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AG Portal
DAIA
Discovery System
Facetten
Katalog plus der UB Freiburg
Resource Discovery Service
Suchmaschinentechnologie
VuFind


AG Portal

Um ein geeignetes Nachfolgesystem für das seit 2004 betriebene Elektra-basierte HeBIS-Portal zu finden, wurde Anfang 2011 eine europaweite Ausschreibung durchgeführt. Diese scheiterte jedoch, weil keins der eingereichten Angebote die von HeBIS definierten Anforderungen vollständig erfüllen konnte. Der HeBIS-Verbundrat berief daraufhin eine AG aus Vertretern der Universtiätsbibliotheken sowie dem Portal-Team und dem Leiter der HeBIS-Verbundzentrale ein und beauftragte diese, nach alternativen Lösungswegen zu suchen.

Die AG Portal traf sich im April 2011 zu ihrer ersten gemeinsamen Sitzung und absolvierte bis Oktober 2011 ein umfangreiches Arbeitsprogramm. Dazu gehörte:
  • Entwicklung eines Konzepts und Definition der Ziele der geplanten Systemumstellung
  • Definition eines einheitlichen Verfahrens für die Evaluierung in Frage kommender Produkte
  • Tests von Live-Installationen verschiedener Produkte sowie Einholen von Produktinformationen und Preisangeboten bei den jeweiligen Anbietern
  • Diskussion und Bewertung der Evaluierungsergebnisse
  • Erarbeitung einer Empfehlung an den HeBIS-Verbundrat
Nach sorgfältiger Analyse und Abwägung der Vor- und Nachteile der untersuchten Systeme sprach sich die AG Portal einstimmig für folgende Lösung aus:
  • Aufbau eines Discovery Systems entsprechend dem Katalog plus der UB Freiburg
  • In der Aufbauphase Einbindung des Resource Discovery Service von EBSCO (Einbindung von Discovery Services anderer Anbieter bei Bedarf später)
  • Implementierung einer Oberfläche mit der Open Source Software VuFind
  • Kooperation mit der UB Freiburg bei der Einbindung des Resource Discovery Service (Freiburg) und der Oberflächenentwicklung (HeBIS)
  • Beteiligung von HeBIS-Bibliotheken an der technischen und konzeptionellen Entwicklung
Die Empfehlung der AG wurde durch den HeBIS-Verbundrat in seiner 33. Sitzung am 1. Dezember 2011 einstimmig angenommen.

Siehe auch: Zukunft des HeBIS-Portals : Infoveranstaltung zu den Ergebnissen der AG Portal, 28.10.2011 (PDF)


DAIA


DAIA heißt "Document Availability Information API" und ist eine Programmierschnittstelle (API), um aktuelle Verfügbarkeitsinformationen von Dokumenten in Bibliotheken und ähnlichen Einrichtungen abzufragen.

Sofern ein Bibliothekssystem die entsprechenden Informationen liefern kann, kann DAIA z.B. feststellen,
  • ob ein Medium, das man bei einer Katalogsuche gefunden hat, zur Zeit ausleihbar ist oder als Präsenzexemplar eingesehen werden kann
  • ob eine Online-Ressource frei, nur in den Räumen der Bibliothek oder für angemeldete Nutzer auch per Remote Access zugänglich ist
  • ob das Medium für die Fernleihe bereitgestellt wird
DAIA wird auch in das neue Discovery System von HeBIS eingebunden, damit bei Treffern aus dem Bestand der eigenen Bibliothek sofort nach der Suche die aktuelle Verfügbarkeit angezeigt werden kann.

DAIA wurde in Zusammenarbeit der Verbundzentrale des GBV (VZG), der HeBIS-Verbundzentrale und dem Beluga-Projekt der Hamburger Bibliotheken entwickelt.

Weiterführende Informationen:


Discovery System

Die Bezeichnung "Discovery System" findet man immer häufiger für eine neue Generation von Bibliothekskatalogen, denen ein umfassendes Retrievalkonzept zugrundeliegt. Beispiele in Deutschland sind der Katalog plus der UB Freiburg oder 'Suchen und Finden' der USB Köln. In den USA sind u.a. der Katalog VIRGO der University of Virginia Library oder der Katalog der Brown University Library zu nennen.

Den Discovery Systemen ist gemeinsam, dass sie dem Benutzer eine umfassende Literatursuche ohne Oberflächenwechsel ermöglichen wollen. In dieser Zielsetzung unterscheiden sie sich zwar nicht vom HeBIS-Portal und anderen Katalogportalen älterer Generation, sie setzen dafür aber modernere Techniken wie Suchmaschinentechnologie sowie die neuen globalen Indexe für Datenbank-Content, die sog. Resource Discovery Services (RDS) ein. Mit Hilfe der RDS können auch die von der Bibliothek lizenzierten Datenbanken und E-Journals - teilweise bis hinunter auf die Volltextebene - in die Katalogsuche integriert und das Retrieval von Volltexten deutlich verbessert werden. Lokale Verfügbarkeitsanzeige und Bestellung, Verlinkung zu den Volltexten und Links zu alternativen Beschaffungswegen (z.B. Fernleihe) sind eine weitere Säule des Konzepts.


Facetten

Facetten sind Filter zur nachträglichen Einschränkung von Treffermengen, die von Suchmaschinentechnologie-basierten Indexen unterstützt werden. Typische Facetten in Bibliothekskatalogen sind z.B. Autor, Schlagworte oder Themen, Dokumenttyp, Erscheinungsjahr und Bibliothek/Abteilung. Facetten werden normalerweise links (z.B. WorldCat) oder rechts von der Trefferliste angezeigt (z.B. Katalog Plus der UB Freiburg).

Welche Facetten bei der Indexierung gebildet werden können und in welcher Qualität, hängt von der Struktur der zu indexierenden Daten ab. Zum Beispiel ist es schwierig, eine konsistente Facette für den Dokumenttyp zu bilden, wenn Dokumenttyp und physische Form bei der Titelaufnahme nicht konsequent getrennt voneinander kodiert werden können. In der HeBIS-Datenbank betrifft das beispielsweise digitalisierte Karten, die in Kategorie 0500 nur als Online-Ressource kodiert werden können und deshalb in einer Facette Dokumenttyp bei den Karten fehlen würden.


Katalog plus der UB Freiburg

Der Katalog plus der UB Freiburg repräsentiert eine neue Generation von Bibliothekskatalogen, die auch Discovery Systeme genannt werden.

Wesentliches Merkmal des Katalog plus ist, dass er einen mit Suchmaschinentechnologie erstellten lokalen Index für die eigenen Katalogdaten mit einem globalen Index für Datenbank-Content, einem sog. Resource Discovery Service (RDS) unter einer gemeinsamen Oberfläche kombiniert. In der ersten Ausbaustufe des Systems wurde der Discovery Service von EBSCO (EDS) über eine von der UB Freiburg selbst entwickelte Schnittstelle integriert. Die beiden Indexe werden parallel durchsucht, die Ergebnisse werden wegen der Heterogenität der Daten aber in getrennten Trefferlisten präsentiert. Weitere wichtige Eigenschaften des Katalog plus sind:

  • Standardsucheinstieg über ein einziges Eingabefeld (Google-ähnliche Suche)
  • Erweiterte Suche für Experten bei Bedarf abrufbar
  • 'Drilldowns' oder 'Facetten', mit deren Hilfe umfangreiche Suchergebnisse nachträglich leicht auf bestimmte Autoren, Erscheinungsjahre, Schlagworte usw. eingeschränkt werden können
  • Bei den lokalen Bestandsdaten Anzeige des Ausleihstatus bzw. der aktuellen Medienverfügbarkeit und Link zur lokalen Bestellung
  • Verfügbarkeitsanzeige bei Treffern aus dem EDS-Index über den ReDI-Linkresolver. Dieser generiert die Volltextlinks und die Links zu alternativen Beschaffungsmöglichkeiten (z.B. der Fernleihe).
Siehe auch die Infoseite der UB Freiburg.



Resource Discovery Service


Resource Discovery Services sind eine relativ junge Produktgruppe, die erst seit ca. drei Jahren auf dem Markt ist. Sie werden von verschiedenen Firmen angeboten, so von Ex Libris (Primo Central), Serials Solutions (SUMMON) und EBSCO (EBSCO Discovery Service). Ihr zentraler Bestandteil ist ein globaler Index für Metadaten und zum Teil sogar Volltexte aus Datenbanken, E-Journal- und E-Book-Paketen. Um die Daten für die Indexierung nutzen zu können, schließen die RDS-Anbieter mit den Verlagen und Datenbankanbietern entsprechende Lizenzverträge ab. Bibliotheken, die einen RDS erwerben, können auch ihre eigenen Katalogdaten in den globalen Index integrieren lassen, so dass eigener Bestand und Datenbanknachweise den Benutzern in einer gemeinsamen Trefferliste präsentiert werden können. Der DS wird normalerweise unter der Suchoberfläche des DS-Anbieters genutzt, kann über entsprechende Schnittstellen aber auch in eine eigene Oberfläche eingebunden werden. Der globale Index eines RDS wird immer vom Anbieter erstellt und gehostet. Wenn die Oberfläche des Anbieters genutzt wird, der eigene Katalog im RDS enthalten ist, eine Schnittstelle zum lokalen Ausleihsystem existiert und ein Linkresolver in den RDS eingebunden wurde, der die für den Benutzer gültigen Volltextlinks generiert, kann ein RDS bereits als vollständige Portallösung bzw. vollständiges Discovery System gelten.

HeBIS hat sich dafür entschieden, den Index eines RDS zusammen mit einem separaten Index für die Katalogdaten der Verbundbibliotheken unter einer eigenen Oberfläche anzubieten, die auf Basis der OpenSource-Software VuFind entwickelt wird.  In der ersten Ausbaustufe des neuen Discovery Systems wird der Discovery Service von EBSCO (EDS) eingebunden. Schnittstellen zu Discovery Services anderer Anbieter sind bei Bedarf später möglich.


Suchmaschinentechnologie


Als Suchmaschinentechnologie bezeichnet man Software, die moderne Formen der Indexierung und ein entsprechend verbessertes Retrieval erlaubt. Im Unterschied zu einer Metasuche in separaten Datenquellen ermöglicht Suchmaschinentechnologie schnelle Antwortzeiten, auch bei sehr großen Datenmengen.

In Bibliotheksanwendungen ist die Open Source Software Solr/Lucene stark verbreitet. Sie kommt im neuen Discovery System von HeBIS für den lokalen Index der HeBIS-eigenen Katalogdaten zum Einsatz. Solr/Lucene unterstützt u.a.
  • Relevanz-Ranking der Suchergebnisse
  • Clustering, d.h. Gruppierung von Treffern (z.B. Gruppierung von Ausgaben eines Werkes)
  • Eingabevervollständigung von Suchbegriffen und Suchvorschläge.
  • Rechtschreibkorrektur
  • Linguistische Verfahren zur Optimierung der Suchanfragen. Dabei werden Suchbegriffe mit Hilfe von hinterlegten Wörterbüchern auf Plural/Singular, flektierte Wortformen (z.B. Genitiv), Komposita, verwandte Begriffe oder Übersetzungen in andere Sprachen erweitert.
  • Facetten zur nachträglichen Eingrenzung der Treffermenge nach bestimmten Kriterien (z.B. Autor, Schlagwort, Erscheinungsjahr, Quelle, Sprache, Dokumentart).
Die genannten Funktionen der Suchunterstützung müssen konfiguriert  und die Daten durch den Anwender vor der Indexierung in geeigneter Weise aufbereitet werden. In welchem Umfang die Möglichkeiten der Software genutzt werden können, hängt von der Struktur und der Qualität der zu indexierenden Daten, den Erfordernissen der Anwendung und nicht zuletzt den verfügbaren personellen Ressourcen ab. Deshalb werden in der Regel nicht alle von Solr/Lucene unterstützten Funktionen ausgeschöpft.


VuFind


VuFind ist eine Portalsoftware, mit der sich die Ressourcen einer Bibliothek auf einer einheitlichen Plattform vereinigen und für ein umfassendes Retrieval bereitstellen lassen. Katalogaufnahmen, Metadaten und Volltexte lokaler Repositorien, lokal erstellte Bibliographien usw. werden dafür mit Solr/Lucene indexiert und dem Benutzer unter einer modernen Oberfläche zugänglich gemacht.

VuFind ist "Software von Bibliotheken für Bibliotheken". Es wurde ursprünglich an der Villanova University's Falvey Memorial Library entwickelt, steht als Open Source Software zur Verfügung und wird mittlerweile durch eine große Entwickler-Community verbessert und erweitert.

In vielen Bibliotheken weltweit hat VuFind inzwischen den traditionellen lokalen OPAC abgelöst. VuFind-Anwendungen in Deutschland sind z.B. TUBfind der TU Hamburg-Harburg oder der Katalog der UB Leipzig. In der aktuellsten Version unterstützt VuFind auch die Möglichkeit, zusätzlich zum lokalen Solr/Lucene-Index den Index eines Discovery Service in die Suche und Trefferanzeige zu integrieren. Beispiele dafür sind der Katalog VIRGO der University of Virginia Library oder der Katalog der Brown University Library. In Anlehnung an diese Lösungen wird VuFind im neuen Discovery System von HeBIS als Benutzeroberfläche für den HeBIS-eigenen Solr/Lucene-Index und den EBSCO Discovery Service eingesetzt.

 

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