HeBIScocktail
Ausgabe: 2017-4
Editorial

 

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,



seit unserem "Heimspiel" zum Bibliothekartag in Frankfurt ist schon wieder einiges passiert. Neues gibt es unter anderem zum IFLA-LRM (IFLA Library Reference Model), von der EURIG-Jahresversammlung in Italien und der Sacherschließung von Onlineressourcen. Weiterhin berichten wir über den Hessischen Bibliothekstag in Hanau und die schon fast legendäre jährliche 'Tour de Provenance'.

Im September fand die 4. HeBIS-Verbundkonferenz auf dem Campus Westend in Frankfurt statt. Einen inspirierenden Vortrag hielt Anja Smit von der Utrecht University Library. Die Präsentationen der Vortragenden und einige Impressionen finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.

 

Ein weiteres Highlight im Kalender von Buchhändlern, Bibliotheken und Bücherfreunden ist die Frankfurter Buchmesse. Wir erzählen von unserem Besuch auf der Messe und präsentieren Ihnen unsere Eindrücke.

 


Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihr HeBIScocktail-Team

 

Aktuell

E-Pflicht in Hessen

Paragraph

Seit dem 14. September ist es durch die Veröffentlichung im „Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen“ amtlich und damit rechtswirksam: für Hessen gilt ab sofort die Verordnung für die Pflichtablieferung von Medienwerken. Sie ersetzt die bis dahin gültige Verordnung über die Abgabe von Druckwerken von 1984. Diese neue Verordnung ist die gesetzliche Grundlage für die Ablieferung sog. „unkörperlicher Medienwerke“.

 

Hessen ist damit das fünfte Bundesland, in dem für digitale Medien eine Abgabeverpflichtung besteht.

 

Analog zur Praxis in der Deutschen Nationalbibliothek, bei der bereits elektronische Medien im Rahmen der Pflichtablieferung archiviert werden, bietet die HeBIS-Verbundzentrale zur Zeit in Zusammenarbeit mit den hessischen Pflichtexemplarbibliotheken zwei Möglichkeiten der Ablieferung an:

  • Ablieferung über ein Webformular: Publikationen können in wenigen Schritten über ein intuitives Webformular abgeliefert werden.
  • Ablieferung über ein automatisiertes Verfahren: Dieses Verfahren eignet sich für regelmäßige Ablieferungen und setzt das ONIX 2.1 Format voraus. Die Daten können hier per Hotfolder abgegeben werden.


Die abgelieferten Publikationen werden archiviert, in den Katalogen der Pflichtbibliotheken recherchierbar gemacht und den Nutzern zur Verfügung gestellt.

 

Aufzählungszeichen blauer PfeilWeitere Informationen zu E-Pflicht

 

Tatjana Rabeneck E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale
Mehr Sacherschließung für Online-Ressourcen

Im April wurde retrospektiv einmalig für mehr als 610.000 Online-Ressourcen mittels ISBN-Abgleich überprüft, ob aus einer entsprechenden Print-Aufnahme Sacherschließungsdaten übernommen werden können.

Bei ca. 30% dieser Online-Ressourcen konnte daraufhin mindestens eine Sacherschließungskategorie ergänzt werden. Eine verbesserte und deutlich flexiblere Dienstleistung konnte die Verbundzentrale im Mai aktivieren, indem das Programm zur automatisierten Sacherschließungsanreicherung von Online-Ressourcen seitdem im wöchentlichen Routinebetrieb läuft. Maßgeblich ist hier das Tagesdatum bei einer Neu-Aufnahme oder bei einer Datensatzänderung.

Auf diese Weise sind bis Ende August mehr als 15.000 Online-Titel mit Sacherschließungselementen angereichert worden. Gekennzeichnet werden diese Titel in der Kategorie 4700 mit dem Text: „Sacherschließung maschinell aus paralleler Ausg. übernommen“.

 

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
International
LRM ist das neue FRBR : IFLA verabschiedet neues
„Library Reference Model“

Wer sich je die Familie der „Functional Requirements …“-Modelle der IFLA näher angesehen und diese miteinander verglichen hat, konnte schnell feststellen, dass die Modelle für Bibliographische Daten, Normdaten und Sacherschließungsdaten an vielen Stellen nicht zueinander passten oder sich sogar widersprachen. Die IFLA beauftragte deshalb ihre FRBR-Review Group mit einer kompletten Überarbeitung der drei Modelle, die eine Konsolidierung und die Zusammenführung zu einem einzigen Papier bzw. Modell zum Ziel haben sollte.

Während der IFLA-Konferenz 2017 in Wroclaw (Polen) wurde das neue „IFLA Library Reference Model“ (IFLA LRM) endgültig von den IFLA-Gremien beschlossen und in Kraft gesetzt [1]. Im Vorjahr war ein Entwurf veröffentlicht worden, dem ein öffentliches Stellungnahmeverfahren folgte, in dessen Verlauf zahlreiche Kommentare und Vorschläge abgegeben wurden. Die nunmehr verabschiedete Fassung entstand unter Würdigung dieser Stellungnahmen.

Nutzer im Fokus


Wichtigste Motivation für die Ordnung der bibliographischen Welt sind auch im Library Reference Model die Benutzer und deren Anforderungen: find, identify, select, obtain, explore. Den Abschluss des Papiers bilden folgerichtig drei Seiten mit der Beschreibung von "Use cases" und wie diese durch das Modell unterstützt werden.

Neue Entitäten, mehr Relationen und größere Flexibilität für Anwender


Der Kern aller früheren FR-Modelle – die WEMI-Entitäten (Werk – Expression – Manifestation – Exemplar) blieb unverändert. Die sieben übrigen Entitäten des Modells sind neu oder inhaltlich verändert. Neu ist auch, dass Subklassen für Entitäten eingeführt wurden. So hat die neue Entität „Agent“ (dt.: Akteur) die Unterklassen „Person“ und „Körperschaft“.

Neu eingeführt wurde eine Supra-Entität („Res“), die hierarchisch über allen anderen steht und fast schon eine philosophische Bedeutung hat: sie meint alle realen und abstrakten Dinge und Vorgänge, für die man Entitätendefinitionen vornehmen kann. Über sie ist die Verzahnung mit anderen (Daten)Welten als der des bibliographischen Universums möglich.

Unverändert werden die LRM-Entitäten durch Merkmale beschrieben. Allerdings beschränkt sich LRM auf eine Auswahl an potentiell denkbaren Merkmalen und überlässt es explizit jeder einzelnen Anwendung, weitere Merkmale zu definieren. Damit bleibt künftig mehr Freiraum für Spezialwendungen im bibliographischen bzw. bibliothekarischen Kontext. Übrigens legt LRM ein eindeutiges Bekenntnis dazu ab, dass es für Bibliotheken gemacht ist bzw. für alle, die mit bibliographischen Daten umgehen. Es ist somit zu erwarten, dass sich für die Anwendung in anderen kultur- und wissenschaftsnahen Einrichtungen eigene Modelle oder LRM-Derivate herausbilden werden (wie es das ja auch bereits für FRBR gab, zum Beispiel mit FRBRoo).

Komplett neu geordnet und ausgebaut wurden – auch stark ausgerichtet an den Bedingungen des Semantic Web und von Linked Data – die Beziehungen. Es werden 36 verschiedene Beziehungen zwischen den 11 LRM-Entitäten definiert und beschrieben. Diese bilden bei Bedarf die Grundlage für eine Überführung der Metadaten nach RDF und die Speicherung in einem Triple Store.

 

 

Abb.: Beziehungen nach LRM

 

Praktische Anwendung von LRM


Das neue Library Reference Model wird seine FR-Vorgänger auch als Basis von RDA ersetzen. Derzeit arbeitet das RDA Steering Committee (RSC) im 3R-Projekt an einer neuen Version von RDA, die sich an LRM orientiert. Diese soll im Frühjahr 2018 im Rahmen eines technisch und funktional runderneuerten RDA Toolkit veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt also noch Zeit, sich mit LRM und seinen Inhalten im Detail zu beschäftigen, um später einen guten Einstieg in die überarbeiteten Regeln zu haben. Eine HessFort-Veranstaltung im 1. Quartal 2018 ist in Vorbereitung.



[1] Online abrufbar: https://www.ifla.org/files/assets/cataloguing/frbr-lrm/ifla-lrm-august-2017.pdf. Eine vollständige deutsche Übersetzung ist derzeit nicht geplant.



Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale

Themen

Buchmesse 2017 - Galerie

 Gastland Frankreich

 
 
     


 

Impressionen

 
   
 
   



 


 

Halle 4.2

 
 HeBIS Konsortium am Stand  UB Frankfurt
   
 
 Azubi-Stand auf der Messe  Future of Library Science
   
Oliver Rohrbeck im Gespräch Quiz mit Ausschnitten des DRA
 
 

 

Fotos: HeBIS
 

 

 

Anika Pfützner, Tanja Kindt E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale
Frankreich zu Gast in Frankfurt

Wenn im Oktober die Buchmesse ihre Türen öffnet, wird Frankfurt zur Hochburg für alle, die mit Büchern, Verlagen, Bibliotheken und Medien zu tun haben. In diesem Jahr fand die Bücherschau vom 11. bis zum 15. Oktober statt. Sie wurde am Vortag von Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron bei einem Festakt gemeinsam eröffnet. Von Mittwoch bis Freitag fanden die Fachbesuchertage statt, danach konnten alle interessierten Besucher einen Blick auf die Messe-Neuheiten werfen und an am umfangreichen Veranstaltungsprogramm teilnehmen. Von den bekannten Autoren waren am Wochenende unter anderem Sebastian Fitzek, Cecelia Ahern und Ranga Yogeshwar auf der Messe zu Gast.
 
Insgesamt besuchten 286.425 Personen das Messegelände und stöberten bei den 7.300 Ausstellern, die aus 102 Ländern kamen. Damit war ein Besucherzuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, wie die Veranstalter mitteilten. Auf der Buchmesse und über die ganze Stadt verteilt fanden über 4.000 Veranstaltungen statt.
 
Die Messe ist ein Treffpunkt für Besucher aus den verschiedensten Bereichen & Branchen, darunter Buchhändler, Autoren, Bibliothekare, Verlagsmitarbeiter, Übersetzer, Journalisten und Blogger. Die Messe wurde auch von Konfrontrationen zwischen rechten und linken Gruppierungen überschattet.
 
 
Als diesjähriges Gastland präsentierte sich Frankreich und verbreitete französisches Flair. Das Motto lautete "Francfort en français / Frankfurt auf Französisch". Im Mittelpunkt stand die französische Sprache,  die von 274 Millionen Menschen auf fünf Kontinenten gesprochen wird. Der Ehrengastauftritt Frankreichs ist laut der Buchmesse das wichtigste und größte Kulturprojekt, das Frankreich jemals mit deutschen Partnern umsetzte.

Die Idee basiert auf der engen deutsch-französischen Freundschaft und lebt von der Vision, gemeinsam ein Europa des Geistes, der Literatur und der Kultur zu schaffen. Um dies zu erreichen, trafen 180 französischsprachige Autorinnen und Autoren bei den rund 350 Veranstaltungen auf der Messe und in der Stadt ihre Leser.

Der französiche Pavillion war transparent mit viel Licht gestaltet, ein Konstrukt aus Holzleisten erinnerte an ein Baugerüst. Die Installation sollte den kulturellen Entstehungsprozess symbolisieren und zum stöbern und entdecken verschiedener Themenschwerpunkte einladen.
 
 
Die Verlage präsentierten sich in diesem Jahr gerne farbenfroh und modern. In Halle 4.1. zeigte das Team des Gutenberg-Museums Mainz Druckvorführungen an der Gutenberg-Presse und Besucher konnten ihr eigenes Kunstwerk herstellen. Die Bibliothek des Gutenberg-Museums ist Mitglied des HeBIS-Verbundes.

Im ARD Forum wurde täglich ein Hörspiel zum "Mitmachen und Mitnehmen" für die Besucher produziert. Untersützung dafür gab von Hörspielsprecher Oliver Rohrbeck. Er spricht seit 1979 den Detektiv Justus Jonas in "Drei ???". Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) präsentierte sich im ARD-Forum u.a. mit einem Quiz unter dem Motto "Drehen Sie am Rad der Geschichte" mit mehr als 200 Ausschnitten aus Funk- und Fernsehen aus den Beständen des DRA in Frankfurt am Main und Potsdam.
 
In Halle 4.2 präsentierten sich Akteure und Dienstleister aus dem Bereich: "Wissenschaft, Fachinformation und Bibliotheken". Mit eigenem Messestand vertreteten waren dort u.a. auch das HeBIS-Konsortium,  die  Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und Studierende und Auszubildende der verschiedenen Berufszweige aus dem Bibliotheks- und Informationswesen.

 

Aufzählungszeichen blauer PfeilFoto-Galerie

 

Fotos: HeBIS
 

 

 

Anika Pfützner E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale
Rehe, REWE und Rhoihesse – Die 7. Tour de Provenance

Nun also ins Rheinhessische. In eine Landschaft von der Carl Zuckmayer schrieb, sie sei „gelassen und anspruchslos“, „bescheidene Haufendörfer, manche mit einer hübschen alten Kirche und ein paar Fachwerkhäusern, die meisten aus schlichtem, graugelbem Wackstein gebaut, ins Gefäll der Wingerte eingeschmiegt, an der Rheinstrecke zwischen Mainz und Worms“. In einem dieser Weinbaudörfer, Bodenheim, trafen sich am Morgen des 23. Septembers sieben glorreiche Radler zur diesjährigen „Tour de Provenance“.


Foto: I. Ottermann

 

Nach einer kurzen Begrüßung am Bahnhof ging’s auch schon bergauf an urigen Kneipen und Straußwirtschaften vorbei, wo besonders am Wochenende weinselige Schoppestecher aus dem nahen Mainz ihrer Leidenschaft des Weck, Worscht un Woi frönen. Die knackige Steigung forderte ihr erstes Tribut: Kollege Eckert behauptete, ein Reh sei quer über den Feldweg gelaufen, was von den anderen Teilnehmern als Halluzination aufgrund der ungewohnten Anstrengung oder Dopings abgetan wurde, aber Ingo Ottermann hatte das Reh auch gesehen, jedenfalls den hinteren Teil desselben. Eckert war sich sogar ziemlich sicher, dass das Reh beim Kreuzen der Straße noch vollständig war.

Nach einem Fotostopp nach dem Motto „blöd gucken oder blinzeln“ (oder beides) und der ersten Bekanntschaft mit einem eingeborenen Rheinhessen, der uns lässig aus seinem Auto heraus  ansprach („Ei, wo wollen er dann he?“), erreichten wir Richtung Harxheim die stillgelegte Bahnlinie des „Amiche“, die, jetzt asphaltiert und als Fahrradweg markiert, ohne größere Steigung entlang der Selz durch die sanften Hügel Rheinhessens führt. Die Strecke Bodenheim-Alzey war fast 90 Jahre  lang in Betrieb ehe der Personenverkehr 1985 eingestellt wurde. Der Name „Amiche“ soll angeblich von einer „Annemarie“ stammen, die für Nachbarn Einkäufe machte und deswegen oft mit dem Zug unterwegs war. Fest steht, dass jede noch so kurze rheinhessische Nebenstrecke ihren eigenen Namen hatte: Bawettche, Gickelsche, Zuckerlottche und das Valtinche, auf das wir noch zu sprechen kommen.

Bald bemerkten wir, dass der Radweg nicht nur von uns befahren wird. Männer mittleren Alters auf carbonberahmten Rennrädern in neonfarbenen Radlerhosen rasten an uns vorbei. Das konnte Eckert nicht auf sich sitzen lassen, zog kurzerhand den Sprint an, musste aber aufgrund der Bürde zweier Rucksäcke, einer vorne, Bauchfleisch um nicht zu sagen Speckrolle, einer hinten, aus Stoff und proviantgefüllt, schnell die Sinnlosigkeit seines Unterfangens erkennen. Der wahre Profi auf unserer Tour 2017 war unbestritten Thomas Denker, der in diesem Herbst mit dem Fahrrad von Buenos Aires nach Santiago de Chile fahren und dabei die Anden überqueren wird und sich sozusagen zum Einrollen die paar Kilometer zwischen Kufstein und Ravenna vorgenommen hat. Über „Rund um Bodenheim“ kann er wahrscheinlich nur lachen …

Über Selzen, Hahnheim, Köngernheim ging’s weiter nach Undenheim, wo dem vorausfahrenden Eckert eine weitere Rehsichtung unterstellt wurde, wobei sich das das in den Fahrtwind gebrüllte Wort „REWE“ als Fehlinterpretation herausstellte. Übrigens sprechen die gemeinen Rheinhessen, zu denen sich der Verfasser dieser Zeilen hin und wieder zählt, den Supermarkt „RÉWÉ“ aus, was womöglich auf die lange gemeinsame Geschichte der linksrheinischen Lande mit Frankreich zurückzuführen ist. In diesem Zusammenhang sei auf Wilfried Hilgerts wunderbares Buch „Wulleewu Kardoffelsupp“ hingewiesen.

Richtung Friesenheim und Dexheim erreichten wir die seit 1951 stillgelegte Eisenbahntrasse des „Valtinche“, inzwischen ebenfalls als Radweg genutzt, benannt nach dem Fuhrmann Valentin, der für den Milchkannentransport (!) nach Nierstein verantwortlich war. Die Strecke wurde 1957 noch einmal genutzt, um den Wahlkampfzug Konrad Adenauers im Bahnhof Dexheim zu parken. Adenauer übernachtete im Zug und bekam am Morgen Blumen und eine Flasche 1921er Trockenbeerenauslese überreicht. Ob er diese zum Frühstück zu sich genommen hat, ist nicht überliefert.

In der Pizzeria „Winzerhaus“ in Nierstein kehrten wir zum wohlverdienten Mittagessen ein. Es wurde zwar keine Trockenbeerenauslese aber das ein oder andere kühle Getränk serviert und auch Pizza, Pasta und Salat an der langen Tafel im Hof fanden bei herrlichem Sonnenschein unsere ungeteilte Zustimmung. Fast zu schön, um weiterzufahren. Kaffee wurde bestellt. Über Vieles wurde gesprochen: Urlaub in Italien, Juist, Kopenhagen, Mosaiken, Rad-Winterreifen und den Schweizer Zoll. Alles Themen „jenseits von HEBIS“, wie Annelen Ottermann so treffend bemerkte. Auch das macht den Reiz unserer Tour aus.

Irgendwann schwangen wir uns dann aber doch auf unsere Räder und fuhren Richtung Rhein entlang des Roten Hangs, einem mit Felsen durchzogenen Bergrücken, wo auf Ton- und Sandsteinböden ein ausgezeichneter Riesling gedeiht. Die rote Farbe rührt von eingelagerten Eisenverbindungen, die die Grundfarbe des rheinhessischen Bodens bilden, besonders in der Gegend um Nierstein und Nackenheim.

Der gebürtige Nackenheimer Carl Zuckmayer beschreibt das heimatliche Farbenspiel in seinen Erinnerungen in lyrischen Tönen: „Rot ist in vielen Schichten und Stufen über die Rebhügel, Felder und Wege versprengt: das stumpfe Hellrot zerbröckelter Ziegelsteine, das fleckige Rotbraun von verrosteten Radreifen, das satte volle Geleucht von den Brustfedern des Blutfinken, das verwaschene Karmin eines föhnischen Abendhimmels, all das mischt sich im Staub und in der Feuchte des wurzelkräftigen Lehms, und wird im Herbst von der Verfärbung des Weinlaubs und der Baumblätter überfunkelt.“

Rot war auch die Farbe der Erdbeer-Sauce über dem Spaghetti-Eis, das zum krönenden Abschluss nebst anderen Eis-Spezialitäten im Eissalon am Bodenheimer Bahnhof genossen wurde. Den letzten Tusch gab es, als Ingo Ottermann der leere Eisbecher vom Tisch fiel, zu Bruch ging und die Inhaberin des Ladens so tat, als wäre gerade ein Muranoglas aus dem 18. Jahrhundert in tausend Scherben zersprungen. Trotz dieses kleinen Missgeschicks waren wir uns alle einig, dass die Provenienz-Tour wieder ein voller Erfolg war und unbedingt auch 2018 wieder stattfinden sollte.

Die Tour-Teilnehmer 2017 waren: Dr. Annelen und Ingo Ottermann, denen für die hervorragende Organisation zu danken ist, Monika und Thomas Denker, Dr. Silvia Uhlemann, Christian Richter und Hans Eckert.

 

 

Abbildung 2 (Carl Zuckmayer) entnommen von:
http://www.zuckmayerwein.de/

Hans Eckert E-Mail an AutorIn
UB Frankfurt

Mitteilungen

HeBIS - Personalia

Personelle Veränderungen in der HeBIS-Verbundzentrale:

 

Neue MitarbeiterInnen in der Verbundzentrale/neue Aufgaben haben:

  • Peter Böhm (LAS:eR, Statistikserver, NatHosting)
  • Christiane Münscher (Assistenz Leitung Verbundzentrale)
  • Sabine Rahn
    (ehem. CBS Systemmanagement, ab November 2017 im Ruhestand)
  • José-Manuel Rodriguez (Forschungsdateninfrastruktur)
  • Paul Warner (Repositorien und Infrastruktur)

 

 

(tak)
Import von Metadaten - Ergänzungen und Aktualisierungen,
Stand: September 2017

Nationallizenz:

  • Primary Source, Reformation Studies ZDB-1-PSI (V809)
  • Springer Lecture Notes ZDB-1-SLN (V806-V807)

Allianzlizenz:

  • RSC eBook Collection 2012-17 ZDB-1-RSEK (-)

Konsortiallizenz:

  • OECD iLibrary ZDB-13-SOC (V306)
  • Beck Online Hochschulmodul (V77)
  • WISO (V744-V748)
  • UTB studiebooks (V733)

Bibliothekslizenz

  • SPIE Digital Library ZDB-50-SPI (-)
  • Herdt (ZDB-141-HCB (V810)
  • ACM Digital Library ZDB-15-ACM (V34)

Lizenzfreie Online-Ressourcen

  • JSTOR ZDB-39-JOA
  • Springer
  • Directory of Open Access Books ZDB-94-OAB
  • ANU Press

Regelmäßige Lieferungen PDA:

  • Proquest, Academic Complete ZDB-38-EAC
  • Proquest, DDA Americanistik
  • Proquest, ebook central ZDB-30-PQE
  • De Gruyter ZDB-23-DGG
  • Oxford Scholarship Online ZDB-28-XXX
  • Divibib Die Onleihe

Seit Mai 2017 läuft das Sacherschließungs-Ergänzungsprogramm.

Imke Wolbers E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale
RDA
RDA-Mitteilungen Ausgabe 8. und 9.

Im August und Oktober 2017 erschien jeweils ein neues Release im RDA-Toolkit. Die wichtigsten Änderungen haben wir Ihnen kurz und bündig zusammengefasst.

 

Die 8. Ausgabe der RDA-Mitteilungen gibt Ihnen einen Überblick über die geplanten technischen Neuerungen im Zuge des 3R-Projektes, informiert Sie über den Stand des Standardelemente-Sets sowie über die neuen Arbeitshilfen im HeBIS-Handbuch.

Die 9. Ausgabe der RDA-Mitteilungen informiert Sie über die wichtigsten Änderungen im RDA-Toolkit und gibt einen Ausblick auf das 3R-Projekt.

 

Alle Ausgaben der RDA-Mitteilungen finden Sie im Katalogisierungshandbuch des HeBIS-Handbuchs.

 

Anika Pfützner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale

Gremienberichte

RDA in Europa - Realität und Herausforderung

Bericht von der EURIG-
Jahresversammlung 2017

 


Die Vertreter der inzwischen auf 42 Mitgliedsinstitutionen angewachsenen European RDA Interest Group (EURIG) trafen sich im Mai 2017 zu ihrer jährlichen Konferenz und Mitgliederversammlung in Florenz und Fiesole.

Als neue Mitglieder begrüßt wurden CILIP (Großbritannien), das eLABa Consorcium (Lettland) sowie die Nationalbibliotheken Estlands und Israels.

 

Villa  
Villa la Torrossa (Foto: R. Albrecht)
 

Eingeladen hatte in diesem Jahr der Bibliotheksdienstleister Casalini Libri, das einzige nicht-bibliothekarische Mitglied von EURIG. Zu dessen Dienstleistungen für Bibliotheken gehören auch Katalogisierung und Metadatenlieferungen. Für den nordamerikanischen Markt katalogisiert das Team von Casalini bereits seit 2013 Normdatensätze und seit 2015 Titeldaten nach RDA. Die Tagungsteilnehmer erhielten in einer Führung durch das Betriebsgebäude einen exklusiven Einblick in die Workflows von Casalini von der Katalogisierung in die hauseigene Literaturdatenbank bis hin zur Produktion und Bereitstellung von Linked Data für spezielle Projekte.

Die EURIG-Mitgliederversammlung fand im  malerisch gelegenen Stammhaus von Casalini, der Villa la Torrossa statt, die malerisch an einem Hügel Fiesoles vor den Toren von Florenz liegt, und gleichzeitig Firmenhauptsitz und Wohngebäude der Inhaberfamilie darstellt.


Alan Danskin, der scheidende Vorsitzende des Executive Committee, konnte in seinem Rechenschaftsbericht als Erfolg vermelden, dass EURIG den Übergang von einem Interessenverband zu einem offiziellen Gremium innerhalb der neuen RDA Regionalstrukturen für Europa schon fast abgeschlossen habe.

Die neue Kooperationsvereinbarung, die durch den Übergang erforderlich geworden war, war bis zur Mitgliederversammlung von allen EURIG-Mitgliedsinstitutionen unterschrieben worden, sodass sie nunmehr  offiziell in Kraft gesetzt werden konnte. Der letzte Schritt beim Übergang wird der sein, dass die bisher noch interimistisch eingesetzte europäische Repräsentantin im RDA Steering Committee (RSC) in 2018 ordentlich gewählt wird. Äußeres Zeichen der Integration in die neuen RDA-Regionalstrukturen ist die Überführung der EURIG-Webseite auf die Webpräsenz des RSC (http://www.rda-rsc.org/europe).

 
Blick ins Plenum (Foto: R. Albrecht)
 


Während die organisatorischen Rahmenbedingungen also geschaffen sind, muss innerhalb EURIG aber noch an Wegen und Werkzeugen zur Kommunikation und Kollaboration untereinander und mit der EURIG-Repräsentantin beim RSC gearbeitet werden, um die erforderliche Kanalisierung europäischer Interessen bei der Weiterentwicklung von RDA zu erreichen.

Außerdem wird es als wichtig und notwendig erachtet,  europäische Standpunkte und Workflows in die vom RSC eingesetzten Arbeitsgruppen einzubringen, indem mehr europäische Mitglieder dort mitarbeiten.

Seit dem letzten EURIG-Meeting haben drei weitere Mitglieder RDA implementiert: Island, Lettland und die Slowakei. Als nächste werden Dänemark und die Spanische Nationalbibliothek folgen,  jedoch voraussichtlich erst nach Veröffentlichung des neuen RDA Toolkit, das neben strukturellen und Funktionalen Verbesserungen einige wesentliche Änderungen des Regelwerkstextes mit sich bringen wird.

Die EURIG-Mitglieder zeigen sich überwiegend erleichtert, dass nach einer Verlautbarung des RSC die alte Toolkit-Variante mit allen Übersetzungen und Anwendungsrichtlinien nach Inbetriebnahme der neuen Version im April 2018 für ein weiteres Jahr parallel zur Verfügung stehen wird. Das eröffnet die Möglichkeit, sich in Ruhe mit allen Änderungen und Neuerungen auseinanderzusetzen und die Anwendungsrichtlinien in den einzelnen Anwender-Communities anzupassen.

Einige EURIG-Mitglieder berichten über eine große Unzufriedenheit bezüglich der RDA-Vorgaben für die Erschließung von Musikalien. Es wird beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die Kritik und Defizite zusammentragen und daraus ein Proposal für 2018 zur Verbesserung  von RDA entwickeln soll.

Abschließend wählte die Mitgliederversammlung einstimmig einen neuen Vorstand. Den Vorsitz übernahm Hanne Hørl Hansen (Danish Bibliographic Agency), als Stellvertreterin fungiert Marja-Liisa Seppälä (Finnische Nationalbibliothek) und die Position der Sekretärin übernahm Ahava Cohen (Israelische Nationalbibliothek).

 

 

 
Staffelübergabe - der alte EURIG-Vorstand (von rechts Alan Danskin, Verena Schaffner, Anders Cato) und der neu gewählte (von links Ahava Cohen, Hanne Hansen, Marja-Lista Seppäla) (Foto: V. Schaffner auf Twitter)
 

 


Wie in den Vorjahren war der Mitgliederversammlung eine offene Konferenz vorausgegangen, bei der der Stand der RDA-Implementierungen in Europa mit einem Schwerpunkt auf dem italienischen Gastgeberland  und das Potenzial von RDA für Linked-Data-Anwendungen beleuchtet wurden.


 
Decke der Aula Magna der Universität Florenz (Foto: R. Albrecht)
 


Das italienische Bibliothekswesen weist sehr heterogene Strukturen auf. Genauso verhält es sich auch mit der Implementierung von RDA. Beispielhaft wurden die Überlegungen und Entscheidungen von zwei italienischen Bibliothekskooperationen vorgestellt. Die 18 in der Unione Romana Biblioteche Ecclesiatiche (URBE) zusammengeschlossenen Einrichtungen (überwiegend Pontifikal-Universitäten) sind von AACR2 nach RDA umgestiegen. Hauptmotiviation war der Wunsch nach einer verbesserten Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerkes, aber auch mit anderen Bibliotheken. Hingegen haben sich die in der Kooperative IRIS zusammengeschlossenen 7 Bibliotheken mit inhaltlichem Schwerpunkt auf Kunst und Geschichte gegen eine Anwendung von RDA ausgesprochen. Maßgeblich dafür waren die Lizenzkosten und der erwartete Schulungsaufwand. Außerdem akzeptiert OCLC als wichtiger Dienstleister für den Aufbau des „Art Discovery Group Catalogue“ weiterhin Daten nach AACR2. Fremddatenübernahmen nach RDA werden komplett erhalten, die RDA-Elemente aber nicht im OPAC angezeigt.

In der Vatikanbibliothek sind die Vorbereitungen und die Schulungen abgeschlossen, die Einführung der RDA soll im Juli 2017 vollzogen werden. Für die besonderen Sammelschwerpunkte der Bibliothek müssen aber noch einige Detailanalysen der RDA gemacht  und die Übereinstimmung von  RDA-Elementen mit dem  bisher verwendeten Standard „TEI-P5“ für die Beschreibung von Handschriften geprüft werden. Außerdem sind die Auswirkungen auf die bisherigen, nach lokalen Regeln gebildeten bevorzugten Namensformen von den Verwaltungsorganen der Katholischen Kirche, Diözesen, Synoden, Päpsten, Heiligen, Liturgische Werken oder der Bibel zu untersuchen.

Auch aus der Türkei gab es einen Bericht über den aktuellen Stand der RDA-Implementierung. Wie in Italien gibt es auch in der Türkei keine Verabredungen auf nationaler oder regionaler Ebene, keine Verbünde und keine nationalen Normdateien. 10 Universitätsbibliotheken – das sind weniger als 10 Prozent aller Universitätsbibliotheken – haben individuell mit dem Einsatz von RDA begonnen. Die meisten dieser Bibliotheken sind Neugründungen unter privater Trägerschaft. Dort standen bei der Entscheidung für RDA die Teilnahme an einer internationalen Community und die Anpassung an aktuelle Entwicklungen und Standards  im Vordergrund. Als problematisch sehen in der Türkei einige Bibliotheken die fehlende Übersetzung sowie die Behandlung bzw. Migration der Altbestände (nach AACR2 katalogisiert) an.

Dass nach RDA erstellte Metadaten eine hervorragende Grundlage für die Überführung in Linked Data und die Bereitstellung in Data Stores geeignet ist, belegtenn mehrere Redner/-innen in ihren Präsentationen, bei denen konkrete Anwendungsprojekte vorgestellt wurden. Dabei wurde auch die positive Rolle der RDA Registry herausgestellt, die die Grundlage für RDF-Daten bilden kann. Zu den vorgestellten Projekten gehörte „RunA“ der  Lettischen Nationalbibliothek. Es handelt sich dabei um eine Institutionenübergreifende kulturelle Plattform, auf der Metadaten und Objekte rund um das in Lettland sehr bekannte  Dichterpaar Rainis und Aspazija präsentiert werden. Dafür wurde mit den RDA-Entitäten ein Entity-Relationship-Netzwerk als Grundlage definiert.

 

 

Logo des Projektes 'RunA' (Lettische Nationalbibliothek Riga)

 



Links zum Weiterlesen und Vertiefen

Webpräsenz von EURIG http://www.rda-rsc.org/europe
Vortragsfolien der Jahresversammlung 2017 http://www.casalini.it/eurig2017
Unione Romana Biblioteche Ecclesiastiche http://www.urbe.it/
Associazione IRIS http://www.iris-firenze.org/
ArtDiscovery Group Catalogue http://artlibraries.worldcat.org/   
Vatikanbibliothek https://www.vatlib.it/ 
RDA Registry http://www.rdaregistry.info/  
Projekt RunA http://runa.lnb.lv/
   

 

 

Rita Albrecht E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale

Fortbildungen/ Veranstaltungen

HeBIS-Verbundkonferenz - Rückblick

Die 4. HeBIS-Verbundkonferenz fand am 26. September 2017 im Casino am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt statt. Mehr als 140 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und informierten sich über aktuelle Entwicklungen im Verbund und Bibliothekssektor.
Am Vormittag wurde die Konferenz mit den Grußworten durch die Vertreter der Universität Frankfurt und Dr. Werner Nickel vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie Dr. Kai-Michael Sprenger vom  Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz eingeleitet. Am Nachmittag folgten Beiträge unter dem Motto "über den Tellerrand hinaus".

 

 

Grußworte von:

Dr. Kai-Michael Sprenger
(Ministerium f. Wissenschaft, Weiterbildung u. Kultur, Rhld.-Pfalz)
Dr. Enrico Schleiff
(Goethe-Universität Frankfurt)
Dr. Werner Nickel
(Hess. Minististerium f. Wiss. u. Kunst)
Dr. Heiner Schnelling

(Vorsitzender HeBIS-Verbundvorstand)

 

Vorstand des HeBIS-Verbundes:

Dr. Uwe Risch (HeBIS)
Dr. Heiner Schnelling
(Vorsitzender, UB Frankfurt)
Dr. Peter Reuter (UB Gießen)
Dr. Andreas Brandtner (UB Mainz)

 

Nach den Grußworten folgten die Berichte des HeBIS-Vorstandes durch Dr. Heiner Schnelling, der Verbundzentrale durch Dr. Uwe Risch und der Facharbeitsgruppen, vertreten durch ihre jeweiligen Vorsitzende/n.

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation H. Schnelling

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation U. Risch

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation HeBiS-FAGs

 

Am Nachmittag wurde der Blick auf neue Dienstleistungen im digitalen Zeitalter gerichtet: Welche Wege beschreiten Bibliotheken, um weiterhin in der sich wandelnden Infrastruktur von Forschung und Lehre aktiv und attraktiv zu bleiben?

Im Keynote-Vortrag "Libraries in transition: The nine lives of bibliographic metadata in the digital age" erläuterte Anja Smit (Utrecht University Library), was es heisst, konsequent die Möglichkeiten von Metadaten auszuschöpfen und wie es dazu kam, dass ihre Bibliothek die Katalogsuche von der Startseite der Homepage entfernte.

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation

 

Im universitären Umfeld gibt es eine unbekannte Zahl an wissenschaftlichen Sammlungen, die oftmals unbeachtet ein Schattendasein führen.

Wie diesem Misstand Abhilfe geschaffen wird, berichete Dr. Vera Hierholzer (UB Mainz) in "Infrastrukturen für Forschung und Lehre : die Koordination wissenschaftlicher Sammlungen als neues Aufgabenfeld für Universitätsbibliotheken". Mit dem Ziel, diese Sammlungen sichtbar und nutzbar zu machen, wird  derzeit eine dezentrale Infrastruktur für fächer- und standortübergreifende Digitalisierung, Erschließung und Bereitstellung geschaffen.

Das gemeinsames Netzwerk unter Federführung der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Sammlungen in Deutschland (Sitz: Berlin) ist beratend und unterstützend tätig, sodass Samlungen unterschiedlicher Herkunft für Forschung, Lehre und Bildung präsentiert und genutzt werden können.

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation

 

"Identity Management an den hessischen Hochschulen" ist ein hochaktuelles Thema. Sensibler Umgang mit persönlichen Daten unter Nutzung aktueller technischer Standards stellen die Hochschulen in Hessen vor Herausforderungen, die bisher in ganz unterschiedlichen Implementierungen umgesetzt wurden.

Eine zentralisierte Anwendung mit einem leistungsstarken IDM-System soll hier zukünftig alle Systeme landesweit auf ein einheitliches Niveau heben. Neben dem Vorteil, auch Zugriff auf Dienste anderer Einrichtungen zu haben soll vor allem den hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit Rechnung getragen werden.

Den Projektstand zum Aufbau einer hessischen IDM-Lösung berichtete Dr.  Thomas Risse von der UB Frankfurt.

Aufzählungszeichen blauer PfeilPräsentation

 

Helmut Eckardt (HeBIS Verbundzentrale) zeigte im abschließenden Vortrag dieses Tages den Fortschritt des Digitalisierungsprojektes "Der Blick auf den Krieg. Kooperative Erschließung und Präsentationen hessischer Regionalzeitungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges".

Das vom HMWK geförderte Projekt stellt erstmals historische Zeitungen der hessischen Region aus den Jahren 1914-1918 im Kontext des ersten Weltkrieges in digitaler Form für Forschung und Lehre zur Verfügung. Umfangreiche Suchfunktionalitäten werden weiterentwickelt und erlauben verbesserte Einstiegs- und Recherchemöglichkeiten.

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Weitere Informationen:

 

 

Fotos: Uwe Dettmar und HeBIS

 

 

Tanja Kindt E-Mail an AutorIn
HebIS-Verbundzentrale

Rückblick auf den Hessischen Bibliothekstag 2017

Bühne in der Stadtbibliothek Hanau, Hessischer ibliothekstag 2017

Am 8. Mai fand der hessische Bibliothekstag 2017 im Kulturforum der Stadt Hanau in der Stadtbibliothek Hanau statt. Auf dem Programm standen neben Vorträgen zu den Themen Digitalisierung, Forschungsdaten und Bestandsmanagement auch die Verleihung des Hessischen Bibliothekspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverbandes.

 

Nach der Eröffnung durch Christian Engelhardt (Landrat des Kreises Bergstraße und Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Deutschen Bibliotheksverband), Frau Irene Bauerfeind-Roßmann (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) und Claus Kaminsky (Oberbürgermeister der Stadt Hanau) ging der hessische Bibliothekspreis an die Stadtbibliothek in Bad Vilbel, die durch ihren Umbau und das Gesamtkonzept die Jury beeindruckt hat.

 

Giveaways

Christiane Frohmann setzt sich im Anschluss an die Verleihung in ihrem Beitrag „Haltung in der Bewegung: Die Rolle von Bibliotheken im digitalen, demografischen und politischen Wandel“ mit der Veränderung in der Bibliothekswelt durch neue Technologien, Medien und Formate sowie sich verändernden Zielgruppen auseinander. Anhand des Märchens „Rapunzel“ illustrierte sie die verschiedenen Einstellungen zur Digitalisierung und appellierte, mehr auszuprobieren, anstatt Entwicklungen abzuwarten.

 

Nach der Mittagspause wurden zwei Veranstaltungen parallel abgehalten.

Im Forum "Öffentliche Bibliotheken" sprach Monika Rasche (Leiterin der Stadtbücherei Münster) über das Thema „Vom Bedeutungsverlust des Bestandsmanagements“ und lud zur Diskussion ein.

Um „Bibliotheken und Forschungsdaten - Spielräume im data curation life cycle“ ging es im Forum Wissenschaftliche Bibliotheken. Nach einer allgemeinen Einführung von Prof. Dr. Andrea Rapp (TU Darmstadt) folgten Impulsvorträge der Experten aus verschiedenen Bibliotheken, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Im Anschluss standen die Experten in Gesprächsrunden für die Teilnehmer für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

 

Stadtbibliothek Hanau
Jule Mildner E-Mail an AutorIn
HeBIS-Verbundzentrale

Der Aperitif

Literaturtipp im Herbst

Literaturtipp gegen trübe Herbsttage:

Geniale Erfindungen aus Hessen

 

 

 




Aus dem Klappentext:

Viele clevere Erfindungen und Erfinder kommen aus Hessen und sind bis heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Was tun, wenn es trotz Verlängerung beim Fußballspiel immer noch keinen Sieger gibt? Karl Wald, ein Schiedsrichter aus Frankfurt, hatte die geniale Idee, den Sieger durch Elfmeterschießen zu bestimmen.

...

Um das Problem der chronischen Dauerparker in den vom zunehmenden Verkehr gebeutelten Innenstädten zu lösen, erfand der Kasseler Bürgermeister Heinz Hille in den 60er-Jahren die Parkscheibe. Die Autorin Andrea Gunkler nimmt sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit, als in Hessen das Plexiglas, die Kleinbildkamera, das erste Schlafmittel, die Höhensonne und vieles mehr erfunden wurde.

(Erschienen im Wartberg-Verlag )

 

  

(tk)

Impressum

HeBIScocktail 4/2017 (Oktober 2017)

 

HeBIScocktail erscheint vierteljährlich als Hypertext (mit Druckausgabe) unter http://www.hebis.de/hebiscocktail/.

Neue Ausgaben werden über HeBISnews und Pica-List angekündigt.

 

Herausgeber: Hessisches BibliotheksInformationsSystem, Verbundzentrale, Frankfurt am Main

Redaktion: Tanja Kindt (tak), Anika Pfützner

E-Mail-Adresse der Redaktion: cocktail@hebis.de

Beiträge und Leserzuschriften sind sehr willkommen!

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Autoren

 

HeBIScocktail 1/2018 erscheint im Januar 2018.

Redaktionsschluss: Ende Dezember 2017.