HeBIScocktail
Ausgabe: 2016-3
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine neuen Generation Bibliotheksbenutzer und auch auch das sich wandelnde gesellschaftliche Umfeld fordern veränderte Serviceangebote und eine moderne Lernumgebung in den Bibliotheken.

So trug das 7. OCLC EMEA Reginal Council Meeting in Madrid, über das wir in diesem HeBIScocktail berichten, folgerichtig den Titel "The Selfie Generation. Their digital lives, social spaces and education needs".

Zahlreiche Aktivitäten in den HeBIS- Bibliotheken zielen darauf ab, den aktuellen Nutzeranforderungen Rechnung zu tragen. Mit der Einführung der Fernleihe auf E-Ressourcen Anfang Juli können wir einen weiteren Baustein in der Versorgung mit neuen Medien gewährleisten.

Dass man seine Dienstleistung ebenfalls in neuer medialer Verpackung präsentieren kann, zeigt der Bericht 'Von den Börsendaten zum Clip'.

Im Juni fand der diesjährige Hessische Bibliothekstag in Wiesbaden statt. Eins der zentralen Themen war  'Bibliotheken als Lernort' und es wurde über die aufwendigen Bau - und Sanierungskonzepte berichtet, die derzeit an den nordhessischen Hochschulbibliotheken erfolgen.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ihr HeBIScocktail-Team

 

Themen

Die Selfie-Generation :
7. OCLC EMEA Regional Council Meeting in Madrid

Die Selfie-Generation ... verdrängen Fotos und Videos sukzessive textliche Informationen?


Zur siebten Regionalversammlung der EMEA-Region hatte OCLC Anfang März 2016 nach Madrid eingeladen. Die Versammlung stand unter dem Motto "The Selfie Generation. Their digital lives, social spaces and education needs" und rückte damit erstmals potentielle Bibliotheksbenutzer, aber auch das sich verändernde gesellschaftliche Umfeld in den Fokus des Programms.

Der Thematik ganz praktisch nähern konnte man sich gleich im Veranstaltungsfoyer, wo drei verschiedene Kulissen und Sticks für Selfies der Teilnehmer bereitgehalten wurden. Viele Tagungsteilnehmer – überwiegend altersmäßig nicht unbedingt der "Generation Selfie" zuzurechnen, machten von dem Angebot Gebrauch und viele sicherlich das erste Selfie ihres Lebens …



Selfie – ein Selbstversuch der „Non-Selfie-Generation“, Foto: R. Albrecht


In Vorträgen im Plenum, aber auch in kleineren praxis-orientierten Sessions, den "Breakout Talks", wurden zahlreiche Aspekte und Fakten beleuchtet, die die heutige Selfie-Generation kennzeichnen, und auch das Spannungsfeld, das Bibliotheken überwinden müssen, wenn sie auf diese Generation von Lernenden und Studierenden zugehen und ihr maßgeschneiderte Angebote machen wollen.

Was also macht die aktuelle Selfie-Generation (16- bis 25jährige) aus? Was wir bereits wussten: Sie sind überwiegend auf sozialen Netzwerken unterwegs. Allerdings gelten Twitter und Facebook bereits als überholt ("das ist für alte Leute wie meine Eltern"), favorisiert werden eher WhatsApp, Instagram und Snapchat. So ist z.B. die Hälfte aller Nutzer von Instagram unter 25 Jahren alt. Bei der Kommunikation in den sozialen Netzen spielen Textinformationen eine zunehmend geringere Rolle, gepostet werden von der Selfie-Generation heute hauptsächlich Fotos und Videos. Instagram verzeichnet beispielsweise einen täglichen (!) Zuwachs von 80 Millionen Bildern.

Für Bibliotheken – öffentliche wie wissenschaftliche – bedeutet das, bei der Entwicklung von Servicediensten, die "Content" zu den Nutzern transportieren, über aktuelle Trends stets Bescheid wissen und ihnen folgen zu müssen. Zudem muss bedacht werden, dass die Entwicklungen der kommenden Jahre nur ganz schwer kalkulierbar sind. Ein ständiges genaues Beobachten des Verhaltens von Bibliotheksbenutzern ist deshalb essentielle Voraussetzung für Dienstleistungen, die auch wirklich bei den Nutzern ankommen. Thorsten Meyer von der ZBW in Kiel postulierte in diesem Zusammenhang "explorative services", bei denen man immer wieder Neues ausprobiert, aber auch akzeptieren muss, dass bestimmte Dienste nicht angenommen werden: Die von der ZBW entwickelte App „EconBiz“ wurde wegen mangelnden Erfolges wieder eingestellt.

Klar wurde auch in mehreren Praxisberichten herausgearbeitet, dass ein Engagement von Bibliotheken in den sozialen Netzwerken kein Selbstläufer ist, sondern eine sorgfältige Planung, eine klare Strukturierung und vor allem auch regelmäßiger Personalressourcen bedarf. Houeida Kammourie-Charara von der Lebanese University in Beirut wies außerdem eindringlich darauf hin, dass ein amateuerhafter Auftritt unbedingt zu vermeiden sei; das Personal für das "Social Media Work" müsse deshalb entsprechend trainiert werden und lernen, eine einfache Sprache zu benutzen.

"Business as usual" stand neben dem spannenden Leitthema auch auf dem Programm der Tagung, darunter die Vorstellung der Kandidaten für die Wahlen zum Global Council, dem obersten Mitgliedergremium von OCLC. Aktuelle Entwicklungen bezüglich der Produkte von OCLC und deren Einsatz in den EMEA-Bibliotheken beleuchtete Eric van Lubeek, OCLC-Vizepräsident und Geschäftsführer für den europäischen und pazifischen Raum.

Erstmals bot OCLC im Anschluss an die Regionalversammlung allen Interessierten an, sich im Rahmen eines "Product Day" über die neuesten Entwicklungen  rund um die verschiedenen Module der WorldShare-Plattform zu informieren. Über hundert Bibliothekarinnen und Bibliothekare nutzten dieses Angebot. Für die deutschsprachigen Teilnehmer stellte die Integration der Gemeinsamen Normdatei (GND) in den WorldCat, die vorgestellt wurde, eine der wichtigsten Neuerungen dar.  Innerhalb der GND kann mit Hilfe von 19 Indices recherchiert werden; Verlinkungen zwischen einzelnen Normsätzen wurden abgebildet. Noch ausstehend hingegen war zum Zeitpunkt der Veranstaltung die Verlinkung zwischen bibliographischen Datensätzen und Normsätzen, wurde aber von OCLC für die nahe Zukunft angekündigt.

Wer sich für Details der EMEA Regionalversammlung interessiert, der sei auf die folgenden Ressourcen hingewiesen:

Außerdem berichten die beiden folgenden Aufsätze über die Tagung:

  • Barbian, Jan-Pieter: Bibliotheken als Inkubatoren des Geistes, der Innovation und der Kreativität. Die 7. OCLC EMEA Regionalkonferenz in Madrid beschäftigt sich mit der "Selfie Generation".
    In: BuB 68.2016, Heft &, S. 348 - 351

  • Dugall, Bernd: The Selfie Generation. 7th OCLC EMEA Regional Council Meeting, 1. und 2. März 2016.
    In: ABI-Technik, 36.2016, Heft 2, S. 114 – 119.
    Auch online verfügbar (lizenzpflichtig): DOI 10.1515/abitech-2016-0018

 

 

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Es ist soweit: Fernleihe auf E-Journals gestartet

Nach längerer Wartezeit wurde die Fernleihe auf E-Journals in Angriff genommen. Anfang diesen Jahres war es soweit: Die umfangreichen Vorbereitungen, um das HeBIS-Elektra-Portal fit für seine neue Aufgaben zu machen und die notwendigen Anpassungen im Fernleihsystem wurden in die Tat umgesetzt.

Seit dem 7. Juli 2016 ist für Nutzer im HeBIS-Portal die Fernleihe auf die in ihrer Heimatbibliothek nicht lizenzierten E-Journals möglich.


Nutzerseite


Für den Nutzer ist die Vorgehensweise denkbar einfach: Nach der  Anmeldung im HeBIS-Portal bzw. auf dem lokalen Suchportal seiner Heimatbibliothek wird ihm nach seiner Recherche nach einem E-Journal in der Trefferanzeige wie bisher der Button „Volltext“ angeboten. Nach wie vor führt dieser zum Volltext der jeweiligen Zeitschrift, wenn bei der jeweiligen Bibliothek eine entsprechende Lizenz existiert oder es sich um eine frei zugängliche Zeitschrift handelt.

Ist dies jedoch nicht der Fall, wird der Nutzer aufgefordert, Jahrgang, Band sowie Heft der von ihm gesuchten Zeitschrift anzugeben. Über eine EZB-Webschnittstelle werden die verfügbaren Lizenzen abgeprüft und ermittelt, welche Bibliothek über eine Volltextlizenz für den gesuchten Jahrgang verfügt. Ergibt die Recherche, dass die Zeitschrift im angegebenen Zeitraum nicht erschienen oder online nicht verfügbar ist, so wird dies dem Nutzer angezeigt.





Werden jedoch ein oder mehrere besitzende Bibliotheken ermittelt, erscheint das Fernleihformular für eine Kopiebestellung mit den bibliographischen Angaben zur Zeitschrift sowie den vom Nutzer vorher eingegebenen Angaben zu Jahrgang, Band und Heft. Der Nutzer trägt dann wie gewohnt Titel, Autor sowie Seitenzahlen des gewünschten Aufsatzes ein und kann die Bestellung abschicken.

Die jeweilige Versandart („keine Fernleihe“, „Papierkopie an Endnutzer“ und „Elektronischer Versand“) wird durch die in der EZB hinterlegten Fernleih-Indikatoren bestimmt. Dazu ist deren flächendeckender Nachweis in der EZB dringend erforderlich.

Der Ablauf von Direktbestellungen auf Aufsätze in elektronischen Zeitschriften richtet sich nach deren Verfügbarkeit. Bei frei zugänglichen Aufsatzdaten mit einer URL mit Lizenzindikator 0 im Titeldatensatz landet der Nutzer auf dem Volltext des Aufsatzes. Ist der Aufsatz jedoch nicht frei verfügbar, wird eine Zwischenseite angezeigt, über die der Nutzer zur jeweiligen Zeitschrift geführt wird, um von dort aus eine Fernleihbestellung aufgeben zu können.

 

 

 

Bibliothekarische Seite


Nehmende Fernleihe


Bibliotheken, die noch keinen Print-Client besitzen, können Bestellungen aus E-Ressourcen nur über den Postweg empfangen. Deshalb empfiehlt die Verbundzentrale, den Print-Client des HeBIS-Verbundes zu installieren, um Kopiebestellungen elektronisch empfangen zu können.


Gebende Fernleihe


Auf dem Leihschein werden für Kopiebestellungen zwei  Lieferarten angezeigt:

  • Lieferart (gedruckte Ausgabe): Wenn die Bestellbibliothek einen Print-Client besitzt, so wird hier die Lieferart PRINT angezeigt, ansonsten POST

  • Lieferart (elektronische Ausgabe): Hier wird die Lieferart der Online-Ausgabe einer Zeitschrift angezeigt. Sind in der EZB Fernleih-Indikatoren hinterlegt, wie beispielsweise PRINT für die erlaubte elektronische Auslieferung oder POST für eine Auslieferung nur über den Postversand, werden sie an dieser Stelle ausgewertet.

 

In der Lieferbibliothek müssen die Kollegen die Leihscheine durchsehen, um zu entscheiden, ob eine Kopie-Bestellung aus einer elektronischen Ressource bedient werden kann oder nicht.

Sollten mehrere Lizenzen vorhanden sein, so wird die großzügigste Lieferart ausgewiesen. Bei Lizenzen mit unterschiedlichen Berechtigungen muss der jeweilige Bearbeiter selbst entscheiden, von welchem Anbieter er das bestellte Dokument herunterladen möchte.

Über die folgende Webschnittstelle können Sie – alternativ zum Drucken aller Leihscheine und manuellem Durchsehen der Bestellungen – eine Liste der noch offenen Kopie-Bestellungen Ihrer Bibliothek erhalten incl. EZB-Bemerkungen zu Fernleihindikatoren und, wenn vorhanden, der URL der Online-Ressource:

http://hebis.rz.uni-frankfurt.de/ILL/list_open_copies.html

 

 

Da die Verlags-PDFs nicht mehr gescannt werden müssen, fehlt ihnen bei der Auslieferung an die Bestellbibliothek ein Deckblatt als Ersatz für den Leihschein. Dieses wird serverseitig generiert und dem PDF bei Auslieferung vorangestellt.

Wir hoffen, mit diesem neuen Service das Angebot für unsere Nutzer weiter verbessert zu haben  und wünschen viel Erfolg bei der Fernleihe auf E-Ressourcen.

 

 

Tatjana Rabeneck E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
HeBIS-ELF im Detail

Das neue Konzept für das HeBIS-Handbuch wurde im HeBIS-Cocktail 1/2016 vorgestellt. Jetzt möchten wir den Erfassungsleitfaden (HeBIS-ELF) im Detail vorstellen.

Der Aufbau für die Kategorien ist immer identisch. Beginnend mit der Nummer der Kategorie und dem dazugehörigen Namen werden die für die Kategorie erfassten Felder als Inhaltsverzeichnis und in komfortabler Weise gleichzeitig als Sprungmarken angezeigt. Danach folgt die Angabe, ob es sich um eine Pflichtkategorie handelt und ob sie wiederholbar ist.

 

 

Im Allgemeinen wird dann auf die Besonderheiten der Kategorie hingewiesen. Diese können inhaltlich, aber auch erfassungstechnisch sein.

 

 

Immer vorhanden ist die "Übersicht der Unterfelder". Die vierspaltige Tabelle dokumentiert die vorhandenen Unterfelder für die Kategorie. Sowohl die Pica+, als auch die (den Katalogisierern vertraute) Pica3-Darstellung zur Erfassung der Unterfelder mit den jeweils einzugebenden Steuerzeichen ist vorhanden. Zusätzlich wird einzeln angegeben, ob das jeweilige Unterfeld in der Kategorie wiederholbar ist oder nicht. Die Wiederholbarkeit einzelner Unterfelder ist unabhängig von der grundsätzlichen Wiederholbarkeit der Kategorie als solcher.

 

 

Bei einigen Kategorien folgt dann eine tabellarische Auflistung der „Unterfelder im Detail“. Dies wird immer dann erfasst, wenn es zu einzelnen Unterfeldern dezidierte, umfangreiche Informationen gibt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kategorie 4085.

Der Punkt „Indexierung“ ist als Baustelle zu betrachten. Momentan wird nur auf ein Dokument verlinkt, das eine Übersicht über alle Suchschlüssel bietet. Nach der Überarbeitung aller Kategorien wird ein Konzept entwickelt, das die Indexierung der jeweiligen Kategorie im Detail darstellen wird.

Neben den schon genannten Punkten wie die "allgemeinen Informationen" und die "Übersicht der Unterfelder", sollen Beispiele die Erfassungskonventionen der Kategorie illustrieren. Die Beispiele können nach verschiedenen Materialarten gegliedert sein oder werden im Einzelnen kommentiert. Ein gutes Beispiel hierfür ist auch die Kategorie 1100.

 

 

Zur vollständigen Beschreibung einer Kategorie im HeBIS-ELF gehören im untersten Bereich der Auflistung die "Informationen zu RAK-Altdaten", um langfristig Kenntnis und Überblick über die (RDA-bedingten) Veränderungen sicherzustellen.

Am Ende des Projekts soll zusätzlich zum numerischen Einstieg in den HeBIS-ELF (Liste der Kategorien) ein alphabetisches Stichwort-Glossar entstehen.

Was leistet der HeBIS-ELF? Er dokumentiert die Erfassung der für die Katalogisierung notwendigen Elemente für das HeBIS-Pica-Format und soll die Katalogisierer bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Was wird der HeBIS-ELF nicht leisten? Er ist kein Ersatz für das Regelwerk RDA. RDA-Toolkit-Stellen werden nur in Ausnahmefällen genannt.

 

Anja Tröger E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Hessischer Bibliothekstag am 9. Mai in Wiesbaden: Bericht

Im modernen Ambiente des Wiesbadener Kulturforums und den neu gestalteten Räumlichkeiten der Mauritus-Mediathek richtete der Berufsverband (Landesverband Hessen im Deutschen Bibliohteksverband) am 9.Mai den 'Hessischen Bibliothekstag' aus. Die Veranstaltung findet als Austausch- und Fortbildungsveranstaltung für Mitglieder und Interessierte jährlich in jeweils wechselnden hessischen Städten statt. Gleichzeitig wird mit der Verleihung des Hessischen Bibliothekspreises in einem öffentlichen Forum herausragende bibliothekarische Arbeit gewürdigt.

Unter dem Motto "Lernen von 0 bis unendlich" lieferte das Programm einen Querschnitt an Ideen und Maßnahmen, wie sich heute im Bibliotheksbetrieb Anforderungen für moderne Lernumgebungen umsetzen lassen.

In den Begrüßungsworten von

 
  Arno Großmann      Rose-Lore Scholz
Fotos: HeBIS
  • Christian Engelhardt, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband, Landrat des Kreises Bergstraße,
  • Arno Goßmann, Bürgermeister und Sozialdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden
  • Rose-Lore Scholz, Dezernentin für Schule, Kultur und Integration der Landeshauptstadt Wiesbaden und
  • Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

 

zeigte sich bei allen Rednern enge Verbindung zu den Wiesbadener Bibliotheks-Einrichtungen. Mehrfach wurde über Erinnerungen an eigene Studienzeiten mit vielen Stunden im historischen Lesesaal der Landesbibliothek Wiesbaden berichtet.

Es folgte die offizielle Verleihung des 19. Hessischen Bibliothekspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband durch Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der SparkassenKulturstiftung.

 

Preisverleihung 'Hessischer Bibliothekspreis 2016', Foto: HeBIS


Stolz nahm die Delegation der Stadtbücherei Lauterbach (Vogelsbergkreis) mit  Bücherei-Leiterin Petra Scheuer den mit 10.000 € Preisgeld dotierten "Hessischen Bibliothekspreis 2016" entgegen. Laudator Dr. Thomas Wurzel lobte insbesondere die Bedeutung der Stadtbücherei als Kulturträger im ländlich geprägten regionalen Umfeld, der es gelungen ist, die eigene Arbeit effektiv mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen zu vernetzen.

Durch räumliche Verbesserungen konnte die Bücherei die Anbindung an andere kulturelle Einrichtunge wie die Volkshochschule und Musikschule herstellen. Schon früh hatte das Bücherei-Team an die Einrichtung einer kostenlosen Willkommensbibliothek für Flüchtlinge gedacht. Ein differenziertes Leseförderkonzept und weitere Kultur-und Bildungsangebote sprechen Schulen, Kindergärten und Seniorenheime an. So gelingt es, auf breiter Ebene verschiedene Zielgruppe anzusprechen, was gute Nutzungszahlen im übrigen belegen.

Mit dem Thema "Bildung im Kontext lebenslangen Lernens. Zur Aufgabe von Bibliotheken in der Wissensgesellschaft" setzte sich Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger vom Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, im darauf folgenden Festvortrag auseinander. Er zeigte die Potenziale und Herausforderungen beim Lehren und Lernen mit digitalen Medien auf und nahm Bezug auf die Rolle der Bibliotheken als innovativem Lernort.

Nach der Mittagspause und den Mitgliederversammlungen der Berufsverbände ging das Programm an zwei Veranstaltungsorten parallel jeweils im 'Forum für Öffentliche Bibliotheken' und 'Forum für Wissenschaftliche Bibliotheken, von dem hier im folgenden berichtet wird, weiter.

Ingrid Sand, Leiterin der Hochschulbibliothek, Technische Hochschule Mittelhessen Gießen-Friedberg, schildert in ihrem Vortrag

» Super schön und hoch effizient «,
der Servicebereich der Hochschulbibliothek der THM

die Erfahrungen der Hochschulbibliothek der THM nach der Umstellung der Ausleihbereiche auf Servicebereiche mit Ausleih-, Rückgabe- und Bezahlautomaten im Oktober 2014.

   
  Ingrid Sand
Foto: HeBIS

Nach einem Jahr im Echtbetrieb ist bewiesen, dass der neue Servicebereich trotz anfänglicher Skepsis gut etabliert ist und dass die Anforderungen an moderne Informationsversorgung erfüllt werden.
Aspekte wie Ticketsystem für Nutzeranfragen, Abschaffung der Garderobenpflicht, bargeldloser Zahlungsverkehr führten z.T. zu überraschenden Effekten in der Benutzung, z.B. die Erkenntnis, dass »Automaten nicht über Mahngebühren diskutieren«, gleichwohl schaffte die entstandene Personalentlastung Raum für neue Service-Elemente, z.B. Verlängerung der Öffnungszeiten und Schreibberatung für Studenten.


Die Herausforderungen von Organisationsentwicklung und Sanierung im laufenden Betrieb thematisierte Dr. Axel Halle, Direktor der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel in seinem Beitrag:

'UB/LMB Kassel: Wandel zum Lernort unter erschwerten Bedingungen'.

Zur Zeit erfolgt die Sanierung der beiden größten Standorte der Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek - bei laufendem Benutzungsbetrieb. Insbesondere die räumliche Kleinteiligkeit des fast 30 Jahre alten Gebäudes am Holländischen Platz lässt sich nicht mehr mit den Bedürfnissen moderner bibliothekarischer Betriebsorganisation vereinbaren. Um heutigen Lernortanforderungen gerecht zu werden, bekommt das Gebäude u.a. einen großzügigeren Eingangsbereich, neue Fahrstühle, eine Erweiterung des Treppenhauses und zusätzliche Flächen in angeschlossenen Gebäudeteilen, z.B. für flexibel nutzbare Gruppenräume. Bis Ende 2018 sollen die Bauarbeiten noch gehen: Eine Herausforderung, bei der man versucht, die Einschränkungen für Personal und Nutzer möglichst gering zu halten.

Welche Möglichkeiten sich bieten, wenn man sich beim Bibliotheksbau gar nicht mehr an alten Strukturen orientieren muss, sondern ein ganz neues und eigenes Konzept umsetzen kann, berichtete Dr. Ilona Rohde, Abteilungsleiterin Benutzung und Projektleiterin Neubau der Universitätsbibliothek Marburg, im letzten Vortrag dieses Tages:

"Lernraum UB Marburg – Konzeption und Gestaltung von Nutzerbereichen im Neubau der Universitätsbibliothek"


Im Schatten der Elisabethkirche entsteht derzeit in Marburg der Neubau der Universitätsbibliothek, der mit seiner modernen und innovativen Konzeption die Bibliothek zu einem attraktiven Lern- und Studienort machen soll.

 

© Sinning Architekten, Darmstadt (http://www.sinning-architekten.de/)

Das bisherige Serviceangebot soll ausgebaut und erweitert werden: Verlängerte Öffnungszeiten vereinfacht die Nutzung als Lernort abends und am Wochenende. Ein großer Freihandbereich ermöglicht direkten Zugang zu den der Beständen.

© Sinning Architekten, Darmstadt (http://www.sinning-architekten.de/)

 

Das Gebäude ist stadtplanerisch eingebettet zwischen historischer Altstadt mit Elisabethkirche und dem denkmalgeschützten Alten Botanischen Garten und soll in dieser Eigenschaft noch weitere Funktionen übernehmen:

Eine Ausstellungsfläche und ein großer Vortragssraum für Veranstaltungen sollen die Bibliothek zum Ort der Begegnung und des Austausches, nicht nur für Bibliotheksbenutzer, machen. Das großzügige Atrium mit Cafeteria und Anbindung an den Botanischen Garten bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten.

Der Baufortschritt des Gebäudes lässt sich auch via Webcam verfolgen.

 

 

Weitere Informationen zum Hessischen Bibliothekstag:

 

Tanja Kindt E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale
Import von Metadaten - Ergänzungen und Aktualisierungen,
Stand: Juni 2016

Nationallizenz:

  • ZDB-1-SBB Korrekturlauf (V536)
  • ZDB-1-EEB Korrekturlauf (V189)
  • World Bank ZDB-1-WBA (V526)
  • Duncker & Humblot E-Books ZDB-1-RWF (V767)
  • Duncker & Humblot E-Books Wirtschaftswissenschaften
    ZDB-1-DHW (V754)

 Konsortiallizenz:

  • Oxford Scholarship Online (ZDB-28-XXX)

Allianzlizenz:

  • Anthropology Online ZDB-1-ATO
  • Ethnographic Video Online ZDB-1-EVO

 PDA-Projekte - Ergänzungslieferungen:

  • MyiLibrary ZDB-26-MYL
  • UBCM for Wiley
  • Proquest Academic Complete ZDB-38-EAC
  • deGruyter ZDB-23-DGG

 Bibliothekslizenzen:

  • OECD ZDB-13-SOC (V306)
  • Vandenhoeck & Ruprecht ZDB-117-VRE
  • WISO Neueinspielung wg. neuer Modulstruktur ZDB-5-XXX
    (V266, V744-748)
  • Divibib Umstellung auf RDA-Schnittstelle
  • Emerald ZDB-55-BME und ZDB-55-ESS
  • Video 2 Brain ZDB-101-VTB (V687)
  • Sage knowledge / Complete ZDB-96-SKC
  • utb-studi-e-book  ZDB-41-UTB (V733)
  • scholars e-library ZDB-41-SEL

 Lizenzfreie Titel:

  • Directory of Open Access Books  ZDB-94-OAB mit LZI 0 (2027 Titel)

Weiterhin wurde die Dublettenprüfung (007I und 007A) verbessert.

 

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale
Von den Börsendaten zum Clip: Ein Projektbericht

© Bild: Nutzung mit freundl. Genehmigung durch Deutsche Börse AG

 


Im März dieses Jahres fand in Leipzig der 6. Bibliothekskongress statt. Passend zum diesjährigen Kongress-Motto „Bibliotheksräume – real und digital“ gab es erstmals anstatt der Poster-Präsentationen einen Aufruf zum „Call for Clips“. Ziel war es,  einen Clip zu präsentieren, der sich mit aktuellen Zukunftsfragen des Bibliotheks- und Informationssektors auseinandersetzt.

Die Möglichkeit, eines unserer Projekte im Rahmen der Präsentation am Stand der verschiedenen bibliothekarischen Verbände in einem 3-Minuten Beitrag einem großen Fachpublikum vorzustellen, machte uns neugierig. Bei einem ersten Brainstorming waren mögliche Themen schnell gefunden, da wir uns bei der täglichen Arbeit und in Projekten mit der Schaffung neuer digitaler Angebote und Dienstleistungen beschäftigen. Erfahrungen mit der Erstellung von Präsentation war vorhanden, aber ein Clip - das war komplettes Neuland. Erste Ideen entstanden schnell und es wurde über verschiedene Abgabeformate und geeignete Software-Tools diskutiert. 

Im Clip sollte das Thema 'Digitalisierung von historischen Finanzdaten' visuell dargestellt werden. Im 'Goethe-Projekt' (GOETHE: Germanys Old Equity Timesieries for Historical Evaluation) werden historische Finanzdaten aufbereitet und der Informationsgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Das Online-Angebot wird in Kooperation mit dem House of Finance/SAFE ('Sustainable Architecture for Finance in Europe'), dem Forschungszentrum der Goethe-Universität), der Universitätsbibliothek Frankfurt und der HeBIS-Verbundzentrale aufgebaut.

Aus Börsenzeitungen werden tagesgenaue Aktienkurse erfasst und fließen in einer Datenbank zusammen. Die Informationen können nach Abschluss des Projektes z.B. für Publikationen und Forschungsberichte nachgenutzt werden. Forschungsdatenmanagement  ist ein aktueller Themenschwerpunkt, da Wissenschaftler überall auf Daten und verlässliche Quellen angewiesen sind.

www.prezi.com
Das Format spielte eine wichtige Rolle bei der Planung und Abgabe des Clips. Wir entschieden uns für das Präsentationsprogramm Prezi. Die Präsentation wird auf einem (virtuellen) Papier erstellt und verschiedene Objekte wie Bilder, Filme und weitere Formen werden animiert eingebunden. Je nach Bedarf werden die Objekte  vergrößert, verkleinert werden bzw. reingezoomt oder rausgezoomt. Ein markantes Startbild sollte das Thema „Börsendaten“ gut visualisieren.

Die Präsentation kann entweder durch Klicks gesteuert werden oder als Autoplay in verschiedenen Intervallen zwischen den Objekten ablaufen.  Nachdem ein Grobkonzept für den Clip stand, wurden die Informationen in Prezi übertragen, weiter zusammengefasst und wir überlegten, wie sie verständlich und visuell ansprechend dargestellt werden können. Danach wurde ein Titel für den Beitrag gesucht. Als essenzielle Punkte wurden die Themen: Wissen, Finanzdaten, Forschung und Geschichte herausgearbeitet. Immer wieder wurde über verschiedene Formulierungen diskutiert.

Der eingereichte Beitrag hat den Titel: Geld rollt weg – Wissen bleibt:
historische Finanzdaten für die Community
und wurde von uns am Stand der Verbände vorgestellt.

Das Thema Forschungsdaten ist in vielen Bibliotheken präsent, auch die UB Mannheim präsentierte einen Clip mit dem Titel "Click here for research data", bei dem Forschungsdaten als neue Dimension bei der Literaturrecherche und Quellenbewertung" beschrieben werden. Der Beitrag des ZB MED Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften hatte den Titel "Frau Dr. Grünsteins Problem mit Forschungsdaten".

Die anderen Beiträge wurden aus den Bereichen öffentlicher Bibliotheken, Goethe-Instituten und des beruflichen Nachwuchs eingereicht. Die Beiträge deckten verschiedenste Themenfelder aus dem Bibliotheks- und Informationsbereich ab. Sie standen auf der eingerichteten YouTube-Seite mit dem Namen: BID2016 - Call for Clips zur Abstimmung bereit und wurden an den Kongresstagen am Stand der Verbände von den Produzenten vorgestellt.

 

 © Präsentation des HeBIS-Clips auf dem
Bibliothekskongress 2016 in Leipzig
Bild: HeBIS


Über den besten Clip wurde online abgestimmt. Gewinner war der Clip des Informations- und Mediennetzwerks für Schulen im Lahn-Dill-Kreis (IMeNS). Unter dem Titel „Lernen mit IMeNS“ wurden Nutzungsmöglichkeiten einer Schulbibliothek für unterrichtliche Zwecke von der Grundschule bis zum Erwachsenenleben innerhalb des Clips gezeigt.

Zusammenfassend gesagt, war der "Call for Clips" auch für den HeBIS-Verbund eine tolle Möglichkeit, einen komplexen Sachverhalt kreativ darzustellen und sowohl vor Ort auf dem Kongress als auch online einem großen Publikum nahezubringen.

Alle Clips finden Sie weiterhin unter:  http://bit.ly/297dUtq


Weitere Informationen:

 

Logo Prezi: www.prezi.com

Anika Pfützner E-Mail an AutorIn
HeBIS-VZ
WinIBW-Bereich im HeBIS-KID

Um die Transparenz der Arbeit an WinIBW3 zu steigern, steht seit Anfang März 2016 im HeBIS-KID ein Bereich für Dokumentation, Neuigkeiten und Fehlermeldungen bezüglich WinIBW zur Verfügung. Dieser soll ermöglichen, sich schnell über die von HeBIS angebotenen Funktionen, aktuelle Arbeiten und bereits gemeldete Fehler zu informieren.

Sie erreichen den Bereich im HeBIS-KID unter: http://Kid.hebis.de
Der Bereich WinIBW3 ist gleich auf der Startseite aufgelistet.

Screenshor der KID-Startseite (ohne Login)



Über https://kid.hebis.de/display/WIN/WinIBW3+Startseite gelangen Sie direkt in den WinIBW-Bereich.

Auch ohne ein Login für HeBIS-KID können die Seiten gelesen und Kommentare hinterlassen werden. So haben Sie jederzeit die Möglichkeit, bereits eingegangene Fehlermeldungen einzusehen sowie selbst Wünsche, Anregungen und Hinweise zu hinterlassen.

Eingebunden in den WinIBW-Bereich sind interne Seiten für WinIBW-Betreuer. Dort können lokale Begebenheiten bei der Bereitstellung von WinIBW und deren Problemstellungen dokumentiert und diskutiert werden.

Um Zugriff auf die internen Seiten zu erhalten, wird ein KID-Account und eine Freischaltung benötigt. Wenden Sie sich dazu bitte an: kid@hebis.de

Die bisherige Dokumentation rund um WinIBW fand ausschließlich auf den HeBIS-Webseiten unter »Projekte« statt. Kommunikation gab es jedoch nur über die WinIBW-Mailingliste. Um diese Abläufe zu vereinfachen und zu vernetzen, wurde der Bereich in HeBIS-KID angelegt.

Aber auch die Informationen auf den Webseiten werden weiterhin gepflegt. Dort verbleiben zum Beispiel wichtige Basisinformationen wie Links zu den Anleitungen, umfangreiche Hinweise zu allen Versionen der WinIBW3 und die Updateinformationen. Hilfreiche Tipps & Tricks wurden bereits in den WinIBW-Bereich ausgelagert.

Auch die Mailingliste bleibt für Informationen und Anfragen, die nicht nur die lokale Betreuung und Fehlermeldungen zu WinIBW3 betreffen, bestehen.

 

Weitere Informationen

 

Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale

Mitteilungen

Leitungswechsel in der HeBIS-Konsortialgeschäftsstelle

Sylvia Weber verläßt die Geschäftsstelle des HeBIS-Konsortiums, sie wurde zur Stadträtin im Frankfurter Magistrat gewählt und zur Leiterin des Dezernats für Integration und Bildung ernannt.

 

Frau Renate Wahlig übernimmt während der Abwesenheit von Frau Weber deren Aufgaben und leitet die Geschäftsstelle des HeBIS-Konsortiums seit dem 15.7.2016.

Fr. Wahlig ist erreichbar unter

  • Tel. (069) 798 39 238 bzw.
  • r.wahlig@ub.uni-frankfurt.de

 

(tak)
Meldungen bei Änderungen in den HeBIS-Facharbeitsgruppen

Ein Hinweis in eigener Sache:

Wir bitten darum, alle Änderungen, die die HeBIS-Fach-AGs betreffen, also

  • zur Veröffentlichung verabschiedeter Protokolle
  • Sitzungstermine
  • Änderungen in den Besetzungen der Fach-AGs

zentral an die Mailadresse

kid@hebis.de

zu melden, damit sich unser Team für Öffentlichkeitsarbeit zeitnah darum kümmern kann.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

 

 

(tak)
Save the date: HeBIS-Verbundkonferenz am 15.09.2016

Bitte notieren Sie sich rechtzeitig folgenden Termin:

 

HeBIS-Verbundkonferenz 2016

am Donnerstag, den 15. September 2016

 

  • Veranstaltungsort:  Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main,  IG-Farben-Haus, Raum 411.
  • Anmeldung: Bis zum 6. September 2016 über das Anmeldeformular
  • Weitere Informationen auf unseren Webseiten

(tak)

Gremienberichte

Internatioinal
RDA & EURIG:
Aus einem Interessenverband wird eine europäische Stimme

Die diesjährige Mitgliederversammlung der European RDA Interest Group (EURIG) stand ganz im Zeichen der Re-Organisation und Internationalisierung der Gremienstrukturen und Entscheidungsprozesse rund um das Erschließungsregelwerk Resource Description and Access (RDA).
Die dreitägige Zusammenkunft fand auf Einladung der lettischen Nationalbibliothek vom 23. bis 25. Mai in der lettischen Hauptstadt Riga statt.

Die Tagung begann mit einem für alle Interessierten offenen Seminar zum Thema "RDA in the Baltic & Eastern Europe". Neben aktuellen Statusberichten zur RDA-Einführung aus  EURIG-Mitgliedsinstitutionen, wie u.a. aus  Lettland, Finnland und Polen, standen auch Vorträge zur RDA-Strategie und zu den neuen Entscheidungsstrukturen sowie über das FRBR-Library Reference Model auf dem Programm. Simon Berney-Edwards, der Vorsitzende des RDA Board als oberstem Entscheidungsgremium, führte am zweiten Tag des Meetings in den Workshop ein, der sich mit den Folgen der neuen RDA-Leitungs- und Entscheidungsstrukturen für die EURIG-Mitglieder beschäftigte.

Kern der  Strategie des RDA Board für die kommenden Jahre ist es, RDA zu einem internationalen Regelwerk zu machen. Die Internationalität soll sich in den Inhalten, den Anwendercommunities und auch in den Gremien widerspiegeln, die über die Entwicklung von RDA entscheiden. In der Tradition von AACR, dem Vorgänger von RDA, kamen bisher die Entscheidungsträger ausschließlich aus dem anglo-amerikanischen Raum. Bis 2019 soll sich das schrittweise dahingehend ändern, dass Vertreter aller Kontinente einen Sitz in den RDA-Gremien erhalten und so direkt mitbestimmen und entscheiden können. Das RDA Steering Committee, das die konkrete Arbeit am Regelwerkstext verantwortet, soll sich zudem künftig stärker strategisch ausrichten und die Detailarbeit Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen überlassen, die bereits eingerichtet wurden oder noch berufen werden.

 

 

Abbildung 1: Zusammensetzung des RSC (Quelle: S. Berney-Edwards)
Vergrößerte Darstellung: Click auf Grafik



Eine besondere Herausforderung stellt die Nominierung und Entsendung der sechs Repräsentanten für die verschiedenen kontinentalen Regionen dar, denn die setzt voraus, dass Institutionen oder Organisationen gefunden werden, die diese Aufgabe übernehmen. Für Europa bot sich den Verantwortlichen im RDA-Board mit EURIG direkt ein geeigneter Partner an. Aktuell sind in EURIG 40 Institutionen aus 25 Ländern zusammengeschlossen, darunter auch die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme, die die Verfasserin bereits seit einigen Jahren vertritt.

Einige der EURIG-Mitglieder haben RDA bereits eingeführt (Großbritannien, Niederlande, Tschechische Republik, Deutschland, Österreich, Schweiz (teilw.), Finnland, Island), andere befinden sich in einem Übergangsprozess oder warten noch auf eine Entscheidung, einige wie die französische Nationalbibliothek lehnen die Einführung zum jetzigen Zeitpunkt ab, orientieren sich aber mit einem eigenen Regelwerk an RDA.

Abbildung 2: Diskussion über EURIGs neue Rolle (Foto: R. Albrecht)


Für EURIG bedeutet die neue Rolle als "Stakeholder" von RDA, dass die internen Strukturen, die den bisherigen Charakter der Organisation als reiner Interessensverband widerspiegelten, neu geordnet und z.B. Nominierungs- und Wahlverfahren für den Repräsentanten im RSC definiert werden müssen. Außerdem muss die inhaltliche Bearbeitung der jährlich eingereichten "Proposals" und "Discussion Papers" für Revisionen der RDA sichergestellt und Verfahren zur Einreichung eigener Anträge etabliert werden.

Ausgehend von einer Vorlage des EURIG-Vorstandes erarbeiteten die Teilnehmer des Workshops Vorschläge für die künftigen internen EURIG-Strukturen. Die formelle Mitgliederversammlung am dritten Tag des Meetings bestätigte diese Vorschläge, die ihren Niederschlag in einer neuen Fassung des "Cooperation Agreement" finden werden und deren Hauptpunkte sind:

  • EURIG bleibt neben seiner Rolle als RDA-Stakeholder auch weiterhin ein Interessensverband und steht auch wie bisher allen interessierten Einrichtungen  zur Mitgliedschaft offen.
  • Der EURIG-Vorstand (Executive Committee) übernimmt künftig hauptsächlich strategische und administraiv-organisatorische Aufgaben.
  • Für die Regelwerksarbeit (Proposals und Discussion papers) wird ein neues Gremium, das "Editorial Committee", eingerichtet.


Abbildung 3: EURIG-Gremien und Entscheidungsprozesse (ab 2017)



Die neue Fassung des "Cooperation Agreement" liegt inzwischen als Entwurf vor und befindet sich im finalen Begutachtungsprozess durch die EURIG-Mitglieder. Zur Jahresversammlung 2017 soll die neue Vereinbarung offiziell unterzeichnet werden.
Für die Bearbeitung der Anträge im RDA-Revisionsverfahren 2016 wurde die Einrichtung eines interimistischen Editorial Committee vereinbart; 2017 wird es nach dem neuen satzungsgemäßen Verfahren gebildet.

Nach den Arbeitssitzungen trafen sich die EURIG-Delegierten zu einer ausführlichen Besichtigung der gastgebenden Bibliothek und zu einem Rundgang durch die Rigaer Altstadt.

 

Die lettische Nationalbibliothek


Die Nationalbibliothek Lettlands wurde am 29. August 1919 gegründet. Zu ihrem 95. Geburtstag wurde nach gut 25 Jahren Planungs- und Bauzeit ein neues Bibliotheksgebäude offiziell eröffnet. Der spektakuläre, vom lettisch-stämmigen US-amerikanischen Architekten Gunnar  Birkerts entworfene Bau am Ufer der Düna liegt gegenüber der Altstadt von Riga und ist mit 13 Stockwerken und einer Gesamthöhe von 68 Metern  von weither sichtbar. Er beherbergt die aktiven Bestände der Bibliothek (4,5 Millionen Bände), die vorher über mehrere Standorte verteilt waren, 1000 Nutzungsplätze in  fachlich-thematisch gegliederten  Lesesälen, ein modernes Kongresszentrum sowie einen Konzertsaal.

 

Abbildung 4: Der Neubau der Lettischen Nationalbibliothek (Foto: R. Albrecht)


Im Inneren der Bibliothek, die im Volksmund nach einer lettischen Sage "Lichtschloss" genannt wird, betritt man zunächst ein großes Atrium, in dem das Foyer mit der Eingangskontrolle für die Benutzungsbereiche untergebracht ist. Angrenzend an das Foyer finden sich Flächen für Ausstellungen sowie ein Restaurant. An der Südseite des Atriums wird hinter einer Glaswand über mehrere Stockwerke das "Bücherregal des Volkes" sichtbar. Die mehreren tausend Bände stammen aus Spenden der Bevölkerung – jedes Buch enthält eine persönliche Widmung, in der der Spender oder die Spenderin die besondere persönliche  Bedeutung beschreibt, die das betreffende Buch für ihn oder sie hat.

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
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HeBIScocktail 3/2016 (Juli 2016)

 

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

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Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Tanja Kindt (tak)

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HeBIScocktail 4/2016 erscheint im Oktober 2016.

Redaktionsschluss: Ende September 2016.

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