Pressegesetz erfolgen, für dessen Fortschreibung Ende August ein Entwurf der Landesregierung in den Hessischen Landtag eingebracht wurde . Darin sind keine wesentlichen Änderungen vorgesehen; wie bisher werden dem Entwurf zufolge nur physische Druckerzeugnisse ablieferungspflichtig, während elektronische Publikationen oder andere Medien weiter außen vor bleiben.

Die Reaktionen auf die Verabschiedung des Hessischen Bibliotheksgesetzes aus Fachkreisen waren positiv. Monika Ziller, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv), begrüßte die Initiative des Landes Hessen ausdrücklich: "Jetzt verfügen schon drei Bundesländer über Bibliotheksgesetze und unterstreichen damit, wie notwendig und zeitgemäß diese Entwicklung gerade auch in Zeiten finanzieller Krisen ist." Sabine Homilius, die geschäftsführende Vorsitzende des Landesverbandes Hessen im dbv, sieht in dem Gesetz "die Bedeutung von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken für lebenslanges Lernen, gesellschaftliche Integration, Leseförderung, Forschung und Lehre und als kulturelle Einrichtungen anerkannt und festgeschrieben".



Zum Weiterlesen und Vertiefen

Hessisches Bibliotheksgesetz (HessBiblG) vom 20.09.2010, veröffentlich im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen, Teil I, Nr. 16 vom 23.9.2010, S. 295 - 296, online abrufbar: http://starweb.hessen.de/cgi-bin/webhltlinks.pl?form=/webhlt_links.html&typ=gvbl&title=%20%20Gesetz&nb=2010/16


Gang der Gesetzgebung im Hessischen Landtag:

Antr Drs 18/1728, 15.12.2009, Initiator: Fraktion der CDU; Fraktion der FDP
hierzu: ÄndAntr Drs 18/2767

Lesungen:
1. PlPr 18/32 26.01.2010 (S. 2261 - 2268) - an WKA
2. PlPr 18/54 09.09.2010 - BeschlEmpf Drs 18/2768


Pressemitteilung des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv): http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/pressemitteilungen/2010/PM_Bibliotheksgesetz_Hessen_10_09_2010.pdf


Pressemitteilung des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband: http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/pressemitteilungen/2010/Hessisches_Bibliotheksgesetz_Pressemitteilung.pdf


Gesetz für Bibliotheken. In: Frankfurter Rundschau vom 14.9.2010. Online abrufbar: http://www.fr-online.de/rhein-main/gesetz-fuer-bibliotheken/-/1472796/4640996/-/index.html


Interview "Es ist schon zum Verzweifeln". In: Frankfurter Rundschau vom 25.1.2010. Online abrufbar unter: http://www.fr-online.de/rhein-main/-es-ist-schon-zum-verzweifeln-/-/1472796/3238756/-/index.html


Rechtliche Würdigung des Gesetzentwurfes:

Eric W. Steinhauer: Das Hessische Bibliotheksgesetz als Rechtsnorm: juristisch-politische Anmerkungen zu einem vermeintlichen "Schaufenstergesetz". In: Bibliotheksdienst, 44.2010, H. 6, S. 637 - 642. Online abrufbar: http://www.zlb.de/aktivitaeten/bd_neu/heftinhalte2010/Recht_010610_BD.pdf


Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
Fernleihe
Abrechnung der positiv erledigten Fernleihbestellungen zum 30.06.2010

Jedes Jahr werden zum Stichtag 30.06. die positven Online-Fernleihbestellungen abgerechnet. Die Abrechnung erfolgt sowohl hebisintern als auch mit den Partnerverbünden. Die Grundlage bilden folgende ermittelte Fallzahlen:



Näheres zu den Abrechnungsmodalitäten finden Sie unter http://www.hebis.de/de/1fernleihe/biblinfos/verbundinformationen/verrechnung_von_bestellungen.html

Generell gilt: 1,20 Euro erhält die Gebende Bibliothek als Gutschrift. Der Nehmenden Bibliothek wird 1,50 Euro berechnet. Die Verbundzentralen erhalten 0,30 Euro bzw. 0,15 Euro als Gutschrift für eine positive Fernleihbestellung.

Über 100.000 Bestellungen wurden von HeBIS-Bibliotheken im letzten Jahr positiv erledigt. Davon wurden wiederum fast zwei Drittel verbundintern abgewickelt und der Rest von ca. 40.000 Bestellungen wurde an Bibliotheken der Partnerverbünde geliefert. Insgesamt haben unsere Benutzer im Abrechnungszeitraum 139.200 bestellte Bücher bzw. Aufsatzkopien erhalten und über die Hälft davon wurden von den Bibliotheken der Partnerverbünde geliefert.

Die folgende Übersicht zeigt anschaulich, dass HeBIS gegenüber den Partnerverbünden im Saldo mehr Bestellungen erhält als selbst liefert:



Im Vergleich der letzten Abrechnungszeiträume lässt sich erkennen, dass zwischen 2007-2009 die Lieferungen (grüner Balken) der Partnerverbünde an HeBIS stark angestiegen sind und in diesem Jahr erstmalig leicht rückläufig. Demgegenüber sind die HeBIS-Lieferungen an die Partnerverbünde immer kontinuierlich gestiegen, wenn auch in geringen Steigungsraten: Von ca. 35.000 Bestellungen in 2007 auf 41.000 im Jahr 2010.


Aufgrund der vorliegenden Zahlen ist es dann nicht verwunderlich, dass die meisten HeBIS-Bibliotheken im Saldo eine Rechnung von uns erhalten, da insgesamt mehr bestellt wurde als geliefert. Lediglich einzelne Bibliotheken wie z .B. die UB Frankfurt (aufgrund der Sondersammelgebiete hohes Bestellvolumen in der aktiven Fernleihe) und die Bibliothek des Herder Instituts Marburg (Spezialbibliothek für Osteuropa) erhalten von uns eine größere Gutschrift.

Die größten bestellenden Bibliotheken sind i.d.R. die großen hessischen Hochschulbibliotheken.


Nehmende Fernleihe / Fallzahlen absolut (intern/extern):

UB Frankfurt (20.934); UB Mainz (18.268); ULB Darmstadt (17.596); UB Giessen (16.518); UB-LMB Kassel (16.278); UB Marburg (15.308); HLB Wiesbaden (7.743)

Vergessen werden sollen in diesem Zusammenhang nicht die Fallzahlen der vielen Öffentlichen Bibliotheken, die ebenfalls eine wichtige Rolle für die flächendeckende Literaturversorgung der Bevölkerung in Hessen und Teilen von Rheinhessen einnehmen.


Fallzahlen Öffentlicher Bibliotheken (eine Auswahl):

Stabi Hanau (1786), Stabü Rüsselsheim (984) , Kreisbib. Weilburg (440) , Stabi Wetzlar (170) , Stabi Groß Gerau (182) , Stabü Lauterbach (125) , Stabi Bad Hersfeld (73)


Günter Pietzonka E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
HeBIS-Portal
Wikipedia-Links im HeBIS-Portal und HeBIS-Links in Wikipedia - die PND-Nummer macht's möglich

Als neues Element der Kataloganreicherung werden Benutzern des HeBIS-Portals bei Treffern aus HeBIS-Katalogen neuerdings Links zu Personen-Artikeln in der deutschsprachigen Wikipedia angeboten.

Die Links sind in den Trefferlisten in Form eines kleinen Wikipedia-Symbols hinter vielen Autorennamen zu finden. In der Einzeltrefferanzeige wurden sie außerdem in die Anzeige von Personenschlagworten integriert. So kann man vom Katalogeintrag aus schnell und einfach auf Zusatzinformationen über Autoren und behandelte Personen zugreifen, was gelegentlich nützlich sein kann, um die Relevanz eines Treffers zu beurteilen.

 

Beispiel für Einzeltrefferanzeige im HeBIS-Portal

 

Gleichzeitig gibt es in der Wikipedia seit kurzem die Möglichkeit, Literatur von und über eine Person im HeBIS-Verbundkatalog abzurufen.

Dreh- und Angelpunkt für diese beiden neuen Dienste ist die PND-Nummer aus den Datensätzen der Personennormdatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek, die auch in die HeBIS-Datenbank importiert werden. In den Titelaufnahmen werden Verfasser und Personenschlagworte per PPN mit den PND-Sätzen verknüpft, so dass sich jeder dieser Personen eine PND-Nummer zuordnen lässt. Was man aber vielleicht nicht vermutet hätte: PND-Nummern sind auch in zahlreichen biographischen Artikeln der Wikipedia enthalten. Wie es dazu kommt, hat eine etwas längere Vorgeschichte.

2005 entstand anlässlich der Produktion der ersten Wikipedia-Ausgabe auf CD-ROM eine Kooperation zwischen Wikipedia und der DNB1. Den Wikipedia-Nutzern sollten umfassende Suchmöglichkeiten nach biographischen Artikeln geboten werden, und es zeigte sich bald, dass dafür in der Wikipedia strukturierte Metadaten über Personen angelegt werden mussten. Ein ‚Wikipedianer’ entwickelte zu diesem Zweck die Vorlage ‚Personendaten’, mit deren Hilfe Wikipedia-Autoren Personenangaben leicht einem vordefinierten Metadaten-Set zuordnen können, das weitgehend dieselben Datenelemente verwendet wie die PND.2 Sogar hinsichtlich der Ansetzung der Personennamen fand eine Annäherung an die bibliothekarischen Gepflogenheiten statt (Ansetzung moderner Namen in der Form ‚Nachname, Vorname’ oder persönlicher Namen, wie z.B. Namen des Mittelalters, in der Reihfolge der Vorlage)3. Um die zum damaligen Zeitpunkt schon vorhandenen biographischen Artikel um ‚Personendaten’ zu ergänzen, wurde eine ‚Tagging-Party’ veranstaltet, bei der Wikipedia-Autoren in einer bemerkenswerten Gemeinschaftsaktion innerhalb von drei Tagen ca. 30.000 Artikel nachbearbeiteten.

Dank ihrer ähnlichen Datenstruktur lassen sich Wikipedia-Personendaten und PND-Sätze gut miteinander vergleichen, so dass Wikipedia-Autoren biographische Artikel leicht den passenden PND-Sätzen zuordnen und die jeweilige PND-Nummer in den Artikel übernehmen können. Sinnvollerweise dürfen nur PND-Nummern aus individualisierten PND-Sätzen (Tp-Sätze) verwendet werden. Für die schon bestehenden Personenartikel wurde das durch ein halbautomatisches Wikipedia-Tool unterstützt, ansonsten gibt es in der Wikipedia-Hilfe eine ausführliche Anleitung, wie bei der Suche nach PND-Sätzen und der Übernahme der PND-Nummern vorzugehen ist.4 Daneben gibt es eine sog. Vorlage, die die Erfassung der PND-Nummer im Wikipedia-Artikel erleichtert.5 Zahlreiche Personenartikel in der deutschsprachigen Wikipedia konnten so inzwischen mit PND-Nummern angereichert werden. Im August 2010 waren von ca. 339.100 biographischen Artikeln etwa 130.900 mit PND-Nummern aus Tp-Sätzen versehen, also fast 39%!6

Als eindeutiger Identifikator lässt sich die PND-Nummer sowohl in Wikipedia als auch vonseiten der Bibliotheken gut für wechselseitige ‚Mehrwertdienste’ nutzen. In der Wikipedia selbst werden mit ihrer Hilfe Links zu Bibliothekskatalogen generiert, um Literatur von und über die betreffende Person abzurufen. So gibt es in den biographischen Artikeln unter ‚Weblinks’ schon seit längerem einen entsprechenden Link zum DNB-Katalog. Ein neuer Wikipedia-Service ist dagegen das ‚WP-Personeninfo’ (s. Link im Kasten ‚Normdaten’ am Ende der biographischen Artikel), das die in Wikipedia vorhandenen Daten zu einer Person in übersichtlich strukturierter Form als eine Art Normdatensatz anzeigt. In diesem Kontext wird die PND-Nummer u.a. für einen Link zur Anzeige des PND-Satzes im Katalog der DNB genutzt sowie für Links zu den Literaturnachweisen in den Katalogen weiterer Kooperationspartner im Bibliotheksumfeld. Dazu gehören zur Zeit die Bayerische Staatsbibliothek und zwei Verbünde, der GBV und HeBIS (vgl. z.B. den Artikel über Therese von Lisieux). Umgekehrt nutzt die DNB die PND-Nummer in ihrem Katalog, um in der Anzeige von Personennormdatensätzen einen Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel anzubieten, und das HeBIS-Portal verwendet sie, um die Wikipedia-Links in die Anzeige der Titelaufnahmen zu integrieren. Womit wir wieder beim Anfang dieses Cocktail-Artikels angelangt wären.

 

Ausschnitt aus Wikipedia-Personeninfo zu Thérèse von Lisieux

 

Die technische Umsetzung der wechselseitigen Verlinkung zwischen dem HeBIS-Portal und Wikipedia war natürlich nicht ganz so einfach. In den HeBIS-Titelaufnahmen ist nur die PPN des PND-Satzes enthalten, für den Link zum Wikipedia-Artikel wird aber die PND-Nummer gebraucht. Umgekehrt steht Wikipedia in den Personen-Artikeln nur die PND-Nummer zur Verfügung, während der Link in den HeBIS-Verbundkatalog nur mit der HeBIS-PPN des PND-Satzes funktioniert. Als Lösung für dieses Problem wurde von der HeBIS-IT ein sog. Resolver programmiert, der die PPN eines Personennormdatensatzes in eine PND-Nummer übersetzt und umgekehrt. Die dafür benötigte Konkordanz ‚PPN / PND-Nummer’ wird wöchentlich durch Selektionsprogramme im CBS erzeugt. Sie liefert gleichzeitig die Information, ob zu einer PND-Nummer Treffer im HeBIS-Verbundkatalog zu erwarten sind, und wird deshalb auch von Wikipedia genutzt, um leere Links in unseren Verbundkatalog zu vermeiden. Umgekehrt stellt Wikipedia seinen Kooperationspartnern eine Liste der PND-Nummern bereit, zu denen ein Personen-Artikel angeboten werden kann. Diese Liste wird wiederum vom HeBIS-Resolver ausgewertet um sicherzustellen, dass im HeBIS-Portal nur Erfolg versprechende Wikipedia-Links generiert werden.7

Am Beispiel der PND-Nummern wird deutlich, wie ID-Nummern von Normdatensätzen als datenbankübergreifende Identifikatoren einen Beitrag zur Verknüpfung von Informationsangeboten unterschiedlicher Herkunft leisten und die Sichtbarkeit von Bibliotheksbeständen im Web erhöhen können. Deshalb werden sie auch eine wichtige Rolle beim Aufbau von Anwendungen des Semantic Web spielen. Der arbeitsintensive Aufbau von Normdateien durch Bibliothekare ist auch in dieser Hinsicht eine lohnende Investition.

_________

1 Die Einzelheiten der Zusammenarbeit zwischen Wikipedia und der DNB im Bereich der Personennormdatei können nachgelesen werden in:
- Christel Hengel, Barbara Pfeifer: Kooperation der Personennamendatei (PND) mit Wikipedia. In: Dialog mit Bibliotheken, 17 (2005) 3, S. 18 - 24
- Patrick Danowski, Barbara Pfeifer: Wikipedia und Normdateien: Wege der Vernetzung am Beispiel der Kooperation mit der Personennamendatei. In: Bibliothek, Forschung und Praxis 31 (2007) Nr. 2, S. 149 - 156. Auch als Online-Ausgabe

2 Vgl. Wikipedia, Hilfe:Personendaten (besucht am: 21.09.2010)

3 Vgl. Wikipedia, Hilfe:Personendaten, Abschnitt 'Name'  (besucht am 21.09.2010)

4 Vgl. Wikipedia, Hilfe:PND (besucht am 21.09.2010)

5 Vgl. Wikipedia, Vorlage:Normdaten (besucht am 21.09.2010)

6 Gemäß Auskunft des Wikipedia-Support-Teams auf eine Mail-Anfrage am 24.08.2010

7 Hinweis für HeBIS-Lokalsysteme: Die Generierung der Wikipedia-Links zu Personennamen wurde als Web-Service realisiert, der in den lokalen OPACs nachgenutzt werden kann (s. Dokumentation. Ansprechpartner in der HeBIS-IT: Uwe Reh E-Mail schreiben)

Heike Nienerza E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Internationale Regelwerksarbeit
HeBIS-Bibliothekare testen RDA-Toolkit

Für etwas mehr als zwei Monate hatten die Verantwortlichen der American Library Association (ALA) das neue "RDA Toolkit" im Sommer zu einem weltweiten kostenlosen Test freigegeben. Auch im HeBIS-Verbund testeten einige Kolleginnen und Kollegen der Formalerschließung das neue Tool und kamen dabei teilweise zu unterschiedlichen Einschätzungen.


Einig waren sich die Tester/innen in der positiven Bewertung des Login-Verfahrens, der Option, benutzerspezifische Profile anlegen und damit bestimmte Funktionalitäten nutzen zu können, der Druckfunktion und der Stabilität der Verbindung. Einhellig wurde zudem festgestellt, dass die Benutzung der englischen Version sprachliche Probleme aufwarf und im Praxisalltag nicht in Frage kommt. Die mitgelieferten "Mappings" wurden grundsätzlich als sinnvoll erachtet, zugleich aber festgestellt, dass für einen Einsatz im deutschsprachigen Raum dringend entsprechende Adaptionen bzw. speziell auf die Anwender-Community zugeschnittene Mappings entwickelt und in das Produkt integriert werden müssten (z.B. RDA - Pica).


Unterschiedlich fielen die Bewertungen der Tester/innen bezüglich des Layouts sowie der Benutzerführung und Navigation aus. Das war vermutlich nicht anders zu erwarten, da in diesen Bereich sehr stark persönliche Vorlieben und Geschmack hineinspielen.


Kritisch gesehen wurden auch die im Toolkit zur Verfügung stehenden Funktionen, die einen Teil seines Mehrwertes ausmachen sollen: Suche, Annotationen und Hilfe. Insbesondere die Annotations-Funktion (Bookmarks und Notizen) warf viele Fragen auf, weil sie technisch noch nicht ausgereift erschien und Fehler enthielt: Annotationen konnten in beliebiger Länge erfasst werden, wurden aber in der späteren Wiedergabe nach 250 Zeichen einfach abgeschnitten. Überlange Annotationstexte führten zum Systemstillstand. Und die Verwaltung der Annotationen in der bisherigen Listenform kann im Realeinsatz bei einer hohen Anzahl schnell mehr als unübersichtlich werden. Ein direktes Abändern von Annotationen funktionierte im Test gar nicht.


Inhaltliche Fragen der RDA waren nicht Gegenstand des Tests. Trotzdem bot der Test natürlich allen Testern die Chance, sich erstmals das gesamte neue Regelwerk ansehen und ein Gespür für dessen strukturellen Aufbau und die Terminologie erhalten zu können.


Die Verbundzentrale hat die Rückmeldungen aus den HeBIS-Bibliotheken gesammelt und an die Arbeitsstelle für Standardisierung an der Deutschen Nationalbibliothek weitergeleitet, die diese in eine gebündelte deutsche Stellungnahme einfließen ließ.

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
Internationale Regelwerksarbeit
Produkt mit Verbesserungs- und Traumpotenzial: Ein Kommentar zum RDA-Toolkit von Rita Albrecht

Das "RDA Toolkit" ist in seiner im Sommer 2010 von "ALA Publishing" vorgelegten Testversion inhaltlich ausschließlich auf den angloamerikanischen Markt zugeschnitten. Eine deutsche Adaption macht nur Sinn, wenn diese insbesondere im Bereich der "Tools" und "References" erhebliche Vorleistungen mitbringt, die direkt die deutsche Katalogisierungspraxis unterstützen. Das bedeutet vermutlich eine nicht geringe Investition in eine solche Adaption, die sich im Preis niederschlagen wird/muss.


Das aber ist der springende Punkt: Ist das Tool - so wie es uns vorgelegt wurde - wirklich sein Geld wert? Antwort: ein klares Nein. Die Darstellung des RDA-Regelwerkstextes ist völlig misslungen (alleine, dass er aussieht wie ein Digitalisat als PDF-Datei, ist schon bezeichnend und würde einen Weblayouter vermutlich verzweifeln lassen) und für die Bildschirmarbeit schlecht geeignet. Zudem sind viele Funktionalitäten, die den eigentlichen Mehrwert des Toolkit darstellen, noch unausgegoren, nicht ganz durchdacht oder mit Bugs belegt, die hoffentlich nach dem Feedback zum Test behoben werden. Es fehlen Funktionen (zumindest sind sie an der Oberfläche mit erkennbar), die zentrale Importe von Mappings, Annotationen, Workflows etc. ermöglichen, ohne diese händisch ins System einpflegen zu müssen.


Aber auch, wenn noch deutliche Verbesserungen am Produkt vorgenommen werden, ist fraglich, ob die Bibliotheken dafür jährliche Lizenzgebühren in der von der ALA vorgestellten Höhe aufbringen werden. (Für jede kleinere Spezialbibliothek oder Gemeindebücherei dürfte dies unerschwinglich sein.) In den USA kennt man bereits den "Cataloger's Destop" als Quasi-Vorläufer und ist vielleicht deshalb insgesamt offener gegenüber dem Toolkit. In Deutschland wird man überwiegend vermutlich eher aus alter Gewohnheit und aus Ersparnisgründen auf einen Ordner mit dem (deutschen) Regelwerkstext bauen. Es sei denn, es gelingt, allen deutschen Bibliotheken eine zentral finanzierte nationale Lizenz mit deutscher Oberfläche, deutschem Regelwerkstext, unter allen Verbünden abgestimmten einheitlichen deutschen Anwendungsregeln und auf den deutschen Markt zugeschnittenen Mappings und Workflows zur Verfügung zu stellen.


Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
Katalogisierung
Bandsätze auf Reisen – Aktuelle Verfügbarkeitsanzeige (auch) für Retrokatalogisate

Als das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften (BzG) der Goethe-Universität Frankfurt im Frühjahr 2001 auf den neuen Campus Westend zog, wurde erst seit gut einem Jahr im Rahmen des hessischen Verbundes katalogisiert. Um trotzdem am neuen Standort mit der elektronischen Ausleihverbuchung starten zu können, wurde auf die Erfassung von lokalen Kurzkatalogisaten (sog. „Luy-Sätzen“) im LBS zurückgegriffen. Diese dienten - im konkreten „Ausleihfall“ angelegt - als Ersatz für ein CBS-Katalogisat und ermöglichten die Generierung von Bandsätzen, die für eine Verbuchung im Ausleihmodul OUS erforderlich sind. Ein Luy-Satz enthält dabei lediglich Informationen zu Signatur, Bandbarcode und Ausleihindikator.

Nach knapp zehn Jahren ist die Situation eine völlig andere, denn der Großteil des Altbestandes ist durch Retrokonversionsprojekte im Online-Katalog nachgewiesen. Dadurch fallen die Nachteile der Verbuchung mit Luy-Sätzen immer schwerer ins Gewicht: die fehlende aktuelle Verfügbarkeitsanzeige im Online-Katalog bei den Retro-Katalogisaten, die fehlende Möglichkeit der direkten Vormerkung durch die Nutzerinnen und Nutzer und die rudimentären Angaben zum Titel im Ausleihkonto.






Titel mit Bandsatz am CBS-Katalogisat (2) Titel, der mit Luy-Satz ausgeliehen wurde


In Zusammenarbeit mit den Lokalsystembetreuern des LBS Frankfurt hat das BzG im Sommer 2010 die Luy-Sätze mit den bereits erfassten CBS-Katalogisaten zusammengebracht. Gemeinsames Merkmal von Luy-Satz und CBS-Aufnahme ist die Signatur. Die Signaturen der Luy-Sätze wurden über die Datenbank des LBS mit denen der Retro-Katalogisate abgeglichen; bei eindeutigen Treffern wurde der Luy-Satz für die weitere Bearbeitung selektiert. Um sicher zu stellen, dass die richtige Zuordnung getroffen wurde, wurden mit dem eingesetzten WinIBW-Skript zusätzliche Merkmale des Lokaldatensatzes der CBS-Aufnahme geprüft, bevor die Buchnummer dort eingetragen wurde. Alle Aktionen wurden dabei ausführlich protokolliert. Mit dem Update der Änderung ins Lokalsystem wurde der bisher mit einem Luy-Satz verknüpfte Bandsatz an den entsprechenden Lokaldatensatz der CBS-Aufnahme umgehängt. Mit dem Ergebnis ist das BzG mehr als zufrieden. Von 32361 selektierten Luy-Sätzen wurden 30547 im ersten Versuch einem CBS-Katalogisat zugeordnet. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 94 Prozent. Die Nutzerinnen und Nutzer profitieren unmittelbar von der aktuellen Verfügbarkeitsanzeige im Online-Katalog für die Retro-Katalogisate, die sofort Auskunft gibt, ob das Buch gerade ausgeliehen ist oder nicht. Nun kann auch direkt vorgemerkt werden und die ausführlichen Angaben aus dem CBS-Katalogisat im Ausleihkonto helfen, die ausgeliehenen Titel zuverlässig zu identifizieren. Da immer noch jeden Monat um die 400 Luy-Sätze neu erfasst werden, sind in Zukunft weitere Durchläufe geplant.

Sylvia Hamann; Heike Schniedermeyer
Bibliothekssystem der Universität Frankfurt

Mitteilungen

Neue Anleitung: Erstellen einer CSV-Datei

Seit einigen Wochen steht eine neue Anleitung für WinIBW3 zur Verfügung: Erstellung von CSV-Dateien.

Grundlage der Anleitung ist die Funktion csv-Datei erstellen … in WinIBW3. Mit der Funktion kann eine beliebige Suchanfrage als Tabelle wiedergegeben werden. Dabei werden die gewünschten Angaben wie Titel, Autor, Körperschaft usw. angegeben und in einer speziellen Art von Datei gespeichert, der csv-Datei.

Eine csv-Datei ist eine Textdatei, kann aber aufgrund ihres Aufbaus von einem Tabellenkalkulationsprogramm gelesen und als Tabelle dargestellt werden. Damit können csv-Dateien z.B. in Excel bearbeitet und als xls-Dateien weitergegeben werden. Auf diese Art und Weise lassen sich schnell übersichtliche Titellisten zu diversen Zwecken erstellen.


Um das Tool nutzen zu können, bedarf es einer kleinen Vorbereitung: Das Anlegen einer Textdatei. In dieser wird festgelegt, welche Informationen aus den in der Kurzanzeige aufgeführten Datensätze in die Tabelle übernommen werden sollen.

Diese "Eingabedatei" folgt einem einfachen Prinzip, das in der neuen Anleitung erläutert wird.


Die CSV-Anleitung ist Teil des HeBIS-Handbuchs und im Systemhandbuch zu finden.

Da es sich bei der Funktion in WinIBW2.4 und WinIBW3 um das gleiche Prinzip handelt, ist die neue Anleitung auch für WiniBW2.4 nutzbar.

Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Validation in der GKD

Mit der Umstellung der Körperschaftserfassung auf GKD online (in Iltis) hat sich das Datenformat geringfügig verändert.
Im Pica-Feld 005 (Satzart + Katalogisierungslevel) wird an der dritten Position in Iltis das Katalogisierungslevel abgelegt. Die ehemals (und in HeBIS noch vorhandenen) Statusangaben "v" oder "x" entfallen. Da in der Praxis das Feld teilweise noch falsch besetzt wurde und von der GKD-Redaktion bereinigt werden musste, wurde nun die Validaiton geändert.
Die neue Validation lässt jetzt nur noch Eingaben mit "Tb" (maschinelle Ergänzung des Levels durch Online-Routine) oder "Tb1" (bzw. Level 2-8) zu. Dies soll korrigierende Redaktionsarbeiten vermindern.

(mod)
Verbesserungen bei Broadcast-Übernahme

Die Fehlersuche bei Broadcast gestaltet sich sehr aufwändig. Warum einzelne Datensätze oder Kategorien, die bei direkter Datenbankabfrage gefunden wurden, über Broadcast nicht angezeigt werden, kann unterschiedlichste Ursachen haben. Angefangen bei falschen Parametrisierungen der Suchstruktur über Zeichensatzprobleme bis zur MAB- oder MARC21-Schnittstelle, aber auch die Funktionsweise des Übernahme-Skripts können Gründe für eine unbefriedigende Darstellung der Treffer bei der Broadcast-Suche sein.
Die HeBIS-VZ hat im Sommer angefangen, sich mit gemeldeten Fehlern zu beschäftigen, die sich auf sog. MAB-Ziele beziehen. Dies sind alle deutschsprachigen Datenbanken, deren Suche über Z39.50 und Wandlung nach Pica3 mit Hilfe einer MAB-Schnittstelle angeboten wird.

Einige Fehler konnten bereinigt werden, z.B.
- fehlende 4000 beim Österreichischen Bibliothekenverbund (OBV)
- fehlende Sprachcodes, wenn mehrere im Treffersatz vorhanden sind
- Übernahme von Fingerprints und Bemerkungen dazu
- Übernahme von Quellen- und Fußnotenangaben
- Übernahme von Illustrationsangaben, Schlüsselseiten, Angaben zum Erscheinungsvermerk

Dabei ist aufgefallen, dass von einigen Broadcast-Partnern einzelne Felder nicht in MAB ausgeliefert werden, z.B. Drucker (4030), zusätzl. Indexeinträge (4200), teilw. auch keine Sacherschleßung. Dies bedeutet natürlich einen Informationsverlust gegenüber der direkten Kopierfunktion, könnte aber nur durch Änderungen auf Seiten der Partner verbessert werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich nach Umstellung der deutschsprachigen Bibliotheken auf das Austauschformat MARC21 ein einheitlicheres Bild ergibt.

Da die HeBIS-VZ keine Zeit für systematische Tests hat, ist sie auch weiterhin auf Hinweise von HeBIS-Teilnehmern angewiesen. Wir bitten um Ihre Meldung (möglichst mit Beispielen) und werden je nach Arbeitskapazität und -priorität an weiteren Verbesserungen arbeiten.

 


(mod)
Übernahme eines Gesamtabzugs der ZDB-Titeldaten

Am Wochenende des 18. - 19. September wurde die HeBIS-CBS-Datenbank durch einen aktuellen Gesamtabzug der ZDB (Stand: Mitte August 2010) erfolgreich aktualisiert. Dabei wurden mehr als 1,5 Millionen Titeldaten zu Zeitschriften, Zeitungen, Schriftenreihen und Datenbanken nach HeBIS übernommen.

Hintergrund dieser Aktion war
- die seit langem angekündigte Einspielung von Schlagwortketten aus den Verbünden BVB, SWB, GBV und hbz in die ZDB
- die Ablösung der ZDB-Fachgruppen durch eine DDC-basierte Grobklassifikation

Da sowohl die Informationen aus den Schlagwortketten, wie auch die DDC-Sachgruppen (ehemals ZDB-Fachgruppen) für HeBIS-spezifische Programme genutzt werden, gab es zur Übernahme des Gesamtabzugs keine Alternative. Nach einem Beschluss der AG Sachkatalogisierung werden in HeBIS keine Schlagwortketten verwendet. Die zu einem großen Teil redundanten Begriffe aus den Ketten der Fremddatenlieferungen werden vielmehr in Einzel-Schlagworte aufgelöst und redundanzfrei in die betreffenden HEBIS-Felder übernommen.

Die HeBIS-OAI-Schnittstelle musste daher an die Vielzahl der jetzt gelieferten Schlagwortketten angepasst und es musste sichergestellt werden, dass die Schlagwörter ohne Doppelungen in der neu eingerichteten Checkbox-Suche des HeBIS-Verbundkatalogs zur Verfügung stehen. Das HeBIS-Programm zur Verteilung von Lizenzexemplaren nutzte bisher die ZDB-Fachgruppen zur Steuerung. Diese „alten“ Fachgruppen werden zur Zeit noch in den ZDB-Titeldaten mitgeliefert, wurden aber durch DDC-Codes ergänzt und sollen in absehbarer Zeit ganz wegfallen. Dementsprechend musste das Lizenzexemplarprogramm auf die neuen Codierungen umgestellt werden.

Herbert Adam E-Mail an AutorIn
HeBIS-VH
Metadaten-Einspielungen
Brill Nijhoff E-Books Collections und Oxford University Press

In der HeBIS-Verbunddatenbank wurden die Metadaten zweier verschiedener Sammlungen eingespielt: Die Teilfächer „Human Rights and Humanitarian Law“ und „International Law“ aus dem Nationallizenzprodukt des Verlages Brill Nijhoff aus den Jahren 2006 bis 2008 sowie Metadaten zu neuen E-Books aus 18 Collections des Produkts Oxford Scholarship Online.

Alle Metdadaten sind ab sofort im HeBIS-Portal und im HeBIS-OPAC recherchierbar.


Die Brill Nijhoff Collection bereichert das Zentralsystem um 254 E-Books zum Thema Menschenrecht, humanitäres Völkerrecht und internationales Recht. Einen genaueren Überblick erhalten Sie auf der Webseite der Nationallizenzen.

Recherchierbar sind die E-Books über Produktsigel (ZDB-1-BEC) und Lizenzindikator (V340).


Metadaten zu neuen E-Books aus 18 Collections des Produkts Oxford Scholarship Online wurden erstmals im MARC21-Format ins Zentralsystem übernommen. Lizenznehmer sind derzeit UB Frankfurt und UB Mainz mit der Fachbibliothek TSK Germersheim.

Neue Lieferungen des Anbieters werden routinemäßig 2 bis 3 Mal im Jahr in die HeBIS-Datenbank übernommen. Die Daten der einzelnen Sammlungen wurden mit verschiedenen Produktsigeln und Lizenzindikatoren versehen.


Ansprechpartnerin bei Fragen:

Michaela Konrad
HeBIS-VZ
Tel.: 069 - 798 39 658

(tak)

Fortbildungen/ Veranstaltungen

HeBIS Fernleihe Anwendertreffen am 08.11.2010

Bitte beachten Sie unsere Ankündigung zum HeBIS Fernleihe Anwendertreffen am 08.11.2010 in Frankfurt.

(tak)
Bericht

Tagung "Concepts in Context"

Die Tagung "Concepts in Context", die am 19./20.07.10 in Köln stattfand, gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Sacherschließung. Dabei wurden zwei Aspekte hervorgehoben:

Wege, die Interoperabilität der verschiedenen Sacherschließungsmethoden zu erhöhen einerseits, die Anforderungen und Möglichkeiten des Semantic Webs andererseits.

Der erste Tag bestand in einer Rückschau auf die Ergebnisse des CrissCross-Projekts, das es sich zum Ziel gemacht hat, die verbale Sacherschließung der SWD mit dem klassifikatorischen Modell der DDC in Verbindung zu setzen. Dabei wird jedem Schlagwort eine (möglichst enge) DDC-Notation zugewiesen. Parallel dazu wird ein mehrsprachiges Geflecht von Schlagwörtern aufgebaut, indem Beziehungen zwischen  (deutschen) SWD-, englischen LCSH-  und französischen RAMEAU-Schlagwörtern hergestellt werden. Das Ziel dabei ist es, ein Instrument zur Verfügung zu haben, das in unterschiedlichen Retrieval-Kontexten eingesetzt werden kann und soweit wie möglich die Unterschiede in Erschließungsmethoden und verwendeten Sprachen glättet.

Stand und Ergebnisse weiterer Crosskonkordanzprojekte wurden am zweiten Tagungstag vorgestellt. Als Beispiel sei das im Bereich der Weiterentwicklung von Vascoda angesiedelte Projekt KoMoHe (Kompetenzzentrum Modellbildung und Heterogenitätsbehandlung) des GESIS Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften herausgegriffen. Im KoMoHe-Projekt wurden eine Reihe sozialwissenschaftlicher und psychologisch-medizinischer Fachthesauri aufeinander abgebildet, mit dem Ziel herauszufinden, ob die Ergebnisse datenbankübergreifender Recherchen durch automatische Sucherweiterungen auf Basis eines solchen Mappings verbessert werden können.

Durch Tests konnte nachgewiesen werden, dass Recall und Precision sich vor allem bei interdisziplinären Suchen durch das Mapping signifikant erhöhen (beim Recall ergab sich in den Tests je nach Datenbank ein erstaunliches Plus von bis zu 136%, in puncto Precision ein Plus von bis zu 68%). Andrerseits wurde deutlich, dass ein Mapping der Fachthesauri für eine Retrievalverbesserung allein nicht ausreicht. Da Benutzer von Datenbanken bei der Suche in der Regel unkontrolliertes Vokabular verwenden, müssen zusätzliche Hilfstechniken zur Unterstützung des Retrievals entwickelt werden. Dazu könnten automatische Suchvorschläge von Thesaurus-Deskriptoren gehören, die mit dem eingegebenen Suchbegriff verwandt sind, oder ein fachlich ausgerichtetes Ranking der Ergebnislisten, z.B. nach Kernzeitschriften des Fachs. Entsprechende Möglichkeiten werden zur Zeit in einem weiteren GESIS-Projekt ausgelotet (Projekt IRM, Information Retrieval Mehrwertdienste).

Alle Vorträge der Tagung, insbesondere aber die zu Grundsatzfragen der Interoperabilität und des Semantic Web ließen erkennen, dass die Entwicklung von Crosskonkordanzen zwischen Sacherschließungsvokabularen eine schwierige Aufgabe ist, da der inhaltliche Deckungsgrad der aufeinander abzubildenden Deskriptoren sehr unterschiedlich sein kann (äquivalent, teilweise äquivalent, größer, kleiner, assoziativ usw.) und von vielen Faktoren wie Granularität der abzubildenden Systeme, fachlichem Kontext, Sprache und sogar kulturellen Gegebenheiten beeinflusst ist. Der für das Mapping erforderliche intellektuelle Aufwand ist in großem Stil nur als Kooperationsleistung vorstellbar und setzt die Entwicklung von Format-Standards zur exakten Beschreibung semantischer Beziehungen voraus. Auch für eine maschinelle Verwertung von Crosskonkordanzen in Semantic-Web-Anwendungen, z.B. bei der Indexierung oder einer automatischen Retrievalunterstützung, sind solche Format-Standards unerlässlich.

Dagobert Soergel vom Department of Library and Information Studies, University at Buffalo entwarf in seinem Vortrag 'Conceptual Foundations for Semantic Mapping and Semantic Search' einen Vorschlag, wie der kooperative Aufbau einer globalen Knowledge Base für die Sacherschließung aussehen könnte, bei dem die mitwirkenden Experten die Deskritporen auf ein einheitliches Format für die Beschreibung semantischer Beziehungen abbilden und dank dieses 'Tricks' jeweils nur ihr eigenes Sacherschließungssystem kennen müssen. Oder sollte man besser sagen, Soergel entwarf eine beeindruckende Vision? Der Weg zu konkreten Semantic Web Anwendungen im Bereich der Sacherschließung ist trotz aller auf der Tagung vorgestellten vielversprechenden Lösungsansätze eine gigantische Aufgabe.

Wer sich weitergehend mit der Materie beschäftigen möchte, der findet hier die Präsentationen und Abstracts des Workshops:

http://linux2.fbi.fh-koeln.de/cisko2010/programme.html


 

Angelika Hinrichs / Heike Nienerza
    HeBIS-Verbundzentrale

E-Mail schreiben a.hinrichs@ub.uni-frankfurt.de / h.nienerza@ub.uni-frankfurt.de

Präsentationen

HeBIS-Nutzerversammlungen 2010

Fulda (07.09.2010), Marburg (09.09.2010) und Darmstadt (16.09.2010) waren in diesem Jahr die Treffpunkte für die jährlichen HeBIS-Nutzerversammmlungen. Die Teilnehmer hatten wieder ausreichend Gelegenheit für Information und Austausch im Verbund.


Die Tagesordnung beinhaltete nach der Begrüssung durch die Verbundleitung den Sachstandsbericht von  Berndt Dugall sowie Präsentationen von Martina Sinkovic zur "Elektronischen Kopienfernleihe" und  Hanspeter Schneider mit Sylvia Hamann zum Thema "Profildienst".


PDF-Präsentationen der Vorträge


(tak)

Der Aperitif

Literaturempfehlung
Die amüsanten Seiten der DDC

  Unsere Lektüre-Empfehlung für neblige Herbsttage:



Dewey und ich:

Die wahre Geschichte des berühmtesten Katers der Welt

von Vicki Myron, Bret Witter

3. Aufl. - München: Page & Turner, [2009?] 

ISBN 978-3442203338




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