HeBIScocktail
Ausgabe: 2012-2
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


willkommen zurück nach den Osterferien und wenn auch kühlen, aber hoffentlich schönen Feiertagen!

In der Verbundzentrale konnten wir an Ostern nochmal Luft holen für den GND-Umstieg, der uns schon geraumer Zeit auf vielen verschiedenen Ebenen auf Trab hält. Am Montag, 16.04. startet dann der endgültige Systemumstieg, so dass Sie ab der kommenden Woche mit den frisch migrierten Daten arbeiten können. In vielen Lokalsystem laufen derzeit Schulungen, in denen die Katalogisierer auf die neue Anwendung vorbereitet werden. Wir möchten uns nochmal bei allen Verbundteilnehmern für die gute Zusammenarbeit bei den Vorarbeiten zum Umstieg und die Geduld bedanken! Anders wäre ein solches Mammut-Projekt nicht zu bewältigen gewesen!

Dieser Cocktail berichtet davon und anderen Neuerungen im HeBIS-Verbund, außerdem werfen wir diesmal einen Blick über den Tellerrand nach Birmingham.


Viel Vergnügen beim Lesen!
Ihr HeBIS-Team

tak

Aktuell

Gemeinsame Normdatei
Bereit zum GND-Umstieg!

Die Vorbereitungen zur Umstellung auf die Gemeinsame Normdatei (GND) in HeBIS laufen seit Anfang des Jahres auf Hochtouren. Sowohl die technischen Vorkehrungen auf Seiten der HeBIS-IT als auch die bibliothekarischen Vorgaben und Anpassungen (s.a. Artikel über WinIBW GND) beschäftigen etliche Personen. Seit Anfang März kamen die Initialschulungen durch ein Team der HeBIS-VZ hinzu. Insgesamt wurden 6 Schulungen, jeweils eine pro Lokalsystem, vor Ort durchgeführt. Damit konnten bis Ende März bereits ca. 120 Personen direkt in das neue Format und zugehörige Regeln eingeführt werden. Weitere Schulungen in etwa gleichem Umfang übernehmen lokale Schulungsteams.

Am 23. April 2012 wird HeBIS mit der neuen Normdatendatenbank starten. Sie enthält neben der GND auch die umgeformten regionalen Schlagwort- und Klassifikationsdaten, sowie die Bibliotheksdatei im neuen - unter den Pica-Verbünden abgestimmten - Format.

Aktuelle Informationen zum Thema werden verbundintern über eine neue Mailing-Liste und über www.hebis.de veröffentlicht.





Foto: Barbara Zimmermann, Gießen



Alt und neu liegen dicht beisammen...










Monika Denker E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale: Bibliothekarische Dienste
Gemeinsame Normdatei
WinIBW3.3 GND

Die Umstellung der bisherigen Normdateien PND, GKD und SWD zur Gemeinsamen Normdatei (GND) rückt näher und damit für die EDV-Abteilungen auch die Notwendigkeit, eine GND-tüchtige WinIBW3 bereitzustellen.

Mit hoffentlich genügend Vorlauf steht auf dem HeBIS-FTP-Server WinIBW3.3 GND bereit. Dort sind auch zugehörige Dateien und Informationstexte hinterlegt, die den jeweiligen WinIBW3-Betreuern in den Bibliotheken hilfreich sein dürften.


Eine endgültige WinIBW3.3 GND wird mit der Umstellung auf die Gemeinsame Normdatei bereitgestellt. Bis dahin werden noch Änderungen an den Materialien auf dem FTP-Server vorgenommen. Diese werden jedoch parallel zur endgültigen Version mit einem Update nachgezogen. Ausgenommen davon sind Änderungen an den Menüs und der Startseite, die entweder durch Neuinstallation oder manuell aktualisiert werden müssen.



Ein neues Outfit

Die Arbeit mit WinIBW3 erfordert in vielen Bereichen spezielle Funktionen, so auch für die Normdateien. Die bisherigen Funktionen für PND und GKD müssen abgelöst und auf das neue Datenformat der GND umgestellt werden. Hierzu wurden von der Deutschen Nationalbibliothek neue Features bereitgestellt, die in WinIBW3.3 GND integriert wurden. Gleichzeitig werden Funktionen für PND und GKD nicht mehr aktiv sein.

Die Sacherschließung hat es da bequemer: Die Funktionen werden angeglichen, aber nicht grundlegend verändert.


Mit der geplanten Umstellung auf die Gemeinsame Normdatei am 19. April 2012 wird WinIBW3.3 GND auch eine neue Menüleiste präsentieren. Statt „PND/GKD-Funktionen“ gibt es nur noch „GND-Funktionen“. Gleichzeitig werden jedoch mehrere Funktionen umsortiert und zusätzlich das Menü „Dubletten“ eingeführt. Dort finden sich zukünftig alle Funktionen zur Dublettenbereinigung.





Eine genaue Übersicht über die zukünftigen Menüs finden Sie in dem Dokument Menüs in WinIBW3.3 GND .



Aber nicht nur die Menüs werden angeglichen, auch die Startseite muss erneuert werden. Künftig wird es einen Zugang zu einem GND-Testsystem geben. Die Gemeinsame Normdatei wird bei einem regulären Login in die Datenbanken der DNB angesprochen.

Die alten Datenbanken (PND, GKD und SWD) sind ebenfalls weiterhin aufgeführt und für Recherchen nutzbar.



Die gleichen Updates

Am Update-Verfahren wird sich nichts ändern. Da WinIBW3.3 GND lediglich eine aktuelle Version der im August 2011 veröffentlichen WinIBW3.3 darstellt, werden beide Versionen über das gleiche Update bedient. Wie zuvor, werden alle Dateien zeitgleich zu den Updates auf dem FTP-Server bereitgestellt.


Demjenigen, der eine lokale Installation auf seinem eigenen Rechner hat und nicht mit Normdaten arbeiten muss, wird somit eine komplette Neuinstallation erspart.

Zu beachten dabei ist jedoch: In älteren Versionen kann es immer zu Komplikationen kommen, wenn Funktionen geändert werden. Grundlegend ist es günstiger die aktuellste Version zu installieren, um Probleme mit nicht angezeigten, verschwundenen oder verrutschten Funktionen zu vermeiden. Dazu gehört jedoch auch eine komplette Löschung des Profils.



Weitere Informationen:

WinIBW-Seite

News: Für die GND eine neue WinIBW



Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale - Bibliothekarische Dienste

Themen

Ablösung des HeBIS-Portals durch ein Discovery System: Startschuss für ein großes Projekt

Das HeBIS-Portal ist inzwischen mehr als sieben Jahre alt. Im Dezember 2004 wurde zunächst das Verbundportal eingeführt, 10 lokale Portalsichten für einzelne HeBIS-Bibliotheken kamen dann in den Folgejahren hinzu. Inzwischen nimmt das Portal einen zentralen Platz im Dienstleistungsangebot des HeBIS-Verbundes ein. Bibliotheksbenutzern dient es als integrative Oberfläche für die deutschlandweite Suche einschließlich des lokalen OPACs sowie als gemeinsame Plattform für lokale Bestellung, Volltextzugriff und Fernleihe. In dieser Funktion hat es die direkte Nutzung des Verbundkatalogs bereits zurückgedrängt, und im Angebot einiger Bibliotheken wird der lokalen Portalsicht mittlerweile sogar der Vorzug vor dem lokalen OPAC gegeben. Darüber hinaus nutzen Fernleihbibliothekare das Portal als Arbeitsmittel bei der Bearbeitung von Fernleihbestellungen und profitieren davon, dass es eine Beschleunigung und weitgehende Automatisierung der HeBIS-internen und verbundübergreifenden Fernleihe ermöglicht.1

Dennoch ist unübersehbar, dass das HeBIS-Portal in die Jahre gekommen ist und nicht mehr den aktuellen Anforderungen von Benutzern und Bibliothekaren entspricht. Das gilt sowohl für die bislang eingesetzte Software Elektra als auch das zugrundeliegende Gesamtkonzept. Die größten Nachteile des HeBIS-Portals aus heutiger Sicht sind:

  • Die Technik der Metasuche, die mit schlechten Antwortzeiten einhergeht und keine benutzerfreundliche Aufbereitung der Suchergebnisse erlaubt, insbesondere kein Ranking und keine Bereitstellung sog. Facetten, um große Treffermengen nachträglich sinnvoll einschränken und filtern zu können.
  • Die fehlende Integration der von den Verbundbibliotheken mit großem finanziellen Aufwand erworbenen Datenbanken, die im Rahmen der Metasuche aus lizenzrechtlichen Gründen nicht realisiert werden kann.
  • Im Vergleich zu den lokalen OPACs zu viele Schritte bis zur lokalen Standortinformation und Bestellung, was besonders in den lokalen Portalen als schwerwiegender Nachteil empfunden wird.
So war es dann auch wenig überraschend, als die vor einem Jahr im HeBIS-Verbund durchgeführte Umfrage "Unser Katalog soll besser werden!" eindrucksvoll belegte, dass der Umstieg auf ein moderneres System dringender ist denn je (vgl. die Umfrageergebnisse).

Breiter Konsens für ein Nachfolgesystem

Um ein geeignetes Nachfolgesystem zu finden, wurde Anfang 2011 eine europaweite Ausschreibung durchgeführt, die jedoch ohne Ergebnis blieb, weil keins der eingereichten Angebote die festgelegten Anforderungen vollständig erfüllen konnte. Der HeBIS-Verbundrat berief daraufhin eine AG aus Vertretern der Universtiätsbibliotheken, dem Portal-Team und der Leitung der HeBIS-Verbundzentrale ein und beauftragte diese, nach alternativen Lösungswegen zu suchen.

Die AG Portal traf sich im April 2011 zu ihrer ersten gemeinsamen Sitzung und absolvierte im Laufe eines halben Jahres einen wahren Arbeitsmarathon. Da der Ausschreibung ein Diskussions- und Planungsprozess von insgesamt drei Jahren vorangegangen war, hatte sie sich noch stark am Konzept des alten Portals orientiert. In der Zwischenzeit waren jedoch neue Software-Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gekommen, die auch eine konzeptionelle Neuorientierung ermöglichten. Die AG nahm deshalb eine Neubestimmung der Ziele der geplanten Systemumstellung vor, holte Preisangebote ein und testete und evaluierte die in Frage kommende Produkte und Systeme. Nach komplexen Diskussionen und sorgfältiger Abwägung aller Vor- und Nachteile erwies sich das dem Katalog plus der UB Freiburg zugrunde liegende Modell als die flexibelste, kostengünstigste und einzig konsensfähige Lösung. Die AG sprach sich einstimmig dafür aus, dem Verbundrat einen Umstieg auf ein System dieses Modells zu empfehlen, und die Empfehlung wurde durch den HeBIS-Verbundrat in seiner 33. Sitzung am 1. Dezember 2011 - ebenfalls einstimmig - angenommen.

Rundumerneuerung nach neuem Konzept

Der Nachfolger des HeBIS-Portals wird also ein Discovery System analog zum Modell des Katalog plus der UB Freiburg und verwandten Anwendungen (z.B. VIRGO  der University of Virginia Library) sein. Wichtigstes Merkmal des Katalog plus ist, dass er einen mit Suchmaschinentechnologie erstellten lokalen Index für die bibliothekseigenen Katalogdaten mit einem globalen Index für Datenbank-Content, einem sog. Resource Discovery Service unter einer gemeinsamen Oberfläche kombiniert. Beide Indexe werden parallel durchsucht, die Suchergebnisse werden wegen der heterogenen Datengrundlage und Indexaufbereitung aber in zwei separaten Trefferlisten präsentiert. Resource Discovery Services (RDS) sind eine relativ junge Produktgruppe. Sie werden von verschiedenen Firmen angeboten, so von Ex Libris (Primo Central), Serials Solutions (SUMMON) und EBSCO (EBSCO Discovery Service). Ihr zentraler Bestandteil ist ein globaler Index für Metadaten und zum Teil sogar Volltexte aus Datenbanken, E-Journal- und E-Book-Paketen. Um die Daten für die Indexierung nutzen zu können, schließen die RDS-Hersteller mit den Verlagen und Datenbankanbietern entsprechende Lizenzverträge ab. RDS werden beim Hersteller gehostet und können entweder unter der Oberfläche des Herstellers angeboten oder über entsprechende Schnittstellen in eine eigene Oberfläche eingebunden werden.

Durch die Kombination von lokalem Index und RDS haben Systeme wie der Katalog plus den Anspruch, wesentlich umfassendere Retrievallösungen zu sein als der traditionelle lokale OPAC. Aufgrund von Abdeckungslücken der RDS - kein RDS-Hersteller hat Verträge mit allen Verlagen und Datenbankanbietern - machen sie dem Benutzer zwar immer noch nicht sämtliche der in seiner Bibliothek verfügbaren Ressourcen zugänglich, immerhin aber einen beträchtlichen Teil davon und deutlich mehr, als es die lokalen OPACs bisher konnten. Ergänzt um Schnittstellen zum lokalen Ausleihsystem und einen Link-Resolver, der Links für den Volltextzugriff generiert, repräsentieren sie eine neue Generation des lokalen Online-Katalogs.

Auch das neue Discovery System von HeBIS wird sich in diese Kataloggeneration einreihen. Es wird folgende Komponenten umfassen:
  • Einen mit der Suchmaschinensoftware Solr/Lucene erstellten Index für die Katalogdaten der HeBIS-Bibliotheken, der ein effektives Retrieval mit schnellen Antwortzeiten und zeitgemäßer Trefferaufbereitung durch Ranking und nachträgliche Filtermöglichkeiten unterstützen wird. Der Index wird von HeBIS selbst erstellt und auf HeBIS-eigenen Servern betrieben. Deshalb wird er innerhalb der Systemarchitektur auch als lokaler Index bezeichnet.
  • Integration des EBSCO Discovery Service (EDS), um den Benutzern einen einheitlichen Zugang zu allen Ressourcen der eigenen Bibliothek inklusive Datenbank-Content zu ermöglichen. Der EDS-Index wird bei EBSCO gehostet. Damit er durch HeBIS-Bibliotheken genutzt werden kann, wurde ein konsortialer Vertrag mit einer Laufzeit von zunächst vier Jahren abgeschlossen. Prinzipiell ist auch die Einbindung von RDS anderer Anbieter in das neue System möglich, was voraussichtlich aber erst nach Fertigstellung des ersten Prototyps angeboten werden kann.
  • Schnittstellen zu den lokalen Ausleihsystemen und ein Linkresolver, um kurze Wege zur Standort- und Verfügbarkeitsinformation, zur Bestellung und zum Volltext zu gewährleisten.
  • Eine moderne Oberfläche auf Basis der Open Source Software VuFind, die auch schon in vielen anderen Bibliotheken weltweit eingesetzt wird.

Wermutstropfen Fernleihe

Der Fokus des neuen Discovery Systems liegt auf einem möglichst umfassenden Retrieval der lokal vorhandenen Medien und E-Ressourcen. Deshalb wird es sich stark an die Funktionalität und das Look & Feel eines lokalen OPACs annähern. Die Integration der Fernleihe, die im alten HeBIS-Portal eine zentrale Zielsetzung war, tritt demgegenüber in den Hintergrund. Sie lässt sich bei einem Ersatz der Metasuche durch einen lokalen Index auch nicht so einfach realisieren. Denn für den lokalen Index stehen HeBIS derzeit nur die eigenen Daten zur Verfügung, so dass fernleihbarer Bestand aus anderen Verbünden im neuen System gar nicht gefunden werden kann. Die gute Nachricht ist, dass es bereits Bestrebungen der Verbünde gibt, dieses Problem durch den Aufbau eines verbundübergreifenden Fernleihindex zu lösen. Insofern besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Fernleihintegration in das neue System zu einem späteren Zeitpunkt verbessert werden kann.

Bis es so weit ist, werden die Benutzer mit einem Kompromiss leben und für Fernleihzwecke in das alte Elektra-Portal wechseln müssen. Das neue System wird ihnen dafür einen Link anbieten, der das HeBIS-Verbundportal aufruft und dort automatisch die letzte im Discovery System ausgeführte Suchanfrage wiederholt. Auch für die Fernleihbearbeitung durch Fachpersonal wird das alte HeBIS-Portal bis auf Weiteres zur Verfügung stehen und gepflegt werden müssen.

Angesichts der großen Vorteile, die sich durch die Einbindung eines Resource Discovery Service für die Volltextsuche ergeben werden, wurden die Nachteile im Bereich der Fernleihunterstützung von der AG Portal als vertretbar angesehen. Es bleibt auch abzuwarten, welche Auswirkungen das neue Angebot auf das Fernleihaufkommen hat. Möglicherweise wird der Bedarf an Fernleihen zurückgehen, weil Benutzer über den RDS wesentlich mehr E-Ressourcen und Volltexte finden als bisher.

Dienstleistung

Wie das alte HeBIS-Portal wird das neue Discovery System als zentrale Verbunddienstleistung bereitgestellt. Diese kann von allen HeBIS-Bibliotheken in Anspruch genommen werden, die ihren Benutzern das neue System anbieten möchten. Neu wird sein, dass es keine sog. Sichten mehr geben wird, bei denen bibliotheksspezifische Anpassungen innerhalb ein- und derselben Installation verwaltet werden. Vielmehr wird pro Bibliothek eine eigenständige Installation erstellt. In Verbindung mit der größeren Modularität der Systemarchitektur ergeben sich daraus für die Bibliotheken mehr Beteiligungsmöglichkeiten als bisher. Einrichtungen, die über die personellen Ressourcen und das erforderliche Knowhow verfügen, können in gewissem Rahmen an der Programmierung mitwirken und eigene Anpassungen vornehmen. Das gilt insbesondere für die Oberfläche, die von einer Bibliothek auf Wunsch komplett in Eigenregie gepflegt werden kann.

Kooperationspartner

Der Aufbau des HeBIS Discovery Systems wird dankenswerterweise von verbundinternen und -externen Projektpartnern unterstützt. Die UB Frankfurt und die UB Kassel haben sich als Pilotbibliotheken zur Verfügung gestellt. Die Pilotbibliotheken beteiligen sich mit eigenen Entwicklerkapazitäten an der Implementierung der VuFind-Oberfläche und dem Aufbau des lokalen Solr/Lucene-Index und leisten inhaltliche Unterstützung bei der EDS-Einbindung, bei der Konkretisierung und Verfeinerung des Konzepts und bei Tests.

Weitere Projektpartner werden im Rahmen eines Kooperationsvertrags die UB Freiburg und ReDI - Regionale Datenbank-Information Baden-Württemberg sein. Die Kooperation erstreckt sich auf die Implementierung einer Schnittstelle zu einem Discovery-Index, im ersten Schritt zu EDS von EBSCO (UB Freiburg) und die Entwicklung einer Oberfläche unter Verwendung der OpenSource-Software VuFind (HeBIS). Durch ReDI wird HeBIS der durch ReDI entwickelte Linkresolver bereitgestellt (ReDI).

Projektstart

... ist jetzt! Der offizielle Projektstart erfolgte am 26. März 2012 bei einem Kickoff-Meeting in der UB Frankfurt. An dem Treffen nahmen Mitglieder der Projektteams der Pilotbibliotheken UB Frankfurt und UB Kassel, je ein technischer Bearbeiter der anderen in der AG Portal vertretenen Bibliotheken und das Portal-Team der HeBIS-Verbundzentrale teil. Ziel des Treffens war es, den Projektplan sowie das Konzept für die logische und funktionale Systemarchitektur vorzustellen, Detailaufgaben der einzelnen Projektphasen ('Meilensteine') zu besprechen und die Entwicklungskooperation zwischen Verbundzentrale und Pilotbibliotheken anzustoßen. Am Ende des Treffens wurde je eine Arbeitsgruppe für die Aufgabenbereiche VuFind-Oberfläche, lokaler Solr/Lucene-Index und EBSCO Discovery Service (EDS) vereinbart. Die AGs nehmen ihre Arbeit Mitte April mit einem ersten Arbeitstreffen auf.

Zeithorizont

Geplant ist, bis ca. Ende Novemeber 2012 einen Prototyp mit jeweils einer Installation für die beiden Pilotbibliotheken fertigzustellen. Dieser soll von Dezember 2012 bis Januar 2013 einem Betatest im Live-Betrieb unterzogen, d.h. von den Benutzern der Pilotbibliotheken erprobt werden, um letzte Fehler und Probleme festzustellen und zu beheben. Danach können weitere Installationen für interessierte HeBIS-Bibliotheken vorgenommen werden. Die Umstellung aller bestehenden Sichten des HeBIS-Portals - sofern von den Bibliotheken gewünscht - wird voraussichtlich bis Ende März 2013 beanspruchen.

Wie kann man sich informieren und am Ball bleiben?

Das neue Discovery System ist in konzeptioneller und technischer Hinsicht kaum noch mit dem alten HeBIS-Portal zu vergleichen, so dass verständlicherweise großer Informationsbedarf besteht. Für diejenigen, die sich genauer über das Projekt und das neue System informieren wollen und an aktuellen Nachrichten zum Projektstand interessiert sind, haben wir vorbereitet:
  • Projektseiten auf der HeBIS-Homepage:
    Hier finden Sie neben aktuellen Nachrichten einen Projektüberblick, Projekt- und Ansprechpartner, Mailinglisten, Informationsmaterialien (z.B. Präsentationen) und ein kleines Glossar (Informationen von A - Z). Da die Seiten noch im Aufbau sind, wird im Laufe der nächsten Zeit noch das ein oder andere hinzukommen.

  • Die Mailingliste p2_info-list:
    Über diese Liste werden wir aktuelle Informationen rund um das neue Portal bekanntgeben. Sie kann auch für den Informationsaustausch zwischen allen am neuen Discovery System interessierten Personen genutzt werden. Wie Sie sich für diese Liste anmelden, entnehmen Sie bitte der Projektseite unter Ansprechpartner und Mailinglisten.


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1Ca. 75 % aller von Benutzern online aufgegebenen Fernleihen können derzeit ohne zusätzlichen Bearbeitungsaufwand für die Ermittlung von Besitznachweisen und die Erstellung des Leitwegs abgewickelt werden. Die Fernleihlieferzeiten haben sich dadurch im Schnitt auf maximal ein bis zwei Wochen verkürzt, im günstigsten Fall können sie sogar nur wenige Tage betragen.

Heike Nienerza E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Barocke Schätze

Seit kurzem sind die mehr als 2.400 Einzeltitel der Mikrofilmsammlung „German Baroque Literature“ individuell im HeBIS-CBS, im VerbundOPAC sowie in den lokalen OPACs der beiden besitzenden Bibliotheken (UB Frankfurt und UB Marburg) nachgewiesen. Durch eine Datenübernahme aus dem GBV konnte der lang gehegte Wunsch nach einer tieferen Erschließung als der des reinen Sammlungsnachweises endlich realisiert werden.

Damit wird nun eine Sammlung (besser) sichtbar, in der bedeutende Werke des deutschen Barock enthalten sind, so beispielsweise eine Vielzahl von Schriften des Predigers und Poeten Abraham a Sancta Clara oder die Erstausgaben der „Simplicissimus“-Reihe von Grimmelshausen. Es finden sich auch Notendrucke wie Madrigale von Orlando di Lasso oder Kirchengesänge von Hans Leo Hassler.

Eng verbunden mit der Sammlung ist der Name Curt von Faber du Faur und die von ihm erstellte Bibliographie1. Faber du Faur wurde 1890 in Stuttgart geboren und studierte nach einer 10jährigen Militärzeit Germanistik in München und Gießen, wo er 1921 auch promoviert wurde. Er eröffnete ein Antiquariat in München und begann mit dem Sammeln deutscher Literatur. Mit seiner vermögenden Frau zog er 1931 nach Florenz um und emigrierte 1939 in die USA. 1944 übernahm er an der Yale University eine Professur und eine Kuratorenstelle für deutsche Literatur an der Yale University Library. Letztere behielt er auch nach seiner Pensionierung 1959 bei und übte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1966 aus. Kurz zuvor hatte ihm 1965 die Bundesrepublik Deutschland das große Verdienstkreuz des Verdienstordens für seine Bemühungen um die Verbreitung deutscher Literatur in den USA verliehen.

1944 hatte die Yale University die Sammlung deutscher barocker Literatur von Faber du Faur gekauft, mit ihren eigenen Beständen vereinigt und bis 1958 um wichtige Neuerwerbungen erweitert. Zu dieser Zeit umfasste der Bestand rund 1.900 Bände und bildete die Grundlage für den ersten Band der bereits genannten Bibliographie, die die Bücher nach Zeitraum, Schlagwort und Autor verzeichnete. Nach weiteren 10 Jahren gezielter Zukäufe war die Sammlung auf rund 2.400 Titel angewachsen und machte einen Supplementband zur Bibliographie erforderlich, der aber erst nach Faber du Faurs Tod erscheinen konnte.

Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts gewann die Yale University in ihrer Absicht, die Sammlung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die Firma Research Publications als Partner. Diese verfilmte sukzessive die gesamte Sammlung nach der Reihenfolge der Bibliographie, brachte dabei aber Hauptband und Supplement in einer einzigen sequentiellen Folge zusammen. Bände der Yale Library, die wegen ihres physischen Zustandes nicht verfilmt werden konnten oder unvollständige Exemplare wurden durch solche aus anderen Quellen ersetzt.
Recherchiert werden kann die Sammlung unter ihrem Reihentitel „German Baroque Literature“; von dort aus ist eine Gesamtübersicht der enthaltenen Titel aufrufbar. Darüber hinaus kann selbstverständlich auch gezielt nach den einzelnen Titeln gesucht werden. Die UBs in Frankfurt und Marburg erhoffen sich, dass die verbesserte Erschließungssituation auch die überregionale Sichtbarkeit erhöht; Fernleihbestellungen auf die Mikrofilme sind möglich.

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1 Curt von Faber du Faur: German Baroque literature : a catalogue of the collection in the Yale University Library. New Haven: Yale Univ. Press, 1958. Suppl. 1969.

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ
Innovative Bibliotheksbauten, Pecha Kucha und ein Abschied

3. OCLC EMEA Regional Council Meeting 2012 in Birmingham



Bereits zum dritten Mal kamen die OCLC-Mitgliedsinstitutionen aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten Ende Februar 2012 zu ihrer Jahrestagung zusammen. Schauplatz des Meetings war Birmingham, wo 1981 das erste Büro von OCLC außerhalb der USA eröffnet wurde. In der Town Hall von Birmingham versammelten sich 270 Teilnehmer aus 22 Ländern, um sich unter dem Motto „Developing a New Blend of Library“ über neueste Entwicklungen und Trends zu informieren und auszutauschen. Neue Dienstleistungen und die Verschmelzung des physischen und des digitalen Raumes standen im Fokus der Hauptredebeiträge.

Die im Rahmen der neuen Organisationsstrukturen von OCLC geschaffenen Treffen der „Regional Councils“ ermöglichen jedem Mitglied die Gelegenheit, seine Mitbestimmungsrechte in der Kooperative auszuüben, seine Interessen und Anforderungen einzubringen und diese mit OCLC-Verantwortlichen direkt zu kommunizieren und zu diskutieren. Wichtiger Seiteneffekt eines solchen Meetings ist aber auch der informelle Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern in Pausengesprächen oder beim „Conference Dinner“ und der damit verbundenen „Blick über den eigenen Tellerrand“ hinaus.

Birmingham


Birmingham ist nach London die zweitgrößte Stadt Großbritanniens und hat rund 1 Million Einwohner. Die Stadt ist seit der industriellen Revolution das historische Zentrum der britischen Metallverarbeitung, hat sich aber längst zu einer modernen Dienstleistungsmetropole gewandelt. Eine zunehmende wirtschaftliche Rolle spielt der Tourismus, was zum einen an den guten Verkehrsverbindungen nach Birmingham liegt, aber auch an den vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Beliebte Touristenattraktionen sind die Narrowboat-Kanäle, die die Stadt auf 60 Kilometer Länge durchziehen. Die wiederinstandgesetzten Kanäle transportieren heute keine Wirtschaftsgüter mehr, sondern Touristen auf Ausflugsschiffen und bilden die reizvolle Kulisse für zahlreiche Cafés, Restaurants und Bars.




Abb. 1: Birmingham Town Hall
(Quelle: Wikimedia)


Anders als der Name es vermuten lässt, erfüllte die „Town Hall“ von Birmingham niemals Zweck und Aufgabe eines Rathauses, sondern wurde ab 1832 als reines Konzerthaus errichtet. Im Oktober 1834 erfolgte die Eröffnung mit einem Musikfestival im noch unvollendeten klassizistischen Gebäude, das dem Castor-und-Pollux-Tempel im Rom nachempfunden sein soll. Charles Dickens hielt hier Lesungen ab und Mendelssohns Oratorium „Elijah“ erlebte in der Town Hall seine Uraufführung. Über mehr als 7 Jahrzehnte hatte das City of Birmingham Symphony Orchestra dort seinen Sitz. Nach dem zweiten Weltkrieg traten in der Town Hall auch Größen der Rock- und Popmusik wie die Beatles, Queen oder Pink Floyd auf. Von 1996 bis 2007 wurde das Gebäude einer umfassenden Renovierung unterzogen. Die offizielle Wiedereröffnung erfolgte in Anwesenheit von Prinz Charles und der Herzogin von Cornwall im Jahr 2008; eine Tafel im Inneren er innert an das Ereignis.
Heute ist die Town Hall von Birmingham als Konzerthaus Zentrum des kulturellen Lebens, dient aber auch als Kongress- und Veranstaltungsort.

A New Blend of Library


„Rewriting the Book” unter diesem Motto steht das derzeit vielleicht ambitionierteste Bauprojekt im Bibliothekssektor. Die öffentliche „Central Library“ Birminghams - bisher untergebracht in einem typischen, schmucklosen Gebäude der 70er Jahres des 20. Jahrhunderts, wie wir es auch von deutschen Städten kennen - erhält nur einen Steinwurf von ihrem bisherigen Standort entfernt einen Neubau der Superlative: Verbaut wird die enorme Summe von 188 Mio. GBP (225 Mio. Euro). Die Pläne stammen vom renommierten niederländischen Architekturbüro Mecanoo und dessen Kreativdirektorin Francine Houben. Und: „The Library of Birmingham“, so der neue Name, wird weit mehr sein als eine klassische Bibliothek. Sie lädt künftig mitten in der Stadt ein als Treffpunkt, Veranstaltungsort, Flaniermeile oder einfach nur als Platz zum Verweilen und Ausruhen.



Abb. 2: Der Neubau der Library of Birmingham im März 2012
(Quelle: Wikimedia)


Eine Bibliothek wie keine andere errichten zu wollen und neue Standards zu setzen war der Leitgedanke des Neubauprojektes, wie der Projektleiter Brian Gambles den (staunenden) Delegierten des Regional Councils berichtete. Die Birmingham Central Library ist die nutzungsstärkste öffentliche Bibliothek Großbritanniens. So stand denn auch der Mensch (und nicht das Buch) im Fokus aller Vorüberlegungen und Planungen für den Neubau, wie die Architektin Francine Houben die Entwürfe ihres Büros erläuterte. Weitläufigkeit, Transparenz und Raum zur Verwirklichung kreativer Ideen sind deshalb zentrale Bestandteile ihres Designs geworden. Frau Houben verwies in ihrem Vortrag auch auf die besondere städtebauliche Rolle, die der Bau in Birminghams Innenstadt und im direkten Zusammenspiel mit dem benachbarten Repertory Theatre spielen wird. Im September 2011 wurde Richtfest gefeiert; am 3. September 2013 wird die Eröffnung stattfinden.

Eine virtuelle Videotour durch „The Library of Birmingham“ kann man schon jetzt unter http://www.youtube.com/watch?v=1fNA20tl-74 unternehmen.

Wie öffentliche Bibliotheken sich in den USA baulich im digitalen Zeitalter verändert haben, stellte anschließend die amerikanische Bibliotheksberaterin Kathleen Imhoff in zahlreichen Fotografien vor. Dabei ging es aber nicht nur um Neubauten, sondern auch um Umbauten und Umorientierungen in bereits vorhandenen Bibliotheken, um auch diese zu kreativen Orten, zu Orten der Begegnungen oder zu Orten kulturellen oder gesellschaftlichen Lebens umzuwidmen. Die Beispiele von Frau Imhoff kamen aus verschiedenen Städten unterschiedlicher Größe in verschiedenen Staaten der USA und reichten von der Umwidmung eines alten Zettelkastens zum Aufbewahrungstool für E-Book-Reader über mobile Regale und Möbel (zur ständigen Anpassung und Veränderung) bis hin zu einem angeschlossenen, jedermann zur Benutzung zugänglichen Digitalisierungsstudio. Frau Imhoff postulierte, dass Bibliotheken heute einen Mehrwert zur klassischen Nutzung schaffen müssten; wichtig sei das Erlebnisgefühl für die Nutzer.

Pecha Kucha


Bereits im Vorfeld des Jahresmeetings hatte OCLC öffentlich dazu aufgerufen, sich an einem Pecha Kucha-Wettbewerb unter dem Motto „Innovations in my library -  how we engage with OCLC“ zu beteiligen.
Pecha Kucha? Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet so etwas wie Stimmengewirr oder Geplapper und bezeichnet eine besondere Vortragstechnik, entwickelt von einem Architekturbüro in Tokio: Eine Idee oder ein Projekt wird in 20 Powerpoint-Bildern präsentiert, die jeweils exakt 20 Sekunden gezeigt werden. Der Bilderwechsel erfolgt automatisch, ohne dass der Vortragende Einfluss darauf nehmen kann. Insgesamt bleiben somit 6:40 Minuten für die Präsentation. Ursprünglich waren solche Vorträge die Domäne von kreativen Köpfen wie Designern, Architekten oder Künstlern, aber inzwischen gibt es eine große Fangemeinde weit darüber hinaus. Im HeBIS-Land veranstaltet beispielsweise das Deutsche Architekturmuseum (Frankfurt) an wechselnden Orten regelmäßig eine „Pecha Kucha Night“.1

In Birmingham beteiligten sich fünf Sprecher mit Präsentationen an der Pecha Kucha Session. Alle waren bestens präpariert, sodass (entgegen der Erwartung von Teilen des Publikums) bei niemand Vortragsfolien und gesprochener Text wegen des Zeitkorsetts auseinanderliefen. Die Unterschiede in den Vortragsstilen waren jedoch frappierend: Einerseits illustrierende Bilder und Fotos, andererseits textliche Stichworte auf den Folien, der Vortrag entweder abgelesen, teilweise auch recht gehetzt, damit die Zeit reicht oder in freier Rede vorgetragen. Den Wettbewerb und das als Preis ausgelobte iPad hat schließlich Johan Stapel von Stichting Bibliotheek in den Niederlanden gewonnen: Er überzeugte mit einem interessanten, aktuellen Thema (Linked Data), witzig aufbereiteten und einprägsamen Folien und einem frei vorgetragenen, teilweise launig-unterhaltenden Vortrag unter dem Titel „The Water and the Well“.

Das Video (http://www.oclc.org/au/en/multimedia/2012/emearc2012.htm) und die Folien (http://www.slideshare.net/jstapel/pecha-kucha-oclc-emearc-20120228) sind zum Nachhören und -sehen empfehlenswert.

WorldShare


Allgegenwärtig während der Tagung des Regional Council war das farbenfrohe Logo der neuen WorldShare-Plattform auf den Krawatten und Schals der OCLC-Mitarbeiter. Integraler Bestandteil dieser Plattform sind die WorldShare Webscale Management Services, die als Webanwendung sämtliche Geschäftsgänge in Bibliotheken (Erwerbung, Abonnementverwaltung, Lizenzverwaltung, Ausleihe) unterstützen sollen und modular eingesetzt werden können.



Abb. 3: Die Architektur der WorldShare-Plattform
Quelle: OCLC


Robin Murray, Vizepräsident von OCLC und verantwortlich für Produktentwicklung, machte deutlich, dass man sich bei der Entwicklung des Systems stark von dem Gedanken habe leiten lassen, größtmögliche Effizienz für die Anwender zu erreichen. Deshalb können auf der WorldShare-Plattform eigene Anwendungen basierend auf offenen Schnittstellen programmiert werden, die die Standardservices erweitern, verändern oder ergänzen. Dafür steht eine eigene Entwicklungsumgebung mit entsprechenden Werkzeugen zur Verfügung. Ein Mehrwert entsteht hier zudem dadurch, dass diese Applikationen in einer „App Gallery“ gesammelt werden und anderen Anwendern zur Nachnutzung in deren eigener Arbeitsumgebung zur Verfügung stehen. Auch OCLC selbst beteiligt sich an der Entwicklung von solchen Apps und kann so schnell auf spezielle Anforderungen seiner Kunden reagieren. Bereits heute stehen rund 80 verschiedene „Apps“ in der „App Gallery“ zur Verfügung.
Für die Speicherung und Verwaltung der nicht unerheblichen Mengen an Daten des webbasierten WorldShare-Systems zeichnen bisher drei Datencenter verantwortlich, zwei in den USA und eines in der EMEA-Region. Ein Zentrum steht in Australien vor der Eröffnung; weitere sind in Europa und Kanada. Mit solchen regionalen Datenhubs ist laut Robin Murray die Einhaltung strenger datenschutzrechtlicher Vorgaben in einzelnen Ländern und Regionen deutlich einfacher zu realisieren.

Abschied von Jay Jordan




Abb. 4: Jay Jordan
(Quelle: OCLC)


Jay Jordan ist seit Mai 1998 Präsident und CEO von OCLC und wird sich Ende Juni dieses Jahres in den Ruhestand verabschieden. In seine 14jährige erfolgreiche Amtszeit fallen wichtige Meilensteine in der Entwicklung von OCLC: eine Steigerung der Mitglieder von 30.000 auf 72.000 Bibliotheken weltweit, die Öffnung der WorldCat-Datenbank für Dateneinspielungen und das damit verbundene Anwachsen des Titelmaterials von 39 Mio. auf 236 Millionen Einträge, die Einführung von WorldCat.org, die Entwicklung zahlreicher neuer Produkte und Dienstleistungen und die Einführung einer neuen Steuerungsstruktur für die Organisation. Strategische Allianzen wurden beispielweise mit Google und JSTOR geschlossen.
Die Förderung junger Bibliothekare war Jay Jordan ein wichtiges Anliegen, das er im „Jay Jordan IFLA/OCLC Early Career Development Fellowship Program“ umsetzte. Jedes Jahr wurden bis zu fünf junge Informationsspezialisten aus Schwellen- und Entwicklungsländern zu einem vierwöchigen Training in die USA eingeladen.
Berndt Dugall, Vorsitzender des Global Council, würdigte Jay Jordan und seine Verdienste um OCLC im Rahmen des Conference Dinner und überreichte ihm zum Dank im Namen aller OCLC-Mitglieder ein Faksimile der berühmten Merian-Bibel aus dem Bestand der Frankfurter Universitätsbibliothek.

Rita Albrecht
HeBIS-Verbundzentrale



[Die Folien und Videomitschnitte sämtlicher Vorträge sind abrufbar unter http://www.oclc.org/au/en/multimedia/2012/emearc2012.htm]

1 Die nächste Pecha Kucha Night findet am 14. April 2012 anlässlich der Luminale 2012 statt. Nähere Informationen unter http://www.pechakuchanight.de/agenda.htm

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ
HeBIS-Retro
Retro-Katalogkarten im OPAC der Bibliotheken der Goethe-Universität Frankfurt am Main

In der HeBIS-Nutzerumfrage vom Januar 2011 wurde mehrfach der Wunsch nach besserer Integration der alten Zettelkataloge in den OPAC geäußert.

Auf diesem Hintergrund haben wir in Frankfurt Überlegungen angestellt, wie sich die Daten aus dem Retro-Katalog in den OPAC (z.B. als Lokalkatalogisate) einbinden ließen.

Konkreter wurde das Projekt, nachdem klar war, dass die Daten des Retro-Katalogs insgesamt in einen eigenen CBS-Bestand umgesetzt werden würden.

Dafür wurden nach der Einspielung im CBS die neuen Retro-Datensätze in das Frankfurter Testsystem eingespielt und dann in Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen der Infotheken aus dem Bibliotheksystem der Universität Frankfurt an der Präsentation und der Indexierung der Daten gefeilt.



Präsentation im OPAC

Um die Besonderheit dieser Datensätze im OPAC deutlich zu machen, haben wir uns entschieden, in der Vollanzeige die zugrunde liegende Katalogkarte direkt zu präsentieren und einen Hinweis auf die maschinelle Umsetzung zu geben.
Zusätzlich zu der Katalogkarte werden die Inhalte aus den in den Retro-Daten vorhandenen Kategorien für Autor, Titel, Jahr, teilweise sogar ISBN und Seitenzahlen angezeigt. Diese wurden bei der Einspielung der Daten in den CBS-Retro-Bestand den bekannten HeBIS-Kategorien zugeordnet und waren damit für die Anzeige durch die vorhandenen Regeln schon abgedeckt.

Da sich einzelne Titel (vor allem bei mehrbändigen Werken und Serien) über mehr als eine Karte erstrecken, musste zusätzlich eine Möglichkeit zum Blättern eingebunden werden.
Angeboten wird ein Blätter-Link, mit dem jeweils eine Karte weiter geblättert wird. Dafür wurde der Index „RBL“ für die Kartennummern eingeführt. Intern entspricht dies einer Suche im OPAC-Index nach dem nächsten vorhandenen Indexeintrag und anschließend einer Suche im OPAC damit.
Die Möglichkeit, in Zehnerschritten durch den Retro-Katalog zu blättern, ist eher für interne Zwecke gedacht und damit etwas versteckt unterhalb der Blätterlinks auch angeboten.

Außerdem wurde für die neue Materialart (HeBIS-Kategorie 0500, 1. Position) „r“ analog zum HeBIS-Portal ein neues OPAC-Symbol für die Retro-Datensätze eingeführt. Die Materialart „r“ erlaubt über die Trefferanalyse oder in der erweiterten Suche die Trefferlisten auf diese Datensätze einzuschränken oder sie auszuschließen.

Bei den ca. 1,8 Mio. eingespielten Karten wurde leider nur bei ca. 40 % eine Signatur erkannt. Außerdem ist die Fehlerquote bei den gelesenen Signaturen recht hoch, so dass entschieden wurde, diese Daten im OPAC gar nicht anzuzeigen. Bei einer Bestellung muss die Signatur der Katalogkarte entnommen werden.



Hier ein Beispiel für einen Retro-Titel im OPAC:









Indexierung

Der wichtigste Index zum Auffinden von Retro-Daten im OPAC bleibt der ALL-Index. Neben den eindeutigen Kategorien für Titel, Person usw. ist hier auch der Inhalt des OCR-Textes (eingespielt in der Kategorie 4708 bzw. 8590) eingebunden. Der gelesene OCR-Text findet sich zusätzlich noch in dem neu eingeführten Index „OCR“. Zusätzlich haben wir den schon erwähnten Index RBL eingeführt, der die Kartennummern enthält und der Blätterfunktionalität zugrunde liegt.


Bestellen


Da die Datensätze aus dem Retro-Bestand keine Bandsätze erhalten und um zu vermeiden, dass sich daran vom OUS generierte Bandsätze (sogenannte X-Nummern) bilden, wird die Bestellung von Retro-Titeln über ein Script gesteuert, das am OUS vorbei einen Bestellzettel erzeugt. Dabei werden – wie auch schon im „alten“ Retro-Katalog – die Eingaben des Benutzers geprüft und eventuelle Einschränkungen (nur für bestimmte Lesesäle, Präsenzbestand, o.ä.) umgesetzt. Entsprechend erscheinen diese Bestellungen erst nach der Verbuchung im Konto des Benutzers. (Ähnliche Fälle gibt es schon bei Zeitschriftenbestellungen und bestimmten Titeln aus dem ersten SRZ-Retro-Projekt der UB Frankfurt)


Besonderheiten


Ungewöhnlich ist sicherlich für viele, die die Zettelkataloge nicht (so gut) kennen, der Umgang mit den Verweisungskarten, für die jeweils ein eigener Datensatz erstellt wurde. Verschärft wird dieses Problem in Frankfurt noch durch die Tatsache, dass die Verweisungskarten zu den Titeln, die in dem früheren SRZ-Retro-Projekt nach HeBIS umgesetzt wurden, in dem Retro-Bestand stehen geblieben sind. Damit finden sich nun zu einem „normalen“ Pica Datensatz u.U. noch „dublette“ Retrodatensätze. Außerdem ist damit auch die Anzahl der Verweisungskarten insgesamt noch höher. (Die Verweisungskarten und Bandnachträge bei Serien machen über 50% der eingespielten Karten aus.) Zusätzlich bleibt das Problem der fehlerhaften OCR-Erkennung und damit der unvollständigen oder fehlerhaften Indexeinträge bestehen – so wie es schon in dem „alten“ Retro-Katalog war.


Technisches


Die Titel wurden innerhalb von zehn Tagen mit dem alten LBS3-Update-Verfahren (maak_download/upd) aus dem gesonderten CBS-Bestand ins LBS geholt und werden zukünftig über einen eigenen Update-Prozess aktuell gehalten, um Änderungen und Löschungen nachzuvollziehen.


Fazit


Das Projekt der Einbindung der Retro-Daten in den OPAC wurde von den Kolleginnen und Kollegen im Bibliothekssystem der Goethe-Universität Frankfurt am Main sehr begrüßt. Trotz einiger Besonderheiten und Stolperfallen hoffen wir, dass dadurch dieser Bestand besser gefunden und damit genutzt werden kann.

Renate Pleyer E-Mail an AutorIn
UB Frankfurt

Fortbildungen/ Veranstaltungen

Bibliothekartag 2012

Der Bibliothekartag 2012 findet vom 22.-25.05. im CCH in Hamburg statt.

Unter dem Motto "Bibliotheken - Tore zur Welt des Wissens"
laden in diesem Jahr die Veranstalter, der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) und der Verein Deutscher Bibliothekare (VDB), zur zentralen Tagung und Fortbildungsveranstaltung im deutschen Bibliothekswesen ein.

HeBIS wird natürlich dabeisein. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Besuch an unserem Stand (Firmenstand 84) und informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen.

Achtung
: In diesem Jahr wird es am HeBIS-Stand sogar ein Hessen-Quiz mit attraktiven Preisen geben! Es lohnt sich also ...


Weitere Informationen:

(tak)

OCLC Informationstag 2012

Am Donnerstag, den 03.05.2012 findet der 6. OCLC Informationstag in Frankfurt am Main statt. Veranstaltungsort ist wieder das Frankfurter Senckenbergmuseum.

OCLC wird über die neuesten Entwciklungen berichten, neben den Vorträgen wird es auch reichlich Gelegenheit für Informationsaustausch und Diskussionen geben.



Das Programm sieht folgenden Ablauf vor:


ab 09:30 Beginn der Registrierung mit Kaffeeausschank
10:30 Veranstaltungsbeginn
10:45-11:30 „OCLC WorldShare—die Bibliotheks-Service-Plattform im Web“
Norbert Weinberger, OCLC GmbH
11:30-12:15 „OCLC WorldShare Management Services“: Vorstellung der Lizenzverwaltung für elektronische Medien und der WorldCat Knowledgebase
Annette Dortmund, OCLC GmbH
12:15-13:15 Mittagspause
13:15-14:00 „BIB-Control: Profi-Controlling für Bibliotheken“
Klaus Hoverath, Triangle Solutions
14:00-14:45 „Mit besten Empfehlungen—BIBTIP”
Marcus Spiering, BibTip GmbH
14:45-15:15 Kaffeepause
15:15-16:00 „Linked Data – OCLC offerings and experiments
Titia van der Werf, OCLC Research



Weitere Informationen, Vorabdruck der Abstracts und Anmeldung unter:
http://www.oclc.org/de/de/news/events/oclc-informationstag/default.htm



tak
HeBIS-Verbundzentrale

Der Aperitif

Innovation "Buch"

Manch einer findet, gedruckte Bücher seien veraltet. Den e-Books gehört die Welt! Es gibt zahlreiche Reader, man kann e-Books sogar schon online kaufen oder ausleihen und sie lesen – sofort, ohne Wartezeiten!

Die Vorteile eines echten, auf Papier gedruckten Buches zum Anfassen, finden aber auch zusehends ihre Fürsprecher. Hier sind zwei kreative Darstellungen für die Innovation „Buch“.


The Book Of The Future

Bereitet Ihnen das ständige Starren auf einen Bildschirm Kopfschmerzen? Dann sollten Sie sich den Comicstrip The Book Of The Future von Grant Snider in der New York Times ansehen.

El BOOK

Kennen Sie schon BOOK? Die neuste Innovation im technischem Zeitalter!

Quelle: www.youtube.com / Popularlibros.com

(MiJu)

Impressum

HeBIScocktail 2/2012 (April 2012)


HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.


Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Kea Codlandwehr (kc), Tanja Kindt (tak), Jule Mildner (miju)

Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Monika Denker (mod), Andrea Hartmann, Michaela Konrad (mik), Heike Nienerza (hen), Günter Pietzonka, Carmen Wünkhaus-Wittich

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

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HeBIScocktail 3/2012 erscheint Juli 2012.

Redaktionsschluss: Juni 2012.