HeBIScocktail
Ausgabe: 2017-1
Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein herzliches Willkommen im neuen Jahr. Die ersten Wochen sind inzwischen vergangen und in den Bibliotheken herrscht die gewohnte Betriebsamkeit.

Im letzten Jahr konnten wir große Projekte wie die RDA-Einführung, CIB oder die WMS-Erprobung abschließen. Für das neue Jahr geht die Arbeit weiter: So stehen zum Beispiel das neue RDA-Schulungskonzept, der 106. Bibliothekartag in Frankfurt am Main und die Anreicherung der RAK-Altdaten mit RDA-Elementen auf der Agenda.

Neben dem Blick in die Zukunft erlauben wir uns in diesem Jahr auch einen Blick in die Vergangenheit, schießlich kann der HeBIS-Verbund auf eine mittlerweile 30jährige Geschichte seit der Gründung von 'HeBIS-Kat' im Jahr 1987 zurückblicken.

Für alle Büchernarren gibt es in dieser Ausgabe als kleinen Aperitif eine exklusive Leseprobe.

 

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihr HeBIScocktail-Team

Aktuell

Jubiläum: 30 Jahre HeBIS - Im Dienst der Bibliotheken

Der HeBIS-Verbund feiert 2017 sein 30. Jubiläum. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, in einer Serie die Geschichte des Verbundes Revue passieren zu lassen. Wir werden die Meilensteine der Entwicklung beleuchten, Vergessenes in Erinnerung rufen und auch Probleme und Schwierigkeiten im Veränderungsprozess nicht aussparen.
30 Jahre Verbundgeschichte sind zeitlich gesehen vielleicht nur ein Wimpernschlag. In diesen 30 Jahren fand aber eine rasante technische Entwicklung statt, deren Höhepunkt die Erfindung und Einführung des Internet darstellt, und die deshalb tiefgreifende Veränderungen der Bibliothekswelt mit sich gebracht haben.

Mit der Einführung des Hessischen BibliotheksInformationsSystems „Katalogisierung und Auskunft“, kurz HEBIS-KAT, wurde im Jahr 1987 der HeBIS-Verbund als Serviceeinrichtung für Bibliotheken gegründet.


Das Verbundkatalogisierungssystem HEBIS-KAT bildete damit das Kernstück für den späteren Ausbau des Hessischen BibliotheksInformationsSystems zu einem alle internen Geschäftsgänge unterstützenden System. Für einen detaillierten Blick in die Geschichte haben wir die wichtigsten Meilensteine kurz zusammengefasst. Den ausführlichen Abriss der Historie finden Sie hier:

 



        


 

Die DFG hatte verschiedene Vorgänger-Projekte unterstützt und gab 1979 die Empfehlung zum Aufbau regionaler Verbundsysteme. Zu dieser Zeit wurden in den meisten Bibliotheken Katalogkarten noch mit der Schreibmaschine getippt und von Matrizen gedruckt. Die Einführung der EDV-gestützten  Katalogisierung markierte den Beginn einer Veränderung, die nach und nach (fast) alle Bibliotheksbereiche betreffen sollte.

 

Mitarbeiterin 1983 bei der Katalogisierung an der Schreibmaschine
Quelle: Universitätsarchiv Frankfurt

 
Durch das Verfahren mit den  Matrizenabzügen konnte in der hauseigenen Druckerei nur eine begrenzte Anzahl von Katalogkarten hergestellt werden. Mit der Titeleingabe und dem Nachweis der Literatur in der neuen Datenbank war für Mitarbeiter nun ein elektronischer Nachweis der Bestände ab 1986/1987 und die Recherche innerhalb des Datenbestandes möglich.

 

 
  Katalogisierung in der Datenbank 1987
  Quelle: Universitätsarchiv Frankfurt 

 

Das neue EDV-System ermöglichte neben der Eingabe, Änderung und Löschung von Datensätzen auch eine Dublettenkontrolle[1]. Durch das computerunterstützte System  wurden die teilnehmenden Bibliotheken bei der Katalog- und Registerherstellung entlastet. Der Bildschirmaufbau für die  Eingabe der Titeldaten war aus heutiger Sicht für die Katalogisierer unkomfortabel und bestand aus maximal 24 Bildzeilen. Ein Cursor oder Schreibpunkt kennzeichnete dem Bearbeiter die aktuelle Position auf dem Bildschirm, an der die Zeichen eingegeben wurden.

 
  Bildschirmaufbau HEBIS-KAT
  Quelle: Handbuch und Arbeitsanleitung (1990)

 

Die Katalogdaten wurden von den sieben hessischen Universitäts-, Hochschul- und Landesbibliotheken und der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt in die neu geschaffene Verbunddatenbank eingegeben.

 

Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung vom 07. Januar 1987(klick für Bildvergrößerung)

Für den IT-Betrieb war das Kommunale Gebietsrechenzentrum in Frankfurt zuständig. Die Aufgabe der Verbundzentrale übernahm der Hessische Zentralkatalog (HZK). Der HZK kümmerte sich bis dahin um den konventionellen Nachweis der hessischen und rheinhessischen Bestände und war deren Leihverkehrszentrale. Die neuen Aufgaben des HZK als Verbundzentrale waren mit dem Erlass des HMWK (W II 5.1 - 980/331-183) [2] folgende:

  • Führung des konventionellen Zentralkatalogs
  • Lenkung des Leihverkehrs
  • Zentrale Redaktion der Hessischen Bibliographie
  • Bibliothekarische Zentrale des Hessischen Bibliotheksinformationssystem "Katalogisierung und Auskunft (HEBIS-KAT)

Bis zur Einführung von HEBIS-KAT im Jahr 1987 war es jedoch ein langer, steiniger Weg, der von Skepsis, Unsicherheiten, Widerständen und zeitlichen Verzögerungen geprägt war. Davon werden wir im nächsten Teil dieser Serie berichten.

Haben Sie auch Erinnerungen an die Zeit der HeBIS-KAT-Einführung und die Anfangszeit der Verbundkatalogisierung? Vielleicht in Form von Fotos oder Anekdoten? Lassen Sie uns teilhaben! In den nächsten Ausgaben des HeBIScocktail möchten wir gerne Erinnerungen und O-Töne aus der Praxis präsentieren.

Schreiben Sie an: cocktail@hebis.de

 

 

 

[1] Projektbericht (Kap. 1 Bl. 8)

[2] Organisation des Verbundes / Erlass des HMWK (W II 5.1 – 980/331 – 183)

Anika Pfützner E-Mail an AutorIn
Jubiläum: 30 Jahre HeBIS - Eine Zeitleiste

Für einen detaillierten Blick in die Geschichte haben wir die wichtigsten Meilensteine kurz zusammengefasst. So können Sie die Entwicklungen von der Gründung der Gebietsrechenzentren bis zum Start der EDV-Katalogisierung in HeBIS-KAT zeitlich einordnen. Jeder dieser Schritte war ein Teilerfolg und würde Material für einen eigenen Artikel bieten.

Das ganze war ein fließender Prozess, an dem viele Hände mitgewirkt haben, allen voran der heutige Präsident des Goethe-Instituts Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, der von 1973-1978 zuerst Direktor und später als Leitender Direktor (1978-1988) an der Stadt-und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main beschäftigt war. Er hat die elektronische Verbund-Katalogisierung vorangetrieben.  Neben Lehmann setzte sich auch Dr. h.c. Berndt Dugall bei seinen beruflichen Stationen in Marburg (1983-86), Gießen (1986-88) und später als Bibliotheksdirektor in Frankfurt (1988-2013) für die Einführung der Verbundkatalogisierung ein.

 

https://www.goethe.de/resources/files/jpg334/20140310_Berlin_Portrait_Klaus-Dieter_Lehmann_DinA4-foto_andreas_wrobbel.jpg

Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann

(Foto: Goethe-Institut/Andreas Wrobbel)

Dr. h.c. Berndt Dugall

(Foto: HeBIS)

 

 

 

                                              

Jahr

Meilensteine                   

   
1970

Gründung von 5 kommunalen Gebietsrechenzentren (KGRZ) in Hessen. In:

  • Darmstadt
  • Gießen
  • Frankfurt
  • Kassel
  • Wiesbaden

Die Rechenzentren sind für die Automation von Aufgaben im Bereich der öffentlichen Verwaltung zuständig. Die wissenschaftlichen- und öffentlichen Bibliotheken sind diesem Verbund als freiwillige Mitglieder angeschlossen. Federführendes Rechenzentrum für die Entwicklung von Bibliotheksprojekten ist das KGRZ Frankfurt am Main.1

1974 Der Bibliotheksaussschuss der Detuschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beschließt die "Förderung von Entwicklungsprojekten auf dem Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung im Bibliothekswesen".

1975 Erstellung eines ISBN-Registers (HEBIS-ISBN) als regionales DV-Projekt wird begonnen. Spätere Ablösung durch HEBIS-MON.

Jan./Okt. 1976

 

 

Fast gleichzeitig wird im Januar 1976 ein vollständiger Datenbankausdruck des Hessischen Zeitschriften Verzeichnisses (HEBIS-HZV) ausgeliefert. Im  Oktober erscheint das erste Hessische Zeitschriftenverzeichnis. Daran beteiligt sind alle wissensschaftlichen Bibliotheken der Hessischen Leihregion.2

1977/1978 Der Vor- und Hauptbericht über das "Hessische Bibliotheksinformationssystem HEBIS-MON" werden vorgelegt.3

1979 Die Deutsche Forschungsgemeinschaft gibt die Empfehlungen zum Aufbau regionaler Verbundsysteme und zur Einrichtung Regionaler Bibliothekszentren.4

1979/1980 Die Herstellung der Hessischen Bibliographie erfolgt erstmals mit Hilfe der Datenverarbeitung. Ein erster Ausdruck erscheint 1979 und seit 1980 existiert eine dialogfähige Datenbank.5

1981-1982 Im Rahmen von ersten Tests wird das neue Katalogisierungssystem in den Modellbibliotheken getestet. Teilnehmer sind die StuB und die Senckenbergische Bibliothek Frankfurt, Kassel und Darmstadt.6

Ende 1980/Anfang 1981

Maßnahmen zum Start (in der StUB):

  • Es werden elektronische Leistungen an verschiedenen Stellen verlegt
  • Ankündigung zur Einrichtung eines Bildschirmarbeitsplatzes in der Titelaufnahmeabteilung wird angekündigt
  • Seit Sommer 1980 stehen mehrere Datensichtgeräte bereit
  • Das Bibliotheksreferat im KGRZ wird mit zusätzlichem Personal ausgestattet

 März 1981 Die Hessische Direktorenkonferenz spricht sich auf einer Klausurtagung für die Teilnahme an HEBIS-MON aus. Dem Hessischen Zentralkatalog wird die Aufgabe der bibliothekarischen Zentrale des Datenverarbeitungsverbundes der Bibliotheken übertragen. Ebenfalls werden die Bibliotheken verpflichtet, Mitarbeiter für den Test von HEBIS-MON zur Verfügung zu stellen.

1981
Das Verfahren wird in HEBIS-KAT umbenannt.

Feb. 1982 Der Magistrat der Stadt Frankfurt beschließt die "Vorläufigen Richtlinien für die Arbeit an Datensichtgeräten". 

Juli 1982 Die Arbeitsgruppe HEBIS-MON legt einen Testbericht zum Dialogteil HEBIS-KAT vor. 

1982 - 1983 Einführung der Titelaufnahmekollegen in der StUB in das Katalogisierungssystem anhand von praktischen Übungen am Bildschirm. 

Nov. 1984 Die Systemversion 1 wird vom KGRZ für einsatzfähig erklärt. 

Juli/August 1985 Eine Einsatzplanung zur "Auswirkungen von HEBIS-KAT auf die Geräteausstatung, Geschäftsablauf und Stellenplan für die StUB und der Senckenbergischen Bibliothek wird erstellt.

Nov. 1985 Der erste hessenweite (RAK- und HEBIS-KAT) Schulungskurs beginnt.
 
März 1986 Der Hessiche Minister für Wissenschaft und Kunst startet eine Ausschreibung von EDV-Geräten für HEBIS-KAT. Die "Vereinbarung über die Gestaltung der Einführung von HEBIS-KAT bei der StUB Frankfurt" wird unterzeichnet. Damit wird der Einführung innerhalb einer 1-jährigen Gestaltungsphasezugestimmt. Weitere Bibbliotheken innerhalb der Leihregion können sich nach Abschluss der Gestaltungsphase an HEBIS-KAT beteiligen.
  Es werden Schulungen durchgeführt, und die "Regionale Projektgruppe", "Regionale Schulungsgruppe" + weitere AG's nehmen die Arbeit auf. 

9. Feb. 1987 In allen Bibliotheken (mit Ausnahme von Kassel) beginnt die HEBIS-KAT Produktion.

 

 

   Zurück zum Artikel


 

Quellen:

1.  ABT-Informationen, EDV-Einsatz im Bibliotheks- und Informationsweisen in der Bundesrepublik, Berlin 1976, Bd. 20 S. 34-35.

2. ebenda S. 37.

3. Folter, W.: Hessisches Bibliotheks-Informationssystem - Katalogisierung und Auskunft, HEBIS-Kat, ein Rationalisierungsmodell, Frankfurt 1987, S. 26-27.

4. DFG: Empfehlungen zum Aufbau regionaler Verbundsysteme und zur Einrichtung regionaler Bibliothekszentren, Bonn-Bad Godesberg 1979, S. 1. 

5. Bibliotheksentwicklungsplan Hessen, wissenschaftliche Bibliotheken, Kassel 1981, S. 33.

6. Alle weiteren Nachweise) Folter, W.: Hessisches Bibliotheks-Informationssystem - Katalogisierung und Auskunft, HEBIS-Kat, ein Rationalisierungsmodell, Frankfurt 1987, S. 29-65.

 


 

Anika Pfützner E-Mail an AutorIn

Themen

Tour de Provenance No. 6

„Das Braun der Laubbäume wellte herbstlich dahin und mündete weiter oben in violettem Dunst, der sich löste, lila und reihergrau wurde und in milchiges Blau überging.“ So beschreibt Elisabeth Langgässer die südhessische Landschaft rund um den Kühkopf in ihrem 1936 erschienen Roman „Gang durch das Ried“.

Am 9. Oktober 2016, einem „reihergrauen“, kühlen Sonntagmorgen trafen sich nun schon zum sechsten Mal eine Gruppe muntere Provenienzradler, diesmal krankheitsbedingt leider auf fünf abenteuerlustige Charakterköpfe dezimiert, um den an die Weite Hollands gemahnenden Landstrich mit ihren Fahrrädern zu durchmessen. Der Startpunkt befand sich am Bahnhof in Groß Gerau-Dornheim, der im Gegensatz zu den radelnden Bibliothekaren seine beste Zeit schon lange hinter sich haben dürfte. Gleich hinter dem Bahnhof wartete eine steile Brückenauffahrt als erste Bergprüfung, die mit Bravour gemeistert wurde, ehe bereits nach wenigen Kilometern mit dem Naturschutzgebiet Torfkaute ein erster Höhepunkt der Tour erreicht war.

Früher wurde hier Torf gestochen, heute sind die Alt-Neckar-Auen Rückzugsgebiet für seltene Vögel und noch seltenere Molche.

Wie schon in Marburg hatte es uns besonders der Kammmolch angetan, auch wenn wir an diesem kühlen Morgen kein einziges Exemplar zu Gesicht bekamen. Wahrscheinlich wollte er sich nicht ungekämmt zeigen, der Molch.

Inzwischen bekamen die grauen Wolken erste Risse wie Echsen-Eier im Godzilla-Film und silberne Sonnenstrahlen tauchten den nahen Waldrand in ein fahles Licht. Jurassic Park statt Torfkaute? Wenn jetzt die Monster kämen? Mit einem Brontosaurus hätte man es ja noch aufnehmen können, aber mit mutierten Kammmolchen ist sicher nicht zu spaßen. Hurtig schwangen wir uns auf die Räder, um uns zwischen Wolfskehlen und Goddelau das erste Mal zu verfahren.

Doch bald fanden wir auf den rechten Pfad zurück und es ging auf literarischen Wegen Richtung Büchnerhaus, dem Geburtshaus Georg Büchners (1813-1837), heute Museum und Kulturzentrum, das leider noch nicht geöffnet hatte.

Vorbei am Philippshospital, einem der ersten psychiatrischen Krankenhäuser der Welt, wo Büchners Vater als Arzt tätig war, erreichten wir Stockstadt, eigentlich keine Metropole, aber doch groß genug, um im Straßengewirr erneut den falschen Weg einzuschlagen.

Munter Richtung Süden unterwegs hätten wir wahrscheinlich am nächsten Tag die Alpen erreicht, wenn wir nicht eine Gruppe freundlicher Radfahrer nach dem Weg gefragt hätten. Deren „Chef“ entpuppte sich als überaus auskunftsfreudiger Reiseführer: „Fahrnse uns aafach hinnerher, da kann ich Ihne schun mol was iwwer de Kiekopp erzähle …“ Gesagt, getan. In weniger als zehn Minuten, bis wir zum Hofgut Guntershausen abbogen, hatte uns der redeschwallende Herr in bestem Stakkato-Hessisch schon mit den nötigen Informationen versorgt: Der Kühkopf war eine Halbinsel, die im 19. Jahrhundert im Zuge der Rheinbegradigung mittels eines Kanals vom linksrheinischen Gebiet abgetrennt und dadurch zur Insel wurde. Zusammen mit der Knoblochsaue zählt der Kühkopf heute mit ca. 2400 ha zu den größten Aueschutzgebieten am Rhein.

Im Hofgut Guntershausen befindet sich das Umweltbildungszentrum „Schatzinsel Kühkopf“, in dem sehr anschaulich die regionale Flora und Fauna, aber auch die frühere forst- und landwirtschaftliche Nutzung dargestellt wird.

Besonders das mit einer kleinen Handpumpe zu betätigende Überflutungs-modell fand großen Anklang.

Mit kindlicher Freude und Begeisterung wurde der Kühkopf gleich mehrfach geflutet und wieder trockengelegt.

Da Pumpen und Radfahren hungrig macht, ließen wir uns bei Kaffee und Kuchen im nahen „Café“ nieder. Kollege Eckert erwarb in Ermangelung eines Antiquariats zwei Dosen Wildschweinwurst, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Als wir Guntershausen verließen, begann nach wenigen Minuten das Wetter schlechter zu werden, dunkle Wolken zogen über dem Altrhein auf und die ersten Regentropfen fielen. Die Damen trotzten mutig dem Schauer und erreichten Erfelden, während die Herren Weicheier unter einer Pappel Schutz suchten und sich mühsam ihre Regenhosen und -jacken überstreiften, vom Aussehen den bereits erwähnten Kammmolchen nicht unähnlich. Aber bald besserte sich das Wetter wieder und die Fahrt ging weiter auf dem Damm Richtung Knoblochsaue, wo wir staunend vor dem Neujahrsloch standen, einem kleinen See, der zum Jahreswechsel 1882/83 durch einen Dammbruch entstanden ist.

Österreichische Nationalbibliothek

Damals brach der Hauptdamm auf einer Länge von über 100 m, eine verheerende Flut wälzte sich landeinwärts und überschwemmte die Ortschaften Leeheim, Geinsheim, Wallerstädten und Trebur. Zurück blieb das Neujahrsloch als 20 m tiefes Strudelloch. Bereits einen Kilometer weiter betraten wir erneut geschichtsträchtiges Terrain: Eine Gedenkstätte mit der 12 m hohen Schwedensäule, die 1632 zur Erinnerung an den Rheinübergang schwedischer Truppen unter der Führung Gustav Adolf II. am 21. Dezember 1631 errichtet wurde. Wie die Schweden Soldaten, Kanonen, den Tross und die komplette Kavallerie mit auf Booten genagelten Scheunentoren über den Rhein setzen konnten, blieb uns ein Rätsel. Aber vielleicht waren die Tore gar nicht genagelt sondern geschraubt und an diesem Tag wurde von einem schwedischen Pionier der IKEA-Inbus-Schlüssel erfunden. Da hat die historische Forschung doch noch Einiges vor sich …

Auf regennassen Feldwegen erreichten wir, vorbei am Riedsee, der sich in Südsee und Nordsee teilt, schließlich Leeheim, wo wir in der Vereinsgastsstätte des FC Germania Leeheim 1907 noch länger bei Muscheln, Pizza, Salat, Steinpilztortelloni und dem ein oder anderen Gläschen Flüssigem zusammensaßen.

 

Wir, das sind Monika Denker, Annelen und Ingo Ottermann, Bernd Reifenberg und Hans Eckert. Uns allen hat’s gefallen. Was sich fast so schön reimt, wie die Verse einer mittelrheinischen Dichterin, die der Chronik des 6. Provenienzradelns einen würdigen Abschluss verleihen.

Nein, nicht Hildegard von Bingen, sondern Annelen von Mainz:

Junger Kammmolch ohne Kamm fuhr vergnüglich auf dem Damm.
Auf den Satteln auch gesessen, Provenienz  aus Rhein- und Hessen,
hat das Kleeblatt "60 plus", allen war es ein Genuss.
Zwei null siebzehn soll's dann sein ausnahmsweise links vom Rhein.

 

Hans Eckert E-Mail an AutorIn
Neues Verbundmitglied
Die Dienstbibliothek des Stadtarchivs Mainz

Das in seinen Anfängen bis ins Hochmittelalter zurückreichende städtische Archiv sichert und erschließt alle wichtigen Dokumente zur Mainzer Geschichte und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich – von der mittelalterlichen Pergamenturkunde über die Papierakte bis zum digitalen Datenträger. Damit trägt das Stadtarchiv ganz entscheidend zur Wahrung des kulturellen Erbes bei, sorgt für Transparenz des Verwaltungshandelns und fördert die Geschichtsforschung.

Das ursprünglich der Stadtbibliothek angegliederte, seit 1980 als selbständiges Amt fungierende Stadtarchiv umfasst 8.000 Urkunden, 8 Kilometer Akten, 20.000 Gemälde, Stiche und Pläne, über 150.000 Fotos sowie 18.000 Münzen. Davon können online in der Internet-Datenbank auf der Homepage des Stadtarchivs 80.000 Einheiten recherchiert werden. Seit 2014 sind diese Datensätze zusätzlich über die Deutsche Digitale Bibliothek und das Archivportal D verfügbar.

Die Dienstbibliothek des Stadtarchivs ist eine Präsenzbibliothek zur Mainzer Stadtgeschichte mit etwa 17.000 Bänden. Der Aufbau begann 1984 und wird seit Dezember 1986 von einer Diplom-Bibliothekarin fortgeführt. Jährlich kommen rund 300 neue Titel hinzu, außerdem sind etwa 25 laufende Zeitschriften vorhanden. Es gibt einen Altbestand von rund 250 Bänden aus dem Zeitraum von 1600 bis 1800. Primär wird die Bibliothek von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs zur Beantwortung von Anfragen und zur Vorbereitung von Führungen und anderen Veranstaltungen genutzt. Der größte Teil des Bestandes ist im Magazin aufgestellt. Es gibt im Archivlesesaal eine kleine Handbibliothek, die auch von den dort Forschenden genutzt werden kann.

 

Susanne Speth, Dienstbibliothek Stadtarchiv Mainz
Foto: Dieter Schreiber


Gesammelt werden Titel zur Mainzer Stadt- und Regionalgeschichte sowie zu den historischen Hilfswissenschaften und zum Archivwesen, darunter viel „graue Literatur“. Einen weiteren Sammelschwerpunkt bildet die Numismatik, da das Städtische Münzkabinett dem Stadtarchiv angeschlossen ist. Als wissenschaftliche Spezialbibliothek liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung von Einzelaufsätzen in den vorhandenen Sammelwerken und Zeitschriften, die, wie die übrigen Bestände auch, sowohl formal als auch überwiegend inhaltlich erschlossen werden und deren Anzahl sich mittlerweile auf knapp 30.000 beläuft.

Der Bestandsaufbau erfolgt neben Käufen und Schenkungen auch über einige wenige Tauschpartner sowie über Belegexemplare, die aufgrund der Verwendung von Materialien aus dem Bestand des Stadtarchivs entstanden sind.

Für Literaturanfragen können Listen zum jeweils gewünschten Thema erstellt werden, aber auch inhaltliche Recherchen werden bearbeitet.

Der anfangs vorhandene Zettelkatalog verzeichnete die Titelaufnahmen nach RAK-WB und RSWK und wurde ab 1996 in eine Allegro-Datenbank überführt, die dem „Mainzer Gesamtkatalog“ angeschlossen war. Somit war der Titelbestand auch im Internet recherchierbar. Zu Beginn des Jahres 2016 wurde die Aufnahme in den HeBIS-Verbund und das Lokalsystem Rheinhessen beantragt und die Datenmigration in Angriff genommen. Infolgedessen stehen außerdem Schulungsmaßnahmen für den Regelwerks-Umstieg von RAK-WB nach RDA an, die dankenswerterweise mit Unterstützung der Universitätsbibliothek Mainz bereits angelaufen sind.

 

Susanne Speth E-Mail an AutorIn
Dienstbibliothek Stadtarchiv Mainz

Mitteilungen

Import von Metadaten - Ergänzungen und Aktualisierungen,
Stand: Januar 2017

Nationallizenz:

  • Karger eBooks Collection (V325)

Allianzlizenz:

  • International Monetary Fund E-Library [DFG-geförderte Allianz-Lizenz] (V770)
  • RSC eBook Collection 2012-17 (optional 2010/11) [Allianz-Lizenz] (V325)

Konsortiallizenz:

  • Video 2 Brain ZDB-101-VTB (V687)

Bibliothekslizenzen:

  • Commonwealth iLibrary ZDB-161-CSL (974 Titel)
  • UN iLibrary ZDB-164-UNL (1788 Titel)
  • UTB studi-e-books ZDB-41-UTB (V733)
  • Content-select (325 Titel verschiedener ebook-Pakete)

Regelmäßige Lieferungen PDA:

  • Proquest, Academic Complete ZDB-38-EAC
  • Proquest, DDA Americanistik
  • Proquest, ebook central ZDB-30-PQE
  • de Gruyter ZDB-23-DGG
  • Elsevier Base Selection ZDB-33-EBS

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale

Fortbildungen/ Veranstaltungen

Kursangebot der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung in diesem Quartal

Aufzählungszeichen blauer PfeilAus der Praxis für die Praxis - RDA-Workshop für One-Person-Libraries und kleine Einrichtungen im HeBIS-Verbund (Kursnr. 2017-01)
Datum: Mittwoch, 15. März 2017
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Bockenheim
Aufzählungszeichen blauer PfeilGesprächsführung: zu guten Ergebnissen kommen (Kursnr. 2017-02)
Datum: Dienstag / Mittwoch 25.- 26. April 2017
Ort: Goethe Universität Frankfurt, Campus Westend
Aufzählungszeichen blauer PfeilProtokolle schreiben (Kursnr. 2017-03)
Datum: Dienstag, den 28. März 2017
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend
Aufzählungszeichen blauer PfeilPraxis-Workshop fortlaufende Ressourcen: Supplemente und Beilagen – Untergliederungen und Ausgabevermerk (Kursnr. 2017-04)
Datum: Donnerstag, 18. Mai 2017
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Bockenheim
Aufzählungszeichen blauer PfeilRDA Basics - Eine Einführung in die Katalogisierung mit dem neuen Regelwerk für Einsteiger (Kursnr. 2017-06)
Datum: Dienstag/Mittwoch, 4.-5. Juli 2017
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend
tak

Save the Date: Bibliothekartag 2017 in Frankfurt

 

 

Vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2017 findet der 106. Bibliothekartag in Frankfurt am Main unter dem Motto "Medien - Menschen - Märkte" statt.

Wir sind wie immer dabei. Besuchen Sie HeBIS am Stand!
Weitere Informationen (Stand-Nr., Programm usw.) finden Sie in Kürze auf unseren Webseiten.

Aufzählungszeichen blauer PfeilHier gehts zur Anmeldung

 

(tak)

Der Aperitif

Literaturtipp: „Und auch Wehmütigkeit“ von J.J. Voskuil - mit Leseprobe

Unser Literaturtipp im Januar:

 


 

J. J. Voskuils siebenbändiger Roman "Das Büro" ("Het Bureau") wurde in den Niederlanden mit über 400.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Auch hierzulande hat sich bereits eine Fangemeinde gebildet. Alle weiteren Bände werden halbjährlich im Verbrecher Verlag veröffentlicht.

 

Leseprobe aus dem 5. Band der Reihe „Das Büro“  ( "Und auch Wehmütigkeit" von J.J. Voskuil, 2016) mit freundlicher Genehmigung von:

Verbrecher Verlag

 


 

 

Maarten Koning arbeitet in einem völkerkundlichen Institut in Amsterdam. Anschaulich wird sein Berufsalltag aufs Ausführlichste in der Reihe „Das Büro“ von Johannes J. Voskuil beschrieben. Maarten findet seine Arbeit ziemlich sinnlos, obwohl er viele Erfolge als Wissenschaftlicher auf nationalen und internationalen Kongressen feiert. Aktuell im 5. Band „Und auch Wehmütigkeit“ muss er leider für ein Forschungsprojekt über die Geschichte des Brotes“ in die Zentralbibliothek.1

 

"Ich gehe in die Bibliothek."
Er [Marten Koning] lächelte, sich des Effekts dieser Bemerkung bewusst. "Nein!", sagte Bart [Maartens Mitarbeiter] und sah auf. "Doch", sagte Marten lächelnd.
Ad [Maartens Mitarbeiter] hatte seinen Kopf angehoben und sah mit einem verschmitzten Lächeln über den Rand des Bücherregals. "Wie lange ist das jetzt her?" "Zwanzig Jahre?", schätzte Maarten.
"Dann finde ich eigentlich, dass du das hättest durchhalten müssen", sagte Bart.
"Das hätte ich auch gern gewollt, aber die Bücher, die ich brauche, werden nicht ausgeliehen."
"Hast du dich schon mal gefragt, wovor du eigentlich solche Angst hast?" fragte Bart. "Denn ganz normal ist das doch nicht."
"Ich glaube, dass ich es anmaßend finde."
"Wie hast du das denn gemacht, als du noch studiert hast?" "Da war ich Student. Jetzt bin ich eine Art Gelehrter." Er lachte verlegen.
"Aber du bist doch auch ein Gelehrter?", frotzelte Ad.
"Ja, eben. Ich habe mich noch immer nicht daran gewöhnt, an die Vorstellung, meine ich. Ich fühle mich wie ein Scharlatan, und ich habe das Gefühl, dass alle es sehen." Er sah Bart an. "Wie läuft das eigentlich? Man geht rein..."
"Du kennst das Gebäude doch von außen, oder?"
Maarten nickte.
"Es gibt da diese gläsernen Schwingtüren. Da gehst du durch. Und dann kommst du in eine Halle."
"Und wo ist die Garderobe?"
"Die ist links, eine Treppe tiefer." "Und die Ausleihe?" "Da musst du die Treppe hoch in den ersten Stock, und dann sind es die Schwingtüren im hinteren Teil, auf der linken Seite."
"Dann finde ich es schon. Danke." Er ging zur Tür.
"Halt die Ohren steif", sagte Bart. "Ja", sagte Ad.
"Danke."
Er ging auf den Flur. Während er dastand und seinen Mantel anzog, kam Tjitske [Maartens Mitarbeiterin] die Treppe hinauf. "Ich gehe in die Bibliothek", sagte er. "Oh?", sagte sie.

Draußen regnete es. Es war unwirtlich. Er stellte den Kragen auf und hastete, ohne sich umzusehen, den Blick auf den nassen Asphalt gerichtet, zur Bibliothek. Die Schwingtür ließ sich mühelos öffnen. Er betrat die Halle. Blindlings, als liefe er diese Route bereits seit Jahren, bog er links ab, während er seinen Mantel aufknöpfte, und ging die Treppe hinunter zur Garderobe. Dort erwartete ihn eine Überraschung. Außer einem Tresen, wie es ihn auch in der alten Bibliothek gegeben hatte, war dort eine ganze Batterie grauer Metallschränkchen. Er zögerte einen Moment, dann holte er gehetzt, als täte er etwas, das nicht statthaft sei, seine Papiere aus der Plastiktüte, stopfte die Tüte in die Manteltasche und legte den Mantel über den Tresen. Es dauerte einen Moment, bis das Fräulein, das im hinteren Teil saß und häkelte, ihre Arbeit weglegte und zu ihm kam. Er schloss daraus, dass es nicht normal war, den Mantel abzugeben, vielleicht war die Garderobe nur für höhergestellte Persönlichkeiten gedacht, und die Schränkchen waren für Leute wie ihn, doch da er nicht mehr zurückkonnte, ignorierte er ihre Widerwilligkeit. Er nahm die Nummer entgegen und wandte sich gehetzt ab, rannte die Treppe wieder hinauf, strauchelte, da er die Breite der Stufen falsch eingeschätzt hatte, blieb jedoch auf den Füßen und rannte, zwei Stufen gleichzeitig nehmend, in den ersten Stock, durch die Schwingtüren, die Bart vorhin erwähnt hatte. Dort blieb er unschlüssig stehen.

Der Raum ähnelte in nichts der Ausleihe in der alten Bibliothek. Der einfache Holztresen von früher mit den hohen Fenstern dahinter, die Aussicht auf den Singel boten, war zu einem enormen Komplex angewachsen, in den die Bücher auf einem Transportband hineinfuhren. Die Reihe der Holzschränke mit Karteikarten, die früher an der rechten Wand gestanden hatten, gab es zwar noch, doch sie wurden durch Türen unterbrochen, die Zugang zu anderen Räumen boten, und machten neben den fünf oder sechs Batterien mit Hunderten kleinen Metallschränkchen, die seitlich des Tresens ein Viertel des Saals in Beschlag nahmen, einen unscheinbaren, verwahrlosten Eindruck.

Er fasste sich ein Herz, ging zu den Schränkchen an der Wand, zog einen Schubkasten heraus, sah, dass es der Zeitschriftenkatalog war, schob den Kasten wieder zurück, drehte sich abrupt um und ging willkürlich in einen Zwischengang zwischen zwei Schränken mit Metallschubkästen. Bis auf Kopfhöhe hinter einer Brüstung aus Kästen abgeschirmt, gewann er seine Ruhe halbwegs zurück. Noch mehrere andere Leute waren mit den Kästen beschäftigt, und aus dem Raum dahinter hörte man ein Gewirr von Stimmen und die Schritte vor allem von Studenten, wodurch er für sein Empfinden kaum auffiel. Er fand einen kleinen Stapel Ausleihscheine, suchte noch immer etwas gehetzt und ohne sich beraten zu lassen die Titel der Bücher, die er einsehen wollte, notierte die Nummern, wagte sich wieder hinter seinem Schutzwall hervor und legte den Stapel auf gut Glück in einen Kasten auf der Ecke des Tresens, auf dem "Eingang" stand.

Hinter dem Tresen arbeiten zwei Männer, ein dritter transportierte kleine Stapel Bücher, die am Ende des Raums durch ein Loch in der Wand hereintransportiert  wurden. In einiger Entfernung vom Tresen standen und saßen etwa zwanzig Leute und warteten. Nach einigem Zögern stellte er sich in ihrer Nähe auf, neben einen Pfeiler. Die Männer hinter dem Tresen riefen durch ein Mikrofon Namen aus, schoben die Bücher zur Seite, wenn keine Reaktion kam, und riefen einen neuen Namen. Die Gruppe Wartender schrumpfte und wuchs wieder an. Während er regungslos den Bewegungen folgte, las er aus den Augenwinkeln alle Informationen, die auf Schildern überall angebracht waren, bis er, darüber erschreckend, in einem kleinen Stapel in Leder gebundener Bücher, der über das Transportband in den Raum glitt, seine Bücher vermutete. Er folgte ihnen gespannt auf ihrem Weg zum Tresen, trat einen Schritt vor, nicht ganz sicher, ob er es richtig machte, während der Mann hinter dem Tresen den Stapel zu sich heranzog, und er wartete, bis sein Name ausgerufen wurde. Der Mann, ein Älterer Herr in seinem Alter, nahm ein paar Zettel aus dem obersten Buch und sah auf.

"Herr Koning", sagte er ruhig, sich geradewegs an ihn wendend - er hielt ihm die Zettel hin, "diese beiden bekommen Sie im Handschriftensaal." Die unerwartete Intimität überraschte Maarten so, dass er nicht gleich reagierte.
"Das ist oben", erläuterte der Mann.
"Hier drüber?", fragte Maarten hilflos.
Der Mann lächelte.
"Nein, nebenan", er zeigte über die Schulter, "durch die Schwingtüren."
Als er in die angegebene Richtung schaute, sah Maarten, dass hinten im Raum, halb verborgen hinter den Reihen von Karteischränken, noch weitere Schwingtüren waren.
"Es hat sich viel verändert", gab der Mann zu.
Die Bemerkung berührte Maarten erneut angenehm. Ein Kontakt von Mensch zu Mensch. Kannte er diesen Mann? Er konnte sich nicht an ihn erinnern, doch es war nicht der Moment, ihn sich genau anzusehen.

"Kann ich da auch sitzen?", fragte er.
"Ja, da können Sie auch sitzen", sagte der Mann lächelnd. Mit seinem Bücherstapel unter dem Arm ging Maarten durch die Schwingtüren. Die Tür schlug gegen seinen Arm, weil er sich zu eilig hindurchschieben wollte. Am Ende eines Flures fand er neben einer roten, gemauerten Wendeltreppe eine Tür mit dem Schild "Studentenbücherei". Hinter einem Tresen saß eine junge Frau in einem roten Kleid. Er gab ihr seine beiden Leihscheine. Sie sah sie sich an und blickte dann fragend zu ihm auf.

"Wollen Sie die einsehen?" "Ja."
"Aber die sind hier gar nicht."

"Der Herr von der Ausleihe sagte, dass ich hierher müsste."
Sie schüttelte den Kopf.
"Ist hier denn nicht die ´Bibliotheca Medica Neerlandica´? fragte er auf gut Glück. Es war ein Name, den er aus dem Katalog aufgeschnappt hatte.
"Ich habe keine Ahnung", sagte die junge Frau, nun ebenfalls hilflos. "Hier stehen nur Bücher für Studenten, die Zwischenprüfungen machen wollen."

Es war klar, dass er nicht mehr in diese Kategorie fiel. Er zögerte.
"Aber vielleicht könnten Sie den Herrn dort fragen?" Sie zeigte auf eine Ecke hinten im Saal.
Er drehte sich um, hatte die Geistesgegenwart, seine Bücher auf einen leeren Studententisch zu legen und ging in die Richtung, die sie ihm gewiesen hatte. Dort gab es einen Schreibtisch, an dem allerdings niemand saß. Nicht weit davon entfernt standen jedoch ein Mann und zwei Frauen und unterhielten sich, mit dem Rücken zu ihm. Er näherte sich bis auf etwa zwei Meter und wartete dann regungslos, doch voll innerer Unsicherheit, bereit, beim ersten Anzeichen von Gefahr den Raum in gestrecktem Galopp wieder zu verlassen. Aus dem, was er ihrem Gespräch entnahm, wurde ihm klar, dass sie überlegten, wie sie die Bücher in den Regalen anordnen sollten. Plötzlich, wie in einem Theaterstück, kam eine weitere Person, ein junger Mann, von rechts an. "Kann ich Ihnen vielleicht helfen?" fragte er.

Da Maarten ihn nicht erwartet hatte, erschrak er. "Ja, das heißt..." Er zögerte und gab ihm seinen Zettel.
Der junge Mann betrachtete sie. "Das sind Inkunabeln", stellte er fest. "Da müssen Sie nicht hierher, sondern ein Stockwerk höher."
"Hier direkt drüber?" Er frage es aufs Geratewohl, um etwas zu sagen. "Richtig! Also nicht im neuen Gebäude, sondern im alten!"

Da alles, was Maarten bisher gesehen hatte, funkelnagelneu gewesen war, alles in kahlem Backstein und ungestrichenem Holz, brachte ihn diese Erläuterung in Verwirrung.
"Direkt hier drüber", sagte der Mann noch einmal. "Einfach die Treppe hoch!"

Offenbar hatte der Mann verstanden, dass er es mit einem Idioten zu tun hatte, was nicht dazu angetan war, Martens Selbstvertrauen zu stärken. Während er zu seinen Büchern zurückging, fragte er sich, ob er dann nicht lieber erst diese Bücher durcharbeiten sollte - schließlich hatte er jetzt einen Platz -, setzte sich, und besann sich wieder, stand auf und verließ den Raum, den Stapel Bücher unter dem Arm, auf die Gefahr hin, dass man denken könnte, er wollte sie stehlen. Doch man ließ ihn ungeschoren.

Er stieg die Backsteinwendeltreppe hinauf und stieß im nächsten Stock erneut auf eine Reihe von Türen, alle mit einem Schild versehen, auf dem die Öffnungszeiten standen sowie die Anweisung, dass Jacken und Taschen in die Schließfächer gehörten. In der Tat befanden sich in der Vorhalle ebenfalls eine Menge Schließfächer an einer Seitenwand. Er vergewisserte sich, dass er keine Jacke und keine Tasche hatte, nur seinen Stapel in Leder eingebundene Drucke aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die Tür des Handschriftenlesesaals war abgeschlossen. Er las den Text noch einmal und sah auf seine Armbanduhr. Sieben Minuten zu früh. Zögernd blieb er stehen. Warten? Nicht warten! Die Treppe hinunter! Die Treppe führte ihn in einen Keller. Da erst drang zu ihm durch, dass es eine andere Treppe war als die, auf der er gekommen war, und er sich wahrscheinlich auf dem Weg zum Notausgang befand. Zurück! Durch die Ausleihe ins Hauptgebäude! Wohin? Aufgescheucht stieg er auf gut Glück die Treppe in den zweiten Stock hinauf. In den Medizinlesesaal, der bot die geringste Chance auf unerwünschte Begegnungen. Sicheren Schrittes ging er durch den Juralesesaal zu einem kleineren Saal im hinteren Teil und blieb im Durchgang stehen. Mit einem Blick stellte er fest, dass der Medizinlesesaal bis auf den letzten Platz besetzt war. Zurück! Im nächsten Moment sah er mitten im Juralesesaal, an einer sehr unvorteilhaften Stelle, zwei leere Stühle.

Ohne weiter nachzudenken, ging er dorthin und nahm einen in Beschlag, als würde er hier jeden Nachmittag seine wichtige wissenschaftliche Arbeit verrichten. Er zog sein Jackett aus und musterte seinen Besitz. Es sah beeindruckend aus. Alles in Leder - er blätterte ein wenig - und auf Latein. Hier saß einer, der Latein las! In Gedanken gesellte er sich einer kleinen Elite zu und fühlte sich einen Augenblick über das Fußvolk um ihn herum erhaben. Leute wie er wurden eine Seltenheit! In der Zwischenzeit versuchte er, sich in dem erstbesten Buch einen Weg zu bahnen, sah sich das Register an und las hier und da ein paar Sätze. Er verstand rein gar nichts. Das amüsierte ihn, doch da er den Schein wahren konnte, solange er sich nur nichts anmerken ließ - schließlich waren es, mit ein wenig Glück, nur noch sechs Jahre -, konnte diese Feststellung seinem erworbenen Status nichts anhaben. Er sah das Wort panis und begann eifrig, die Sätze darum herum abzuschreiben. Zwei Studenten ihm gegenüber unterhielten sich flüsternd miteinander. Später kamen sie über den Tisch hinweg mit einem dritten ins Gespräch. Maarten sah nicht hin. Vielleicht kannte er sie ja. Er erinnerte sich, wie er vor dreißig Jahren in der Bibliothek gesessen und gearbeitet hatte, in der leisen Hoffnung, dass jemand hereinkommen würde, den er kannte. Das war vorbei. Das Leben eines wahren Gelehrten ist einsam.

Um vier Uhr hatte er so viele Sätze abgeschrieben, dass er fand, die Bücher seien nun durchgearbeitet. Als er seinen Stapel vom Tisch nahm, glitt dieser auseinander und rutschte bis an den Arbeitsplatz des Mannes ihm gegenüber. Der Mann, ein Chinese, arbeitete unbeirrt weiter, wie man es von einem Chinesen erwarten durfte. Maarten stapelte die Bücher erneut auf. Diesmal rutschten sie nach links, wie in einem schlechten Film. Im Laufe der Jahrhunderte war das Leder glatt und rutschig geworden. Überstürzt verließ er den Saal, die Arme und Hände an allen Seiten um das Paket herum, als hielte er einen Säugling. Gerade als er die Ausleihe betreten wollte, kam dort eine junge Frau heraus. Sie wollte die Tür aufhalten, doch er reagierte so unbeholfen, dass sie ihm entgegenschlug. Am Tresen erklärte er, dass eines der Bücher, das er bekommen hatte, zwar die richtige Nummer, aber den falschen Titel hätte, da er versehentlich die Nummer falsch aufgeschrieben habe. Der junge Mann, der ihm dieses Mal half, verstand es zunächst nicht, dann lächelte er und riet ihm, in diesem Fall die richtige Nummer zu bestellen. Natürlich! Er war auch ein Esel!

Gehetzt verließ er den Saal wieder, und verdammt, die junge Frau von eben kam gerade wieder herein, als er durch die Schwingtür gehen wollte. In seiner Verwirrung drängte er sich vor, betrat die Vorhalle, stieg die Treppe hinauf und ging einfach in irgendeinen Flur in Richtung des Handschriftensaals. Der Flur endete in einer Sackgasse. Das war nicht der richtige Weg. Zurück! Erneut in die Ausleihe. Er stolperte über eine Leiste und fiel mehr als er ging durch die Schwingtüren in den Flur zur Studentenbücherei. Also die Treppe hinauf, denn nun kannte er den Weg. Hinter dem Tresen traf er auf einen äußerst sanften jungen Mann, allerdings eine Mann, der wusste, wer er war, während er selbst aus Schaden erst noch klug werden musste. Das verlieh dem jungen Mann eine unverkennbar überlegene Position, was er denn auch deutlich merken ließ. Während Maarten dort stand und wartete, bis er aufblicken würde, arbeitete er ruhig weiter. Bedeutete es vielleicht, dass er seine Scheine in ein Körbchen legen musste? Er sah sich um. Dort stand ein Körbchen, allerdings ohne irgendeinen Text. In dem Moment sah der junge Mann auf. Maarten gab ihm seine beiden Scheine.

"Kann ich diese beiden Inkunabeln einsehen?", fügte er hinzu. Es klang gelehrt, doch es war in diesem Moment vollkommen deplatziert. An einem Tresen spricht man nur von Nummern oder notfalls von Büchern. Der junge Mann zog die Augenbrauen hoch und sah dann auf seine Armbanduhr.

"Das geht gerade noch." Es klang strafend, so sanft er auch war.

´Es geht gerade noch! ´Fünf nach vier! Wo doch auf dem Zettel an der Tür stand, dass der Laden erst um fünf Uhr dicht machte! Machtdemonstration! Während der junge Mann verschwand, setzte sich Maarten auf die Ecke des Tisches, der ihm am nächsten stand. Es war ein kleiner Saal, in dem ein paar gelehrte Männer und Frauen saßen, bis auf einen beträchtlich jünger als er selbst, sodass es keinen Grund gab, ihn so knapp abzufertigen. Der junge Mann blieb lange weg. Maarten fragte sich, ob er etwas tun musste. Er stand wieder auf. Auf dem Tresen lagen ein paar dicke Hefte.

Er sah sie sich an. Es waren Besucherhefte. In diesem Moment kam der junge Mann mit seinen Inkunabeln zurück. Maarten wollte weggehen, so tun, als säße er noch auf seinem Tisch, doch er tat es zögerlich, da ihm nicht klar war, an welcher Stelle er das Ganze in Empfang nehmen musste. Bei den Heften! Da hatte er nicht einmal so weit danebengelegen. Er griff zum untersten und schlug es auf. ´Datum, Name, Adresse, Forschungsziel´, Was um Himmels willen war das Ziel seiner Forschung? Er beschloss zu schreiben, dass er mit der Geschichte des Brotes beschäftigt war. Anschließend sah er sich die Bücher an. Eines der beiden hätte ein anderes sein müssen. Er ging damit zurück zu dem jungen Mann und fragte, wie das sein könnte. Das brachte den Mann in Verlegenheit. Er ging weg. Maarten ging ihm hinterher. Er blieb vor einer Glastür stehen und zeigte nach innen.

"Der Herr dort weiß alles darüber", sagte er. Ein Herr mit einem Bart. "Aber jetzt telefoniert er gerade", fügte er hinzu, worauf er wieder wegging.

Tatsächlich hatte der Mann den Hörer an sein Ohr gedrückt, obwohl er Maarten stehen sehen konnte. Macht! Wie sollte er darauf reagieren? Eintreten? Er ging auf Nimmer sicher, begab sich zurück an seinen Platz und fing mit dem anderen Buch an. Ebenfalls Latein. Er suchte wieder nach dem Wort panis und fand es. Eifrig begann er, alles darum herum abzuschreiben. Die Zeit verging. Er begann zu fürchten, dass er es nicht schaffen würde. Eine  Fotokopie? Er zögerte, fasste sich ein Herz und wandte sich wieder an den jungen Mann. Die Frage brachte diesen erneut in Verlegenheit. Er dürfe darüber nicht entscheiden. Dafür müsse sich Maarten noch einmal an den Herrn wenden. Plötzlich hatte er etwas Unterwürfiges oder zumindest etwas Bedauernswertes. In seiner Position währte Macht immer nur kurz. Schließlich wussten Herren von Welt immer, wie sie einander finden konnten. Dieses Mal ging Maarten denn auch, nachdem er geklopft hatte, entschlossen in den verglasten Raum. Der Herr unterhielt sich mit einem anderen Herrn. Es war ihm egal. Viertel vor fünf. Alles musste nun schnell gehen. Er legte ihm seine beiden Probleme dar. Der Mann sah sich das Buch an, schlug es auf und legte es flach hin, begutachtete es noch einmal auf Augenhöhe und gestattete dann, eine Kopie zu machen.

"Lassen Sie sich einen gelben Schein geben. Für mich ist es in Ordnung."
"Bei dem Herrn dort", vermutete Maarten und zeigte in die Richtung des jungen Mannes. Der Mann nickte. Das andere Problem, das mit dem falschen Buch, konnte er nicht lösen. "Haben Sie in den Katalog gesehen?" "Ja, natürlich!" "In diesem Katalog?" Er zeigte ihm zwei blaue Bücher.
"Nein", gab Maarten zu, ihm war klar, dass er sich damit verriet.

Der Mann ließ sich dies fast nicht anmerken, höchstens ein wenig in seiner Haltung, eine stille Aha-Geste. Er gab ihm die Bücher.
Maarten nahm sie mit zum Tresen, bat um einen gelben Schein, füllte ihn aus und gab ihn ab.
Der junge Mann betrachtete den Schein kritisch. "Sie haben nicht ausgefüllt, was für eine Kopie Sie wollen", sagte er strafend. "Eine Xerokopie?"
"Ist das das Einfachste?", fragte Maarten, da er nicht im Entferntesten wusste, was eine Xerokopie war.
"Ja, das ist das Einfachste."
"Und wann..." Er zögerte, da er nicht wusste, ob es üblich war, dass man die Xerokopie abholen musste, oder ob sie zugeschickt wurde. "In zwei Wochen, denke ich."
"Kann ich sie dann hier abholen?" "Normalerweise werden sie Ihnen zugeschickt, zusammen mit der Rechnung."

Welch eine Erleichterung! Er ging zurück zu seinem Platz und blätterte in den blauen Büchern. Sie wimmelten von Register, doch nicht einmal das Buch, aus dem er gerade abgeschrieben hatte, konnte er darin wiederfinden. Das ließ ihn vermuten, dass ihm selbst die fundamentalsten Kenntnisse fehlten. Je länger er darin blätterte, umso mehr kam er übrigens zu der Überzeugung, dass er diese Bücher kannte oder gekannt hatte, als er noch studiert hatte. Schließlich beschloss er, dass die Inkunabel, die er brauchte, nicht darin stand. Das stellte sich als ein meisterlicher Zug heraus, denn es brachte den Mann mit dem Bart in sichtliche Verlegenheit.

Er zögerte. "Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit", sagte er, "dass Sie Herrn Coenen im Medizinlesesaal fragen. Wissen Sie, wo der ist?"
"Natürlich!" Er kannte das Gebäude. "Der ist gerade mit einem Ergänzungsband beschäftigt", erläuterte der Mann, um sich selbst herauszuhalten. "Der weiß alles. Aber er ist oft nicht da. Vielleicht können Sie ihn anrufen?"

Maarten nickte und lächelte. Seine Position war so stark geworden, dass er es sich erlauben konnte. Er befand sich nun mindestens auf der Ebene des Mannes mit dem Bart. Vielleicht war es diesem ebenfalls bewusst. Er reagierte zwar nicht, doch er sagte noch: "Er hat einen Pieper, sie können ihn also für Sie ausrufen."

Na, bitte! Wenn jemand jetzt noch einen Beweis für sein gestiegenes Prestige haben wollte, war er mit Blindheit geschlagen! Maarten setzte ein breites Lächeln auf. Hier stand ein Gelehrter, der sich eine äußerst seltene Inkunabel ansehen wollte, die nur noch Herrn Coenen bekannt war, der über einen Pieper aufgespürt werden musste" Es war fünf Uhr. Als Sieger verließ Maarten den Handschriftensaal und wollte durch die Schwingtüren zur Ausleihe. Aus der Ausleihe kam ein Mann im Jeansanzug.

"Sie schließen gerade", sagte er zu Maarten, als sei ein Aufstand ausgebrochen. Die Mitteilung ließ Maarten in Panik geraten. "Wie komme ich dann nach draußen?" fragte er.

Am Gesicht des Mannes im Jeansanzug war zu sehen, dass ihn diese Frage in höchstem Maße erstaunte. Er zeigte in die Richtung, aus der Maarten gekommen war, doch Maarten hatte bereits verstanden, dass er die Treppe zum Notausgang nehmen musste, die er bereits früher am Nachmittag hinuntergestiegen war. Schon ziemlich verrückt, dass man um fünf Uhr das Gebäude  über den Notausgang verlassen musste. Er war doch wahrlich nicht der Einzige. Im Handschriftensaal saß noch eine junge Frau, die beiden diensthabenden Herren nicht mitgerechnet. Zu seiner Überraschung endete die Treppe jedoch in der Vorhalle, und plötzlich war ihm klar, wenn auch etwas spät, wie das Gebäude aufgebaut war. Als er es durch den Haupteingang verließ, sah er, dass man bis vierundzwanzig Uhr geöffnet hatte. Was sie eben geschlossen hatten, war ihm ein Rätsel. Die einzige Erklärung, die ihm einfiel, als er den Spui überquerte, um die Zeitung zu kaufen, war, dass der Mann im Jeansanzug ihn hereingelegt hatte. Zu Hause traf er Nicolien [Maartens Ehefrau] beim Schnaps an. "Hast du für mich auch einen?", fragte er...

 

 


 
 

Info Verlagsinformationen zum Buch unter:
http://www.verbrecherverlag.de/book/detail/819

 

Anmerkung:
Zum besseren Verständnis haben wir eine kurze einführende Erläuterung und Erklärungen zu den Personen ergänzt. Um die Lesbarkeit zu verbessern, wurden von uns zusätzliche Absätze im Text eingefügt.

 


 

 

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
HeBIS VZ

Impressum

HeBIScocktail 1/2017 (Januar 2017)

 

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.

 

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Tanja Kindt (tak), Anika Pfützner

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren

 

HeBIScocktail 2/2017 erscheint im April 2017.

Redaktionsschluss: Ende März 2017.