HeBIScocktail
Ausgabe: 2012-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wir wünschen Ihnen ein schönes neues Jahr und hoffen Sie hatten einen guten Start!


In diesem Cockail können Sie sich unter anderem über die neue Bibliothek Naturwissenschaften der Uni Frankfurt und deren Umzug auf den Campus Riedberg informieren sowie über das neue Dienstleistungsangebot Onleihe Rheinland-Pfalz der Stadtbibliothek Worms. 

Das Jahr 2012 bringt Herausforderungen, die bereits in den kommenden Monaten anstehen:
Die Einführung der GND wird im April sein und in Vorbereitung darauf wird die Verbundzentrale Schulungen duchführen, Termine finden Sie in diesem Cocktail.


Viel Vergnügen beim Lesen!
Ihr HeBIS-Team

Aktuell

Die neue Bibliothek Naturwissenschaften der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main

Die Bibliothek Naturwissenschaften wurde am 01.09.2011 im neuen Otto-Stern-Zentrum eröffnet. Als einzige universitäre Bibliothek auf dem Campus Riedberg ist sie für die Literaturversorgung aller dort angesiedelten naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität zuständig (ca. 6.000 Studierende und 1.250 Wissenschaftler).



Abb. 1: Lesesaal


Standortneuordnung

Im Rahmen der Standortverlagerung der Frankfurter Goethe-Universität [1-2] wird der naturwissenschaftliche Campus Riedberg weiter ausgebaut. Nach dem Umzug der Physik 2005 und des Geozentrums 2007 zu den bereits länger bestehenden Einheiten der Chemie (1973) und Biozentrum (1994), folgte im Spätsommer 2011 der Fachbereich Biowissenschaften.

Eine der grundlegenden Ideen der Standortneuordnung ist die Konzentration der dezentralen Bibliotheken zu größeren Bereichsbibliotheken. So soll es in der Endausbaustufe neben der Zentralbibliothek 5 bis 6 solcher fachlicher Bereichsbibliotheken geben:

  • Campus Westend: Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, Bibliothek Recht und Wirtschaft, Bibliothek Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften
  • Campus Niederrad: Medizinische Hauptbibliothek
  • Campus Riedberg: Bibliothek Naturwissenschaften

Die Integration dezentraler Bibliotheken erfolgte in den Naturwissenschaften immer dann, wenn ein Fachbereich auf den Campus Riedberg umzog und dabei „seine“ Bibliotheken abgeben musste. So war bereits 1993/94 das Bibliothekszentrum Niederursel aus der Fachbereichsbibliothek Chemie und den Bibliotheken der Biochemie, Pharmazie und Mikrobiologie hervorgegangen. Nach der Integration von drei physikalischen (2004/5) und fünf geowissenschaftlichen Bibliotheken (2007) konnten diese Aktionen - trotz massiver Aussonderungen - auf Grund räumlicher Begrenztheit am alten Standort nicht mehr fortgesetzt werden.

Dies war bereits Jahre zuvor, nach einer Bestandserhebung aller auf dem Campus Riedberg zu integrierenden Bibliotheken, abzusehen. Unter Berücksichtigung einer Aussonderungsquote entstand so die Planungsgrundlage für den Neubau einer Bereichsbibliothek mit einer Stellfläche für 300.000 Bände. Diese sollte in einem Mehrzweckgebäude, bestehend aus Hörsälen und einer Cafeteria, mit untergebracht werden. Da der Notstand im Bereich der Hörsäle auf dem Campus Riedberg zunehmend eklatanter wurde, fand 2006 ein internationaler Realisierungswettbewerb statt. Der 1. Preis ging an Gerber-Architekten aus Dortmund, deren Entwurf auch umgesetzt wurde: Die Hörsäle liegen versenkt im Boden, in Ebene 1 befinden sich die Cafeteria und Seminarräume. Darüber „thront“ die Bibliothek – umgeben von der für das Gebäude charakteristischen Metallfassade – in den Ebenen 2 und 3. [3]



Abb. 2: Otto-Stern-Zentrum im August 2011


Bau

Im Frühjahr 2007 begannen die Bausitzungen unter der Leitung von Projektsteuerung (cbswsp) und Bauherren (Hessisches Baumanagement), mit Architekten und Technikplanern sowie den späteren Nutzern (Universität). Die Universität wurde im Regelfall vertreten durch den Standortbevollmächtigten, Vertreter des Hochschulrechenzentrums, ein Vertreter der betroffenen Fachbereiche (Hörsäle), eine Vertreterin des Studentenwerks (Cafeteria), zwei studentische Vertreter und eine Vertreterin der Bibliothek. Diese mehrstündigen Besprechungen, in denen geplant, diskutiert, entschieden und korrigiert wurde, fanden bis zum Frühsommer 2011 im 14-tägigen Rhythmus insgesamt 99-mal statt.

Im Januar 2009 begannen die Erdarbeiten und bereits im Oktober 2009 konnte Richtfest gefeiert werden.

Auch wenn sich das Gebäude, das inzwischen den Namen des Frankfurter Physik-Nobelpreisträgers Otto Stern (1888-1969) trägt [4], am nördlichen Rand des Campus befindet, ist es doch zentral gelegen, da es direkt gegenüber der Haltestelle „Uni-Campus Riedberg“ liegt. Diese wird seit Dezember 2010 von zwei U-Bahnlinien angefahren (U8 und U9), die eine schnelle Verbindung zum Campus Westend und in die Innenstadt gewährleisten. Da das Gebäude am Hang steht, befindet sich der Haupteingang auf der U-Bahn-Seite in der Ebene 1, während der sich zum Campus hin öffnende Haupteingang im Süden des Gebäudes in der Ebene darunter liegt.



Abb. 3: Haltestelle der U8/U9 an der Nordseite des Otto-Stern-Zentrums


Der Innenausbau zog sich entgegen der Erwartungen der Planer deutlich in die Länge. Der Umzug der Bibliothek musste deshalb insgesamt viermal verschoben werden (ursprüngliche Planung: Oktober 2010), bevor er im August 2011 endlich realisiert werden konnte.

Umzug

Insgesamt wurden vom 08. bis 26.08.2011 etwa 5 km Buchbestand umgezogen. Nach dem Hauptumzug des Bibliothekszentrums Niederursel (115.000 Bände) wurden die beiden dezentralen Bibliotheken des Fachbereichs Biowissenschaften (Biologische Arbeitsbibliothek und Bibliothek der Didaktik der Biowissenschaften) und die Lehrbuchsammlung Biologie (vormals in der Zentralbibliothek) in die neue Bibliothek Naturwissenschaften (BNat) umgezogen. Bereits im Juni 2011 war vorab ein kleinerer Umzug von Beständen aus der Bibliothek des Mathematischen Seminars (Zeitschriften und Bibliographien, die dort aus Platzgründen nicht mehr aufgestellt werden konnten) in die BNat erfolgt.

Parallel zum physischen Umzug der Bestände und der Arbeitsplätze der insgesamt neun Mitarbeiter erfolgte im Hintergrund der virtuelle Datenumzug durch die Lokalsystem-betreuung. Im Vorfeld waren hierfür die Vorgaben gemeinsam mit den Fachteams der BNat erarbeitet worden. Dies bedeutete nicht nur die virtuelle Integration der Bestände der Biologischen Arbeitsbibliothek und der Mathematik sowie die Umbenennung von BZNU in BNat an den unterschiedlichsten Stellen, sondern es musste vor allem berücksichtigt werden, dass aus den Präsenzbibliotheken nun eine Ausleihbibliothek werden sollte, in der Zeitschriften und besonders gekennzeichnete Bestände (z.B. Nachschlagewerke etc.) aber ihren Status als Präsenzbestand beibehalten sollten. Im Vorfeld und noch während des Umzugs wurden alle Medien mit RFID-Chips ausgestattet (zur Buchsicherung und um die Möglichkeit der (Selbst)-Verbuchung zu schaffen).

Im Umzugszeitraum installierten außerdem Mitarbeiter der Abteilung Elektronische Dienste der Zentralbibliothek die Arbeitsplätze an der Theke und in den Büros sowie 14 OPACs. Die www-Redaktion zog den Internetauftritt der Bibliothek um: www.ub.uni-frankfurt.de/bnat.

Aufstellung

Die Zeitschriften aller Fachgebiete wurden in Ebene 3 in einem gemeinsamen Alphabet aufgestellt. Hierfür mussten im Vorfeld exakte Erhebungen (Bestand, Zuwachs?) an den einzelnen Ausgangsstandorten durchgeführt und die Daten zusammengeführt werden. Auf dieser Grundlage wurde eine belastbare und titelgenaue Regalplanung erstellt.
Da die in den Naturwissenschaften benötigten Zeitschriften zunehmend online verfügbar sind, wurde in der Bauplanung auch bereits ein Rückbaukonzept erstellt, die eine spätere Umwandlung von Regalflächen in Leseplätze ermöglichen soll.

Die Monographien (Ebene 2) sollen mittelfristig alle nach RVK aufgestellt werden. Hier sind die Umarbeitungen im Bereich der Physik, Chemie und Geowissenschaften in den vergangenen Jahren gut vorangekommen, aber noch nicht völlig abgeschlossen. Bestände mit alten Signaturen, zu denen nun auch die Bücher der neu hinzugekommenen biologischen Bibliotheken zählen, wurden fachlich jeweils hinter den entsprechenden RVK-Bereich aufgestellt. Da zum jetzigen Zeitpunkt noch die Bestände der Mathematik und Informatik fehlen, eröffnete sich hier die Chance, die Aufstellung so zu planen, dass kurz- bis mittelfristig keine größeren Rückaktionen durch Umarbeitungen notwendig werden sollten.

Das Herzstück einer naturwissenschaftlichen Bibliothek ist – trotz einer zunehmenden Zahl an ebooks – die Lehrbuchsammlung. Diese wird nicht nach RVK umgearbeitet sondern behält ihre alten LB-Signaturen. Trotzdem sind umfangreiche und vor allem recht aufwändige Umsignierungen notwendig: Da die Übernahme der Biologie-Lehrbuchsammlung der Zentralbibliothek (Signatur LB:SE) eine Zusammenführung mit der Biologie-Lehrbuchsammlung des Bibliothekszentrums Niederursel (Signatur LB: SNE) erforderlich machte, wurden parallel dazu die Signaturen an die derzeitigen fachlich-inhaltlichen Anforderungen angepasst.

Eröffnung

Die Bibliothek konnte am 01.09.2011 eröffnet werden. Der Rest des Gebäudes nahm seinen Betrieb erst zum WS 2011/12 (Mitte Oktober) auf. Auch wenn am 16.12.2011 bei einer Feier mit dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier die Schlüssel für das Biologicum und das Otto-Stern-Zentrum übergeben wurden – noch ist das Gebäude von der Universität nicht offiziell übernommen. Das zentrale Problem, das sich durch die gesamte Baumaßnahme zieht, ist hierbei der Brandschutz. Noch fehlen hierzu Abnahmen und so bestehen auch weiterhin provisorische Fluchtwege und das Gebäude wird rund um die Uhr von zwei Brandwachen gesichert.

Benutzung

Da das Baugeschehen in den unteren Ebenen zunächst noch anhielt und lärmintensive Arbeiten auf samstags verschoben wurden, beschränkten sich die Öffnungszeiten auf Montag bis Freitag (8-20 Uhr). Mit dem Beginn des Wintersemesters wurden diese dann um den Samstag (10-16 Uhr) erweitert.

An der Ausleihe arbeitet wochentags von 8-18 Uhr hauptamtliches Personal, alle anderen Zeiten werden von studentischen Hilfskräften abgedeckt. Der Infodienst durch Vertreter der Fachteams wurde deutlich ausgeweitet. Zu den gesamten Öffnungszeiten ist die Ausleihe mittels zweier Selbstverbucher möglich. Neu in der UB Frankfurt ist ein Rückgabeautomat der Firma 3M, der es ermöglicht, innerhalb der Gebäudeöffnungszeiten Bücher zurückzugeben, was gut angenommen wird und bislang fehlerfrei funktioniert. Wie bereits zuvor können Bücher aus der Zentralbibliothek in die BNat bestellt werden.

Die BNat ist eine öffentliche wissenschaftliche Bibliothek, die auch außeruniversitären Nutzern offen steht. Die Ausleihkonditionen entsprechen – bis auf die Besonderheit der Semesterausleihe – denen der Zentralbibliothek.

Ausstattung

Die Bibliothek verfügt insgesamt über 363 Arbeitsplätze. Davon entfallen 162 auf Leseplätze in Ebene 2; auf der Galerie in Ebene 3 befinden sich 67, in 11 Gruppenarbeitsräumen nochmals 92 Plätze und der PC-Pool verfügt über 28 Arbeitsplätze. Die Gruppenarbeitsräume sollen zukünftig auch außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek von den Studierenden genutzt werden können (noch fehlt allerdings eine entsprechende Türschließung). Jeder Gruppenarbeitsraum verfügt über ein Whiteboard; jeder zweite über ein großes Display zur Präsentation.

Die gesamte Bibliothek ist mit W-LAN abgedeckt, alle Arbeitsplätze haben einen Stromanschluss und jeder zweite eine Datendose. Der PC-Pool zählt räumlich zur Bibliothek, wird aber vom HRZ Riedberg betrieben. Er verfügt über einen separaten Zugang, so dass der Raum unabhängig von den Öffnungszeiten der Bibliothek genutzt werden kann. Wenn dort seitens der Bibliothek keine Schulungen stattfinden, steht er den Studierenden als öffentlicher PC-Pool zur Verfügung.

In Ebene 2 stehen 300 Garderobenschränke bereit, die entweder mit der sog. „Goethe-Card“ bzw. einem PIN-Code zu verschließen sind. Die BNat verfügt außerdem über einen eigenen Serverraum, der von der Abteilung Elektronische Dienste der Zentralbibliothek betrieben wird.

Ausblick

Noch ist der Fachbereich 12 (Mathematik und Informatik) auf dem Campus Bockenheim beheimatet, aber die Bestände der dazugehörigen Bibliotheken sind bereits bei der BNat mit eingeplant. So wirkt die Bibliothek derzeit mit einem Bestand von ca. 150.000 Bänden noch relativ leer. Da ein Umzug des FB 12 in absehbarer Zeit nicht realistisch erscheint, werden die leer stehenden Büroräume derzeit für ein größeres DFG-Projekt zur Digitalisierung botanischer Zeitschriften von 1753 bis 1914, das im Rahmen des Sondersammelgebiets Biologie der UB Frankfurt eingeworben werden konnte, genutzt.

Fazit

Die neue Bibliothek Naturwissenschaften, die in den letzten Wochen erfreulicher Weise mehrfach in der Presse lobend erwähnt wurde, wird von unserer Hauptklientel, den Studierenden, sehr gut angenommen. Vor allem die Gruppenarbeitsräume erfreuen sich größter Beliebtheit und dies obwohl die klimatischen Bedingungen gerade in diesen Räumen noch nicht optimal einreguliert sind.

Die Konzentration einer Vielzahl von kleineren dezentralen, aber fachlich zusammengehörigen Bibliotheken zu einer größeren Einheit, die trotzdem noch relativ nutzernah angesiedelt ist, hat sich überaus bewährt. Die neuen Frankfurter Bereichsbibliotheken, die im Rahmen der Standortneuordnung entstanden sind, erweisen sich in ihrem Konzept für eine große Universität mit mehr als 40.000 Studierenden als zeitgemäß, erfolgreich und tragfähig.

2013 soll auf dem Campus Westend der Neubau, in den die Bereichsbibliothek Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften einziehen wird, fertig gestellt sein. Wir wünschen den Kollegen für ihren Umzug alles Gute!

Dank

Ein solches Großprojekt, das sich über nunmehr 5 Jahre erstreckte, lässt sich natürlich nur gemeinschaftlich realisieren. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier Herrn Dugall und allen Mitarbeitern des ehemaligen Bibliothekszentrums Niederursel, die mich jederzeit unterstützten und auch jeweils selbst überaus aktiv zum Erfolg beigetragen haben.

Mein Dank gilt aber auch den Architekten und Planern, dem Hessischen Baumanagement, den studentischen Vertretern und der Bauleitung für die gute Zusammenarbeit, die in dieser kooperativen Weise wohl nicht allzu oft vorkommt.

Für den reibungslosen Ablauf des Umzugs danke ich dem Bereich Transport und Logistik der Goethe-Universität, den Mitarbeitern der Abteilung Elektronische Dienste der Zentralbibliothek und des Hochschulrechenzentrums für die Herstellung einer auch datentechnisch funktionierenden und damit modernen Bibliothek.


Anmerkungen:
[1] Dugall, Berndt: Die Restrukturierung der Goethe-Universität und ihre Auswirkungen auf die Informationsversorgung: Teil 1. ABI Technik 28 (2008) S. 84-96
[2] Dugall, Berndt: Die Restrukturierung der Goethe-Universität und ihre Auswirkungen auf die Informationsversorgung: Teil 2. ABI Technik 28 (2008) S. 168-178
[3] Realisierungswettbewerb Infrastrukturzentrum auf dem Campus Riedberg: Dokumentation. Hrsg. Land Hessen, Frankfurt am Main, 2007
[4] Schmidt-Böcking, Horst und Reich, Karin: Otto Stern – Physiker, Querdenker, Nobelpreisträger. Frankfurt am Main: Societäts-Verlag, 2011

Dr. Angela Hausinger
Leiterin der Bibliothek Naturwissenschaften
Kosmetik für den OPAC der Hessischen Bibliographie

Von einer verschönerten Seite zeigt sich seit ein paar Tagen der Katalog der Hessischen Bibliographie.


Um den Einstieg in die Bibliographie attraktiver zu gestalten, wurde die Eingangsseite des OPACs einer Renovierung unterzogen: eine Fotoleiste mit Hessischen Motiven sorgt für ein bunteres Erscheinungsbild, der Willkommenstext wurde inhaltlich überarbeitet und Registereinstiege wurden neu strukturiert.


Neben der ausführlichen Hilfefunktion gibt es jetzt eine Kurzhilfe, die den Einstieg in die Benutzung erleichtern soll und damit auch Bibliographie-Neulingen eine einfache Orientierungsmöglichkeit gibt. Zusätzlich wurde ein Titelmeldeformular eingerichtet, das Nutzern die Möglichkeit bietet, in der Bibliographie fehlende Titel direkt an die Zentralredaktion zu melden.


Anzusehen unter: http://cbsopac.rz.uni-frankfurt.de/LNG=DU/DB=2.4/

Andrea Hartmann

Themen

Die HeBIS Online-Fernleihe 2011 - Rückblick

Das Fernleihaufkommen hat sich nach dem Höchststand im Jahr 2008 langsam zurückentwickelt. Von 2010 zu 2011 betrug der Rückgang diesmal 8,7 % (in Zahlen:-19.575 Bestellungen). Die Erledigungsquote liegt weiterhin bei passablen 81 %.

HeBIS Online-Fernleihe (inkl. VFL)


Betrachtet man nur die von HeBIS Bibliotheken aufgegebenen Bestellungen (149.753) kommt man sogar auf eine positive Quote von 85 % (127.391).

Exkurs:
Auf Grundlage von Zahlen aus 2010 haben wir folgende Fragestellung versucht zu erheben: “Wie viel Prozent der Fernleihbestellungen werden in einem ersten Lauf positiv quittiert, ohne dass das Fernleihpersonal der bestellenden Bibliothek durch Weiterbearbeitung eingreifen muß ?“

Ergebnis:
Im ersten Bestelldurchlauf werden ca. 75 % aller Benutzerbestellungen von einer Lieferbibliothek positiv beantwortet. Ca. 10 % der Bestellungen sind nach erfolgter Nachbearbeitung durch das Fernleihfachpersonal später positiv quittiert worden.

Fazit:
Ein Großteil der Bestellungen durch die Endbenutzer läuft automatisch durch, ohne dass das Fernleihteam der Bestellerbibliothek eingreifen muß.

Gebende Fernleihe (Aktive Fernleihe)

Nachdem unsere HeBIS Lieferbibliotheken in den letzten Jahren im Bereich der Buchausleihe einen stetigen Zuwachs zu verzeichnen hatten sind erstmalig auch die Ausleihen von Büchern rückläufig. Die Bestellungen von Aufsatzkopien sind ebenfalls zurückgegangen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Insgesamt liefern HeBIS Bibliotheken 97.016 Bestellungen im Jahr 2011 über die Fernleihe aus, davon 57.764 HeBIS intern und 39.252 Bestellungen an die Bibliotheken der Partnerverbünde. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor bei der Ausleihe von Büchern (ca. 80 %).

HeBIS- als Lieferbibliotheken (Aktive FL)


Nehmende Fernleihe (Passive Fernleihe)

Die Endbenutzerbestellung im HeBIS Portal sind ebenfalls weiter zurückgegangen und liegen für das Jahr 2011 erstmalig seit 2007 unter der Marke von 150.000 Bestellungen. Die spannende Frage ist, ob der Trend sich im nächsten Jahr weiter fortsetzt oder gestoppt wird?

Endbenutzerbestellungen über HEBIS-Portal


Einzelne Fragestellungen

HeBIS Retro und Fernleihe: Zu beobachten ist, dass der bisherige HeBIS Retro-Katalog immer weniger im Fokus der Benutzer bei Fernleihbestellungen liegt. Von 2007 bis 2011 sind die Fernleihbestellungen um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Ein Grund könnte sein, dass immer mehr ältere Werke in den herkömmlich angebotenen Katalogen (Stichwort: Retrokatalogisierung und Digitalisierung) nachgewiesen sind und somit der HeBIS Retro-Katalog immer weniger benötigt wird und immer weniger Beachtung findet.



Mit FILOU – dem automatisierten Quittierdienst in der HeBIS-Fernleihe konnten für 2011 28.535 Bestellungen automatisch negativ quittiert werden, was zur Arbeitsentlastung beim Fernleihpersonal führt. Mit diesem Service können die Bestellungen dann in Sekundenschnelle an die nächste potentielle Lieferbibliothek weitergeleitet werden.


 2008  2009 2010 2011 
 33.593 31.766 33.112 28.535


Blankobestellungen: Die vom Fernleihpersonal nachzubearbeitenden Blankobestellungen (Freie Bestellungen) sind im Zuge des allgemeinen Abwärtstrends ebenfalls zurückgegangen.


 2009 2010   2011
 18.594 16.409 14.732


Weiterbearbeitung: Die nach negativen Umlauf in die Weiterbearbeitungsabteilung fallenden Bestellungen sind ebenfalls zurückgegangen und betragen weniger als 10% der Endbenutzerbestellungen.


 20092010
2011
 13.602 13.426 12.051


Die E-Kopienfernleihe läuft seit knapp über einem 1 Jahr im Routinebetrieb. Nachdem der Service zu Beginn HeBIS intern eingeführt wurde erfolgte dann sukzessive eine Ausweitung auf die Partnerverbünde (BVB, HBZ und GBV). In 2011 wurden insgesamt 5.224 Bestellungen über diesen beschleunigten Lieferweg übermittelt. Somit erhalten HeBIS Benutzer schon jetzt fast ein Drittel der gelieferten Aufsätze über dieses Verfahren als Papierkopie von ihrer Bibliothek.

Verbundübergreifende Fernleihe

Im Rahmen der verbundübergreifenden Fernleihe sind die Zahlen ebenfalls rückläufig. Von den Partnerverbünden wurden im Jahre 2011 70.421 Bestellungen geliefert. HeBIS Bibliotheken haben im Gegenzug 39.252 Bestellungen geliefert. Die Lieferungen der HeBIS Bibliotheken sind erstmalig seit 2008 wieder rückläufig. Auffällig ist, dass sich der Saldo zwischen den Lieferungen der Partnerverbünde und den HeBIS Lieferungen im Laufe der Jahre kontinuierlich verringert hat. Betrug der Saldo 2008 noch -42.758 beträgt der Saldo 2011 nur noch -31.169 zu ungunsten von HeBIS.




Wer von Ihnen Interesse hat kann sich die einzelnen Fernleihstatistiken, auch für seine eigene Bibliothek, auf unseren HeBIS Internetseiten anschauen: http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/statistik/statistik_online_fl.php


Ansonsten wünsche ich allen Fernleihmitarbeitern einen guten Start für das neue Fernleihjahr 2012.

Günter Pietzonka E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale, BD
Onleihe Rheinland-Pfalz – Erfahrungen aus der Stadtbibliothek Worms

Am 21. Oktober 2010 startete die Stadtbibliothek Worms in ein neues Zeitalter. Unter dem Motto „Digitale Medien ihrer Bibliothek-rund um die Uhr“ bietet sie zusammen mit sieben ( inzwischen elf) weiteren Bibliotheken in Rheinland-Pfalz ein neues Dienstleistungsangebot für ihre Kunden an. Die Onleihe Rheinland-Pfalz ermöglicht die Ausleihe elektronischer Medien über das Internet.


Onleihe - Was ist das?


Screenshot Onleihe Rheinland-Pfalz

Onleihe ist eine Abkürzung für Online-Ausleihe. Die Onleihe ermöglicht einen 24-Stunden-Service für die Benutzerinnen und Benutzer der Bibliothek. Sie können in einer Art virtuellen Zweigstelle auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten Sachbücher, Romane, Hörbücher, Sach- und Lernvideos sowie Zeitschriften und Zeitungen ausleihen. Angeboten werden elektronische Medien zum Download für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die Ausleihe aus der Onleihe ist für Leser der angeschlossenen Bibliotheken kostenlos. Auch Mahngebühren fallen keine an, da am Ende der Leihfrist eine automatische Rückgabe der Medien erfolgt. Romane und Sachbücher als E-Book können 14 Tage, Hörbücher 7 Tage und Videos 3 Tage ausgeliehen und je nach Medium auf einem PC, einem MP3 Player oder einem E-Book-Reader genutzt werden.

Auch mehrere Zeitschriften werden angeboten: der Spiegel, die Wirtschaftswoche und das Manager-Magazin können jeweils für 24 Stunden kostenlos genutzt werden. Angeboten werden inzwischen auch große überregionale Tageszeitungen wie die FAZ (mit Sonntagszeitung), die Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt.


Das Projekt

Bevor die Onleihe an den Start ging, gab es für die beteiligten Bibliotheken viele Vorbereitungstreffen, bei denen grundlegende Dinge des Verbundes besprochen, geklärt und veranlasst werden mussten.

Das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz koordiniert das Projekt und unterstützt die Bibliotheken u.a. mit finanziellen Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz. So organisierte das LBZ in Neustadt vor dem Start der Onleihe Schulungen für die Mitarbeiter der beteiligten Bibliotheken. Die Betreiberfirma der Onleihe, die Firma DiViBib aus Wiesbaden, ist für die technische Umsetzung sowie die Bereitstellung der digitalen Medien und der MAB-Daten verantwortlich.

Da die digitalen Medien nicht nur über die Homepage der Onleihe Rheinland-Pfalz aufzufinden, sondern auch in den Online-Katalogen der beteiligten Bibliotheken recherchierbar sein sollten, stand die Stadtbibliothek Worms bei der Übernahme der Titeldaten vor einer besonderen Herausforderung: Alle beteiligten Bibliotheken, außer Worms, verwenden die Bibliothekssoftware Bibliotheca. Damit ist es diesen Bibliotheken möglich, die MAB-Daten der digitalen Medien bei der Firma DiViBib abzurufen und selbst in den eigenen Bibliotheks-OPAC einzuspielen.

Für die Stadtbibliothek Worms wurde die Datenübernahme mit Unterstützung der Hebis-Verbundzentrale verwirklicht. Im Oktober 2010, also vor dem Start der Onleihe, lieferte die Firma DiViBib ein Datenpaket mit dem Grundbestand der Onleihe an das Hebis-Zentralsystem. Dort wurden die Daten überprüft, angepasst und in das Zentralsystem von Hebis eingespielt. Außerdem wurden bei dieser Grundlieferung auch die Lokaldaten von Worms mit angehängt, so dass kurz nach dem Start der Onleihe alle Medien auch im OPAC der Stadtbibliothek Worms zu finden und zu recherchieren waren.

Inzwischen laufen die regelmäßigen Datenlieferungen folgendermaßen ab: Die bereitgestellten MAB-Daten der Firma DiViBib werden von den Wormser Kollegen bei der DiViBib abgerufen und auf den FTP-Server von HEBIS in Frankfurt gelegt. In wöchentlichen Abständen läuft in Frankfurt ein automatisches Programm ab, das die Daten ins CBS einspielt. Dabei findet eine Dublettenprüfung anhand der Kategorie 2250 (Onleihe-Nummer) statt, die verhindert, dass Doppelexemplare in die Datenbank kommen. Anschließend müssen die Wormser Kollegen jeden Datensatz bearbeiten, indem sie die Lokaldaten inklusive einem Link zur Onleihe-Seite anhängen. So sind inzwischen knapp 5000 Titeldaten im OPAC der Stadtbibliothek Worms nachgewiesen und recherchierbar. Dies wäre ohne die kollegiale und unproblematische Hilfe der Frankfurter Kollegen nicht möglich gewesen.

Das Angebot der Onleihe Rheinland-Pfalz wird stetig ausgebaut. Standen im Oktober 2010 noch 2500 digitale Medien für die Ausleihe bereit, so sind es inzwischen über 5000 Titel. Dies nicht zuletzt auch, weil sich Ende 2011 noch vier weitere Öffentliche Bibliotheken dem Verbund angeschlossen haben.

Es wurde aber nicht nur das Angebot an digitalen Medien ständig verbessert, sondern auch die technischen Möglichkeiten. Seit Anfang 2011 gibt es für die Nutzer der Onleihe eine kostenlose App im itunes Store für das iPhone und das iPad. Im Sommer wurde über den Google Android Market die kostenlose App für Android Smartphones und Tablets zur Verfügung gestellt. Damit ist es nun möglich, auch unterwegs aktuellen Lesestoff bei der Onleihe Rheinland-Pfalz auszuleihen.


Umfrage

Vor der Erweiterung des Verbundes durch neue Bibliotheken gab es unter Federführung des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz eine Online-Kundenbefragung, um herauszufinden, was die Kunden vom Angebot der Onleihe halten und welche Wünsche sie haben.

Hier einige interessante Ergebnisse: 70 % der Onleihe-Nutzer sind Frauen und die größte Nutzergruppe bilden die 30 bis 49jährigen.

Viele Nutzer wünschen sich flexiblere Ausleihzeiten und vor allem bei E-Books eine vorzeitige Rückgabemöglichkeit. Hier hoffen die Bibliotheken, dass die Firma DiViBib dafür bald die notwendigen technischen Voraussetzungen schafft.

Auf der Homepage des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (www.lbz-rlp.de) sind alle Auswertungen der Umfrage nachzulesen.


Erfahrung

Nach einem Jahr Onleihe gibt es viele positive Entwicklungen zu berichten: Die Kunden- und Ausleihzahlen steigen stark an. Dazu trug unter anderem ein Serverumzug der Firma DiViBib bei, durch den bis dahin häufige IT-Probleme gelöst wurden. Seitdem ist die Stabilität der Onleihe deutlich besser geworden und im Dezember gab es im Verbund mit über 5700 Ausleihen einen neuen Monatsrekord.

Auch in der Stadtbibliothek Worms haben sich die Ausleihzahlen der digitalen Medien innerhalb des letzten Jahres verdoppelt: 2011 haben ca. 10 % der Wormser Leser die Onleihe genutzt und insgesamt mehr als 9200 Medien entliehen. Außerdem konnten durch dieses neue Angebot viele neue Leser für die Bibliothek gewonnen werden.


Weitere Informationen zur Onleihe gibt es unter www.onleihe-rlp.de

Cordula Schönung E-Mail an AutorIn
Stadtbibliothek Worms

Mitteilungen

Ergebnisse der Umfrage "Unser Katalog soll besser werden!" überregional veröffentlicht

Vor einem Jahr fand im HeBIS-Verbund unter Beteiligung von 16 Bibliotheken die Online-Umfrage "Unser Katalog soll besser werden!" statt, die mit einem Rücklauf von fast 22.000 ausgefüllten Fragebögen ein großer Erfolg war. Das zusammengetragene Zahlenmaterial war so umfangreich, dass die Auswertung in mehreren Etappen erfolgte und insgesamt ein halbes Jahr beanspruchte. Ein Bericht über das Projekt sowie erste Ergebnisse wurden bereits im HeBIScocktail 2/2011 veröffentlicht. Ein verbundinternes Dokument mit der Gesamtauswertung folgte im Mai 2011.

Aufgrund des regionalen Zuschnitts der Erhebung und der außergewöhnlich hohen Beteiligung sind die Umfrageergebnisse als sehr repräsentativ einzustufen. Da sie auch über die Grenzen des HeBIS-Verbunds hinaus von Interesse sein können, wurden sie nun abschließend im Herbst 2011 in einem ausführlichen Artikel in der Zeitschrift ABI-Technik vorgestellt:

Heike Nienerza, Bettina Sunckel, Berhold Meier: Unser Katalog soll besser werden! Kataloge und Portale im Web-2.0-Zeitalter. Ergebnisse einer Online-Umfrage im HeBIS-Verbund. ABI-Technik 31 (2011) 3, S. 130 - 149. DOI: 10.1515/ABI.2011.020

Der Artikel ist auch als Online-Ausgabe verfügbar.

Neben den Auswertungen, die schon in dem Dokument vom Mai 2011 enthalten sind, wurden für den Artikel weitere Datenalysen vorgenommen und einzelne Teilergebnisse zusätzlich nach Nutzergruppen, Bibliothekstypen und Fachrichtungen aufgeschlüsselt.

Heike Nienerza E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Musiktonträgerverzeichnis (Reihe T) nun auch in Marc

Die Reihe T (Musiktonträgerverzeichnis) der Deutschen Nationalbibliografie wurde im Dezember 2011 rückwirkend ab Januar 2010 in HeBIS eingespielt.


Bitte beachten Sie bei der Recherche nach enthaltenen Werken, dass die DNB sehr oft keine Nebeneintragungen unter den Komponisten liefert, die in Kat. 4222 aufgeführt sind. Die Nebeneintragungen unter den Einheitssachtiteln hingegen sind vorhanden (z.B. DBN 1011747715).


Bitte beachten Sie bei Kat. 4222: Die einleitende Wendung "Enth.:" wird beim Import grundsätzlich vorgesteuert. In ganz wenigen Fällen passt diese einleitende Wendung nicht zum restlichen Inhalt des Feldes (z.B. DBN 1010312715: "Backstage at the Met with Deborah Voigt"). Bitte löschen Sie in einem solchen Fall die einleitende Wendung.


Im Zusammenhang mit der Einspeicherung der Reihe T gibt es eine Neuerung in Kat. 303X: Bislang konnten maximal 10 Interpreten in Kat. 303X aufgeführt werden. Da die DNB aber durchaus mehr als 10 Interpreten liefert, wurde Kat. 3039 wiederholbar gemacht, d.h. Kat. 3039 kann so oft besetzt werden, bis alle Interpreten eine Eintragung erhalten haben (z.B. DBN 993701426). Diese Möglichkeit können Sie ab sofort auch für Ihre Verbundaufnahmen nutzen.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Carmen Wünkhaus-Wittich.

Carmen Wünkhaus-Wittich
Neue Ländercodes in den Normdaten

Bei den Ländercodes hat es folgende Änderungen gegeben:

XC-SS Südsudan (seit 9.8.2011)

XD-AN Niederländische Antillen (1974 - 2011) wird aufgeteilt in:
XD-BQ Bonaire, Saint Eustatius und Saba
XD-CW Curacao
XD-SX St. Martin, niederländ. Teil
für historische Körperschaften in GKD und Titeldaten gilt:
XD-ANHH (1974-2011)

XB-PS Palestine Territory (Verwendung noch nicht geklärt!)

(mod)
Termine zur GND und Schulungen


© Gerd Altmann / pixelio.de


Aus der Festlegung des Umstiegstermins auf die GND am 19. April ergibt sich der Zeitraum für die Schliessung der Normdateien in DNB-Iltis ab 5. April 2012.



Termine der GND-Schulungen wurden wie folgt vereinbart:

  • 29.02. und 01.03. : LBS Rheinhessen
  • 05. - 06.03. : Darmstadt/Wiesbaden
  • 12. - 13.03. : Frankfurt
  • 14. - 15.03. : Marburg
  • 19. - 20.03. : Kassel
  • 21. - 22.03. : Gießen

(mod)
Metadaten
Anreicherung der Sacherschließung bei Springer E-Books

Für rund 8.900 Springer-E-Books wurden die Sacherschließungsdaten aus den Printausgaben an die Aufnahmen der elektronischen Ausgaben übernommen. Der Abgleich der Sacherschließung von Print- und Online-Ausgaben bei Springer wurde in die vierteljährliche Routine aufgenommen.

(mik)
Metadaten
Nationallizenprodukte und E-Books

Metadaten zu Nationallizenprodukten im CBS

Social Theory - ZDB-1-SOT, V452 (284 Titel)

Literarischer Expressionismus Online - ZDB-1-LEO, V399 (34 Titel)

Empire Online - ZDB-1-EMO, V454 (703 Titel)

Springer E-Book Collection / Medicine 2005-2008 - ZDB-1-SMI, V324 (35 Titel ergänzt)


Metadaten zu konsortial oder lokal lizenzierten E-Books

  • Oxford Scholarship Online - September (202 Titel)
  • WISO E-Books (43 Titel) - ZDB-5-WEB
  • OECD E-Books (75 Titel) - ZDB-13-SOC
  • DeGruyter E-Books (144 Titel) - ZDB-23-DGG
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mik

Gremienberichte

Bericht
39. Sitzung der AGDBT am 8. und 9. November 2011 in Berlin

Das offizielle Protokoll der Sitzung wird in einigen Wochen auf der Homepage der ZDB unter http://www.zdb.spk-berlin.de/publikationen/agdbt.html zur Verfügung stehen.

Auswertung des Protokolls der 38 Sitzung

  • dem ZDB-Wunsch, OCLC-Nummern zu melden, die sich aus Lieferungen der Verbünde (fortlfd. Sammelwerke) an den WorldCat ergeben haben, ist bisher lediglich der BVB nachgekommen.
    Die bayerischen OCLC-Nummern sind bereits in die ZDB übernommen worden. Solange nicht sichergestellt ist, dass die verschiedenen OCLC-Nummern dauerhaft dem jeweils liefernden Verbund zugeordnet werden können, wird sich HeBIS an diesem Verfahren nicht beteiligen.
  • World-Cat hat sein Interesse an einer Übernahme der Zeitschriften- und Schriftenreihendaten (inklusive Exemplardaten) der ZDB bekundet. Mit der organisatorischen Umsetzung soll sich die AG Verbund befassen.
  • die DNB will demnächst eine aktualisierte Ausgabe ihres DNB-DDC-Leitfadens zur Besetzung von 5080 veröffentlichen.

Berichte zum Stand der Arbeiten SBB

AP 9

Im Rahmen des "Arbeitspakets 9" des RDA-Projekts der Arbeitsstelle für Standardisierung war die ZDB eingeladen, an einem "DNB-/ZDB-RDA-Datenmodell“ für fortlaufende Sammelwerke mitzuarbeiten.
Beim Versuch der Abbildung von RDA-Elementen auf das ZDB-Format haben sich - besonders im Bereich von Unterreihen, des Erscheinungsvermerks und der Exemplardaten - Schwierigkeiten ergeben.
Wegen der jüngsten Entwicklung in den USA (die Einführung des neuen Regelwerks wird von der Erfüllung bestimmter Vorbedingungen abhängig gemacht und soll frühestens Anfang 2013 erfolgen) wurden die Arbeiten vorerst eingestellt.

Zeitschriftenplattform

SBB und DNB haben OCLC mit der Entwicklung einer CBS-Erweiterung für den Bereich "eCollection Management" zur Verwaltung und Bearbeitung von Lizenzinformationen in der ZDB beauftragt. Die neuen Funktionen sollen voraussichtlich im Laufe des 2. Quartals 2012 in der CBS-Version 6.1 zur Verfügung stehen.

WinIBW 4.0.1

OCLC hat eine WinIBW-Version 4.0.1 angekündigt

VD-18-Zeitschriften

VD-18 = Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts. Hier dient die ZDB für Zeitschriften als zentrales Steuer- und Nachweissystem. Geplant ist u.a., den jeweiligen Digitalisierungsstatus dieser Titel in der ZDB anzuzeigen, und komfortable Such- und Präsentationsmöglichkeiten zu entwickeln.


Gemeinsame Normdatei

ZDB und DNB bereiten seit Monaten die Zusammenführung von GKD, PND und SWD in eine gemeinsame Normdatei "GND" vor. Die GND soll in MARC 21 ausgetauscht werden und, soweit absehbar, die künftigen Regelungen der RDA (Ressource Description and Access) berücksichtigen.
Für die Zusammenführung müssen die vorhandenen Datensätze in das neue Format migriert und, soweit das maschinell möglich ist, den neuen Regeln angepasst werden. Die Umsetzung ist für das 1. Quartal 2012 geplant.
Nach Analysen der ZDB wird die Anpassung der Körperschafts-Datensätze an die neuen Regelungen weniger Titeldatenkorrekturen nach sich ziehen als ursprünglich befürchtet.
Im Gegensatz dazu werden allerdings sehr viele Nachfolgekorrekturen an Exemplardaten erwartet.


Originalsprachliche Katalogisierung

Die ZDB plant die Freigabe der originalsprachlichen Katalogisierung nicht vor Ende des 2. Quartals 2012.
Grundprinzip bleibt: Ein Datensatz für einen Titel. Bei vorliegenden Titeln in lateinischer Umschrift können ZDB-Teilnehmer die originalsprachliche Form ergänzen, bei Neuaufnahmen können Titel in lateinischer Umschrift oder aber in originalsprachlicher Form und lateinischer Umschrift erfasst werden.
Die im Juni/Juli durchgeführten Tests in der ZDB haben ergeben, dass die Ergebnisse der automatischen Transliteration mit den in der WinIBW integrierten und von OCLC zur Verfügung gestellten Skripten in der Regel manuell überarbeitet werden müssen.
Die Bindestrich-Ansetzung von chinesischen, japanischen und koreanischen Titeln im Feld 4000 bleibt für die Altdaten vorerst erhalten. Bei Titelkorrekturen sollen die Bindestriche in 4000 entfernt und die Ansetzung mit Bindestrich über 4213 verwiesen werden.
HeBIS hatte in einem Antrag die Einschränkung der automatischen Transliteration auf die Sprachen Armenisch, Chinesisch (Han simplified), Kyrillisch, Georgisch, Griechisch und Hebräisch vorgeschlagen. Dies sind zurzeit die einzigen Schriften, für die Konversionstabellen nach gültigen Umschriftregeln für den deutschen Sprachraum zur Verfügung stehen. HeBIS will mit dieser Beschränkung den Bezug von fehlerhaften Daten aus der ZDB verhindern.
In der Abstimmung entschied sich die Mehrheit der teilnehmenden Verbünde für einen Vorschlag der ZRT. Danach sollen folgende Transliterationstabellen angeboten werden: armenisch, kyrillisch, georgisch, griechisch, Han simplified, Han traditional, hebräisch, katakana. Diese Aufstellung soll jetzt als Grundlage für eine erneute Prüfung und Diskussion in der AG KVA dienen.
ZDB-Hinweis: Der Import von originalschriftlichen Aufnahmen über MAB2 ist nicht möglich, Voraussetzung zum Bezug ist eine MARC21-Schnittstelle.
Ein Vorschlag der ZRT zur Katalogisierungsvereinfachung in ost-asiatischen Sprachen (ein Urheber soll dem Sachtitel - unabhängig von der Titelblattgestaltung - immer vorangestellt und ein zusätzlicher Sucheinstieg in 3260 in der Form der vorliegenden Titelfassung angelegt werden) wurde angenommen.
Zum Geschäftsgang bei originalsprachlicher Katalogisierung: es sollen spezielle Kennungen für die Sprachspezialisten eingerichtet werden, die auch Korrekturen an eigentlich gesperrten Aufnahmen in der ZDB erlauben. Für die praktische Arbeit in der ZDB empfiehlt die ZRT, Tandems aus SprachexpertInnen und KatalogisiererInnen (die sich mit den ZDB-Geschäftsgängen auskennen) zu bilden.


Web-Cat

Die ZDB stellte ihre Version des Web-Cat (webbasierter Katalogisierungsklient) vor. Er ist speziell für kleinere Bibliotheken gedacht, für die sich eine umfangreiche Einarbeitung in die Arbeit mit der WinIBW nicht lohnt (Archive, Museen und Spezialbibliotheken).
Es sind Eingabemasken für die Recherche und für die Aufnahme von Titel- und Exemplardaten integriert. Die Aufnahme von Körperschaften ist nicht vorgesehen.
Die Oberfläche des Web-Cat ist, ähnlich wie bei einem OPAC, mit diversen Pulldown-Menüs (z.B. zur Auswahl einer Fachnotation) und vorgegebenen Eingabefeldern für die wichtigsten Bestandteile einer Titel- oder Exemplaraufnahme gestaltet.
Es ist eine feldbezogene Hilfefunktion integriert. Die Aufnahmen werden im "a"-Status abgespeichert und unmittelbar in die ZDB-WinIBW übernommen. Die Web-Cat-Teilnehmer können Aufnahmen mit "v-" oder "x"-Status nicht ändern, ihre Aufnahmen können dagegen von anderen ZDB-Teilnehmern korrigiert werden.
Seit Ende November 2011 läuft Web-Cat als Pilotanwendung. Interessierte Bibliotheken können sich anmelden - Informationen über Zugangsmodalitäten, Verfahrens- und Geschäftsgänge wurden inzwischen auf den ZDB-Seiten veröffentlicht.
http://www.zeitschriftendatenbank.de/erschliessung/webcat/


EZB/ZDB-Datenlieferdienst

Die im letzten Jahr beschlossene Erfassung von "Titelhistorien" in den EZB-Aufnahmen, die jeweils mit der aktuellen ZDBN verknüpft sind, läuft bereits seit einigen Monaten. Die Daten sollen dann ab dem 1. Quartal 2012 für den Datendienst berücksichtigt werden.
Bereits realisiert wurde die Lieferung der lizenzfreien "grünen" Titel, sowie die Selektionsmöglichkeit nach Fächern. Problematisch ist das damit verbundene hohe Datenaufkommen (pro Verbund 600.000 - 700.000 Datensätze).
Einzelne Verbünde können z.Zt. den Lieferdienst für "grüne" Titel nicht nutzen, da die Exemplare aus dem Lieferdienst nicht alle Informationen enthalten, die im jeweiligen Lokalsystem verzeichnet sind. Diese lokalen Informationen würden dann beim Überschreiben durch den Lieferdienst verloren gehen.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Feststellung, dass die Anzahl der "grünen" Titel in EZB und ZDB nicht identisch ist. Nach Schätzungen sind in der EZB ca. ein Drittel weniger "grüne" Titel enthalten. Ursachen sind unterschiedliche Definitionen für „grüne“ Titel in den beiden Institutionen und die Tatsache, dass nicht alle KatalogisiererInnen den EZB-Knopf in der ZDB nutzen.


Fernleihindikator

Nach der Erfassung von Fernleih-Codes für eine große Anzahl von Nationallizenzen und Konsortien in der EZB wurde inzwischen auch der Datenlieferdienst angepasst, um die Codes transportieren zu können. Für derzeit ca. 135 National- und Konsortialpakete müssten ca. 755.000 aktualisierte Lokaldatensätze ausgeliefert werden. Über die Abwicklung der Lieferungen soll auf einem Datenbezieher-Workshop im März 2012 gesprochen werden (die HeBIS-VZ arbeitet an einer Lösung wie die Fernleihcodes in das LZI-Programm integriert werden könnten).
Frau Tröger (HeBIS) wies darauf hin, dass die vergebenen FL-Codes teilweise nicht korrekt sind.
Die Vergabe der Codierung "l"= Ausleihe ist für E-Journals definitiv falsch. Das Thema soll von der AG Fernleihe bzw. der UAG Elektronische Ressourcen noch einmal aufgegriffen werden.


Statistische Auswertung der ZDB-Felder

Eine umfangreiche statistische Auswertung der Nutzung von ZDB-Feldern zeigte im Ergebnis, dass einige wenige Felder von hunderttausenden von Titeln genutzt, eine große Anzahl von Feldern dagegen nur im Promillebereich oder gar nicht genutzt werden.
Die ZRT will inhaltlich prüfen, ob die Anzahl der Felder nicht reduziert werden könnte. (Ziel: Verminderung des Pflegeaufwands für ZDB-Felder und Lieferdienste).


OAI-Schnittstelle

Von Teilnehmerseite wurde bemängelt, dass:
- es im Bereich der Lieferung von Exemplardaten über OAI nach wie vor Lücken gibt
- Ausfälle des OAI nicht rechtzeitig durch DNB/ZDB kommuniziert werden.
Die Probleme sollen auf dem für März 2012 angekündigten Datenbezieher-Workshop besprochen werden.


Linked Open Data

Der BVB möchte seine Katalogisierungsdaten aus der ZDB für das Projekt "Linked Open Data" freigeben. LOD bezeichnet im Internet verfügbare und vernetzte Daten, die frei nachgenutzt werden können.
Andere Verbünde sehen die Freigabe wegen der Problematik von Lizenzen und sonstiger Urheberrechte mit Skepsis. Über die Frage des Bedarfs und eventueller Nachnutzung der Daten liegen keine Informationen vor.


Notationen in der ZDB

Endes des Jahres 2011 will der BVB ca. 73.000 Notationen (darunter auch verkürzte RVK-Notationen) an die ZDB liefern. Nach der Integration in die ZDB soll die Auslieferung an die Verbünde voraussichtlich im Februar 2012 erfolgen.


Codierung Audio CD

Zum TOP lag ein Antrag vor, künftig tonträgerspezifische Materialcodes in MAB Pos 5/6 (Position für AV-Material) auszuliefern. Hintergrund ist der Wunsch, entsprechendes Material - vor allem Audio CDs - nutzerfreundlich im OPAC anbieten zu können.
Mit Hinweis auf die eingefrorene DNB-MAB-Schnittstelle und die geringe Anzahl von betroffenen Titeln (ca. 400 Titelsätze) wurde der Antrag abgelehnt.
Die DNB will allerdings ihre MARC-Export-Schnittstelle entsprechend anpassen, um zukünftig diese Informationen liefern zu können.


Validation der Felder 4030 und 4035

Die Forderung nach Einführung einer Validation der Felder 4030 und 4035 wurde einhellig unterstützt (ist bereits von der ZDB im Vorfeld der Sitzung angegangen worden und soll im Dezember eingerichtet sein). Die ZRT wird sich bemühen, entsprechende Altdaten manuell zu bereinigen.


Funktionsbezeichnung "Ill." In den Feldern 3010-2019

Zukünftig soll die Funktionsbezeichnung "Ill." in den Feldern 3010-3019 (1. - 10 sonstige beteiligte Person) z.B. für Kalender u.ä., die über ihren gesamten Erscheinungszeitraum von nur einem Künstler gestaltet werden, zugelassen werden.


Angabe von Erhebungs- und Berichtsjahren im Feld 4025

Die aktuelle Formulierung des ZETA-Kapitels 4025 (Erscheinungsverlauf) wird präzisiert.
Der Text soll dahingehend geändert werden, dass Angaben zu Berichtsjahren, die zusätzlich zu Angaben von Erhebungsjahren in der Vorlage stehen, auch dann berücksichtigt werden, wenn sie nicht auf dem Titelblatt stehen.


Anwendung der Regeln für die Katalogisierung von Zeitungen auf "zeitungsähnliche Veröffentlichungen"

Durch die derzeit zu umfassende ZETA-Definition (E 490) für zeitungsähnliche Veröffentlichungen werden unnötig viele Publikationen dieser Gruppe zugeordnet. Das führt durch die Vergabe von zeitungsspezifischen Feldern und Codierungen (insbesondere 4050 "Verbreitungsort" ) zu unbrauchbaren (weil zu großen) Treffermengen bei OPAC-Recherchen.
Die Begriffsdefinition für "zeitungsähnliche" Publikationen soll daher enger gefasst werden - es wird aber keine Korrektur von Altdatenfällen geben.


Negativer Bestandsnachweis

Der TOP thematisierte die Problematik von Titeldatensätzen in der ZDB, zu denen nie Bestand erschienen ist. Die Teilnehmer sprachen sich für den Erhalt solcher Titelaufnahmen in der ZDB aus – ggf. wird eine Information, ähnlich wie bei nicht länger im Internet recherchierbaren E-Journals, in den Titel geschrieben.

Herbert Adam
HeBIS-Verbundzentrale

Fortbildungen/ Veranstaltungen

Ankündigung

Drittes EMEA Regional Council Meeting - 2012

Am 28. und 29. Februar 2012 veranstaltet das OCLC Regional Council Europa, Naher Osten und Afrika (EMEARC) seine dritte Jahrestagung in der Town Hall und dem Council House in Birmingham, Großbritannien.

Der Titel der Tagung lautet: Developement of a New Blend of Library. Dabei wird es um die Thematik gehen, "wie die Bibliotheken und andere Kulturinstitutionen den physischen und den digitalen "Raum" miteinander verschmelzen können, um ihrer Klientel neue Arten von Dienstleistungen anbieten zu können."

Das Tagungsprogramm, Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.oclc.org/de/de/councils/emea/meetings/2012annual/default.htm
(kec)
Bericht

Gründungsversammlung der European RDA Interest Group (EURIG)

Am 8. Dezember 2011 fand in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt das "Inaugural Meeting" der European RDA Interest Group statt, an dem 20 Teilnehmer aus 13 verschiedenen Ländern teilnahmen. EURIG entwickelte sich aus informellen Diskussionen einiger europäischer Nationalbibliotheken und wurde im September 2011 durch ein Kooperationsabkommen zwischen den Nationalbibliotheken von Deutschland, Großbritannien, Schweden und Spanien formal gegründet. Inzwischen ist die Zahl der Mitgliedsinstitutionen auf weit über 20 angewachsen, und es gehören längst nicht mehr nur Nationalbibliotheken dazu. So sind auch die Bayerische Staatsbibliothek, die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme und der Österreichische Bibliothekenverbund Mitglied bei EURIG und vertreten dort gemeinsam mit der Deutschen Nationalbibliothek die Interessen der künftigen deutschsprachigen RDA-Anwender.

Im Fokus des Gründungsmeetings stand ein Update aller Teilnehmer zum Diskussions- und Entscheidungsstand bezüglich einer RDA-Einführung und -Anwendung. Konkrete Umstiegsentscheidungen gibt es bisher nur in der British Library (Umstieg nicht vor 2013 in Abhängigkeit vom Termin der LoC ), in den Niederlanden (geplant zum 1.1.2013, vorausgesetzt, RDA entwickeln sich zum internationalen Standard) sowie in Finnland (Start 2014). Untersucht und diskutiert wird eine mögliche RDA-Einführung aktuell in Frankreich, Polen und Spanien. In Schweden wurde eine offizielle Entscheidung verschoben, die Einführung steht aber außer Frage. Eine ähnliche Situation gibt es in Deutschland und Österreich, wo der Standardisierungsausschuss zwar einen grundsätzlichen Beschluss zum Umstieg gefasst hat, dieser aber 2012 noch einmal konkretisiert werden soll. In Kroatien, Norwegen, der Schweiz und Slowenien verhält man sich bezüglich RDA eher abwartend.


Für einen noch breiteren Überblick über die derzeitigen Diskussionsstände bezüglich RDA beschloss die EURIG-Vollversammlung die Durchführung einer Umfrage, die sich sowohl an EURIG-Mitglieder wie auch an Nichtmitglieder richten soll. Ausführlich diskutiert wurden potentielle Themen für das Arbeitsprogramm der Gruppe wie Optional- und Alternativregeln, die "Core Elements", mögliche Datenmodelle sowie Anwendungsregeln. Begonnen wird die Arbeit im Rahmen eines weiteren Meetings Ende Januar 2012 in Paris mit einer (Problem)Analyse der Regeln selbst und ihrer FRBR-Grundlagen. Hierzu werden die Kollegen der Bibliothèque nationale de France eigene Arbeitsergebnisse einbringen.


Die Gründungsversammlung hatte mit der Wahl des Vorstandes auch noch eine formale Aufgabe zu erledigen. Einstimmig wurden Alan Danskin (Vorsitzender, British Library), Gildas Illien (Stellvertretender Vorsitzender, Bibliothèque nationale de France) und Laura Peters (Schriftführerin, Nationalbibliothek der Niederlande) gewählt; die Amtszeit des Vorstandes beträgt 2 Jahre.


Mit einem Dank des Plenums an die gastgebende Deutsche Nationalbibliothek für die perfekte Organisation ging die Gründungsversammlung von EURIG zu Ende.



Foto: Deutsche Nationalbibliothek, Stephan Jockel


Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Website von EURIG unter http://www.slainte.org.uk/eurig/index.htm

(ria )
Bericht

SWIB11 - Semantic Web in Bibliotheken in Hamburg

Im Fokus der diesjährigen SWIB, die vom 28.11.2011 bis zum 30.11.2011 in Hamburg stattfand, war die Wissenschaftskommunkation im Web of Data.

Um eine bessere Sichtbarkeit und auch eine größere Bedeutung im sogenannten Web of Data bzw. dem Semantic-Web zu erlangen, publizieren Bibliotheken in zunehmendem Maße ihre Bestände als Linked Open Data (LOD). Auch wenn dieser Prozess schon seit einiger Zeit am Laufen ist, stellt sich immer noch häufig die Frage, in welcher Weise und mit welchen Vokabularien diese Bestände in Linked Data (LD) überführt werden können bzw. sollten und wie eine benutzerfreundliche Nutzung dieser Daten erreicht werden kann. Anhand mehrerer Beiträge zu bereits realisierten Projekten wurden die hierfür notwendigen Maßnahmen und Infrastrukturen am ersten Veranstaltungstag vorgestellt.


29. November

So ging es in den ersten beiden Konferenzbeiträgen im Wesentlichen um die Frage, wie bibliographische Metadaten unter Berücksichtigung bibliographischer Standards wie ISBD, FRBR, FRAD, FRSAD und RDA als LD dargestellt werden können sowie welche Probleme sich bei der Konvertierung der Daten in LD ergeben und wie diese gelöst werden können. Die Möglichkeit bibliographische Daten schon bei der Katalogisierung als LD zu erfassen, wurde ebenfalls in einem Beitrag über ein Projekt aus Norwegen vorgestellt.


Zwei Konferenzbeiträge präsentierten auch neue Anwendungsmöglichkeiten für LOD. So zeigte ein Beitrag der Universität Mannheim wie Ausleihdaten als LD publiziert und genutzt werden können. Ebenso präsentierte die Universität Southampton ein Projekt, bei dem organisationseigene Daten der Universität als LOD publiziert und mit einem Frontend versehen wurden, welches auch Nutzern ohne spezifisches Know-How eine einfache Nutzung der LOD-Daten ermöglicht.


Die Verbesserung der Nutzbarkeit von LOD war auch Thema weiterer Beiträge. In einem Vortrag der Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften wurde gezeigt, wie sich LD mittels RESTful Web Services in Web/2.0 Manier in Web-Anwendungen integrieren lässt und so eine benutzerfreundlichere Nutzung der Daten erlaubt. Ähnliche Technologien wurden auch in einem Beitrag aus Genf vorgestellt, wo ein personalisierbares Informationsportal namens RODIN realisiert wurde. Es ermöglicht Benutzern durch Auswahl verschiedener Widgets, eigenhändig die Informationsressourcen auszuwählen, innerhalb derer sie simultan recherchieren wollen.


Ebenfalls präsentiert wurde Culturegraph.org, ein LOD-Service des HBZ. Ziel ist der Abgleich bibliographischer Metadaten und die Berechnung von Äquivalenzen. Die hieraus resultierenden Ergebnisse werden nach den LOD -Standards frei verfügbar im Web angeboten.


Den Abschluss des ersten Konferenztages bildete ein Beitrag über das Datenformat BEACON, dessen Verwendung sich besonders für kleinere Institutionen eignet, falls nur eine überschaubare Anzahl von Links in einer LD -Anwendung publiziert werden soll.


30. November

Durch die Verwendung von LOD und Web-2.0 Technologien ergeben sich mittlerweile neue Recherche- und Publikationsmöglichkeiten. Daher stellt sich mehr und mehr die Frage, ob die Prinzipien und Abläufe der traditionellen Wissenschaftskommunikation und -publikation noch die an sie gestellten Anforderungen erfüllen können. Mittels einer konsequent webbasierten Daten- und Serviceinfrastruktur könnten schon jetzt bessere Publikations- und Recherchemöglichkeiten realisiert werden. Diese würden den gesamten Forschungs- und Publikationsprozess umgreifen. Neue Konzepte wie "Nanopublikationen", "Semantic Publishing", "Open Data", "Enhanced Publications" oder "Research Objects" erlauben hierbei den Forschenden Zugriff auf eine verteilte, relativ granulare Dateninfrastruktur, in die sie auch ihre eigenen, als solche erkennbare, Beiträge einfließen lassen können. Mit dieser Thematik beschäftigten sich die Beiträge des zweiten Konferenztages.


Dieser begann mit einem Vortrag, der die bestehenden Verhältnisse innerhalb der Wissenschaftskommunikation und -publikation heftig kritisierte. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die bisherigen Veränderungsbemühungen in diesem Bereich zum Großteil nur als experimentell zu bezeichnet werden können. Eine Nutzung im realen Betrieb werde wahrscheinlich noch Jahre dauern.


Im zweiten Beitrag wurde das Projekt Bibliographica vorgestellt, in dem Bezüge zwischen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Autoren und auch die zeitliche Entwicklung dieser Bezüge mittels LOD dargestellt wurden. Eine ähnliche Thematik hatte auch der danach folgende Beitrag, in dem anhand eines konkreten Beispiels die Veröffentlichungsform "Enhanced Publication" präsentiert wurde. Er stellte auch die hierbei zum Einsatz kommenden Ontologien CITO und SPAR vor, mit denen die Art und Weise des Bezugs von Veröffentlichungen untereinander als LD angegeben werden kann.


Ein Beitrag der Universität Münster hatte das Projekt "LODUM" zum Thema, bei dem ebenso wie bei der Universität Southampton versucht wurde, organisationseigene Informationen in Form von LOD mittels eines benutzerfreundlichen Frontends einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Hierfür kam eine Ontologie namens "Linked Science" zum Einsatz, die zur Beschreibung wissenschaftlicher Kommunikation geeignet ist.


Schließlich wurde im letzten Konferenzbeitrag nochmals das bestehende System der Wissenschaftskommunikation und -publikation kritisiert. Als Alternative schlug der Vortragende die Einführung eines weltweiten IT-Systems vor, das von den Universitätsbibliotheken betrieben werden sollte. Mit einem solchen System könnten die Forschenden zielgerichteter recherchieren und publizieren als dies zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist.


Weitere Informationen zur SWIB 2011 sind unter http://swib.org/swib11/ zu finden. Im Programm können Sie die Abstracts und Vortragsfolien einsehen.

Thomas Striffler
HeBIS-Verbundzentrale

Impressum

HeBIScocktail 1/2012 (Januar 2012)


HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.


Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Kea Cordlandwehr (kec), Elmar Reith

Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Monika Denker (mod), Andrea Hartmann, Dr. Angela Hausinger, Michaela Konrad (mik), Heike Nienerza (hen), Günter Pietzonka, Cordula Schönung, Thomas Striffler, Carmen Wünkhaus-Wittich

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de


Bildmaterial: u.a. Dr. Angela Hausinger, Stephan Jockel,  pixelio.de


Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren


HeBIScocktail 2/2012 erscheint April 2012.

Redaktionsschluss: März 2012.

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