HeBIScocktail
Ausgabe: 2015-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

der Umstieg auf das neue Regelwerk RDA, welches RAK WB nach nunmehr über 40 Jahren ablösen wird, steht bevor.

2015 sollen im HeBIS-Verbund mehr als 600 Bibliothekare geschult werden, es gibt ein nationales Schulungskonzept, zahlreiche Bibliothekare sind mit den Vorbereitungen für diesen Umstieg beschäftigt.

Imke Wolbers stellt in Ihrem Bericht das Schulungskonzept vor und veranschaulicht, wie differenziert daran gearbeitet wird, die Planungen insbesondere für die lokalen Bedürnisse der Katalogisierer im Verbund anzupassen.

Dass  Wohlfühl-Ambiente und Effizienz in einer Bibliothek sehr wohl zusammengehen können, beweist Ingrid Sand.  In ihrem Artikel werden die neu gestalteten Servicebereiche der Technischen Hochschule Mittelhessen (Gießen, Friedberg) vorgestellt und man versteht, dass diese vom Publikum sehr gut angenommen werden.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr HeBIScocktail-Team

 

Themen

AG Historische Bestände – 3. Tour de Provenance

 

Am 18. Oktober 2015 fand am Untermain die jährliche Radtour der AG Historische Bestände statt, die bereits mit der 3. Auflage zur Legende geworden ist. Leider war in diesem Jahr die starke Mainzer Radsportgruppe Ottermann verhindert, so dass sich an einem nebligen Morgen vier unentwegte, aber hoch motivierte Radler am Start in Rüsselsheim einfanden: Dr. Silvia Uhlemann, Dr. Bernd Reifenberg, Monika Denker und Hans Eckert.

 

Bei ungemütlicher, nasskalter Witterung ging es flussaufwärts Richtung Raunheim, wo am Yachthafen bereits die Boote an Land gebracht wurden – ein untrügliches Zeichen für den bevorstehenden Winter. Kurz hinter der Mönchhofkapelle lichteten sich bereits die Nebelfelder, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken und bei der Überfahrt mit der Okrifteler Fähre fühlte man sich bereits wie auf dem Sonnendeck eines Kreuzfahrtschiffes. Leider dauerte die „Kreuzfahrt“ nur vier Minuten, man hätte gerne noch eine Weile sanft auf den gleißenden Wellen hin und her gedümpelt, aber die Fahrt wurde entlang des nördlichen Mainufers fortgesetzt.

 

 

Verdiente Pause

 

Bis zur Mittagszeit erreichte die Gruppe das beschauliche Eddersheim, wo erstmals Hunger und Durst über die sportlichen Ambitionen siegten. Dem Inhaber eines gerade öffnenden Eissalons half man, Tische und Stühle auf die kleine Piazza gegenüber der Kirche hinaus zu tragen, wo die bereits verbrauchten Kalorien in Form von Cappuccino und Tiramisu den ermatteten Körpern wieder zugeführt werden konnten. Die Stärkung tat auch bitter not, denn weiter ging’s in rasender Fahrt auf schlammigen  Feldwegen, wo die ersten Matschwertungen für das braune Trikot auf dem Programm standen, ehe, einer Oase gleich, Bad Weilbach mit seinem alten Kurbezirk und der schon von Geheimrat Goethe besuchten Schwefelquelle am Horizont auftauchte.

 

Schon von weitem stieg einem der faulige Geruch in die Nase, aber nur Kollege Eckert traute sich, abgehärtet von der Frankfurter Uni-Mensa, von dem heilenden Nass zu kosten. Aber schon bald konnte man’s Goethe gleich tun und an der Wickerer Warte nach dem vielen Wasser endlich einen Riesling trinken. Wobei an dieser Stelle auch auf den hervorragenden Krifteler Abbelsaft und den unvergleichlichen Handkässalat hingewiesen werden soll.

 

Die Sonne schien und der Blick schweifte über Wiesen und Felder, aber auch über Hochhäuser, Tanklager und Flughafenterminals. Diese für das Rhein-Main-Gebiet so typische Verbindung von Natur und Industrie wird auch durch einen „Eisenbaum“ symbolisiert, der am Weg Richtung Hochheim steht. Hochheim, die Wein- und Sektstadt, die für uns am Nachmittag den unbestrittenen kulturellen Höhepunkt der Tour bereit hielt: Die Kirche St. Peter und Paul mit ihren prachtvollen spätbarocken Deckengemälden, wie man sie sonst nur aus dem süddeutschen Raum kennt. Die letzte Etappe führte uns durch die Hochheimer Weinberge, vorbei am neogotischen Denkmal zur Erinnerung an den Besuch von Queen Victoria im Jahre 1845.

 

Damals wurde der Grundstein zum erfolgreichen Rheingauer Weinexport nach England gelegt und noch heute heißt es in London: „A glass of Hock keeps away the Doc“! Wieder zurück in Rüsselsheim klang der Tag bei Kaffee und Apfelweinkuchen auf der Eckert’schen Terrasse aus, und alle Teilnehmer waren sich einig: Auch 2015 sollte es eine Tour de Provenance geben.

 

Hans Eckert E-Mail an AutorIn
UB Frankfurt
Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars Fulda - jetzt auch in HeBIS

Zum Jahreswechsel wurden die Titel- und Bestandsdaten der Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars Fulda in HeBIS eingespielt.

Konvertiert wurden ca. 160.000 Datensätze, etwa 60%  davon konnten mit bereits in der Datenbank vorhandenen Sätzen gemergt werden. Die Daten umfassen vor allem Bücher, aber auch Zeitschriften, Mikroformen, audiovisuelle Materialien, CDs, Noten und Aufsätze. Neben den Beständen der „Bibliothek des bischöflichen Priesterseminars“ sind auch die der „Religionspädagogischen Bibliothek Fulda“, der „Bibliothek des Bischöflichen Kirchenmusikinstitutes“ und des „Bischöflichen Generalvikariats Fulda“ nachgewiesen.

 

Aufzählungszeichen blauer PfeilZur Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Fulda

 

 

Elmar Reith E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
HeBIS ist wieder im Chat!

Von November 2010 bis August 2014 stand unseren Nutzern auf den HeBIS-Seiten eine Chat-Funktion zur Verfügung, deren Grundlage der digitale Auskunftsdienst QuestionPoint von OCLC war. Durch die Kündigung von QuestionPoint ab Ende August 2014 fiel die Basis unseres Chats weg und wir konnten daher diese Art der Kommunikation leider nicht mehr anbieten.

Aufgrund der fast durchweg positiven Resonanz auf diese Art des Auskunftsservices haben wir daraufhin eine Alternative gesucht, um Ihnen auch weiterhin diese Form der Kommunikation anbieten zu können. Entschieden haben wir uns dann für das Produkt DigiAuskunft des Hochschul-Bibliothekszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), welches über eine Chat-Funktion verfügt; eine vom hbz modifizierte Version der open source Software RAKIM, die in einigen deutschen Bibliotheken als Chat-Software eingesetzt wird.

Das hbz hat sich bereit erklärt, uns dieses Programm zur Verfügung zu stellen, Accounts für die am Chat beteiligten Mitarbeiterinnen einzurichten  und die jeweiligen Eingabeformulare nach unseren Vorgaben an die HeBIS-Umgebung anzupassen.

Nachdem dies nun alles umgesetzt wurde, freuen wir uns, Ihnen ab sofort wieder unseren HeBIS-Chat anbieten zu können – zunächst allerdings befristet für ein Jahr, da wir eine Verlängerung des Vertrages mit dem hbz von den Nutzungszahlen unseres HeBIS-Chats abhängig machen werden.

Sie finden den Chat - nun allerdings mit einer etwas anderen Optik - auf unseren HeBIS-Seiten. Hinter dem gezeigten Symbol verbergen sich, abhängig von der Besetzung des Chats, entweder das Chat-Formular oder ein E-Mail-Formular, über welches Ihre Anfrage an eine Sammeladresse von Auskunftsmitarbeiterinnen gesendet und von diesen zeitnah beantwortet oder an die für Ihre Frage zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet wird.


Nach einem beendeten Chat wird Ihnen automatisch ein Chat-Protokoll an die von Ihnen angegebene Mailadresse zugesendet.


Der Chat richtet sich gleichermaßen an Bibliotheksnutzer als auch an HeBIS-Bibliothekare, eine Einbindung auf weiteren HeBIS-Seiten und dem HeBIS-Portal ist in Planung.

Tatjana Rabeneck E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Von der Ausleihtheke zur „Bibliothek 2014“ - Servicebereiche für 16.000 Studierende und 1000 Beschäftigte

 

 

„Super schön und hoch effizient“,


mit diesen Worten beschreibt ein Nutzer die neuen Servicebereiche der Hochschulbibliothek der THM in Gießen und Friedberg. Unter dem Motto „Bibliothek 2014“ hat die Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen ihre Ausleihbereiche auf Servicebereiche mit Ausleih-, Rückgabe- und Bezahlautomaten umgestellt.

 

 

 

Bibliothek der THM Mittelhessen, Friedberg, Servicebereich

 

Das neue Konzept heißt Selbstbedienung – mit freundlicher Unterstützung durch Servicekräfte, die bei diesem Konzept eine ganz wichtige Rolle spielen. Die Nutzer tätigen selbstständig  die Ausleihvorgänge über Ausleih- und  Rückgabeverbucher.  Für die Bezahlung stehen Bezahlautomaten mit EC-Zahlung (girocard) zur Verfügung. Ehemalige Thekenkräfte und Studentische Hilfskräfte bilden ein Serviceteam, das die Nutzer während der gesamten Bibliotheksöffnung unterstützt.

 

Das Team wechselt sich in einem Rhythmus von 2 Stunden ab. Das Servicepersonal leitet die Nutzer an, Medien an den Selbstverbuchern auszuleihen und zurückzugeben und  Gebühren an den Bezahlterminals zu begleichen.

 

Es gibt den Nutzern erste Unterstützung in der Katalogbenutzung, erklärt ihnen den Zugang zu ihrem Ausleihkonto,  hilft ihnen, wenn sie eine PIN setzen möchten und ist bei allen Fragen zur Bibliotheksbenutzung behilflich. Für die Ausgabe z.B. von Fernleihen oder standortübergreifenden Ausleihen wurden alle Geschäftsgänge angepasst.

 

Weitergehende Fragen und Wünsche werden vom  Auskunftspersonal beantwortet bzw. über ein klar strukturiertes Kontaktformular angenommen. Diese Anfragen, die in ein Ticketsystem laufen, beantwortet  das Stammpersonal zeitnah, das heißt  werktags innerhalb von 24 Stunden im Hintergrund.

 

 

Bibliotheke der THM Mittelhessen, Gießen, Servicebereich

 

Zwischen Konzeptentwicklung und Umsetzung der „Bibliothek 2014“ liegt ein Jahr harte Arbeit. Nach 8 Wochen können wir sagen, dass das Konzept von unseren Nutzern sehr positiv bewertet wird und den Mitarbeiterinnen, die bei der Konzeptentwicklung stets eingebunden waren, gefällt der wechselnde Arbeitseinsatz zwischen Servicebereich und Hintergrundarbeit sehr gut.

 

Damit wird deutlich, dass nicht nur „Automaten“ aufgestellt wurden. Die Erfahrungen aus unseren Servicebereichen werden in die Überlegungen zum geplanten Beratungskonzept einfließen.

 

Ingrid Sand E-Mail an AutorIn
Technische Hochschule Mittelhessen
RDA
Konzeption und Ablauf der RDA-Schulungen

Die Regelwerksumstellung von RAK auf RDA steht kurz bevor. 2015 sollen im HeBIS-Verbund mehr als 600 Bibliothekare geschult werden. Viele Bibliothekare sind teilweise seit Jahren damit beschäftigt, diesen Regelwerkswechsel zu begleiten und alles dafür vorzubereiten, die Kollegen für ihre Tätigkeit als Katalogisierer/Erwerber zu schulen. Dieser Regelwerkswechsel und die damit einhergehende Schulungsmaßnahme ist eine berufliche Notwendigkeit, da ab 01.01.2016 keine Titelaufnahme nach RAK mehr in den Verbundkatalogen neu aufgenommen werden darf.

Es gibt ein nationales Schulungskonzept, erstellt von der Themengruppe Schulungen, einem nationalem Gremium des Projektes RDA. Sie finden das Schulungskonzept national auf den Webseiten der DNB.



Die formatneutralen Schulungsunterlagen werden national von den Unterarbeitsgruppen und Themengruppen erstellt, bereitgestellt und auf PICA-Bedürfnisse und HeBIS-Bedürfnisse angepasst.

Das nationale und auch das hessische Schulungskonzept hat einen modularen Aufbau. Jeder Bibliothekar muss mit Modul 1 Einführung und Grundlagen anfangen, weiter mit Basiswissen Katalogisierung (Theorie) im Modul 2 bis zum Abschluss Modul 3 Basiswissen Katalogisierung (Praxis) absolvieren, um somit das erforderliche Grundwissen zu erlangen. Als Abschluss ist gedacht, dass jeder zu Schulende eine einfache Titelaufnahme für fortlaufende Ressourcen und Monografien erstellen kann.

Erst nach Modul 3 Basiswissen Katalogisierung (Praxis) finden Aufbauschulungen statt für Monografien und für fortlaufende Ressourcen statt. Dann wird es thematisch spezieller. Hier ist es möglich, je nach Arbeitsplatz, beide Module 5A und 5B zu besuchen oder sich für ein Modul 5 A oder 5B zu entscheiden.

Eine hessische Besonderheit ist, dass Auskunftsbibliothekare, Fachreferenten und Aufsatzkatalogisierer ein eigenes Konzept haben und nicht diese umfangreiche Regelwerksschulung, die speziell auf Katalogisierer/Erwerber ausgerichtet sind, absolvieren müssen. Dafür ist der Zeitpunkt Anfang 2016 vorgesehen.

Das Modul 4 Normdaten dient lediglich für die Ergänzungen, die mit Einführung von RDA einhergehen (Schiffe als Körperschaften etc.)

Ergänzt wird das Schulungsangebot durch Präsenzveranstaltungen und Selbstlernphasen, unterstützt mit der E-Learning Platform 'Moodle'. Zwischen den einzelnen Lerneinheiten ist jeweils genügend Zeit, um die Inhalte zu vertiefen.

Es werden 2 Multiplikatorenschulungen im Mai und Juni 2015 angeboten:

  • ein Durchgang in Südhessen (Orte: Frankfurt, Darmstadt, Mainz) und
  • ein Durchgang in Nordhessen (Ort: Giessen) in 2 Präsenzblöcken für die rund 46 Multiplikatoren.

Zentral geschult werden die Multiplikatoren für Modul 5B (Aufbauwissen Katalogisierung: Fortlaufende Ressourcen) Anfang Mai 2015 in Berlin von der ZDB.
In den Lokalen Bibliothekssystemen finden dann die Regelwerksschulungen für die Katalogisierer und Erwerber ab 1.07.15 statt.

Es ist geplant, dass es in Frankfurt zwei zentrale Schulungen für Modul 5B (Aufbauwissen Katalogisierung: Fortlaufende Ressourcen) im September angeboten werden.

Nähere Informationen erfragen Sie bitte bei Ihrem RDA-Ansprechpartner in Ihrem LBS.

 

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale

Mitteilungen

Neue Verbundmitglieder

Neu in den HeBIS-Verbund aufgenommen wurde die Bibliothek des Max-Planck-Institutes für empirische Ästhetik in Frankfurt. Bei dem Institut handelt es sich um eine noch recht junge, im Aufbau befindliche Einrichtung.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat einen Rahmenvertrag über den Beitritt ihrer Bibliotheken zu HeBIS unterzeichnet. Die Migration der Biblio­theken erfolgt sukzessive und ist voraussichtlich 2017 abgeschlossen.

Personalia

Neu im HeBIS-Team:

Seit Oktober unterstützt Dieter Eichner die HeBIS-IT im Bereich Hardware und Systemadministration.

 

 

(tak)
Neu in der Datenbank
Import von Metadaten - Ergänzungen und Aktualisierungen

Neu bereitgestellt wurden die Metadaten für:

  • PDA-Projekte der THM (EBL) und HLB Fulda (deGruyter).

 

Bibliotheks- und Konsortiallizenzen:

  • OECD eBooks (ZDB-13-SOC)
  • video2brain (ZDB-101-VTB)
  • APA-PsycBooks (ZDB-23-APA)
  • Safari E-Books (ZDB-32-STB)
  • Es wurde ein Gesamtabzug der WISO-Metadaten (ZDB-5-WEB) vollzogen, da sich die Linkstruktur geändert hatte.

 

Nationallizenz

  • Music online reference ZDB-1-MOR wurde eine Ergänzungslieferung eingespielt (Titel).

 

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Imke Wolbers
Tel.: 069/798-39204

(wol)