HeBIScocktail
Ausgabe: 2012-4
Editorial / Gruss von Dr. Uwe Risch


Dr. Uwe Risch,
Leiter der HeBIS-Verbundzentrale




Liebe Kolleginnen und Kollegen,


am 1. Juli 2012 habe ich die Leitung der HeBIS Verbundzentrale von Herrn Hanspeter Schneider übernommen, der in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Herr Schneider hat mit seiner hervorragenden Arbeit die HeBIS Verbundzentrale als anerkannten Dienstleister der Bibliotheken in Hessen und Rhein-Hessen etabliert.

Die nächsten Jahre werden eine Vielzahl von Veränderungen mit sich bringen, die wir aktiv gestalten werden. HeBIS ist dafür gut gerüstet. Ich freue mich auf eine gute und produktive Zusammenarbeit in spannenden Zeiten.



Ihr Uwe Risch

Themen

Bibliothek der Museumslandschaft Hessen Kassel



Foto: Schloss Wilhelmshöhe, Corps de Logis und Kirchflügel,
Museumslandschaft Hessen Kassel.



Die Museumslandschaft Hessen Kassel steht in einer rund 600jährigen Tradition des Sammelns, Bewahrens und Gestaltens. Aufbauend auf den Sammlungen der Landgrafen von Hessen-Kassel umfasst das breit gefächerte Angebot heute eine der wichtigsten Gemäldegalerien Deutschlands und bedeutende Sammlungen antiker Kunst, kunsthandwerklicher und volkskundlicher Objekte, wissenschaftlicher Instrumente sowie vor- und frühgeschichtlicher Funde. Mehrere Park- und Schlossanlagen runden dieses einzigartige historische Erbe ab.

Die Bibliothek der Museumslandschaft Hessen Kassel geht auf die Handbibliotheken der Gemäldegalerie, des Landesmuseums, der Kunstakademie sowie der Gewerbehalle zurück und wurde 1931 als öffentliche Präsenzbibliothek gegründet. Später kamen noch die Buchbestände der Städtischen Kunstsammlungen und des Deutschen Tapetenmuseums hinzu. Hauptaufgabe der Bibliothek ist heute die Unterstützung der Forschungs- und Ausstellungsprojekte des Museums.

Untergebracht sind die Bestände im Schloss Wilhelmshöhe, in einer Zweigstelle in der Innenstadt und in den Restaurierungswerkstätten. Für externe Nutzer steht ein Lesesaal im Kirchflügel von Schloss Wilhelmshöhe zur Verfügung, der gleichzeitig als Studiensaal der Graphischen Sammlung dient. Die Bibliothek bietet ihren Nutzern einen umfangreichen Literaturbestand von über 125.000 Bänden – mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 2000 Bänden. Rund 450 Zeitschriften und Fortsetzungen werden laufend gehalten. Das breite Profil spiegelt die vielfältigen Sammlungs- und Arbeitsschwerpunkte des großen Verbundmuseums: Kunst und Kunsthandwerk von den Anfängen bis zur Gegenwart, Tapeten, klassische Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, Astronomie und Technikgeschichte, Volkskunde, Gartenkunst, Restaurierung und Museumspädagogik.

Bestands- und Ausstellungskataloge von Museen aus aller Welt bilden zumeist den Schwerpunkt; ein Großteil der Neuzugänge wird durch einen über Jahre gepflegten, internationalen Schriftentausch oder als Belegexemplar erworben. Den wertvollen Grundstock der Bibliothek bilden die gewachsenen Altbestände, die jeweils sammlungsbegleitend durch die Kustoden der landgräflichen Sammlungen in den vergangenen Jahrhunderten erworben wurden.

Einen besonderen Schatz stellt auch die Teilbibliothek des Deutschen Tapetenmuseums dar, die beachtliche und außergewöhnliche Spezialliteratur enthält. Im Rahmen eines Katalogisierungsprojektes konnten diese Bestände vollständig elektronisch erfasst werden. Die nach verschiedenen Haussystematiken aufgestellten Bestände werden seit 1997 mit dem Programm Allegro-C elektronisch katalogisiert. Ältere Bestände bis 1996 sind in einem zentralen Zettelkatalog nachgewiesen. In beiden Katalogen wurde besonderer Wert auf die Auffindbarkeit von Künstlern und Ausstellungen sowie die Erfassung von Aufsätzen gelegt. Insgesamt enthält der in den Verbundkatalog zu migrierende elektronische Katalog ca. 76.000 Datensätze, darunter etwa 37.200 verschlagwortete Aufsatzkatalogisate. Die digitale Retroerfassung der Zettelkataloge zu Monographien, Aufsätzen, Auktionskatalogen und Zeitschriftenbeständen soll als weitere Bereicherung des Verbundkataloges in Zukunft angegangen werden.

Betreut wird die Bibliothek von einer Diplom-Bibliothekarin und einem Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. Darüber hinaus arbeitet ein fester Stamm von ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Bibliothek.



 

Gregor Börries, Sabine Naumer E-Mail an AutorIn
Bibliothek der Museumslandschaft Hessen Kassel
Ins Netz gegangen - Linked Open Data jetzt auch bei HeBIS

Als neuen Service bietet HeBIS seine gesamten im Verbundkatalog enthaltenen Titeldaten als Linked Open Data (LOD) an. Ziel ist es, die HeBIS-Titeldaten für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar zu machen und hierdurch Verknüpfungen mit Daten aus nicht-bibliothekarischem Umfeld zu ermöglichen.


Insgesamt handelt es sich um mehr als 17 Millionen Titeldatensätze bzw. bibliographische Ressourcen, die aus 267 Millionen Triple bestehen. Die Titeldaten stehen auf den Internetseiten des HeBIS Linked Open Data Services in mehreren Paketen zum Download bereit und können unter der Creative Commons Lizenz CC0 frei genutzt werden. Für Recherchen mittels SPARQL-Abfragen existiert auch ein SPARQL-Endpoint.


Jeder der als Linked Open Data vorliegenden HeBIS-Titeldatensätze ist gleichzeitig eine bibliographische Ressource, die einen URI (Unified Resource Identifier) zur eindeutigen Identifikation besitzt. Sämtliche Informationen, die zu einer solchen Ressource momentan als Linked Open Data vorhanden sind, können durch Eingabe des zu dieser Ressource gehörenden URIs in das URL-Fenster eines Browsers zur Anzeige gebracht werden.


Der URI eines Titeldatensatzes ergibt sich hierbei aus der zum Titeldatensatz gehörenden IPN (Internal Pica Number). Beispielsweise besitzt der Titeldatensatz zu einer Ausgabe von Goethes Faust die IPN 27991164 und somit den URI: http://lod.hebis.de/resource/27991164.


Die zu einer Ressource angezeigte Internetseite (s. Abbildung unten) enthält wiederum weitere Links, die auch ein Download der Daten in anderen Formaten (N3, RDF/XML) oder Browsen in Linked Data Browsern (Disco, Tabulator, OpenLink) erlauben.


In welcher Weise das Mapping von Pica3, Pica+ und Marc21 auf das Linked Open Data-Vokabular realisiert wurde und welche Linked Open Data-Ontologien verwendet wurden, zeigt eine Dokumentation innerhalb des HeBIS Linked Open Data Services.


Allgemein ist zur Umsetzung der HeBIS-Titeldaten als Linked Open Data noch zu erwähnen, dass sich die deutschen Bibliotheksverbünde bisher noch nicht auf unbedingt erforderliche Kernelemente, die zu verwendeten Ontologien und somit auch noch nicht auf das zu verwendende Vokabular zur Beschreibung von bibliographischen Ressourcen festgelegt haben. Deshalb ist in naher Zukunft auch noch mit geringfügigen Änderungen zu rechnen, was sowohl die Dateninhalte als auch das verwendete Vokabular zur Beschreibung der HeBIS Linked Open Data Titeldaten anbelangt. Aktuelle Informationen über die von der Arbeitsgruppe "Titeldaten der DINI AG KIM" durchgeführten Aktivitäten zu dieser Thematik sind unter https://wiki.d-nb.de/display/DINIAGKIM/Titeldaten+Gruppe zu finden.




Abb.: URI zu Datensatz 'Faust'


Weitere Informationen zum Thema unter:
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://linkeddata.org/
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://de.wikipedia.org/wiki/Linked_Open_Data





Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Thomas Striffler
HeBIS-VZ
Tel.: 798 28984

Dr. Thomas Striffler
Projekt 90.000 : Kataloganreicherung im Minutentakt in der UB Frankfurt


Abb. 1: Scan-Arbeit im ehemaligen 'offenen Magazin'


Kataloganreicherung mit gescannten Inhaltsverzeichnissen hat sich zum Standard etabliert

So werden im Hessischen Verbund regelmäßig die Daten der Deutschen Nationalbibliothek für die deutschsprachigen Neuerscheinungen eingespielt, ebenso die in anderen deutschen Verbundsystemen erstellten ToC, sowie über Syndetic Solutions diejenigen der englischsprachigen Monographien. Ergänzt wird dies durch die Scan-Tätigkeit in den Häusern einiger hessischer Teilnehmerbibliotheken, allen voran die ULB Darmstadt, die ihren gesamten Neuzugang mit gescannten Inhaltsverzeichnissen versieht. Diverse Ergänzungen durch Aktionen zur systematischen Nacherfassung ausgesuchter Bestände haben ebenfalls dazu beigetragen, die inhaltliche Erschließung der Katalogdaten zu ergänzen und auszuweiten. Inhaltsverzeichnisse und Abstracts werden durch einen eigenen Index im Volltext erschlossen und können solcherart in den HeBIS-Katalogen in die Recherchen eingebunden werden.

In der UB Frankfurt werden seit dem Jahr 2009 systematisch die Inhaltsverzeichnisse der monographischen Neuzugänge der Sondersammelgebiete gescannt um damit u.a. auch den Auflagen der DFG zur inhaltlichen Tiefenerschließung genügen zu können. Wenn es die konservatorische Begutachtung zulässt, werden ebenfalls – sofern schon vorhanden – Inhaltsverzeichnisse der antiquarischen Erwerbungen aus dem Zeitraum 1801 – 1870 im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke gescannt. Mit diesen Aktivitäten hat die UB Frankfurt mit Stand April 2012 bereits rund 40.000 Inhaltsverzeichnisse in den hessischen Verbundkatalog eingebracht.

Mit einem großangelegten und mit Sondermitteln ausgestatteten Projekt sollen nun die vor 2009 erworbene fremdsprachigen Monographien - also auch vornehmlich SSG-Titel – sowie deutschsprachige SSG-Bücher, die nachweislich bislang noch keine ToC-Kataloganreicherung haben, retrospektiv erschlossen werden. Optimale Bedingungen dazu fanden sich in den nach Numerus Currens aufgestellten Büchern in dem ehemaligen sogenannten „Offenen Magazin“ der Zentralbibliothek. Dieses war bis zu seiner Schließung im November 2008 als Selbstbedienungsmagazin für Benutzer zugänglich, deshalb „offenes“ Magazin genannt. Die breiteren Achsabstände zwischen den Regalen erlauben deshalb ein bequemes Arbeiten mit den mobilen Scan-Stationen der mit dem Projekt beauftragten Firma AGI-Information Management Consultants mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße (Dandelon.com).

Der dort aufgestellte Signaturenbereich wurde vom Lokalsystem der UB Frankfurt nach den Vorgaben:
a) nicht-deutschsprachig und
b) kein ToC vorhanden, bzw.
c) deutschsprachig aber mit
d) SSG-Bezug und
e) kein ToC vorhanden
selektiert. Ergänzt um PPN und EPN [1] sowie der standortbezogenen Regalnummerierung konnte eine Tabelle mit exakt 90.135 Signaturen (= Bände) generiert werden, die als Grundlage für die Arbeiten vor Ort dient.





Abb. 2: Tabelle Signaturen und Standort


Aufgeteilt auf zwei im Einsatz befindliche Scan-Stationen, wird diese Tabelle systematisch abgearbeitet. Mit den Scan-Stationen fahren die Mitarbeiter der Firma AGI zwischen den Regalen entlang und scannen die Inhaltsverzeichnisse der Bücher in der durch die Signaturen vorgegebenen Reihenfolge. Als erfreulicher Nebeneffekt wird dadurch in diesem Magazinbereich gleichermaßen eine Teilrevision durchgeführt, denn nicht am Standort vorhandene Bücher werden in einer separaten Tabelle zur Nachkontrolle erfasst. Von der Ausleihe zurückkehrende Bücher werden von den Magazinmitarbeitern an die Scanner geliefert, bearbeitet und dann zurückgestellt. In den Regalen verstellte Bücher werden ausgehoben, bearbeitet und an die richtigen Standorte zurückgebracht.






Abb. 3: Inhaltsverzeichnis im Katalog



Durch den Einsatz von zwei parallel arbeitenden Scan-Stationen geht die Arbeit zügig voran. So wurden seit Aufnahme der Scan-Routinen bereits 39.703 (Stand 30.9.2012) Inhaltsverzeichnisse erzeugt und in den HeBIS-Verbundkatalog eingespielt. Mit Abschluss der Arbeiten ist - bei gleichbleibender Arbeitsgeschwindigkeit – Anfang 2013 zu rechnen.




[1] PPN = Pica-Produktionsnummer und EPN = Exemplarsatznummer in der Pica-Verbunddatenbank von HeBIS




Dr. Klaus Junkes-Kirchen E-Mail an AutorIn
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Frankfurt am Main
Reiher, Rosen und Rhabarber

Am Morgen des 8. Septembers trafen sich am Friedberger Bahnhof fünf Radler/innen (Monika Denker, Hans Eckert, Annelen und Ingo Ottermann und Dr. Silvia Uhlemann) bei strahlendem Sonnenschein zur diesjährigen Tour de Provenance der AG Historische Bestände. Klingt noch besser als rund um den Finanzplatz Frankfurt und Eschborn.

Nachdem, ähnlich wie bei einem Harley-Treffen, die einzelnen Gefährte begutachtet wurden, wobei Frau Uhlemanns Klapp-Racer große Aufmerksamkeit erregte, ging’s auch schon in rasender Abfahrt Richtung Ossenheim und Bauernheim, wo nicht nur Bauern sondern auch Reiher zu Hause sind, Vorboten des nahen Feuchtbiotops Bingenheimer Ried. Die Reiher, nicht die Bauern.

Aus Vorfreude auf weitere Watvögel und Sumpfdotterblumen wurde in Beienheim die Abzweigung ins Ried verpasst, sodass die Reiher ungestört weiterreihern konnten. 


Also straight along to Wölfersheim, wo wir die größte freitragende Saalkirche Deutschlands leider verschlossen vorfanden. Sah aber von außen auch ganz beeindruckend aus. Hinter Wölfersheim die erste Bergwertung hinauf zur alten Römerstraße. Wie stand‘ s so schön in der RMV-Tourenbeschreibung: „Ebenes bis leicht hügeliges Gelände“.

Jedenfalls wölbten sich vor mir die Waden unter Volllast. Dann vor Münzenberg die zweite Rampe: Schotterpiste hinauf durch den Wald. So müssen sich die frühen Tour de France-Helden gefühlt haben, als es am Galibier noch Bären gab. Aber bald wurden wir durch den Anblick der Burg Münzenberg belohnt, die, schon von Ferne sichtbar, auf einem Hügel im gleißenden Mittagslicht thronte. Das berühmte Tintenfass, seit Kuno von Münzenbergs Zeiten das Wahrzeichen der Wetterau, dessen sofortige Besichtigung durch Hunger, Durst und einen Wegweiser durch die Biergasse zum Gasthaus Löwen verhindert wurde.


Weizenbier, Salat und frischer Hackbraten mit erlesener Pilzsoße wurde geordert. Die Damen erkundigten sich nach Süßungsgrad und Inhaltsstoffen der avisierten hausgemachten Rhabarberlimonade, vom Wirt wortkarg mit dem Hinweis „Schmeckt gut“ kommentiert. Wahrscheinlich kann man sich in der Münzenberger Beschaulichkeit gar nicht vorstellen, dass es in der bösen Welt da draußen Ungeheuerlichkeiten wie Geschmacksverstärker und künstliche Aromen gibt.


Jedenfalls wurde von einer Bestellung der Limo erst einmal Abstand genommen, aber ein Gläschen zum Probieren hat uns alle überzeugt und einen wahren Rhabarberrausch ausgelöst. Als sich dann noch herausstellte, dass die Pilze für die erlesene Pilzsoße selbst gesammelt, also tatsächlich erlesen waren, gab’s kein Halten mehr. Es gibt sie doch noch, die guten Dinge. Danke, Herr Schubert, für das köstliche Mittagsmahl und den kurzen Blick in die Wetterauer Seele!



Frisch gestärkt hinauf zur Burg, wo vom Ostturm aus der Blick weit ins Land schweifte, vom Feldberg auf der einen bis zu der, sich einer Fata Morgana gleich aus dem fernen Dunst erhebenden Licher-Brauerei auf der anderen Seite, bereits neue Durst-Phantasien weckend. Nach eingehender Besichtigung der Burgruine ging’s dann in schneller Fahrt bergab ins Tal, wobei Herr Eckert den Mitradlern radfahrerische Grundtechniken, wie die die stromlinenförmige Abfahrtshaltung und den kurz angerissenen Zielsprint zu vermitteln suchte. Weiter Richtung Steinfurth, das bekannte Rosendorf, wo sich seit 1868 alles um Rosen dreht. Was für den Münzenberger der Rhabarber, ist für den Steinfurther offensichtlich die Rose. Kaum verwunderlich, dass am Rosenmuseum, wo wir uns eigentlich zu Eis, Kaffee oder Eiskaffee nieder lassen wollten, das Rosenfest (vulgo Kerb) in vollem Gange war. Leider mit Techno-Beschallung (uuutz, uuutz, uuutz), dass es auch das letzte Rosenblatt vom Stängel haut, sodass die sofortige Weiterfahrt beschlossen wurde. Gott sei Dank stellte auch der letzte gefürchtete Anstieg, die sagenumwobene Mur de Steinfurth, dank des Rhabarberlimonadendopings kein ernst zu nehmendes Hindernis dar. Frau Uhlemann sicherte sich überlegen den Sieg in der Bergwertung. Die harten Trainingseinheiten auf heimischem Terrain haben sich also bezahlt gemacht.


Die ausgefallene Pause wurde in Bad Nauheim bei Kaffee und italienischem Eis auf einer Kurparkbank nachgeholt, besonders lecker: Bitterschokolade-Orange. Leider war Herr Eckert mit nachlassender Dopingwirkung nicht mehr in der Lage, sein Eis festzuhalten und hat sich völlig bekleckert. Selbstverständlich wollten wir die Jugendstil-Monumente des Bäderbezirks besichtigten. Die Trinkkuranlage war aber schon geschlossen und eine Jugendstil-Modenschau mit Musikuntermalung aus der Endlosschleife zwang uns zur Weiterfahrt entlang der Salinen nach Friedberg, wo wir gegen 18 Uhr den Bahnhof erreichten.

What a day! Man kann bedauern, dass die Tour de Provenance (genau wie die Tour de France) nur einmal im Jahr stattfindet … Herzlichen Dank an Frau Denker für die Vorbereitung und Herrn Ottermann für die Fotos.

Text: Hans Eckert ; Bilder: Ingo Ottermann E-Mail an AutorIn
Schulprogramme: Änderung der Katalogisierungsregeln

Die UB Gießen verfügt über eine umfangreiche Sammlung von sog. Schulschriften oder Schulprogrammen. Im Rahmen der Fortführung des Projektes "Bibliographie der Schulprogramme" (s.: L. Kalok: Projekt: "Bibliographie der Schulprogramme", HeBIS-Cocktail 2011-4) wird die Änderung der Katalogisierungsregeln für die den Schulprogrammen beigebenen "wissenschaftlichen Abhandlungen" angestrebt.


Die derzeitige Erfassungsanleitung im HeBIS-Verbund orientiert sich stark an den Preußischen Instruktionen, in denen diese Schriften stets selbständig zu erfassen waren. Angestrebt wird jetzt eine Änderung, die die tatsächlichen bibliographischen Verhältnisse (unselbständiger Aufsatz im Gesamtprogramm oder physisch getrennter Band) besser widerspiegelt. Dazu wurde in überregionaler Kooperation unter Einbeziehung der Verbundzentrale ein Entwurf für eine Praxisanleitung erstellt, deren Praktikabilität die UB Gießen ab sofort als Pilotanwender testen wird.


Das Handbuchkapitel "Schulprogramme" wird zurückgezogen und soll nach erfolgreichem Praxistest der UB Gießen durch die neue Anleitung ersetzt werden.


Corina Thomä E-Mail an AutorIn
UB Gießen

Mitteilungen

Das CBS als Mittelpunkt der (Daten)Welt

CBS Partner Meeting 2012


Das CBS Partner Meeting 2012 widmete sich schwerpunktmäßig dem Thema Metadaten unter verschiedenen Aspekten. Dabei zeigten sich die Stärken des CBS als vielseitiger und ausbaufähiger Datenhub, dem in der Verwaltung, dem Austausch und der Präsentation von Metadaten mehr und mehr Aufgaben und neue Funktionen zufallen.

Eine wichtige Aufgabe des CBS für die Zukunft ist die Datensynchronisierung zwischen verschiedenen Plattformen und in verschiedene Richtungen. Von einigen CBS-Anwendern bereits genutzt wird die Synchronisierung zwischen eigener CBS-Datenbank und OCLCs WorldCat. Dabei werden bisher Titeldaten und ein Bibliothekskennzeichen geliefert. Ebenfalls bereits nutzbar ist die Zwei-Wege-Synchronisierung, bei der auch Daten aus dem WorldCat zurückgeliefert werden, beispielsweise zusätzliche Sacherschließungs- oder andere Anreicherungselemente.

Auch bei der Nutzung der neuen WorldShare-Plattform und ihrer Management Services für die lokalen Geschäftsgänge kann das CBS weiter als Datenhub eingesetzt werden, braucht dann aber neue Synchronisierungskomponenten, die den Datenfluss von Titel- und Lokaldaten zwischen ihm und der WorldShare-Plattform sicherstellen. Dabei ist noch völlig offen, wo in einer solchen (Daten)Welt künftig katalogisiert wird: weiter im CBS oder direkt in WorldCat; beide Modelle und ihre datentechnischen Konsequenzen wurden mit den CBS-Partnern diskutiert.




Abb. 1: CBS als Synchronisierungscenter, © OCLC



Martin van Muyen, der Produktmanager des CBS, stellte zwei interessante Spezialanwendungen bzw. -entwicklungen des CBS vor: eine automatisierte FRBRisierung des niederländischen Gesamtkataloges und eine ressourcenschonende Metadatenverwaltung für E-Ressourcen-Pakete. Bei der FRBRisierung wird im CBS der niederländischen Bibliotheken für alle Titel, die in zwei oder mehr Manifestationen vorliegen, automatisch nach bestimmten Parametern ein Werkdatensatz für die FRBR-Entität „Werk“ erzeugt und mit den bibliographischen Sätzen für die Manifestation verknüpft. Die Cluster können in Benutzeroberflächen für eine deutlich verbesserte und übersichtlichere Anzeige verwendet werden. Diese Serviceverbesserung ist ohne jeden Mehraufwand in der Katalogisierung erreichbar; lediglich in der CBS-Administrierung sind entsprechende Vorarbeiten zu leisten.

Auf neue Prozesse und Funktionen innerhalb des CBS setzt auch die Metadatenverwaltung für E-Ressourcen-Pakete, die nach Anforderungen der Zeitschriftendatenbank entwickelt wurde. Ziel war es hier, Paket- und Lizenzinformationen nur einmal erfassen zu müssen und danach automatisch an die einzelnen in dem Paket enthaltenen Titel „zu vererben“. Bibliotheken, die bisher sorgfältig jeden einzelnen bibliographischen Nachweis aus Paketen manuell eingepflegt haben, können mit diesem Verfahren somit deutliche Einspareffekte erzielen. Beide neuen Anwendungen befanden sich zum Zeitpunkt des Partner Meetings noch in letzten Testphasen, werden nach ihrer Abnahme aber in kommenden regulären CBS-Releases ausgeliefert und stehen somit auch den anderen Anwendern zur Verfügung.

Ein CBS bildet auch die Basis für die Datenbank des International Standard Name Identifiers (ISNI). Dieser hat Anfang 2012 den Status als ISO-Norm erreicht (ISO 27729). Inzwischen wurde auch eine Internationale Agentur für den ISNI gegründet, der OCLC angehört. Eine der ersten Aufgaben der Agentur ist es, ein tragfähiges Geschäftsmodell für den ISNI zu entwickeln, wobei Recherche und Nutzung des Identifiers auf jeden Fall kostenfrei bleiben werden. Für den ISNI gelten hohe Qualitätsanforderungen: Nur bei eindeutigen Übereinstimmungen in der Datenbasis, die aus VIAF und weiteren Quellen besteht, wird ein ISNI vergeben. Mögliche Treffer werden derzeit intellektuell und manuell von der British Library und der Bibliotheque Nationale de France bearbeitet; Datenfehler an die Ausgangsdatenbanken zurückgemeldet. Wünschenswert wäre eine enge Verzahnung des ISNI mit Normdaten für Personen wie z.B. in der GND.

Vorgestellt wurden die Release-Planungen für das CBS, die bereits bis zur Version 8 und ins Jahr 2014 reichen. Für die WinIBW ist eine Version 3.6 in der Entwicklung, die bis Jahresende ausgeliefert werden wird; außerdem ist für 2013 eine Version 3.7 vorgesehen. Hier steht allerdings eher Konsolidierung im Vordergrund, denn weiterhin gilt das Ziel, die WinIBW in den nächsten Jahren durch einen neuen Client („Record Builder“) zu ersetzen.




Abb. 2: WorldCat als Datenaggregation, © OCLC


Ted Fons, Executive Director und verantwortliche für Datendienste und WorldCat, gab einen Überblick über die WorldShare-Plattform. Auch hier stehen die Metadaten des WorldCat im Zentrum des Systems. Ted Fons verwies auf das weiter steigende Wachstum des WorldCat als zentralem, aggregierten Datenpool, der um immer neue Dokumente ergänzt werde, wie beispielsweise um Nachweise für Digitalisate aus lokalen Repositorien. Durch die Einbindung des WorldCat in moderne Discovery Services und die Zusammenarbeit mit den Anbietern dieser Systeme wie Exlibris oder Ebsco werde zudem die Sichtbarkeit von Bibliotheken und ihrer Bestände wesentlich erhöht.


Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ
Personalia

Neu im Team:

Als neuen HeBIS-Kollegen begrüssen wir Herrn Oliver Brauner. Er unterstützt die KollegInnen der HeBIS-IT künftig im Bereich Kataloganreicherung, des weiteren arbeitet er mit der Hälfte der Arbeitszeit im Team des LBS Frankfurt in der Systembetreuung.


Kontakt:
Oliver Brauner
Tel.: 069/798-28096


(tak)
Katalogisierung
Karten (Reihe C) - nun auch in MARC

Nach der Umstellung der Schnittstelle von MAB auf MARC werden seit Mitte Juli die f- und F-Sätze der Reihe C wieder eingestellt.

Bitte beachten Sie:
Die Sortierformen (Kat. 4160) werden von der DNB übernommen, d.h. es kann Abweichungen zu den HeBIS-Konventionen geben. Wenn dadurch die Sortierung eines mehrbändigen Werkes nicht in sich stimmig ist, korrigieren Sie dies bitte bei der Nachnutzung.

Für die Kat. 415X werden keine Sortierformen geliefert und können auch nicht maschinell gebildet werden. Bitte erfassen Sie diese bei der Nachnutzung des Datensatzes.



Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Carmen Wittich
HeBIS-VZ
Tel.: 798 39 654

(wit)
Neu in der Datenbank
Import von Metadaten - Ergänzungen und Aktualisierungen


National- und Allianzlizenzen

1. eHRAF World Cultures, ZDB-1-HRA, V525
254 Dokumentnachweise wurden in die OPACs gespielt.

2. Library of Latin Texts / Series A, ZDB-1-LCL, V522 (3308 Datensätze)

3. World Bank E-Library Archive, ZDB-1-WBA, LZI V526 (5364 Datensätze)

4. Stücktitel zu Royal Institute of Philosophy supplement, ZDB-1-CUP, V277 (Katalogisate der UBGI)

5. Karger E-Books Collection Complete, ZDB-1-KEC, Jg. 2011 war bereits durch UBF katalogisiert. Nachnutzung durch LZI V524, Metadaten für 2012-13 werden vom BVB bereitgestellt.


Konsortial- und Bibliothekslizenzen

1. OECD iLibrary E-Books, ZDB-13-SOC, V306
Vom HBZ wurde eine verbesserte Gesamtlieferung ausgegeben. Knapp 2000 vorhandene Datensätze wurden überschrieben; dies war insbesondere notwendig, da die Ursprungsdaten von OECD jetzt mit neuen Identnummern versehen sind. Auch die bibliografische Beschreibung der Titel ist umfassender.
Rund 6000 Datensätze sind hinzugekommen, bestehend aus neuen E-Books (Stand März 2012) und neu eingebrachten Stücktiteln zu fortlaufenden Werken (bspw. Working Papers), die bisher nur als Gesamttitel nachgewiesen waren.
Ca. 600 dublette Datensätze (manuelle Katalogisate aus dem HBZ ohne Identnummer) wurden gelöscht.
Die Erschließung der OECDiLibrary über die OPACs konnte damit deutlich verbessert werden.

2. The making of the modern world, Part 2, 1851-1914
Mit der Nachlieferung von 2035 weiteren Datensätzen liegt die Sammlung jetzt komplett im CBS vor.

3. Oxford Scholarship Online, September-Lieferung (334 neue Titel)

4. WISO E-Books, ZDB-5-WEB, LZI V266
155 Löschungen, 5 Neuauflagen zum Oktober


Neue LZIs wurden für folgende Pakete eingerichetet (Bibliothekskatalogisate):

* V519 Beck: NomosOnline Bundesrecht
* V513 Campus: Business 2012
* V520 Beltz E-Book Pakete 2012: Psychologie
* V521 Beltz E-Book Pakete 2012: Pädagogik
* V514 Kohlhammer: Entwicklungspsychologie
* V515 Kohlhammer: Sozial-/Persönlichkeits-/Arbeits- und
Organisationspsychologie
* V516 Kohlhammer: Pädagogische Psychologie
* V517 Kohlhammer: Einführung und Allg. Psychologie
* V518 Kohlhammer: Schulpädagogik


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Michaela Konrad
Tel.: (069) 798 39 658

(mik)
WinIBW3
Neuansetzungsformular

Nachdem im April dieses Jahres die Gemeinsame Normdatenbank (GND) von der Deutschen Nationalbibliothek in Betrieb genommen wurde, sind endlich auch die letzten Nachzügler in WinIBW3 für GND aufgerüstet worden.


Seit dem WinIBW-Update 3.3.9-24 Mitte August steht für die Sacherschließung ein aktuelles Neuansetzungsformular zur Verfügung. Es ersetzt das veraltete Formular und erleichtert in den noch ungewohnten Regelungen der GND die Ansetzungen von Normdaten.




Das Formular ist in der Funktionsleiste RSWK Neuansetzungen hinterlegt. Mit dem Menüpunkt "Neuansetzungsformular öffnen" wird es aufgerufen. Die Funktionen des Menüs sind nach der vorübergehenden Deaktivierung wieder nutzbar; die Menüpunkte "PND-Verknüpfung" und "GKD-Verknüpfung" führen beide eine GND-Verknüpfung durch.

Ist die Neuaufnahme abgeschlossen, kann diese per E-Mail an die Verbundredaktion Sacherschließung zur weiteren Bearbeitung und endgültigen Ansetzung in DNB-Iltis geschickt werden. Ein Verknüpfungsprogramm beendet die Sacherschließungsarbeiten durch Anhängen der neuangesetzten Normdaten an die entsprechenden PPNs der Bücher.


Weitere Informationen zur Sacherschließungs mir WinIBW3 finden Sie auch in den Gebrauchsanweisungen:

(MiJu)

Gremienberichte

Erfolgreiches Anwendertreffen HeBIS Online-Fernleihe

Das Anwendertreffen HeBIS Online-Fernleihe 2012 fand am 17.09. mit 38 FernleihkollegInnen aus Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken in Räumen der Universität Frankfurt statt. Die Veranstaltung war somit gut besucht und bot ausreichend Möglichkeiten, sich mit hessischen Fernleihkollegen auszutauschen und aktuelle Fernleihfragen zu thematisieren.

Die behandelten Themengebiete waren u.a.:

  • Fernleihabrechnung 2012
  • Neugestaltung der Bestellformulare
  • Abschaffung des Fernleihpasswortes
  • Entwicklung der elektronischen Kopienfernleihe
  • elektronische Ressourcen im Leihverkehr.



Abb.: Anwendertreffen 2012, © T.Rabeneck, HeBIS



Für Interessierte stehen die Folienpräsentationen als pdf bereit unter:
http://www.hebis.de/de/1fernleihe/biblinfos/veranstaltungen/Fernleihanwendereffen2012.pdf




Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Günter Pietzonka
HeBIS-VZ
Tel.: 069-798 39 667

(gp)
EURIG
RDA - auf dem Weg zu einem internationalen Regelwerk

* EURIG – European RDA Interest Group




EURIG beteiligt sich am Proposal-Verfahren


Die European RDA Interest Group (EURIG) hat eine intensive Diskussion des Regelwerkes Resource Description and Access (RDA) begonnen und bekräftigt, sich aktiv an der Regelwerksentwicklung zu beteiligen. Dazu wurden im Revisions-verfahren des Jahres 2012 fünf sogenannte "Proposals" eingereicht, in denen Änderungen vorgeschlagen werden. Die EURIG-Papiere wurden vom verantwortlichen Joint Steering Committee for the Development of RDA (JSC) akzeptiert. Damit wurde deutlich, dass die europäischen RDA-Anwender durch ihren Zusammenschluss in EURIG eine starke Position erreicht haben.

EURIG wurde im September 2011 offiziell gegründet. Das Ziel der Vereinigung ist es, die fachlichen Interessen der europäischen RDA-Anwender zu bündeln und nach aussen zu vertreten. Gleichzeitig wird ein Forum für Austausch und Kooperation auf dem Weg zur Einführung des neuen Regelwerkes und seiner eigentlichen Implementierung geschaffen. Neben Nationalbibliotheken gehören auch andere Institutionen EURIG an, so wie die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme, der Österreichische Bibliothekenverbund oder das ISSN-Zentrum. Eine Mitgliederliste steht online unter http://www.slainte.org.uk/eurig/members.htm. Einige davon haben bereits konkrete Vorhaben zur Einführung von RDA, andere bereiten derzeit entsprechende Entscheidungen vor.


Wie im Januar 2012 in Paris beschlossen, reichte EURIG fristgerecht am 30. Juli 2012 „Proposals“ und ein „Discussion Paper“ beim Joint Steering Committee for the Development of RDA (JSC) im Rahmen des regulären Revisionsverfahrens ein. Papiere wurden zu folgenden Themen eingereicht:

  1. Performances – Addition of examples in RDA 6.12.1.3 and 6.27.3
  2. Date of expression – Revision of RDA 6.10.1.1 and 6.10.1.3
  3. Language of expression – Revision of RDA 6.11, 6.11.1.3, 6.11.1.4, 7.12.1.3, 26.1.1.3
  4. Musical arrangements – Revision of RDA 6.18.1.4 and 6.28.3.2.1
  5. Musical arrangements: discussion paper

Die Anträge werden zusammen mit rund 50 anderen bei der Sitzung des JSC im November 2012 behandelt und entschieden.



Die EURIG-Mitgliederversammlung 2012 fand am 21. September in der spanischen Nationalbibliothek in Madrid statt. Es nahmen 27 Vertreter/-innen der EURIG-Mitgliedsinstitutionen aus 16 Ländern teil. Zu Beginn der Tagung wurde festgestellt, dass die Zahl der EURIG-Mitglieder inzwischen auf 30 angewachsen ist. Inhaltlicher Schwerpunkt der Sitzung bildeten die aktuellen Proposals für die Revision und Weiterentwicklung der RDA, von denen für einige Stellungnahmen („Responses“) aus EURIG-Sicht beschlossen wurden. Besonders wichtig scheint es, dabei immer wieder eine echte Internationalisierung einzufordern und konsequent den Finger auf solche Regeln zu richten, die sehr stark von der angloamerikanischen Katalogisierungstradition geprägt sind (z.B. Begrenzung des Zusatzes von Staat oder einer anderen Verwaltungsebene bei der Angabe von „Places“ auf bestimmte Länder).

Einen Diskussionsschwerpunkt bildete außerdem die Behandlung von Aggregationen, bei denen die Anwendung des FRBR-Modells aus EURIG-Sicht bisher nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte und auch die RDA schwer praktisch anwendbar sind. Dazu hatte man bereits im Januar eine „Working Group on Aggregates“ eingesetzt, die den Auftrag erhielt, den Abschlussbericht einer IFLA-Arbeitsgruppe zur Behandlung von aggregierten Werken nach dem FRBR-Modell unter praktischen Gesichtspunkten zu prüfen und Anwendungsvorschläge zu erarbeiten. Die EURIG-Gruppe begann ihre Arbeit mit Publikationen, die nur oder teilweise aus Bildern bestehen, und mit Zusammenstellungen von Werken; der Mitgliederversammlung lag dazu ein erstes Arbeits- und Vorschlagspapier vor. Die Vorschläge zu Illustrationen wurden angenommen, während sich für die Werkzusammenstellungen weiterer Diskussionsbedarf ergab und vorerst kein Konsens erreicht werden konnte. Umstritten war insbesondere die Frage, inwieweit für bestimmte Typen von Aggregationen formale Werktitel gebildet werden sollten. Dies wurde vor allem von deutschsprachigen Vertretern als nicht zeitgemäß und Rückfall ins Zeitalter der „Preußischen Instruktionen“ (Werke, Teilsammlung etc.) angesehen.

Zum Abschluss des Meetings wurde diskutiert, inwieweit EURIG sein Themenspektrum etwas erweitern könnte oder müsste, beispielsweise um Linked Data, die Bibframe Initiative oder VIAF/ISNI. Dazu wurde festgestellt, dass man sehr sorgfältig darauf achten müsse, mit den Themen immer in engem Zusammenhang mit RDA zu bleiben. Für Spezialthemen, die dann in Workshops oder kleinen Gruppen bearbeitet werden können, wird die nächste Mitgliederversammlung von EURIG um einen halben Tag verlängert. Das Meeting wird in der 2. Septemberhälfte 2013 in Stockholm stattfinden. Dort soll die Implementierung von RDA wieder stärker thematisiert werden; außerdem endet die Amtszeit des derzeitigen Executive Committee und es sind Neuwahlen abzuhalten. Laufende Informationen und die offiziellen Protokolle der Sitzungen finden Sie auf der Website von EURIG unter http://www.slainte.org.uk/eurig/index.htm


Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
EURIG-Mitglied, vertritt die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme
Rückblick: HeBIS-Nutzerversammlungen 2012

Die HeBIS-Nutzerversammlungen 2012 fanden an folgenden Tagen statt:


Mittwoch, 05. September 2012 in Marburg
UB Marburg, Vortragsraum 1. Stock (Canadasaal),
Wilhelm-Röpke-Str. 4

Montag, 10. September 2012 in Frankfurt
UB Frankfurt, Campus Bockenheim, Hörsaal 2

Dienstag, 25. September 2012 in Fulda
HLB Fulda, Lesesaal, Heinrich-von-Bibra-Platz 12


Beginn: Jeweils 10.00 Uhr
Bis: Jeweils 13.00 Uhr


Tagesordnung

    1. Begrüßung
    2. Bericht zur Verbundentwicklung (Berndt Dugall)
    3. Auf dem Weg zum neuen HeBIS-Portal (Uwe Reh)
    4. Einführung von RDA - aktueller Stand der Vorbereitung und Perspektiven (Rita Albrecht)
    5. Verschiedenes


    Der Verbundleiter Berndt Dugall gab im Sachstandsbericht einen Überblick der Verbundtaktivitäten im letzten Jahr. Er stellte neue HeBIS-Verbundmitglieder vor und ging auf die Neuerungen bei der Hessischen Bibliographie ein. Verbesserte Funktionalitäten in der HeBIS-Datenbank und die aktuellen Zahlen der Online-Fernleihe wurden vorgestellt. Dugall machte deutlich, welche Veränderungen es bei der Organisation der Aus-und Fortbildung für den höheren und gehobenen Dienst geben wird. Neben dem aktuellen Sachstandsbericht zum HeBIS-Konsortium bekamen die Anwesenden einen Überblick zur aktuellen Lage der Bibliotheken nach der Evaluierung durch den Wissenschaftsrat. Daran anknüpfend gab Dugall einen Ausblick auf  die künftigen Entwicklungen und Ziele von HeBIS.


    Aufzählungszeichen blauer PfeilPDF-Version der Präsentation von B. Dugall.


    Im Anschluss präsentierte Uwe Reh (HeBIS IT) die Arbeitsversion des HeBIS Discovery Service, das umfangreiches Rechercheinstrument, welches im nächsten Jahr das HeBIS Portal ablösen wird.


    Rita Albrecht (Leiterin HeBIS VZ, Bibliothekarische Dienste) vermittelte einen Überblick über den Stand zur Einführung der RDA im Verbund und deutschlandweit.


    (tak)

    Fortbildungen/ Veranstaltungen

    HessFort ab 2013 mit neuem Personal und neuem Programm

    Kürzlich wurde die organisatorische Verantwortung für die hessenweite Fortbildung an Frau Fairhurst und Frau Hessler in der Universitätsbibliothek Frankfurt übertragen. Beide verfügen auf dem Gebiet der Fortbildung über einen reichen Erfahrungsschatz, sind sie doch schon seit vielen Jahren für die interne Fortbildung der UB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig. Fachlich begleitet werden sie von der bibliothekarischen Leiterin der HeBIS-Verbundzentrale, Rita Albrecht. „Die langjährigen Erfahrungen und die gute Vernetzung unserer neuen Geschäftsführerinnen im Fortbildungsgeschäft werden für HessFort ein Gewinn sein“, meinte Frau Albrecht. Auch eine Effizienzsteigerung wird durch die Bündelung der beiden Fortbildungsprogramme in den Händen von Frau Fairhurst und Frau Hessler erwartet.


    Ende Februar 2012 war die Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung beim HeBIS-Verbund praktisch von einem Tag auf den anderen wegen einer beruflichen Neuorientierung des Geschäftsführers verwaist. Während für die Betreuung der Ausbildung der Referendare recht schnell eine Lösung gefunden wurde, blieb für die hessenweite Fortbildung nur die vorsorgliche Streichung sämtlicher für 2012 geplanten Veranstaltungen.


    Das neue Fortbildungsteam hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen und einige Rahmenbedingungen gemeinsam mit der Verbundleitung abgesteckt. Neu geregelt wurden die Kostenbeiträge für die Veranstaltungen, bei denen künftig für Teilnehmer aus Nicht-HeBIS-Mitgliedsinstitutionen ein Aufschlag anfällt. Im Programmangebot werden wie in den Vorjahren rund 10 Kurse zu verschiedenen Themen sein, darunter pro Jahr auch einer zu einem „Soft Skill“-Thema.

    Nicht mehr angeboten werden ab 2013 Kurse für Katalogisierer auf der Basis der RAK und der RAK-Sonderregelwerke. Stattdessen soll das neue Regelwerk „Resource Description and Access“ (RDA) und das FRBR-Modell, auf dem es beruht, mehr und mehr in den Fokus rücken. So ist zum Neustart des HessFort-Programmes im Februar 2013 eine kostenlose Einführung in FRBR und RDA „for absolute beginners“ geplant.


    Das Fortbildungsprogramm für das erste Halbjahr 2013 wird in der Januar-Ausgabe des HeBIScocktails en Detail vorgestellt werden und auch auf der HeBIS-Website zu finden sein. Fragen und Anregungen können an die Sammeladresse hessfort@hebis.de gerichtet werden.

    Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
    HeBIS VZ

    Informationsveranstaltung zum HeBIS Discvovery System am 07.11.12

    Leichter finden, mehr entdecken: Informationen zum HeBIS Discvovery System


    HeBIS Discovery System (HDS) lautet der Arbeitstitel der neuen Such- und Bestelloberfläche, die sich zur Zeit im Aufbau befindet und 2013 die Nachfolge des HeBIS-Portals und seiner bibliotheksspezifischen Sichten antreten wird. Der Begriff "Discovery" steht dabei für einen völlig neuen konzeptionellen Ansatz: Ein einheitlicher Index für die lokalen Katalogdaten löst die Metasuche ab, die Integration des EBSCO Discovery Service (EDS) erweitert den Suchraum auf lizenzierte Datenbanken und Volltexte, und neue Technologien ermöglichen kurze Wege zur lokalen Verfügbarkeitsinformation, zur Online-Bestellung und zum Volltextzugriff. Dank dieser konzeptionellen Eckpunkte wird das HeBIS Discovery System weniger ein herkömmliches Katalogportal als ein innovativer lokaler OPAC mit deutlich erweiterten Retrievalmöglichkeiten sein.

    In einer ganztägigen Informationsveranstaltung am 7. November 2012 in Frankfurt soll das Konzept und der Entwicklungsstand des HeBIS Discovery Systems genauer vorgestellt und erläutert werden. Neben Beiträgen aus der HeBIS-Verbundzentrale erwarten Sie auch Vorträge unserer verbundinternen und -externen Kooperationspartner.

    Die Veranstaltung richtet sich an alle KollegInnen der HeBIS-Bibliotheken, die sich für das Thema interessieren. Für ausreichend Platz ist gesorgt, so dass keine Anmeldung erforderlich ist.


    Termin und Veranstaltungsort:

    Mittwoch, 7. November 2012
    10:00 bis 15:30 Uhr

    Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
    Casino, Raum 1.801 (Renate von Metzler-Saal)
    Campus Westend
    Grüneburgplatz 1
    60323 Frankfurt am Main


    Einladung und Programm:

    http://www.hebis.de/de/1ueber_uns/projekte/portal2/infoveranstaltung-hds.php
    Heike Nienerza E-Mail an AutorIn
    HeBIS VZ

    Impressum

    HeBIScocktail 4/2012 (Oktober 2012)


    HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

    Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.


    Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

    Redaktion: Kea Codlandwehr (kc), Tanja Kindt (tak), Jule Mildner (miju)

    Weitere Autoren: Herbert Adam (hea), Rita Albrecht (ria), Monika Denker (mod), Andrea Hartmann, Michaela Konrad (mik), Heike Nienerza (hen), Günter Pietzonka (gp), Carmen Wünkhaus-Wittich (wit)

    E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

    Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

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    HeBIScocktail 1/2013 erscheint Januar 2013.

    Redaktionsschluss: Dezember 2012.

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