HeBIScocktail
Ausgabe: 2011-2
Editorial

Der Frühling beschert uns schon einige Sonnenstrahlen und auch in der HeBIS-Welt ist man in den letzten Wochen mit Tatendrang aus den dunklen Wintertagen marschiert.


Der HeBIS-Verbund nahm am 2. EMEA Regional Council Treffen in der Nationalbibliothek in Frankfurt am Main teil. Falls Sie selbst keine Gelegenheit zur Teilnahme hatten, haben Sie in dieser Ausgabe die Möglichkeit einige Impressionen aufzuschnappen.


Die Online Umfrage „Unser Katalog soll besser werden“ ist mit einer hohen Beteiligung erfolgreich beendet worden. Genauso hat die Testphase unseres HeBIS-Chats seinen Abschluss gehabt und wir berichten über die Erfahrungen mit diesem schnellen Kommunikationstool.


Natürlich gibt es noch weitere interessante Beiträge. Unter anderem meldet das HeBIS-Konsortium steigende Nutzung der Nationallizenzen, die Fernleihe berichtet über die bundesweite Laufzeituntersuchung und die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main schreibt über ihren neuen Nutzerservice, Standorte von gesuchten Medien in einem Lageplan anzeigen zu lassen.


Im Zuge des großen Tatendrangs bereitet sich die Verbundzentrale auch auf den 100. Bibliothekartag in Berlin vor. Unter der Überschrift „Bibliotheken für die Zukunft – Zukunft für die Bibliotheken“ treffen sich vom 07.- 10. Juni Menschen und Einrichtungen aus der Bibliothekslandschaft Deutschlands. Auch HeBIS wird wieder mit einem Stand vertreten sein. Sollten Sie die Gelegenheit finden teilzunehmen, freuen wir uns natürlich über Ihren Besuch und einen persönlichen Austausch.


Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen
und senden frühlingshafte Grüße!

Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Allianz Lizenzen für laufende Zeitschriften, Datenbanken und E-Books

DFG beendet Archiv-Förderung zugunsten aktueller Inhalte – Universitätsbibliothek Frankfurt betreut vier Lizenzen mit einem Fördervolumen von 3,1 Mio. €


Mit Ablauf des Jahres hat die DFG ihr Förderprogramm für Archive und Backfiles beendet, um nun verstärkt aktuelle Inhalte zu unterstützen. „Die Versorgung der Wissenschaft mit forschungrelevanter älterer Literatur kann inzwischen als gut bezeichnet werden“, sagt Anne Lipp, zuständige Referatsleiterin bei der DFG. „Im Bereich der aktuellen Inhalte und Neuerscheinungen besteht jedoch noch Handlungsbedarf.“ Dieser soll durch das neue Förderprogramm der „Allianz Lizenzen“ abgebaut werden.


Das neue Programm sieht eine Förderung laufender Zeitschriften, Datenbanken und E-Books für einen Zeitraum von drei Jahren vor. Die Lizenzkosten pro Einrichtung werden bis zu einem Anteil von maximal 25% von der DFG bezuschusst. „Dies bedeutet eine große Entlastung für die Hochschulen, zumal durch die bundesweite Lizenzierung günstigere Konditionen erreicht werden können, als bei einer konsortialen Verhandlung“, so Lipp weiter.


Für die erste Förderrunde 2011 - 2013 hat die Universitätsbibliothek Frankfurt - eine der sieben nationalen Verhandlungsführer - ihre bisher als „Nationallizenz für laufende Zeitschriften“ geförderten Produkte in eine Allianz Lizenz überführen und so die Förderung für weitere drei Jahre fortsetzen können:

  • Annual Reviews Online: 37 Jahrbücher aus den Schwerpunktbereichen Biomedizin, Physik und Sozialwissenschaften. An der Lizenz nehmen derzeit 87 Institutionen teil

  • Oxford University Press: Das Gesamtangebot des Verlages ist in Collections aufgeteilt, die getrennt voneinander lizenziert werden können:

    • Science, Technology & Medicine (STM Collection) (111 Titel)

    • Humanities & Social Science (HSS Collection) (128 Titel)

    • Full Collection (228 Titel)

    An der Lizenz nehmen insgesamt 158 Wissenschafteinrichtungen teil.

Der Jahrgang 2010 wird der bereits vorhandenen Nationallizenz zugeschlagen, so dass ein nahtloser Anschluss der laufenden Jahrgänge an die Backfiles gewährleistet ist. Die DFG fördert beide Lizenzen mit rd. 568.000,00 €, verteilt auf drei Jahre.

Bereits in 2009 konnte die Geschäftsstelle im Rahmen von Sonderprogrammen Fördermittel für laufende Lizenzen einwerben, welche auch in 2011 den Hochschulen und Forschungseinrichtungen bundesweit zur Verfügung stehen:

  • BioOne Journals 2009-2011: Die zu 100% geförderte Lizenz wird derzeit von 329 Wissenschaftseinrichtungen genutzt. In den letzten zwei Jahren ist die Teilnehmerzahl um rd. 35% gestiegen.

  • The Cochrane Library 2010-2019: Die Lizenz von Wiley-Blackwell startete mit 41 Teilnehmern und ist mittlerweile auf 53 Teilnehmer angestiegen. Die Lizenzkosten pro Bibliothek werden zur Hälfte von der DFG resp. der Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) gefördert.

Für alle vier Lizenzen konnte die Universitätsbibliothek Frankfurt in den letzten zwei Jahren ein Fördervolumen von insgesamt 3,1 Mio. € einwerben, was einen DFG-Zuschuss für die Wissenschaft im Jahr 2011 von rd. 647.000 € bedeutet.


Weitere Informationen zu den Produkten finden Sie unter www.nationallizenzen.de.

Fragen und Anregungen senden Sie bitte an nationallizenzen@ub.uni-frankfurt.de.

Sylvia Weber E-Mail an AutorIn
HeBIS-Konsortium
Erweiterung der Nationallizenzen für Zeitschriftenarchive und Datenbanken in 2011

Universitätsbibliothek Frankfurt kann 1,5 Mio. € DFG-Mittel einwerben.


Auch für 2011 hat die Universitätsbibliothek Frankfurt elektronische Archive und Datenbanken im Rahmen des DFG-Förderprogramms „Nationallizenzen“ erworben. Bewilligt worden sind:

  • Wiley-Blackwell Journal Backfiles:
    Ergänzung der bereits vorhandenen Nationallizenz um die Jahrgänge 1996–2005. Damit kann das bestehende Archiv weiter aktualisiert werden. Erstmals ist auch eine Open Access Regelung verhandelt worden: Autoren aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen können – wenn sie einen Artikel in dem genannten Zeitraum bei Wiley oder ehemals Blackwell veröffentlicht haben – diesen kostenlos in der post-print-Version weltweit veröffentlichen.

  • CSA Sozialwissenschaftliche Datenbanken:
    Vervollständigung der vorhandenen Lizenz um die Jahrgänge 1915-1995 und 2010. Somit haben Wissenschaftler nun Zugriff auf den gesamten Erscheinungszeitraum der Datenbanken. Außerdem entfallen die Lizenzkosten für den jeweils aktuellen Jahrgang. Die HeBIS-Bibliotheken zahlen lediglich eine geringe technische Servicegebühr.

  • African Writers Series:
    Nach mehreren Anläufen ist nun auch diese ProQuest-Datenbank bewilligt worden. Sie beinhaltet die Werke der wichtigsten afrikanischen Autoren der Gegenwart, unter anderem Chinua Achebe, Ngugi wa Thiong'o, Nelson Mandela, Steve Biko, Ama Ata Aidoo, Nadine Gordimer, Buchi Emecheta and Okot p'Bitek. Mit den African Writers kann die Universitätsbibliothek Frankfurt erstmals auch das Sondersammelgebiet „Afrika südlich der Sahara“ um eine Nationallizenz ergänzen.

Die Freischaltung für die bundesweit bereits registrierten Hochschulen ist zu Jahresbeginn ohne erneute Anmeldung erfolgt. Neue Teilnehmer können sich im April über www.nationallizenzen.de für die kostenlose Nutzung anmelden. Die drei Lizenzen werden mit insgesamt 1,5 Mio. € vollständig von der DFG finanziert.


Weitere Informationen zu den Produkten finden Sie unter www.nationallizenzen.de.

Fragen und Anregungen senden Sie bitte an nationallizenzen@ub.uni-frankfurt.de.

Sylvia Weber E-Mail an AutorIn
HeBIS-Konsortium
HeBIS und Twitter

Twitter-Vogel

© Mirjami Manninen

Der populäre Mikro-Blogging Dienst Twitter hat seinen Weg jetzt auch zu HeBIS gefunden. Zwar wartet die Verbundzentrale nicht mit einem eigenen Twitter-Account auf, gibt aber seit Februar 2011 jedem Leser die Möglichkeit, die Links der HeBISnews und einzelner Cocktail-Artikel über sein eigenes Konto bei Twitter zu zwitschern.

Die HeBIS-Verbundzentrale nutzt dabei die Möglichkeit, die URL des gewünschten Artikels in einen Twitter-Account zu übertragen.



So funktioniert es:

Jeweils am Ende der HeBIS-Artikel befindet sich ein Tweet-Button. Wird dieser betätigt, öffnet sich automatisch ein Browserfenster mit Twitter und dem im Browser gespeicherten Account.



Ist kein Twitter-Zugang im Browser gespeichert, erscheint alternativ ein Login-Fenster. Nach Einloggen erscheint die URL des Artikels in der Eingabezeile für den nächsten Tweet. Dort kann er mit eigenen Kommentar oder gänzlich ohne weitergegeben werden.



Eine kurze Erläuterung zu Twitter:

Twitter vereint zwei Eigenschaften. Es ist ein Kurznachrichten-Dienst, auch Microblogging genannt, und gilt gleichzeitig als Soziales Netzwerk wie Facebook oder MySpace.

Legt man einen Account, an gilt es anderen Mitgliedern zu „folgen“ und selbst „verfolgt“ zu werden. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit mit maximal 140 Zeichen eine Nachricht zu verfassen und diese in die Cyberwelt zu schicken, sogenannte Tweets. Folgt man anderen, ist man deren Follower und erhält deren Nachricht. Ebenso erhalten die eigenen Follower auch die eigens verfassten Nachrichten.

Getwittert wird dabei alles, was interessiert; von Links zu interessanten Nachrichten oder Blogs, über Hinweise zu anderen Twitterern, bis hin zu einer privaten Kommunikationsebene. Einzelne Tweets können auch weitergeleitet und seinen eigenen Followern präsentiert werden. So gelangen Informationen schnell in Umlauf.

Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Titeldaten des Retro-Katalogs im Verbundkatalog

Von den HeBIS-Katalogen gibt es mal wieder Neues zu berichten. Nach langer Vorbereitung werden zurzeit Titeldaten des digitalisierten Zettelkatalogs HeBIS-Retro in den Verbundkatalog eingespielt und in den OPAC des Bibliothekssystems übernommen. Das Projekt umfasst die Titel mit Erscheinungsjahren 1970 - 1985 des alphabetischen Zettelkatalogs der Stadt- und Universitätsbibliothek und der Senckenbergischen Bibliothek. Ausgenommen sind mehrbändige Werke und Serien.

Das Satzrechenzentrum Berlin hat dazu die gescannten Katalogkarten mittels Texterkennungssoftware ausgelesen und nach Vorgaben der Universitätsbibliothek in MAB-Daten umgesetzt. In der HeBIS-IT werden diese MAB-Daten ins Pica-Format konvertiert und nun eingespielt. Dabei werden, soweit möglich, vorhandene Titelaufnahmen der Verbunddatenbank genutzt und dort die neuen Exemplare angehängt. Für alle anderen Titel werden neue Kurztitelaufnahmen erstellt.


Bild: Katalogkarte
Katalogkarte
Für die Nutzer wird es damit erstmals möglich, in großem Umfang auch Titel im OPAC zu finden, die bisher nur im Retro-Katalog recherchierbar waren. In dem Katalog der Universität Frankfurt sind diese Titel an dem kleinen Katalogkartensymbol erkennbar, das im gelb unterlegten Exemplardatenbereich erscheint. Fährt man mit dem Mauszeiger über dieses Kartensymbol, wird die dem Titel zugrundeliegende Katalogkarte angezeigt. Im Verbundkatalog ist ein Link bereitgestellt, der zu der Katalogkarte auf einer neuen Seite führt.


Im geschlossenen Magazin aufgestellte Bände sind über den OPAC bestellbar; es gibt dazu zwei unterschiedliche Bestellverfahren:


Wenn das betreffende Exemplar bereits mit einer Buchnummer/einem Bandbarcode eingespielt wurde, erhält der Nutzer beim Klick auf "Bestellen" den gewohnten OPAC-Bestellschirm. Hat das Exemplar keine Buchnummer, öffnet sich ein an die Bestellfunktion im Retro-Katalog angelehntes Bestellformular mit Anzeige der betreffenden Katalogkarte.


Ein Beispiel für die Darstellung im OPAC der Uni Frankfurt finden Sie hier: Beispiel OPAC der Uni Frankfurt


Im Verbundkatalog sieht der Datensatz dann so aus:
Beispiel Verbund-OPAC


Da jedes automatisierte Verfahren zur Text- und Titelerkennung seine Grenzen hat, wird es bei diesem Projekt zu einigen Fehlern bei der Zuordnung von Titeln kommen. Falls Sie einen solchen Fehler bemerken oder sonstige Fragen haben, schreiben Sie bitte eine E-Mail an: retro@ub.uni-frankfurt.de


Wir wünschen uns und Ihnen, dass Sie und die Nutzer unserer Bibliotheken von diesem Projekt profitieren.

Sylvia Hamann E-Mail an AutorIn
Lokalsystem Frankfurt
„Woher unsere Bücher kommen - Provenienzen der Mainzer Stadtbibliothek im Spiegel von Exlibris“

Ausstellung in der Mainzer Wissenschaftlichen Stadtbibliothek bis 14. Mai 2011

Der nachfolgende Text ist ein (um die Fußnoten gekürzter!) Auszug aus der gleichnamigen Begleitpublikation, die innerhalb der Schriftenreihe „Veröffentlichungen der Bibliotheken der Stadt Mainz“ als Band 59 erscheint und über die Tauschstelle bezogen werden kann: martina.roggenbuck@stadt.mainz.de


Der Geschichte unserer Bibliotheken nachzugehen, heißt nichts anderes, als der Geschichte unserer Bestände nachzugehen. Dass es sich hierbei um eine geradezu überlebenswichtige Aufgabe historisch gewachsener Bibliotheken im 21. Jahrhundert handelt, ist eine Überzeugung, die zusehends Anhänger findet. Die systematische Erforschung und Erschließung persönlicher und körperschaftlicher Vorbesitzer gedruckter Bücher der Postinkunabelzeit ist eine relativ junge Tradition in europäischen Bibliotheken.

Initiativen zur überregionalen Provenienzerschließung, Plattformen und Mailinglisten zur Vernetzung verschiedener Projekte sind deutliche Indizien für ein sich wandelndes Berufsverständnis: Zwischen der Diskussion um die Zukunft historischer Sammlungen in Bibliotheken und dem deutlich zugenommenen innerbibliothekarischen und öffentlichen Interesse an Provenienzerschließung einerseits und dem rasant anwachsenden Corpus von Volltext-Digitalisaten im Netz und bibliothekarischen Digitalisierungsprojekten andererseits gibt es einen unverkennbaren, unmittelbaren Zusammenhang!

Rekonstruktionsprojekte zu Privatbibliotheken, klösterlichen Sammlungen oder Schul- und Vereinsbibliotheken haben Hochkonjunktur – die Methode, mit der sie arbeiten, ist die des Provenienzforschers, der wahrnimmt, entziffert, deutet, der Zusammenhänge herstellt, Rezeptionswege transparent macht, Leserpersönlichkeiten und Sammlungsprofilen Gestalt verleiht.


Über die Domäne des Alten Buches hinaus ist diese Erkenntnis in den Mittelpunkt auch des politischen Interesses durch Projekte zur NS-Raubgutrecherche und Restitutionsarbeit in Bibliotheken gerückt. Hier wie dort hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Erschließung von Überlieferungsspuren nicht eine Liebhaberei Einzelner sein darf, sondern bibliothekarischer Standard für jeden verantwortlichen Umgang mit gewachsenen Sammlungen sein muss. Provenienzerschließung in Bibliotheken also nicht Kür, sondern Pflicht!


Unter den vielgestaltigen Gebrauchsspuren in historischen Buchbeständen bilden Exlibris nur eine Facette, allerdings eine besonders schöne! Sie sind ‚Werkzeuge‘ der Provenienzerschließung, Mosaiksteine, die zur Rekonstruktion der Geschichte eines Buches beitragen. Als solche sind Exlibris Gegenstand von Publikation und Begleitausstellung. Sie weisen aber über sich hinaus und lassen andere Überlieferungsspuren zutage treten. In ihrem Spiegel werden Beziehungen und Netzwerke sichtbar.


Die vorgestellten Personen stammen aus dem 16.– 21. Jahrhundert. Brendel von Homburg, der Mainzer Erzbischof und Kurfürst, der die Jesuiten nach Mainz berief, steht am Anfang, weil die Bestandsgeschichte der Alten Universitätsbibliothek und ihrer Nachfolgeorganisation, der Stadtbibliothek Mainz, ohne ihn und das Jesuitenkolleg einen anderen Verlauf genommen hätte. Bibliotheken von Mainzer Geistlichen, Geschichtsforschern und Lehrern des 16. Jahrhunderts reihen sich ein neben solche von Professoren der Mainzer Universität im 17. Jahrhundert. Untereinander standen sie oft in enger Verbindung, die sich auch in der dokumentierten Weitergabe von Büchern ausdrückte. Weltbekannte und weniger bekannte Sammlerpersönlichkeiten des 17.–19. Jahrhunderts sind versammelt, darunter auch die großen Bibliophilen und Gelehrten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde das Gesicht der städtischen Bibliothek wesentlich durch testamentarische Schenkungen von Mainzer Bürgern geprägt. Einzelne dieser Bürgerbibliotheken unterschiedlichen Umfangs werden exemplarisch vorgestellt. Auch den Büchersammlungen schreibender und lesender Frauen des 19.–21. Jahrhunderts sind biographische Skizzen gewidmet. Der Katalog schließt mit der Vorstellung einer Gelehrtenbibliothek des 20. Jahrhunderts, die zu großen Teilen von der Stadtbibliothek übernommen wurde.


Bild: Exlibris
Exlibris in einem Buch aus der Bibliothek des Caspar von Pfau (1686–1744), württembergischer Geheimrat und Direktor des Stuttgarter Münz- und Medaillenkabinetts; Trägerband: Marmora Oxoniensia ex Arundellianis… Oxford 1676. Sign.: 676 q 1, Rarasammlung


Wer sich als Bibliothekar allein unter überlieferungsgeschichtlicher Fragestellung mit Exlibris beschäftigte, geriet lange Zeit in Gefahr, sich in die Isolation zu begeben. Sah er sich doch der großen ‚Gemeinde‘ der Exlibrisforscher gegenüber, deren Interesse völlig anders gelagert war. Hier das Exlibris als Werkzeug des Provenienzforschers – dort das Exlibris als Kunstwerk. Hier die Exlibriseigner – dort die Exlibriskünstler. Die Fronten haben sich aufgeweicht, die Interessen haben sich vielerorts verbunden. Von den Forschungen der einen Seite kann die andere profitieren. Das spiegelt sich auch in Bestandsverzeichnissen und Ausstellungskatalogen von Bibliotheken und Sammlungen wider, und dies kommt auch bei digitalen Präsentationsformen und Exlibris-Datenbanken zum Ausdruck.

Die Erschließungs- und Präsentationsprojekte beziehen sich immer noch mehrheitlich auf Sammlungen mit ausgelösten Exlibris, die gezielt erworben, getauscht oder geschenkt wurden. Zwar können auch hier biographische Studien zu den Exlibriseignern angestellt werden, doch ist der so wichtige Zusammenhang zwischen Sammler und Sammelgut nicht mehr vorhanden.

Ungleich ergiebiger und wichtiger für die Provenienzforschung ist die Erschließung von Exlibris in situ, im Kontext derjenigen Bücher, in die sie der Sammler einst eingeklebt hat, um sein Eigentum zu sichern und sich mit ihm zu präsentieren. Exlibris werden hier zum Ausgangspunkt bei der Rekonstruktion privater und institutioneller Sammlungen und ermöglichen oft ganz neue Einblicke in das geistige Profil und die Lesegepflogenheiten ihrer Besitzer.

Auch in diesen Bereich ist innerbibliothekarische Bewegung gekommen, und die Wege, die man zur digitalen Präsentation geleisteter Recherchen beschreitet, sind vielfältig. Sie reichen von Bild- und Textdateien, die in die Bibliothekshomepage eingebunden sind, über Lösungen, bei denen der Katalogaufnahme eines Buches Text- und Bildinformationen zum enthaltenen Exlibris als Link angehängt sind, bis zur Erfassung von Normdaten für Vorbesitzer in überregionalen Datenbanken und ihrer Anzeige in den Online-Katalogen der Bibliotheken.

Woher unsere Bücher kommen – das zu erforschen, zu erschließen, kenntlich zu machen, ist Ausgangs- und Zielpunkt der Begleitpublikation. Sie stellt einen Anfang dar, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie bietet eine Auswahl, die sowohl die bibliothekarische Fachwelt als auch die Benutzer und Freunde der Bibliothek vor Ort ansprechen soll. Sie versucht Anknüpfungspunkte für vielerlei Fragestellungen, sie lässt bewusst manches offen und stellt künftigen Studenten Material für viele buchhistorische Untersuchungen bereit.


Bibliothekare sind Dienstleister und Informationsmanager, und in dieser Funktion müssen sie das ihnen anvertraute kulturelle Erbe verwalten, erhalten, erschließen und zugänglich machen.

Sie sind aber viel mehr: privilegierte Bucharchäologen und ‚Schatzsucher‘, denn sie sind dem historischen Buchbestand in den Magazinen näher als irgendjemand sonst! Mit den Quellen, die sie durch ihre tägliche Arbeit am historischen Bestand zum Sprudeln bringen, stehen sie an der Schnittstelle zwischen Dienstleistung und Wissenschaft: Sie geben ihr Wissen weiter, sie stellen Beziehungen her, verknüpfen Interessen, sie stoßen an, sie unterstützen und ermöglichen Forschung. Bibliothekare sind Netzwerker, im besten Sinne des Wortes!


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Homepage der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz.

Annelen Ottermann
Stadtbibliothek Mainz

Themen

4 Monate HeBIS-Chat - ein Erfahrungsbericht

Seit vier Monaten ist das Chat-Modul von HeBIS online und auch wenn sich der Ansturm mit ca. 1-3 Fragen pro Tag in Grenzen hält, so ist die Resonanz der Nutzer durchaus positiv.

Bild: Tastatur

Aber nicht nur unsere Nutzer haben vom neu eingerichteten Chat profitiert – auch für uns war und ist er eine neue Herausforderung, da die Kommunikation via Chat weder mit einem Telefonat noch mit einer Anfrage per E-Mail vergleichbar ist.


Bei einem hereinkommenden Chat werden wir sofort mit einer Anfrage konfrontiert und müssen direkt darauf reagieren. Wir können zwar erkennen, ob die Anfrage von der Seite des HeBIS-Portals, des Verbund-OPACs oder der HeBIS-Homepage gestellt wurde, nicht jedoch, an welcher Bibliothek der jeweilige Nutzer angemeldet ist.

Da sich aber ein Großteil der Fragen auf lokale Begebenheiten bezieht, ist meist unser erster Schritt die Frage nach der jeweiligen Bibliothek des Nutzers.

Erst dann können wir beginnen, dem Nutzer mit einer konkreten Antwort oder dem Hinweis auf eine Website bzw. die Kontaktdaten eines lokalen Ansprechpartners weiterzuhelfen – i.d.R. besorgen wir uns diese Informationen direkt von der Homepage der Bibliothek.

Die meisten Chats werden übrigens von der Seite des HeBIS-Portals gestartet, seltener von der HeBIS-Homepage und so gut wie nie vom Verbund-OPAC.


Beim Chat selber entsteht meist eine kleine Stresssituation, da es sich um ein sehr schnelles Medium handelt – der Nutzer erwartet eine sofortige Reaktion auf seine Frage.

Reagieren wir zu spät, ist der Anfragende womöglich schon wieder aus dem Chat verschwunden, bevor die Antwort an ihn abgeschickt werden konnte.

Wir mussten uns also angewöhnen, schnell und sofort zu antworten, um den Dialog aufrecht zu halten, auch wenn wir noch keine endgültige Lösung für die jeweilige Frage parat hatten.

Man kann sich also nicht nur auf die Lösung des Problems konzentrieren, sondern muss parallel dazu den Chatdialog „am Leben halten“ - entweder mit kleinen Informationen, die man bereits gefunden hat oder nur mit der lapidaren Bitte um ein wenig Geduld.

Hilfreich ist dabei auch, dass während des Chats für beide Partner erkennbar ist, ob der Chatpartner gerade schreibt.

Sonst kann es passieren, dass man mit der mühsam gefundenen Information einen Chat weiterführen möchte, aus dem der Nutzer sich schon lange abgemeldet hat.


Als positiv erwiesen hat sich in dieser Hinsicht die Abfrage der E-Mail-Adresse zu Beginn eines Chats. Dadurch haben wir die Möglichkeit, dem Nutzer auch nach Beendigung des Chats noch Informationen zukommen zu lassen. Im Eifer des Gefechts kommt es schnell vor, dass nicht an alles gedacht wird oder Informationen nicht weitergegeben werden konnten, da sich der Nutzer in dem Gefühl schon wieder abgemeldet hatte, alles Wissenswerte erfahren zu haben.


Die meisten Chat-Nutzer geben bei der Anmeldung ihre korrekte E-Mail-Adresse an und sind dankbar für weitere Informationen, die man ihnen nach dem Chat zukommen lässt.


Durch die Vergabe von beschreibenden Codes nach jedem Chat konnten wir statistisch erfassen, zu welchen Themen die meisten Chats eingingen: an erster Stelle stehen Fragen zur Fernleihe, dicht gefolgt von Fragen zum allgemeinen Service (Öffnungszeiten, Ausleihmodalitäten usw.), dann folgen Fragen zu den jeweiligen Passwörtern und zu Rechercheproblemen.


Überhaupt keine Probleme hatten wir bisher mit Spam, Werbung oder Spaßvögeln – durchweg alle Anfragen waren seriös und betrafen rein bibliothekarische Probleme.


Als etwas schwierig hat sich die Kommunikation über das auf der HeBIS-Homepage angebotene „QWidget“ erwiesen – einem kleinen Programm zur Führung des Chat-Dialoges. Abhängig vom jeweils verwendeten Browser ist es mühsam von Nutzerseite aus, dort einen Text einzugeben, da sich nur sehr langsam und holprig tippen lässt und regelmäßig Buchstaben verschluckt werden.

Dieses Phänomen wurde auch von der ZBW in Kiel beobachtet. Die Ursache dieses Problems liegt bei QuestionPoint und wird dort hoffentlich bald behoben werden können.


Auch wenn wir auf der einen Seite ein wenig enttäuscht über die nicht sehr große Resonanz auf den Chat sind, so erlaubt uns dies auf der anderen Seite, dieses Angebot ohne großen personellen Aufwand vorerst weiter anzubieten.


Weitere Informationen zum Chat:

Tatjana Rabeneck E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Fernleihe im Laufzeittest


Sanduhr © wilhei / pixelio.de

Im Oktober 2010 fand eine bundesweite Laufzeituntersuchung statt.


Schwerpunkt der Untersuchung waren die Transportzeiten der Medien von der Absenderbibliothek bis zur Empfangsbibliothek. Nicht im Fokus standen die internen Bearbeitungszeiten in den Bibliotheken. Vom HeBIS Verbund haben sich als Lieferbibliothek die UB Gießen, die HLB Wiesbaden und die Stadtbibliothek Mainz bei der Untersuchung beteiligt und ihren Sendungen einen Laufzettel beigegeben. Eingebunden war ebenfalls das Regionale Frachtzentrum der UB Frankfurt, das wiederum die weitergeleiteten Medien mit Laufzettel abgestempelt hat. Als Empfangsbibliotheken haben sich alle HeBIS Bibliotheken beteiligt. Sie haben die ankommenden Laufzettel gestempelt und zur Auswertung an das regionale Frachtzentrum der UB Frankfurt gesandt.

Allen beteiligten Mitarbeitern aus den Bibliotheken möchten wir hiermit nochmals für ihre Mithilfe danken.


Vielleicht noch ein paar Anmerkungen zu der Untersuchung aus einem “HeBIS Blickwinkel“.

Für das Verteilzentrum der UB Frankfurt ist positiv zu berichten, dass bei der Untersuchung 203 Medien durchschnittlich 1,11 Arbeitstage vom Eingang im Verteilzentrum bis zum Eingang in der nächsten “Station“ (z. b. Göttingen/Köln) oder der Empfangsbibliothek gebraucht haben.

HeBIS Bibliotheken haben als Empfangsbibliotheken 387 Medien mit Laufzetteln aus anderen Bibliotheksverbünden erhalten, bei einer durchschnittlichen Gesamtlaufzeit von 2,97 Arbeitstagen. Heruntergebrochen auf einzelne HeBIS Bibliotheken variiert die Gesamtlaufzeit zwischen 2,61 und 3,52 Tagen. Die reine Versandzeit von der Absender- bis zur Empfangsbibliothek, d.h. ohne die interne Bereitstellungszeit von der Fernleihabteilung zur Poststelle, beträgt sogar nur 1,80 Tage.

Als Lieferbibliotheken haben unsere drei ausgewählten HeBIS Bibliotheken 85 Medien in die anderen Bibliotheksverbünde verschickt. Die Fallzahlen sind in diesem Bereich recht niedrig ausgefallen und von daher nur vorsichtig interpretierbar, da statistische Ausreißer (z. B. Irrläufer) zu stark ins Gewicht fallen. Die durchschnittliche Mittlere Laufzeit beträgt 3,85 Arbeitstage von einer HeBIS Bibliothek bis zur Empfangsbibliothek in einem anderen Bibliotheksverbund und 2,98 Tage bei der reinen Versandzeit.


Dem Fazit von Herrn Depping können wir uns anschließen: “Insgesamt zeigt die Untersuchung eine hohe Leistungsfähigkeit der Transportlogistik im bibliothekarischen Leihverkehr“ .


Inzwischen wurde von Ralf Depping ein Artikel zu der Untersuchung veröffentlich: „Die Laufzeituntersuchung 2010 der AG Buchtransport“ im Bibliotheksdienst, Heft 2/2011, S. 135 ff. Der Aufsatz ist auch auf der Seite des GBV online zu finden: Die Laufzeituntersuchung 2010 der AG Buchtransport.

Günter Pietzonka E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Gesucht und gefunden – Literatursuche leicht gemacht

Anfang 2010 entschloss sich die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main den Nutzerservice um einen zusätzlichen Dienst zu erweitern. Es sollte ein Navigationssystem zum schnellen Auffinden der gesuchten Literatur in der räumlich zum Teil unübersichtlichen FH-Bibliothek eingeführt werden. Nach einer kurzen Marktanalyse hat die Bibliothek sich für BIBMAP entschieden. Unter anderem wegen der relativ langen kostenlosen Testzeit und dem freundlichen und schnell reagierenden kompetenten Service von Seiten des Herstellers (Fa Ariso). Die Erstellung der Pläne sowie die Systematikzuordnung und Implementierung der Software wurde von einem Studenten durchgeführt. Im Rahmen eines studienintegrierten Praktikums im Studiengang Information Science and Engineering an der Hochschule Darmstadt arbeitete er gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bibliothek an dem Projekt.


Mit BIBMAP kann sich der Benutzer bequem per Mausklick den Standort des gewünschten Mediums auf einem Grundriss anzeigen und sich den Weg dorthin beschreiben lassen. Neben Medienbereichen können auch andere für den Benutzer wichtige Einrichtungen, wie zum Beispiel die Information, Garderobe, Recherche-PCs, Kopierer oder WCs angezeigt werden. BIBMAP ist somit als eine Ergänzung zu den klassischen Leit- und Orientierungssystemen zu verstehen und bietet ein innovatives Zusatzangebot.


Beispiel eines Lageplans

Die Software zeichnet sich durch ihre einfache Anwendung mit einer übersichtlichen grafischen Oberfläche zur Erstellung der Lagepläne und der Zuordnung der Medienbereiche sowie eine plattformunabhängige Serveranwendung aus. Die bibliotheksseitige Anwendung von BIBMAP vollzieht sich in zwei Phasen, die jeweils mit einer eigenständigen Applikation unterstützt werden.


Zunächst werden die Grundrisse mit Hilfe des BIBMAP-Editors detailgetreu erstellt, wobei auch Signaturbereiche und spätere Suchbegriffe den im Grundriss eingetragenen Symbolen zugeordnet werden. Die so erstellten Raumpläne werden anschließend auf den Hostserver übertragen. Hier wird die BIBMAP-Serveranwendung ausgeführt und mittels Hyperlinks mit den Katalogseiten und auch den Webcontentseiten der Bibliothek verknüpft. Jede Anfrage durch Hyperlinks führt nunmehr zu einer Suche in den Raumdaten, die zu einer Markierung des Standortes im entsprechenden Raumplan führt. Danach wird das Ergebnis als Bilddatei an den Webbrowser übertragen und angezeigt. Im Falle mehrerer Treffer in unterschiedlichen Räumen, wird jeder Raum nacheinander angezeigt.


Die grafische Darstellung der Medienstandorte sowie von Serviceeinrichtungen (WCs; Kopierer etc.) mit entsprechender Wegbeschreibung führt zu einer Zeitersparnis für den Bibliotheksbenutzer und gleichzeitig auf Seiten des Personals zu einer Entlastung bei Nachfragen.

Jürgen Augustin
Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main
Steigende Teilnehmerzahlen bei Nationallizenzen der Universitätsbibliothek Frankfurt

Immer mehr Wissenschaftseinrichtungen nutzen das kostenlose Angebot.


Seit 2004 fördert die DFG den Erwerb elektronischer Archive und Datenbanken im Rahmen des Programms „Nationallizenzen“ zur kostenlosen Nutzung für alle deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Geschäftsstelle des HeBIS-Konsortiums verhandelt im Auftrag der Universitätsbibliothek Frankfurt die Lizenzen, wirbt die Fördergelder ein, schließt Verträge und stellt den Zugang bereit über www.nationallizenzen.de.


Bis heute konnte die Geschäftsstelle insgesamt 25 Produkte erwerben, die sich auch im siebten Jahr der Förderung noch steigender Nutzung erfreuen:


1. Zeitschriftenarchive: Nationallizenz seit Teilnehmer
a. Annual Reviews: Electronic Back Volume Collection 2006 361
b. Elsevier: Journal Backfiles on ScienceDirect 2006 444
c. Oxford University Press: Journals Digital Archive 2006 450
d. ProQuest: British Periodicals Collection I & II 2007 227
Periodicals Archive Online 2005 348
e. Wiley InterScience: Backfile Collection 2006 370
2. Volltextdatenbanken / E-Books:
a. ProQuest: 18th/19th/20th Century House of Commons Parliamentary Papers 2008 170
Early English Books Online 2005 238
Digital National Security Archive 2005 231
Teatro Espanol del Siglio de Oro 2005 163
Historical Newspapers 2010 388
The Gerritsen Collection 2010 387
Acta Santorum Database 2005 230
Elsevier eBook collection on ScienceDirect - Mathematics 2010 293
3. Bibliographische Datenbanken:
a. CABI: CAB Abstracts 2007 244
Zoological Records 2007 219
b. Thomson / Biosis: BIOSIS 2006 301
b. ProQuest: Periodicals Index Online 2005 343
4. Nachschlagewerke / Wörterbücher:
a. CABI: Animal Health and Production Compendium 2007 181
Aquacultural Compendium 2007 195
Crop Protection Compendium 2007 166
Forestry Compendium 2007 187

Die Zahl der bundesweit teilnehmenden Wissenschaftseinrichtungen hat sich somit auch in diesem Jahr um durchschnittlich 7,85 % pro Produkt erhöht. „Diese Entwicklung zeigt, dass Archivdaten und ältere Literatur für die Forschung nach wie vor von Bedeutung sind“, so Berndt Dugall, Verbundleiter und Direktor der Universitätsbibliothek Frankfurt. „Mit Hilfe der DFG ist es uns mittlerweile gelungen, eine beachtliche Sammlung an Backfiles verschiedener Fachdisziplinen zu erwerben und zugänglich zu machen.“


Weitere Informationen zu den Produkten finden Sie unter www.nationallizenzen.de.

Fragen und Anregungen senden Sie bitte an nationallizenzen@ub.uni-frankfurt.de.

Silvia Weber E-Mail an AutorIn
HeBIS-Konsortium
Umfrage "Unser Katalog soll besser werden!" erfreut sich großer Beteiligung : Projektbericht und erste Ergebnisse

Um mehr über die Wünsche ihrer Katalognutzer zu erfahren, veranstalteten 16 Bibliotheken des HeBIS-Verbunds die Online-Umfrage „Unser Katalog soll besser werden!“. Die Umfrage fand vom 13. Dezember 2010 bis zum 21. Januar 2011 statt und erfuhr trotz Weihnachtszeit und Jahreswechsel regen Zuspruch. Insgesamt konnte ein beachtlicher Rücklauf von fast 22.000 vollständig ausgefüllten Fragebögen erzielt werden.


Wie es dazu kam

Die Idee, eine verbundweite Katalogumfrage durchzuführen, kam erstmals 2009 in einer Diskussion der HeBIS-AG Benutzung um die Anforderungen an moderne Online-Kataloge auf. Es ist fast schon ein Gemeinplatz, dass diese stark von den Nutzungsgewohnheiten im Internet beeinflusst werden. Suchmaschinen wie Google, Online-Shops oder Angebote des Social Web wie Facebook und Twitter haben mittlerweile Standards gesetzt und auch die Ansprüche der Bibliothekskunden geprägt. In den Katalogen werden mehr Interaktivität, mehr Personalisierung, mehr Vernetzung mit Tools wie Literaturverwaltungssystemen, Zusatzinformationen wie Inhaltsverzeichnisse und Empfehlungen oder die mobile Verfügbarkeit des Katalogs via Handy erwartet. Was Benutzer in ihren Online-Katalogen am schmerzlichsten vermissen, ist ohne direktes Feedback allerdings nur schwer zu beurteilen. Und so lag es nahe, die Benutzer selbst zu fragen, um belastbare Aussagen über den Weiterentwicklungsbedarf der im HeBIS-Verbund eingesetzten Katalogoberflächen zu erhalten.

Anfang 2010 war die Umfrage-Idee zur konkreten Planung herangereift. Die AG Benutzung definierte die Umfrage-Ziele und erstellte ein Grundkonzept für den Fragebogen und die Durchführung des Projekts. Um einen repräsentativen Querschnitt durch alle Gruppen von KatalognutzerInnen zu erreichen, sollten möglichst viele Bibliotheken im HeBIS-Verbund beteiligt werden. Für die Umsetzung sollte außerdem ein in Umfragen erfahrener Partner gesucht werden, der methodische Unterstützung leisten konnte. Die HeBIS-Verbundzentrale erklärte sich bereit, die planerische und organisatorische Koordination des Projekts zu übernehmen.


Projektpartner

Bei den Bibliotheken stieß die Umfrage auf große Resonanz. Bis zum Beginn der Fragebogenentwicklung hatten sich 16 HeBIS-Bibliotheken zu einer Teilnahme bereit erklärt, darunter neben Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken auch Spezialbibliotheken, eine reine Landesbibliothek und eine wissenschaftliche Stadtbibliothek.1

Als externer Projektpartner konnte der Studiengang Information Science and Engineering (Studienrichtung Bibliotheksmanagement) am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt gewonnen werden. Die Umfrage wurde im WS 2010/2011 als Projekt mit Studierenden im 5. Semester unter fachlicher Leitung von Prof. Dr. Meier durchgeführt. Aufgabe der Studenten war es, den Fragenkatalog zu entwickeln und ihn mit Hilfe der kostenfreien Software LimeSurvey, die auf einem Server der HeBIS-Verbundzentrale installiert wurde, in einen Online-Fragebogen umzusetzen. Hinsichtlich der Auswertung wurde vereinbart, dass die Projektgruppe eine Basisauswertung für jede teilnehmende Bibliothek sowie eine Gesamtauswertung vornehmen sollte.


Fragebogen

Gleich zu Semesterbeginn Ende Oktober 2011 stürzte sich die Projektgruppe in die Erarbeitung des Fragebogens. Da die Umfrage am 13. Dezember 2011 starten sollte, war der Zeitrahmen sehr eng, so dass die Köpfe zeitweise mächtig rauchten. Aber schon der Pretest zeigte, dass sich die Mühe gelohnt hatte, denn es mussten nur Kleinigkeiten nachgebessert werden.

Der Fragebogen setzte sich aus folgenden Fragenkomplexen zusammen:

  • Fragen zum Katalognutzer (Alter, Beschäftigung, Fachsemester, Fachrichtung, Bibliothekszugehörigkeit). Diese Fragen dienten hauptsächlich dazu, die Umfrageergebnisse bei Bedarf filtern und signifikante Unterschiede zwischen bestimmten Teilnehmergruppen (z.B. Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter) feststellen zu können.
  • Fragen zur Nutzung ausgewählter Funktionen im OPAC und Katalogportal der eigenen Bibliothek (z.B. Trefferanalyse, Anzeige von Inhaltsverzeichnissen, Wikipedia-Links). Zur Veranschaulichung wurden die Fragen mit Screenshots angereichert. Da dabei trotz aller Einheitlichkeit der Katalogoberflächen im HeBIS-Verbund für jede Bibliothek gewisse Besonderheiten zu berücksichtigen waren und insgesamt ca. 180 Screenshots angefertigt werden mussten, war das eine große Herausforderung, die von der Projektgruppe jedoch mit Bravour gemeistert wurde. Ziel dieses zweiten Fragenkomplexes war es, Hinweise auf  den Stellenwert bestehender Angebote in den Katalogen und Portalen und auf ggf. vorhandene Usability-Mängel zu erhalten.
  • Fragen zum Wunsch nach einer Vernetzung des Katalogs mit bestimmten Internet-Diensten und Werkzeugen (z.B. Sozialen Netzwerken oder Literaturverwaltungssystemen) sowie zum Wunsch nach funktionalen Erweiterungen (z.B. Rechtschreibkorrektur, Benutzer-Tagging, mobile Katalogversion). Dieser Fragenkomplex war der umfangreichste und wurde der Übersichtlichkeit und besseren Fragebogenführung halber in zwei Blöcke aufgeteilt. Da sich beim Pretest außerdem gezeigt hatte, dass ein erheblicher Anteil der Testpersonen mit bestimmten Begriffen wie ‚Literaturverwaltungssystem’ nichts anfangen konnte, wurden die Fragen um kurze Erläuterungen ergänzt, die man sich bei Bedarf anzeigen lassen konnte.


Unerwartet hohe Beteiligung

Mit fast 22.000 vollständig ausgefüllten Fragebögen überstieg die Umfragebeteiligung alle Erwartungen. Bei den kleineren Bibliotheken fiel die Beteiligung meist etwas zurückhaltender aus, bei den Universitätsbibliotheken erreichte sie jedoch zwischen 8 % und 12 %, in einem Fall sogar 18 % der aktiven Nutzer.

Einer der Schlüssel zu diesem Erfolg war die massive und breit gefächerte Werbung in den Bibliotheken. Der Link zum Fragebogen wurde in den lokalen OPACs und Portalen geschaltet sowie auf den Homepages der Bibliotheken platziert. Mancherorts wurden sogar Plakate aufgehängt. Einige Bibliotheken schickten ihren aktiven Nutzern eine Umfrage-Einladung per E-Mail oder warben per Newsletter. Vor allem die Werbung per E-Mail und Newsletter war sehr effektiv, was sich jeweils in einem sprunghaften Anstieg der Umfragebeteiligung unmittelbar nach Versenden der Mails manifestierte.

Ein weiterer Teilnahme-Magnet war das Gewinnspiel. Fünf Bibliotheken und die HeBIS-Verbundzentrale hatten 24 Preise bereitgestellt, die unter den Umfrageteilnehmern verlost wurden. Die Hauptattraktion waren ein USB Stick 64 GB im Wert von ca. 100,- Euro und ein Amazon-Gutschein über 50,- Euro.

Möglicherweise ist die hohe Beteiligung aber auch ein Indiz dafür, dass eine Katalogumfrage längst überfällig war und sich die BenutzerInnen über die Gelegenheit freuten, Kritik und Verbesserungswünsche loszuwerden. Gut 20 % der UmfrageteilnehmerInnen nutzte sogar das Freitextfeld am Ende des Fragebogens, um Kommentare und eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen.


Größtes Desiderat: Kurze Wege zur Anzeige der Verfügbarkeit

Wegen des umfangreichen Datenmaterials ist die Auswertung der Umfrage noch nicht abgeschlossen, für den letzten großen Fragenkomplex lassen sich aber bereits wesentliche Ergebnisse oder Trends benennen.

Bestätigt haben sich die intensiven Bemühungen der HeBIS-Bibliotheken und des Verbundes um den Ausbau der Kataloganreicherung. Mit Ausnahme von Links zu Artikeln in Online-Lexika wie z.B. Wikipedia sind alle Typen von Zusatzinformationen bei mehr als 50 % der UmfrageteilnehmerInnen hoch begehrt. Den Spitzenwert erreichen mit fast 94 % die Inhaltsverzeichnisse, aber auch Abbildungen von Buchumschlägen werden von immerhin 51 % der TeilnehmerInnen sehr geschätzt.

 


Die Prozentwerte für die restlichen Fragen des letzten Fragenkomplexes sprechen ebenfalls eine klare Sprache: Nichts ist den KatalognutzerInnen wichtiger als  die Medienverfügbarkeit. Entsprechend möchten 92 % der UmfrageteilnehmerInnen die Information über Standort, Ausleihbarkeit und vor allem Ausleihstatus eines Mediums auf dem kürzesten Weg und am liebsten schon in der Trefferliste erhalten.

Hohe Priorität hat für 84% der Umfrageteilnehmer außerdem eine bessere Unterstützung bei der Verfeinerung und Filterung von Trefferlisten, und fast 70% wünschen sich eine bessere Hilfestellung bei der Suche in Form von Suchvorschlägen, automatischer Eingabevervollständigung und Rechtschreibkorrektur.

Erst danach folgen mit großem Abstand die Schnittstellen zu den Literaturverwaltungssystemen (39%) und mit noch größerem Abstand (zwischen 24% und 29%) die personalisierten und interaktiven Angebote, nach denen gefragt wurde, sowie die Vernetzung mit externen Internet-Plattformen. Schnittstellen zu Bookmarkingsystemen und sozialen Netzwerken rangieren dabei weit abseits am untersten Ende der Skala.
 



Welche Schlussfolgerungen legen diese Ergebnisse nahe? Zunächst einmal sollte man Vorsicht walten und sich nicht zu dem Schluss verleiten lassen, dass personalisierte und interaktive Funktionalitäten in OPACs und Katalogportalen unwichtig sind. Immerhin sehen knapp ein Viertel bis ein Drittel der KatalognutzerInnen dafür einen hohen Bedarf. Aber die Prioritäten sind klar, und es ist durchaus eine Überraschung, dass die Anzeige der Verfügbarkeit von Medien in der Trefferliste einen deutlich höheren, um nicht zu sagen den höchsten Stellenwert für unsere BenutzerInnen hat. Die klassische Aufgabe von Online-Katalogen, Bestand nachzuweisen und Auskunft über Standort und aktuelle Verfügbarkeit zu geben, steht damit weiterhin klar im Vordergrund, und es wird zu prüfen sein, wie sich der Wunsch nach einer Verfügbarkeitsanzeige in der Trefferliste in den OPACs und Katalogportalen der HeBIS-Bibliotheken realisieren lässt.

Vielleicht nicht ganz so überraschend, dafür aber umso bedenklicher, sind die massiven Wünsche nach besserer Suchunterstützung und Treffermengenerschließung. Sie belegen, wie stark unsere Katalogoberflächen gegenüber Funktionalitäten im Rückstand sind, die von ihren BenutzerInnen inzwischen als Standard empfunden werden – und die unbestritten nützlich wären! Auch hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Aufgabe der nächsten Wochen wird es nun sein, die Auswertung zu vervollständigen, weitere differenziertere Analysen nach Nutzergruppen (z.B. Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter) oder Bibliothekstypen (Universitäts-, Fachhochschul-, Spezialbibliotheken) vorzunehmen und die Interpretation und Bewertung der Ergebnisse mit den BenutzungskollegInnen in der HeBIS-AG Benutzung zu diskutieren. Über die Resultate und Schlussfolgerungen wird im nächsten HeBIScocktail zu berichten sein.


Und noch ein Dankeschön

Der große Erfolg der Umfrage wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von Herrn Prof. Dr. Meier und das große Engagement der h_da-Projektgruppe, die noch weit über das Ende des Wintersemesters hinaus bereit war, das Projekt zum Abschluss zu bringen. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Besonderer Dank gilt außerdem Herrn Marco Naujoks, der die Realisierungsphase der Umfrage in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der HeBIS-AG Benutzung kontinuierlich begleitet und bei gemeinsamen Treffen mit der Projektgruppe in Dieburg tatkräftig unterstützt hat.


Heike Nienerza
    HeBIS-Verbundzentrale, Bibliothekarische Dienste
E-Mail schreiben h.nienerza@ub.uni-frankfurt.de

Bettina Sunckel
    HeBIS-Verbundzentrale, IT
E-Mail schreiben b.sunckel@hebis.uni-frankfurt.de

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1
Teilnehmer waren: Bibliothek der Hochschule Darmstadt; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; Universitätsbibliothek Frankfurt; Hochschul- und Landesbibliothek Fulda; Bibliothekssystem der Universität Gießen; Hochschulbibliothek Gießen-Friedberg (seit Januar 2011 Bibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen); Universitätsbibliothek Kassel; Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz; Universitätsbibliothek Mainz; Fachbibliothek Translation, Sprache und Kultur Mainz, Campus Germersheim; Bibliothek der Fachhochschule Mainz; Bibliothek des Instituts für Europäische Geschichte Mainz; Universitätsbibliothek Marburg; Forschungsbibliothek des Herder-Instituts, Marburg; Hessische Landesbibliothek Wiesbaden; Bibliothek der Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Heike Nienerza, Bettina Sunckel

Mitteilungen

Metadaten
Neue Metadaten im CBS

Wieder ist eine Metadateneinspielung aus Nationallizenzen erfolgreich abgeschlossen worden. Die Liste der Nationallizenzprodukte mit Metadaten im CBS wurde entsprechend aktualisiert.


Metadaten zu E-Books mit Nationallizenz:

1. Elsevier eBook collection on ScienceDirect - Mathematics (751 Titel)

2. Corpus de la première littérature francophone de l'Afrique noire (3248 Titel)

3. Digital Library of the Catholic Reformation (659 Datensätze)

4. Digital Library of Classic Protestant Texts (1.276 Datensätze)

5. Teatro Espanol del Siglo de Oro / TESO (848 Datensätze)

6. North American Immigrant Letters, Diaries, and Oral Histories (1272 Titel)

7. Karl Barth Digital Library (53 Datensätze)


Metadaten zu konsortial oder lokal lizenzierten E-Books:

Campus E-Books

Für die E-Books der Campus Digitale Bibliothek (Campus-Verlag) wurden 578 Metadaten ins HeBIS-Zentralsystem übernommen.

Aufzählungszeichen blauer PfeilWeitere Informationen zu Campus E-Books


Ebrary Academic Collection, ZDB-38-EAC

Ca. 51.000 Verlagsdaten zu E-Books wurden zur Nachnutzung für die UB Frankfurt ins CBS eingespielt. Wöchentliche Ergänzungslieferungen sind realisiert.


UTB-Studi-Books, ZDB-41-UTB

655 Titel wurden auf Wunsch der UB Frankfurt und der UB Gießen ins CBS eingespielt. Aktuell nimmt noch keine Bibliothek am LZI V398 teil.


Oldenbourg Verlag E-Books

E-Book-Pakete des Oldenbourg Verlags wurden nachträglich mit Paketkennzeichnung versehen. Damit ist es möglich, automatische Lizenzexemplare für die vom HeBIS-Konsortium angebotenen Pakete zu erzeugen. Das sind:
- Naturwissenschaft & Technik 1+2 (V401 = ZDB-42-ON1, V402 = ZDB-42-ON2)
- Volkswirtschaftslehre (V403 = ZDB-42-OVW)
- Betriebswirtschaftslehre (V404 = ZDB-42-OBW)
- Wirtschaftswissenschaften (V405 = ZDB-42-OWW).

Aktuell werden die ULB Darmstadt und die UB Kassel per Lizenzexemplarprogramm bedient.


Oxford Scholarship Online

Die neue Lieferung von Januar 2011 (202 Titel) wurde eingespielt. Die Collections wurden entsprechend den Lizenzen von UB Frankfurt, UB Mainz und Fachbibliothek TSK Germersheim in die OPACs geliefert.

Michaela Konrad
HeBIS-Verbundzentrale, BD
Personalia
HeBIS-Verbundzentrale intern

Verstärkung in der HeBIS-Verbundzentrale:


Herr Farid Derradji unterstützt als euer Kollege die Verbundzentrale in der HeBIS-IT.

Kontakt:derradji@hebis.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 28 973 .

(kec)

Fortbildungen/ Veranstaltungen

OCLC EMEA Regional Council Treffen

Unter dem Titel "Breaking Down Barriers to Knowledge" fand am 2. und 3. März 2011 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt zum zweiten Mal das Treffen des OCLC Regional Council für die Region EMEA (Europe - Middle East - Africa) statt.

Wie der Titel bereits verlauten lässt, war Schwerpunkt des Treffens, wie global bereitstehenden Daten und Informationen leichter zugänglich gemacht werden können. Teilnehmern wurden aktuelle Initiativen und Projekte der Gemeinschaft vorgestellt und sie bekamen Anregungen für zukünftige Wissensbereitstellung.


Neben allgemeinen Berichten und Informationen zur Arbeit von OCLC im vergangenen Jahr und der Wahl der Delegierten gab es einige interessante Vorträge zum Thema des Kongresses.

Dieter Fellner, Professor an der TU Darmstadt und Direktor des Fraunhofer Instituts für Graphische Verarbeitung, berichtete über Entwicklungen im Bereich von 3D-Objekten im zukünftigen Internet. Multimediale Objekte spielen eine immer größere Rolle in digitalen Bibliothekssystemen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, wird unter Einsatz moderner Erschließungsmethoden in dem Projekt PROBADO an dem Aufbau von digitalen Bibliotheken für nicht-textuelle Dokumente geforscht.

Mike Teets sprach über den Einsatz von Applikationen für mobile Endgeräte in Bibliotheken. Da bestimmte Benutzergruppen inzwischen primär über moderne Technologien erreicht werden, sollten Bibliotheken sich darauf einstellen und zukünftig entsprechende Anwendungen einsetzen. Lester Madden erklärte in dem Rahmen die Augmented Reality oder auch Computergestützte Realitäten und wie diese mithilfe von 3D-Objekten in Zusammenhang mit Textdokumenten eingesetzt werden.

Weitere Vorträge behandelten Projekte und Entwicklungen beim Einsatz von Linked Data in Bibliotheken.


Vorab des offiziellen Treffens fanden unterschiedliche sogenannte Master Classes statt:

Einer dieser Workshops behandelte den OCLC-Dienst "World Cat Resource Sharing" (WCRS). Mit WCRS bietet OCLC den Bibliotheken die Möglichkeit, ihre internationalen Fernleihbestellungen über den WorldCat abzuwickeln, siehe dazu auch die OCLC-WCRS-Infoseiten.

Die Einführung in die Veranstaltung wurde von Katie Birch (OCLC) gehalten. Im Workshop wurden Erfahrungsberichte von 3 Bibliotheken aus Dänemark und Deutschland vorgetragen: Poul Erlandsen, Head of Section, Royal Library/Copenhagen University Library; Dr. Berthold Gillitzer, Bayerische Staatsbibliothek München; Helle Brink, Project Manager, The State and University Library Arhus, Denmark.

Die Kollegen aus Dänemark praktizieren seit gut 20 Jahren ihre Internationale Fernleihe über den WorldCat und berichten von ihren reichhaltigen Erfahrungen. Die dänischen Kollegen haben die Hoffnung, dass sich in Zukunft mehr Bibliotheken aus der OCLC EMEA Region aktiv an WorldCat Resource Sharing beteiligen und damit die Internationalsierung fortschreitet. Schließlich weist der WorldCat inzwischen Bibliotheksbestände aus weltweit ca. 72.000 Bibliotheken und 170 Ländern nach.

Interessant sind auch die gänzlich anderen Rahmenbedingungen unter denen z.B. das Fernleihteam von Poul Erlandsen von der University Library Copenhagen internationale Fernleihbestellungen über WCRS abwickelt:

"We are requesting from libraries and information providers globally and this service is free of charge for students, staff and faculty of the Copenhagen University. For other private users the service is free of charge if we can obtain the material from libraries in Scandinavia."

Selbst wenn ein Buch in Kopenhagen für z.B. 4 Wochen ausgeliehen ist, wird nicht auf die Vormerkung verwiesen, sondern es wird der schnellstmögliche Beschaffungsweg angestrebt und der kann dann in einer Fernleihbestellung über WorldCat enden. Der Zahlungsverkehr, der zwischen den Bibliotheken, wegen der anfallenden Gebühren in der Internationalen Fernleihe anfällt, wird über das komfortable Fee Management von OCLC abgewickelt.

Die UL Copenhagen hat inzwischen mit einigen US-amerikanischen Bibliotheken Vereinbarungen getroffen, gegenseitig keine Gebühren mehr in Rechnung zu stellen. Diese Vereinbarung kann im Profil hinterlegt werden und wird dann bei Fernleihbestellungen berücksichtigt.

Als Mangel für die Bestellaufgabe merkte Poul Erlandsen an, dass es im WorldCat noch zu viele Dubletten gibt. Ein anschauliches Beispiel dafür war ein Titel, von dem 11 verschiedene Titelaufnahmen existieren. Es wird erwartet, dass OCLC sich dieses Problems annimmt und für Verbesserungen sorgt.

Aus Deutschland liefern als große Bibliotheken derzeit die BSB München und die SUB Göttingen. Herr Gillitzer von der BSB München stellte in seinem Vortrag eindrucksvoll die Aktivitäten der Bayerischen Staatsbibliothek mit WorldCat Resource Sharing dar.

Die Bibliothek ist als Lieferbibliothek aufgrund ihres internationalen Bestandes stark nachgefragt, siehe dazu auch diesen Artikel von Regine Becher im Bibliotheksforum Bayern. Für die Zukunft wäre es wünschenswert, dass bei Fernleihanfragen über WCRS der aktuelle Leihstatus im lokalen Katalog der angefragten Bibliothek mitberücksichtigt werden könnte, um so die Durchlaufzeiten der Fernleihbestellungen zu verbessern.


Ein weiterer Workshop fand unter der Überschrift "Future Search for Technical Services" statt. Hier wurde die Strategie von OCLC bezüglich der Metadatendienste erläutert. Karen Calhoun und Glenn Patton berichteten über Veränderungen beim Metadaten-Management und die Verbesserung der Qualität in WorldCat. In Bezug darauf erzählte Marion van Brunschot über die erfolgreichen Bemühungen der Universitätsbibliothek in Amsterdam, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und Lars Svensson präsentierte die Arbeit der Deutschen Nationalbibliothek, die Dewey Dezimal Klassifikation (DDC) als Linked Data zu nutzen.


Weitere Informationen zum Treffen:

(pi & kec)

Der Aperitif

Bibliotheksvideos
And the winner is ...

Die Ghostbusters auf Jagd nach Gespenstern in der New York Public Library, ein Videoclip zur Benutzungsordnung einer Rechtsbibliothek im 50er Jahre Stil oder ein Kunststudent als ulkiger Bibliothekseinführer. Immer mehr Bibliotheken machen über originelle Videoideen auf sich und ihren Service aufmerksam.


In dem Internetblog LibVid Awards werden die besten Videos von und über Bibliotheken aus aller Welt präsentiert und gekürt. Die bewerteten Kategorien sind unter anderem Inhalt, Umsetzung, Animation, Spaß, Musik oder auch Kostüme.


Dabei hat sich das Internet Video-Portal Youtube in den letzten Jahren in der Bibliothekslandschaft als ein hilfreiches Instrument für die audiovisuelle Informationsverbreitung etabliert. Es gibt viele Bibliotheken, welche die Möglichkeit nutzen auf kreative Weise ihre Einrichtung inklusive Dienstleistungen und Angebote dort per Video zu kommunizieren.


Auch das ekz bietet auf ihrer Seite eine Auswahl mit Links zu Bibliotheksvideos auf Youtube.



                                                                                                                            © youtube.com
(kec)
Provenienzen
Sonderbare Funde in alten Beständen

Bei der Provenienzforschung kann so manch skurille Entdeckung gemacht werden. So rätselt die Stadtbibliothek Mainz um den Buchbesitzer des unten abgebildeten Buches mit einer etwas abgewandelten Zeichnung eines Galgenmännchens.

© Stadtbibliothek Mainz

(kec)

Impressum

HeBIScocktail 2/2011 (April 2011)


HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.


Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Herbert Adam (hea), Kea Cordlandwehr (kec), Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Jule Mildner (miju)

Weitere Autoren: Jürgen Augustin, Sylvia Hamann, Michaela Konrad, Heike Nienerza, Annelen Ottermann, Günter Pietzonka, Tatjana Rabeneck, Bettina Sunckel, Silvia Weber

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de


Bildmaterial: u.a. pixelio.de, Design Mirkku, Stadtbibliothek Mainz


Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren


HeBIScocktail 3/2011 erscheint Juli 2011.

Redaktionsschluss: 30. Juni 2011.

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