HeBIScocktail
Ausgabe: 2015-3
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

wir haben ein Jubiläum: Vor genau 15 Jahren erschien der erste HeBIScocktail!

Neben interessanten Berichten zur Online-Fernleihe hatte die erste Ausgabe viele Informationen zu verschiedensten Themen zu bieten: neue Teilnehmer wurden vorgestellt, neu verfügbare Online-Zeitschriften, Berichte aus den Verbundgremien und einiges mehr. Als damaligen Aperitif gab es sogar ein Cocktail-Rezept – passend zum Namen HeBIScocktail. Auch das Geheimnis dieses Namens wird gelüftet:

 

„[..] ein Name übrigens, den wir u.a. gewählt haben, weil alle HeBIS-Server der Abteilung B(ibliotheks)D(aten)V(erarbeitung) des HRZ Frankfurt nach Cocktails benannt sind!“

 

Von Anfang an war der HeBIScocktail ein Forum für alle Verbundteilnehmer, in dem über interessante Projekte und innovative Ideen berichtet oder einfach nur eine Bibliothek vorgestellt werden kann. Dieses Konzept hat sich nicht geändert. Lediglich die Beiträge passten sich mit der Zeit den vielfältigen Wandlungen in der Bibliothekswelt an. Für diese kann der HeBIScocktail mittlerweile sogar schon als Chronik gelten.

Um einen nostalgischen Blick zurück werfen können, drucken wir unter der Rubrik 'Throwback monday' einen Bericht aus der ersten Ausgabe 1/2000 zu einem damals brandaktuellen Thema: Retro-Scan-Projekt. Viele von Ihnen können sich bestimmt noch erinnern...

Einen Blick in die gesamte erste Ausgabe des HeBIScocktails können Sie hier werfen: HeBIScocktail (1-2000). Alle älteren Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Darüber, wie sich die Beitragsthemen verändert haben, welche Themen noch immer aktuell sind und welchen Fortschritt unsere Projekte in den letzten Jahren gemacht haben, können Sie sich selbst in dieser aktuellen Ausgabe und den folgenden ein Bild machen.
 
Wir werden weiter darüber berichten und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
 
Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Literaturhinweis

Wiesenmüller, Heidrun / Horny, Silke:

Basiswissen RDA

Eine Einführung für deutschsprachige Anwender

De Gruyter Saur, 2015
ISBN 978-3-11-031146-4

 

 

Das 1976 erschienene und seit den 1980er Jahren als Standard verwendete deutsche Katalogisierungsregelwerk, die "Regeln für die alphabetische Katalogisierung" (RAK), werden im Laufe diesen Jahres durch einen neuen, internationalen Standard abgelöst: "Resource Description and Access" (RDA).

Heidrun Wiesenmüller (Hochschule der Medien, Stuttgart) und Silke Horny (Bibliotheksservice-zentrum Baden Württemberg) führen in Basiswissen RDA  in das neue, aus angloamerikanischer Tradition stammende Regelwerk ein. Das Lehrbuch bietet praktische Hilfestellung und begleitet die Anwender bei der Umsetzung von der Theorie in die Praxis.

 

(tak)

Themen

Alt und Neu in der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg

Fotografische Eindrücke vom Sitz der Elsässischen Bibliographie anlässlich der Tagung der Arbeitsgruppe Regionalbibliographie des DBV im Mai 2015, an der auch Vertreter der Hessischen Bibliographie teilnahmen.

Die Arbeitsgruppe Regionalbibliographie, in der alle Landesbibliographien der Bundesrepublik vertreten sind, an deren Tagungen aber auch Bearbeiter von kleineren Regionalbibliographien teilnehmen, konstituierte sich 1983 als eigener Kreis von Spezialisten innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken. Inhalt der Tagungen sind sowohl Erfahrungsaustausch als auch Informationen über aktuelle, künftige und abgeschlossene Projekte der teilnehmenden Bibliographien.

Die jährlichen Tagungen finden an wechselnden Orten statt, Gastgeber ist jeweils eine der teilnehmenden Bibliographien. In diesem Jahr war es die ‚Bibliographie alsacienne‘, die ihren Sitz in der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg hat, eine sehr beeindruckende Bibliothek, von der hier einige Bilder gezeigt werden.

 

 Strassbourg, Marché aux Cochons de Lait Das Gebäude der BNU Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg
 Alter Magazintrakt Die BNU innen: Zentrale Treppen-Spirale.
Die BNU innen: Lesesäle und Spezialabteilungen sind von hier aus zugänglich  Lesebereiche und Lesesaal
 BNU innen  BNU innen
   
   

Kostbarkeiten aus dem Bestand:

„Relation“ die erste je erschienene Zeitschrift , gedruckt 1605 in Strasbourg

Feldpostbriefe aus der bedeutenden Alsatica-Sammlung der BNU

 

 

Weiterführende Links:

Bibliographie Alsacienne

http://www.bnu.fr/de/node/5901

 

Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg

http://www.bnu.fr/de

 

Hompage der AG Rergionalbibliographie

http://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/arbeitsgruppen/regionalbibliotheken/ag-regionalbibliographie.html   

 

Virtuelle Deutsche Landesbibliographie der AG Regionalbibliographie

http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/landesbibliographie/index.html

 

Andrea Hartmann E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
Da waren es schon neun: HDS Beta-Start in Wiesbaden und Gießen-Friedberg

Seit kurzer Zeit steht auch den Benutzern der Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain in Wiesbaden und der Bibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen ein HDS-basierter Online-Katalog mit integriertem EBSCO Discovery Service (EDS) zur Verfügung. Während THMfind am 2. Juni an den Beta-Start ging und für Benutzer noch sehr neu ist, wird der Katalog Plus der Bibliothek der Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain bereits seit dem 4. Mai von Benutzern erprobt.

Inzwischen sind neun HDS-Sichten im Live-Betrieb. Da mit dem Aufbau jeder Sicht auch kontinuierlich an Verbesserungen und funktionalen Erweiterungen gearbeitet wurde, ist der Entwicklungsstand des HeBIS Discovery Systems mittlerweile so fortgeschritten, dass die Bibliothek der HS-RM sich sogar entschlossen hat, ihren "Katalog Plus" ohne Beta-Stempel an den Start zu schicken.

Zur Zeit entstehen bereits die nächsten beiden HDS-Sichten für die Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) und die Hochschule Darmstadt (h_da).

Weitere Informationen

Aufzählungszeichen blauer Pfeil Alle produktiven HDS-Sichten

Aufzählungszeichen blauer Pfeil HeBIS-Projektseiten des HDS

Jubiläum HeBIScocktail
Throwback monday - heute vor 15 Jahren berichtete der HeBIScocktail u.a. über....

Anläßlich des 15. Geburtstages unserer Mitgliederzeitschrift drucken wir einen Bericht aus der ersten Ausgabe, HeBIScocktail Nr. 1 aus dem Jahr 2000, zu einem damals brandaktuellen Thema:

 

Retro-Scan-Projekt:

Datenbank der Zettelkataloge der 8 größten hessischen Verbundbibliotheken im Aufbau

 

Da die HeBIS-Datenbank überwiegend Bestände für Literatur ab Erscheinungsjahr 1986 nachweist, war man bei der Recherche nach älterer Literatur bisher immer noch auf die konventionellen Zettelkataloge angewiesen. Das war wenig komfortabel und insbesondere von großem Nachteil für eine effektive und schnelle Bearbeitung von Fernleihbestellungen.

 

Mit dem Retro-Scan-Projekt wird sich das jetzt ändern. Das Projekt wurde vom HeBIS-Verbundrat beschlossen und beinhaltet die Retrokonversion von 9 Zettelkatalogen aus den 8 größten leihverkehrsrelevanten Bibliotheken Hessens mit einem Gesamtvolumen von ca. 8,3 Mio Titelkarten. Folgende Bibliotheken nehmen mit ihren Katalogen teil: HLHB Darmstadt, SeB Frankfurt (als einzige mit 2 Katalogen), StUB Frankfurt, HLB Fulda, UB Gießen, UB Kassel, UB Marburg und HLB Wiesbaden.

 

Da eine kosten- und zeitintensive manuelle Retrokonversion nicht in Frage kam, entschied man sich für ein Verfahren, bei dem ein weitgehend automatisiertes Erfassungs-, Indexierungs- und Retrievalsystem zum Einsatz kommt. Die Titelkarten werden eingescannt, als Images abgespeichert und zum Zweck der Indexierung einer automatischen OCR-Erkennung und Zeichenumsetzung unterzogen. Auf dieser Basis wird dann eine Datenbank mit allen üblichen Recherche- und Bestellfunktionen aufgebaut.

 

Der Zugriff auf die Retro-Scan-Datenbank erfolgt über das Internet (WWW). Bei einer Recherche wird zunächst der OCR-Index abgefragt und das Ergebnis in Form einer Kurztitelliste angezeigt, die auf Wunsch nach Relevanz, Autor und Titel oder besitzender Bibliothek sortiert werden kann. Über die Kurztitelliste kann der Benutzer dann in den gescannten Image-Kartenkatalog einsteigen und dort wie im traditionellen Zettelkatalog in alphabetischer Sequenz (und in definierten Sprüngen) vor- bzw. zurückblättern.

 

Der Auftrag zum Aufbau der Retro-Scan-Datenbank wurde der Firma Satz-Rechen-Zentrum Berlin (SRZ) erteilt. Das Projekt startete im Juni 1999 mit dem Scannen der Kataloge der SeB Frankfurt. Gleich anschließend wurde der Dienst-AK der StUB gescannt. Im Dezember 1999 waren die Scannarbeiten an den Frankfurter Katalogen abgeschlossen, das Scannen weiterer Kataloge musste aber zunächst ausgesetzt werden, da es unerwartete Probleme mit der OCR-Erkennung und Indexierung gab.

 

Inzwischen konnten jedoch deutliche Fortschritte im Projektverlauf erzielt werden. Seit dem 31.3.2000 ist der Dienst-AK der SeB mit seinen 361.000 Titelkarten auf einem SUN/SOLARIS-Server beim HRZ/BDV Frankfurt eingespeichert (Images und OCR-Indizes) und unter der Adresse http://retro.hebis.de über die Retrieval-Funktion recherchierbar.

 

Nach diesem positiven Zwischenergebnis kann das Projekt nun fortgeführt werden. Nach der Retrieval-Funktion sollen als Nächstes die Bestell-Funktion und die Lösch-Funktion implementiert werden. Bis August sollen dann auch der Dissertationen-Katalog der SeB (375.000 Karten) und bis Ende September der Dienst-AK der StUB (2.246.000 Karten) retrievalfähig vorliegen.

 

Als nächster Katalog zum Scannen ist der AK2 der UB Kassel an der Reihe (August 2000). Die weiteren Kataloge werden schrittweise folgen. Aufgrund der bisher eingetretenen Verzögerungen wird das Gesamtprojekt voraussichtlich aber nicht vor Ende 2001 abgeschlossen sein.

 

Rolf-Dieter Saevecke

Hessischer Zentralkatalog und HeBIS-Leitungsteam

 

 

Zur Ausgabe HeBIScocktail Ausgabe 1/2000

(tak)
Neue Dienstleistungen
Von unterwegs in der Bibliothek stöbern

Die ULB Darmstadt bietet seit dem 1.7. eine mobile Version ihres Suchportals TUfind an unter http://m.ulb.tu-darmstadt.de. Neben einer für mobile Endgeräte optimierten Oberfläche beinhaltet diese als grafisches Element ein Themenrad, das eine Facettierung nach Fachgebieten sowie Bibliotheksstandorten auf intuitive Art und Weise erlaubt.


Die Abteilung Elektronische Informations-dienste der ULB entwickelte in den letzten Monaten eine mobile Variante ihrer auf dem HeBIS Discovery Service HDS basierenden Rechercheoberfläche TUfind. In die Entwicklung flossen Ergebnisse von drittmittelgeförderten Verbundprojekten im Rahmen der LOEWE-Förderung ein, die bereits auf internationalen Kongressen für Aufmerksamkeit sorgten. So zum Beispiel das Themenrad, ein visuelles sowie berührungssensitives Element zur intuitiven Facettierung von Suchergebnissen.


Eine in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt durchgeführte Nutzerstudie ergab, dass das Themenrad zum einen die Nutzung der Anwendung und insbesondere ihrer Facettierungsmöglichkeiten fördert, zum anderen Nutzer aber auch schneller zum gewünschten Ergebnis führt. Dabei soll die mobile Variante nicht das reguläre Suchportal ersetzen; vielmehr soll sie seine Nutzung von unterwegs fördern und erleichtern, indem sie sich auf die wesentlichen Funktionen beschränkt und mit kleinen Bildschirmgrößen und geringen Bandbreiten zurecht kommt.




Die Darmstädter wollen damit einer Entwicklung gerecht werden, die bereits einige Jahre zuvor ihren Anfang genommen hat: Nutzer kommen mittlerweile mit mindestens einem internetfähigen Mobilgerät in die Bibliothek, Anfragen an Suchmaschinen kommen vermehrt von Tabletcomputern und Smartphones. Auch wird die Bibliothek zunehmend Lieferant von digitalem Content: der Großteil von Entleihungen findet bereits jetzt digital statt, unabhängig von Ort und Zeit. So erscheint es der ULB konsequent, dem Nutzerverhalten mit entsprechenden Anwendungen für mobile Geräte zu begegnen. TUfind mobil ist ein erster Schritt in diese Richtung, weitere werden folgen.

Dr. Wolfgang Stille E-Mail an AutorIn
ULB Darmstadt
Neues Mitglied im HeBIS-Verbund
Die katholische Kirche im Dialog mit den Muslimen

 

Der Dialog mit den Muslimen ist weltweit, aber auch hier in Deutschland ein Gebot der Stunde. In Deutschland leben wir heute, bedingt durch die Arbeitermigration in den 60er Jahren, aber auch durch globale Ereignisse, in einem zunehmend multikulturellen und multireligiösen Umfeld. Damit in Zukunft ein friedliches Zusammenleben von Anhängern verschiedener Religionen in einer offenen und toleranten Gesellschaft möglich wird, müssen Kenntnisse über den jeweils Anderen vermittelt werden. Ein weiterer Grund für interreligiöses Lernen besteht darin, den Anderen in seiner Religiosität zu verstehen, die im Vergleich zur eigenen religiösen Tradition [zuweilen] als fremd empfunden wird.

Papst Franziskus verweist in der Enzyklika Evangelii Gaudium im Blick auf den Islam auf die Notwendigkeit der interreligiösen Bildung, wenn er schreibt: „[U]m den Dialog mit dem Islam zu führen, ist eine entsprechende Bildung der Gesprächspartner unerlässlich, nicht nur damit sie fest und froh in ihrer eigenen Identität verwurzelt sind, sondern auch um fähig zu sein, die Werte der anderen anzuerkennen, die Sorgen zu verstehen, die ihren Forderungen zugrunde liegen, und die gemeinsamen Überzeugungen ans Licht zu bringen“ (Evangelii Gaudium Nr. 253).

Papst Franziskus bestärkt in seinem Schreiben die Absicht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965), das die Beziehungen zu den nichtchristlichen Religionen – hier im Besonderen zu den Muslimen – auf eine neue Grundlage gestellt hat. Am 28. Oktober 1965 wurden in der Konzilsaula zwei Dokumente von großer Tragweite verabschiedet. Es handelt sich zum einen um die Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen Gentium (LG) und zum anderen um Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen Nostra Aetate (NA). Der Text von NA beginnt mit folgender Feststellung: „In unserer Zeit, da sich das Menschengeschlecht von Tag zu Tag enger zusammenschließt und die Beziehungen unter den verschiedenen Völkern sich mehren, erwägt die Kirche mit umso größerer Aufmerksamkeit, in welchem Verhältnis sie zu den nichtchristlichen Religionen steht. Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, faßt sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt.“ (Nr. 1).

Wenn man die geschichtlichen und wechselseitigen Beziehungsdimensionen von Muslimen und Christen Revue passieren lässt, wird die neue Sichtweise der katholischen Kirche auf den „Muslim“ deutlich. Gottes Geist, der weht wo er will, ist auch außerhalb der soziologisch gefassten Kirche tätig. Daher wird in Nostra Aetate festgestellt: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist“ (Nr. 2). Dabei geht es aber nicht nur um eine praktische Haltung der Katholiken gegenüber Muslimen, sondern hier werden auch theologische Elemente einer neuen katholischen Sicht auf den Islam greifbar.[1]

Hierfür ist der Textabschnitt Nr. 16 von Lumen Gentium von besonderer Relevanz, es heißt dort: „Der Heilswille [Gottes] umfasst aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim[e], die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird.“ In der Vorstellung von den konzentrischen Kreisen stellt das Konzil für die katholische Lehre unmissverständlich fest, dass die Muslime mit den Christen den einen Gott anbeten, das entscheidende Wort im lateinischen Text ist nobiscum (mit uns) und weiter werden Gottes Barmherzigkeit und seine richterliche Funktion beim Jüngsten Gericht hervorgehoben.

Hierbei handelt es sich in erster Linie nicht um eine Vereinnahmung anderer religiöser Traditionen, sondern es wird versucht, eine angemessene Antwort auf den religiösen Pluralismus zu finden. Daher sollen die Katholiken „mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozio-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern“ (NA 2).

Es geht nicht um eine Relativierung oder gar Gleichsetzung von Religionen und Kulturen, sondern die Christen werden aufgefordert und ermutigt, durch den Dialog mit anderen Religionen und religiösen Traditionen zu einer „gegenseitigen Überprüfung, der Verbesserung des Einen durch den Anderen, der geschwisterliche Austausch der jeweiligen Gaben[2] zu treten, damit eine Gemeinschaft erwächst, die auf zwischenmenschlicher Reife basiert.

Es ist mit Nachdruck zu festzustellen, dass das Konzil dazu aufruft, alles Gute und Wahre, das in den anderen Religionen enthalten ist, als von Gott kommend zu akzeptieren, ohne jedoch in Synkretismus zu verfallen. Bei allen ähnlichen, gemeinsamen und gar verwandten Vorstellungen im Christentum und Islam wird auch das entschieden Unterscheidende nicht verschweigen. Die katholische Kirche verkündet die Gottheit Jesu, er ist der „Strahl der Wahrheit“, die allen Menschen leuchtet, „Jesus, den sie [die Muslime] allerdings nicht als Gott anerkennen“ (NA 3).

Somit zielen die vom Konzil gesetzten Impulse nicht nur auf ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen, sondern der Dialogauftrag gehört zur Suche nach dem Heilswirken Gottes in dieser Welt. Diesem Dialogauftrag weiß sich die Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO) verpflichtet.

CIBEDO hat die Aufgabe, den Dialog zwischen Christentum und Islam sowie das Zusammenleben von Christen und Muslimen zu fördern, aktuelle Themen zu beleuchten und die Pluralitätsfähigkeit der Gesprächspartner zu fördern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle fördern den Dialog durch Vorträge, durch die Teilnahme an Konferenzen oder die Mitarbeit in kirchlichen und interreligiösen Gremien. Sie bieten Fortbildungen für Pädagogen und Erzieher zu verschiedenen Themen an, die das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Kindergarten, Schule oder Arbeitsplatz betreffen. Neben Praxishilfen, zum Beispiel einem Kirchenführer für Muslime, werden mit der einmal im Quartal erscheinenden Zeitschrift CIBEDO-Beiträge und der CIBEDO-Schriftenreihe in Buchform zwei wissenschaftliche Reihen publiziert, in welchen Theologen und Islamwissenschaftler den aktuellen Stand des Dialogs reflektieren. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich ist die Zusammenarbeit mit den Hochschulen, so zum Beispiel im Studienprogramm „Islam und christlich-muslimische Begegnung“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, das Studierenden oder Gasthörern ermöglicht, den Islam als Religions- und Lebensordnung kennenzulernen.

CIBEDO steht als überdiözesane Fachstelle für den energischen Einsatz der katholischen Kirche für die Begegnung und Dialog zwischen den Religionen und insbesondere zwischen Christen und Muslimen. Dahinter steht nicht zuletzt die Einsicht, dass nur derjenige, der in seiner religiösen Identität gefestigt ist und den Anderen in seiner Andersheit respektiert und akzeptiert, pluralitätsfähig ist und den Anderen als Bereicherung für sich und seinen eigenen Glauben annehmen kann. In der Förderung solcher Pluralitätsfähigkeit liegt die entscheidende Herausforderung für Christen und Muslime in unseren Tagen und diese Herausforderung annehmend setzt sich CIBEDO engagiert für einen nachhaltigen Dialog ein.

 

 

CIBEDO –
Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz für christlich-muslimischen Dialog

Auf Initiative des Ordens der Afrikamissionare Weiße Väter wurde die 1978 in Köln gegründet und arbeitete bis 1997 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz als eingetragener, gemeinnütziger Verein für den christlich-islamischen Dialog. 1998 wurde die Fachstelle nach Frankfurt transferiert und ist heute auf dem Campus der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main beheimatet.

CIBEDO verfügt über eine umfangreiche Spezialbibliothek zum Islam und zum christlich-islamischen Dialog. Der Bestand umfasst heute über 9000 Bücher, ca. 300 Zeitschriften, von denen ca. 200 laufend ausgewertet werden, und ca. 11000 digital archivierte Medien. Die Bestände der Bibliothek sind im eigenen OPAC-System über die Homepage jedem Interessierten zugänglich. Nähere Informationen unter: www.cibedo.de

 

 


[1] Vgl. Christian W. Troll SJ, Einleitung: Katholisches Lehramt und Islam seit dem Konzil, in: CIBEDO e. V. (Hrsg.), Die offiziellen Dokumente der katholischen Kirche zum Dialog mit dem Islam. Zusammengestellt von Timo Güzelmansur, Regensburg 2009, S. 19–33, hier S. 19.

[2] Dialog und Mission, zitiert nach: CIBEDO e. V, S. 286

 

 

 

Dr. Timo Güzelmansur

 

Dr. theol. Timo Güzelmansur ist katholischer Theologe.
Er ist Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO) – Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt am Main.

 

 

 

Dr. Timo Güzelmansur E-Mail an AutorIn
Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO)

Mitteilungen

Information zu WinIBW3.7 RDA

Seit dem 30. April 2015 steht eine neue Version der WinIBW3 zur Verfügung: WinIBW3.7 RDA.

Da sich die Datenstruktur der Datensätze in den HeBIS-Datenbanken durch RDA ändert, musste WinIBW an die zukünftigen Begebenheiten angepasst werden. WinIBW3.7 RDA wartet vor allem mit überarbeiteten Funktionen und zahlreichen neuen Tabellen für die Erfassung auf. Auch die Menüs wurden entsprechend an die RDA-Syntax angepasst. Die neue WinIBW bietet zunächst die technische Unterstützung für die RDA-Schulungen, die Mitte Mai für die Multiplikatoren und Anfang Juli in den Lokalsystemen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medienbearbeitung begannen.

 

Derzeit befinden sich die Funktionen der WinIBW3.7 RDA noch im Fluss. Durch die noch fehlende Praxis mit den in RDA erfassten Daten, können während der Arbeit noch nicht entdeckte Fehler auftauchen. Dabei kann es sich um simple Skriptfehler oder um fehlerhafte Inhalte handeln, die sich mittlerweile in dem dynamischen Regelwerk der RDA geänderte haben. Bis zum kompletten Umstieg auf RDA Ende September werden deswegen per Update Änderungen durchgeführt und Fehler behoben, sobald sie gemeldet werden.

Mit der Umstellung auf RDA wird zusätzlich ein aktuelles Setup der WinIBW3.7 RDA zur Verfügung gestellt werden. In diesem werden sämtliche Updates nachvollzogen sowie die Menüs angepasst. Voraussichtlich wird es sich dabei vor allem um neue Funktionen handeln, die in der Basisversion noch nicht in den Menüs aufgeführt wurden. Danach werden Updates wieder in einem regelmäßigen Turnus stattfinden.

 

Um Fehler, Änderungswünsche oder neue und sinnvolle Ideen in der WinIBW3.7 RDA zeitnah bearbeiten zu können, bitten wir darum, sie dem zuständigen Schulungsteam zu melden.

 

Erst mit der kompletten Umstellung auf RDA Ende des Jahres wird WinIBW3.7 RDA ihre Vorgängerversion WinIBW3.6 gänzlich ersetzten. Bis dahin werden auch für WinIBW3.6 weiterhin Updates stattfinden um die Katalogisierung in RAK weiterhin zu unterstützen.

 

Weitere Informationen zu WinIBW finden Sie auf den Projektseiten.

 

Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale

Fortbildungen/ Veranstaltungen

Bibliothekartag 2015 in Nürnberg - ein Rückblick

 

Vom 26. bis 29. Mai diesen Jahres luden die Veranstalter, der Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB) - wie er seit dem 28. Mai 2015 heißt - und Berufsverband Information Bibliothek (BIB), zum 104. Deutschen Bibliothekartag in Nürnberg ein.

 

 

Unter dem Motto "Bibliotheken - von Anfang an Zukunft" konnten sich die 3.815 Teilnehmer in über 380 Vorträgen, Workshops und Fachdiskussionen sowie in der von Jahr zu Jahr wachsenden Firmenausstellung über aktuelle Entwicklungen nahezu aller bibliothekarischen Bereiche informieren und mitdiskutieren. Der HeBIS-Verbund war mit einem eigenen Vortrag zum Thema Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB) und einem eigenem Programm am Stand dabei.

 

 

 

Direkt am Eingang gelegen, ergab sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HeBIS-Verbundzentrale so manches interessante Gespräch mit spontanen Standbesuchern. Besonderes Interesse galt in diesem Jahr nicht nur den bibliothekarischen Themen an unserem Stand, sondern auch den beliebten Give-aways in Form von Hessen-Taschen.

 

 

 

 In den Pausen und an den Abenden lud, nur ein paar Stationen mit der U-Bahn entfernt, die historische Altstadt von Nürnberg zu einem Spaziergang oder zu einer traditionellen Nürnberger Bratwurst ein.

Historische Altstadt Nürnberg

 

Weitere Informationen zum Bibliothekartag

OPUS-Server des BIB
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://www.bib-info.de/verband/publikationen/opus/bremen-2014.html (sukzessive Bereitstellung der Kongressvorträge)


Portal der Bibliothekartage
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://www.bibliothekartag.de


B.I.T. Kongressnews zum 104. Bibliothekartag in Nürnberg
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://www.b-i-t-online.de/daten/kn.php


Bibliotheksnews.com zum Bibliothekartag
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://bibliotheksnews.com/category/bibliothekartag/


Sammlung von Blogbeiträgen zum Bibliothekartag
Aufzählungszeichen blauer Pfeil http://blog.bibliothekarisch.de/blog/2015/05/23/der-bibliothekartag-2015-in-der-biblioblogosphaere-bibtag15/

 

Schwerpunkte am HeBIS-Stand:

Dienstag, 26.05.2015, 15.00-16.00 Uhr:
Fragestunde HeBIS Discovery System
(Dr. Bettina Sunckel, HeBIS-VZ)

Mittwoch, 27.05.2015, 12.00 Uhr:
Mobiles Discovery mit dem Themenrad:
Präsentation Cloud Media Plattform
(Dr. Wolfgang Stille, ULB Darmstadt)

Mittwoch, 27.05.2015, 15.30-16.30 Uhr:
Fragestunde CIB (Cloudbasierte
Infrastruktur für Bibliotheksdaten)
(Dr. Uwe Risch, HeBIS-VZ)

Donnerstag, 28.05.2015, 10.00-11.00 Uhr:
Fragestunde Statistikserver
(Susanne Miehle, HeBIS-Konsortium)

Donnerstag, 28.05.2015, 11.00 Uhr:
Mobile Oberfläche des HDS  an der UB Frankfurt: Präsentation
(Claudia Grote, UB Frankfurt)

 

 

 

 

Vortrag:

Passagen einer Reform. Stand und Perspektiven des Projektes
„Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten“    

Dr. Uwe Risch (HeBIS, Frankfurt am Main)

Mittwoch, 27.05.15, 13:30 – 14:00 Uhr, Raum: Brüssel1

(In: TK 2: Zwischen institutioneller Profilbildung und Kooperation:
Fokus Bibliotheksstrategie und Bibliothekspolitik)

 

Kursangebot der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung

Aufzählungszeichen blauer PfeilInterkulturelle Kompetenz - Islamischer Raum (Kursnr. 2015-08)
Datum: Mittwoch, 23. September 2015
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Bockenheim
Aufzählungszeichen blauer PfeilEnglisch für FAMis & Co (Kursnr. 2015-10)
Datum: Montag, 9. November 2015
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Schulungsraum der Universitätsbibliothek, Bockenheimer Landstr. 134-138, 60325 Frankfurt am Main
Aufzählungszeichen blauer PfeilRDA - Was kommt da auf uns zu? (Kursnr. 2015-11)
Datum: Mittwoch, 29. Juli 2015
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, K III in der Neuen Mensa auf dem Campus Bockenheim
(tak)

RDA-Informationsveranstaltung für wissenschaftliche (Spezial)Bibliotheken ohne Verbundzugehörigkeit am 29.07.15

Logo RDA

Ab Oktober 2015 wird in allen deutschen Bibliotheken RDA (Resource Description and Access) zum verpflichtenden Standard für die Erschließung. Wissenschaftliche Bibliotheken, öffentliche Büchereien, Spezialbibliotheken, Behördenbibliotheken, Firmenbibliotheken – alle, ob große Einrichtung an einer Hochschule oder kleine in einer Gemeinde, katalogisieren dann einheitlich nach dem neuen Regelwerk. Es wird also höchste Zeit, sich darüber zu informieren, was das konkret bedeutet. Eine Chance dazu bietet sich für die wissenschaftlichen Bibliotheken Hessens und Rheinhessens, die weder HeBIS noch einem anderen Verbund angehören, am 29. Juli 2015:

Rita Albrecht, Mitglied der AG RDA und aktiv an den Vorbereitungsarbeiten für die Einführung beteiligt, gibt einen Überblick in der Veranstaltung „RDA – was kommt da auf uns zu?

Während die Mitgliedsbibliotheken des HeBIS-Verbundes seit Monaten regelmäßig informiert und in einem längeren Vorlauf auf die Einführung des neuen Katalogisierungsregelwerkes vorbereitet wurden, haben es Nicht-Verbundbibliotheken schwerer, sich einen Überblick über das Regelwerk selbst und den Rahmen für die Einführung zu verschaffen. Zwar sind Bibliotheken mit einem Standalone-Bibliothekssystem prinzipiell autark, aber auch sie unterliegen Abhängigkeiten: Datenlieferungen von Partnern wie der Deutschen Nationalbibliothek, der ekz oder anderen Bibliotheken verändern sich mit dem neuen Standard, ebenso die Bibliothekssysteme, die auf neuen Regelwerks-Anforderungen angepasst werden.

Damit alle Bibliotheken beim Start der RDA auf einem einheitlichen Informationsstand sind, teilt der HeBIS-Verbund sein Wissen zu RDA auch mit den Bibliotheken in seinem Einzugsbereich, die nicht Mitglied eines Verbundes sind. Für die öffentlichen Bibliotheken wurden gemeinsam mit der hessischen Fachstelle bereits entsprechende Angebote gemacht, jetzt sind die wissenschaftlichen Spezialbibliotheken in Hessen und Rheinhessen an der Reihe. Unter dem Motto „RDA – was kommt da auf uns zu?“ informiert Rita Albrecht am 29. Juli 2015 in der Goethe-Universität Frankfurt über:

  • das Modell „Functional Requirements for Bibliographic Records“ als Grundlage für RDA
  • Inhalt und Aufbau der RDA
  • die Arbeit der AG RDA und die Arbeitsergebnisse
  • den Stand der Einführungsvorbereitungen und den Schulungsplan
  • die notwendigen Anpassungen der Bibliothekssysteme

Die Veranstaltung wird überwiegend als Vortrag gestaltet, bietet mit einigen Übungen aber auch gleich die Möglichkeit, das Gehörte direkt auszuprobieren und anzuwenden. Sie ist kostenlos; es wird nur ein kleiner Beitrag für die bereitgestellten Erfrischungen erhoben. Teilnehmer erhalten eine Bescheinigung für eine Fortbildung.

Die Bibliotheken der Zielgruppe – wissenschaftliche (Spezial)Bibliothek ohne Verbundzugehörigkeit –, haben bereits eine Vorab-Einladung erhalten.

Sollte Ihre Einrichtung zur genannten Zielgruppe gehören, aber nicht angeschrieben worden sein, können Sie sich per Email bei Frau Albrecht melden, es stehen ausreichend Plätze zur Verfügung.

 

Kontaktdaten:

 

  • Weitere Informationen u. Hinweis auf die Veranstaltung über die Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung
(tak)

Impressum

HeBIScocktail 3/2015 (Juli 2015)

 

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.

 

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Tanja Kindt (tak)

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren

 

HeBIScocktail 4/2015 erscheint im Oktober 2015.

Redaktionsschluss: Ende September 2015.