HeBIScocktail
Ausgabe: 2011-3
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,


traditionell ist die dritte Ausgabe des HeBIScocktails immer die „Sommerausgabe“, bestückt mit leichten und amüsanten Themen.

So haben wir auch in diesem Jahr eine große Bandbreite verschiedenster Artikel anzubieten, die Ihnen die Sommerstimmung nicht mit zäher Kost verderben können.

Zum Beispiel:


Aufzählungszeichen blauer Pfeilberichtet die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda über ihren Digitalisierungsserver FulDig und den damit gemachten Erfahrungen.


Aufzählungszeichen blauer Pfeillassen wir natürlich auch den 100. Bibliothekartag in Berlin nicht unerwähnt. Als aktuelles Thema haben wir Facebook herausgegriffen und berichten in einem kurzen Artikel über die Möglichkeiten dieser modernen Form der Kommunikation.


Aufzählungszeichen blauer Pfeilwar es Vorort durch den Umzug unserer Server nach Frankfurt Höchst auch bei HeBIS spannend. Fotos belegen den tatkräftigen Einsatz unserer Kollegen aus der IT.


Aufzählungszeichen blauer Pfeilzeigen sich - passend zur aktuellen Fussball WM - auch Kollegen aus dem HeBIS-Verbund von der sportlichen Seite. Ein Team des LBS Fulda/Gießen trat beim J.P. Morgan Lauf an und einige Kollegen aus der AG Alte Drucke waren auf dem Rad in Hessen unterwegs.


Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung und schöne Sommertage,


Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Umzug der HeBIS-Systeme

Das erste Juliwochenende war in der HeBIS-Verbundzentrale mit einiger Spannung verbunden. Die HeBIS-Systeme zogen in ihr vorläufig neues "Zuhause".

Im Februar diesen Jahres beschloss das Präsidium den Umzug der HeBIS-Rechner an den Standort Höchst (Infraserv), um einen sicheren Betrieb der zentralen Systeme des Hochschulrechenzentrums (HRZ) zu gewährleisten. Es handelt sich dabei um eine Übergangslösung. Die HeBIS-Rechner werden im Frühjahr 2013 ihren endgültigen Platz in den neuen Serverräumen des HRZ auf dem Campus Westend einnehmen.


In kürzester Zeit gelang es HeBIS in enger Zusammenarbeit mit dem HRZ und dem CSC (Center for Scientific Computing) die sehr umfangreichen Planungs- und Installationsarbeiten durchzuführen.


Aber welche Schritte beinhaltet einen solcher Umzug? Wir geben Ihnen einen groben Überblick der einzelnen Meilensteine des Serverraumaufbaus und des Umzugs:


April 2011

Aufzählungszeichen blauer PfeilNach Abschluß der Verträge wurde als erstes die bereitgestellte Mietfläche entsprechend den Anforderungen hergerichtet.

Mai 2011

Aufzählungszeichen blauer PfeilDie Cooldoor-Racks (s. Bilder unten) inkl. der Verrohrung wurden aufgebaut. Der Anschluss an das bereits existierende Kühlsystem des Frankfurter Supercomputers LOEWE CSC gelegt.

Aufzählungszeichen blauer PfeilElektro- und Datenverkabelung der Racks und Vorbereitungsarbeiten für die USV-Systeme wurden durchgeführt.

Aufzählungszeichen blauer PfeilDaraufhin wurde die 10GBit Leitung angeschlossen.


Juni 2011

Aufzählungszeichen blauer PfeilDie Redundanz-Systeme der HeBIS wurden umgezogen und in Betrieb genommen.

Aufzählungszeichen blauer PfeilDer Einbau und die Inbetriebnahme der USV-Systeme wurden durchgeführt.


1. Juli 2011

Aufzählungszeichen blauer PfeilUnd schließlich fand der Umzug und die Inbetriebnahme der produktiven Systeme statt.


Insgesamt verlief der Umzug erfolgreich und ohne Zwischenfälle. Durch den Aufbau redundanter Systeme und gezielter Vorbereitung konnte die Downtime der Systeme auf eine Nacht reduziert werden.


Ausbau Server Standort Juridicum – v.l.n.r. Helmut Eckardt, Andrea Hockerts

Ausbau Server Standort Juridicum – Uwe Reh

Ausbau Server Standort Juridicum – Helmut Eckardt

Ausbau Server Standort Juridicum – Suat Suna

Verkabelung Racks – Serverraum Standort Infraserv/Höchst

Cooldoor Racks – Serverraum Standort Infraserv/Höchst

Helmut Eckardt
HeBIS-IT

Themen

Bibliothekartag 2011
Experiment Facebook

Facebook-Icon
http://www.iconspedia.com/

Eines der zahlreichen Themen auf dem Bibliothekartag war Facebook. In mehreren Vortragsreihen wurden über Erfahrungen von Bibliotheken mit Facebook berichtet. Einige sollen hier kurz angerissen und die wichtigsten Essenzen zusammengetragen werden.


In der Vortragsreihe "5 Jahre Diskussion um Bibliothek 2.0 - Ein Blick zurück und nach vorn" sprach Katharina Bergmayr über die Erkenntnisse der Bücherei Wien. Die Referentin veranschaulichte die ersten Schritte für die Erstellung einer Facebook-Seite. Dazu gehöre nicht nur, keine unfertige Seite zu veröffentlichen, sondern auch sie in den Anfangszeiten zu bewerben. Die Facebook-Seite solle auf der eigenen Homepage prominent verlinkt sein. Auch E-Mail-Visitenkarten der Mitarbeiter eigneten sich als „Werbeträger“. Ist der Betreuer zusätzlich privat Facebook-Nutzer, kann die Seite dort Freunden und Bekannten empfohlen werden.


Im Rahmen einer Veranstaltung der Zukunftswerkstatt stand Martin Kramer stellvertretend für einen Beitragsausfall zur Verfügung. Leider war er nicht körperlich anwesend, stand aber online Rede und Antwort zu der Facebook-Seite der Mediothek Krefeld. Seine Erfahrungen beweisen, wie gut Facebook geeignet ist, um sich Kritik zu stellen. Im Allgemeinen sollte auf diese reagiert werden, auf keinen Fall sollte sie jedoch ignoriert oder kommentarlos gelöscht werden. Dies erwecke den Eindruck, Kritik nicht ernst zu nehmen. Generell sei es jedoch ratsam, den Umgang mit Kritik und Beleidigungen im Konzept der Facebook-Seite zuvor zu durchdenken.

Über ähnliche Erfahrungen wie die Mediothek Krefeld konnte auch Constanze Döring aus der Stadtbibliothek Köln berichten.


Die Vorträge auf dem Bibliothekartag zeigten einige Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel: Auch eine Seite in einem Sozialen Netzwerk will geplant und gepflegt sein. Dafür sind Motivation und Organisation der zuständigen Mitarbeiter gefragt. Neuigkeiten müssen regelmäßig veröffentlicht werden und in der Urlaubs- und Krankheitszeit des Betreuers muss für eine Vertretung gesorgt sein, die diesen Part übernimmt. Sie sollte auf keinen Fall brach liegen.


Über Facebook

Facebook ist ein Soziales Netzwerk, mit dem sich auch Bibliotheken mehr und mehr beschäftigen müssen. Facebook-Nutzer können dort eine individuelle Profilseite erstellen, Freunde finden und Nachrichten verbreiten. Neben sachlichen Informationen werden vielfach Bilder und Videos veröffentlicht. Besucher können sich öffentliche Daten ansehen und Kommentare hinterlassen. In den Medien geriet Facebook, unter Anderem wegen des Datenschutzes, die letzten Monaten oft in Kritik.


Weitere Infos und Berichte:

(miju)
Bibliothekartag 2011
HeBIS war da!

Gemeinsam mit den Pica-Partner-Verbünden war HeBIS mit einem Stand auf dem Bibliothekartag vertreten.

Vom 7. bis 10. Juni hatten wir auf diesem Weg die Möglichkeit in direkten Austausch mit unseren Partnern und interessiertem Publikum zu treten. Zusätzlich wurden durch Präsentationen am Stand Projekte und aktuelle Themen des Verbundes einem interessierten Publikum näher erläutert und demonstriert.


Weitere Informationen finden Sie in den HeBISnews zum Bibliothekartag.


Stand der Pica-Verbünde auf dem Bibliothekartag 2011
Stand der Pica-Verbünde auf dem Bibliothekartag 2011

(kc)
Bibliothekartag 2011
Sonderausgabe HeBIScocktail

Auch in diesem Jahr haben wir für den Bibliothekartag eine Sonderausgabe des HeBIScocktails in Print erstellt. In der PDF Version auf den HeBIS-Webseiten können Sie die Artikel zu aktuellen Projekten im HeBIS-Verbund online nachlesen.


Berichtet wird unter anderem von den Ergebnissen der Umfrage unter Katalognutzern in den Bibliotheken des HeBIS-Verbundes, der Einsatz des Literaturverwaltungsprogramm PUMA an der Uni Kassel oder auch die Integration der Titeldaten aus dem HeBIS-Retrokatalog in den Verbundkatalog.



(kc)
FulDig
Fulder Digitalisierungsserver der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda

Die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda (HLB Fulda) betreibt seit Ende 2010 einen eigenen Digitalisierungsserver: FulDig.


Im Vorfeld des Digitalisierungsprojektes standen die Überlegungen, welche Werke bzw. welche Teile des Bestandes digitalisiert werden sollen.

Begonnen hat die HLB mit dem Dienstleistungsangebot der Reproduktionsarbeiten. Alle Aufträge auf gemeinfreie Werke führten dazu, dass das gesamte Werk digitalisiert und gespeichert wurde. Diese gespeicherten Daten wurden als erstes nach FulDig übernommen.


Der Schwerpunkt der Digitalisierung im FulDig-Projekt wurde zunächst auf die Regionalliteratur gelegt. Digitalisiert wird im Augenblick die Schwanck'sche Stiftung.

Diese Sammlung ist die private Universalbibliothek des hessischen Juristen und Privatgelehrten Joseph Schwank (1820 - 1902), die sich seit 1886 im Besitz der HLB befindet. Es handelt sich um eine Büchersammlung mit kulturgeschichtlichen, literarischen, staatswissenschaftlichen und historischen Schwerpunkten mit einer großen Zahl regionalgeschichtlicher hessischer Literatur zu allen Fachgebieten. Die Fuldensien aus der Schwanck’schen Stiftung sind inzwischen vollständig in FulDig verfügbar.


Bildbeispiel: Digitalisat auf FulDig
12 Ansichten von Fulda und der Rhön


Der kostbare Altbestand der HLB Fulda (z.B. Handschriften, Urkunden) sowie Sondersammlungen und Spezialbestände (wie Schulprogramme) bieten sich geradezu an, in digitalisierter Form online ins Netz gestellt zu werden. Für die notwendigen Vorbereitungen (Finanzierung ggf. im Rahmen eines DFG-Antrags) und bestandserhaltende Vorarbeiten reichen jedoch die Personalkapazitäten der HLB aufgrund laufender (Bau-)Projekte zurzeit nicht aus.


Integration von FulDig in die Geschäftsabläufe der HLB

Für das Projekt standen keine zusätzlichen Personalkapazitäten zur Verfügung. FulDig wurde nach der Entscheidung der Bibliotheksleitung in einem kleinen Kreise von HLB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Leben erweckt. Die Bearbeitungsabläufe wurden in einem Geschäftsgang festgehalten, der bei Bedarf angepasst wird.

In die Bearbeitung sind folgende Abteilungen und Mitarbeiter einbezogen:

  • Vorgänge anlegen: Titelaufnahme
  • Scannen: studentische Hilfskräfte
  • Qualitätskontrolle: Restaurator, Magaziner
  • Strukturierung: Titelaufnahme
  • Endkontrolle, Freischalten: Titelaufnahme
  • technische Betreuung: EDV-Mitarbeiter/in der HLB

Auswahl der Software

Nach einer Zeit der Marktanalyse und Selektion hat man sich für die Software-Suite Goobi entschieden. Goobi konnte überzeugen - aber auch die Anschaffungs- und Folgekosten spielten eine entscheidende Rolle.

Goobi ist eine Open-Source-Software. Zur Installation und Schulung sowie für den laufenden Support der Software werden die Dienstleistungen der Firma Intranda GmbH (Göttingen) in Anspruch genommen. Das Resümee für diese Zusammenarbeit fällt positiv aus.


Die Digitalisierungs-Software wird auf einem virtualisierten Linux-Server betrieben (Ubuntu 10.04 LTS). Auf einem SUN-Storage im Rechenzentrum der Hochschule Fulda werden die gescannten Images unkomprimiert gespeichert.

Sie sind in einer Auflösung von 200 bzw. 300 dpi als JPG im Netz frei verfügbar und können darüber hinaus als PDF heruntergeladen werden.


Auswahl des Scanners

Als Scanner wurde bereits im Jahre 2009 der "OS 12.000" der Fa. Zeutschel erworben. Mit diesem wurden zunächst Werke aus Reproduktionsaufträgen gescannt und auf einer externen Festplatte gespeichert. Die externe Festplatte entfiel durch die Storage-Erweiterung und Einbindung in die Digitalisierungs-Software Goobi.


Fazit

Nach einer Startphase von ca. einem halben Jahr stehen mit FulDig inzwischen über 600 digitalisierte Bände der HLB Fulda online. Mit dieser Zahl können und wollen wir uns mit keiner universitären Einrichtung vergleichen - da werden solche Mengen möglicherweise als Peanuts abgetan. Für eine kleinere Einrichtung wie die HLB erfordern solche Zahlen aber doch schon eine erhebliche Kraftanstrengung. Wir freuen uns, wenn Ihnen das Ergebnis gefällt und zu Diensten sein kann.

Genoveva Raatz
Hochschul- und Landesbibliothek Fulda
Sportlich
"Friendly Competition" - Das LBS Gießen/Fulda beim J.P.Morgan Lauf

Am 15. Juni 2011 fand in Frankfurt zum 19. Mal der J.P. Morgan Corporate Challenge (JPMCC) statt. In diesem Jahr gingen insgesamt knapp 68.500 Teilnehmer aus 2.742 Firmen aus ganz Deutschland beim sogenannten Firmenlauf an den Start. Damit bleibt der JPMCC die mit Abstand größte Laufveranstaltung in Europa. Das Rennen führt über eine Distanz von 5,6 Kilometern quer durch die Frankfurter Innenstadt. Jedoch steht nicht die läuferische Höchstleistung im Vordergrund der Veranstaltung mit dem offiziellen Motto “The friendly competition“, sondern Team-Geist, Kommunikation, Kollegialität, Fairness, und nicht zuletzt die Gesundheit.


Auch die Justus-Liebig-Universität Gießen war beim JPMCC wieder mit einem Läufer-Team vertreten. Es bestand aus 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Einrichtungen der Universität, darunter auch zehn Kolleginnen und Kollegen aus dem LBS Gießen/Fulda (Foto).

Um kurz nach 16 Uhr traf das JLU Team, das mit dem Reisebus und weiteren PKW angereist kam, im Frankfurter Grüneburgpark ein. Dort hatte der Team Captain zusammen mit zwei Helfern bereits einen Pavillon aufgestellt, den sogenannten Party-Point. Hier konnten sich die Läuferinnen und Läufer in Ruhe auf den Start vorbereiten, d.h. das schwarze Mannschafts-Laufshirt überstreifen, die Laufschuhe schnüren, und noch einmal ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Schon frühzeitig machte sich das JLU Team dann auf den Weg zum Start in der Börsenstraße, um möglichst weit vorne ins Rennen gehen zu können. Der Startschuss fiel um genau 19:32 Uhr. In einem Meer von Läuferinnen und Läufern in all ihren bunten, zum Teil äußerst kreativ gestalteten Firmen T Shirts, und angefeuert von Tausenden von Zuschauern am Straßenrand, liefen die Angehörigen der JLU die Distanz von 5.600 Metern bis ins Ziel. Der Schnellste von ihnen, ein Physiker, schaffte es in der Zeit von nur 18 Minuten und 33 Sekunden.


Nach und nach trafen alle Läufer wieder am JLU-Party-Point ein. Dort hatten die fleißigen Helfer des JLU-Teams schon das gemeinsame Büfett aufgebaut, bei dem anschließend noch bis um 22:30 Uhr ausgiebig über das Rennen gefachsimpelt und fröhlich gefeiert wurde. So war die Teilnahme am JPMCC vor allem auch wieder ein Beitrag zur Vernetzung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern quer durch die verschiedenen Bereiche der Universität.

Gegen Mitternacht traf das Team gut gelaunt, wohlbehalten und leicht erschöpft wieder in Gießen ein.


Das LBS Gießen/Fulda Team:

Corina Thomä; Jörg Risius
Lokalsystem Gießen/Fulda
Sportlich
Provenienzler in der Provinz

Provenienzforschung verlangt nicht nur detektivische Spurensuche in alten Büchern und verbindet nicht nur zerstreute Bestände. Provenienzforschung stiftet auch darüber hinausgehende Beziehungen und führt Interessen jenseits des Buches zusammen: Ein Radler-Quartett aus der HeBIS-AG Alte Drucke und ein außerbibliothekarischer Partner haben sich auf eine Fährtensuche ganz anderer Art begeben und sind zu einer "feucht-fröhlichen" Radtour durch die hessische Provinz aufgebrochen.

Dank der generalstabsmäßigen Vorbereitung von Frau Denker wurde die Fahrt mit Start und Ziel in Hanau-Steinheim ein herrlicher Tag, an dem Natur (Dietesheimer Steinbrüche) und Kultur (Seligenstadt) gleichermaßen zu ihrem Recht kamen. Der Mix aus Sonne, Regen, Wind und Wolken tat der guten Stimmung keinen Abbruch, waren die Radler doch professionell für alle Wetterlagen ausgerüstet.


Aufbruch bei Regen in Steinheim:
Frau Denker, Herr Dr. Reifenberg, Frau Ottermann, Frau Dr. Uhlemann (v.l.n.r.)


Und da Mut zum Risiko bekanntlich meist belohnt wird, hatten sie auch noch dollen „Dusel“, indem der längste und heftigste Regenschauer just während der Mittagsrast in OF-Bieber niederging. Diese bot von Pfifferlingen mit Semmelknödeln über Handkäsvariationen bis hin zu exotischen Flammkuchenkompositionen – selbiger wird in der hessischen Provinz jedoch stilecht als „Wirtshausfladen“ bezeichnet. Danach gings gestärkt weiter bei immer mehr überwiegendem Sonnenschein. Radeln (v.a. bei Wind) verbraucht aber eine Menge Energie, und so mussten bereits in Seligenstadt erneut die Zuckerspeicher aufgefüllt werden ...


Eis-Schlecken vor der legendären Eisdiele in Seligenstadt

In Steinheim wieder angelangt, erwartete Frau Albrecht die Gruppe und beeindruckte durch eine minutiös und liebevoll vorbereitete Stadtführung durch ihre alte Heimatstadt.


Der einzige Nicht-Bibliothekar, der es gewagt hatte, mitzukommen, bestätigt gerne, dass über Bibliothekarisches (fast) gar nicht gesprochen wurde. Das sollte im nächsten Jahr andere Partner und Partnerinnen ermuntern, mit in die Pedale zu treten, wenn es 2012 erneut heißt: "Provenienzler in der Provinz".


Bilder: Ingo Ottermann, Mainz

Annelen Ottermann; Silvia Uhlemann
Stadtbibliothek Mainz; ULB Darmstadt

Mitteilungen

Ergebisse
Online-Umfrage "Unser Katalog soll besser werden!"

Umfrage-Bild 'Unser Katalog soll besser werden!'
© Thorben Wengert / pixelio.de

Vom 13. Dezember 2010 bis zum 21. Januar 2011 führten 16 Bibliotheken des HeBIS-Verbundes unter dem Titel "Unser Katalog soll besser werden" eine gemeinsame Umfrage durch. Ziel war es, mehr über die Wünsche ihrer Katalognutzer zu erfahren.


Seit Ende Mai steht die Gesamtauswertung (PDF) zur Verfügung, sowie eine Kurzübersicht auf den HeBIS-Webseiten.

Für jede der 16 teilnehmenden Bibliotheken wurde eine Einzelauswertung vorgenommen, in der nur die Fragebögen ihrer Katalognutzer berücksichtigt sind. Bei Interesse können diese bei der Bibliothek eingesehen werden kann.


Die Ergebnisse sollen den beteiligten Bibliotheken helfen, eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung ihrer Online-Kataloge (OPACs) und Katalogportale planen zu können.


Weitere Informationen:

(miju)
RDA
Offizielle Erklärung der 3 US-amerikanischen Nationalbibliotheken

Die Library of Congress, die National Agricultural Library und die National Library of Medicine gaben am 13. Juni eine Erklärung bezüglich des Einsatzes von RDA (Resource Description Access) heraus.

Der Bericht der Arbeitsgruppe zur "Zukunft des Bibliographieren" empfahl 2008 unter anderem, dass weitere Arbeiten an RDA vorerst eingestellt werden sollten. Es sollte ein "Geschäftsszenario" formuliert werden, die Vorteile nachgewiesen und FRBR (Functional Requirements for Bibliographic Records) gründlicher getestet werden.


Die drei Nationalbibliotheken arbeiteten daraufhin gemeinsam an einem umfassenden Test, um die Weiterentwicklung und Implementierung von RDA zu prüfen. Der Test wurde von Mitarbeitern der Bibliotheken aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen über Monate vorbereitet, durchgeführt und schließlich Empfehlungen aufgrund der Ergebnisse ausgesprochen. Ziel war es ein Geschäftsszenario zu entwickeln sowie eine Kostenanalyse für die Weiterbildung von Personal und die veränderten Katalogisierungsprozesse.


Das RDA Test Coordinating Committee kam schließlich zu dem Ergebnis, dass die Nationalbibliotheken das Regelwerk unter gewissen Bedingungen einführen werden. Sie erklärten gleichzeitig, dass diese Einführung nicht vor dem 1. Januar 2013 geschehen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die drei Bibliotheken ausreichend Mittel einsetzen. Nur so kann der umfangreiche Arbeitsaufwand geleistet werden und der Entwicklungsprozess vorangehen.


Das Komitee ist der Meinung, dass RDA Teil der zukünftigen Metadaten-Infrastruktur sein sollte. Bis dahin müssen aber noch eine Reihe an Verbesserungen vorgenommen werden. Unter anderem:

  • Das Regelwerk sollte in klarem, gut verständlichem Englisch verfasst sein.
  • Es muss festgelegt werden, wie RDA regelmäßig in der Online Umgebung aktualisiert wird.
  • Die Funkionalitäten des RDA Toolkits müssen verbessert werden.
  • Die Schulungen und die Dokumentation sollten optimiert werden.

Zur Erledigung dieser Aufgaben werden einzelne Arbeitsschritte in dem Bericht vorgegeben.


Die Ergebnisse und Empfehlungen können im Final Report and Recommendations nachgelesen werden.

(kc)

Gremienberichte

Treffen der Arbeitsgruppe Regionalbibliographien in Frankfurt

Vom 10. bis 11. Mai 2011 fand das jährliche Treffen der Arbeitsgruppe Regionalbibliographien in Frankfurt statt, Gastgeber war die UB Frankfurt mit der Zentralredaktion Hessische Bibliographie.


Der Frankfurter Kaiserdom im Abendlicht
Frankfurter Kaiserdom im Abendlicht

In der AG Regionalbibliographie sind alle 16 deutschen Landesbibliographien und ebenfalls einige kleinere Regionalbibliographien vertreten. Die AG ist eine Untergruppe der Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken des DBV (Deutscher Bibliotheksverband e.V.). Eines der wesentlichen Ziele der Arbeitsgruppe ist es, die Entwicklung der Landesbibliographien in den einzelnen Bundesländern zu verfolgen und durch Erfahrungsaustausch zu fördern.

Die Landesbibliographien stehen sowohl mit ihren jeweiligen OPACs als auch in einem gemeinsamen Suchportal, der Virtuellen Deutschen Landesbibliographie zur Verfügung. Sie ermöglichen damit neben der regionalen auch eine überregionale Literatursuche über oft nur schwer zu recherchierende Literaturquellen wie beispielsweise graue und unselbständige Literatur.

Die Treffen der AG bieten Gelegenheit, sich über den Stand der einzelnen Bibliographien zu informieren, Ideen aufzugreifen, eigene Projekte vorzustellen und sich über aktuelle Themen auszutauschen. Gleichzeitig erhält die gastgebende Institution Gelegenheit, sich selbst und die herausgegebene Bibliographie zu präsentieren.



Bernd Dugall

Im Fokus des diesjährigen Treffens standen Nutzeranforderungen an die Bibliographien, die Möglichkeiten der Sacherschließung landeskundlicher Literatur in der Regensburger Verbundklassifikation, das landeskundliche Informationssystem "LEO BW" in Baden-Württemberg und landeskundliche Digitalisierungsprojekte.

Zum Auftakt der Veranstaltung im Casino der Universität auf dem Campus Westend stellte Herr Dugall das Bibliothekssystem der Universität Frankfurt vor.


Die Hessische Bibliographie

Die Präsentation der "Hessischen Bibliographie" als Gastgeber übernahm Frau Albrecht aus der HeBIS-Verbundzentrale. Sie informierte über die Entstehungsgeschichte, Organisation und die künftigen Projekte der Hessischen Bibliographie. Besonderes Interesse bei den Teilnehmern fanden die Überlegungen der AG Hessische Bibliographie zu einer Vereinfachung und Aktualisierung der bibliographie-eigenen Systematik. Derzeit wird hier geprüft, ob und wie ein Umstieg auf die RVK möglich wäre.

Interessiert zeigten sich die Teilnehmer ebenfalls an den Projekten der AG Hessische Bibliographie zur Ermittlung und Akquise elektronischer Ressourcen (vornehmlich lizenzfreie online-Zeitschriften) für den Nachweis in der Bibliographie. Das Retrodigitalisierungsprojekt der gedruckten Vorgängerbände der Hessischen Bibliographie wurde im Rahmen der landeskundlichen Digitalisierungsprojekte von Frau Störch vorgestellt.


Regionalbibliographien aus Nutzersicht

Prof. Dr. Otto Volk
Prof. Dr. Otto Volk

Zum Thema "Regionalbibliographien aus Nutzersicht" formulierte Herr Prof. Dr. Otto Volk vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg in seinem Vortrag differenzierte Anforderungen an Regionalbibliographien in Bezug auf Inhalt, Aktualität, Verständlichkeit, Usabiblity, Hilfsmittel und die Verwendung von Normdaten als Voraussetzung für die Bereitstellung von Linked Data für das Semantische Web.



Einige der genannten Anforderungen in Auswahl:

Bibliographischen Daten sollten alle Literaturformen und Medientypen umfassen, zeitnah vollständig und transparent erfasst werden. Für gute Verständlichkeit auch bei inhomogenen Benutzergruppen sollten Oberflächen mehrsprachig sein, einfache Sucheinstiege anbieten und laufend optimiert werden. Inhaltlich ist dabei die Offenlegung der verwendeten Notationen ebenso wünschenswert wie einfach strukturierte Hilfetexte und Orientierungsmöglichkeiten. Alertdienste, Zitierhilfen, digitale Zitierfähigkeit über Permalinks sind weitere Desiderate.

Für die Zukunft sollten vermehrt überregionale Normdaten für Schlagworte und Geographica verwendet werden, um zusätzliche Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen.


Verlinkungen mit PND, RVK, Wikipedia

In den anschließenden Diskussionen wurde die Verlinkung mit der PND sehr positiv bewertet, aber auch kritisch betrachtet, da die ppn-Verlinkungen PICA-abhängig sind. Es ist noch unklar, was mit diesen Daten bei einer möglichen Zusammenlegung von Verbünden mit anderen Verarbeitungssystemen geschieht.


Teilnehmer
Teilnehmer

Die Landesbibliographie Baden-Württemberg hat für die Verlinkung ihrer Daten mit der PND bereits einen ersten automatisierten Abgleich vorgenommen, allerdings werden hier weitere aufwändige Schritte und manuelle Nachbearbeitungen nötig sein. Die Verlinkung mit weiteren Normdaten der SWD ist ebenfalls geplant.

Bei den Sachstandsberichten der einzelnen Bibliographien zeigte sich, dass das Thema Verlinkung mit der PND für die künftige Entwicklung der Landesbibliographien eine große Rolle spielt und von den meisten Bibliographien - so auch von der Hessischen Bibliographie - für die Zukunft geplant ist.


Teilnehmer
Teilnehmer

Ebenfalls intensiv diskutiert wurde die Verwendung der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) als Aufstellungssystematik für landeskundliche Bibliotheken bzw. landeskundliche Bibliotheksbestände. In einigen Bereichen wird diese bereits für die Aufstellung verwendet (z. B. UB Saarland, Geographischer Bestand) oder es ist geplant, sie zu verwenden. In Kassel soll beispielsweise ein neuer "Hessischer Lesesaal" entstehen.

Die Überlegungen der Hessischen Bibliographie hinsichtlich eines Wechsels von der bibliographie-eigenen Systematik auf die RVK als Basis-Systematik für die Sacherschließung werden von den Teilnehmern mit großem Interesse verfolgt.


Ein weiteres Diskussionsthema, das sich aus den Sachstandsberichten ergab, war die Verlinkung von Bibliographie-Schlagworten mit der Wikipedia.

Die meisten Bibliographien sind dabei, nach und nach entsprechende Links anzulegen. Für die Hessische Bibliographie wurde von Herrn Dr. Mayer aus Wiesbaden ein Formular für die Wikipedia entwickelt, mit dem auch Wikipedia-Nutzer auf die Hessische Bibliographie verlinken können und sollen: Vorlage: HessBib PPN.

Besonders weit mit der Wikipedia-Verlinkung ist die Saarländische Bibliographie, die ihre Schlagworte fast komplett mit zugehörigen Wikipedia-Artikeln verlinkt hat. Die Saarländische Bibliographie verlinkt darüberhinaus noch mit google maps.


Weitere Themen/Ausblick

Kurz vorgestellt wurden neben Statistik- und Nutzungszahlen auch die jeweils aktuellen Digitalisierungsprojekte in den einzelnen Landesbibliotheken bzw. Landesbibliographien, wie beispielsweise die Digitalisierung von Zeitschrifteninhaltsverzeichnissen in Rheinland-Pfalz.

Für das nächste Treffen in 2012 erwartet man mit Interesse, welche der aktuell diskutierten Möglichkeiten gerade im Bereich Verlinkungen (weiter) umgesetzt werden, und wo sich weitere Nutzungserweiterungen für Bibliographien und deren Nutzer ergeben können.


Andrea Hartmann
Zentralredaktion Hessische Bibliographie

Fortbildungen/ Veranstaltungen

OCLC Infotag

Aktuelle OCLC Themen und fachlicher Austausch

Der 5. Informationstag von OCLC fand am 12. Mai im Senckenberg Museum in Frankfurt statt. Zahlreiche Pica-Kollegen aus verschiedenen Regionen waren angereist, um sich über die aktuellen Entwicklungen bei OCLC zu informieren.


Web-scale Management Service und Cloud Computing wurden von Annette Dortmund (OCLC) näher erläutert sowie die OCLC Plattform vorgestellt. Jürgen Keck (OCLC) präsentierte World Cat Local, eine lokale Oberfläche für Bibliotheken im World Cat Katalog, mit seinen Funktionen und Möglichkeiten.
Themen waren außerdem die Nutzung von Citavi für die Literaturverwaltung, der Einsatz von EZProxy an der StLB Dortmund sowie die Entwicklung eines mobilen OPACs für Smartphones an der Bayerischen Staatsbibliothek.


Weitere Informationen:


Hier ein paar visuelle Eindrücke vom Infotag:



Teilnehmer des Informationstages

Norbert Weinberger, OCLC

Stärkung am Buffet

Citavi Präsentation

kc
Veranstaltungshinweis

HeBIS Online-Fernleihe Anwendertreffen 2011

Am Montag, den 22. August 2011 findet das diesjährige Online-Fernleihe Anwendertreffen statt.

Eingeladen sind alle Fernleihmitarbeiter/-innen aus Hochschulbibliotheken, Öffentlichen Bibliotheken und sonstigen Bibliotheken, die an der Fernleihe teilnehmen.


Themen in diesem Jahr sind unter anderem die elektronische Kopienfernleihe und die verbundübergreifende Fernleihe.

Weitere Informationen finden Sie in den HeBISnews.


Anmeldung und Rückfragen:

Günter Pietzonka
Tel.: 069 - 798-39667
hebisfernleihe@ub.uni-frankfurt.de



Datum: 22.08.2011
Beginn: 10:30 Uhr
Ort: Universität Frankfurt, Campus Westend, Raum: Casino 1.812 (Lageplan)
Anmeldung unter: hebisfernleihe@ub.uni-frankfurt.de
Anmeldeschluss: 05. August 2011
(miju)

Der Aperitif

Pimp My Bookcart

Bücherwagen gibt es in jeder Bibliothek. Sie sind praktisch, nicht nur für den Transport von Büchern. Bibliothekare wissen: Bücherwagen können in einer Bibliothek vielfach Verwendung finden, von kleinen Ausstellungsbereichen über Kaffeetischchen bis zu Ersatzregalen geben sie alles her.


Da wundert es nicht, dass in so mancher Bibliothek die Bücherwagen nicht grau in grau sind, sondern phantasievoll gestaltet.


Auf der Seite Pimp My Bookcart werden seit 2006 jährlich die schönsten Bücherwagen prämiert.

Der Wettbewerb wurde durch Unshelved ins Leben gerufen, einen täglich erscheinenden Comic-Strip, der vornehmlich in einer Bibliothek spielt. Amerikanische Bibliotheken und Schulen organisieren für die Teilnahme bereits Kinder- und Jugendprogramme, die Abstimmungen kommen aus aller Welt.



Gewinner des Jahres 2010 ist:

I left my 'cart' in San Francisco von der Gleeson Library, University of San Francisco.



Mein persönlicher Favorit aus 2010:


Starbooks Coffee Cart von der Santa Maria Public Library

(miju)

Impressum

HeBIScocktail 3/2011 (Juli 2011)


HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.


Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Herbert Adam (hea), Kea Cordlandwehr (kc), Monika Denker (mod), Tanja Kindt (tak), Jule Mildner (miju)

Weitere Autoren: Helmut Eckardt, Andrea Hartmann, Annelen Ottermann, Genoveva Raatz, Jörg Risius, Corina Thomä, Silvia Uhlemann

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

Bildmaterial: u.a. Rita Albrecht, pixelio.de, iconspedia.com


Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren


HeBIScocktail 4/2011 erscheint Oktober 2011.

Redaktionsschluss: 28. September 2011.